Dokumentation Fair Handels Gipfel Bayern - FairHandeln Bayern!

fairhandeln.bayern.de

Dokumentation Fair Handels Gipfel Bayern - FairHandeln Bayern!

Dokumentation

im Rathaus Augsburg

am 19. November 2005

11 bis 18 Uhr

Im Rahmen der Kampagne Fair Handeln Bayern

Veranstalter: Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.

Fair Handels

Gipfel Bayern


Inhalt

Dem Fairen Handel auf den

Weg - Zur Eröffnung des Fair

Handels Gipfels ...................... S. 2

Willkommen

Einführung zum Gipfel............S. 4

Ohne Kinderarbeit

Beschaffung in Landshut ...... S. 5

Neues von dwp....................... S.6

Hilfe für Palästina .................. S.6

Schönes von Ampi.................. S.6

Näher, fairer, frischer

AG bio – regional – fair .........S. 7

Für den Regenwald

Partnerschaft ......................... S. 8

Scannerkassen ...................... S.9

Aktion Volltreffer.................... S.9

Partnersc haft der Diözese

Würzburg mit Tansania ........ S. 9

Mit der Jeans rund um den

Globus „Weltsicht“ von Südwind

Salzburg................................. S. 10

Die Welt-Aktionäre Fairhandel –

pädagogisches Konzept des

Globalen Lernens..................S. 11

Mit der U-Bahn nach

Lateinamerika -

Weltmarkttouren in Wien ...S. 13

Fairer Handel in der kirchlichen

Jugendarbeit ....................... S. 14

Nachbarn: Fairer Handel in

Baden-Württemberg............ S.14

Wir haben den Hunger satt .S.15

Grußwort

Dr. Christian Ruck ............... S. 15

Anlass zur Hoffnung

Ausklang der Kampagne Fair

Handeln Bayern.................... S. 16

A Glumpp kaff i fei net

Theater Fairdinand aus

Regensburg .......................... S. 16

Impressionen vom Gipfel: .. S.17

Impressum:........................... S. 18

Umweltreferent Thomas

Schaller, Stadt Augsburg

Solange wirtschaftliche Kräfte

miteinander Handel treiben, haben

sie wenig Interesse, einander

zu bekriegen. Zum anderen

bedeutet Handel auch Ausbeutung

– das brauche ich Ihnen

nicht zu sagen. Augsburg zeigt

dabei gute Ansätze: Ein erfolgreicher

Weltladen und viele

Aktionsgruppen sind hier Beispiele.

Umweltreferent Thomas Schaller

In der Stadtverwaltung ist es

schwer durchzusetzen, dass fair

gehandelte Produkte selbstverständlich

werden. Wir haben

heute eine Legitimation, es

noch einmal zu versuchen. Aus

der Agenda 21 Arbeit ist ein

Handlungsprogramm entstanden,

das eine Leitlinie zum Fairen

Handel enthält. Diese gilt

auch für die städtischen Beteiligungsgesellschaften.

Wir sind

Fair ha ndels gipfel Ba yern

Thomas Schaller, Wolfgang Klug, Dr. Alexander Fonari,

Annegret Lueg und Dr. Simone Strohmayr MdL (v. re.)

Dem Fairen Handel auf den Weg

Zur Eröffnung des Fair Handels Gipfels am 19. November 2005

- 2 -

noch dabei, dies umzusetzen.

Die Stadt soll auch dabei unterstützen,

dass die Anzahl der

entsprechenden Verkaufsstellen

verdoppelt wird. Dafür könnten

auch städtische Liegenschaften

zur Verfügung gestellt werden.

Im Umweltbereich funktioniert

die Kooperation sehr gut. Doch

ohne Druck von unten kommt

diese Idee nicht in den Verwaltungsapparat

hinein. Lassen Sie

nicht locker!

Auch der Sprung in den konventionellen

Supermarkt muss

immer mehr gelingen – auch

wenn dies zunächst die Weltläden

wirtschaftlich trifft. Der

Faire Handel kann nur in

großem Umfang Erfolg haben,

wenn dieser Sprung gelingt.

Ministerialdirigent Wolfgang

Klug vom Bayerischen Staatsministerium

für Umwelt, Gesundheit

und Verbraucher-


Fair ha ndels gipfel Ba yern

schutz; Leiter der Grundsatzabteilung

für nachhaltige Entwicklung,

überbrachte die Grüße

der Bayerischen Staatsregierung.

„Nachhaltige Entwicklung

kann nicht verordnet werden“,

führte er aus. „Die Bewußtseinsbildung

kann die

Staatsregierung aber durchaus

unterstützen.“ Gerade im Bereich

der Lokalen Agenda 21

würden 36 Umweltstationen in

Bayern gefördert. Klug begrüßte

sehr, dass das Eine Welt

Netzwerk sich mit dem Fairen

Handel die nachhaltige Entwicklung

auf die Fahnen geschrieben

habe. (s.S. 12)

Dr. Simone Strohmayr, SPD,

Mitglied des Bayerischen

Landtags.

„Ich halte viel von der Kampagne“,

so die SPD-Abgeordnete.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit

mit dem Ziel, ein menschenwürdiges

Leben zu ermöglichen

und die Lebensgrundlagen

zu erhalten, sei nicht nur ein

Thema für die Entwicklungsländer,

sondern auch für die

Landwirte hier. Weltweit können

Verbraucherinnen und Verbraucher

dazu einen Beitrag

leisten, in dem sie zum Beispiel

Produkte aus Fairem Handel

kaufen. „Nachhaltigkeit ist in

aller Munde – und ich hoffe,

auch bald in aller Herzen“, so

Strohmayr. Dort, wo die Globalisierung

auf Kosten der Ärmsten

gehe, müssten wir einschreiten.

Sie selbst wolle den Fairen

Handel auch als Kreisrätin voranbringen.

Dr. Simone Strohmayr, MdL

Willkommen

Einführung zum Gipfel

Dr. Norbert Stamm, Vorstand

des Eine Welt Netzwerks

Bayern

Zum zweiten Mal dürfen wir

vom Eine Welt Netzwerk Bayern

Sie, die Sie im oder für den

Fairen Handel in Bayern aktiv

sind, zu einem Fair-Handels

Gipfel begrüßen. Herzlich

Willkommen! Wir hoffen heute

wieder einen wichtigen Punkt

im Rahmen unserer Kampagne

Fair Handeln Bayern“ zu setzen,

die seit fast drei Jahren

läuft – gefördert aus BMZ-Mitteln,

vom Kirchlichen Entwicklungsdienst

der evangelisch-lutherischen

Kirche, vom

Katholischen Fonds, von der

gepa, von dwp, von FAIR Handelshaus

Bayern, vom Bayerischen

Staatsministerium für

Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz.

Wieder sind wir im Rathaus der

ehemaligen Finanzmetropole

Augsburg zu Gast – ach, würde

sie doch in nicht allzu ferner

Zukunft Fairhandels-Metropole....

Dank an Sie, Herr Umweltreferent,

lieber Thomas

Schaller, für Deine Unterstützung,

dass wir hier zu Gast sein

können.

(...)

Wer sind derzeit die Motoren

für den Fairen Handel? Schulen

– Schüler organisieren sich

in Schulen, um fair gehandelte

Produkte zu vertreiben. Kommunen

– nach München 2003

kommen langsam aber sicher

immer mehr bayerische Kommunen

auf den Trichter, ihr Be-

- 3 -

schaffung auch an Sozialstandards

auszurichten: Landshut

im Oktober 2004, Herrsching,

jetzt auch Buchloe...

Die Weltläden – sie sind nach

wie vor die Motoren des Fairen

Handels auf kommunaler Ebene:

Die ehrenamtliche Arbeit

wird immer professioneller z.B.

mit Scannerkassen und Warenwirtschaftssystem,

das die Inventurtage

zum Jahresanfang

wesentlich verkürzt.

Neue Kooperationen zwischen

fair, regional und bio – Solche

Kooperationen zwischen klassischem

Fairen Handel, regionalem

Handel und biologischem

Anbau werden immer zahlreicher.

Beide, Fairer Handel und

Regionalprodukte, setzen immer

mehr auf ökologischen Anbau

und Produktion.

