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Informationsdienst der LMS Agrarberatung / LUFA Rostock

Das BLaTT

Mit Wissen Wachstum schaffen

Generationswechsel – teil 2

Rechtzeitige Altersvorsorge

versäumt?

wirtschaFtlichKeit Der MilchProDUKtion

Jungviehaufzucht

auf dem Prüfstand

UMweltaUFlaGen in Der lanDwirtschaFt

Aufklären statt aufregen

Heft 1/ 2013

März

2. Jahrgang


Editorial

willKoMMen

02 Das Blatt 1/2013

liebe leserinnen und leser,

Berthold Majerus

Geschäftsführer

der Winter und damit die Zeit der Vegetationsruhe

sind vorüber. Zum Erscheinungstermin der vorliegenden

Ausgabe von „Das Blatt“ ist die Frühjahrsbestellung

in vollem Gange.

Informationsveranstaltungen in den etwas ruhigeren

Monaten wurden genutzt, um die Ergebnisse des

vergangenen Jahres vorzustellen sowie aktuelle

Entwicklungen zu diskutieren. So waren die LMS-

Tage der Betriebswirtschaft „Marktfruchtbau“ und

„Rinderhaltung“ sowie der traditionelle „Boden-

und Düngungstag“ gut besucht. Neben eigenen

Auswertungen wurden hier auch weitere aktuelle

Themen durch externe Referenten vorgestellt.

Dieser Anspruch einer attraktiven Gestaltung von

Veranstaltungen und Printmedien durch eigene

und externe Beiträge setzt sich in der vorliegenden

Ausgabe unseres Informationsdienstes fort. Wir

freuen uns, dass, wie gewohnt, Autoren aus der

Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und

Fischerei Mecklenburg-Vorpommern Beiträge über

Sortenversuche und Rapsproduktion zur Verfügung

gestellt haben. Nachdem Mitarbeiter des „Julius

Kühn – Institut“ in Groß Lüsewitz in der letzten

Ausgabe über Leguminosen informiert haben, stellen

sie diesmal Aspekte der Züchtung von Gerste,

Roggen und Triticale vor.

Umweltbezogene Artikel werden in diesem Heft mit

einem breiten Themenspektrum und von breiter Autorenschaft

vorgestellt: LWK Schleswig-Holstein zu

Umweltauflagen, Hochschule Neubrandenburg und

LMS gemeinsam zum Pilotprojekt Sternberger Endmoränengebiet,

die Zuständige Stelle für Landwirtschaftliches

Fachrecht der LMS zu Düngungsfragen

auf dränierten Flächen. Beiträge aus dem eigenen

Haus zu Jungviehaufzucht, Integrierter Obst- und

Gemüseproduktion, Ergebnissen 2012 Marktfrucht,

zur Altersvorsorge, zu meteorologischen Aspekten

und weiteren Themen komplettieren diese Ausgabe.

Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre.

Berthold Majerus

Geschäftsführer


Agrarberatung 04

Jungviehaufzucht auf dem Prüfstand 04 Wirtschaftlichkeit der Milchproduktion

Das schweine-Mobil 08 Öffentlichkeitsarbeit für die Schweinehaltung

arbeitsgemeinschaft feiert

20 fruchtbare Jahre

09 Integrierte Obst- und Gemüseproduktion in MV

agrar- und rohstoffmärkte 12 Kommentar zur Preisentwicklung

aufklären statt aufregen 16 Umweltauflagen in der Landwirtschaft

Von großen hebeln und kleinen

schräubchen

20 Rückblick und betriebswirtschaftliche

Erkenntnisse im Marktfruchtbau

Forschung 22

neue erkenntnisse zu sorten, ernte

und Düngung

Mit Züchtungsforschung zu mehr

nachhaltigkeit

22 Aus dem Jahresbericht 2012 der Landesforschungsanstalt

MV

26 Gerste, Roggen, Triticale

Forschung und Beratung 30

Die landwirtschaft in einklang

mit der natur bringen

30 Pilotprojekt Sternberger Endmoränengebiet

BEX – Büro für Existenzsicherung 34

rechtzeitige altersvorsorge versäumt? 34 Generationswechsel – Teil 2 von 3

BIS – Büro für Immissionsschutz 39

„wenn es regnet in den roggen,

bleibt der weizen auch nicht troggen“

39 Bauernregeln auch heute noch ein Thema?

sind sie zur abgabe verpflichtet? 43 Emissionserklärung und PRTR-Bericht

LFB – Landwirtschaftliches Fachrecht & Beratung 44

Dränierte Flächen – erhöhte nährstoffausträge,

anforderungen an die anwendung

Veranstaltungen 47

tag der Betriebswirtschaft –

Marktfruchtbau

News + Extras 51

energieverbund landwirtschaft MV 51 Aktuelles zu erneuerbaren Energien

einstieg der landwirtschaft in die

windenergie

51 Aktuelles zu erneuerbaren Energien

Fristen und termine 52 März bis Juni 2013

Publikationen 57 Rezensionen

anschriften und impressum 60

LUFA Agraranalytik 53

Untersuchungsaufträge zum

heraustrennen

44 Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)

und Landwirtschaft

47 Impressionen – Güstrow, 25. Januar 2013,

Viehhalle des LKV

workshop zur Milchproduktion 48 Fortbildungsprogramm

welche wege wählen erfolgreiche? 50 Arbeitskreisgespräche zur Milchproduktion

53 Bodenuntersuchung / Düngungsempfehlung

55 Untersuchungsauftr. Fermenterinhalt / Gärsubstrat

Inhalt

Das Blatt 1/2013

03


04

Agrarberatung

wirtschaFtlichKeit Der MilchProDUKtion

Jungviehaufzucht auf

dem Prüfstand

Dr. Stefan Weber

Wer wirtschaftlich erfolgreich Milch produzieren will, muss sich auch mit der Reproduktion

intensiv auseinandersetzen. Dieser Bereich ist nach der Fütterung einer der wichtigsten in der

Milchproduktion.

Wie die Jungrinderaufzucht im Betrieb

ausgestaltet wird, welche Kosten

anfallen, ist einzelbetrieblich zu

prüfen und zu optimieren. Die meisten

Betriebe haben jedoch noch

erheblichen Handlungsbedarf, da

Tierverluste, Aufzuchtintensitäten,

Erstkalbealter, Reproduktionsraten,

Jungkuhverluste und andere durch

die Jungviehaufzucht beeinflusste

Parameter die Milchproduktion unnötig

verteuern.

In Abbildung 1 ist die Kostenstruktur

in der Milchproduktion dargestellt.

Auf die Bestandsergänzung

entfallen etwa 14,5 % der Produktionskosten.

Liegen die Produktionskosten

der 25 % erfolgreich

wirtschaftenden Betriebe im Mittel

unter 35 ct/kg ECM, so entfallen

Das Blatt 1/2013

2,0 1,7

6,7

14,5

3,8

1,7

5,8 4,1

4,6

14,5

20,3

20,3

abb. 1: aufteilung der Produktionskosten in der Milchproduktion

(Quelle: lMs-arbeitskreisbericht)

Bestandsergänzung, Tierzukauf

Kraft- und Saftfutter

Grobfutter

Tierarzt, Medikamente, Klauenpflege

Besamung, Sperma

weitere Direktkosten

Personalkosten

Maschinen, Innentechnik

Strom

Kosten für Lieferrechte

Gebäudekosten

sonstige Gemeinkosten


auf die Reproduktionskosten etwa

5 ct je kg ECM. Dabei ist unerheblich,

ob das Jungvieh im geschlossenen

System selbst aufgezogen

oder komplett von außen zugekauft

wird. Das wirtschaftliche Ergebnis

ist entscheidend! Mit niedrigen

Reproduktionsraten auszukommen,

bedeutet die Fruchtbarkeitslage

und Merzraten der Herde in den

Griff zu bekommen.

nur Kosten oder auch erlöse?

Oftmals ist zu beobachten, dass

die meisten Betriebe im Bereich

der Jungviehaufzucht noch keine

zufriedenstellenden Parameter erreicht

haben und demzufolge deutlich

über den 5 ct /kg ECM für die

Bestandsergänzung liegen. Hierbei

sind die angestrebten Richtwerte

in der Tabelle 1 von unter 5 ct/kg

ECM grün unterlegt und variieren in

Abhängigkeit von verschiedensten

Parametern wie Milchleistung, Aufzuchtkosten,

Erstkalbealter und Re-

produktionsrate. Auf alle hat der

Betrieb direkten und fast alleinigen

Einfluss. In der Praxis variieren die

Bestandsergänzungskosten von unter

3 bis deutlich über 8 ct /kg ECM.

Darüber hinaus ist in einigen Betrieben

zu beobachten, dass bei gut

funktionierender Jungviehaufzucht

zusätzliche Erlöse von 2-4 ct/kg

ECM über den Verkauf von Färsen

und Jungkühen erzielt werden. Es

Repro-Rate in %

Agrarberatung

handelt sich also bei der Jungviehaufzucht

nicht nur um einen möglichen

erheblichen Kostentreiber,

sondern auch um eine Chance, zusätzliche

Erlöse zu generieren.

Auch wenn in den allermeisten

Fällen mit dem Färsen- bzw. Jungkuhverkauf

keine vollständige Kostendeckung

erzielt werden kann, so

sprechen doch einige Gründe für

Marktleistung kg ECM/Kuh/Jahr

8.000 9.000 10.000 8.000 9.000 10.000 8.000 9.000 10.000

20 3,00 2,67 2,40 3,50 3,11 2,80 4,00 3,56 3,20

25 3,75 3,33 3,00 4,38 3,89 3,50 5,00 4,44 4,00

30 4,50 4,00 3,60 5,25 4,67 4,20 6,00 5,33 4,80

35 5,25 4,67 4,20 6,13 5,44 4,90 7,00 6,22 5,60

40 6,00 5,33 4,80 7,00 6,22 5,60 8,00 7,11 6,40

45 6,75 6,00 5,40 7,88 7,00 6,30 9,00 8,00 7,20

50 7,50 6,67 6,00 8,75 7,78 7,00 10,00 8,89 8,00

Aufzuchtkosten bzw.

Preis in EUR/Tier

1.200 1.400 1.600

tab. 1 : Kosten der Bestandsergänzung bei unterschiedlicher reprorate,

Milchleistungsniveau und aufzuchtkosten

Das Blatt 1/2013

05


Zeitraum

06

Agrarberatung

den Zuchtviehverkauf. Sofern überschüssige

Färsen nicht zur eigenen

Reproduktion benötigt werden,

kann über den Zuchtviehverkauf

zusätzliche Liquidität geschaffen

werden. Die Reproduktionskosten

werden gesenkt, die Faktorverwertung

im Betrieb kann verbessert

werden. Diese Option eignet sich

jedoch nicht für jeden Betrieb. Zu

erwarten ist, dass auch zukünftig

ein Bedarf an Färsen und Jungkühen

besteht – nicht nur für den

inländischen Markt, sondern auch

für den Export. Führt man sich die

erzielten Marktpreise für tragende

Färsen und Jungkühen in Mecklenburg-Vorpommern

vor Augen, so

ist das ein sehr interessanter Markt,

der auch zu Zeiten niedrigster

Milchpreise Bestand hatte.

welche Produktionskosten sind

je Färse zu kalkulieren?

In jüngster Zeit werden gehäuft Fragen

nach Alternativen zur eigenen

Jungrinderaufzucht gestellt, auch

Jungrinderaufzucht als Alternative

in Dienstleistung für andere zu betreiben,

wird in Erwägung gezogen.

Mehrere Auswertungen und Kalkulationen

wurden für unterschiedliche

Betriebe und Fragestellungen

durchgeführt, die als Grundlage in

nachfolgender Beispielkalkulation

genutzt wurden. Hierbei wurden

unterschiedliche Erstkalbealter von

24 bis 28 Monaten gegenübergestellt.

Weidehaltung ist hierbei

nicht vorgesehen. Ob die Weide-

haltung in jedem Fall immer als

die vermeintlich günstigste Haltungsform

anzunehmen ist, sollte

insbesondere für größere und intensiv

geführte Betriebe gesondert

hinterfragt werden. Des Weiteren

sind überdurchschnittliche Grobfutterqualitäten

von Gras- und

Maissilage zu Kosten von 4,5 €/dt

Grassilage-Frischmasse und 3,50

€/dt Maissilage-Frischmasse unterstellt.

Die Grobfutterkosten sind

unter Vollkostenbedingungen zu

betrachten und beinhalten neben

allen Kosten auch die bei Ackerfutter

anfallenden entgangenen Nutzungskosten.

Das Kraftfutter wurde

mit 22 €/dt berücksichtigt. Bei den

Bestandsergänzungskosten wurden

150 €/Kalb angesetzt, für die Tränkephase

wurde Milchaustauscher

2007 2008 2009 2010 2011 2012 Mittelwerte 2012

€ /Tier € /Tier € /Tier € /Tier € /Tier Anz. € /Tier Anz. € /Tier

trag. Färsen 1.085 1.366 1.194 1.130 1.248 3.069 1.324 2.948 1.232

abgek.

Jungkühe

1.263 1.595 1.300 1.332 1.483 1.858 1.575 2.449 1.391

tab. 2 : erzielte Marktpreise von tragenden und abgekalbten Färsen aus MV von

2007 bis 2012 und im mehrj. Mittel. Quelle: rinderzuchtverband rMV MV

Das Blatt 1/2013

im Wert von 100 €/Tier kalkuliert.

Bedingt durch die unterschiedlich

lange Aufzuchtdauer variieren die

Futterkosten zwischen 714 € und

881 €/Färse. Für die sonstigen Direktkosten

Tierarzt und Medikamente,

Besamung und Zucht sowie

Sonstiges sind entsprechend der

Kostenstelle und Aufzuchtdauer

anfallende Kosten veranschlagt

worden. Die Direktkosten liegen inklusive

der Bestandsergänzungskosten

bei 974 € bzw. 1.161 €/Färse.

Die größte Position unter den Arbeitserledigungskosten

sind die

Personalkosten. Diese wurden

mit einem Arbeitsaufwand von

1,2 Akmin je Tier und Tag kalkuliert,

welcher in Abhängigkeit der unterschiedlich

langen Haltungszeit um

etwa 30 €/Tier differiert. Bei einem

zu Grunde gelegtem Bruttostundenlohn

von 12,00 € belaufen sich

die Personalkosten zwischen 173 €

und 202 €/Färse. Die Gemeinkosten

liegen zwischen 423 € bzw.

515 €/Färse, hierbei ist zu berücksichtigen

dass die Flächenkosten in

den Futterkosten enthalten sind.

Bei Berücksichtigung möglicher

Tierverluste von 3 % sowie einer

4 %-igen Verzinsung des Umlaufkapitals

belaufen sich die Produktionskosten

je Färse bei einem EKA

von 24 Monaten auf 1.478 €/Tier.

Bei einem EKA von 28 Monaten

fallen die Produktionskosten mit

1.773 € entsprechend höher aus.

Demzufolge liegen die Kosten je

Haltungsmonat bei 60 €, die Kosten

je Haltungstag betragen also etwa

2 €/Tier.

intensiv aufziehen oder gezielt

zukaufen?

Das Erstkalbealter und die Reproduktionsrate

haben einen wesentlichen

Einfluss auf die Kosten der

Jungviehaufzucht und den wirtschaftlichen

Erfolg in der Milchproduktion.

Diese Parameter gezielt

steuern zu können, hängt natürlich

von vielen Einflussgrößen wie Aufzuchtintensität

oder Tierverlusten

ab. Das Erstkalbealter liegt in vielen

Betrieben bei über 28 Monaten,

die bereinigte Repro-Rate bei

35 % – dies weist mitunter noch

auf etliche Reserven in der Jungviehaufzucht

hin. Färsen zu alt werden

zu lassen, bedeutet eine zu starke

Bindung von betriebsindividuellen

Produktionsfaktoren, die sich vor

allem wachstumswillige Betriebe

nicht leisten können. Für Betriebe

mit begrenzter Faktorausstattung

hinsichtlich Gebäuden, Flächen


Kennwert Einheit

oder Kapital ist die Frage, wie mit

der Jungrinderaufzucht weiter verfahren

werden soll, eine Grundsatzfrage.

Ob die Jungviehaufzucht im

eigenen Betrieb integriert ist oder in

Dienstleistung ausgelagert werden

soll – letztendlich ist entscheidend,

dass die Reproduktionskosten nicht

mehr als maximal 5,0 ct/kg ECM

ausmachen. Um dieses Ziel zu erreichen

ist natürlich auch auf andere

Parameter wie Kälberverluste, Zunahmen,

Futterqualitäten, Erstbesamungsalter,

Haltung, Fütterung

und andere besonders zu achten.

Auf welche Ausrichtung Milchviehbetriebe

sich zukünftig konzentrieren,

hängt von vielen Faktoren ab.

Nachfolgend einige wichtige Fra-

Erstkalbealter in Monaten

24 26 28

Bestandsergänzung, Zukauf € / Tier 150 150 150

Milchprodukte € / Tier 100 100 100

GF Grassilage € / Tier 319 378 438

GF Maissilage € / Tier 190 210 230

Weide € / Tier 0 0 0

Kraftfutter € / Tier 85 85 85

sonst. (Mineral, etc) € / Tier 20 24 28

Futterkosten Gesamt € / Tier 714 797 881

Tierarzt, Medikamente € / Tier 35 40 45

Besamung, Zucht € / Tier 35 35 35

Sonstige Direktkosten € / Tier 40 45 50

Direktkosten € / Tier 974 1.067 1.161

Arbeitsbedarf

Akmin / Tier / Tag 1,20 1,20 1,20

Akh / Tier gesamt 14,4 15,6 16,8

Stundenlohn, incl. AG-Anteil 12,0 12,0 12,0

Personalkosten € / tier 173 187 202

sonst. Arbeitserledigung € / Tier 80 90 100

Arbeitserledigungskosten gesamt € / Tier 253 277 302

Gebäudekosten* alt € / Tier 140 152 163

Flächenkosten, (in Futter enthalten) € / Tier 0 0 0

Sonstige Gemeinkosten € / Tier 30 40 50

Gemeinkosten € / Tier 423 469 515

Produktionskosten, incl.

tierverluste + 4 %-ige

Verzinsung des Umlaufkapitals

Anmerkungen: * 750 * 10 % * 2 Jahre

€ / verk. tier 1.478 1.625 1.773

€ / Monat 59,95 60,84 61,65

€ / Tag 2,00 2,03 2,06

tab. 3: Kosten der Jungviehaufzucht bei unterschiedlichem erstkalbealter

gen, die für Milchviehbetriebe von

Bedeutung sind:

• Wieweit kann der für die Bestands-

ergänzung notwendige Jungrinderbestand

über Senkung von EKA und

Repro-Rate reduziert werden?

• Welche Flächen und Gebäude

tab. 4: wichtige Parameter der Jungviehaufzucht

Agrarberatung

stehen im Betrieb für die Rinderhaltung

zur Verfügung?

• Sind die teuren Kapazitäten ausreichend

gut genutzt durch die

Jungrinderaufzucht?

• Kann über den Verkauf von

Erstkalbskühen und Färsen das Betriebsergebnis

verbessert werden?

• Wann ist über die gesamte und

anteilige Auslagerung der Färsenaufzucht

nachzudenken?

• Ist die Färsenaufzucht eine Alternative

zur Milchproduktion?

Diese und andere Fragen können

natürlich nicht pauschal für alle Betriebe

gleichermaßen beantwortet

werden, sondern bedürfen einer

genauen einzelbetrieblichen Analyse

und passenden Antwort. Für

jeden Betrieb besteht die Aufgabe

die optimale Strategie hinsichtlich

der betriebsindividuellen Möglichkeiten

und Faktorausstattung zu

finden. Hierbei sind verschiedene

Kennwerte wichtig, die regelmäßig

zu überprüfen und gegebenenfalls

zu korrigieren sind.

Kontakt:

Dr. Stefan Weber, LMS

Telefon: 0381 877133-80

E-Mail: sweber@lms-beratung.de

Kennwert Richtwert

Kälberverluste 10 %

Kuhverluste 4 %

Erstkalbealter ≤ 26 Monate

ber. Reproduktionsrate 30 %

Nutzungsdauer > 3 Laktationen

Merzrate Jungkühe < 15 %

Lebensleistung > 13 kg

Das Blatt 1/2013

07


08

Agrarberatung

ÖFFentlichKeitsarBeit Für Die schweinehaltUnG

Das Schweine-Mobil

informiert über moderne

Produktionsmethoden

Dr. Jörg Brüggemann

Wer im Supermarkt Fleisch für das Sonntagsschnitzel einkauft, hat in der Regel wenig Ahnung

davon, wie es produziert wurde und wie Schweine heute gehalten werden.

Das schweine-Mobil hat eine

integrierte Mastläufer-Bucht

Buchen sie das schweine-Mobil für ihre

nächste Veranstaltung!

Lebensmittel sind heute anonyme

Produkte, ohne jeglichen Bezug zu

ihrer landwirtschaftlichen Herkunft.

Hinzu kommt, dass der Besuch von

Ställen unter anderem durch Auflagen

zur seuchenhygienischen Risikovorsorge

gegen die Einschlep-

Das Blatt 1/2013

pung von Krankheiten erschwert

ist. Die weit verbreitete Unkenntnis

moderner landwirtschaftlicher Tierhaltungsverfahren

hat zu einem

großen Akzeptanzproblem in der

Öffentlichkeit geführt.

Das Schweine-Mobil – mit einer

integrierten Bucht für Mastferkel

– soll dazu dienen, interessierten

Verbrauchern trotzdem die heutige

Schweinehaltung realitätsnah zu

zeigen, Fragen zu beantworten und

zum Dialog einzuladen.

Das Schweine-Mobil ist ein Gemeinschaftsprojekt

der Fördergemeinschaft

Nachhaltige Landwirtschaft

e.V. (FNL) zur attraktiven mobilen

Information über die moderne

Schweineproduktion. Der Schweinekontroll-

und Beratungsring MV

e.V. (SKBR), für den die LMS Agrarberatung

die Schweinespezialberatung

durchführt, unterstützt dieses

Projekt als Hauptsponsor und

möchte damit einen aktiven Beitrag

der Schweinehalter mit Signalwirkung

für die Öffentlichkeitsarbeit

leisten. Beim „Schweine-Mobil“

handelt es sich um einen speziell

konstruierten 3,5-t-Anhänger mit

einer integrierten Mastläuferbucht

incl. funktionsfähiger Stalltechnik.

Durch ein großformatiges Foto an

der Rückwand wird über die reale

Bucht hinaus Einblick in einen modernen

Mastläufer-Stall gewährt.

Der Anhänger kann an beliebigen

Orten für eine objektive Information

über die moderne, strohlose

Schweinehaltung genutzt werden,

also auf Ausstellungen, Hoffesten

usw. – nach Bedarf mit oder ohne

Schweine.

Die Premiere war im Rahmen des

ErlebnisBauernhofes auf der Internationalen

Grünen Woche 2013 in

Berlin. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich

über Sponsoren. Nutznießer

sind letztlich alle Beteiligten

des gesamten Wirtschaftssektors,

einschließlich der vor- und nachgelagerten

Bereiche.

Wer Interesse an der Nutzung des

„Schweine-Mobils“ hat, sollte sich

frühzeitig zur Terminabstimmung

an die LMS oder den SKBR wenden.

