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Horb damals und heute - Schwäbisches Tagblatt

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2 <strong>Horb</strong> <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Freitag, 31. Dezember 2010 | Verlagssonderbeilage<br />

DieGroße Kreisstadt <strong>Horb</strong><br />

a. N. wirddreißig Jahrealt<br />

Die Stadt <strong>Horb</strong> <strong>und</strong> ihre 17 Stadtteile im Wandel der Zeit<br />

Gerade in unserer<br />

schnelllebigen Zeit ist<br />

vielerorts eine Rückbesinnung<br />

auf die Wurzeln,<br />

auf die Heimat, zu beobachten.<br />

Die Menschen konzentrieren<br />

sich wieder auf das Wesentliche,<br />

erkennen die vielen<br />

Vorzüge, die ihr Wohn- <strong>und</strong><br />

Arbeitsort in unserer globalisierten<br />

Welt bietet. Dieser<br />

Tatsache wollen auch wir<br />

Rechnung tragen.<br />

Mit diesem Magazin wollen<br />

wir Ihnen, liebe Leserinnen<br />

<strong>und</strong> Leser, die Große Kreisstadt<br />

<strong>Horb</strong> mitden 17 Stadtteilennäher<br />

bringen. Die Vergangenheit<br />

der einzelnen Stadtteile ist genauso<br />

Bestandteil dieser Veröf-<br />

fentlichung wie die aktuelle<br />

<strong>und</strong> zukünftige Situation, die<br />

die Ortsvorsteher inden Interviews<br />

beschreiben.<br />

Im Übrigen jährt essich am<br />

1. Januar 2011 zum dreißigsten<br />

Male, dass <strong>Horb</strong> zur Großen<br />

Kreisstadt erhoben wurde.<br />

Nicht zuletzt deshalb, hat sich<br />

die SÜDWEST PRESSE / NE-<br />

CKAR-CHRONIK entschlossen,<br />

dieses Magazin zum Jahreswechsel<br />

herauszubringen.<br />

Im Jahr 2011 steht für die<br />

Große Kreisstadt <strong>Horb</strong> a.N.mit<br />

dem Grünprojekt ja überhaupt<br />

ein großes Ereignis vor der Tür,<br />

in das sich auch alle Stadtteile<br />

einbringen werden. Die Gartenschau<br />

»Neckarblühen <strong>Horb</strong><br />

2011« zieht alle Einwohnerinnen<br />

<strong>und</strong> Einwohner der Großen<br />

Kreisstadt <strong>Horb</strong> a. N. vom<br />

20. Mai bis 18. September in ihrenBann.<br />

Neben der Historie <strong>und</strong> den<br />

aktuellen Bestandsaufnahmen<br />

sowie den kompakten<br />

Zahlen <strong>und</strong> Fakten »lebt« dieses<br />

Produkt von den historischen<br />

Fotos, auf denen Sie,<br />

liebe Leserinnen <strong>und</strong> Leser,<br />

vielleicht ja die eine oder den<br />

anderen wiedererkennen sowie<br />

den aktuellen Stadt- <strong>und</strong><br />

Ortsansichten, für die einmal<br />

mehr unser Fotograf Karl-<br />

Heinz Kuball in der Großen<br />

Kreisstadt <strong>Horb</strong> mit seiner Kamera<br />

unterwegs war.<br />

Die <strong>Horb</strong>er<br />

Stadtansichtim<br />

Wandel derZeit:<br />

dieobige Aufnahme<br />

machte unser<br />

Fotograf Karl-Heinz<br />

Kuball zu Beginn der<br />

1970erJahre.<br />

Beim unterenBild<br />

standerdiesen<br />

Monatander selben<br />

Stelle in der<strong>Horb</strong>er<br />

Panoramastraße<br />

wievor fast<br />

40 Jahren,als er das<br />

Bild oben schoss.<br />

Bilder:Kuball<br />

INHALTSVERZEICHNIS<br />

Seite03<br />

Das Positive überwiegt deutlich<br />

Interviewmit OberbürgermeisterPeter<br />

Rosenberger<br />

Seite04<br />

Ahldorf<strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Seite05<br />

Altheim<strong>damals</strong> <strong>und</strong><strong>heute</strong><br />

Seite06<br />

Betra<strong>damals</strong> <strong>und</strong><strong>heute</strong><br />

Seite08<br />

Bildechingen <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Seite09<br />

Bittelbronn <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Seite10<br />

Dettensee <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Seite12<br />

Dettingen<strong>damals</strong> <strong>und</strong><strong>heute</strong><br />