Die Kampagne Fair Handeln

Bayern 2003 – 2005

Nicht unwesentlich zu diesen

positiven Entwicklungen des

Fairen Handels in Bayern hat

unsere Kampagne Fair Handeln

Bayern beigetragen: Vorbereitet

seit 2001 gestartet 2003, hat

sie in den drei zurückliegenden

Jahren eine Ausstellung mit interaktiven

Elementen erstellt

und an über 40 Orten präsentiert

und damit dort lokale Bildungsereignisse

hervorgerufen.

Diese Ausstellung wird auch

über das Jahr 2006 hinaus weiter

in Bayern verfügbar sein,

die Internetseite wird weiter

laufen und weiter informieren.

Die Kampagne hat Plakate produziert

und Gruppen an mehr

als 20 Orten haben daraus Plakatkampagnen

gemacht.

Bayerns Christen handeln fair“

- diese Aktion wurde im dritten


Jahr hintereinander von einer

dreistelligen Zahl von Pfarreien

durchgeführt. Weiterhin die Jugendaktionen

zum Kinospot,

überregionale Multiplikatorenseminare,

Anzeigenvorlagen

und anderes mehr...

Die Kampagne

hat die Kooperationzwischen

regional,

fair und bio

hier in Bayern

bundesweit

vorbildlich aufgebaut

und

eine stark

nachgefragte

Broschüre hervorgebracht – die

wir gerade mit Unterstützung

des Bayerischen Umweltministeriums

in die zweite Auflage

bringen wollen.

Sie hat verschiedene Akteure

des Fairen Handels in Bayern

zusammengeführt, am sichtbarsten

heute hier beim Fair

Handels Gipfel: aus Münsterschwarzach

und Marktoberdorf,

Ochsenfurt und Wasserburg,

Bamberg, Teublitz und

Haunstetten.

Doch Schluss mit dem Eigenlob:

Wie schätzen Sie die Kampagne

ein? Was war gut? Was

war verbesserungswürdig? Wir

haben Ihnen bei der Anmeldung

einen Fragebogen ausgehändigt

– bitte nehmen Sie sich

zwischendurch Zeit.

Heute und hier

Heute schlägt das Herz des

bayerischen Fairen Handels

hier. Im Austausch von Ideen

und Kontakten, die wir nachher

mit nach Hause nehmen. Annegret

Lueg hat viele interessante

Gesprächspartner eingeladen.

Bedanken möchten wir uns bei

ihnen allen – vor allem bei den

weiter angereisten: Aus Baden-

Württemberg, aus Österreich,

besonders aber bei Jenny

Muñoz aus Peru. Danke Ihnen

allen für Ihr Kommen, für Ihr

stetiges und erfolgreiches Engagement

für den Fairen Handel.

Dr. Norbert Stamm

Ohne Kinderarbeit

Faire Beschaffung

in Landshut

Richard Geiger,

Amt für technischen Umweltschutz

der Stadt Landshut

Der Stadtrat von Landshut hat

am 30.11.2004 beschlossen,

dass im Beschaffungswesen

und bei Ausschreibungen künftig

nur Produkte Berücksichtigung

finden, die ohne ausbeuterische

Kinderarbeit im Sinne

der ILO-Konvention 182 hergestellt

wurden bzw. Produkte,

deren Hersteller oder Verkäufer

aktive zielführende Maßnahmen

zum Ausstieg aus der

ausbeuterischen Kinderarbeit

eingeleitet haben. Richard Geiger

berichtet über die Entstehung

des Beschlusses und der

Umsetzung in der Kommune.

Neben Landshut haben auch

Kommunen wie München und

Buchloe Beschlüsse zur Fairness

im Kommunalen Beschaffungswesen

gefasst.

„Wenn so ein Antrag kommt,

gibt es erst einmal niemanden,

der zuständig ist“, erinnerte

sich Richard Geiger an die Entstehungsgeschichte

des Landshuter

Beschlusses. Ein CSU-

Stadtrat hatte im Internet von

der Münchner Initiative gelesen

und anschließend den Antrag in

Landshut gestellt. Beschaffung

mit Rücksicht auf eine Herstellung

ohne ausbeuterische Kinderarbeit

sei so in der Verwal-

- 4 -

Fair ha ndels gipfel Ba yern

Richard Geiger stellt die Landshuter Initiative gegen Kinderarbeit vor.

tung nicht vorgesehen. „Und

dann haben wir ein Problem“,

formulierte Geiger. So sei das

Thema schließlich bei ihm im

Amt für technischen Umweltschutz

gelandet.

Ein Grundproblem war nach

der Erfahrung Geigers die Frage

des freien Wettbewerbs. Die

Gesetze gegen Wettbewerbsbeschränkung

seien kein Spaß –

deshalb müssen öffentliche

Ausschreibungen so sauber formuliert

sein, sonst drohen Klagen

wegen Formfehlern. Weitergehende

Anforderungen

seien nur erlaubt, wenn dies

durch Bundes- oder Landesgesetze

abgedeckt sei. Glücklicherweise

gibt es eine Stellungnahme

der EU-Kommission

zum Thema ausbeuterische

Kinderarbeit. Für die Kommunen

bedeutet das: Hier wird

also nur geltendes Recht umgesetzt

und kein neues Kriterium

eingeführt.

Mit der neuen Formulierung für

die öffentlichen Ausschreibungen

war es für Richard Geiger

aber nicht getan: „Mir war

wichtig, dass die Kriterien auch

für die Beschaffung gelten“, erläuterte

er. Die Anbieter, bei

denen die Stadtverwaltung

Kunde ist, sollen nun aktive,

zielführende Maßnahmen einleiten,

die sicherstellen, dass

keine Produkte aus ausbeuterischer

Kinderarbeit stammen.

Dies muss durch eine entsprechende

Zertifizierung oder

Selbstverpflichtung nachgewiesen

werden. In Landshut wurde

zur internen Information ein


Fair ha ndels gipfel Ba yern

OB-Schreiben an die Dienststellen

geschickt. „Wir mussten

auflisten, um welche Produkte

es im Einzelnen geht“, so Geiger.

Außerdem wurde den Ämtern

eine Textvorlage für Ausschreibungen

zur Verfügung

gestellt. Die Geschäftspartner

erhielten gleichzeitig ein Infoblatt

mit den konkreten Vorgaben.

„Das Ganze ist ein Prozess“,

erklärte Geiger. Gerne stellt er

Interessierten auch die Word-

Dokumente als Vorlagen zur

Verfügung.

Rückmeldungen gab es innerhalb

der Stadt Landshut viele

und vielfältige: Einige Ämter

kaufen selbst gar nicht ein, in

den Kindergärten wurde man

auf das Problem aufmerksam,

im Jugendzentrum wird über

Kaffee aus Fairem Handel

nachgedacht und die Stiftungsverwaltung

hat sämtliche Lieferanten

angeschrieben und um

Auskunft gebeten. Details sind

zu klären. Und Richard Geiger

sieht hier vieles im Fluss: „Das

ist auch eine Art von Bildungsarbeit“.

Mehr Info:

www.earthlink.de

www.aktiv-gegenkinderarbeit.de

www.landshut.de

WORTLAUT:

Nicht auf

Kosten der

Kinder

Tischvorlage zum Fair-Handelsgipfel

von Richard Geiger

Geiz ist geil, Hauptsache billig

und das günstigste Angebot erhält

den Zuschlag. Der Preis

entscheidet und manchmal ertappt

man sich selbst bei dem

Gedanken, wie die das nur so

günstig herstellen. Im globalen

Kampf um Marktanteile müssen

die Produktionskosten laufend

gesenkt werden. Der Kostendruck

wird nach unten

gegeben und in den Produktionsbetrieben

werden nicht im-

Vielfältige Informationen für die Gäste im Augsburger Rathaus.

mer durch legale Mittel die

Herstellungskosten gesenkt.

Die Leidtragenden heißen Maria,

José, Minh, Nayanda, Vinod

oder Fatima. Sie sind zwischen

acht und 15 Jahren alt,

arbeiten im Silberbergwerk, in

Spielzeugfabriken, in Steinbrüchen,

Textilfabriken oder auf

der Orangenplantage und haben

noch nie eine Schule besucht.

„Sie sind genau so produktiv

wie Erwachsene,

verursachen aber nur einen

Bruchteil der Kosten“, so ein

Fabrikdirektor aus Bangladesh.