Kontakt:

Dr. Jörg Brüggemann

Telefon: 0385 39532-11

E-Mail: jbrueggemann@lms-beratung.de


inteGrierte oBst- UnD GeMüseProDUKtion in MV

Arbeitsgemeinschaft

feiert 20 fruchtbare

Jahre

Dr. Rolf Hornig

Im ersten Fachvortrag der Veranstaltung

zeichnete Friedrich Höhne

von der Landesforschungsanstalt

MV gemeinsam mit Rolf Hornig von

der LMS Agrarberatung GmbH die

Entwicklung der Integrierten Obst-

und Gemüseproduktion in Europa,

Deutschland und Mecklenburg-Vor-

Agrarberatung

Am 12. Dezember 2012 fand in Güstrow-Bockhorst der Gartenbautag Mecklenburg-Vorpommern

statt. Er stand thematisch ganz im Zeichen des 20-jährigen Jubiläums der „Arbeitsgemeinschaft

Integrierter Obst- und Gemüseanbau Mecklenburg-Vorpommern e.V.“ (AG IP MV). Wahrlich ein

Grund zum Feiern!

pommern nach. Eine einzigartige

Erfolgsgeschichte, wie die beiden

Referenten betonten.

Das Blatt 1/2013

09


10

Agrarberatung

Der Grundstein für die Gründung der

AG IP MV war bereits im Juni 1991 mit

der Konstituierung des „Arbeitskreis

Integrierter Pflanzenschutz im Obst-

und Gemüseanbau“ gelegt worden.

Daraus ging im Januar 1992 die

„Arbeitsgemeinschaft Integrierter

Obstanbau Mecklenburg-Vorpommern

e.V.“ hervor. Mit der Aufnahme

von Gemüsebaubetrieben auf

der ersten Mitgliederversammlung

des Vereins im April 1992 kam es

schließlich zur Um- und der heute

noch gültigen Benennung in „Arbeitsgemeinschaft

Integrierter Obst-

und Gemüseanbau Mecklenburg-

Vorpommern e.V.“. Wenige Tage

später fand in Rostock-Lütten-Klein

die erste IP-Betriebskontrolle auf der

Grundlage der Bundes-IP-Richtlinie

statt. Es sollte aber noch bis 1995 dauern,

bis die Agrarumweltmaßnahme

IP in MV durch Fördermittel von Land

und EU finanziell unterstützt wurde.

Fortsetzung der Förderung?

Im diesem Jahr läuft der 7-jährige

Verpflichtungszeitraum der aktuell

gültigen IP-Landesrichtlinie aus.

Aufgrund der noch fehlenden bzw.

nicht abschließenden Aussagen der

Europäischen Kommission zur Fortsetzung

der Gemeinsamen Agrarpolitik

und deren Finanzierung ist

derzeit offen, ob die Förderung der

Agrarumweltmaßnahme ab 2014

eine Fortsetzung finden wird.

Mit schlüssigen und überzeugenden

Argumenten setzt sich die AG IP MV,

gemeinsam mit dem Verband Mecklenburger

Obst und Gemüse e.V., seit

Jahren mit Nachdruck genau dafür

ein. So auch auf dem Gartenbautag.

Klaus Wilke, Vorsitzender der

AG IP MV, appellierte denn auch an

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister

Till Backhaus:

„Bitte tun Sie alles in Ihrer Macht

Das Blatt 1/2013

stehende, damit die Agrarumweltmaßnahme

IP auch ab 2014 gefördert

wird. Dies erscheint mir mehr als

gerechtfertigt, denn ein Produktionsverfahren,

das der nachhaltigen

Verbesserung der natürlichen Produktionsbedingungen

dient und

mit den Belangen des Schutzes

der Umwelt und der Erhaltung des

natürlichen Lebensraumes vereinbar

ist, dürfte in besonderer Weise im

Interesse der neuen Anforderungen

der Gemeinsamen Agrarpolitik der

EU und der Gesellschaft insgesamt

sein.“ Weiter stellte Klaus Wilke

heraus, dass der verantwortliche Umgang

mit der uns umgebenden Natur

zum Erhalt der biologischen Vielfalt

ein Kernanliegen der IP sei. Zur ökologischen

Aufwertung von Flächen

und zur Verbesserung der Habitatbedingungen

für Nützlinge fordere die

aktuelle Landes-Richtlinie konkrete

Maßnahmen, wie das Aufstellen

von Sitzkrücken, das Aushängen von

Nistkästen und das Einbringen von

Insektennisthilfen oder die Errichtung

von Feldsteinhaufen in definierter

Foto: Hornig

Jens stechmann, Vorsitzender der Fachgruppe

obstbau im Bundesausschuss

obst und Gemüse, hob hervor, dass

die anforderungen der integrierten

Produktion deutlich über die Grundsätze

des integrierten Pflanzenschutzes

hinausgehen

Zahl je Hektar Anbaufläche. Damit

hebe sich die aktuelle Landes-IP-

Richtlinie deutlich von Ihren beiden

Vorgänger-Richtlinien ab, und sie

gehe ebenso deutlich über die Anforderungen

der Bundes-Richtlinie

hinaus. Dies werde in keinem anderen

Agrarumweltprogramm verlangt,

auch nicht im Rahmen ökologischer

Anbauverfahren, hob Klaus Wilke

mit Nachdruck hervor.

Dynamisches system

Dass die Anforderungen der Agrarumweltmaßnahme

IP deutlich über

die Anforderungen der „guten fachlichen

Praxis“ hinausgehen, stellte

auch Jens Stechmann, Vorsitzender

der Fachgruppe Obstbau im Bundessausschuss

Obst und Gemüse (BOG),

heraus: „Zwar wird ab 2014 die Einhaltung

der allgemeinen Grundsätze

des Integrierten Pflanzenschutzes

nach Anhang III der EU-Pflanzenschutz-Rahmenrichtlinie

in allen Mitgliedsstaaten

Pflicht und spätestens

mit Beginn des Jahres 2014 wird die

IP für alle Anwender von Pflanzenschutzmitteln

verbindlich.

Die Richtlinien der kontrolliert Integrierten

Produktion sind aber noch

lange kein Standard, sondern sie bleiben

auch zukünftig ein dynamisches

System.“ Denn es gehe, erläuterte

Jens Stechmann weiter, um weit mehr

als den eigentlichen Pflanzenschutz

durch Mittelausbringung. Der Einsatz

von Nützlingen, Biodiversität, Nachhaltigkeit,

Ressourcenschutz, all das

seien Bausteine der IP-Richtlinien, die

in den allgemeinen Grundsätzen des

integrierten Pflanzenschutzes keine

Rolle spielten.“

Grüße aus dem Ministerium

In einem weiteren Grußwort überbrachte

Lothar Weidner aus dem

Landwirtschaftsministerium in Ver-


Foto: Elwert

Urkunden und Blumen als anerkennung für das erfüllen der iP-Kriterien sowie

ehrenurkunden für die 20-jährige Mitgliedschaft im Verein

tretung von Minister Backhaus die

Glückwünsche der Landesregierung

zum 20-jährigen Jubiläum. Aufgrund

einer am gleichen Tag stattfindenden

Länder-Agrarminister-Sonderkonfe-

renz in Berlin war ihm die Teilnahme

am Gartenbautag zu seinem großen

Bedauern leider nicht möglich. Das

von vielen Mitgliedern der AG IP

MV erhoffte klare Bekenntnis der

abb.: iP-Betriebe, 2012 in Mecklenburg-Vorpommern: 2.850 hektar

Quelle: Maximilian Dörrbecker, in wikimedia:

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kreisreform_Mecklenburg-Vorpommern_2011_(Karte).png

Agrarberatung

Landesregierung zur Fortsetzung des

Förderprogramms IP kam indes nicht.

Stattdessen wies Lothar Weidner auf

die noch ausstehenden Entscheidungen

in Brüssel hin.

Informative und sehr kenntnisreiche

Vorträge von Georg Mevenkamp,

Agrarmanagement GmbH, über

„Kontrolliert Integrierte Produktion

und großflächiger Gemüseanbau

in MV – seit 20 Jahren gemeinsam

unterwegs“ sowie von Prof. Martin

Hommes, Institut für Pflanzenschutz

in Gartenbau und Forst des Julius

Kühn-Institutes über „Grenzen und

Möglichkeiten der Integrierten Produktion

im Obst- und Gemüsebau“

rundeten das Fachprogramm des

Gartenbautages ab.

Urkunden und anerkennung

Zum Abschluss des Gartenbautages

überreichte Lothar Weidner die

Urkunden zum Bestehen der IP-

Anforderungen im zurückliegenden

Verpflichtungsjahr sowie an acht

Betriebe Ehrenurkunden für ihre

20-jährige Mitgliedschaft in der AG

IP MV. In Mecklenburg-Vorpommern

werden aktuell 2.850 Hektar Obst-

und Gemüseanbaufläche nach den

Vorgaben der kontrolliert Integrierten

Produktion bewirtschaftet (s. Abb.).

Kontakt:

Dr. Rolf Hornig

Telefon: 0385 39532-16

Mobil: 0162 1388067

E-Mail: rhornig@lms-beratung.de

Das Blatt 1/2013

11


$/Barrel

120

100

80

60

40

20

12

0

Feb

2012

Agrarberatung

KoMMentar ZUr PreisentwicKlUnG

Agrar- und Rohstoffmärkte

genau im Blick Torsten Fiedler

rohöl

Die Stimmung an den weltweiten

Finanzmärkten hellte sich zu Beginn

des Jahres wieder auf, so dass sich

der Ölkomplex wieder nach oben

bewegte. Im Februar pendelte sich

der Preis der US-Referenzsorte West

Texas Intermediate (WTI) auf über 97

Dollar je Barrel (159 Liter) ein. Damit

wurde ein Stand erreicht wie zuletzt

im September letzten Jahres.

Marktfrüchte

Die Lage auf dem hiesigen Kassamarkt

war zu Beginn des Jahres sehr ruhig

und verhalten. Die Notierungen auf

dem physischen Markt bewegten

sich auf der Stelle und eindeutige

Impulse in eine Richtung waren nicht

zu erkennen. B-Weizen hielt sich seit

Jahresbeginn deutlich über der Grenze

von 24 EUR/dt. Im Vergleich zum

Mrz

2012

Apr

2012

Mai

2012

Jun

2012

Jul

2012

Aug

2012

Sep

2012

Vorjahresmonat sind das mehr als 5

EUR/dt. Die Rapspreise pendelten seit

November 2012 um die 46 EUR/dt.

Futtermittel

Die festen Getreidepreise sowie die auf

sehr hohem Niveau liegenden Preise

für Soja- und Rapsschrot bestimmten

den Markt zu Beginn der zweiten

Jahreshälfte. Die Tierhalter reagierten

auf die Preisentwicklung verunsichert

und deckten sich nur kurzfristig ein,

in der Hoffnung auf fallende Preise.

Auf dem Proteinmarkt gaben die

Preise zum September leicht nach

und tendierten bei Soja bei 510 EUR/t,

bei Rapsschrot bei 317 EUR/t. Im Vergleich

zum Vorjahr bedeutet das bei

Soja eine Steigerung um 157 EUR/t

(+ 52 %). Bei Rapsschrot beträgt die

Steigerungsrate binnen Jahresfrist

46% (+96 EUR/t).

Okt

2012

Nov

2012

Rohöl

Dez

2012

Diesel

Jan

2013

Feb

2013

abb. 1: Preisentwicklung von rohöl und Diesel von Februar 2012 bis 2013

Das Blatt 1/2013

€/Liter

1,60

1,55

1,50

1,45

1,40

1,35

1,30

Düngemittel

Die Preisentwicklung bei den Düngemitteln

war zu Beginn des Jahres

2013 sehr verhalten. KAS stieg in den

letzten Monaten leicht an auf Werte

um 285 EUR/t, was in etwa dem

Vorjahresniveau entspricht. Gleiches

gilt für granulierten Harnstoff, der sich

stabil bei 393 EUR/t seitwärts bewegte

und damit ebenfalls auf Vorjahresniveau

lag. Ein deutlicher Preisrückgang

war bei DAP zu verzeichnen, der sich

auf 435 EUR/t verbilligte. Im Vergleich

zum Februar 2012 ist das ein Rückgang

um 55 EUR/t.

Kontakt:

Torsten Fiedler

Telefon: 0381 877133-37

Mobil: 0162 1388014

E-Mail: tfiedler@lms-beratung.de


EUR/dt Raps B-Weizen Futtergerste

60

50

40

30

20

10

0

Feb

2012

Mrz

2012

Apr

2012

Mai

2012

Jun

2012

Jul

2012

Aug

2012

Sep

2012

abb. 2: Preisentwicklung von winterraps und B-weizen von Februar 2012 bis 2013

Okt

2012

Nov

2012

Dez

2012

Jan

2013

Febv

2013

EUR/t Sojaschrot Rapsschrot

600

500

400

300

200

100

0

Feb

2012

Mrz

2012

Apr

2012

Mai

2012

Jun

2012

Jul

2012

Aug

2012

Sep

2012

Okt

2012

Nov

2012

Dez

2012

Jan

2013

Feb

2013

abb. 3: Preisentwicklung von soja- und rapsschrot von Februar 2012 bis 2013

EUR/t DAP Harnstoff granuliert KAS

600

500

400

300

200

100

0

Feb

2012

Mrz

2012

Apr

2012

Mai

2012

Jun

2012

Jul

2012

Aug

2012

Sep

2012

Okt

2012

Nov

2012

Dez

2012

Jan

2013

abb. 4: Preisentwicklung von Düngemitteln von Februar 2012 bis 2013

Feb

2013

Agrarberatung

Das Blatt 1/2013

13


14

Agrarberatung

Preise von Agrar- und Rohstoffmärkten* 2012

Kennwert Bezugsbasis Feb Mrz Apr Mai Jun Jul

international

Devisen

€ 1 $ 0,76 0,76 0,76 0,78 0,80 0,81

$ 1 € 1,32 1,32 1,32 1,28 1,26 1,23

Rohöl $/Barrel (WTI) 102,71 106,04 103,32 94,62 82,37 87,78

Diesel** EUR/l 1,49 1,53 1,53 1,48 1,42 1,46

Milch

Rohstoffwert ü. Eckverwertg.

f. Magermilch und Butter

ct/kg 30,60 27,90 25,50 23,90 25,60 26,80

Milchpreis MW NBL 4,0% F; 3,4% E; Cent/kg 31,93 31,83 30,85 28,88 27,92 27,78

Schlachtvieh NBL

Schweine E; EUR/kg; MW NBL 1,58 1,63 1,70 1,69 1,71 1,65

Jungbullen R 3, EUR/kg; MW NBL 3,77 3,81 3,77 3,76 3,76 3,78

Betriebsmittel MV

Milchleistungsfutter 18% RP, E III, EUR/t 214 216 236 239 241 258

Sojaschrot 43/44% RP, EUR/t 311 334 383 407 408 478

Rapsschrot EUR/t 216 240 281 276 279 311

Marktfrüchte MV

B-Weizen EUR/dt 19,09 19,48 20,41 20,93 20,15 21,12

Futtergerste EUR/dt 18,25 18,65 19,98 20,19 19,29 19,92

Brotroggen EUR/dt 20,13 20,56 21,08 21,78 21,31 20,23

Raps EUR/dt 44,19 45,05 47,36 47,40 46,26 47,18

Düngemittel ab Station Ostdeutschland

KAS 27 % N, EUR/t 289 288 279 270 267 265

ASS 26 % N, 13 % S, EUR/t 311 313 309 303 294 288

ssA 21 % N, 24 % S, EUR/t 251 259 260 255 223 229

Harnstoff granuliert 46 % N, EUR/t 394 419 439 441 453 395

AHL 28 % N, EUR/t 238 238 238 242 237 229

MAP 12 % N; 52 % P 2 O 5 , EUR/t 481 504 482 528 556 556

DAP 18 % N; 46 % P 2 O 5 , EUR/t 490 487 486 490 507 513

Tripelsuperphosphat 46 % P 2 O 5 , EUR/t 460 449 447 444 448 449

40er Kali 40 % K 2 O, 6 % MgO, 4 % S, EUR/t 287 288 288 275 272 275

60er Kali 60 % K 2 O, EUR/t 384 382 385 384 387 386

Kosten der Einzelnährstoffe

N Harnstoff granuliert, EUR/kg 0,86 0,91 0,95 0,96 0,99 0,86

P 2 O 5 MAP, EUR/kg 0,73 0,76 0,71 0,79 0,84 0,87

K 2 O 60er Kali, EUR/kg 0,64 0,64 0,64 0,64 0,64 0,64

Quellen: MIO-Marktinformation Ost; Top Agrar; www.ife-ev.de; www.finanzen.net

Alle Angaben ohne Gewähr * alle Preise ohne Mehrwertsteuer

Das Blatt 1/2013


Agrarberatung

2013

Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mittel Min Max

0,81 0,78 0,77 0,78 0,76 0,75 0,74 0,77 0,74 0,81

1,24 1,29 1,30 1,29 1,31 1,33 1,35 1,29 1,23 1,35

93,77 94,70 89,34 86,59 88,20 95,02 96,62 94,41 82,37 106,04

1,52 1,54 1,52 1,50 1,46 1,46 1,46 1,49 1,42 1,54

30,00 34,10 35,30 35,00 34,60 35,00 30,48 23,90 35,30

27,71 29,30 30,44 32,61 32,61 33,13 30,57 27,71 33,13

1,73 1,92 1,94 1,87 1,79 1,70 1,68 1,73 1,57 1,94

3,81 3,97 3,94 3,99 4,05 4,09 4,06 3,88 3,75 4,09

275,00 277 268 269 275 271 250 214 277

518 510 461 454 462 416 419 304 518

328 317 303 313 342 306 286 212 342

24,43 24,57 24,50 25,78 26,15 24,37 24,60 22,38 17,79 26,15

21,57 21,75 21,36 22,44 22,53 22,06 21,70 20,50 17,30 22,53

20,81 19,75 19,53 20,49 20,95 20,49 19,35 20,41 19,25 21,78

47,96 48,80 46,47 45,89 46,14 45,63 46,45 46,21 42,16 48,80

269 272 276 279 278 280 285 278 265 296

295 299 297 295 294 301 308 301 288 313

234 240 246 249 246 247 250 246 223 260

406 406 406 393 392 392 393 408 379 453

239 243 246 246 245 263 245 242 229 263

556 560 551 545 493 491 480 521 480 560

522 511 495 487 474 448 435 489 435 522

452 460 459 409 446 400 410 442 400 460

282 284 285 284 281 284 290 283 272 291

388 388 388 388 395 427 392 390 382 427

0,88 0,88 0,88 0,85 0,85 0,85 0,85 0,89 0,85 0,99

0,87 0,87 0,86 0,85 0,75 0,75 0,73 0,80 0,71 0,87

0,65 0,65 0,65 0,65 0,66 0,71 0,65 0,65 0,64 0,71

Das Blatt 1/2013

15


16

Agrarberatung

UMweltaUFlaGen in Der lanDwirtschaFt *)

Aufklären statt

aufregen

Claus-Peter Boyens, Landwirtschaftskammer

Schleswig-Holstein, Fachbereich Umwelt und

Gewässerschutz

Die Ansprüche der Gesellschaft an die Landwirtschaft steigen stetig an. Insbesondere wird

dies in der Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) deutlich, in der immer wieder

„öffentliche Güter für öffentliche Gelder“ gefordert werden. Diese Sensibilisierung der Bevölkerung

zum Themenbereich „Umweltauflagen“ führt dazu, dass mögliche Fehlverhalten immer

häufiger den Behörden gemeldet werden.

So kommt es dazu, dass der in

der Kernsperrfrist durch das Dorf

fahrende Güllewagen Anlass für

Anzeigen ist, obwohl lediglich der

Wirtschaftsdünger in einen gepachteten

Behälter gefahren wird.

Ziel eines jeden Landwirtes sollte es

Das Blatt 1/2013

daher sein, Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit

in seinem Umfeld

zu betreiben, um Missverständnisse

im Vorfeld auszuräumen.

Die Landwirtschaft muss sich der

steigenden Sensibilität in der Bevöl-

*) Kurzfassung des Vortrags, gehalten auf dem Tag der Betriebswirtschaft – Marktfruchtbau der LMS am 25. Januar 2013 in Güstrow

kerung stellen. Sie muss verstehen,

dass ihr eigenes Handeln beobachtet

und kontrolliert wird und somit

eine Wechselbeziehung zwischen

Landwirtschaft, Behörden und Gesellschaft

besteht (Abb.).


Kontrollen,

Genehmigungen

Landwirte

Wechselbeziehungen

Behörden Bevölkerung

„Alles was die Bevölkerung wahrnimmt!“

abb.: wechselbeziehung zwischen landwirtschaft, Behörden und Bevölkerung

Agrarberatung

Ansprüche der

Gesellschaft

Das Blatt 1/2013

17


18

Agrarberatung

cross compliance

Beim Thema „Umweltauflagen in

der Landwirtschaft“, muss man sich

zwangsläufig mit Cross Compliance

auseinandersetzen. Die angespro-

VoK

2012 2011 2010

davon VoK mit

Verstößen

VoK

davon VoK mit

Verstößen

VoK

davon VoK mit

Verstößen

Kontrollbericht anzahl anzahl % anzahl anzahl % anzahl anzahl %

Pflanzenschutzmittel 42 4 9,5 31 7 22,6 32 3 9,4

Vogelschutz 48 2 4,2 49 2 4,1 49 2 4,1

Flora Fauna Habitat 24 1 4,2 25 1 4,0 36 0

Nitrat 48 2 4,2 49 1 2,0 49 1 2,0

Grundwasserschutz 43 3 7,0 49 0 49 0

Klärschlamm 8 0 5 1 20,0 3 0

Phosphat (ELER) 35 1 2,9 36 1 2,8 27 0

Anhang III 48 2 4,2 49 3 6,1 49 2 4,1

Dauergrünland 0 0 43 0 47 0

Gesamt 296 15 5,1 336 16 4,8 341 8 2,3

tab. 1: systematische auswahl nach ria/Bundesland MV

VoK

2012 2011 2010

davon VoK mit

Verstößen

VoK

davon VoK mit

Verstößen

VoK

davon VoK mit

Verstößen

Kontrollbericht anzahl anzahl % anzahl anzahl % anzahl anzahl %

Pflanzenschutzmittel 21 11 52,4 6 6 100,0 11 2 18,2

Vogelschutz 25 17 68,0 25 17 68,0 15 7 46,7

Flora Fauna Habitat 2 0 2 0 2 0 0,0

Nitrat 12 8 66,7 10 8 80,0 6 4 66,7

Grundwasserschutz 0 0 0 0 2 0

Klärschlamm 0 0 1 1 100,0 0 0

Phosphat (ELER) 0 0 1 0 0 0

Anhang III 11 9 81,8 18 10 55,6 9 7 77,8

Dauergrünland 3 1 33,3 34 9 26,5 16 7 43,8

Gesamt 74 46 62,2 97 51 52,6 61 27 44,3

tab. 2: cross checks/Bundesland MV

Das Blatt 1/2013

chene Sensibilität der Bevölkerung

spiegelt sich besonders in Schleswig-Holstein,

aber auch in Mecklenburg-Vorpommern,

in der Statistik

der Cross-Compliance-Verstöße

wider. Sowohl die systematischen,

als auch die anlassbezogenen Kontrollen

(cross checks) zeigen prozentual

eine leicht steigende Tendenz

bei den Verstößen (Tab. 1 und 2).

Quelle: Dr. Gabriele Hussel; Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz MV, Cross-Compliance-Koordinierungsstelle


Zu Kürzungen führen bei den systematischen

Kontrollen vor allem

die fehlenden oder nicht vollständigen

Dokumentationen, bei den

anlassbezogenen Kontrollen jedoch

vorrangig bewusstes Fehlverhalten.

Themen wie Anwendung von Pflanzenschutzmitteln,

Erhalt der Landschaftselemente

oder die Düngung

sind somit von Bedeutung. Grundsätzlich

sanken in Mecklenburg-

Vorpommern die durchgeführten

Vor-Ort-Kontrollen (VOK) von 2011

zu 2012 zwar geringfügig, aber

prozentual stieg die Anzahl der festgestellten

Verstöße. Nachfolgend

zeigen Beispiele aus der Praxis, wie

man auch durch unbeabsichtigtes

Verhalten in ein Cross-Compliance-

Verfahren geraten kann.

auch für den Prüfer gilt: Der erste

eindruck zählt!