Seite14<br />

Dettlingen <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Seite16<br />

Dießen<strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Seite17<br />

Grünmettstetten<strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Seite18<br />

<strong>Horb</strong> <strong>damals</strong> <strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Seite20<br />

Ihlingen <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Seite22<br />

Isenburg <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Seite23<br />

Mühlen <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Seite24<br />

Mühringen<strong>damals</strong> <strong>und</strong><strong>heute</strong><br />

Seite25<br />

Nordstetten <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Seite26<br />

Rexingen <strong>damals</strong> <strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Seite27<br />

Talheim <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

IMPRESSUM<br />

Verlagssonderbeilage<br />

der SüdwestPresse/<br />

Neckar-Chronik<br />

Titelgestaltung:<br />

Rolf Köber<br />

Redaktion:<br />

Ralf Flaig<br />

Bilder:<br />

Karl-Heinz Kuball, Stadt <strong>Horb</strong>,<br />

Stadtarchiv <strong>Horb</strong>,Archiv<br />

Anzeigen:<br />

WolfgangDieter


Verlagssonderbeilage | Freitag,31. Dezember 2010<br />

SÜDWEST PRESSE: Im Zuge<br />

der Gemeindereform wurden<br />

18 <strong>damals</strong> selbstständige Ortschaften<br />

zu <strong>Horb</strong>er Stadtteilen.<br />

Zum 1.Januar 2011 jährt sich<br />

die Erhebung von <strong>Horb</strong> a. N.<br />

zur Großen Kreisstadt zum<br />

dreißigsten Mal. Wie sehen Sie<br />

die seitherige Entwicklung <strong>und</strong><br />

wie bewerten Sie den Status<br />

quo?<br />

Peter Rosenberger: Die Entwicklung<br />

nach der Kommunalreform<br />

bis zu meinem Amtsantritt<br />

imJuni 2008 kenne ich<br />

natürlich nur von Erzählungen<br />

<strong>und</strong> von den Eindrücken, wie<br />

man miteinander umgeht. Es<br />

ist spannend für mich zuverfolgen,<br />

wie intensiv versucht<br />

wird, gesamtstädtisch zudenken.<br />

Ich denke, das Positive<br />

überwiegt deutlich: Die Vielfalt<br />

der Stadtteile, das bunte Vereinsleben<br />

schaffen einen<br />

Mehrwert für die Gesamtstadt<br />

<strong>Horb</strong> a. N. Dennoch soll<br />

selbstverständlich jeder Stadtteil<br />

seine Identität bewahren.<br />

In <strong>Horb</strong> sind Global Player<br />

wie Leuco, Bosch Rexroth oder<br />

Volz ebenso beheimatet wie<br />

kleine <strong>und</strong> mittelständische<br />

Dienstleister <strong>und</strong> Handwerksbetriebe.<br />

Wie beurteilen Sie -<br />

gerade auch nach der großen<br />

Finanz- <strong>und</strong> Wirtschaftskrise -<br />

den Wirtschaftsstandort <strong>Horb</strong>?<br />

Sehr attraktiv, mit vielen Aspekten.<br />

Die hier ansässigen<br />

Global Player spielen eine bedeutende<br />

Rolle <strong>und</strong> sind wichtige<br />

Arbeitgeber. Wenn sie<br />

wirtschaftlich erfolgreich sind,<br />

profitieren wir als Kommune<br />

über die Gewerbesteuer auch<br />

davon. Daneben gibt es bei<br />

uns viele kleine <strong>und</strong> mittelständische<br />

Betriebe, die die<br />

Vielfalt unseres Wirtschaftsstandortes<br />

mitprägen.<br />

Die Wirtschaftskrise haben<br />

die großen Unternehmen, die<br />

in unserer Stadt ansässig sind,<br />

gut gemeistert. Sie verzeich-<br />

nen wieder eine gute Auftragslage<br />

<strong>und</strong> sind positiv gestimmt,<br />

obwohl sie, aufgr<strong>und</strong><br />

der Krise, noch konservativ in<br />

ihren Planungen sind. Die kleineren<br />

Firmen hingegen haben<br />

teilweise noch mit Rating-Problemen<br />

zu kämpfen.<br />

Wichtig für die großen <strong>und</strong><br />

kleinen Unternehmen inunserer<br />

Stadt ist die hervorragende<br />

Verkehrsanbindung durch die<br />

Autobahnnähe <strong>und</strong> den ICE-<br />

Anschluss. Dies ist eine Stärke,<br />

die <strong>Horb</strong> ausspielen muss.<br />