Sie brauchen das Geld

für die Familie und mucken

deshalb nicht auf. Und weil die

Kinder so billig sind, werden

sie auf dem Arbeitsmarkt zur

Konkurrenz ihrer Eltern. So

dreht sich die Spirale weiter

und weiter.

Häufig sind die Arbeitsbedingungen

gefährlich. Kinder in

Mittelamerika bringen Ernten

ein, die mit Giften belastet

sind, in Kolumbien quetschen

sie sich in Kohlebergwerken

durch engste Schächte, in Thailand

schuften sie in Fabriken

ohne Belüftung mit Glas, das

auf 1500 Grad Celsius erhitzt

wird, in Indien atmen sie große

Mengen Schwefel und Kaliumchlorid

ein, wenn sie mit

- 5 -

brennbarem Pulver Streichhölzer

herstellen, in China atmen

sie giftige Dämpfe beim Zusammenlöten

von Elektrospielzeug

ein, in der Regel immer

für den Export in die reichen

Länder.

Das internationale Arbeitsamt

in Genf schätzt, dass weltweit

rund 250 Millionen Kinder illegal

arbeiten. Besonders

schlimm ist die Situation der

rund 171 Millionen Kinder, die

schädliche oder gefährliche

Arbeit verrichten, und der rund

acht Millionen Kinder, die als

Sklaven oder in Zwangsarbeit

arbeiten.

Auf Grund der Konvention 182

der Internationalen Arbeitsorganisation

ILO ist solche ausbeuterische

Kinderarbeit eigentlich

verboten. Aber wer

setzt sich für die Kinderrechte

ein? Die Armen, die das Einkommen

der Kinder zum Überleben

brauchen? Die hoch verschuldeten

Dritte-Welt-Staaten,

die die Devisen aus dem Export

für die Tilgung ihrer

Schulden brauchen? Die Auftraggeber,

die möglichst billige

Produkte haben wollen?

Wieder einmal muss der Verbraucher

handeln, will er den

abscheulichen Missständen

nicht tatenlos zusehen.

Auf Grund der Anträge der

CSU-Fraktion vom 30.11.2004

und der SPD-Fraktion vom

3.12.2004 hat der Landshuter

Stadtrat in der Plenarsitzung

vom 17.12.2004 beschlossen,

dass im Beschaffungswesen

und bei Ausschreibungen künf-


tig nur Produkte berücksichtigt

werden, die ohne ausbeuterische

Kinderarbeit im Sinne der

ILO-Konvention 182 hergestellt

wurden bzw. Produkte,

deren Hersteller oder Verkäufer

aktive zielführende Maßnahmen

zum Ausstieg aus der

ausbeuterischen Kinderarbeit

eingeleitet haben. Die Geschäftspartner

müssen künftig

entsprechende Nachweise bei

der Angebotsabgabe vorlegen.

Betroffen sind Sportartikel

(Bälle, Kleidung) und Spielwaren,

Teppiche, Wohn- und

Kleidungstextilien. Lederwaren,

Natursteine (Grabsteine),

Pflastersteine, Diamanten,

Produkte aus Holz, Agrarprodukte

wie Kakao, Orangensaft,

Südfrüchte, Tee, Kaffee, Fischereiprodukte

wie Garnelen

oder Shrimps, Feuerwerkskörper,

Zündhölzer, elektronische

Produkte, die in Asien, Afrika

oder Lateinamerika hergestellt

wurden.

Der Nachweis ist nicht notwendig

für Produkte mit einem anerkannten

Siegel oder von anerkanntenImport-Organisationen

des Fairen Handels.

Nachweislich ohne ausbeuterische

Kinderarbeit hergestellt

sind Produkte aus „Dritte-

Welt-Läden“ oder mit dem

Rugmark-Siegel (Teppiche),

dem Transfair-Siegel (Orangensaft,

Tee, Kaffee, Kakao)

oder dem FLP-Siegel

(Blumen).

Zusammen mit derzeit 10 Städten,

die ähnliche Beschlüsse

gefasst haben, übernimmt die

Stadt Landshut damit eine

wichtige Vorbildfunktion im

Kampf gegen ausbeuterische

Kinderarbeit. Vorbilder sind

dazu da, um nachgeahmt zu

werden. Daher sind auch wir,

Leserinnen und Leser, aufgerufen,

kinderfreundlich einzukaufen.

Ein erster Schritt könnten

Kaffee, Tee, Orangensaft und

Schokolade mit dem Transfair-

Siegel (in jedem Supermarkt)

oder Produkte aus dem Weltladen

sein. Dort gibt es z.B. Fußbälle

mit dem FIFA-Siegel,

nicht teurer als im Fachhandel,

aber ohne Kinderarbeit.

Richard Geiger

Amt für technischen

Umweltschutz

D

Hilfe für Palästina

Fair ha ndels gipfel Ba yern

er Fairkaufladen aus Petershausen stellte bei der Messe ein Projekt

vor, mit dem eine Schule in Palästina unterstützt wird. Der Verkauf

von Fladenbrot aus regionalem Mehl bringt Einnahmen für die

Schülerinnen und Schüler dort.

Schönes von Ampi

D

as Fair Handelshaus Bayern

eG in Amperpettenbach zeigte

eine Auswahl von Produktneuheiten

am Stand. Gerade im Bereich

Kunsthandwerk gab es hier viel zu

sehen und zu entdecken. (Bild

rechts)

A

Neues von dwp

ls einer von mehreren Anbietern nutzte dwp aus Ravensburg die

Möglichkeit, beim Fairhandelsgipfel neue Waren und Produkte zu

präsentieren. Vor allem die handgeschöpften Schokoladen von Zotter

waren hier ein interessantes Angebot.

- 6 -


Fair h andels gipfe l Bayern

Christa Trczinski stellt die AG bio – regional – fair vor.

Christa Trczinski,

Arbeitsgemeinschaft bio -regional

– fair

Im Rahmen der Kampagne

Fair Handeln Bayern entstand

die Arbeitsgemeinschaft bio –

regional – fair. Hier treffen

sich VertreterInnen der Organisationen,

um in der Öffentlichkeit

unter dem Motto „Gemeinsam

für eine bessere

Zukunft“ für einen bewussten

Konsum zu werben. Die Broschüre

„bio -regional -fair“ ist

stark nachgefragt und muss

nachgedruckt werden. Christa

Trczinski stellt die Arbeit der

AG vor und berichtet über zukünftige

Projekte.

Die Arbeitsgemeinschaft bio –

regional – fair ist eine einzigartige

Kooperation zwischen Organisationen

aus den drei Bereichen.

Christa Trzcinski ist

sich sicher: „Die AG kann viele

zukunftsfähige Lösungen bieten“.

Spannend ist aus ihrer Sicht gerade

die unterschiedliche Herangehensweise

an einzelne

Themen. Der Öko-Landbau

habe beispielsweise einen anderen

Hintergrund: Böden sind

das Naturkapital, von dem alles

abhängt. Nach einer Untersuchung

sind in den vergangenen

40 Jahren weltweit rund ein

Drittel der fruchtbaren Acker-

Näher, fairer, frischer

Die AG bio – regional – fair bringt Geschmack und Genuss

fläche durch Erosion verschwunden.

Auch in Deutschland

sei die Errosionsrate höher

als die Bodenbildungsrate.

Der Aspekt des Regionalen hat

auch sehr viel mit Emotionen

zu tun: „Die Region ist dort, wo

sich der Mensch zu Hause

fühlt“, so Christa Trzcinski.

Die Realität zeige aber, dass

Lebensmittel sehr viel hin und

her transportiert werden. Im

Jahr 2000 hat zum Beispiel

Großbritannien 213.000 Tonnen

Schweinefleisch exportiert

und gleichzeitig 273.000 Tonnen

importiert. Mit den Transportwegen

wachse auch die

mentale Entfernung zu den Lebensmitteln.

„Kinder malen lila

Kühe und denken, dass die

Milch aus der Fabrik kommt“,

so Christa Trzcinski. Der

Mensch hat eine Sehnsucht

nach Einfachheit und Überschaubarkeit

– auch und gerade

wegen der Lebensmittelskandale.