Veränderung Feuchtgebiet

In einem aktuellen Fall aus Mecklenburg

Vorpommern hat ein

Landwirt eine Drainage über einen

Zeitraum von etwa 3 Jahren nicht

gepflegt. In der Folge vergrößerte

sich ein bestehendes Feuchtgebiet

auf die doppelte Fläche. Nachdem

das Drainageproblem als Ursache

erkannt war, wurde dies durch Spülen

und Teilerneuerung gelöst. In

der Folge sank der Wasserspiegel

und die Wasserfläche reduzierte

sich auf die ursprüngliche Größe.

Diese Verringerung der Wasserfläche

wurde auch von einem Mitbürger

wahrgenommen und zur

Anzeige gebracht. Das Ergebnis

der VOK war ein fünfprozentiger

Prämienabzug und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren,

da der Landwirt

ein bestehendes Feuchtgebiet

aktiv verändert hat. Auch mehrere

Vor-Ort-Termine mit verschiedenen

Beteiligten änderten nichts an diesem

Ergebnis. Aktuell versucht der

Landwirt mittels eines Planungsbüros

noch eine außergerichtliche Einigung

zu erzielen.

anwendung Pflanzenschutz

In einem zweiten Beispiel wird

aufgrund der politischen Diskussion

über den Einsatz von clomazonhaltigen

Pflanzenschutzmitteln

auf einen entsprechenden Fall aus

Schleswig-Holstein verwiesen. Eine

im Jahr 2011 in Mecklenburg-Vorpommern

geführte Diskussion über

den Einsatz dieser Pflanzenschutzmittel

hatte zur Folge, dass die

bußgeldbewährten Anwendungsbestimmungen

verschärft und auf

dieser Basis 2012 erstmalig kontrolliert

wurde. Aufhellungen an

Zeigerpflanzen und Gerüche in der

Nähe einer Ortschaft in Schleswig-

Holstein führten zur Anzeige. Die

zuständige Behörde vereinbarte

Agrarberatung

mit dem Landwirt einen Vor-Ort-

Termin. Der Landwirt war überzeugt,

dass er bei der Anwendung

alles richtig gemacht hatte. So war

z.B. der 5-m-Streifen um die Fläche

gut erkennbar. Aufgrund von Unwissenheit

hatte er jedoch die verschärfte

Abstandsregelung von 100

m zu Ortschaften nicht eingehalten.

Folge war auch hier ein dreiprozentiger

Prämienabzug und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Die Beispiele zeigen, dass auch unabsichtliches

Handeln schnell zu

einem Cross-Compliance-Verstoß

führen kann. Generell bedeutet

jede anstehende Cross-Compliance-Kontrolle

immer Stress für den

Landwirt. Trotzdem sollte versucht

werden, sich in die Lage des im

amtlichen Auftrag tätig werdenden

Prüfers zu versetzen. Hierbei ist insbesondere

eine sachliche Gesprächsatmosphäre

sinnvoll. Des Weiteren

sollte immer darauf geachtet werden,

dass der erste Eindruck des

Betriebes positiv ist. Ein aufgeräumtes

Pflanzenschutzlager oder

eine gut sortierte Dokumentation

zeigen dem Kontrolleur, dass man

den Betrieb im Griff hat.

eingriff in die natur

Auch bei geplanten Eingriffen in

die Natur (z. B. Landschaftselemen-

teverlegung) besteht die angesprochene

Wechselbeziehung zwischen

Landwirt, Behörde und teilweise

Bevölkerung. Landwirte sollten

bei den zuständigen Behörden

vor Antragsstellung zunächst in

einem Sondierungsgespräch die

Möglichkeiten für die Maßnahme

ausloten. Hierbei sollte unbedingt

darauf geachtet werden, dass die

Pläne so konkret wie möglich dargelegt

werden können. Insbesondere

sollten auch schon Ideen für

Das Blatt 1/2013

19


20

Agrarberatung

den notwendigen Ausgleich eingebracht

und diskutiert werden. Die

Genehmigungsbehörde wird, darauf

aufbauend, die für den Antrag

notwendigen Unterlagen benennen

(z.B. Landschaftspflegerische Stellungnahme),

so dass bei Antragstellung

diese vollständig vorliegen. Der

Antrag kann somit zügig bearbeitet

werden. Dieses Vorgehen ist natürlich

keine Garantie, dass jeder Eingriff

in die Natur auch genehmigt

wird, hilft aber, schneller zu Entscheidungen

zu kommen.

Insbesondere bei größeren Eingriffen

sollte man zudem das nähere

Umfeld mitnehmen. Die Planungen

über entsprechende Vorhaben

sollten rechtzeitig öffentlich gemacht

und die Bevölkerung bei Bedarf

informiert werden.

Fazit

Die Landwirtschaft wird zukünftig

immer mehr im Fokus der Öffentlichkeit

stehen. Jeder Landwirt sollte

in seinem Umfeld Aufklärungs- und

Öffentlichkeitsarbeit betreiben, um

so auch unangemessene Anzeigen

und daraus resultierende Kontrollen

zu vermeiden. Sofern dennoch eine

Kontrolle stattfindet, sollte man

trotz der Stresssituation gegenüber

dem Kontrolleur vernünftig und

sachlich auftreten. Eine aufgeheizte

Von großen Hebeln und

kleinen Schräubchen

Johannes Ullrich

Während sich die Landwirte

noch die Wunden des Winters

2010/2011 leckten (erhebliche Auswinterungen

Winterraps), kam es

wie befürchtet. Die Temperaturen

rauschten in den Keller und sanken

dann schließlich um den 6. Februar

auf Tiefstwerte, die örtlich -20 °C

deutlich unterschritten. Dort, wo

eine schützende Schneedecke

fehlte, wurden die Wintersaaten

entsprechend in Mitleidenschaft

gezogen. Insbesondere Weizenbestände

waren davon betroffen,

in erster Linie früh bestellte und

dementsprechend weit entwickelte

Saaten. Auf einzelnen Betrieben

führten diese Ereignisse zu massiven

Verlusten. Entweder wurden

die Bestände stark ausgedünnt und

Kontrollatmosphäre hilft niemandem.

Auch für einen Prüfer gilt: Der

erste Eindruck des Betriebes ist entscheidend.

Zudem sollten Eingriffe

in die Natur gemeinsam mit der

Genehmigungsbehörde vorab besprochen

und bei größeren Eingriffen

auch immer das nähere Umfeld

rechtzeitig informiert werden, da

sich so im Vorwege einige Diskussionen

vermeiden lassen.

Kontakt:

Claus-Peter Boyens

Telefon: 04331 9453-340

E-Mail: cpboyens@lksh.de

rücKBlicK UnD BetrieBswirtschaFtliche erKenntnisse iM MarKtFrUchtBaU*)

Die ersten Tage des Jahres 2012 waren für die Jahreszeit viel zu warm. Mitte Januar jedoch kehrte

der Winter zurück, Schnee verwandelte die Gegend in eine Winterlandschaft. Von diesem wertvollen

Schnee blieben weite Landesteile jedoch unberührt, so fiel die weiße Pracht lediglich in den

westlichen Landesteilen Mecklenburg-Vorpommerns und entlang der Ostseeküsten.

*) Kurzfassung des Vortrags, gehalten auf dem Tag der Betriebswirtschaft – Marktfruchtbau der LMS am 25. Januar 2013 in Güstrow

Das Blatt 1/2013

nachhaltig geschädigt in die Vegetation

geführt oder es blieb nur

noch der Umbruch. Es sollte lange

dauern, bis die Vegetation richtig

in Gang kam. Der zögerliche Start

und die übliche Vorsommertrockenheit

entfalteten ihre Wirkung. In

Bezug auf die anbaustärkste Kultur

Winterweizen befand sich MV in

zwei Welten – während in schnee-


freien Regionen die Bestände vor

sich „hinvegetierten“, konnte der

Weizen auf guten Böden, die unter

die Gunst der Schneebedeckung

kamen, zügig „durchstarten“. Diese

regionalen Unterschiede spiegelten

sich dann auch in den Ernteerträgen

wider.

erträge maximal Durchschnitt

Beim Vergleich der Druscherträge

von Raps, Winterweizen, -gerste

und -roggen der 2012er Ernte mit

dem Durchschnitt des 5-jährigen

Ertragsmittels (Ernten 2007-2011)

zeigt die Gegenüberstellung im

Mittel aller an der LMS-internen

Betriebszweigauswertung 2012 teilnehmenden

Betriebe allenfalls ein

durchschnittliches Ergebnis.

2007 2008 2009 2010 2011

Marktleistung utopisch

Geprägt durch weltweite Natur- und

Politikereignisse wurden die Erzeugerpreise

auch im Jahr 2012 wieder

auf internationalem Parkett entschieden.

Bei der Vermarktung der

Ernte konnten die meisten Betriebe

von dem hohen Preisniveau im Jahresverlauf

deutlich profitieren. Dies

führte zu Marktleistungen (Ertrag x

Preis) in bislang utopischer Größenordnung.

So wurde im Mittel der

Betriebe über alle Fruchtarten ein

Markterlös von über 1.600 EUR/ha

erzielt. Doch zu welchem Preis wurden

diese Leistungen realisiert? Ein

Blick auf die Entwicklung der Direktkosten

schafft Klarheit:

Die Summe der Direktkosten (über

alle Früchte, alle Betriebe) hat sich

im Vergleich zum 5-jährigen Mittel

um immerhin 17 % erhöht.

Dabei sind die größten Steigerungen

bei den Positionen Saatgut

und Düngemittel zu verzeichnen.

Die Aufwendungen für Pflanzenschutzmittel

stiegen lediglich um

4 Prozentpunkte. Setzt man diese

Kostensteigerung ins Verhältnis zu

den Marktleistungen, die im selben

Vergleichszeitraum um über 40 %

gestiegen sind, wird der enorme

Preishebel beim ökonomischen Ernteergebnis

2012 offensichtlich.

salden derzeit positiv

Summa summarum wurde im

Durchschnitt der teilnehmenden

Betriebe ein positiver Saldo vor Prämien

von deutlich über 300 EUR/ha

erzielt! (Saldo vor Prämien = Marktleistungen

abzgl. Direkt- und Gemeinkosten)

Durchschnitt

5 Jahre (2007-2011)

Agrarberatung

2012 %

Summe Direktkosten 392 458 17

Saatgut 71 93 30

Dünger 186 225 21

Pflanzenschutz 135 140 4

tabelle 2: entwicklung der Direktkosten (eUr/ha)

Durchschnitt

5 Jahre

Raps 31,1 40,0 46,6 41,5 26,7 37,2 37,8

Weizen 61,1 77,3 80,4 71,5 68,6 71,8 71,1

Gerste 61,5 72,4 71,6 73,0 58,1 67,3 68,9

Roggen 48,1 58,8 62,4 53,8 51,5 54,9 62,0

tabelle 1: entwicklung der Durchschnittserträge (dt/ha)

2012

Von außen betrachtet könnte leicht

der Eindruck entstehen, Marktfrucht-

bau sei dieser Tage die „Lizenz zum

Gelddrucken“, schließlich scheint es

doch seit der Ernte 2007 steil bergauf

zu gehen. Sicherlich wurden die

meisten Betriebe durch die Konstellationen

des Erntejahres 2012 vorerst

in eine komfortable Situation

versetzt. Nüchtern betrachtet sind

jedoch die Vorjahre und deren tatsächliche

Ergebnisschwankungen in

die Beurteilung einzubeziehen. So

ergibt sich im Mittel der 5 Vorjahre

(2007–2011) ziemlich genau eine

Null, es blieb also im Schnitt dieser

Jahre „nur“ die Prämie über. Diesen

Zeitraum gilt es zu kompensieren,

zumal die aufgeheizten Marktkonstellationen

auch zügig wieder kippen

können.

Die Begehrlichkeiten aller Beteiligten

in und außerhalb der Agrarbranche

steigen analog zu den Erfolgs-

meldungen. Präzise agieren und

dabei trotzdem „cool“ bleiben ist

angesagt!

Kontakt:

Johannes Ullrich

Telefon: 0381 877133-35

Mobil: 0162 1388021

E-Mail: jullrich@lms-beratung.de

Fotoimpressionen der

Veranstaltung finden Sie

auf Seite 47 in diesem Heft.

Das Blatt 1/2013

21


22

Forschung

aUs DeM JahresBericht 2012 Der lanDesForschUnGsanstalt MV

Neue Erkenntnisse zu Sorten,

Ernte und Düngung

Dr. Hubert Heilmann, Leiter Institut für Pflanzenproduktion

und Betriebswirtschaft

Die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei MV ist als nachgeordnete Einrichtung

des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz vorrangig für die

Entwicklung einer standortspezifischen, nachhaltigen Landwirtschaft, Fischerei und Gartenbauwirtschaft

verantwortlich. Als praxisorientierte Forschungseinrichtung ist sie das Bindeglied

zwischen der Grundlagenforschung und der Praxis.

Angewandte Forschung ist kein

Selbstzweck, sondern hat die klare

Aufgabe, Problemlösungen und

Entscheidungshilfen zu erarbeiten

und erfolgreich in die Praxis überzuleiten.

Dabei spielt die Beratung

quasi als „Transmissionsriemen“ eine

wichtige Rolle.

Die LFA MV hat in Deutschland

das Alleinstellungsmerkmal, die

einzige Landesanstalt mit reinem

Forschungscharakter zu sein. Das

unterscheidet sie von anderen Landesanstalten,

unter deren Dach

sowohl Kontroll-, Hoheits- als auch

Das Blatt 1/2013

Forschungs- und Ausbildungsaufgaben

vereint sind.

Unsere Agrarwirtschaft steht vor

großen Herausforderungen. Einerseits

muss sie zunehmend dem

internationalen Wettbewerbsdruck

standhalten. Andererseits nehmen

die gesellschaftlichen Anforderungen

an den Agrarsektor stark zu.

Die Kluft zwischen der Landwirtschaft

und der restlichen Gesellschaft

scheint sich permanent zu

vergrößern. Klimawandel, steigende

Nachfrage nach Lebensmitteln und

nachwachsenden Rohstoffen stellen

den Agrarsektor vor kaum lösbare

Probleme. Ohne eine kompetente,

regionale Ressortforschung sind diese

Herausforderungen nicht zu bewältigen.

Im zurückliegenden Jahr 2012 hat

die LFA MV an insgesamt 96 Forschungsthemen

gearbeitet. In vielen

Fachveranstaltungen, Vortragsreihen,

Feldführungen und Workshops

wurden die Ergebnisse themenbezogen

einem breitem Fachpublikum

präsentiert. Um themenunabhängig

einen Überblick über die Forschungsleistungen

zu geben, wird jährlich ein


Jahresbericht erstellt, in dem die Aktivitäten

und Ergebnisse umfassend

dargelegt werden. Hier können sich

alle Interessierten informieren und

gegebenenfalls die kompetenten

Ansprechpartner finden. Sie finden

den Jahresbericht wie die vielen

Fachinformationen online unter

www.lfamv.de. Nachfolgend sind

drei Beiträge aus dem Institut für

Volker Michel, Sachgebiet Sortenwesen und Biostatistik

Die Einschätzung und Empfehlung

von Sorten landwirtschaftlicher Kulturarten

durch die Länderdienststellen

für das Sortenversuchswesen erfolgt

in Deutschland im Wesentlichen auf

der Basis von Landessortenversuchen

(LSV) sowie vorgelagerter Wertprüfungen

und EU-Sortenversuche. Basis

der Bewertung ist die Gesamtheit

der wertbestimmenden Eigenschaften

der Sorten unter regionalem

Aspekt. Große Bedeutung kommt

dabei der frühzeitigen, möglichst

schätzgenauen, gut reproduzierbaren

Auswertung von Ertrags- und anderen

stetigen Merkmalen zu. Aufgrund

der begrenzten, tendenziell gesunkenen

Kapazitäten auf regionaler

Ebene und der gleichzeitigen Forderung

nach schneller Überleitung des

Züchtungsfortschrittes in die Praxis

gilt es dabei, die potenzielle Datenbasis

voll auszuschöpfen. Probleme

bereitet hierbei die den integrierten

Sortenprüfsystemen immanente

stark ausgeprägte Unbalanziertheit /

Lückigkeit der Daten. Vereinfachte

Auswertungsansätze (z.B. Bildung

arithmetischer Mittelwerte oder Tabellenkalkulationen)

führen zu erheblichen

Risiken, stark verzerrte Sorteneinschätzungen

und Sortenvergleiche

zu erzielen. Um Sortenunterschiede

trotzdem mit bestmöglicher Präzision

zu schätzen, sind der Komplexität

der Datenstruktur und den Sorte x

Umwelt-Interaktionen angemessene

Auswertungsmodelle erforderlich.

Die hergebrachte regionale Ertragsauswertung

bezog Versuchsergebnisse

der Landessortenversuche der

jeweiligen Länderdienststelle der

letzten drei Jahre ein. Die bislang

übliche Beschränkung auf LSV, auf

orthogonale Sortenvergleiche innerhalb

eines LSV-Jahrganges sowie auf

eine Regelprüfzeit von 3 Jahren ist

im Sinne der o.g. Zielstellung nicht

prinzipiell begründbar und nicht

optimal. Im Interesse der Frühzeitigkeit

und Genauigkeit ist es sinnvoll,

die Datenbasis weiter zu fassen.

Die Landesforschungsanstalt für

Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern

hat die Auswertung

dahingehend methodisch

grundlegend modernisiert. Mit den

Auswertungsmodellen der Hohenheim-Gülzower-Serienauswertung

können stark unbalanzierte Daten

ausgewertet werden, vorgelagerte

Prüfungen wie Wertprüfungen und

EU-Sortenversuche werden einbezogen,

der Auswertungszeitraum wird

auf sechs bis neun Jahre erweitert,

Forschung

Pflanzenproduktion und Betriebswirtschaft

ausgewählt worden, um

beispielhaft einen Ausschnitt aus

der Vielzahl von Aktivitäten zu

geben.

Analysen zur Anwendung der „Hohenheim-Gülzower-

Serienauswertung“ im regionalisierten Sortenversuchswesen

in Mecklenburg-Vorpommern

Ergebnisse benachbarter Regionen

mit ähnlichen Sortenreaktionen werden

mit objektiviert abgestuftem

Gewicht einbezogen. Ein Agrarministerbeschluss

(2004) hat daher

die Einführung dieses Methodenkomplexes

von allen Bundesländern

eingefordert.

Im Zuge der Einführung der Hohenheim-Gülzower-Serienauswertung

wurden in der LFA für den Großraum

Nordostdeutschland ausgesprochen

große, langjährige Datenbestände

für alle bearbeiteten landwirtschaftlichen

Pflanzenarten und deren

varianzanalytisch auswertbare

Merkmale zusammengeführt. Nach

nunmehr siebenjähriger Einführung

dieser Methode werden verallgemeinerungswürdige

Erfahrungen und

Ergebnisse abgeleitet.

Es konnte gezeigt werden, dass

die eingeführten methodischen Innovationen

zu einer erheblichen

Erhöhung der Genauigkeit der Mittelwertschätzungen

sowie zu einer

Beschleunigung der Überleitung des

Züchtungsfortschrittes in die landwirtschaftliche

Praxis um ein bis zwei

Jahre führen.

Das Blatt 1/2013

23


300

250

200

150

100

50

0

Dimension

24

Forschung

Dr. Ralf-Rainer Schulz, Sachgebiet Acker- und Pflanzenbau

Verringerung von Vorernteverlusten bei Winterraps

durch Anbau platzfester Sorten und Optimierung des

Erntetermins

Ungünstige Witterungsbedingungen

zur Ernte haben in den letzten Jahren

in Mecklenburg-Vorpommern zu teils

gravierenden Verzögerungen beim

Rapsdrusch geführt. Daher bestand

ein erhöhter Beratungsbedarf hinsichtlich

der zu erwartenden Vorernteverluste

und Qualitätsbeeinträchtigungen

bei verspäteter Rapsernte.

In diesem Zusammenhang wurden

Untersuchungen zur Platzfestigkeit

und Auswuchsfestigkeit ausgewählter

Winterrapssorten durchgeführt.

Merkmal Maßeinheit

normal

Erntetermin

spät

Ertrag dt/ha 59,3 58,6

Ölgehalt % 44,3 44,0

Vorernteverluste kg/ha 36,8 85,6

Auswuchs % der Samen 6,7 12,6

Freie Fettsäuren % im extrah. Öl 0,28 0,37

* Sorten Visby, Dimension, PR46W20 und Treffer

tab.: effekte von ernteverzögerung auf Vorernteverluste, Kornertrag und Qualität

Versuche Gülzow, Mittelwerte aus 2010-2012*

King 10

Vorernteverluste

Compass

PR46W20

Treffer

Galileo

Daraus ergaben sich Empfehlungen

zur sortenspezifischen Rapsernte. In

Spätdruschversuchen wurde festgestellt,

dass sich Vorernteverluste,

Auswuchsneigung der Samen und

Zugkraft (Peakmessung) bis zur Schotenöffnung**

Vorernteverluste in kg/ha Kraft in cN

Visby

NK Petrol

GD 5% = 13,6

abb.: Vorernteverluste und schotenstabilitätsmessungen 2011 sowie Versuchsmessstand (rechts)

Das Blatt 1/2013

Artoga

Xenon

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

5

0

die Gehalte an unerwünschten freien

Fettsäuren erhöhten (s. Tabelle). Die

Ertragsverluste infolge einer zu späten

Ernte blieben jedoch relativ gering

und betrafen vorwiegend die frühen

Sorten. Vorernte- und Ernteverluste

führen nicht nur zu Ertrags- und Qualitätsminderungen,

sondern erhöhen

auch den Vorrat an Rapssamen im

Boden, der das Altraps-Durchwuchsproblem

weiter verschärft.

Im Rahmen der Bearbeitung des

Forschungsthemas wurde eine neue

Methode zur Ermittlung der Platzfestigkeit

von Rapsschoten entwickelt.

Diese basiert auf einer Messung der

Kraft, die zum Öffnen einer Schote

erforderlich ist. Bei Sorten mit geringen

Vorernteverlusten waren meist

auch entsprechend höhere Zugkräfte

zum Öffnen der Schoten erforderlich

(s. Abbildung).


Dr. Ralf-Rainer Schulz, Sachgebiet Acker- und Pflanzenbau

Beurteilung unterschiedlicher Blattdüngungsmaßnahmen

im Winterraps

Die Applikation von Blattdüngern

stellt im Rapsanbau eine Standardmaßnahme

dar. Positive Effekte sind

sowohl auf guten Rapsstandorten

zur Absicherung hoher Erträge als

auch auf Sandböden möglich, wo

häufig Nährstoffmangel in Trockenperioden

auftritt. Die Blattdüngung

ist als Ergänzung zur Bodendüngung

zu betrachten und vor allem sinnvoll

zur Vorbeugung und Behebung von

latentem oder akutem Nährstoffmangel,

bei ungenügender Nährstoffnachlieferung

aus dem Boden

in Zeiten erhöhten Nährstoffbedarfes

sowie zur Abmilderung physiologischer

Stresssituationen für die

Pflanze (extreme Witterung).

Bekanntlich hat Raps einen vergleichsweise

hohen Bedarf an den

Spurennährstoffen Bor, Mangan

und Molybdän. Dabei sorgt Bor für

ausgewogene und gesunde Wachstumsprozesse

insbesondere im Bereich

des Vegetationskegels und

der Wurzel, Mangan verbessert die

Stresstoleranz gegenüber Trockenheit

und Kälte und Molybdän ist für

eine optimale Stickstoffausnutzung

erforderlich.

