Arbeit mit hochkonflikthaften Trennungs- und ... - Familientext.de

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Arbeit mit hochkonflikthaften Trennungs- und ... - Familientext.de

5.1.1

Hinweis:

Die Forschungsergebnisse im Projekt »Kinderschutz bei hochstrittiger Elternschaft«

machen deutlich, dass die Klärung von Arbeitsbeziehungen und Abläufen

innerhalb des Jugendhilfe- und Rechtssystems eine wichtige Voraussetzung

für eine gelingende fallübergreifende Kooperation zwischen beiden Systemen

ist.

Zunächst gilt: Zu Beginn der Kooperation sollten Erwartungen, Ziele und

Entscheidungsbefugnisse geklärt sowie eine Kooperationsverantwortliche oder

ein -verantwortlicher festgelegt werden. Ziel der fallübergreifenden Kooperation

ist es, zu Kooperationsvereinbarungen zu kommen. Dabei sollte generell

auch fallübergreifend der allgemeine Umgang mit besonders konflikthaften

Familien besprochen werden. Zudem stehen der fachliche Austausch und das

gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund.

Hinweis:

Die Ergebnisse der Kooperationstreffen sollten für die nicht anwesenden KooperationspartnerInnen

verfügbar gemacht werden, da nicht davon auszugehen

ist, dass sich alle mit Trennungs- und Scheidungsfamilien befassten Professionellen

an der fallübergreifenden Kooperation beteiligen können.

Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass in der Fachöffentlichkeit fachliche

Standards verbreitet werden. Standards dienen der genauen Beschreibung

von konkreten Vorgehensschritten der KooperationspartnerInnen untereinander.

Diese können sich beispielsweise auf die Verabredung von Rechtsanwält-

Innen bezüglich der angemessenen Ausgestaltung von Schriftsätzen beziehen

oder auf eine Beschreibung der verschiedenen Zugangswege der Eltern in die

Beratungsstelle.

Hinweis:

Es empfiehlt sich, Kooperationen regelmäßig auszuwerten, die Vereinbarungen

zu prüfen und sie gegebenenfalls an veränderte Rahmenbedingungen oder

fachliche Entwicklungen anzupassen (vgl. Santen van/Seckinger 2003).

Zentrale Themen fallübergreifender Kooperation sind

• Bestimmung von Verfahrensweisen,

• Vereinbarung der Strukturen für Fallübergaben und Informationsaustausch,

• Festlegung fachlicher Standards sowie

• Austausch des Fachwissens und Klärung der verwendeten Begriffe.

Von besonderer Bedeutung sind außerdem effektive und transparente Übergaben

von einer Institution an die andere. Darüber hinaus dient die fallübergreifende

Kooperation der Klärung der Frage, welche Informationen zwischen

den einzelnen KooperationspartnerInnen ausgetauscht werden (müssen) und

wie dies unter Einhaltung der datenschutzrechtlichen Regelungen geschehen

kann (s. Punkt 4.2).

50 Arbeit mit hochkonflikthaften Trennungs- und Scheidungsfamilien: Eine Handreichung für die Praxis

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