Der Faire Handel schließlich

bringe Aspekte von gerechter

Bezahlung und menschenwürdigen

Produktionsbedingungen

mit ein.

Als gemeinsame Ziele der Arbeitsgemeinschaft

nannte

Christa Trzcinski:

Erzeugung von hochwertigen,

geschmackvollen Lebensmitteln

Vertrauen durch Transparenz

- 7 -

Faire, existenzsichernde

Preise

menschenwürdige Arbeitsbedingungen

weltweit

Sicherung von Arbeitsplätzen

in der traditionellen Landwirtschaft

und im Handwerk

Regionaltypische Kulturlandschaften

erhalten

„Das geht nur, wenn man die

Produkte von dort auch nutzt“,

so die Referentin. Apfelsaft

sollte zum Beispiel von Streuobstwiesen

kommen und nicht

aus Aromastoffen hergestellt

sein.

Schon jetzt gibt es schmackhafte

Beispiele, die das Anliegen

der Arbeitsgemeinschaft auf leckere

Weise deutlich machen:

Die Elemente regional und fair

vereint der Apfel-Mango-Saft

in sich. Bio-Bananen aus dem

Weltladen sind ein Vorzeigeprojekt

für bio & fair. Und als

„Klassiker“ für den Bereich bio

und regional können Bio-Eier

aus der Region gelten.

✔ Die Initiative bio – regional –

fair wird von folgenden

Organisatione n getragen:

✔ Aktionsbündnis Tag der

Regionen

✔ Artenreiches Land –

Lebenswerte Stadt e.V.

(ALLES)

✔ Dachverein Unser Land e.V.

✔ Eine Welt Netzwerk Bayern

e.V.

✔ FAIR Handelshaus Bayern eG

✔ FAIRKAUF Handelskontor eG

✔ Kath. Landvolkbewegung der

Diözese München und

Freising

✔ Naturland e.V.

✔ TAGWERK Förderverein e.V.

✔ Der Umweltbeauftragte der

Evang.-Lutherischen Kirche in

Bayern

✔ Verbraucherzentrale Bayern

e.V.

✔ Verbraucherservice Bayern im

KDFB e.V.


Für den

Regenwald

Partnerschaft München-Peru

Jhenny Muñoz

vom Asháninka-Volk aus

Peru

Jhenny Muñoz ist Gast des

Münchner Nord-Süd-Forums.

Sie ist „jefa“ (Leiterin) beim

Volk der Asháninka aus dem

zentralen Regenwald Perus.

Sie berichtete über die Gefährdungen

des amazonischen Regenwaldes

und besonders, was

sie für den Erhalt des Waldes

unternehmen. Begleitung und

Übersetzung: Heinz Schulz

vom Nord-Süd-Forum München.

„Die Völker im Regenwald

fühlten sich schon immer verantwortlich

für den Erhalt der

Natur“. Jhenny Muñoz, in ihrer

geschmückten Tracht sofort unter

den Besuchern des Fair-

Handelsgipfels zu erkennen,

spricht ruhig und konzentriert

von ihrer Heimat. Das Thema

des Fairen Handels liege ihr

sehr am Herzen, sagt sie. „Wir

wollen uns dabei aktiv einbringen

mit unserer Kosmovision

und der Sicht der indigenen

Völker“.

In ihrer kurzen Rede kam sie

auch auf die Forderungen der

indigenen Völker zu sprechen,

wie sie in der ILO-Konvention

von 1989 verankert sind. Dazu

gehören Fragen der Menschenrechte

oder Grundfreiheiten –

die Wirklichkeit sehe aber leider

oft ganz anders aus. Übrigens

habe die Bundesregierung

diese Konvention damals nicht

unterzeichnet. Begründung: In

Deutschland gebe es keine indigenen

Völker.

Ein besonderes Augenmerk

legte Jhenny Muñoz auf den

Kaffee-Anbau. „Kaffee - das

bedeutet Saatgut auswählen,

die Pflanzen in der Keimstation

heranziehen, pflanzen, bewässern“,

beschrieb sie. Erst nach

zwei oder drei Jahren könne die

erste Ernte eingefahren werden.

Pro Hektar sind dies etwa 1500

Kilogramm Ertrag. In diesem

Jahr habe es eine Trockenheit

im Amazonasgebiet gegeben,

so dass die Ernte wohl geringer

ausfalle. Viele Pflanzen haben

nicht überlebt. Pro Kilogramm

Kaffeebohnen verdienen die

Bauern zwischen 1 Euro und

1,20 Euro – im Jahr sind das

nur rund 500 Euro Gewinn.

Den Kaffee verkaufen die Bauern

meist an Aufkäufer, die in

die Region kommen. „Es gibt

hier wenig Beratung“, sagt

Jhenny Muñoz. Eine Zertifizierung

nach Bio-Kriterien wäre

zwar wünschenswert, aber den

Aufwand können viele Bauern

nicht leisten.

Agendakoordination

Eine Welt

c/o RGU, Bayernstr. 28a,

80335 München

Tel.: 0821/ 233 47 561

Nord-Süd-Forum München e.V.

Tel.: 821/ 85 63 75 23

Pro Regenwald e.V.

Weitere Materialien:

Über die Agendakoordination

München zu beziehen

Regenwaldkoffer München-

Asháninka mit Fotos,

Originalgegenständen,

Geschichten und Texten.

Fotoausstellung: Das Volk der

Asháninka schützt Regenwald

und Klima

Brief eines Asháninka-

Mädchens an die Kinder in

München

Außerdem: Broschüre, CD und

Vermittlung von Referenten

zum Thema

Fair ha ndels gipfel Ba yern

Jhenny Muñoz ist Gast beim Nord-Süd-Forum München.

- 8 -

WORTLAUT

Zerstören...

oder erhalten?

Aus der Broschüre „München

unterstützt den Regenwald.

Die Landeshauptstadt München

ist seit 1991 Mitglied im KlimaBündnis

europäischer Städte

mit den Völkern des amazonischen

Regenwaldes.

Europaweit gibt es über 1300

Städte, Kreise und Regionen

aus 15 europäischen Ländern,

die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten

für den Erhalt des

amazonischen Regenwaldes

einsetzen. Seit 1997 hat München

eine Projektpartnerschaft

mit dem Volk der Asháninka

im peruanischen Regenwald.

Seither wurden Unterstützerbriefe

verfasst, Geld gespendet

und es wurde dem Präsidenten

der Asháninka zwei Aufenthalte

mit zahlreichen Gesprächen

und Kontakten ermöglicht.

Eine wichtige Voraussetzung

für die Verbesserung der Lebenssituation

der Asháninka ist

der Erhalt und Schutz des Regenwaldes.

Der Verein Pro Regenwald

München hat deshalb

über das Bundesministerium

für Wirtschaftliche Zusammenarbeit

(BMZ) ein Projekt von

über 100.000 Euro in Gang gesetzt.

Es dient der Armutsbekämpfung,

der nachhaltigen

Bewirtschaftung des Regenwaldes,

dem Kampf gegen illegalen

Holzeinschlag und der Si-


Fair ha ndels gipfel Ba yern

cherung von Landtiteln für die

Dörfer. Für eine erfolgreiche

Durchführung fehlen noch ca.

15.000 Euro.

(...)

Wer sind die Ashaninka?

Mit dem Namen Asháninka

(übersetzt Menschen, die zuhören,

kommunizieren) identifiziert

sich das größte Volk des

peruanischen Amazonas (ca.

60.000 Menschen).

Die Asháninka leben seit Menschengedenken

im zentralen

Urwald. Ihr Lebensraum ist der

Wald mit seinen Flüssen und

Bächen.Er liefert ihnen alles,

was sie zum Leben brauchen.

Der von den Asháninka praktizierten

Lebensweise ist es zu

verdanken, dass der Urwald

Jahrhunderte überlebt hat. Heute

ist dieses Modell gefährdet.

Jhenny Muñoz vom Volk der Asháninka

kam aus dem Regenwald

Perus zum Fair-Handelsgipfel

nach Augsburg.

WORKSHOP

Scannerkassen in

Weltläden

Gebhard Dischler, Weltladen

Schwabmünchen

Der Weltladen Schwabmünchen

nimmt teil am Professionalisierungskonzept

Weltladen

2006 des Weltladen-Dachverbandes.