Der Bedarf des Rapses am Mikronährstoff

Bor ist 5- bis 10-mal höher

als bei Getreide, so dass die Zuführung

von 200 - 250 g B/ha bis Blühbeginn

zu empfehlen ist. Eine gezielte

Düngung ist nur bei Kenntnis des

Versorgungszustandes des Bodens

oder der Pflanze möglich. Dabei

sind Bodengehalte in Gehaltsklasse

C und eine Pflanzenversorgung

innerhalb der stadienspezifischen

Richtwertspanne anzustreben. Da-

rüber hinaus geben Standortgüte,

pH-Wert, Witterung und sonstige

Düngungsmaßnahmen wertvolle

Informationen über Verfügbarkeit

oder Festlegung von Nährstoffen.

Versuche zur Wirkung verschiedener

Blattdünger, in Spritzfolgen geprüft,

haben bei überwiegend guter

Nährstoffversorgung zu geringen

Mehrerträgen geführt. Die besten

Ergebnisse wurden mit den Präparaten

Nutri-Phite Magnum S und

PG nr. aufwandmenge

Blattdünger

Forschung

Fertileader-Produkten (PG 4) erzielt.

Eine statistische Absicherung der

Mehrerträge gelang jedoch nicht.

Im Versuchsjahr 2012 war durch die

Blattdüngung ein positiver Effekt

auf den Rohfettgehalt feststellbar.

Bei der Auswahl der Blattdünger

ist auf eine fruchtartenspezifische

Nährstoffzusammensetzung und

günstige Anwendungseigenschaften

zu achten.

ausbr.

termin

Kornertrag

adj.

rohfett

BBch dt/ha % %

1 unbehandelt 42,8 100 43,5

2 0,5 l/ha Nutri-Phite Magnum S 51-53 45,1 105 43,8

3

4 1)

5

6

7

2,0 l/ha Fertileader alpha

2,0 l/ha Fertileader Alpha

2,0 l/ha Fertileader Alpha

1,0 l/ha Fertileader Alpha

3,0 l/ha YaraVita Raps FL

3,0 l/ha YaraVita Raps FL

1,0 l/ha YaraVita Bor

3,0 l/ha YaraVita Raps FL +

3,0 l/ha YaraVita Kartoffel

3,0 l/ha YaraVita Raps FL+

3,0 l/ha YaraVita Kartoffel

1,0 l/ha YaraVita Bor

0,5 l/ha NGK Plus 9+2,0 l/

ha NGK Blatt+18 l/ha AHL

wie erste Beh.+0,5 l/ha NGK

Bakterien+0,5 l/ha Li 700

14-16

59

14-16

59

14-16

53

59

14-16

53

59

14-16

53

43,5 102 43,9

44,4 104 43,9

42,6 100 44,0

43,4 101 44,1

44,1 103 43,7

8 18 l/ha AHL 14-16 42,9 100 43,4

9

12,5 kg/ha EPSO Microtop

12,5 kg/ha EPSO Microtop

53

59

GD 5 % (dt/ha): 4,2

1) 2012 zusätzlich 1,0 l/ha Fertileader Gold BMo

43,4 101 43,7

tab.: Blattdüngungsversuche Gülzow, 2008-2010 (sorte taurus, aZ 25-35)

und 2012 (sorte Visby, aZ 40)

Das Blatt 1/2013

25


26

Forschung

Gerste, roGGen, triticale

Mit Züchtungsforschung

zu mehr Nachhaltigkeit

Dr. Matthias Herrmann, Dr. Steffen Roux, Dr. Brigitte Ruge-Wehling,

Dr. Margret Scholz, Julius Kühn-Institut, Institut für Züchtungsforschung

an landwirtschaftlichen Kulturen, Groß Lüsewitz

Gerste, Roggen und Triticale sind traditionelle Getreidearten in der deutschen Landwirtschaft.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden diese Getreidearten im Jahr 2012 auf insgesamt 198 Tha

angebaut. Wie alle anderen Kulturarten sind sie auf eine kontinuierliche züchterische Verbesserung

angewiesen. Wissenschaftliche Vorarbeiten hierfür werden von Züchtungsforschern am

Julius Kühn-Institut in Groß Lüsewitz geleistet.

Wie bei jeder Kulturart hängt auch

bei der Gerste der mögliche Züchtungsfortschritt

von der Verfügbarkeit

genetischer Variabilität ab. In

den vergangenen hundert Jahren

haben sich die Pflanzenzüchter auf

jene Genvarianten gestützt, die in

der Kulturgerste (Hordeum vulgare

L. subsp. vulgare) und einer eng verwandten

Unterart, H. vulgare subsp.

spontaneum, vorkommen. Diese

beiden Arten sind miteinander leicht

kreuzbar und bilden gemeinsam den

sog. primären Genpool der Gerste.

neue Genressourcen für

gesunde Gerste

Es hat sich aber gezeigt, dass der

primäre Genpool nicht für alle He-

Das Blatt 1/2013

rausforderungen die passenden

Genvarianten bereit hält. Solche

Herausforderungen stellen z. B. die

bodenbürtigen Gelbmosaikviren und

das blattlausübertragbare Gelbverzwergungsvirus

(BYDV) dar. Beide

Virosen sind in Deutschland auf

dem Vormarsch. Eine chemische

Bekämpfung der Gelbmosaikvirose

ist gar nicht, die Bekämpfung von

BYDV nur indirekt über rechtzeitigen

Insektizideinsatz gegen die aphiden

Virusüberträger möglich.

Aus dem primären Genpool sind

bislang keine Resistenzgene bekannt,

die volle Wirksamkeit gegen die

genannten Viren hätten. Am Julius

Kühn-Institut in Groß Lüsewitz ist

man deshalb daran gegangen, den

sekundären Genpool der Gerste anzuzapfen.

Dieser wird von einer einzelnen

Gerstenwildart, H. bulbosum

(Abb. 1) gebildet. Wie Forschungsarbeiten

am Julius Kühn-Institut

zeigen, bietet der sekundäre Genpool

eine Fülle neuer Resistenzgene

gegen wichtige Krankheitserreger in

der Gerste, darunter die genannten

Viren, aber auch die pilzlichen Erreger

von Mehltau, Zwergrost und

Rhynchosporium-Blattflecken.

Kreuzungsbarriere überwunden

Für eine Erschließung des sekundären

Genpools als Resistenzressource für

die Gerstenzüchtung müssen die

Resistenzmerkmale zunächst durch


abb. 1: stengelbasis der wildgerste

Hordeum bulbosum mit den bulbenartigen

überdauerungsorganen

Artkreuzungen (Abb. 2) in die Kulturgerste

übertragen werden. Dies

ist wegen der vorhandenen Kreuzungsbarrieren

schwierig und gelingt

nur mit methodischen Kniffen. Den

Groß Lüsewitzer Forschern ist es auf

diese Weise gelungen, eine Reihe

abb. 2: Ähren von Hordeum vulgare

(re.), H. bulbosum (li.) und ihrem Kreuzungsnachkommen

(Mitte)

von Resistenzgenen aus H. bulbosum

in die Kulturgerste zu überführen.

Zwei dieser Gene, Rym14 Hb und

Rym16 Hb , bedingen – dies ist bislang

einmalig in der Resistenzzüchtung

bei Gerste – Resistenz gegen alle

bekannten Gelbmosaikviren. Ein

drittes Gen, Ryd4 Hb , bewirkt eine

vollständige, immunartige Resistenz

gegen die derzeit bekannten Gelbverzwergungsviren.

agronomisch nutzbar dank

Dna-Markern

Mit diesem Erfolg ist die Arbeit aber

noch nicht getan. Die Arthybriden als

direkte Nachkommen einer „weiten

Kreuzung“ sind agronomisch nicht

brauchbar. Mit der Einkreuzung neuer

Resistenzgene werden nämlich oft

weitere Gene der Wildart mit übertragen,

die einen unerwünschten

Einfluss auf die Anbaueigenschaften

der Gerste ausüben. Diese müssen

zunächst von den Zielgenen separiert

werden, bevor diese züchterisch einsetzbar

sind. Dazu bedienen sich die

Groß Lüsewitzer Züchtungsforscher

moderner Werkzeuge wie DNA-

Marker, mit denen in einer Art Präzisionszüchtung

solche Kreuzungsnachkommen

erkannt werden können,

die das gewünschte Resistenzgen

ohne weitere, unerwünschte Gene

der Wildart tragen. Vom Einsatz dieser

modernen Methoden, die ohne

gentechnischen Eingriff auskommen,

können sowohl die konventionelle als

auch die ökologische Landwirtschaft

profitieren.

Jahrzehntelanges Prebreeding

Mit den Forschungsarbeiten in Groß

Lüsewitz ist der sekundäre Genpool

als wichtige künftige pflanzengenetische

Ressource für die Züchtung

gesunder Gerste zugänglich gemacht

worden. Solche Arbeiten, die auch

als Prebreeding bezeichnet werden,

Forschung

erfordern viel Zeit und einen langen

Atem. Die hier geschilderten

Ergebnisse haben ihre Anfänge in

Forschungsarbeiten, die Mitte der

1970er Jahre am ehemaligen Institut

für Pflanzenzüchtung in Gülzow begonnen

und dann ab 1992 in Groß

Lüsewitz intensiviert weitergeführt

wurden.

Ein Ziel künftiger Arbeiten könnte es

sein, im sekundären Genpool auch

nach solchen Genen zu fahnden, die

der Kulturgerste eine höhere Widerstankraft

gegen abiotische Stressfaktoren,

wie etwa Kälte, Trockenheit

und Hitze, verleihen.

roggen – pflanzengenetische

ressourcen für die Biomasseerzeugung

Die energetische Nutzung von Biomasse

hat in der deutschen Landwirtschaft

stark an Bedeutung gewonnen.

Im Jahr 2012 wurden in

Deutschland auf insgesamt 962.000

ha Pflanzen angebaut, um Substrat

für ca. 7.000 Biogasanlagen zu produzieren.

Der Flächenbedarf für die

Produktion aller Energiepflanzen in

Deutschland, der im Jahr 2012 bei

2,12 Mio ha lag, wird für 2020 auf

ca. 3,7 Mio ha prognostiziert, was

einem Anteil von 21,9 % der heute

genutzten landwirtschaftlichen Nutzfläche

entspräche. Die Anbaufläche

für Silomais in Deutschland ist im

Zuge des Ausbaus der Biogasproduktion

zwischen 2002 und 2010

um 63 % gestiegen. Mais ist damit

die stark dominierende Kulturart

bei der Substratproduktion für Biogasanlagen.

Wenn wir die Kulturartenvielfalt

auf unseren Äckern bei

weiterhin hoher Flächenproduktivität

an Biomasse erhalten wollen, ist die

züchterische Anpassung alternativer

Energiepflanzen notwendig.

Das Blatt 1/2013

27


28

Forschung

Eine Alternative bietet Winterroggen,

der mit seiner besonders schnellen

Pflanzenentwicklung im Frühjahr

hervorragend zur Biomasseproduktion

geeignet ist. Sein leistungsfähiges

Wurzelsystem und seine ausgeprägte

Kältefestigkeit und Nährstoffeffizienz

verleihen ihm auch auf nährstoffarmen,

trockenen Standorten eine

hohe Ertragssicherheit. Winterroggen

kann dabei sowohl als Zwischenfrucht,

z. B. vor Mais, aber auch als

Hauptfrucht auf Marginalstandorten

für die Produktion von Ganzpflanzensilage

genutzt werden.

energiehybriden mit

heterosiszuwachs

Ergebnisse eines Forschungsvorhabens

am Julius Kühn-Institut in

Groß Lüsewitz (Abb. 3) zeigen, dass

einige züchterisch bislang wenig

genutzte pflanzengenetische Ressourcen

ein großes Potenzial für die

Entwicklung von Hybridsorten mit

besonders hoher Biomasseleistung

für die Biogaserstellung besitzen.

Eine Nutzung dieser Ressourcen in

der Hybridzüchtung setzt allerdings

das Vorhandensein von Heterosiszuwachs

im verwendeten Material

voraus. Gemeinsam mit Partnern

untersuchten die Züchtungsforscher

Roggenherkünfte verschiedener Materialgruppen

(Populationssorten,

abb. 3: Biomasse-Versuch bei winterroggen

auf dem JKi-Versuchsfeld Groß

lüsewitz

Das Blatt 1/2013

abb. 4: Biomasseernte zum Grünschnittzeitpunkt

‚Milchreife‘

Testkreuzungsleistung (GTM (dt/ha))

170

160

150

140

130

120

110

100

Grünschnittroggen, Zuchtmaterial,

Genbankherkünfte) auf ihren Heterosiszuwachs

– das ist die Differenz

zwischen Eigenleistung und Testkreuzungsleistung

– im maßgeblichen

Merkmal Gesamttrockenmasse

(GTM)-Ertrag. Zur Beurteilung der Eignung

für die Zwischen- bzw. Hauptfruchtnutzung

wurden die Versuche

zu zwei verschiedenen Grünschnitterntezeitpunkten

– Ährenschie-

ben und Milchreife – beerntet. Bei

den Grünschnitten 1 und 2 betrugen

die mittleren GTM-Erträge 70,1 und

131,9 dt/ha. Besonders geeignet

für die Entwicklung von Hochleistungsenergiehybriden

erscheinen

solche genetischen Ressourcen, deren

Testkreuzungsleistung sich aus

einer ansprechenden Eigenleistung

mit einem hohen Heterosiszuwachs

zusammensetzt. Dies war bei der

Grünschnitternte zur Milchreife

(Abb. 4) für fünf leistungsstarke

Prüfglieder (2 Grünschnittroggen,

2 Genbankherkünfte, 1 Populations-

Heterosiszuwachs (%)

Grünschnittroggen

Populationsroggen

Genbankherkünfte

Zuchtmaterial

100 110 120 130 140 150 160 170

abb. 5: testkreuzungs- und eigenleistung im Merkmal GtM-ertrag (dt/ha) von

pflanzengenetischen ressourcen des roggens beim Grünschnitt-termin ‚Milchreife‘.

Grün eingekreist: Prüfglieder mit hoher eigenleistung und hohem heterosiszuwachs

11,3

10,1

10,0

8,6

7,8

sorte) der Fall (Abb. 5). Diese stellen

somit aussichtsreiche Kandidaten

für die Entwicklung leistungsfähiger

„Energiehybriden“ bei Roggen

dar.

suche der ertrags-Gene

Mittlerweile wird in Zusammenarbeit

mit verschiedenen Kooperationspartnern

daran gearbeitet, mit Hilfe von

DNA-Markern jene Abschnitte des

Roggengenoms zu ausfindig zu machen,

die für den Kornertrag und den


GTM-Ertrag relevant sind, um diese

Abschnitte einer markergestützten

züchterischen Selektion zugänglich

zu machen. Die züchterische Auslese

von Pflanzen, die Träger der mit

hohem Ertrag assoziierten Markersignaturen

sind, könnte im Labor

erfolgen und in bestimmten Fällen

die sehr zeit- und arbeitsaufwändige

Ertragsermittlung im Feldversuch

ersetzen.

Genetische Diversität – auch bei

triticale ein thema

Triticale ist die wohl jüngste von Menschenhand

geschaffene Getreideart,

die ihren Ursprung in gezielten Kreuzungen

zwischen Weizen und Roggen

hat und deren Bezeichnung sich

aus den Gattungsnamen – Triticum

bzw. Secale – der beiden elterlichen

Arten zusammensetzt. Die Grund-

idee für die um 1875 erstmals bekannt

gemachte Kreuzung bestand

darin, Vorzüge des Roggens wie

Trockentoleranz und Winterhärte

mit der Backfähigkeit des Weizens

zu kombinieren. Auch wenn dieses

Ziel 138 Jahre nach den ersten

Kreuzungen noch nicht vollständig

erreicht ist, hat sich Triticale als kommerziell

angebautes Getreide weltweit

etabliert, mit einer beachtlichen

Vielfalt an Nutzungsrichtungen.

entwicklung in Deutschland

und europa

In Mitteleuropa dominieren die Nutzung

als Tierfutter, als Rohstoff für

die Bioethanolerzeugung sowie als

Getreide-Ganzpflanzensilage (GPS)

für Biogasanlagen im Ersatz beziehungsweise

als Ergänzung zum Mais.

In Deutschland wurde der Triticaleanbau

in den 1990er Jahren durch

eine vergleichsweise gute Blattgesundheit

sowie neue, agronomisch

konkurrenzfähige Sorten befeuert,

bis sich neue Mehltaurassen euro-

paweit auf Sorten wie Trimaran und

Lamberto epidemisch entwickelten

und die vormals breite Krankheitsresistenz

zusammenbrach. Das epidemische

Auftreten von Mehltau in den

Jahren 2004 und 2005 betraf jedoch

nicht alle Sorten; Vitalis, SW Talentro,

Agrano und weitere erwiesen sich

weiterhin als resistent.

Mehltau-resistenzgene

erforscht

In einem Verbundprojekt zwischen

dem Julius Kühn-Institut und privaten

Pflanzenzüchtern wurden sowohl

die Virulenzstruktur des Mehltau-

Erregers (Blumeria graminis) als auch

die vorhandenen Resistenzen in aktuellem

Zuchtmaterial untersucht. Beim

Erreger zeigte sich, dass Mehltau-

isolate von Triticale auch Weizen

befallen können und somit als genetische

Variante des Weizenmehltaus

anzusehen sind. Zudem konnte für

die Mehltaupopulation eine hohe

Diversität in der Virulenz beobachtet

werden, was im Allgemeinen mit

einer hohen Anpassungsfähigkeit an

einfach vererbte Krankheitsresistenz

einhergeht. So wurden auch sehr

aggressive Isolate mit hochkomplexer

Virulenzstruktur gefunden. Diese

werden zurzeit in der Züchtung zur

Selektion resistenter Zuchtlinien genutzt.

Dabei werden zwei Strategien

verfolgt, um eine möglichst dauerhafte

Resistenz zu erhalten: erstens

die Kombination („Pyramidisierung“)

einzelner Resistenzgene gegen dasselbe

Pathogen und zweitens die

Nutzung horizontaler Resistenz, an

deren Ausprägung zahlreiche Gene

beteiligt sind und die sich dadurch

für den Erreger schwerer durchbrechen

lässt. Zur elterlichen Herkunft

– Roggen, Weizen? – der im Triticale

wirksamen Resistenzgene gibt

es international allerdings bislang

kaum Erkenntnisse. Die erste mo-

Forschung

lekulargenetische Kartierung eines

Mehltau-Resistenzgens im Triticale-

Genom gelang den Lüsewitzer Züchtungsforschern

mit der Lokalisierung

eines Resistenzgens auf einem der

vom Roggen-Elter abstammenden

Chromosomen.

Breitere sortenwahl schützt

Der Rückgang in der Widerstandsfähigkeit

von Triticale gegenüber

Mehltau ist ein eindrucksvolles – und

von Züchtern prognostiziertes – Beispiel

für die möglichen Folgen, wenn

einzelne Sorten in hoher Anbauin-

abb.6: Befall von triticale mit Mehltau

und Braunrost

tensität und Flächenkonzentration

genutzt werden. Genetische Vielfalt

durch breitere Sortenwahl reduziert

die Wahrscheinlichkeit für das Aufkommen

neuer Rassen von Krankheitserregern.

Triticale wird von den

gleichen Krankheitserregern wie Weizen

und Roggen befallen (Abb. 6).

Dazu gehört der Braunrost ebenso

wie die Fusariosen, für die auch bei

Triticale Sortenunterschiede in der

Anfälligkeit bekannt sind.

Kontakt:

Dir. u. Prof. Dr. habil. Peter Wehling

Julius Kühn-Institut (JKI)

Institut für Züchtungsforschung

an landwirtschaftlichen Kulturen

Telefon: 038209 45200

E-Mail: zl@jki.bund.de

Das Blatt 1/2013 29


30

Forschung und Beratung

PilotProJeKt sternBerGer enDMorÄnenGeBiet

Die Landwirtschaft in Einklang

mit der Natur bringen

Matthes Pfeiffenberger und Theodor Fock – Fachbereich Agrarwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften

der Hochschule Neubrandenburg, Jörg Brüggemann – LMS Agrarberatung

Gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Sternberger Endmoränengebiet e.V. (LSE) hat die

LMS Agrarberatung GmbH mit der Unterstützung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und

Verbraucherschutz MV dieses Pilotprojekt initiiert.

Die Hochschule Neubrandenburg

entwickelte eine GIS-gestützte Analyse

im Peenetal (MV) zur Ermittlung

von Risikopotenzialen aus der

Landwirtschaft (vgl. GIL-Band 194).

Das Blatt 1/2013

Diese wird sie methodisch an die

Gegebenheiten im Sternberger End-

moränengebiet adaptieren. Die Risiko-

analyse kann einen Beitrag leisten zur

Reduzierung von Umweltrisiken, die

in den Randbereichen der landwirtschaftlichen

Nutzung entstehen können.

Gefahrenpotenziale bestehen

hier besonders durch Stoffeinträge in

Gewässer und angrenzende Schutz-


gebiete. Der Teilbereich Risikoanalyse

wurde von der Deutschen Bundesstiftung

Umwelt gefördert.

Gebiet/Problemlage

Das Sternberger Endmoränengebiet

ist östlich von Schwerin gelegen.

Charakteristisch für die Landschaft

sind das bewegte Relief und das

Flusssystem der Warnow. Dies hinterließ

viele Durchbruchs- und Erosionstäler.

Das Gebiet weist eine hohe

Biodiversität auf und beherbergt viele

geschützte Arten. Die landwirtschaftlichen

Flächen, welche wesentlich

das Landschaftsbild prägen, sind

für die Region von erheblicher wirtschaftlicher

Bedeutung. So muss das

Gebiet neben seiner Naturschutzfunktion

ebenso ökonomischen und

sozialen Ansprüchen gerecht werden.

Im Projekt werden acht große

landwirtschaftliche Betriebe untersucht

und beraten. Für die Ermittlung

des Risikopotenzials wurde zunächst

ein Betrieb mit ca. 2.300 Hektar landwirtschaftlicher

Fläche ausgewählt.

Untersucht werden im Folgenden alle

55 Ackerfeldblöcke mit zusammen

1.638 Hektar (siehe Abb. 1).

Flächenauswahl und Datenbasis

Zunächst sollen im Rahmen einer Risikoanalyse

prioritäre Flächen ermit-

N

FFH MV

fb2011 Betrieb AF

fb2011 Betrieb DGL

telt werden, auf denen vordringlich

Maßnahmen zur Verringerung von

Umweltrisiken durchgeführt werden

können. Dies ist wichtig für eine effiziente

Naturschutzberatung und

Maßnahmenplanung. Für die Bestimmung

des Risikopotenzials werden

das Umweltrisiko der landwirtschaftlichen

Produktion und die naturschutzfachliche

Wertigkeit der benachbarten

Schutzgebietsflächen bewertet

Forschung und Beratung

abb. 1: Untersuchungsgebiet bei sternberg; dargestellt sind FFh-Gebiete, die

ackerflächen (aF) sowie die Dauergrünlandflächen (DGl)

(siehe Abb. 2). Die Bewertung der

landwirtschaftlichen Nutzung erfolgt

über die Kriterien Erosionspotenzial

sowie potenzielle Nährstoff- und

Pflanzenschutzmittelausträge. Hierbei

werden Daten des Erosionskatasters

MV und des InVeKoS genutzt.

Die InVeKoS-Daten ermöglichen es,

jedem Feldblock nachträglich die

angebauten Kulturen zuzuordnen.

Daraus lassen sich umweltrelevante

einfluss der landwirtschaft risikomatrix wertigkeit der schutzgebiete

erosion

wasser/

wind

nährstoffe

Pflanzenschutz

B

e

w

e

r

t

U

n

G

w

i

c

h

t

U

n

G

i

n

D

e

X

i ii iii iV V

i 1 3 4 5 6

ii 3 4 5 6 7

iii 4 5 6 7 8

iV 5 6 7 8 9

V 6 7 8 9 10

abb. 2: adaptiertes schema zur Bewertung des risikopotenzials für das Modellprojekt

i

n

D

e

X

w

i

c

h

t

U

n

G

B

e

w

e

r

t

U

n

G

Gefährdung

tiere

Gefährdung

Pflanzen

anbindung

an ackerfl.

