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Seite 32

Christophorus 326

Christophorus 326

Seite 33

Guten Abend, gut’ Nacht? Nein, dies wird kein Schlaflied, eher ein Weckruf.

Wir warnen Sie lieber gleich, diese Geschichte irrlichtert ganz bewusst.Wer

mit auf die Fahrt zwischen Hell und Dunkel geht, ist nicht verloren

– er hat sogar gute Chancen, sich selbst zu finden. Die Nacht ist eine

ewige Spirale, der Boxster dient als willkommener Beschleuniger für die

Herausforderungen, die jenseits der Dämmerung liegen.

Gedanklich nehmen wir die Spur von Eileen Gray auf, einer Irin von erlesenem

Geschmack, die ihre Inspiration aus Spritztouren im Sportwagen

durch das nächtliche Paris bezog, einen schwarzen Panther als Beschützer

für den Großstadtdschungel neben sich. Die Architektur der Nacht hatte

Einfluss auf ihre Entwürfe, die von Klarheit bestimmt sind. Aller Ballast

blieb im Dunkeln auf der Strecke.

Der Spaß am Autofahren hat natürlich etwas mit Stimmungen zu tun.

Heute stellen wir GPS-System, uns selbst und die Nacht in Frage: Muss

denn alles ein Ziel haben? Navi aus, Gedanken an. Vielmehr leiten uns Beobachtungen,

auch die Gefühle. „Ich habe die Seele der Stadt entblättert“,

beschrieb der New Yorker Fotograf Weegee seine Arbeit, die er hauptsächlich

nachts verrichtete. Der Mann wurde berühmt mit seinen Schwarz-

Weiß-Bildern aus dem Leben. Er hat einfach die Augen und die Linse aufgemacht.

Alles bekommt eine gesteigerteWirkung in der Nacht. Man muss

sich nur darauf einlassen. Merke: Träume wollen gelebt werden. Die Nacht

in der Stadt besitzt dazu ein einmaliges Patent, sie erfindet sich immer

wieder aufs Neue. Um nach der blauen Stunde nicht den Blues zu bekommen,

muss man sich nur vergegenwärtigen, dass die Nacht, die vor einem

liegt, keine Garantie für ihre Versprechen gibt. Sie zeigt nur Möglichkeiten.

Die Dunkelziffer bleibt hoch.

Das Licht malt uns die Nacht aus. Und schon sind wir mitten drin in der

schillernden Entkräftung des Vorurteils, dass nachts alle Katzen grau sind.

Die Nacht hat einfach nur andere Farben. Und ist garantiert nichts für

Schwarzseher. Das Kaleidoskop der kräftigen Blautöne, die sich aus dem

zarten Rosa der Dämmerung mischen. Es gibt wenig Betörenderes, und

dennoch ist es bloß ein optisches Vorspiel für das Geheimnisvolle.

Wir kennen noch nicht die Adressen, zu denen uns 3,4 Liter Hubraum

treiben lassen, aber wir wollen voran. Denn Nacht hat viel mit Sehnsucht zu

tun. Das ist nichts für notorische Schwarzseher. Sondern für alle, deren

Seele gern Überstunden macht, um ganz bewusst dem Zauber der Nacht zu

verfallen. Den glühenden Verehrern der Theorie, dass die Nacht Flügel verleiht.

Ein Drittel seines Lebens verschläft der Mensch ohnehin. Deshalb gilt

es die Entdeckermentalität wecken, die in uns allen wohnt. Die Dunkelheit

ist ein Kontinent, der durchquert werden will. Wenig wirkt so verlockend

wie eine Serie grüner Ampeln über einem nächtlichen Boulevard. A

„Neon Tigers“

Kleine Bettlektüre zu Asiens Megastädten

Bangkok, Kuala Lumpur, Hongkong, Shanghai, Jakarta, Singapur und

Shenzhen verschmelzen in den großformatigen Farbfotografien von

Peter Bialobrzeski zu einer einzigen virtuellen Megastadt – echte Momentaufnahmen

des urbanen Wachstums, die aber nicht mehr als reale Welt

wahrgenommen werden. Ein preisgekröntes Werk.

Hatje Cantz Verlag, 2004, 112 Seiten, ISBN 3-7757-1394-8, Euro 39,80

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