Hierzu gehört auch

eine Scannerkasse zur Abwicklung

der Verkäufe und der

Steuerung der Lagerhaltung.

Gebhard Dischler gab eine

Einführung in das EDV-Programm

und in die Auswirkungen

auf die Organisation der

Ladenarbeit.

www.weltladen.de

www.weltladenschwabmuenchen.de

Das Team des Weltladen Augsburg kümmerte sich um die Gäste

Missio München stellte die Aktion Volltreffe r beim Gipfel in Augsburg mit einem

Torwandschießen vor. Unter dem Motto „Kein Krieg mit Kindern“ informiert

die Aktion Volltreffer über Kindersoldaten in afrikanischen Ländern

und zeigt Möglichkeiten zum Engagement auf.

- 9 -

Wir wachsen

aufeinander zu

Partnerschaft der Diözese

Würzburg mit Tansania

Seit 1989 sind sie Partner: Die

Diözese Mbinga in Tansania

und die Diözese Würzburg in

Deutschland. Dabei könnten

die Partner kaum unterschiedlicher

sein: In Mbinga gibt es auf

mehr als 11.000 Quadratkilometern

knapp 300.000 Katholiken

in 22 Pfarreien. Würzburg

ist zwar nur 8500 qkm groß,

dort leben aber fast 900.000

Katholiken in 619 Pfarreien.

Würzburger Partnerkaffee

Verschiedene Projekte halten

die Partnerschaft lebendig: So

werden Lehrwerkstätten für

verschiedene Berufe angeboten,

Schulen auf- und ausgebaut, ein

Basisgesundheitsdienst ins Leben

gerufen und die allgemeine

Lebenssituation verbessert.

Mehr Info:

mef@bistum-wuerzburg.de


WORKSHOP

Mit der Jeans rund um den Globus

Sonja Schachner,

Südwind Salzburg

Südwind Entwicklungspolitik

Salzburg (als ehemalige ÖIE

Österreichischer Informationsdienst

für Entwicklungspolitik

seit 1979 in Salzburg tätig),

beschäftigt sich seit den Gründungsjahren

mit Fairem Handel

und der Aufbereitung des

Themas für die Schule. Einige

der Ideen dazu sind in die Entwicklung

der Workshopreihe

„Kritischer Konsum“ (neu:

Weltsicht entwickeln) eingeflossen,

die die Herstellung

und Produktionsbedingungen

von Kakao und Schokolade,

Baumwolle oder Kaffee thematisieren.

Der Workshop Kakao & Schokolade

etwa bietet den Kindern

die Auseinandersetzung mit

dem Thema Schokolade auf

vielfältige Weise. Als Kakaobauern

und -bäuerinnen aus

verschiedenen Ländern erarbeiten

sie sich selbständig das

bitter-süße Thema Kakao.

Auf dem Tisch liegt eine große

Weltkarte. Darauf einzelne Stationenkarten,

die den jeweiligen

Ländern zugeordnet werden

sollen. Der Workshop zur

Kleiderherstellung, den Süd-

„Weltsicht“ von Südwind Salzburg

wind Salzburg ausgearbeitet

hat, setzt auf optische Elemente,

die den Welthandel erfahrbar

machen. Die blaue beschriftete

Jeans, die zu dem

Workshop gehört, macht Proportionen

deutlich. „50 % Gewinn

Einzelhandel“ steht zum

Beispiel quer über einem Hosenbein,

ein anderer Abschnitt

ist markiert als „11% Transport

und Importsteuer“ oder „25%

Marke und Werbung“. Ganz

klein und unscheinbar heißt es

dann auf einem winzigen Teil

„1% Lohn der ArbeiterInnen“.

Mit der Workshopreihe „Weltsicht

entwickeln“ richtet sich

Südwind Salzburg an Schülerinnen

und Schüler, die sich so

konkret mit Themen der Globalisierung

auseinandersetzen

können. Je nach Altersstufe

bietet Südwind verschiedene

Themen an – darunter Kakao

oder Kaffee, aber auch Markenfirmen,

Nahrungssicherheit

oder Globalisierung. Wie Sonja

Schachner erklärte, ist es den

OrganisatorInnen von Südwind

wichtig, dass kein reiner Materialverleih

stattfindet. Alle

Workshops werden von kompetenten

ReferentInnen durchgeführt.

Die Kosten belaufen sich

auf drei Euro pro SchülerIn.

Unsere Kleidung reist einmal um die Welt: Im Workshop von Südwind

Salzburg können die Teilnehmer erfahren, wo welche Teile produziert werden

und wer daran verdient. Anschaulich zeigt die Jeans links im Bild, wer

mit Kleidung welche Gewinne erzielt. Die Stationenkarten können hier auf

der Weltkarte ausgelegt werden und zeigen so den Weg von der Baumwolle

bis zum Altkleidercontainer.

- 10 -

Fair ha ndels gipfel Ba yern

Der Workshop zu Kakao und Schokolade

vermittelt Wissen rund um

die feine Leckerei.

Südwind Entwicklungspolitik

Josef-Preis-Allee 16/2,

5020 Salzburg,

Tel: 0662/82 78 13,

Fax: 0662/82 78 13-5

office@suedwindsalzburg.at

www.suedwindsalzburg.at

BEISPIEL:

GLOBALISIERUNG

Aus dem Ausschreibungstext:

Spaß bei der Auseinandersetzung

mit Globalisierung ist erlaubt,

die Kreativität der SchülerInnen

beim Globalisierungs-

Rap gefragt!

Mit unseren Materialien versuchen

wir die SchülerInnen bei

einer Orientierung im umfangreichen

Globalisierungsthema

zu unterstützen. Von ihren Lebenszusammenhängenausgehend

werden Chancen und Gefahren

der Globalisierung

transparent gemacht. Die Arbeitsweise

multinationaler

Konzerne ist ebenso Thema wie

das Regelwerk der WTO, Patente,

Biodiversität sowie soziale

und ökologische Standards

bei der Produktion

unserer Nahrungsmittel.


Fair ha ndels gipfel Ba yern

WORKSHOP

Die Welt-

Aktionäre

Fairhandel – pädagogische s

Konzept des Globalen

Lernens

Lorenz Brüderl,

Willy-Brandt-Gesamtschule

München

Der Workshop stellt Möglichkeiten

einer nachhaltigen, motivierenden,

schul- und organisationsverträglichen

Implementierung der Entwicklungsthematik

an der Schule

vor: Fairhandel als Teil eines

pädagogischen Konzeptes des

Globalen Lernens. Nachhaltig

und überzeugend ist ein Fairhandelsprojekt

an einer Schule

nur dann zu implementieren,

wenn dieses von den Schulmitgliedern

als Teil eines Lösungsansatzes

der Nord-Süd-

Problematik verstanden und

akzeptiert werden kann. So gesehen

ist Fairhandel lediglich

ein Aspekt eines Schulprojekts

zur Entwicklungsproblematik.

Der zweite Teil des Workshops

von Lorenz Brüderl geht auf

die konkrete Ausgestaltung einer

Schulfirma für Fairen

Handel ein. Es wird ein Fahrplan

(Businessplan) von der

ersten Ideenfindung bis zur

Aufnahme der Geschäftstätigkeit

aufgezeigt.

Über mindestens ein Jahr sei

der Diskussionsprozess an der

Schule gegangen, erinnert sich

Lorenz Brüderl. Begonnen hat

alles mit einer Projektpatenschaft

bei terre des hommes.

Inzwischen hat sich an der

Münchner Gesamtschule ein interessantes

Modell zum Fairen

Handel entwickelt.

Um den Kaffee vorzufinanzieren,

verkaufen die Schülerinnen

und Schüler Aktien, das Stück

zu fünf Euro. „Wir merken,

dass wir etwas tun können“, so

Lorenz Brüderl. Zwar sei es nur

ein Tropfen auf den heißen

Stein, aber doch besser, als gar

nichts zu tun.

Dass sich Schülerinnen und

Schüler nur schwer motivieren

ließen, stimmt in München

nicht: „Globales Lernen vermittelt

Gerechtigkeitsfragen, für

die Jugendliche besonders

empfänglich sind“, so Lorenz

Brüderl. Mit dem Verkauf von

Lorenz Brüderl von der Willy-Brandt-Gesamtschule München stellt die umfangreichen

Aktivitäten zum Globalen Lernen der Schule vor.