Das Blatt 1/2013

31


32

Forschung und Beratung

Aussagen über Risiken für z.B. Nährstoff-

und PSM-Einträge ableiten. Geplant

ist zusätzlich die Untersetzung

mit Hilfe vorhandener betrieblicher

Daten. Weiterhin wird der Wert angrenzender

Schutzflächen mit den

Kriterien gefährdete Tier- und Pflanzenarten

(zugrunde liegen Daten von

Biotopkartierungen) und Anbindung

an die landwirtschaftlichen Flächen

ermittelt. Die Ergebnisse werden in

einer Risikomatrix verrechnet.

Die besondere Herausforderung

des Datenmanagements besteht

hierbei in der Aufarbeitung und Zusammenführung

unterschiedlichster

Informationen. Dabei sind amtliche

Daten (z.B. Erosionskataster, InVe-

KoS-Daten, Biotopkartierungen) und

verschiedene, meist sehr heterogene

und umfangreiche Umwelt- und Betriebsdaten

in ein GIS zu integrieren.

übertragbarkeit

Da es sich bei den Betrieben (inkl.

Schutzgebiete) jeweils um mehrere

Quadratkilometer handelt, werden

möglichst vorhandene Datenbestände

erfasst - vor-Ort-Erhebungen

wären zu aufwändig. Aufgrund der

aufbereiteten und hinterlegten GIS-

Daten können nicht nur die risikobehafteten

Feldblöcke, sondern auch

die Ursachen dafür ermittelt und

flächenscharf verortet werden. Basierend

auf dieser Flächenvorauswahl,

können geeignete Maßnahmen zur

Reduzierung der Umweltrisiken abgeleitet

werden. Dadurch ist eine

noch gezieltere Beratung möglich.

Die Bearbeitung hat gezeigt, dass die

Methodik der Risikoanalyse auch an

andere regionale Gegebenheiten anpassbar

ist und damit auf andere Gebiete

übertragen werden kann. Auch

thematisch ist eine breitere Anwendung,

z.B. im Bereich Wasserschutz,

denkbar.

Das Blatt 1/2013

Beratung

Die Mitarbeiter des LSE und der

LMS stehen den Landnutzern und

Flächeneigentümern vor Ort als gebietskundiges

Beraterteam zur Verfügung.

Als Rahmen für die individuelle

Beratung der landwirtschaftlichen

Bertriebe wurde im Dialog ein Leitbild

für die nachhaltige Landnutzung

erstellt. Dieses berücksichtigt zum einen

europäische Zielstellungen, welche

sich vor allem aus der Wasserrahmenrichtlinie

und der FFH-Richtlinie

ergeben, aber auch regionale Besonderheiten

wie den Schutz des Seeadlers

und das Bibermanagement.

Die Beratung umfasst u.a. folgende

Aktivitäten: die Information der

Landnutzer über Schutzziele und Anforderungen

des Naturschutzes, die

fachliche Einschätzung potenzieller

Maßnahmeflächen, die konkrete

flächenbezogene Information und

Beratung sowie Abstimmung geeigneter

Bewirtschaftungs- und/oder

Pflegemaßnahmen und Vorschläge

zur Schaffung eines Flächenpools

für Ausgleichsmaßnahmen. Zentrale

Ziele sind die Nutzung bodenschonender

Bearbeitungsverfahren, der

Schutz vor Wasser- und Winderosion,

die Reduzierung von Schadstoffen in

Boden und Wasser, das Düngemanagement

sowie der Schutz angrenzender

Biotope.

ausblick

Im Rahmen des Greenings sehen

die aktuellen Entwürfe der EU-Kommission

ab 2014 europaweit u.a.

gezielt angelegte, kleinflächige und

naturschutzbezogen bewirtschaftete

Flächen im Acker – so genannte ökologische

Vorrangflächen – vor. Landwirte

würden zu „Produzenten“ von

biologischer Vielfalt – einem Koppelprodukt

ihrer Bewirtschaftung. Bisher

ist jedoch noch weitestgehend

unklar, welche Anforderungen an

eine Flächenauswahl gestellt werden.

An dieser Stelle kann das dargestellte

Modellprojekt ansetzen, um die

entwickelte Methodik gezielt einzusetzen.

Die Naturschutzberatung

profitiert dabei von einer fachlich

fundierten Vorauswahl potenzieller

Maßnahmeflächen.

Zusammenfassung

Um das gegenseitige Verständnis von

Landwirtschaft und Naturschutz weiter

zu verbessern, wurde das Modellprojekt

„Naturschutzberatung für

Landnutzer in Mecklenburg-Vorpommern“

initiiert. Die Naturschutzberatung

soll speziell für europäische

Zielstellungen sensibilisieren und die

Kooperationsbereitschaft verbessern.

So kann langfristig eine höhere Akzeptanz

für diese Schutzziele und deren

Maßnahmen erreicht werden.

Weiterhin sollen Naturschutzmaßnahmen

bestmöglich in betriebliche

Abläufe integriert und deren Effizienz

und Effektivität aus naturschutzfachlicher

Sicht verbessert werden. Ein

wichtiger Teilbereich des Projektes ist

deshalb die fachliche Einschätzung

potenzieller Maßnahmenflächen mittels

eines GIS.

Dafür wurde eine pragmatische Methode

unter Nutzung vorhandener

amtlicher Geodaten entwickelt. Kern

dabei ist eine Risikoanalyse, welche

unter Berücksichtigung relevanter

Kriterien auch die Bearbeitung größerer

Flächenareale zulässt.

Kontakt und Literaturverzeichnis:

Dr. Jörg Brüggemann

Telefon: 0385 3953211

E-Mail: jbrueggemann@lms-beratung.de


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34

BEX – Büro für Existenzsicherung

Generationswechsel – teil 2 Von 3

Rechtzeitige

Altersvorsorge

versäumt?

Suzanne Otten

Altersarmut nach einer Betriebsaufgabe: Das kommt in der Landwirtschaft leider häufig vor. Ein

typisches Beispiel analysiert Versäumnisse und zeigt noch bestehende Handlungsspielräume auf.

Derzeitige Betriebs- und

Familiensituation

Die Eheleute Müller sind 58 bzw.

56 Jahre alt. Die beiden Kinder

sind berufstätig, verheiratet und

wohnen außerhalb. Müllers bewirtschaften

in Mittelgebirgslage

mit hohem Grünlandanteil einen

Milchviehbetrieb mit einem 50 Jahre

alten Anbindestall, in dem 25

Kühe und die dazu gehörige Nachzucht

Platz finden. Von der bewirtschafteten

Fläche (LF) von insgesamt

40 ha befinden sich 15 ha

im Eigentum. Die zugepachtete Fläche

verursacht jährliche Pachtausgaben

in Höhe von 3.000 €. Bei ei-

Das Blatt 1/2013

nem durchschnittlichen Milchpreis

von 30 Cent netto erzielt der Betrieb

einen Gewinn von 25.000 €.

Wegen der geringen Investitionen

in den letzten Jahren betragen die

Abschreibungen auf Gebäude und

Maschinen nur 10.000 €, so dass

sich ein Cash-Flow 1 (Gewinn plus

Abschreibungen) von 35.000 € errechnet.

Von diesem sind sowohl alle

privaten Entnahmen, Tilgungsleistungen

der noch vorhandenen Verbindlichkeiten

(40.000 €) als auch

anfallende Investitionen zu tätigen.

Der veraltete Stall und die geringe

durchschnittliche Schlaggröße im

Realteilungsgebiet führen zu einem

hohen Arbeitsaufwand, den

das Ehepaar auf Grund seines Alters

nur noch schwer leisten kann.

Deshalb war und ist die Aufnahme

einer ergänzenden, außerlandwirtschaftlichen

Tätigkeit nicht möglich.

Die privaten Aufwendungen von

18.000 € im Jahr für die Lebenshaltung

und 7.000 € für private

Versicherungen können aus dem

Gewinn gerade gedeckt werden.

Tilgungszahlungen und Ersatzinvestitionen

lassen sich nur durch

Zugriff auf die Abschreibungen bestreiten.


Die finanzielle situation vor der Betriebsaufgabe in Zahlen:

Gewinn Landwirtschaft 25.000 €

- private Lebenshaltung 18.000 €

- private Versicherungen (LAK, LKK) 7.000 €

= Eigenkapitalentwicklung 0 €

Abschreibungen (AfA) 10.000 €

Cash-flow I (Gewinn + AfA) 35.000 €

Cash-flow II (Cash-flow I abzüglich Entnahmen) 10.000 €

Tilgung 5.000 €

Cash-flow III (Cash-flow II abzüglich Tilgung) 5.000 €

Aus dem Cash-flow III (Geldüberschuss)

müssen alle anfallenden

Investitionen geleistet werden. Gegebenenfalls

lassen sich in einzelnen

Jahren noch geringe Rücklagen

bilden.

Zusammenfassung der aktuellen

Situation:

• hohe Arbeitsbelastung

• knapp ausreichendes Einkommen

• keine Ersparnisse vorhanden

• kein Hofnachfolger

• keine private Altersvorsorge

situation in 7 Jahren: Betriebs-

leiter erreicht altersgrenze

Wenn Herr Müller das Alter von 65

Jahren und 8 Monaten erreicht hat,

kann er Altersgeld aus der Landwirtschaftlichen

Alterskasse beziehen.

Dazu ist allerdings der Betrieb

aufzugeben bzw. zu übergeben.

Die Nettorente beträgt ca. 540 €.

Frau Müller wird 2 Jahre später eine

Rente von ca. 420 € erhalten. Leider

haben es Müllers versäumt, ihre Altersvorsorge

durch private Zusatzversicherungen

zu ergänzen. Da

eine Hofübergabe an die eigenen

Kinder auszuschließen ist, sind auch

keine Altenteilsleistungen eines

Hofnachfolgers zu erwarten. Es

können jedoch Einnahmen aus der

Verpachtung der Eigentumsflächen

von ca. 3.000 € pro Jahr (15 ha x

200 €/ha) erzielt werden. Unter

Umständen besteht die Möglichkeit,

Stallungen an Pferdehalter

zu vermieten oder Stellplätze für

Wohnwagen anzubieten. Lagerräume

und Silos können vielleicht

Berufskollegen gegen Entgelt überlassen

werden. Zahlungsansprüche

sollten bei Verpachtung der Eigentumsflächen

mitverpachtet werden.

An den verbleibenden Zahlungsansprüchen

dürften die Übernehmer

der Pachtflächen Interesse haben.

Damit wird dem Ehepaar nach der

Betriebsaufgabe langfristig eine

Rente von insgesamt 960 € zur

BEX – Büro für Existenzsicherung

Verfügung stehen. Dieses Altersgeld

kann durch Pachteinnahmen

in Höhe von 250 € auf 1.210 € im

Monat bzw. 14.640 € im Jahr aufgestockt

werden. Das monatliche

Einkommen von 1.210 € liegt somit

unterhalb der Armutsgrenze von

1.410 €. (Anmerkung: Wer an der

Armutsgrenze lebt, gilt noch nicht

als arm, kann seinen Lebensunterhalt

aber nur noch knapp bestreiten.

An der Grenze zur Armut lebt,

wer lediglich 60 Prozent des durchschnittlichen

Nettoeinkommens

zur Verfügung hat. Aktuell liegt

die Armutsgrenze in Deutschland

bei 940 € für die erste Person plus

50 % davon für die zweite Person).

Auch wenn die Landwirtschaft

nicht mehr betrieben wird, bleiben

zahlreiche Ausgabepositionen wie

Gebäude- und Haftpflichtversicherungen,

Grundsteuer und Unterhaltungskosten

für Gebäude bestehen.

Das sind rund 3.000 € im Jahr.

Dazu kommt der private Finanzbedarf

von mindestens 18.000 €.

Finanzbedarf der altenteiler pro Jahr:

Variable Ausgaben:

Ernährung 5.000 €

Maschinen u. Geräte für Haushalt und Garten 200 €

Löhne und Vergabe (Reinigung, Friseur usw.) 500 €

Wohnen (Einrichtung, Reparaturen) 500 €

Bekleidung 700 €

Freizeit, Bildung, Geschenke 1.000 €

Gesundheit 800 €

Verkehr, Kommunikation 2.300 €

Außerordentliche Ausgaben (Investitionen, Familienfeiern) 1.000 €

summe variable ausgaben 12.000 €

Feste Ausgaben

Wohnen (Heizstoffe, Strom, Wasser) 4.000 €

Verkehr, Kommunikation 1.000 €

Versicherungen 500 €

Sonstige feste Ausgaben 500 €

summe feste ausgaben 6.000 €

ausgaben insgesamt 18.000 €

Das Blatt 1/2013

35


36

BEX – Büro für Existenzsicherung

Stellt man Einnahmen und Ausgaben

gegenüber, zeigt sich ein Fehlbedarf

von ca. 6.500 € im Jahr bzw.

von 540 € im Monat.

Familie Müller sollte anstreben, bis

zur Betriebsaufgabe das Fremdkapital

von derzeit 40.000 € vollständig

abzubauen. Dann könnten

die Erlöse durch die Veräußerung

des Vieh- und Maschinenbestandes

vorerst den Fehlbedarf in den

ersten Jahren ausgleichen. Gibt es

noch restliche Verbindlichkeiten, so

sind diese Erlöse dafür zu verwenden.

Einnahmen aus dem Verkauf

der Milchquote sind nicht mehr zu

erwarten, da die Quotenregelung

im Jahr 2015 auslaufen wird.

wie kann der finanzielle Fehlbedarf

im alter gedeckt werden?

Eine Unterstützung durch die Kinder

können und wollen die Altenteiler

nicht in Anspruch nehmen.

Die jungen Leute verfügen noch

über keine finanziellen Reserven

und befinden sich überdies in der

Phase der Familiengründung.

Als Sozialleistungen des Staates gibt

es die so genannte Grundsicherung

nach SGB XII. Selbst wenn Müllers

die psychologische Hemmschwelle

überwinden und einen entsprechenden

Antrag stellen würden,

hätte dies keine Aussicht auf Erfolg,

da sie nicht mehr wirtschaften.

Deshalb würde es als zumutbar betrachtet,

das Vermögen zu veräußern,

um von den Erlösen zu leben.

Die finanzielle situation nach der Betriebsaufgabe in Zahlen:

Leistungen der Alterskasse und der allgemeinen

Rentenversicherung (Ehefrau) 11.500 €

Pachteinnahmen 3.000 €

summe einnahmen 14.500 €

betriebliche Versicherungen und Steuern 3.000 €

private Entnahmen 18.000 €

Summe Ausgaben 21.000 €

Fehlbedarf - 6.500 €

Das Blatt 1/2013

Unter Umständen besteht die Möglichkeit,

nach der Betriebsaufgabe

eine geringfügige Beschäftigung

bzw. einen Minijob aufzunehmen.

Je nach Angebot und Gesundheitszustand

könnte der Fehlbedarf für

eine begrenzte Zeit monatlich um

ca. 400 € reduziert werden.

Wenn in den kommenden Jahren finanzielle

Engpässe auftreten, bleibt

nichts anderes übrig, als landwirtschaftliche

Flächen zu verkaufen.

Bei Müllers, deren Flächen überwiegend

aus Grünland bestehen, liegt

der aktuelle Erlös bei 7.500 € je ha.

Zu beachten ist allerdings, dass sich

die Pachteinnahmen reduzieren,

wenn der Grundbesitz nach und

nach abschmilzt. Anfangs müssten

ca. 0,9 ha Eigentumsfläche pro Jahr

veräußert werden, um den finanziellen

Fehlbedarf von jährlich 6.500

€ zu decken. So gerechnet wären

die vorhandenen 15 ha nach knapp

17 Jahren aufgezehrt. Bei einem

hohen Anstieg der Lebenshaltungskosten

durch Inflation wären die

Substanzreserven in der Realität

aber schon eher verbraucht.

Frau Müller wäre nach dieser Phase

daher maximal 80 Jahre, Herr Müller

maximal 82 Jahre alt. Sollten sie

dieses Alter tatsächlich erreichen,

bleibt als letzte Möglichkeit die

Verwertung der Hofstelle. Oder es

muss dann doch die Grundsicherung

beantragt werden. Würde ein

Partner zum Pflegefall, erhöht sich

der Fehlbedarf weiter. Denn die Beträge

der jeweiligen Pflegestufe decken

den Aufwand nicht, der durch

den Einsatz eines Pflegedienstes

entsteht. Vor allem dann, wenn

ein Pflegeheimplatz in Anspruch zu

nehmen ist, wird es richtig teuer.

wie hätte der Fehlbetrag aufgefangen

werden können?

Für den Betriebsleiter wäre der

frühzeitige Abschluss einer Kapitallebensversicherung

mit Berufsunfähigkeitsversicherung

(BU) eine

denkbare Absicherungsmaßnahme

gewesen.

Natürlich hätte dies die Liquidität

während der Ansparphase belastet.

Eine Alternative oder Ergänzung ist

die Riester-Rente: Bei einem Mindestbeitrag

von 4 % des Gewinns

ergibt sich ein Beitrag von 1.000 €

im Jahr. Unter Berücksichtigung der

Grundzulage von 154 € wäre ein

Eigenanteil von 846 € zu leisten,

monatlich also 70 €.

Bei diesem niedrigen Beitrag und

der kurzen Beitragsphase ergibt

sich nur eine niedrige Rente, die

den jährlichen Fehlbedarf nicht wesentlich

reduzieren kann.

Fazit: Nur wer sich rechtzeitig um

seine Vorsorge kümmert und sich

entsprechend beraten lässt, kann

auch im Ruhestand den gewohnten

Lebensstandard beibehalten.


7 Jahre vor der Betriebsaufgabe:

was kann man da noch tun?

Für den Abschluss von privaten Vorsorge-

und Altersversicherungen ist

es zu spät. Einerseits gibt es keinen

finanziellen Spielraum für größere

Beitragszahlungen. Andererseits

sind die zu erwartenden Leistungen

sehr niedrig.

Eine vorzeitige Aufgabe der Milchviehhaltung

mit dem Ziel, noch einen

Erlös aus dem Quotenverkauf

zu erzielen, ist ebenfalls nicht sinnvoll.

Selbst bei Milchpreisen von unter

30 Cent ist dieser Betriebszweig

die wesentliche Einkommensquelle.

Es müsste sich schon ein sehr gut

bezahlter außerlandwirtschaftlicher

Job auftun, wenn dies eine Alternative

sein soll. Aber wo gibt es solch

einen Job für einen fast 60-Jähri-

gen? Da die Ehefrau in die täglichen

Stallarbeiten eingebunden ist, gibt

es auch für sie kaum eine Möglichkeit

des zusätzlichen Verdienstes.

Viele Berufskollegen von Müller

haben in den letzten Jahren in eine

Photovoltaikanlage als Altersabsicherung

investiert. Ohne jegliche

Barmittel und unter Berücksichtigung

des Alters vom Betriebsleiterehepaar

sowie der deutlich reduzierten

Vergütungssätze kommt

diese Alternative für das Ehepaar

Müller jetzt nicht mehr in Frage.

Ebenfalls wohl theoretischer Natur

ist das Einbringen des Betriebes in

eine Kooperation. Dem stehen einerseits

berechtigte Ängste gegenüber,

als kleinerer Partner wenig

Einfluss und Entscheidungsgewalt

zu haben und quasi in ein abhän-

BEX – Büro für Existenzsicherung

giges Beschäftigungsverhältnis zu

geraten. Andererseits dürfte das

Angebot möglicher Kooperationspartner

in akzeptabler Entfernung

gering sein. Am sinnvollsten wird

es daher sein, die bisherige Bewirtschaftungsintensität

möglichst lange

beizubehalten, vorhandene Verbindlichkeiten

abzubauen und auf

Investitionen – wenn möglich – zu

verzichten.

Eine Überlegung kann sein, den Betrieb

nach Erreichen des Rentenalters

von Herrn Müller noch für 2 bis

3 Jahre an die Ehefrau zu verpachten.

Herr Müller erhält dann eine

monatliche Rente von 540 € und

zahlt keinen Beitrag an die LAK. So

erhöht sich das Jahreseinkommen

um ca. 8.000 €. In Abhängigkeit

vom Gesundheitszustand der Ehe-

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BEX – Büro für Existenzsicherung

leute ist in dieser Zeitspanne bereits

der Ausstieg vorzubereiten. Dazu

sind Viehbestand oder bewirtschaftete

Fläche zu reduzieren.

Grundsätzlich ist bei fehlender Hofnachfolge

auch die Möglichkeit einer

außerfamiliären Hofübergabe

zu erwägen (vgl. hierzu aid-Heft

1186/2011). In unserem Beispiel

bietet der Betrieb auf Grund seiner

schwachen Flächen- und Gebäudeausstattung

jedoch kaum eine

wirtschaftliche Perspektive für ein

junges Betriebsleiterpaar, zumindest

nicht für eine Bewirtschaftung

im Haupterwerb. Diese Fakten dürften

auch gegen eine Verpachtung

des gesamten Betriebes oder gegen

einen Übergabevertrag mit fest vereinbarter

Rentenzahlung sprechen.

Bei allen Überlegungen sollte die

gesamte Familie rechtzeitig in den

Entscheidungsprozess einbezogen

werden, damit sie die Altenteiler bei

der psychischen Bewältigung des

Übergangs in den neuen Lebensabschnitt

begleiten und stärken kann.

So steht zukünftig nicht mehr der

Betrieb im Mittelpunkt, sondern

eine sinnvolle Gestaltung der jetzt

ausreichend verfügbaren Zeit.

Schließlich darf die Betriebsauf-

gabe nicht als Scheitern empfunden

werden. Dies gilt auch für eventuell

notwendige Veräußerungen

von Betriebsflächen. Nach einem

arbeitsreichen Leben eröffnen sich

vielmehr neue Möglichkeiten. Diese

können den Horizont erweitern

und – nach einer Übergangszeit –

ganz neue Perspektiven mit einer

neuen Lebensqualität eröffnen.

check: was ist bei der Betriebsaufgabe

zu beachten?

(vgl. hierzu auch aid-Heft

1240/2006: Betriebsaufgabe - den

Neuanfang wagen)

Wichtig ist eine frühzeitige steuerliche

Beratung zur Gestaltung der

Betriebsaufgabe. So würde eine

Mitteilung an das Finanzamt „Ich

habe meinen landwirtschaftlichen

Betrieb aufgegeben“ zur Aufdeckung

aller stillen Reserven und

damit zu u. U. hohen Steuerzahlungen

führen. Andererseits gibt es

eine Reihe steuerlicher Vergünstigungen

bei einer Betriebsaufgabe,

die genutzt werden sollten.

In Einzelfällen können Nachabfindungsansprüche

weichender Erben

bestehen, wenn die jetzigen

Bewirtschafter den Betrieb erst in

den letzten 20 Jahren (nordwestdeutsche

Höfeordnung) oder 15

Jahren (Bürgerliches Gesetzbuch)

übernommen haben. Deshalb kann

auch eine Verschiebung der Betriebsaufgabe

u. U. sinnvoll sein.

Hat der Betrieb eine Investitionsförderung

erhalten, so sind Gespräche

mit der Bewilligungsbehörde notwendig,

um Rückforderungen zu

vermeiden.