Darüber hinaus ist die Duale<br />

Hochschule in<strong>Horb</strong> vor allem<br />

für die großen Unternehmen<br />

ein zunehmend wichtiger werdender<br />

Partner. Der enge Kontakt<br />

zwischen Dualer Hochschule<br />

<strong>und</strong> den Firmen erweist<br />

sich für beide Seiten als Mehrwert.<br />

Der <strong>Horb</strong>er Einzelhandel im<br />

Stadtzentrum muss mit manchen<br />

Widrigkeiten kämpfen.<br />

Viele erhoffen sich eine Verbesserung<br />

durch das geplante Einkaufszentrum<br />

am Bahnhof.<br />

Wie ist der derzeitige Stand?<br />

Welche Auswirkungen erwarten<br />

Sie von der City-Mall für<br />

die Geschäftswelt inder Stadt?<br />

Der Einzelhandel in der<br />

<strong>Horb</strong>er Innenstadt hat mit<br />

Schwierigkeiten zu kämpfen.<br />

Dies ist offensichtlich. Ein Problem<br />

stellt der alte Hausbestand<br />

dar. Die Eigentümer<br />

müssen große Investitionen<br />

tätigen umdie modernen Anforderungen<br />

anadäquate Verkaufsflächen<br />

zu erfüllen. Zudem<br />

ist die Verkehrssituation<br />

äußerst unbefriedigend.<br />

Deshalb versucht die Stadt,<br />

mit dem geplanten Einkaufszentrum<br />

am Bahnhof den<br />

Branchenmix zu komplettieren.<br />

Mit der für 2012/2013 anvisierten<br />

Realisierung der City-Mall<br />

soll dafür attraktive<br />

Verkaufsfläche geschaffen werden,<br />

nicht überdimensioniert,<br />

aber doch in ausreichender<br />

Größe. Immerhin muss die<br />

Stadt <strong>Horb</strong> Kaufkraftabflüsse<br />

im fast dreistelligen Millionenbereich<br />

verzeichnen.<br />

Ziel muss es sein, die eigene<br />

Bevölkerung wieder selbst bedienen<br />

zu können. Zudem soll<br />

das Einkaufszentrum am<br />

Bahnhof, bei aller Konkurrenz,<br />

eine Sogwirkung auf die Innenstadt<br />

haben. Der attraktiv<br />

zu gestaltende Übergang zu<br />

den Christopherusbrücken<br />

wird dabei ein entscheidender<br />

Faktor sein.<br />

Zudem wird nächstes Jahr<br />

ein externer City-Manager den<br />

<strong>Horb</strong>er Einzelhandel unter-<br />

stützen. Er soll eingearbeitet<br />

sein, bevor die City-Mall eröffnet<br />

wird.<br />

Die Verkehrsbelastung ist<br />

nach wie vor eines der Hauptthemen<br />

in <strong>Horb</strong>. Die Hochbrücke<br />

wird von vielen <strong>Horb</strong>erInnen<br />

sehnlichst erwartet. Wie ist<br />

hier der Status quo?<br />

Die Planungen für die Hochbrücke<br />

sind einen großen<br />

Schritt weiter. Da in die neuesten<br />

Planungen auch die<br />

Wünsche der Bürgerbeteiligungen<br />

eingegangen sind,<br />

zum Beispiel der Lärmschutz,<br />

sind die Kosten auf r<strong>und</strong> 42<br />

Millionen Euro gestiegen. Im<br />

ersten oder zweiten Quartal<br />

2011 beginnt das Planfeststellungsverfahren.<br />

Danach ist mit<br />

Einsprüchen zu rechnen, die<br />

innerhalb von ein, zwei Jahren<br />

abgearbeitet werden, sodass<br />

2013 mit dem Bau der Hochbrücke<br />

begonnen werden<br />

könnte.<br />

Die Hochbrücke hat nicht<br />

nur für die Große Kreisstadt<br />

<strong>Horb</strong> a. N., sondern darüber<br />

hinaus für den ganzen Landkreis<br />

Freudenstadt eine zentrale<br />

Bedeutung.<br />

Nach der Planfeststellung<br />

der Brücke wird die Umfahrung<br />

Hohenberg vorangetrieben.<br />

Hier besteht in den zuständigen<br />

Gremien noch Diskussionsbedarf.<br />

Ein weiteres wichtiges Thema<br />

in <strong>Horb</strong> ist die Konversion<br />

der Hohenberg-Kaserne. Wie<br />

weit sind hier die Überlegungen<br />

gediehen?<br />

Die Konversion der Hohenberg-Kaserne<br />

ist ein sehr spannendes<br />

Thema. Die dort stationierten<br />

Soldaten werden im<br />

ersten Halbjahr 2011 abziehen.<br />

<strong>Horb</strong> <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong> 3<br />

DasPositiveüberwiegt deutlich<br />

Oberbürgermeister PeterRosenberger über <strong>Horb</strong> gestern, <strong>heute</strong><strong>und</strong> morgen<br />