Waren aus Fairem Handel haben

die Jugendlichen zugleich

eine Möglichkeit, selbst aktiv

zu werden und zu handeln.

Dabei nutzt Lorenz Brüderl

auch die Organisationsstruktur

der Schule. Mit rund 1000

Schülern und geschätzt etwa

1500 Müttern, Vätern und Lehrern

ist hier Potenzial. Brüderl:

„Wo erreichen Sie mit einem

Schlag 2500 Leute?“ Die Informationen

werden zum Beispiel

über einen Elternbrief verteilt,

der gegen Unterschrift den

Schülern mitgegeben wird.

Die Form des Wahlunterrichts

lehnt Brüderl ab: „Wahlunterricht

wird an den Rand gedrängt

und ist personell isoliert“.

Auch einen Projekttag

schätzt Brüderl nicht als nachhaltig

ein; so bliebe das Vorhaben

eine Einzelaktion. Die Frage

für ihn ist: Wie kann

dauerhaft etwas an der Schule

in Gang gebracht werden?

Die Willy-Brandt-Gesamtschule

in München hat sich eine

„Eine Welt Satzung“ gegeben,

die die Inhalte festlegt. Als

Zentralgruppe fungiert eine

Eine-Welt-Trägerklasse aus älteren

Schülern. Lorenz Brüderl:

„Weil der Informationsfluss

von oben nach unten besser

funktioniert“. In allen Klassen

wurden außerdem Eine-Welt-

KlassensprecherInnen gewählt.

Gemeinsam organisieren diese

SchülerInnen die Vorhaben.

Um die Informationen weiter

zu verbreiten, hängen in allen

Klassen Eine-Welt-Infobretter.

Und die Aktionen sind vielfältig:

Eine Fairhandelsfirma wur-

- 11 -


de gegründet, es gibt einen

Ausstellungsservice, Materialpool,

Infobriefe, Eine-Welt-

Marketing, Projektförderung

und vieles mehr.

Weitere Infos

www.wbg.musin.de/html/einewelt-ag.html

www.musin.de/schulen/wbg/

www.tdh.de/globales_lernen/th

ema/aufsaetze/ein_jahr_willy_

brandt_gesamtschule.htm

WORTLAUT

Rede von

Ministerialdirigent

Klug

Ein herzliches Grüß Gott allen

Beteiligten, Besucherinnen und

Besuchern des Fair Handels

Gipfels in Augsburg. (...) Als

Leiter der Grundsatzabteilung

für "Nachhaltige Entwicklung

im Bayerischen Staatsministerium

für Umwelt, Gesundheit

und Verbraucherschutz ist es

mir eine ganz besondere Ehre,

heute den Gipfel, in Vertretung

meiner Staatssekretärin Frau

Emilia Müller, mit zu eröffnen

und Ihnen die Grüße der Bayer.

Staatsregierung zu überbringen.

Der Umwelt- und Entwicklungsgipfel

in Rio 1992 hat die

Vision einer "nachhaltigen Entwicklung"

als Zusammenschau

von ökonomischer, sozialer und

ökologischer Verantwortung

propagiert.

Ein zentrales Ziel ist dabei der

Ausgleich mit künftigen Generationen,

aber eben auch, gleiche

Entwicklungschancen für

alle Menschen auf unserem

Globus zu schaffen.

Die Verwirklichung dieser Vision

ist dem Bayerischen

Staatsministerium für Umwelt,

Gesundheit und Verbraucherschutz,

ebenso wie Ihnen, ein

überaus wichtiges Anliegen.

Nachhaltige Entwicklung kann

nicht vom Staat gewissermaßen

„verordnet“ werden. Sie muss

von jeder und jedem Einzelnen

gelebt und Teil der persönlichen

Lebensführung werden.

Der Staat kann durch Information

und Bewusstseinbildung

Hilfestellung geben, durch Kooperationen,

Förderung von Initiativen

usw..

In diesem Zusammenhang

möchte ich besonders den Beitrag

des Bayer. Umweltministeriums

auf dem Gebiet der Kommunalen

Agenda 21 und der

Bildung zur Nachhaltigkeit herausstellen.

So fördern wir in 36 anerkannten

Umweltbildungsstationen

ein breites Angebot zur nachhaltigen

Entwicklung. Ich freue

mich, dass Sie sich ebenso wie

wir mit Ihrem Einsatz für fair

gehandelte Produkte die nachhaltige

Entwicklung auf die

Fahne geschrieben haben.

Drei Jahre Kampagne "Fair

Handeln Bayern!"Da gilt es zu

aller erst allen Beteiligten und

Unterstützern zu danken:Weltläden,

Supermärkten und Aktionsgruppen,

die "faire Produkte"

vertreiben. Sie engagieren

sich im Rahmen der vom Eine

Welt Netzwerk Bayern e.V. initiierten

Kampagne "Fair Handeln

Bayern", und ganz besonders

hervorzuheben ist, das ehrenamtliche

Engagement der

vielen Menschen, die in den

fast 200 bayerischen Weltläden

tätig sind. Sie arbeiten für faire

Preise für Produzenten in den

Ländern des Südens, menschenwürdigeArbeitsbedingungen,

gerechte Entlohnung vor

Fair ha ndels gipfel Ba yern

Informationen aus der Willy-Brandt-Gesamtschule München

- 12 -

allem auch für Frauen, Bildungschancen

und gegen ausbeuterische

Kinderarbeit und

einen schonenden Umgang mit

den natürlichen Lebensgrundlagen.

Neben Supermärkten und

den fast 200 Weltläden gibt es

in Bayern rund 600 Aktionsgruppen,

die Produkte aus Fairem

Handel verkaufen.

In vielen bayerischen Regionen

haben sich die Akteure zusammengeschlossen

und Netzwerke

gebildet, beispielsweise das

"Mainfränkische Ladentreffen",

das "Nordbayerische Laden-

und Aktionsgruppentreffen",

das "Forum EINE Welt Ostbayern",

die "Solidarität in der

Einen Welt Regensburg" oder

der "Iller-Lech-Kreis".

Auf bayerischer Ebene koordiniert

das Eine Welt Netzwerk

Bayern e.V. den "Runden Tisch

Fairer Handel Bayern", in dem

zusätzlich auch Bildungsorganisationen

sowie Import- und

Vertriebsorganisationen des

Fairen Handels zusammengeschlossen

sind.

Die Kampagne "Fair Handeln

Bayern" hat seit 2003 Enormes

geleistet, um die Ideen und Ziele

des Fairen Handels noch bekannter

zu machen. (...)

Neben der von der Arbeitsgruppe

Kirche jährlich durchgeführten

Aktion "Bayerns Christen

handeln fair" und der von der

Arbeitsgruppe Jugend in 2004

durchgeführten Kinoaktion "44

Sekunden", möchte ich vor allem

auf das auf den ersten

Blick ungewöhnliche Bündnis

der Arbeitsgruppe Bio-Regio-


Fair ha ndels gipfel Ba yern

nal-Fair hinweisen: Einsatz für

faire Preise weltweit – in den

Ländern des Südens und für

Produzenten hier bei uns.

Durch die zusätzliche Betonung

ökologischer Erzeugung wird

der Gedanke der Nachhaltigkeit

von der Arbeitsgruppe Bio-Regional-Fair

hervorragend umgesetzt.

So ergänzt sich Fairer

Handel in seinen Zielen und

Anliegen hervorragend mit regionaler

Vermarktung und biologischer

Landbewirtschaftung.

Deshalb fördert das Staatsministerium

für Umwelt, Gesundheit

und Verbraucherschutz

auch gerne diese bewusstseinsbildende

Arbeit, wie etwa die

demnächst erscheinende Neuauflage

der Broschüre "Bio-Regional-Fair".

Heute im Augsburger Rathaus

steht der Faire Handel im Mittelpunkt.

Das Eine Welt Netzwerk

Bayern e.V. leistet nicht

nur hervorragende Informationsarbeit

für Schulen und Verbraucher,

sondern auch Bildungsarbeit

ganz im Sinne der

Lokalen Agenda 21 und der

Welt-Dekade "Bildung für eine

nachhaltige Entwicklung", die

die Vereinten Nationen für die

nächsten 10 Jahre ausgerufen

haben. Fairer Handel schafft

Arbeitsplätze, Weltläden leisten

auch regional ihren Beitrag:

Weltläden tragen in Kommunen

in nicht unbedeutender

Höhe zur Gewerbesteuer bei.