Auch im Versicherungsbereich sind

Anpassungen und Umstellungen

erforderlich:

annahmen zur Berechnung der rente (bei rentenbeginn mit 65 Jahren)

• der Berufsgenossenschaft ist die

Betriebsaufgabe mitzuteilen

• die betrieblichen Versicherungen

für Gebäude und Maschinen sind

anzupassen bzw. zu kündigen

• mit der Betriebsaufgabe endet

die Versicherungspflicht in der landwirtschaftlichenKrankenversicherung;

es kann damit eine Versicherungslücke

entstehen

• auch in der Rentenversicherung

kann eine Lücke entstehen, wenn

sich an die landwirtschaftliche Tätigkeit

kein unmittelbarer Rentenbezug

aus der landwirtschaftlichen

Alterskasse anschließt. Auch hier

ist eine frühzeitige Beratung durch

den Sozialversicherungsträger oder

Berufsverband zwingend erforderlich

• eine eventuelle Unfallversicherung

sollte angepasst oder gekündigt

werden

• bestehen noch Beitragsverpflichtungen

aus einer kapitalbildenden

Lebensversicherung, sollte geprüft

werden, ob diese beitragsfrei gestellt

werden kann; eine vorzeitige

Kündigung ist in der Regel mit finanziellen

Verlusten verbunden.

Hildegard Frey und Dr. Volker Segger

in Zusammenarbeit mit der

Projektgruppe sozio-ökonomische

Beratung beim VLK

Kontakt:

Suzanne Otten

Telefon: 0381 877133-38

Mobil: 0162 1388017

E-Mail: sotten@lms-beratung.de

Betriebsleiter insgesamt 45 Beitragsjahre in LAK (10 Jahre als MiFa und 40 Jahre als Unternehmer)

ergibt nach derzeitigem Rentenwert (12,96 €) eine Rente von 583 €, nach Abzug des Beitrags

zur Kranken- und Pflegeversicherung kann er mit einer Nettorente von 540 € / Monat rechnen

Ehefrau insgesamt 6 Jahre gesetzliche RV (Ausbildung und Kindererziehungszeiten) und 25 Jahre Beiträge in LAK

ergibt eine Bruttorente von ca. 460 €, nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherung

verbleiben ihr 420 € Rente

38 Das Blatt 1/2013


BaUernreGeln aUch heUte noch ein theMa?

„Wenn es regnet

in den Roggen,

bleibt der

Weizen auch

nicht troggen“

olaf sakuth

Bauernregeln – das sind diese kleinen

in Reim gefassten Erfahrungssätze

unserer in der Landwirtschaft

tätigen Altvorderen – von Generation

zu Generation übermittelt und

weiterentwickelt, die Vorhersagen

für das Wetter des kommenden

bzw. beginnenden Tages oder für

die Witterung des laufenden Erntejahres

liefern. Daneben gibt es noch

einige Regeln, die sich auf sogenannte

meteorologische Singularitäten

(Witterungsregelfälle) beziehen, wie

zum Beispiel die „Eisheiligen“. Wer

kennt sie nicht, Mamertus (11. Mai),

Pankratius (12. Mai), Servatius (13.

Mai), Bonifatius (14. Mai) und die

„Kalte Sophie“ (15. Mai).

entstehung der eisheiligen

Mit den „Eisheiligen“ sind Kaltlufteinbrüche

in Mitteleuropa gemeint,

die Mitte Mai häufig zu Nachtfrösten

führen können. Durch die Minustemperatur

kommt es dabei nicht selten

zu erheblichen Ernteausfällen in der

Landwirtschaft, die umso größer

sind, je milder die Witterung in der

Zeit davor gewesen war. Aufgrund

des zu dieser Zeit bereits hohen

Sonnenstandes und der unterschiedlichen

spezifischen Wärmekapazität

erwärmt sich das Festland wesentlich

schneller als die kälteren Wassermassen

der Meere. Dadurch kommt

es im Übergangsbereich zwischen

den unterschiedlich temperierten

BIS – Büro für Immissionsschutz

Es war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis der Meteorologe, neu in einem Unternehmen mit

dem Namen LMS Agrarberatung GmbH, dazu „verdonnert“ wird, etwas über den Wahrheitsgehalt

der überaus weit verbreiteten Bauernregeln zu schreiben.

*Quelle: Meteomedia, Online im Internet: http://www.meteomedia.ch/index.php?id=380 [Stand 07.02.2013, 11:14 Uhr MEZ]

Luftmassen über Land und über

dem Meer zur Ausbildung von Tiefdruckgebieten

(siehe Abbildung 1).

Tiefdruckgebiete drehen nun auf

abb 1: schematische Darstellung der

Mitteleuropäischen Großwetterlage

anfang und/oder Mitte Mai*

Das Blatt 1/2013

39


40

BIS – Büro für Immissionsschutz

der Nordhalbkugel entgegen der

Uhrzeigerrichtung und so wird auf

der Ostseite der Tiefdruckgebiete

Warmluft nach Norden geschaufelt,

auf deren Westseite allerdings auch

kalte Luft nach Süden. Dass dieser

Prozess doch recht gemächlich vonstatten

geht, zeigt sich auch darin,

dass der erste der „Eisheiligen“ in

Norddeutschland der Mamertus am

11. Mai ist, in Süddeutschland dagegen

der Pankratius am 12. Mai.

Mit Ende der Kalten Sophie (15.

Mai) soll dann aber die frostanfällige

Jahreszeit in Mitteleuropa fürs erste

beendet sein.

hunderte von Bauernregeln

Bei einer ausführlichen Beschäftigung

mit diesem Thema ist es schon

bemerkenswert, wie viele solcher Regeln

gefunden und übermittelt worden

sind. Im Schnitt lassen sich bei

Wikipedia 17 derartiger Bauernregeln

pro Monat finden, meist gekoppelt

an einen der vielen Namenstage

katholischer Heiliger. Eine von diesen

Bauernregeln betrifft zum Beispiel

den Tag des St. Albin (1. März). Darin

heißt es: „Regnet‘s stark am Albinus,

macht‘s den Bauern viel Verdruss“

oder anders ausgedrückt: „Sankt

Albin im Regen, keinen Erntesegen“.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Regel

im laufenden Jahr zutreffen wird.

Natürlich gehen auch zu diesem Thema

die Meinungen weit auseinander,

auf der einen Seite werden Bauerregeln

zum Unsinn degradiert, zum

anderen findet sich der Standpunkt,

dass die Bauernregeln „doch meistens

stimmen“. Und wahrscheinlich

liegt die Wahrheit mal wieder genau

mittendrin.

wann sind die Bauernregeln entstanden?

Was haben denn die Bauern der

Vorzeit gemacht? Sie waren extrem

Das Blatt 1/2013

stark vom Wetter abhängig und haben

deshalb versucht, den Zustand

der Atmosphäre zu analysieren, um

daraus den Verlauf des Wetters für

den Tag oder auch der Witterung für

das kommende Erntejahr vorherzusagen.

Die Bauernregeln sind dann

nach einer entsprechend langen Zeit

entstanden, wenn die beobachteten

Phänomene Jahr für Jahr immer

wieder eingetreten sind. Also waren

diese Menschen doch letztendlich

die Vorgänger der heutigen Meteorologen.

Denn was machen die

Meteorologen heute? Sie bestimmen

den aktuellen Zustand der Atmosphäre

und versuchen mit Hilfen von

Rechenmodellen das Wetter für die

nächsten Tage, aber auch für längere

Zeiträume vorherzusagen. Und dabei

hilft ihnen unter anderem auch die

Statistik, wie häufig also dieses oder

jenes Phänomen in den letzten Jahren

eingetreten ist.

Dabei konnten allerdings nur wenige

unserer in der Landwirtschaft

tätigen Vorfahren die physikalischen

Zusammenhänge erklären, aber das

war auch gar nicht deren Intention.

Ziel war es stattdessen, das Wetter

für den Tag vorherzusagen, um z. B.

zu entscheiden, ob bestimmte Tätigkeiten

an diesem Tag erledigt werden

konnten. Des Weiteren war es für

diese Menschen wichtig, abzuschätzen,

wie das kommende Erntejahr

ausfallen wird. Denn ein schlechtes

Erntejahr konnte den reichen Bauern

arm machen, aber den armen Bauern

eben auch verhungern lassen.

Die möglicherweise erste niedergeschriebene

Bauernregel findet sich

bereits im Matthäus-Evangelium,

denn dort heißt es in Kapitel 16:

„Des Abends sprecht ihr: Es wird

ein schöner Tag werden, denn der

Himmel ist rot. Und des Morgens

sprecht ihr: Es wird heute ein Unwetter

kommen, denn der Himmel ist rot

und trübe“. Im Verlauf der darauf

folgenden 2000 Jahre wurde dann

daraus der allseits bestens bekannte

Vers: „Morgenrot – schlecht Wetter

droht. Abendrot – schön Wetterbot“.

Aber auch Wissenschaftler

haben sich auf dem Gebiet der

Wetterregeln verdient gemacht. Vor

etwa 800 Jahren schrieb Albertus

Magnus folgende Wetterregel nieder:

„Wenn sich die Kält‘ im Winter

lindet, alsbald man Schnee empfindet“.

Heute lassen sich diese beiden

Regeln physikalisch sehr gut erklären

und begründen und zeugen so von

einer durchaus hervorragenden Wetterbeobachtung

unserer Vorfahren.

wo sind Bauernregeln

entstanden?

Allerdings darf bei der Verwendung

der Bauernregeln nicht vergessen

werden, dass diese nur für die Region

gelten können, in der sie auch

beobachtet worden sind. Und da

zeigt sich schon eines der Probleme

im Bezug auf die Bauernregeln. Da

erst Anfang des 16. Jahrhunderts angefangen

wurde, die Bauernregeln

zusammenzutragen und niederzuschreiben,

ist für viele Bauernregeln

nicht mehr genau bekannt, wo sie

entstanden sind. Manchmal kann

man die Herkunft noch aus der verwendeten

Sprache ableiten, aber bei

den meisten der heute bekannten

Regeln bleibt die Herkunftsregion

unklar. Eine Wetterregel, die für

eine Region an der Ostseeküste

gefunden wurde, lässt sich eben

nicht so einfach auf eine Region im

Gebirge übertragen. Dazu unterscheiden

sich die Eigenschaften des

Wetters in diesen beiden Regionen

viel zu sehr. Dieses Problem soll mit

Hilfe einer Übersichtskarte für die

Sonnenscheindauer vom 25. Januar


abb. 2: Darstellung der sonnenscheindauer vom 25. Januar 2013**

2013 verdeutlich werden (Abb 2).

Dieser Tag ist der Namenstag des

heiligen Paulus. Für den heißt es:

„St. Paulus kalt mit Sonnenschein

– da wird das Jahr wohl fruchtbar

sein.“ Der Himmel über dem Norden

Deutschlands war an diesen

Tag gebietsweise nahezu wolkenlos

und die Sonne schien zwischen 6

bis 8 Stunden bei leicht frostigen

Temperaturwerten. In der Hansestadt

Rostock konnte ein kalter und

klarer Tag beobachtet werden. Ganz

anders sah die Situation im Süden

aus. Dort fand sich eine nahezu

geschlossene Wolkendecke und somit

kam dort die Sonne auch nicht

recht zum Zuge. Da stellt sich nun

die Frage, für welche Region diese

Bauernregel Gültigkeit hat? Sollte

sie für Norddeutschland gelten, dann

kann dort auf ein fruchtbares Jahr

gehofft werden. Und wie wird die

Ernte dann im Süden Deutschlands?

Da nicht bekannt ist, aus welcher

Region diese Bauernregel stammt,

kann diese Frage hier gar nicht

abschließend beantwortet werden.

Prof. Dr. Horst Malberg, Klima- und

Wetterforscher, hat die Bauernregeln

eingehend untersucht und sagte

im alpha-Forum des Bayrischen

Rundfunks zu diesem Thema: „So

ist es auch mit der berühmten

Siebenschläfer-Regel, die da heißt:

‚Regnet es um den Siebenschläfertag,

es noch sieben Wochen regnen

mag‘. Diese Regel hat an der Küste

BIS – Büro für Immissionsschutz

kaum eine Bedeutung“, meinte der

Wetterexperte, der bis zu seiner

Pensionierung Professor an der FU-

Berlin war. „Die Wahrscheinlichkeit,

dass sie an der Küste stimmt, liegt

bei gerade einmal 55 Prozent. Bei

50 Prozent können Sie würfeln …

Doch“, so Malberg weiter, „steigt

die Eintreffwahrscheinlichkeit schon

auf 65 Prozent, wenn man weiter in

das Binnenland schaut.“ Also trifft

dort diese Regel schon in zwei von

drei Fällen zu. Im Alpenvorland gar

bestätigt sie sich in acht von zehn

Fällen, also mit 80-prozentiger Wahrscheinlichkeit.

Und eine Erklärung

aus wissenschaftlicher Sicht hatte

der Fachmann natürlich auch parat:

„Meteorologisch ist das leicht zu erklären,

egal, wie der Siebenschläfer

ist, wird die Küste immer von Tiefausläufern

gestreift. Im Binnenland,

und erst recht im Alpenland, wirkt

sich dagegen bei dieser Situation

das Azorenhoch aus. So ist die Siebenschläfer-Regel

dort vorzüglich.“

Die Vermutung liegt also nahe, dass

die hier erwähnte Siebenschläfer-

Regel eher aus dem Süden Europas

stammen muss. Wer sich über das

Thema weiter informieren will, dem

sei hier das Buch von Horst Malberg:

„Bauernregeln aus meteorologischer

Sicht“ empfohlen, in dem die Ergebnisse

seiner Untersuchungen zusammenfasst

werden.

welcher Kalender galt bei

entstehung der Bauernregeln?

Ein weiteres Problem bei der Anwendung

der Bauernregeln ergibt sich

im Zusammenhang mit der Entstehungszeit

der jeweiligen Regel. Im

Jahre 1582 nämlich gab es eine Reform

des Kalenders, bei der einfach

zehn Tage übersprungen wurden. Bis

zu diesem Jahr galt der Julianische

Kalender, der auf Kaiser Julius Cäsar

zurückgeht, aber leider nicht berück-

**Quelle: Wetterkontor GmbH, Online im Internet: http://www.wetterkontor.de/de/deutschland_extremwerte_karte.asp?id=20130125&p=4

[Stand 12.02.2013, 10:29 Uhr MEZ]

Das Blatt 1/2013

41


42

BIS – Büro für Immissionsschutz

sichtigte, dass das astronomische

Jahr nicht genau 365 Tage und sechs

Stunden lang ist. Es gibt da nämlich

eine kleine Abweichung von etwa 11

Minuten und diese hatte sich mit den

Jahren aufsummiert, so dass zu jener

Zeit genau diese zehn Tage fehlten.

Auf Geheiß von Papst Gregor folgte

dann auf den 4. Oktober 1582 der

15. Oktober 1582. Um diesen Fehler

für die Zukunft auszuschließen wurde

zudem bestimmt, dass die Jahre

deren Zahl ein Vielfaches von 100

ist, die sogenannten Säkularjahre,

bei deren Division durch 400 das

Ergebnis keine natürliche Zahl ergibt,

ausnahmsweise keinen Schalttag

enthalten sollen. Somit ist es ebenfalls

nicht unerheblich zu wissen,

aus welcher Zeit die Bauernregeln

stammen, die angewendet werden

sollen. Leider liegen darüber keinerlei

Informationen vor. Somit kann der

Siebenschläfertag auch erst am 7.

Juli sein, obwohl ein jeder diesen

Tag mit dem 27. Juni in Verbindung

bringt. Zumal es außerdem mehr als

fraglich ist, ob das Wetter an nur

einem bestimmten Tag, Auskunft

über die Witterung der nächsten

sieben Wochen geben kann. Da sind

sich die Meteorologen einig, dass

eher das Wetter um den Siebenschläfertag

herum wichtig ist, um

darauf schließen zu können, wie sich

die Witterung des darauffolgenden

Sommers gestalten könnte.

Zweck der Bauernregeln

Vorsicht ist daneben auch immer bei

der Interpretation der in Versform

verfassten Bauernregeln geboten,

denn ein gutes Jahr für einen Bauern

muss nicht zwangsläufig auch ein

gutes Jahr für den sonnenhungrigen

Urlauber bedeuten. Dem Bauern

geht es vor allem um eines, um

eine gute und reiche Ernte. Und die

benötigt eben Regen im April und

Das Blatt 1/2013

Mai, einen durchwachsenen Juni

und dann erst einen heißen und

trockenen Juli. Eine solche Witterung

ist natürlich nicht immer auch für

einen Urlaub im Mai oder Juni geeignet.

Also darf bei der Anwendung

der Bauernregeln nicht vergessen

werden, wer diese und zu welchem

Zweck aufgestellt hat.

Eine der Bauernregeln wurde in diesem

Jahr aber schon mal bestätigt:

„Der Tag der heiligen Agathe, der

war oftmals reich an Schnee“, so

auch in diesem Jahr (Abb. 3). Der

Schneefall und das graue Wetter

sind aber in diesem Fall gute Zeichen

für den nahenden Frühling, denn

es heißt zu diesem Tag weiter: „Ist

Agathe klar und hell, kommt der

Frühling nicht so schnell“ und der

Dienstag, 5. Februar 2013, war alles

andere als klar und hell. Wenn diese

Bauerregel also zutrifft, sollte der

Frühling nicht mehr allzu lange auf

sich warten lassen. Wenn das mal

keine gute Nachricht ist.

Fazit

Es gibt also eine Vielzahl an Bauernregeln

und alle zeugen von einer

ausgesprochen gründlichen sowie

genauen Beobachtung meteorologischer

Phänomene und Zusammenhänge.

Bei einer entsprechenden

Häufung bestimmter Ereignisse

wurden diese als Regel erfasst und

danach von Generation zu Generation

weiter gegeben. Wer heute die

Bauernregeln nutzen will, um die

Witterung der nächsten Monate

vorherzusagen, sollte dabei immer

abb. 3: schneetreiben am 5. Februar 2013 in rostock, aufgenommen auf dem

Betriebsgelände der lMs agrarberatung Gmbh, 10:30 Uhr MeZ

darauf achten, wann und wo diese

entstanden sind. Für die Regeln, die

in ihrer Entstehungsregion angewendet

werden, findet sich dabei

eine recht hohe Eintreffwahrscheinlichkeit.

Leider ist für die Mehrzahl

der Bauernregeln Ort und Zeit ihrer

Entstehung nicht mehr bekannt.

Also sind diese Regeln immer auch

differenziert zu betrachten. Und

bei all der Diskussion über die

Bauernregeln darf nicht vergessen

werden, dass es sich bei diesen nicht

um Gesetzmäßigkeiten sondern um

Regeln handelt. Und wie sagt der

Volksmund so schön: „Keine Regel

ohne Ausnahme“.

Kontakt:

Olaf Sakuth

Telefon: 0381 877133-33

E-Mail: osakuth@lms-beratung.de

Foto: Sakuth


eMissionserKlÄrUnG UnD Prtr-Bericht

Die emissionserklärung enthält

Angaben über Art, Menge, räumliche

und zeitliche Verteilung der

Luftverunreinigungen, die von einer

Anlage in einem bestimmten Zeitraum

ausgegangen sind, sowie über

die Austrittsbedingungen. Die Inhalte

der Emissionserklärung sind im

Anhang der 11. BImSchV festgelegt.

Die Berichterstattung erfolgt alle

vier Jahre. Der nächste Abgabetermin

ist der 31. Mai 2013.

Prtr-Bericht

Nach dem Gesetz zur Ausführung des

Protokolls über das Schadstofffreisetzungs-

und -Verbringungsregister

vom 21. Mai 2003 sowie zur Durchführung

der Verordnung (EG) Nr.

166/2006 (SchadRegProtAG) müssen

berichtspflichtige Anlagen jährlich

ihre Umweltdaten für das vorhergehende

Berichtsjahr zusammenstellen

(Pollutant Release and Transfer Register-,

kurz PRTR-Bericht) und der

zuständigen Behörde übergeben.

BIS – Büro für Immissionsschutz

Sind sie zur Abgabe verpflichtet?

Gesa Köhn und anja lietz

Die Betreiber immissionsschutzrechtlich genehmigungsbedürftiger Anlagen sind zur Abgabe

einer Emissionserklärung verpflichtet, gem. § 27 BImSchG i.V.m. § 4 Abs. 3 der 11. BImSchV,

mit Ausnahme der in § 1 der 11. BImSchV genannten Anlagen.

BhKw (Verbrennungsmotorenanlage)

Zu den meldepflichtigen

anlagen zählen z. B.

• Tierhaltungsanlagen mit

Kapazitäten von mindestens:

– 40.000 Geflügelplätzen

– 2.000 Mastschweineplätzen

– 750 Sauenplätzen

• Verbrennungsmotorenanlagen

zur Erzeugung von Strom,

Dampf, Warmwasser usw. mit

einer Feuerungswärmeleistung

größer 1 MW (Biogas- bzw.

Biomasseanlagen)

• größere (teilweise) offene

Anlagen zum Umschlagen von

Getreide, Ölsaaten und Hülsenfrüchten

• Betriebe der Nahrungs-,

Genuss- und Futtermittelindustrie

Foto: Hoffmeister

Für die unkomplizierte Abgabe der

Emissionserklärung und des PRTR-

Berichtes steht das Modul des

bundeseinheitlichen Programms

Betriebliche Umweltdaten Bericht

Erstattung (BUBE-Online) kostenlos

zur Verfügung. Abgabetermin ist

der 31. Mai.

Anlagenbetreiber, die berichtspflichtig

sind (PRTR-Bericht und/oder Emissionserklärung),

können neben der

Beratung durch die zuständige Behörde

auch das Beratungsangebot

der LMS Agrarberatung GmbH in

Anspruch nehmen. Gerne erstellen

wir Ihre Emissionserklärung oder

Ihren PRTR-Bericht.

Die zuständige Behörde wird Sie

als Betreiber einer berichtpflichtigen

Anlage über ihre Berichtspflicht

informieren (z. B. in MV: Staatliche

Ämter für Landwirtschaft und Umwelt,

Sachsen-Anhalt: Landesverwaltungsamt,

Brandenburg: Landesamt

für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz).

Kontakt:

Gesa Köhn

Telefon: 0381 87713332

E-Mail:

Anja Lietz

gkoehn@lms-beratung.de

Telefon: 0345 22648517

Mobil: 0162 1388036

E-Mail: alietz@lms-beratung.de

Das Blatt 1/2013 43


LFB – Landwirtschaftliches Fachrecht & Beratung

wasserrahMenrichtlinie (wrrl) UnD lanDwirtschaFt

Dränierte Flächen – erhöhte

Nährstoffausträge, besondere

Anforderungen an die Anwendung

steffi Förster und Dr. hans-eberhard Kape

Dränagen sorgen in Zeiten eines Überangebotes an Wasser auf landwirtschaftlichen Flächen

für einen schnellen Abfluss aus dem Boden. Sie regulieren damit den Wasser- und Lufthaushalt

für das Pflanzenwachstum, sichern die Befahrbarkeit und ermöglichen somit erst eine

landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Flächen.

Für große Teile des Landes Mecklenburg-Vorpommern

ist die Dränage

grundlegende Voraussetzung für

die landwirtschaftliche Nutzung der

Flächen. Für den Landwirt selbst

verursachen die Anlage bzw. der

Unterhalt der Dränagen zusätzliche

Kosten.

Mit dem gewollten Abfluss des vom

Boden nicht gespeicherten Wassers

44 Das Blatt 1/2013

über die Dränagen wird nicht nur das

Wasser abtransportiert, sondern auch

alle darin enthaltenen bzw. gelösten

Stoffe. Damit ist die Dränage nicht nur

eine Verlustquelle von Nährstoffen für

den Landwirt, sondern führt auch mit

dem Eintrag der darin gelösten Nährstoffe

zu einer Belastung der Umwelt.

Insbesondere das Problem der Stickstoffeinträge

aus landwirtschaftlichen

Flächen in Gewässer wird durch die

Verkürzung der Bodenpassage bzw.

der Verminderung der Verweilzeit im

Boden verstärkt.