Einkaufszentrum am<br />

Bahnhof,Verkehrssituation,Haushaltsstrukturkommission,Grünprojekt<br />

–die SÜDWEST<br />

PRESSE sprach mit<br />

<strong>Horb</strong>sOberbürgermeister<br />

PeterRosenberger<br />

über dieaktuellen Themenkomplexe<strong>und</strong><br />

die<br />

weitereEntwicklung der<br />

Großen Kreisstadt.<br />

<strong>Horb</strong>sOberbürgermeister PeterRosenberger. Bild: Kuball<br />

Mit ihnen gehen selbstverständlich<br />

auch ihre Familien,<br />

was wiederum leer stehende<br />

Wohnungen <strong>und</strong> eine Entspannung<br />

auf dem Wohnungsmarkt<br />

nach sich ziehen wird.<br />

Besitzerin des Areals ist die<br />

B<strong>und</strong>esanstalt für Immobilienaufgaben<br />

(Bima). Mit ihr gibt<br />

es derzeit vertiefende Gespräche.<br />

Mit konkreten Ideen halten<br />

wir uns aber zurück, damit<br />

jedem Vorschlag der Gr<strong>und</strong>stückspreis<br />

steigt. Immerhin<br />

hat die Bima Interesse an einem<br />

»warmen Übergang« gezeigt,<br />

d.h. das Gelände soll<br />

nicht lange ungenutzt bleiben.<br />

Es sind, wie gesagt, viele<br />

Szenarien denkbar. Ich denke,<br />

dass nichts dagegen spricht,<br />

Einrichtungen wie Sportplatz,<br />

Turnhalle oder technische Einrichtungen<br />

weiter zu nutzen.<br />

Fest steht, dass das Areal mit<br />

der Realisierung der Hochbrücke<br />

deutlich interessanter<br />

wird.<br />

Derzeit arbeitet die Haushaltsstrukturkommissiondaran,<br />

Vorschläge für Einsparmöglichkeiten<br />

aufzuzeigen. Inwieweit<br />

werden die BürgerInnen<br />

bei der Entscheidungsfindung<br />

mitgenommen? Welche<br />

Auswirkungen haben die Entscheidungen<br />

auf die öffentliche<br />

Infrastruktur inder Stadt <strong>und</strong><br />

den Stadtteilen?<br />

Die Stadt <strong>Horb</strong> muss 2,5 Millionen<br />

Euro imJahr einsparen.<br />

Die Haushaltsstrukturkommission<br />

prüft derzeit alle Themenblöcke,<br />

ohne vor »heiligen Kühen«<br />

Halt zu machen.<br />

In der öffentlichen Diskussion<br />

ist vor allem die Kinderbetreuung.<br />

Allein hierfür werden<br />

im städtischen Haushalt jährlich<br />

vier Millionen Euro bereitgestellt.<br />

Klar ist, dass in der<br />

Qualität der Kinderbetreuung<br />

nicht gekürzt wird. Auf alle Fälle<br />

wollen wir die BürgerInnen<br />

informieren. Imnächsten Jahr<br />

wird eszudiesem Thema Bürgerversammlungen<br />

geben. Dafürmüssenabererstdiegenauen<br />

Zahlen <strong>und</strong> Fakten erarbeitetwerden.<br />

Welche Auswirkungen die<br />

Entscheidungen in Sachen<br />