Die Erfolgsgeschichte Fairer

Handel gilt es in Bayern auszubauen,

bewährte Strukturen zu

stärken und Multiplikatoren zu

qualifizieren. Dabei helfen können

der "Runde Tisch Fairer

Handel Bayern" und eine Politik

im Sinne einer nachhaltigen

Entwicklung.

Ihnen allen herzlichen Dank

und Anerkennung für Ihr Engagement

und Ihren tatkräftigen

Einsatz für eine gerechte, lebenswerte

Welt heute, morgen

und übermorgen. Dazu – das

darf ich sagen – wünscht Ihnen

die Bayerischen Staatsregierung

weiterhin viel Erfolg!

Wolfgang Klug

- 13 -

WORKSHOP

Mit der U-Bahn nach Lateinamerika

Weltmarkttouren führen durch Österreichs Hauptstadt

Veronika Schweiger,

Welthaus Wien

Das Welthaus Wien bietet

einen Workshop zur Erkundung

von Wien an nach dem

Motto:

Wien einmal anders fairstehen

Mit der U-Bahn eine Weltreise

starten...

Auf Wiens Märkten den globalen

Handel entdecken...

Lust auf eine faire Entdeckungsreise

entlang der U3?

Wenn ja, dann bitte einsteigen,

der Zug fährt ab!

Möglichkeiten und Anregungen,

dies auch in Bayerischen

Städten und Gemeinden durchzuführen,

werden aufgezeigt.

Die ungewöhnlichen Stadtführungen

tragen Titel wie „Vom

Meiselmarkt zum Weltladen“

oder „Vom Brunnenmarkt über

Lateinamerika in die Wiener

City“. Die Weltmarkttouren des

Wiener Welthauses machen

Globalisierung vor Ort erfahrbar

und gehen ihren Spuren in

der Stadt nach. Der Rundgang

dauert insgesamt rund zwei

Stunden. „Das ist schon sehr

wenig Zeit, wenn eine Gruppe

keinerlei Vorkenntnisse hat“,

erklärt Veronika Schweiger

vom Welthaus in Wien. In lockerer

Atmosphäre geht die

Tour dann zum Beispiel auf

den Markt, wo es um Fragen

der Weltwirtschaft geht. Die

RundgängerInnen erkunden

hier, welche Waren angeboten

werden, aus welchen Ländern

sie kommen und wann Obst

oder Gemüse hierzulande Saison

haben. Vom Markt geht es

weiter zum Weltladen, der Anlaufstelle

für Fairen Handel.

Dort erfahren die Teilnehmer

alles Wissenswerte über Preise

und Produktionsbedingungen,

Sozial- und Umweltstandards.

Im Welthaus selbst kann das

Gesehene und Erlaufene dann

mit weiteren Informationen vertieft

werden. Rollenspiele und

Materialien tragen dazu bei.

„Am liebsten bin ich mit Frauengruppen

unterwegs“, beschreibt

Veronika Schweiger.

Frauen sind meist diejenigen,

die den Einkauf erledigen und

also entscheiden, was zu Hause

auf den Tisch kommt. Sie seien

aber auch ethischen Fragen gegenüber

sehr aufgeschlossen, so

die Erfahrung der Fachfrau.

Gruppen, die in ihrer Stadt eigene

Weltmarkttouren anbieten

wollen, können sich gerne im

Welthaus in Wien zum Erfahrungsaustausch

melden.

Info:

www.welthaus.at


Bamberg

macht's vor

Fairer Handel in der

kirchlichen Jugendarbeit

Matthias Fack, BDKJ Bamberg,

gibt einen Einblick in

ihre Projekte zum Fairen Handel

„Wir hatten keinen Überblick,

was in der Diözese zum Fairen

Handel bereits läuft“, erinnert

sich Matthias Fack aus Bamberg.

Acht Beschlüsse zum Fairen

Handel sollten umgesetzt

werden – und dazu war erst

einmal eine Bestandsaufnahme

notwendig. Per Telefon wurde

in allen 330 Pfarreien der weitläufigen

Diözese Bamberg

nachgefragt. „Dabei kam heraus,

dass rund 70 Prozent aller

Pfarreien bereits im Fairen

Handel aktiv sind“, so Fack.

Im nächsten Schritt bot dann

der BDKJ zum Beispiel Beratung

und Unterstützung an. Oft

waren es gerade die gängigen

Vorurteile, die erst einmal ausgeräumt

werden mussten: Der

Kaffee schmecke nicht, davon

gingen die Kaffeemaschinen

kaputt... Eine Beratung durch

den BDKJ konnte hier viele

alte Stereotypen ausräumen.

Bemerkenswert fand Matthias

Fack auch eine Art konfessionelle

Spaltung innerhalb der

Gemeinden: Katholische und

evangelische Gruppen existierten

oft nebeneinander her und

wussten nicht voneinander.

Derzeit läuft die zweite Phase

des Projekts: Über die Internetseite

des Bistums gibt es

dazu Informationen und Kontakt

zum Projektbüro.

Info

http://www.eobamberg.de/eob/dcms/sites/bi

stum/information/eine_welt/fa

irer_handel/index.html

http://www.erzbistumbamberg.de/bdkj-eja/

Markus Boese, Fair Handelsberater

beim Fachverband

Entwicklungspolitik Baden-

Württemberg e.V. (DEAB) berichtet

über die Aktivitäten in

Baden-Württemberg

Von den 110 Mitgliedern im

Landesnetzwerk Baden-Württemberg

sind etwa die Hälfte

Weltläden. Rein organisatorisch

kümmern sich sechs Vorstände,

sechs Regionalsprecher

und vier hauptamtliche MitarbeiterInnen

in der Stuttgarter

Geschäftsstelle um die Belange

der Einen Welt im Ländle.

„Unsere Ziele sind politische

Einflussnahme, Bildungsangebote

und Vernetzung“, schilderte

Markus Boese. Dazu

schließt sich der DEAB auch

mit anderen Stellen und Kampagnen

zusammen, wie zum

Beispiel das EPIZ in Reutlingen,

erlassjahr.de oder Gerechtigkeit

jetzt!

Ein Schwerpunkt der DEAB

Aktivitäten ist der Faire Handel,

für den auch regional beraten

wird. Weiter finden Regional-

und Landeskonferenzen

statt, die Zeitschrift „SüdZeit“

wird herausgegeben und außerdem

veranstaltet die DEAB regelmäßigSonderveranstaltungen

wie den Stuttgart Open

- 14 -

Fair ha ndels gipfel Ba yern

Markus Boese vom DEAB in Baden-Württemberg

Nachbarn: Fairer Handel im Ländle

Von Global Fairness zu Öko-Fair

Fair Handels Projekte in Baden-Württemberg

Fair. Zu den festen Terminen

gehört auch die Präsentation

auf dem Mannheimer Maimarkt,

wo das Netzwerk regelmäßig

auf der Messe vertreten

ist.

Als Meilensteine in der Geschichte

des Landesnetzwerks

nannte Markus Boese die Gründung

im Jahr 1975. Seit 1994

sind auch hauptamtliche MitarbeiterInnen

beschäftigt und im

Sommer 2005 feierte das

DEAB gemeinsam mit seinen

Partnern ein großes Fest zum

Jubiläum.

Links:

www.deab.de


Fair ha ndels gipfel Ba yern

Ausstellung zum Thema Welternährung des Welthauses Wien

Wir haben den Hunger satt

Veronika Schweiger, Welthaus

Wien, stellt die Ausstellung

vor, die am 11.4.2006 in Wien

eröffnet wurde.

Ein Motiv aus der Ausstellung:

Der Süden des Globus als Futtertrog,

aus dem eine Sau frisst.