Natürliche Prozesse des Stickstoffkreislaufes

(Stickstoffentzug, Denitrifikation,

Ammonifizierung, Bindung)

können nicht in dem Umfang genutzt

werden, wie auf undränierten Flächen.


kg/ha Nmin

60

40

20

0

LFB – Landwirtschaftliches Fachrecht & Beratung

Insbesondere unter den Standortbedingungen

von MV schützt auf

vielen Standorten das natürliche

und zzt. noch vorhandene Denitrifikationspotenzial

der Böden das

Grundwasser vor den erhöhten

Stickstoffgehalten des Sickerwassers.

Durch die Denitrifikation werden

große Teile des im Wasser gelösten

Nitratstickstoffs auf ihrem Weg zum

Grundwasser zu elementarem Stickstoff

reduziert, der in die Atmosphäre

entweicht. Das Denitrifikationspotenzial

der norddeutschen Böden

ist aber begrenzt und wird durch

fortlaufende Nitrateinträge immer

weiter abgebaut, so dass mittelfristig

ein Zusammenbruch dieses natürlichen

Wasserschutzpotentials zu

befürchten ist. Als Folge kann Nitrat

ungehindert in das Grundwasser gelangen,

wie es in einigen Gebieten in

der norddeutschen Tiefebene bereits

geschehen ist, und dort zu Problemen

bei der Trinkwassergewinnung

geführt hat.

Wasserabflüsse aus Dränagen weisen

in der Regel deutlich höhere N-Belastungen

auf als Sickerwasser unterhalb

des durchwurzelbaren Boden-

96/97 97/98 98/99 99/00 00/01 01/02 02/03 03/04

04/05 05/06 06/07 07/08 08/09 09/10 10/11 11/12

Raps Wintergerste

Winterweizen

abb.: rückgang der nmin-Gehalte über winter (november bis Februar)

auf den testflächen

horizontes und als das Grundwasser

selbst. Da das Dränwasser direkt in

Oberflächengewässer gelangt, ist

es unter Standortbedingungen, wie

sie in Mecklenburg-Vorpommern

vorherrschen, die größte Quelle für

diffuse Einträge von Stickstoff in

Oberflächengewässer.

Die Nährstoffausträge aus den Dränagen

finden besonders in den

Zeiträumen statt, in denen Ackerflächen

eine positive klimatische

Wasserbilanz ausweisen (Abb.).

Die klimatische Wasserbilanz wird

immer dann positiv, wenn Verdunstung

aus dem Boden und Transpiration

durch die Pflanzen geringer sind

als die Menge des gefallenen Niederschlages

(bei wassergesättigtem

Boden). Eine positive klimatische

Wasserbilanz und damit ein Wasserüberschuss

wird auf leichteren

Böden (geringere Wasserspeicherkapazität),

unbewachsenen Böden

(keine Transpiration), in Zeiten der

Vegetationsruhe (reduzierte Transpiration)

und bei niedrigen Temperaturen

(verringerte Verdunstung)

schneller erreicht.

Eine positive klimatische Wasserbilanz

ist in der in der Regel von Ende

Oktober bis Anfang März gegeben.

Hinsichtlich der Nährstoffverluste für

den Landwirt und der Nährstoffeinträge

in Gewässer ist dieser Zeitraum

besonders negativ bzw. problematisch,

wenn er mit einem hohen

Bodenstickstoffgehalt im Frühjahr,

der durch sehr frühzeitige mineralische

oder organische Stickstoffgaben

verursacht wurde, bzw. hohen

verfügbaren Reststickstoffmengen

nach der Ernte zusammentrifft.

Vor allem hohe verfügbare Reststickstoffmengen

nach der Ernte

Das Blatt 1/2013

45


46

LFB – Landwirtschaftliches Fachrecht & Beratung

aufgrund von hohen N-Bilanzüberhängen,

intensiven Mineralisierungsvorgängen

durch Bodenbearbeitung

und warmer Witterung sowie fehlende

Nährstoffentzüge von Winterungen

oder Zwischenfrüchten

stellen die größte Verlust- bzw.

Eintragsquelle für Stickstoff dar.

Da durch die Dränage erheblich

in die natürlichen Selbstreinigungsvorgänge

(Nitratreduzierung) im Sickerwasser

aus landwirtschaftlichen

Flächen eingegriffen wurde, müssen

die negativen Umweltwirkungen

durch angepasste Bewirtschaftungsmaßnahmen

und aktives Handeln

der Landwirte auf den dränierten

Flächen kompensiert werden.

Maßnahmen gegen

nährstoffausträge

Zur Reduzierung von Nährstoffausträgen

aus dränierten landwirtschaftlich

genutzten Flächen eignen sich

zahlreiche acker- und pflanzenbauliche

und auch einige wasserwirtschaftliche

Maßnahmen. Hohe Stickstoffbilanzüberhänge

nach der Ernte

lassen sich z.B. durch bessere Berücksichtigung

der verfügbaren Bodenstickstoffgehalte

im Frühjahr und

durch höhere Anrechnung des Stickstoffs

aus der organischen Düngung

in der Düngeplanung vermeiden. Der

Stickstoffeinsatz ist entsprechend

dem jeweils aktuellen Pflanzenbedarf

zu optimieren, die Menge der

Stickstoffspätdüngung zu Weizen

zu reduzieren. Nährstoffgehaltsanalysen

der organischen Dünger sowie

Nutzung von Pflanzenanalysen und

Sensormessung zur Ermittlung des

aktuellen N-Bedarfs sind ebenfalls

hilfreich.

optimierung des terminlichen

n-Düngemanagements

Stickstoff sollte auf dränierten Flächen

erst nach Rückgang des inten-

Das Blatt 1/2013

sivsten Dränabflusses ausgebracht

werden, zeitlich nahe am Stickstoffbedarf

der Kulturen erfolgen und

im Herbst nach der Ernte darauf

verzichtet werden.

Durchführung der Düngung

Die Stickstoffdüngung am besten

teilflächenspezifisch oder schlagspezifisch

planen und ausbringen und

alle Möglichkeiten zur bestandesgerechten

N-Düngung von Getreide

nutzen.

organische Düngung

Die organische Düngung im Herbst

zu Raps sollte auf 40 - 50 kg/ha

Gesamt-N beschränkt bleiben, zur

Reduzierung des löslichen Bodenstickstoffs

bei hohen Stickstoffsalden

mit Stroh düngen. Zur Erhöhung

der Ausbringungsvariabilität

könnten Lagerkapazitäten für Gülle/

Gärreste ausgeweitet werden. Empfehlenswert

ist auch der Einsatz von

verlustmindernden Ausbringungsverfahren.

Auf dränierten Flächen

bevorzugt Feststoffe von separiertem

Gärrest ausbringen, vor Regen oder

Starkregen gar keine organische

Düngung.

Vor- bzw. nachsorgende

Maßnahmen

Der Zwischenfruchtanbau nach Sommerungen

oder Spätsaaten erhöht

die pflanzliche Stickstoffbindung und

reduziert die abfließenden Wassermengen

(Transpirationsfaktor), Untersaaten

im Mais binden ebenfalls

Stickstoff. Ein frühzeitiger Anbau

von Winterzwischenfrüchten sollte

auf Schlägen mit hohen N-Salden

ebenso erwogen werden, wie der

Umbruch von Zwischenfrüchten

und Untersaaten erst im Frühjahr.

Der Einsatz von ammoniumhaltigen

und nitrifikationsgehemmten Stickstoffdüngern

ist ebenfalls als vor-

sorgende Maßnahme zu verstehen.

Bei Nachbau von Sommerungen ist

die Bodenbearbeitung im Herbst zu

unterlassen. Die Nutzung von Mulch-

und Direktsaatverfahren und eine

Grünlanderneuerung ohne Umbruch

stellen weitere Maßnahmen dar.

Sicherung hoher Nährstoffentzüge

oder Extensivierung auf dräniertem

Grünland.

regulierung des wasserabflusses

Zur Erhöhung des Stickstoffabbaus

(Denitrifikation) empfiehlt sich die aktive

Regulierung des Dränabflusses,

die Verwendung von organischen Filtermaterialien

in und um Dränagen

und die Nutzung von Dränteichen,

reaktiven Gräben oder Denitrifikationswällen.

In Dränteichen kann

die Sammlung und Verregnung von

Dränwasser erfolgen. Die Steuerung

des Wasserabflusses trägt zur Sicherung

der Wasserversorgung und des

Stickstoffentzuges bei, die Schaffung

von Überflutungsflächen erhöht die

Stickstoffbindung.

Quelle:

Fachinformation: WRRL-Dränage-2013-01-31,

erarbeitet von Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern der

LMS Agrarberatung, Zuständige Stelle

für Landwirtschaftliches Fachrecht

und Beratung (LFB).

Kontakt:

Steffi Förster

Telefon: 0381 2030780

E-Mail: sfoerster@lms-beratung.de

Dr. Hans-Eberhard Kape

Telefon: 0381 2030770

E-Mail: hekape@lms-beratung.de


iMPressionen – Güstrow, 25. JanUar 2013, Viehhalle Des lKV

Tag der Betriebswirtschaft –

Marktfruchtbau

Dr. Ulrike hoffmeister

Johannes Ullrich, lMs agrarberatung,

begrüßt den ersten referenten der

Veranstaltung, sönke Morbach

lMs-Geschäftsführer Berthold Majerus

bei der Begrüßung

claus-Peter Boyens informierte über

Umweltauflagen in der landwirtschaft

interessierte Zuhörer bei der gut besuchten

lMs-Veranstaltung

Das Podium: die referenten Ullrich, Morbach,

Boyens, Bull, und Majerus sowie

Moderator Dr. Jörg Brüggemann (2. v. r.)

ines Bull von der landesforschungsanstalt

MV referierte über „Zwischenfruchtanbau

– wenn, dann richtig“

Veranstaltungen

im hintergrund die Präsentation der

Firmen, die den Marktfruchttag unterstützten

sönke Morbach vom landtechnikmagazin

profi gab einblicke in die welt der

agrarspielzeugmodelle

Johannes Ullrich, lMs, blickte zurück

und präsentierte betriebswirtschaftliche

erkenntnisse im Marktfruchtbau

Das Blatt 1/2013 47


48

Veranstaltungen

FortBilDUnGsProGraMM

LMS-Workshops zur Milchproduktion auch

2013 stark nachgefragt

Dr. stefan weber

Wieder einmal finden die LMS-Workshops großen Zuspruch. Zu den zum 13. Mal organisierten

Workshops haben sich 29 Teilnehmer aus 22 Betrieben angemeldet. Die LMS-Workshops

zur Milchproduktion sind eine nach wie vor gern besuchte Qualifizierungsveranstaltung.

Mit verschiedensten Referenten

wird Altbekanntes aufgefrischt,

Neues diskutiert und in dem wichtigen

Erfahrungsaustausch können

viele neue Erkenntnisse gewonnen

werden. Unterschiedlichste

Referenten engagieren sich in den

Workshops und sorgen für die fachliche

Ausgestaltung. Die Teilnehmer

erhalten ein umfangreiches Nachschlagewerk

mit allen Vorträgen

und vielen Infos. Die hohe Akzeptanz

dieser Workshops basiert auf

einer ausgewogenen Kombination

von Theorie, Praxis und genügend

Zeit für den Erfahrungsaustausch.

sechs lohnende tage

In zwei Workshops von je drei Tagen

wird an unterschiedlichen Orten

in MV mit den Teilnehmern ein

Das Blatt 1/2013

umfangreiches praxisnahes Wissen

bearbeitet und diskutiert. Die jeweils

vor den jeweiligen Workshops

abgefragten und gegenübergestellten

Betriebsergebnisse aller Beteiligten

gewährleisten eine optimale

Vorbereitung sowie eine intensive

Diskussion. Die Auseinandersetzung

mit diesen Zahlen und der

Erfahrungsaustausch zwischen den

Teilnehmern ist für alle äußerst lohnend.

Die wichtigsten Kenn- und

Richtwerte als Grundlage für eine

nachhaltige Milchproduktion wurden

im ersten Workshop von den

Teilnehmern erarbeitet und teilweise

kontrovers diskutiert, zumal bei

etlichen Kennwerten die Zielvorgaben

sehr hoch gesteckt waren. Als

Themenschwerpunkte standen die

Futterproduktion, Bewertung von

ansicht von der Besucherplattform auf

das 50er Karussell, bemerkenswerte ruhe

Fütterung, rationsoptimierung und deren

Kontrolle waren ein schwerpunkthema


Futtermitteln, gemeinsame Erstellung

von verschiedensten Rationen

sowie die Jungviehaufzucht im Fokus.

Die betriebswirtschaftlichen

Betrachtungen wurden zu allen

Fragestellungen mit berücksichtigt,

um die Notwendigkeit einer

rentablen und nachhaltigen Milchproduktion

nicht aus den Augen zu

verlieren.

interessante Betriebsbesuche

Die praktischen Programmpunkte

und Betriebsbesuche bei den Workshops

sind von besonderem Interesse

und haben auch 2013 wieder

einen besonderen Stellenwert. Der

I. Workshop wurde dieses Jahr in

Spornitz durchgeführt, um mit der

Kastanienhof KG in Schlieven einen

interessanten Betriebsbesuch

mit einbinden zu können. Thorsten

Rave präsentierte mit seiner jungen

und engagierten Mannschaft einen

progressiv für die Zukunft entwickelten

Milchviehbetrieb (siehe

Foto).

Kontakt:

Dr. Stefan Weber

Telefon: 0381 87713380

Mobil: 0162 1388103

lfd. Nr. Kennwert Einheit

Richtwerte

der Teilnehmer

1 Lebensleistung kg 30.000

2 Lebenstagsleistung (LTL) kg/LT > 15

3 Marktleistung kg ECM/Kuh /a 8.500

4 Nutzungsdauer Monate 48

5 bereinigte Reprorate % < 30

6 Abkalberate % 105

7 Erstkalbealter (EKA) Monate < 25

8 Zwischenkalbezeit (ZKZ) Tagen 400

9 Rastzeit Tagen 60

10 Zwischentragezeit (ZTZ) Tagen 100

11 Kuhverluste % 4,0

12 Kälberverluste Totgeburten % 4,0

13 Kälberverluste Aufzucht % 3,0

14 Merzrate Jungkühe % 12

15 Grobfutterleistung % > 50

16 Besamungsindex (BSI) Anz Port/Tracht < 2,0

17 Gesamtträchtigkeit der Herde % > 50

18 Kraftfutterverwertung g KF/kg ECM < 275

19 Laktationsstand Tagen 170

20 Anteil Trockensteher % 12

21 Produktivität kg ECM/AK 450.000

22 Akh/Kuh &JV 45

23 Silierverluste % < 10

24 Maissilage g Stärke/kg TM > 350

25 Grassilage g RP/kg TM > 160

Die wichtigsten richtwerte für eine nachhaltige Milchproduktion, erarbeitet von

den teilnehmern des lMs-workshop 2013 in spornitz

Veranstaltungen

E-Mail: sweber@lms-beratung.de

teilnehmer des workshops i in spornitz

2013 bei der Betriebsbesichtigung der

Kastanienhof KG. Betriebsleiter thorsten

rave blieb während der Führung keine

antwort schuldig. Zu den Betriebsergebnissen

und der -strategie wurde intensiv

diskutiert.

teilnehmende Betriebe an den

lMs-workshops 2013:

Agrargenossenschaft e. G.

Zarnekow

Agrar GmbH Diestelow

Agrarhof Brüel e. G.

Agrar-Produkte eG Spornitz

Belliner Agrar GmbH & Co. KG

Beratungsring Ostfriesland

BfR Versuchsgut Marienfelde

Fürstenwalder Agrarprodukt

GmbH Buchholz

Gut Prestin GmbH

Gut Witzin GmbH

MF RZ Borkow GmbH

Landgut Tripkau GbR

Landhandel Rudolf Peters

Landwirtschaftsbetrieb Bruijnen

Landwirtschaftsbetrieb

Griepentrog KG

Landwirtschaftsbetrieb J. Lötter

Landwirtschaftsbetrieb V. Magens

LEAG e. G. Friedrichsruhe

Milchhof Tacke

Quellendorfer Landwirte GbR

Uns Kattenbeker Melkhof GmbH

Wolkower Milchhof Kussmann KG

Das Blatt 1/2013

49


Veranstaltungen

arBeitsKreisGesPrÄche ZUr MilchProDUKtion

Welche Wege wählen wirtschaftlich

Erfolgreiche? Dr. stefan weber

herr timm mit seinen Mitarbeitern

herrn Kleinert und herrn Brandt bei der

Begrüßung zum Betriebsrundgang

ideenreich ausgestattete altgebäude

sichern den Kuhkomfort

herr Kleinert erklärt die Funktionsweise

der sehr zweckmäßig durchdachten

Kälberhaltung

auch in altställen sind hohe leistungsniveaus

realisierbar

50 Das Blatt 1/2013

Anfang 2013 wurden wieder Arbeitskreisgespräche

zur Milchproduktion

organisiert und durchgeführt.

Zu diesen Terminen werden

die BZA-Ergebnisse des zurückliegenden

Wirtschaftsjahres in Form

eines horizontalen Betriebsvergleiches

für die jeweilige Gruppe gegenübergestellt

und kommentiert.

Ergänzt werden diese Daten um

die wichtigsten Ergebnisse aus der

Milchleistungsprüfung. Schnell wird

immer deutlich, wie stark die betriebsindividuellen

Ergebnisse voneinander

abweichen und wie unterschiedlich

oftmals der finanzielle

Aufwand ist, mit dem die Milchproduktion

betrieben wird. Auch wenn

einige Faktoren nicht beeinflusst

werden können, so ist doch immer

das betriebliche Management von

entscheidender Bedeutung dafür,

ob sich der jeweils notwendige

wirtschaftliche Erfolg auch einstellt.

Die intensive Beschäftigung mit

den eigenen Ergebnissen im Vergleich

zu anderen, gleichgelagerten

Milchviehbetrieben gibt schnell

Aufschluss darüber, an welchen

Stellen die einzelbetrieblich größten

Baustellen sind.

Am 15. und 16. Januar fanden

die ersten Arbeitskreisgespräche

in Diestelow und Lüdersdorf statt.

An beiden Treffen waren jeweils

über 20 Betriebe beteiligt. Bei fast

vollständiger Anwesenheit wurden

zunächst die jeweiligen Betriebsbesichtigungen

durchgeführt.

Anschließend wurden die gegenübergestellten

MLP-Ergebnisse aller

Betriebe aus dem LMS-Herdencheck

ausgewertet. Dann befasste

man sich mit den BZA-Ergebnissen.

Diese werden nach dem finanziellen

Erfolg in ct/kg ECM rangiert

und sortiert. Neben wichtigen

produktionstechnischen Kennziffern

sind alle Leistungen und Kosten

sowohl in ct/kg ECM als auch

in €/Kuh ausgewiesen. Nicht immer

sind die höchstleistenden Betriebe

auch die wirtschaftlich erfolgreichsten.

Jeder Betrieb kann sich schnell

wiederfinden, einordnen und sein

mögliches Stärken- und Schwächenprofil

erkennen. Dieses Datenmaterial

ist eine sehr gute Handlungsgrundlage

für jeden, der sich

an dieser exklusiven Auswertung

beteiligt. Die betriebsindividuellen

Daten werden ausschließlich für die

einzelbetrieblichen Gespräche bzw.

für die Gruppengespräche in dieser

Form aufbereitet und verwendet.

Die zusammengefassten und nach

unterschiedlichen Filtersetzungen

berechneten BZA-Ergebnisse sind

wichtige Benchmark-Werte, die für

die Praxis und die LMS-Beratung

eine wichtige Orientierung geben.

Kontakt:

Dr. Stefan Weber

Telefon: 0381 87713380

Mobil: 0162 1388103

E-Mail: sweber@lms-beratung.de


aKtUelles ZU erneUerBaren enerGien

aKtUelles ZU erneUerBaren enerGien

News

Energieverbund Landwirtschaft MV w.V. i.G. gegründet

antje Zibell, Dr. roland redmann

Der Energieverbund Landwirtschaft MV wurde am 06.12.2012 als Erzeugergemeinschaft von

Biogasanlagenbetreibern und Landwirten in der LMS Agrarberatung in Rostock gegründet.

Mit 11 Gründungsmitgliedsbetrieben und einer Leistungsgröße von 5,3 MW hat sich schon

eine stattliche Leistung an Biogasanlagen aus MV zusammen gefunden.

Zweck des Vereins ist es, den erzeugten

Strom bzw. die erzeugte

Wärme von landwirtschaftlichen

Mitgliedsbetrieben nach gemeinsamen

Regeln den Erfordernissen

des Marktes anzupassen, die gewonnene

Energie gemeinsam zur

Vermarktung anzubieten bzw. Energie

und Energietarife gemeinsam

einzukaufen. Somit können

die Marktchancen der Mitglieder

mit der erzeugten elektrischen und

thermischen Energie erhöht wer-

den. Auch der Einkauf von elektrischer

und thermischer Energie und

die Bündelung von Kapazitäten sind

Ziele des Energieverbundes Landwirtschaft

MV.

Weitere Zwecke des Vereins sind

die Verbesserung der Energieerzeugung

(Wirkungsgrad) und Erschließung

weiterer Energiemärkte sowie

die Vermittlung des Bezugs von Betriebsmitteln

und Technik. Ein positiver

Nebeneffekt ist die Förderung

des Erfahrungsaustausches unter

den Mitgliedern sowie die Beratung

der Mitglieder in allen Erzeugungs-

und Vermarktungsfragen.

Kontakt:

Antje Zibell

Mobil: 0162 1388015

E-Mail: azibell@lms-beratung.de

Dr. Roland Redmann

Mobil: 0162 1388033

E-Mail: rredmann@lms-beratung.de

Einstieg der Landwirtschaft in die Windenergie

antje Zibell

Windenergie ist bereits seit vielen Jahren eine Wachstumsbranche. Aufgrund der politischen

Energiewende in Deutschland und MV besteht ein starkes Interesse, hier zu investieren. Landwirte

können als Eigentümer von Flächen auf windgünstigen Standorten davon profitieren.

Der Einstieg in die Branche ist mit

hohen Investitionen verbunden und

erfordert eine professionelle Herangehensweise.

Auch die Auswahl der

Marktpartner in der Branche sollte

im Vorfeld gut vorbereitet sein.

Folgende Möglichkeiten bestehen:

• Verpachtung

• Beteiligung

• eigene Projektierung

Die Standorte der Windenergieanlagen

können erst mit fortschrei-

tender Planung und öffentlich/

rechtlicher Genehmigung des

Windparks endgültig festgelegt

werden. Das bedeutet, dass die

Auskünfte vor bzw. zur Unterzeichnung

eines Vorvertrages mit

einem Projektierungsbüro keine

Sicherheit für die Errichtung von

Windkraftanlagen auf dem unterschriebenen

Flurstücken bieten

Problematisch ist es ebenfalls, dass

die Grundstückseigentümer bereits

im Vorfeld ihre Zustimmung zur

Grundstücksbelastung bzw. -ab-

tretung erteilt haben. Der Bau und

spätere Betrieb von Windkraftanlagen

bzw. Windparks erfordert

ein Höchstmaß an professioneller

Planung und professioneller Realisierung.

Sprechen Sie Ihren LMS-Berater an

oder wenden Sie sich direkt an:

Antje Zibell

Mobil: 0162 1388015

E-Mail: azibell@lms-beratung.de

Das Blatt 1/2013

51


52

News

Fristen MÄrZ Bis JUni 2013 *)

März 31.03.

31.03.

april 01.04.

Mai 15.05.

31.05.

31.05.

31.05.

Juni 01.06.

10.06.

30.06.

Fristablauf nährstoffvergleich

Bis zum 31. März ist der betriebliche Nährstoffvergleich für Stickstoff und Phosphat für das abgelaufene Düngejahr

aufzustellen. (§5 DüV)

Fristablauf humusbilanz

Bis zum 31. März ist die Humusbilanz für das Vorjahr zu erstellen. Von dieser Humusbilanzpflicht gibt es Ausnahmen.

