Arbeit mit hochkonflikthaften Trennungs- und ... - Familientext.de

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• In einem vierten Schritt sollten schließlich die gefundenen Lösungen noch

längerfristig begleitet und den Eltern ggf. einzeln weitere Unterstützungen

angeboten werden; besonders dann, wenn individuelle Probleme vorliegen,

die die Einigung zu unterlaufen drohen. Solche Einzelgespräche können

durchaus auch zur kurz- und langfristigen Nachsorge von gemeinsamen

Elterngesprächen bei besonders belasteten Paaren durchgeführt werden.

4.5.2 Orientierungslinien für die Hochkonfliktberatung

Viele BeraterInnen vertreten die Position, dass sie in der Arbeit mit Hochkonflikteltern

nicht deren Beziehungsgeschichte aufarbeiten wollen; zumal Ereignisse

aus dieser Geschichte häufig Gegenstand des Streits und nicht selten auch

der Argumentation vor Gericht ist. Allerdings wird gerade bei solchen Elternpaaren

kaum rein sachlich an Regelungen gearbeitet werden können, ohne den

emotionalen Konflikt zu beachten, der aus der Beziehungsgeschichte resultiert.

Eine intensive Beratung der Eltern wird nicht umhinkommen, Aspekte der

Beziehungsgeschichte soweit zu integrieren, dass die Eltern ihren emotionalen

Konflikt zu bewältigen lernen. Erst dann sind dauerhafte Lösungen der sachlichen

Differenzen möglich.

Beziehungsgeschichte

Arbeit an

sachlicher Differenz

43 Arbeit mit hochkonflikthaften Trennungs- und Scheidungsfamilien: Eine Handreichung für die Praxis

4.5.2

Emotionaler

Konflikt

Das Team um den US-amerikanischen Psychologen Mitchell Baris (2001), das

sich viel mit solchen strittigen Familien beschäftigt, macht einige hilfreiche

Vorschläge für Haltungen und Techniken einer solchen Beratungsarbeit. Danach

sollen BeraterInnen

• auf den Prozess der Verhandlungen zwischen den Eltern und nicht auf das

Ergebnis der Verhandlungen fokussieren.

• die Probleme, die von den Eltern genannt werden, in einer Weise umdefinieren,

dass sie keine Beschuldigungen mehr beinhalten, sondern Wünsche

und Bedürfnisse.

• hinter die Positionen der Eltern auf deren eigentliche Interessen schauen;

diese sind häufig besser zu vermitteln und mit denen des anderen Elternteils

zu vereinbaren.

• vor allem Empathie für den anderen Elternteil aufbauen, aber auch für das

Kind und dessen Situation.

• die Sichtweisen der Eltern auf Probleme verändern und dabei insbesondere

negative Emotionen abbauen; hierzu sind auch Einzelgespräche sinnvoll.

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