Weltweit leiden ca.850 Millionen

Menschen an Hunger und

Unterernährung. Alle fünf Sekunden

stirbt ein Kind unter

fünf Jahren an den Folgen des

Hungers (nach: FAO World

Food Report 2002. Dabei gäbe

es genügend Nahrungsmittel,

um jeden Menschen ausreichend

zu ernähren. Warum gibt

es trotzdem so viel Hunger und

Mangelernährung auf der

Welt? Mit dieser Frage und

möglichen Lösungsansätzen beschäftigt

sich die Ausstellung

Ausstellung des

Welthauses Wien

- 15 -

„Wir haben den Hunger satt“,

die in Kooperation der Welthäuser

Österreich, EWNB,

Deutsche Welthungerhilfe und

Meridian Stiftung Ungarn entsteht.

Es sind bis zum Einsendeschluss

am 31.10.2005 mehr

als 70 Einsendungen eingetroffen,

die sich mit dem Thema

Hunger beschäftigen. Aufgerufen

waren Kinder und Jugendliche,

ihre Sicht der Themen

künstlerisch umzusetzen.

Die Ausstellung wird zunächst

in Österreich gezeigt und

kommt im Oktober 2006 auch

nach Deutschland.

Mehr Info:

www.welthaus.at

Grußwort

Dr. Christian Ruck, Vorsitzender

der Arbeitsgruppe für

wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung der

CDU/CSU-Bundestagsgruppe

I

Grußwort von Dr. Christian Ruck, MdB

n den Verhandlungen zum

Koalitionsvertrag haben wir

uns über die Entwicklungspolitik

doppelt so lange gestritten

wie über die Außenpolitik“, erzählte

Dr. Christian Ruck. In

seinen Augen ein gutes Zeichen.

„Es war ein ernsthaftes

Ringen“, berichtete er. Mittlerweile

solle die Welthandelsordnung

stärker auf eine Verringerung

der Armut ausgerichtet

werden. Wenn es um Liberalisierung

des Weltmarktes gehe,

müsse darauf geachtet werden,

dass die Zielgruppen auch davon

profitieren. Es genüge

nicht, nur pauschal den Marktzugang

für Entwicklungsländer

zu verbessern. Hier seien differenzierte

Maßnahmen notwendig.

Für Ruck ist dies beispielsweise

eine Verknüpfung mit

der Außenpolitik: Länder, die

eine gute Regierungsführung

aufweisen, müssten auch außenpolitisch

besser dastehen.

Innländische Bildungsarbeit sei

ebenfalls ein Anliegen. Sie stehe

im Parteiprogramm und solle

auch gestärkt werden.

„In Bayern ist das Glas halb

voll“, so Ruck. „Und jetzt müssen

wir sehen, wie wir weiter

voran kommen.“ Es seien schon

Schritte unternommen, die nun

fortgeführt werden müssten.


Dr. Alexander Fonari, Vorstand

eine Welt Netzwerk Bayern

Die Kampagne läuft noch bis

zum Jahresende. Jedoch werden

Fair Handels Messen und

der Runde Tisch Fairer Handel

Bayern auch darüber hinaus

weiter gehen. Für interessierte

Gruppen steht auch die Ausstellung

zum Fairen Handel

weiter zur Verfügung.

Erfreulich wertete Dr. Alexander

Fonari, dass das Eine Welt

Netzwerk Bayern nun in Staatsminister

Eberhard Sinner und

seinem Mitarbeiter Dr. Paul Fischer

einen Ansprechpartner

für die Anliegen der Einen

Welt habe. Allerdings verfüge

sein Ministerium derzeit noch

nicht über finanzielle Mittel.

Bei einem parlamentarischen

Abend, zu dem der entwicklungspolitische

Sprecher der

CSU-Landtagsfraktion, Hen-

Anlass zur Hoffnung

Ausklang der Kampagne Fair Handeln Bayern

ning Kaul MdL, eingeladen

hatte, konnte sich das Eine

Welt Netzwerk vorstellen. „Es

ist äußerst sinnvoll, wenn auch

alle Mitgliedsgruppen im Eine

Welt Netzwerk Bayern den

Kontakt zu den Abgeordneten

in ihren jeweiligen Wahlkreisen

pflegen“, so Dr. Alexander

Fonari. Die ausgezeichnete entwicklungspolitische

Arbeit, das

starke bürgerschaftliche Engagement

sollten auch in die Politik

hinein getragen werden.

Weitere Anstrengungen will

das Netzwerk auch in Sachen

Finanzierung unternehmen.

Bisher sei es nicht gelungen,

dass der Freistaat Bayern die

entwicklungspolitische Bildungsarbeit

von Nichtregierungsorganisationen

in Bayern

fördert. Dr. Fonari: „Allerdings

geben die jüngsten Gespräche

Anlass zur Hoffnung“.

Info:

www.fairhandeln-bayern.de

www.eineweltnetzbayern.de

Die Ladenhüter aus Regensburg mit ihrem „Fairdinand“

Fair ha ndels gipfel Ba yern

A Glumpp kaff i

fei net

Z

Theater Fairdinand aus

Regensburg

um Abschluss des Fairhandelsgipfels

2005 in Augsburg

zeigten „Die Ladenhüter“

alias Petra Wagenhofer, Burgl

Wittmann, Evi Bossle und Hubert

Treml ihre komische Komödie

Fairdinand“. Der arbeitslos

gewordene Vertreter

Ferdinand verliebt sich in seine

schöne Nachbarin, die ihn eigentlich

mit ihrem Flötengedudele

genervt hat. Sie nennt sich

Fairena, ist – wie so viele –

Single, möchte – wie so viele –

einen Mann und arbeitet – wie

so viele – ehrenamtlich im

Eine-Welt-Laden. Als Ferdinand

vom Arbeitsamt die äußerst

unattraktive Stelle im Außendienst

des Fairen Handels

angeboten bekommt, greift er

nach kurzem Zögern zu: Er erhofft

sich dadurch bessere

Tuchfühlung zu seiner engagierten

Nachbarin.

Wenn Fairdinand mit dem fair

gehandelten Kaffee „von Haus

zu Haus, von Tür zu Tür“ zieht,

wird seine Motivation auf Herz

und Nieren geprüft.

Wird aus dem Ferdinand ein

Fairdinand? Und vor allen Dingen:

Was sagt seine Mutter

dazu? Denn die würde ihn doch

viel lieber mit der erfolgreichen

Tochter ihrer Schulfreundin

Gunda verkuppeln....

Kontakt:

Hubert Treml

Thurmayerstr. 7

93049 Regensburg

Tel.: 0941/ 29 66 755

hubert.treml@t-online.de

www.huberttreml.de

- 16 -


Fair ha ndels gipfel Ba yern

Impressionen

vom Gipfel:

- 17 -


Fair Handels

Gipfel Bayern

im Rathaus Augsburg

am 19. November 2005

11 bis 17 Uhr

Im Rahmen der Kampagne F air Handeln Bayern

Veranstalter: Eine Welt Netzwerk Bayern e.V.

- 18 -

Fair ha ndels gipfel Ba yern

Impressum:

Eine Welt Netzwerk

Bayern e.V.

Weiße Gasse 3

86150 Augsburg

Email:

info@eineweltnetzbayern.de

Internet:

www.eineweltnetzbayern.de

Vertretungsberechtigter

Vorstand: Dr. Jürgen

Bergmann, Dr. Alexander

Fonari, Annegret Lueg,

Dr. Norbert Stamm, Dieter

Zabel

Registergericht: Amtsgericht

Augsburg

Registernummer: VR

2396

Redaktion: Sylvia Hank,

Werkstatt Solidarische

Welt e.V.

Fotos: Annette Zoepf,

Peter Kammerl

Tagungsorganisation:

Annegret Lueg

Der Fairhandelsgipfel

2005 wurde gefördert

von: Arbeitskreis für Entwicklungspolitik

und

Selbstbesteuerung (AES),

Banafair e.V., Bischöfliches

Hilfswerk Misereor,

dwp Mensch + Zukunft,

Fair Handelshaus Bayern

e.G., gepa Fair Handelshaus

mbH, InWent

gGmbH aus Mitteln des

BMZ, Katholischer

Fonds, Kirchlicher Entwicklungsdienst

Bayern

(KED) und el puente.

In Kooperation mit Lokale

Agenda 21 – für ein

zukunftsfähiges Augsburg.

Schirmherrschaft:

Staatssekretärin Emilia

Müller im Bayerischen

Staatsministerium für

Umwelt, Gesundheit und

Verbraucherschutz.

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