(§3 DirektZahlVerpflV)

Beginn Mahd- und Mulchverbot

Aus der Erzeugung genommene Acker- oder Dauergrünlandflächen müssen jährlich gemulcht (Aufwuchs zerkleinern

und ganzflächig verteilen) oder alle zwei Jahre gemäht werden (Mähgut muss dann abgefahren werden).

In der Zeit vom 1. April bis zum 30. Juni ist das Mähen und Mulchen aber verboten. Das StALU kann auf Antrag

Abweichungen genehmigen. (§4 DirektZahlVerpflV)

Fristablauf sammelantrag Betriebsprämie

Der Antrag zur Aktivierung (Auszahlung) der Zahlungsansprüche ist bis zum 15. Mai zu stellen. Für jeden Kalendertag

Verspätung wird die Betriebsprämie um 1% gekürzt; bei mehr als 25 Kalendertagen Verspätung wird

der Antrag vollständig abgelehnt, es sei denn es lagen höhere Gewalt oder außergewöhnliche Umstände vor.

Antragsänderungen siehe 31. Mai. (Art. 56 VO (EG) 73/2009)

Änderung des sammelantrages

Der gestellte Sammelantrag kann noch bis zum 31. Mai z.B. durch Nachmelden einzelner Parzellen oder die

Änderung von Nutzungsangaben ohne Kürzung geändert werden. Danach sind Änderungen noch bis zum 25.

Kalendertag nach Antragsende mit Kürzung von 1% je Verspätungstag möglich. Reduzierungen des Antrages

durch Teilrücknahme (z. B. Korrektur einer Flächenübererklärung) sind jederzeit bis zur Entscheidung über den

Antrag möglich und empfehlenswert, um einen etwaigen Strafabzug zu vermeiden.

auszahlungsantrag umwelt- und tiergerechte haltungsverfahren

Die Zahlungen erfolgen auf der Grundlage eines Zahlungsantrages des Zuwendungsempfängers, der nach Ablauf

des Verpflichtungsjahres jährlich bis spätestens 31. Mai beim zuständigen StALU einzureichen ist. (Richtlinie zur

Förderung umwelt- und tiergerechter Haltungsverfahren)

übertragung der Zahlungsansprüche

Spätester Termin für die Übertragung von Zahlungsansprüchen (ZA), die für den Übernehmer noch für den Prämienantrag

des laufenden Jahres wirksam werden soll. Die Umschreibung der übertragenen Zahlungsansprüche

in der Zentralen InVeKoS-Datenbank (ZID) muss dann ebenfalls bis zu diesem Termin erfolgt sein (Zahlungsansprüche,

die noch vor dem 15. Mai übertragen wurden, können noch bis zum 9. Juni in der ZID umgeschrieben

werden). (InVeKoSV; www.zi-daten.de)

Fristablauf Milchquotenbörse

Unterlagen für den Übertragungstermin 1. Juli müssen bis zum 1. Juni eingereicht sein. (§14 MilchAbgV)

Ummeldung Zahlungsansprüche

Zahlungsansprüche, die bis zum 16. Mai übertragen wurden, müssen bis zu diesem Termin in der Zentralen

InVeKoS-Datenbank (ZID) umgeschrieben sein (erfolgte die Übertragung zwischen dem 16. und dem 31. Mai,

muss die Umschreibung bis spätestens 31. Mai erfolgt sein, siehe unter 31. Mai). Bei späteren Übertragungsmeldungen

ist die Aktivierung des Zahlungsanspruchs für den Erwerber erst im Folgejahr möglich.

(InVeKoSV; www.zi-daten.de)

ende Mahd- und Mulchverbot

Aus der Erzeugung genommene Acker- oder Dauergrünlandflächen müssen jährlich gemulcht (Aufwuchs zerkleinern

und ganzflächig verteilen) oder alle zwei Jahre gemäht werden (Mähgut muss dann abgefahren werden). In

der Zeit vom 1. April bis zum 30. Juni ist das Mähen und Mulchen aber verboten. (§4 DirektZahlVerpflV)

Kontakt: Torsten Fiedler, Telefon: 0381 877133-37, E-Mail: tfiedler@lms-beratung.de *) Diese Angaben sind ohne Gewähr

Das Blatt 1/2013


DIE DIENSTLEISTER FÜR HöCHSTLEISTER

LUFA Rostock

Graf-Lippe-Straße 1

18059 Rostock

Telefon: +49 381 20 30 70

Telefax: +49 381 20 30 790

E-Mail: lufa@lms-beratung.de

Bodenuntersuchung/Berechnung einer Düngungsempfehlung (Kalk, P, K, Mg) (1/07)

Anerkanntes Prüflaboratorium

Kenn-Nr

Betrieb: ________________________ Ort: ________________________ PLZ: _________ Kreis: _________ Kundennummer: _______________

21304

http://www.aks-hannover.de

Straße: ___________________________ Tel.: ___________________________ Fax: ____________________ e-Mail: _______________________

Anzahl Schläge: ______ Anzahl Proben: ______ Untersuchungsfläche: ______ ha Düngungsempfehlung: ja _____ / nein _____ für das Anbaujahr : _____ Probenehmer: ______________________

JeDe ProBenUMMer nUr einMal VerGeBen! Vereinbarungen : ________________________________________________ Teillieferung: ja _____ / nein _____

angaben zur Bodenuntersuchung – vom auftraggeber unbedingt auszufüllen angaben zur Düngungsempfehlung – nur bei gewünschter Berechnung vom auftraggeber auszufüllen

geplante organische Düngung zur Fruchtart

Dung, Gülle (TM % angeben), Stroh, Blatt, Kompost ...

Fruchtart ertrag

geforderte Untersuchungen

GU = Grunduntersuchung pH, P, K, Mg

FP = Fingerprobe, OS = Humus, BA = Tongehalt

Bodenart

nutzung

Probefläche

schlagfläche

schlagbezeichnung

schlagnummer

Probenummer

max. 3 Stellen max. 4 Stellen Text ha ha AL/GL siehe *) GU FP OS BA Na Mo B Cu Mn Zn dt / ha Art (mit Tier) dt / ha TM % Art (mit Tier) dt / ha TM %

1

2

3

4

5

6

7

8

9

10

11

12

13

14

15

*) Bodenart eintragen oder mit Fingerprobe bzw. Tongehalt kostenpflichtig bestimmen lassen 1 = Sand; 2 = schwach lehmiger Sand; 3 = stark lehmiger Sand; 4 = sandiger / schluffiger Lehm; 5 = toniger Lehm, Ton; 6 = Anmoor, Moor

Der AG bestätigt durch seine Unterschrift das Einverständnis zur Speicherung der anonymisierten Daten für statistische Auswertungen innerhalb des Landes M-V. Datum: ___________ Unterschrift auftraggeber: _______________________


BODENUNTERSUCHUNGEN

übernimmt für Sie die LUFA ROSTOCK

UNTERSUCHUNGSPAKETE 2013

Sicherheit durch zertifizierte Analyse

Akkreditierung nach DIN EN ISO /

IEC 17025 durch DAkkS und ISTA

GRUNDUNTERSUCHUNG

· pH-Wert

· Phosphor

· Kalium

· Magnesium

MIKRONÄHRSTOFFUNTERSUCHUNG

· Bor

· Kupfer

· Mangan

· Zink

IHRE ANSPRECHPARTNER

Name Arbeitsbereich Tel./Handy E-Mail

Jens Lorenz Innendienst 0381 20307-20 jlorenz@...*

Reiner Kilimann Innendienst 0381 20307-21 rkilimann@...*

Matthias Meissner AD / MV Nordwest 0172 9924354 mmeissner@...*

Wieland Niecke AD / MV Nordost 0172 9924350 wniecke@...*

Dietrich Rusch AD / MV Südwest 0172 9924358 drusch@...*

Jana Wittstock AD / MV Südost 0172 9924351 jwittstock@...*

Die Tourenpläne der LUFA-Kuriere finden Sie unter www.lms-beratung.de / LUFA Rostock /

Probenlogistik / Probentransport / MV-Karte mit West- bzw. Osttour zum Download

...* verlängern mit lms-lufa.de

Anerkanntes Prüflabor gemäß

VO (EG) Nr. 882/2004 durch AKS

WIR SAGEN IHNEN WAS DRIN IST, DAMIT SIE WISSEN, WO SIE DRAN SIND


DIE DIENSTLEISTER FÜR HöCHSTLEISTER

Untersuchungsauftrag Fermenterinhalt / Gärsubstrat

Auftraggeber: _____________________________________

PLZ / Ort: _____________________________________

Straße / Nr: _____________________________________

Tel / Fax: _____________________________________

Kopie an: _____________________________________

Probenahme (LUFA): _________________ ; _________________€

____________________

Datum

____________________________________

Unterschrift Auftraggeber

Anerkanntes Prüflaboratorium

Kenn-Nr

21304

http://www.aks-hannover.de

LUFA Rostock

Graf-Lippe-Straße 1

18059 Rostock

Telefon: +49 381 20 30 70

Telefax: +49 381 20 30 790

E-Mail: lufa@lms-beratung.de

E-Mail: _____________________________________

Verpackung: _____________________________________

Probe-nr.: ____________________ Biogasanlage/lagerort: ___________________________ Probenahmedatum: _____________

Fermentervolumen: _________ m 3 inputstoffe: _____________ m 3 o. t inputmenge gesamt: _____________ m 3 o. t

Untersuchungsanforderungen: standards oder einzeluntersuchungen

TM, pH-Wert, organ. Säuren + Essigsäureäquival.

TM, pH-Wert, organ. Säuren + Essigsäureäquival., N, NH4 TM, N, P, K, Mg, NH4 Spurenelemente (Fe, Co, Mo, Ni, Se, Mn, Cu, Zn)

organische Trockensubstanz (oTS)

FOS/TAC-Verhältnis

theoretische Biogasausbeute nach BASERGA (TM, Ra, Rp, Rfa, Rfe; Biogas in l/kg oTS, m³/t FM, CH in Vol%)

4

theoretische Biogasausbeute nach WEISSBACH (FoTS, Ra, Rfa, TS; CH / Biogas in l/kg FM und l/kg TM)

4

Phyto- und Seuchenhygiene (Salmonellen, keimf. Samen und austriebsfähige Pflanzenteile)

lt. DümV (Gesamt-N, P, K, Mg)

Bei einzeluntersuchungen gewünschte analysen ankreuzen:

Trockenmasse (TM) Calcium (CaO)

Gesamtstickstoff (N) Kupfer (Cu)

Ammoniumstickstoff (NH -N) 4 Zink (Zn)

Phosphor (P O ) 2 5 Schwefel (S)

Kalium (K O) 2 pH-Wert

Magnesium (MgO)

Organische Trockensubstanz (oTS)

Organische Säuren

weitere Untersuchungsanforderungen: _______________________________________________________________

Deklarationserstellung (Biogasgülle / Gärrest) – Mindestuntersuchungsprogramm:

als NPK-Dünger (Ausgangsstoffe und Endprodukt aus eigenem Betrieb) – TM, N, P, K, MG, NH -N 4

als NPK-Dünger (Ausgangsstoffe oder Endprodukt aus/für anderem/n Betrieb) – TM, N, P, K, Mg, NH -N, OS, Cu, Zn

4

Ausgangsstoffe: _________ % _________ % _________ % _________ %

____________________________________

Unterschrift Probenehmer


Analytik rund um RAPS und GETREIDE

übernimmt für Sie die LUFA ROSTOCK

UNTERSUCHUNGSPAKETE 2013

Sicherheit durch zertifizierte Analyse

Akkreditierung nach DIN EN ISO /

IEC 17025 durch DAkkS und ISTA

RAPS

· Standard-Untersuchung

Ölgehalt mit NMR-Spektroskopie, Feuchte, Besatz

· Weitere Untersuchungen

Freie Fettsäuren, Glucosinolat etc. auf Anfrage

· NEU: Rapsschotenfestigkeit nach Methode LFA MV

WEIZEN

· Standard-Untersuchung

Feuchte, Besatz, Rohprotein, Fallzahl, Sedimentation

· Backqualität-Untersuchung

Standard-Untersuchung + Feuchtgluten

· Vollständige Untersuchung

Standard-Untersuchung + Feuchtgluten + hl-Gewicht

IHRE ANSPRECHPARTNER

Name Arbeitsbereich Tel./Handy E-Mail

Jens Lorenz Innendienst 0381 20307-20 jlorenz@...*

Marion Dunker Innendienst 0381 20307-27 mdunker@...*

Matthias Meissner AD / MV Nordwest 0172 9924354 mmeissner@...*

Wieland Niecke AD / MV Nordost 0172 9924350 wniecke@...*

Dietrich Rusch AD / MV Südwest 0172 9924358 drusch@...*

Jana Wittstock AD / MV Südost 0172 9924351 jwittstock@...*

Die Tourenpläne der LUFA-Kuriere finden Sie unter www.lms-beratung.de / LUFA Rostock /

Probenlogistik / Probentransport / MV-Karte mit West- bzw. Osttour zum Download

...* verlängern mit lms-lufa.de

Anerkanntes Prüflabor gemäß

VO (EG) Nr. 882/2004 durch AKS

WIR SAGEN IHNEN WAS DRIN IST, DAMIT SIE WISSEN, WO SIE DRAN SIND


PUBliKationen VorGestellt

landwirtschaft im Konflikt mit der Gesellschaft?

Votum für eine nachhaltige Produktion

In Deutschland sind die Erwartungen der Gesellschaft

an Landwirte besonders hoch. Die Entwicklungen der

modernen Landwirtschaft treffen auf eine zunehmend

kritisch hinterfragende oder gar ablehnende Öffentlichkeit.

Das gilt besonders für den Bereich der Tierhaltung,

seine großdimensionierten Ställe, besetzt mit zahlreichen,

auf hohe Leistungen gezüchteten Nutztieren,

deren „Produktion und Verwertung“ eingebunden ist

in globale Warenströme. Die Verunsicherung und das

Misstrauen der Öffentlichkeit treffen auch den Ackerbau,

die eingeschränkten und neuen Fruchtfolgen, die

Größe und Effizienz von Maschinen, die Züchtung, den

Pflanzenschutz, die Düngung und nicht zuletzt auch

hier die globalisierten Märkte. Eine Ursache des scheinbar

mangelnden Verständnisses der Bevölkerung für

die Erfordernisse einer modernen, zukunftsorientierten

Agrarwirtschaft ist, dass immer weniger Menschen

direkte Berührungspunkte mit der Landwirtschaft haben.

Der Wandel in der ländlichen Struktur und in der

agrarischen Bewirtschaftung hat die alten, klassischen

Kommunikationsstränge dörflicher Gemeinschaften

abreißen lassen. Verbände oder Fachorganisationen

können die Kommunikation jedoch nicht vollständig

übernehmen – der direkte Kontakt „Landwirt – Verbraucher“

ist entscheidend. Die Landwirte müssen heraus

landwirtschaftliche Fahrzeuge im straßenverkehr

Die Abmessungen landwirtschaftlicher Fahrzeuge nehmen

kontinuierlich zu. Auf öffentlichen Straßen bereitet

das oft Probleme. Das Heft beleuchtet alle Bereiche, die

für Fahrer und Halter landwirtschaftlicher Fahrzeuge auf

öffentlichen Straßen von Belang sind. Dazu gehören

z.B. Fragen rund um die Fahrerlaubnis, die Straßenverkehrszulassungsverordnung,

die Zulassungspflicht

und die Vorschriften zur Beleuchtung und zur Kenntlichmachung

landwirtschaftlicher Fahrzeuge. Auch das

Güterkraftverkehrsgesetz wird ausführlich erläutert. Der

Anhang bietet zusätzliche, praxisnahe Informationen,

etwa zum Großraum- und Schwerverkehr in der Landwirtschaft

und zur Ladungssicherung.

Extras

aus der kommunikativen Sackgasse. Kommunikative

Fähigkeiten müssen die klassischen Unternehmerkompetenzen

ergänzen. Zudem wird ein fachlich fundiertes

Nachhaltigkeits-System der Branche benötigt.

Die Beiträge des vorliegenden Bandes zur DLG-Wintertagung

vom 15. bis 17. Januar 2013 in Berlin, benennen

Konfliktfelder sowie Wege und Instrumente zu ihrer

Überwindung. Die Autoren sind Referenten der aktuellen

DLG-Wintertagung 2013 und weitere namhafte

Fachleute aus Wissenschaft, Praxis, Beratung, Medien

und Politik. (Quelle: DLG-Pressemeldung)

DLG e.V. (Hrsg.) ·1. Aufl.

2013 · 208 S. · € 26,00 ·

ISBN 978-3-7690-4072-2 ·

Erhältlich in allen Buchhandlungen

und bei der DLG im

Online-Buchshop unter:

www.dlg-verlag.de

E-Mail: dlg-verlag@DLG.org

aid-Heft · 100 S. ·

22. Auflage 2012 · € 4,00

Bestell-Nr. 1035 · ISBN/EAN

978-3-8308-1066-7

Das Blatt 1/2013

57


58

Extras

PUBliKationen VorGestellt

sicher transportieren in der land- und

Forstwirtschaft

Obwohl der Transport ungewöhnlicher Güter in

der Landwirtschaft zum Alltag gehört, kommt es

immer wieder zu Unfällen. Das Heft fasst die wichtigsten

gesetzlichen Vorgaben zusammen und erklärt,

wann der Fahrer, Halter oder Verlader im Schadensfall

haftet.

Kompost in der landwirtschaft

Nachhaltige Landwirtschaft ist nur auf gesunden Böden

möglich. Kompost trägt als Nährstoff- und Humuslieferant

zur Erhaltung und Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit

bei. Das Heft stellt verschiedene Kompostarten und

ihre unterschiedlichen Eigenschaften vor. Landwirte,

Berater und Ausbilder werden über rechtliche Grundlagen

beim Komposteinsatz und Zertifizierungssysteme

zur Sicherung einer hochwertigen Kompostqualität

informiert. Beispielrechnungen demonstrieren die Wirkung

von Kompost auf Humus- und Nährstoffbilanzen

verschiedener Betriebstypen. Die Wirtschaftlichkeit von

Kompost wird anhand von Ausbringkosten, seinem

Wert im Vergleich zu anderen Düngern und seiner

Wirkung auf den Deckungsbeitrag dargestellt.

Bodenpflege, Düngung, Kompostierung im Garten

Grundvoraussetzung für optimales Pflanzenwachstum

ist ein gesunder lebendiger Boden. Jedem Hobbygärtner

sollten der Erhalt und die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit

deshalb ein besonderes Anliegen sein.

Das Heft gibt dazu zahlreiche Tipps.

Bezug der aid-Hefte im Internet über den Medienshop

unter www.aid.de, E-Mail: aid@aid.de

Das Blatt 1/2013

aid-Heft · 56 S. ·

4. Auflage 2013 · € 3,00

Bestell-Nr. 1574 · ISBN/EAN

978-3-8308-1065-0

8-3-8001-7713-4. Preise:

gedrucktes Buch: 12,90 EUR;

eBook Download: 9,99 EUR

aid-Heft · 60 S. ·

2. Auflage 2013 · € 3,00

Bestell-Nr. 1476 · ISBN/EAN

978-3-8308-1048-3

aid-Heft · 76 S. ·

4. Auflage 2012 · € 3,50

Bestell-Nr. 1375 · ISBN/EAN

978-3-8308-1049-0


PUBliKationen VorGestellt

existenzgefährdung in der landwirtschaft /

hlBs leitfaden

Der Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen für Verkehrs-

und Bauzwecke nimmt stetig zu. Hinzu kommt

der Flächenbedarf für die begleitenden Ausgleichsmaßnahmen

im Sinne des Naturschutzes. Die produktiv zu

nutzenden landwirtschaftlichen Flächen werden verknappt.

Die weitere Inanspruchnahme von Land kann

daher in einer wachsenden Zahl landwirtschaftlicher

Betriebe zu Existenzgefährdung führen. Da die Existenzgefährdung

in den Vorplanungen landbeanspruchender

Maßnahmen gegen das öffentliche Interesse

abgewogen werden muss, kommt der Untersuchung

eine beträchtliche Bedeutung zu.

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Sachverständigen ,

hat diesen Leitfaden speziell für Sachverständige entwickelt.

In den ersten Kapiteln referieren die Autoren über

einschlägige rechtliche Grundlagen. Der Schwerpunkt

des Leitfadens liegt in der Fragestellung, mit welchem

Schema die Existenzfähigkeit bzw. Existenzgefährdung

ermittelt werden kann.

Welche messbaren Kriterien sollen herangezogen

werden? Ist es der Gewinn des Unternehmens, die

Eigenkapitalbildung oder sind es andere Kennzahlen?

Vorgeschlagen wird von den Autoren ein Prüfschema

A bzw. B. Das Prüfschema A orientiert sich an dem

logistik rund um die Biogasanlage

Mit der steigenden Zahl an Biogasanlagen und dem

hohen Flächenbedarf für Nachwachsende Rohstoffe

(NaWaRo) stellt die Optimierung der Transportlogistik

rund um die Biogasanlage einen großen Kostenfaktor

dar. Neben Transport, Umschlag und Lagerung müssen

Qualitätsansprüche und ein lückenloser Informationsprozess

berücksichtigt werden.

Die Schrift beinhaltet Hintergrundinformationen zur

Verfahrensbewertung in der Biomasselogistik: von

den rechtlichen Rahmenbedingungen über die Fahrzeugtechnik,

die Wegestruktur, den Bodenschutz, die

soziale Akzeptanz, die Qualitätssicherung, die Arbeits-

Extras

Gewinn und der Kapitalbildung. Es ist zu prüfen, ob

der nachhaltige erzielbare Gewinn ausreicht, um angemessene

Privatentnahmen und eine hinreichende

Eigenkapitalbildung für die weitere Betriebsentwicklung

zu ermöglichen. Hinsichtlich der Privatentnahmen wird

für einen angemessenen Betrag in Höhe von 32.000

EUR/Jahr plädiert. Dieser Standard-Entnahmebetrag

kann auf Grund von regionalen Verhältnissen durch

Zu- und Abschläge um +/- 5.000 EUR variiert werden.

Mit diesen Prüfschemata wird den Sachverständigen

eine klare Handlungsanweisung vermittelt. Wenn der

Betrieb nach dem Prüfschema A nicht existenzfähig ist,

soll das Prüfschema B angewandt werden.

Aus Sicht der Beratung stellt dieser Leitfaden eine sinnvolle

Arbeitshilfe für die Sachverständigen dar.

Herausgegeben vom

Hauptverband der landwirtschaftlichen

Buchstellen und

Sachverständigen e. V.,

(HLBS), verfasst von einer

durch den HLBS-FachausschussSachverständigenwesen

beauftragten Arbeitsgruppe.

ISBN: 978-3-89187-074-7 ·

1. Auflage 2012 · 124 S. ·

€ 25,00

wirtschaft und Ökonomie, die Klimawirkung bis zur

Informationstechnik. Hierbei werden die arbeitswirtschaftlichen

Zusammenhänge und Kostenaspekte anhand

von Modellszenarien

betrachtet. Neben der Ernte

von Silomais wird auch

die Gärresteausbringung

analysiert (Quelle: KTBL).

KTBL-Schrift 498: Logistik

rund um die Biogasanlage:

Darmstadt, 2013, 132 S. ·

€ 24,00 · Best.-Nr. 11498 ·

ISBN 978-3-941583-75-7

Das Blatt 1/2013

59


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Fotonachweis Heft 1/2013:

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weitere Bildnachweise siehe Innenteil

Erscheinungsweise:

Das Blatt“ erscheint viermal jährlich in den Monaten März,

Juni, September, Dezember.

Redaktionsschluss:

Heft 1/2013: 14. Februar

Heft 2/2013: 15. Mai

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