Arbeit mit hochkonflikthaften Trennungs- und ... - Familientext.de

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Arbeit mit hochkonflikthaften Trennungs- und ... - Familientext.de

einer Umgangspflegschaft dar. Schließlich gibt es auch Fälle, bei denen nur in

Kombination von gerichtlichen Entscheidungen, einstweiligen Anordnungen

und psychosozialen Hilfen eine Konfliktreduzierung möglich ist.

BeraterInnen sollten also bei fallübergreifender Kooperation ihr Erfahrungswissen

und ihre Kenntnisse über wissenschaftliche Befunde einbringen,

um die Frage zu klären, wann und für welche Konfliktkonstellationen Beratung

eine geeignete Hilfe sein kann (s. Kapitel 4).

Hinweis:

Im Einzelfall sollten vor der Entscheidung über eine Beratung folgende

Fragen geklärt sein:

• Welche Hilfen gab es schon?

• Welche Erfahrungen haben die Eltern mit bereits erfolgter Beratung

oder anderen Interventionen gemacht?

• Was denken die Eltern, wieso bisherige Hilfen nicht geeignet waren?

• Was spricht für oder gegen eine Beratung mit beiden Elternteilen?

• Welche Unterstützung braucht das Kind? Inwieweit sollte es selbst

Beratung erhalten?

• Was ist geeigneter: eine richterliche Entscheidung oder ein Hinwirken

auf Einvernehmen durch Beratung oder beides?

Übergänge und Klärung von Aufträgen durch FamilienrichterInnen und JugendamtsmitarbeiterInnen

bei angeordneter Teilnahme der Eltern an Beratung

Übergänge und Klärung von Aufträgen durch FamilienrichterInnen und JugendamtsmitarbeiterInnen

bei angeordneter Teilnahme der Eltern an Beratung

Das Familiengericht kann die Teilnahme der Eltern an Beratung anordnen,

um zwischen den Eltern ein Einvernehmen herbeizuführen (§ 156 Abs. 1 Satz 4

FamFG). Wichtige Voraussetzung dafür ist, dass RichterInnen die Beratungskonzepte

der BeraterInnen gut kennen, um nicht Lösungen zu versprechen, die

nicht erreicht werden können. Es empfiehlt sich deshalb, in der fallübergreifenden

Kooperation die Möglichkeiten und Grenzen angeordneter Beratung bei

hochkonflikthaften Trennungs- und Scheidungsfamilien zu klären.

Hinweis:

BeraterInnen sollten bei der fallübergreifenden Kooperation einbringen, welche

Aufträge der RichterInnen an die Eltern günstig, und welche eher hinderlich

sind bzw. von Beginn an nicht zum Gelingen der Beratung beitragen. Zudem

ist im Einzelfall zu klären, inwieweit die Anordnung auch für das Kind gilt

und in welcher Form das Kind an Beratung teilnimmt.

Aufgabe des Jugendamts ist es zu klären, welche Beratungsstellen bereit sind,

eine gerichtlich initiierte Beratung durchzuführen. Es ist außerdem dafür zuständig,

die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung zu stellen (§ 36a, 79

SGB VIII). Es muss geklärt werden, ob ein direkter Kontakt zwischen FamilienrichterInnen

und BeraterInnen bestehen soll.

59 Arbeit mit hochkonflikthaften Trennungs- und Scheidungsfamilien: Eine Handreichung für die Praxis

5.3.2

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