Haushalt letztendlich für die<br />

Stadt <strong>Horb</strong> <strong>und</strong> ihre Stadtteile<br />

haben werden, kann man jetzt<br />

noch nicht sagen. Klar ist, dass<br />

es ein Spannungsfeld zwischen<br />

einem generationengerechten<br />

Haushalt auf der einen Seite<br />

<strong>und</strong> einer attraktiven Gesamtstadt<br />

mit den notwendigen infrastrukturellen<br />

Einrichtungen<br />

aufder anderen Seitegibt.<br />

Mit dem Grünprojekt 2011<br />

steht für die Große Kreisstadt<br />

<strong>Horb</strong> ein großes Ereignis vor der<br />

Tür. Was erwarten Sie von der<br />

Gartenschau? Welche Nachhaltigkeit<br />

wird das ›Neckarblühen<br />

<strong>Horb</strong> 2011‹ fürdie Stadt <strong>und</strong> die<br />

Stadtteile bringen?<br />

Zuerst einmal sind wir<br />

nächstes Jahr für vier Monate<br />

Gastgeber. Wir erwarten über<br />

200 000 Besucherinnen <strong>und</strong><br />

Besucher auf der Gartenschau.<br />

Bereits jetzt haben sich über 20<br />

Kommunen angemeldet, weit<br />

über 1000 Einzelveranstaltungen<br />

sind geplant. Das bedeutet<br />

viel Arbeit, ist jedoch für <strong>Horb</strong><br />

als nachhaltiges Stadtmarketing<br />

unabdingbar. Das Grünprojekt<br />

ist die Chance für <strong>Horb</strong>,<br />

bei vielen Menschen positiv in<br />

Erinnerung zu bleiben.<br />

Für die Nachhaltigkeit stehen<br />

vor allem die Daueranlagen.<br />

<strong>Horb</strong> am Neckar verwirklicht<br />

seinen Namen. Selbstverständlich<br />

gehört zur Nachhaltigkeit<br />

auch eine ordentliche<br />

Pflege derAnlagen.<br />

Das Neckarufer bekommt einen<br />

Mehrwert an Wohlfühlatmosphäre.<br />

Die Menschen können<br />

querungsfrei vom alten<br />

Freibad bis zum Neckarbad flanieren.<br />

Wir hoffen, dass vom<br />

Grünprojekt auch der Einzelhandel<br />

<strong>und</strong> die Gastronomie<br />

profitieren. Darüberhinaussoll<br />

das »Neckarblühen <strong>Horb</strong> 2011«<br />

auch eine Initialzündung in<br />

den Köpfen bewirken. Erfreulich<br />

ist, dass sich schon jetzt<br />

über 250 Helferinnen <strong>und</strong> Helfergemeldet<br />

haben.<br />

Auch in den Stadtteilen spiegeltsich<br />

das Grünprojekt durch<br />

Stelen, Fahnen oder Blumenwiesen<br />

wider, durch die Stadtteilabende<br />

rückt die Große<br />

Kreisstadt <strong>Horb</strong> a. N. noch enger<br />

zusammen.


4 Ahldorf <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Freitag, 31. Dezember 2010 | Verlagssonderbeilage<br />

DasDorfder Burgen<br />

Ein kurzer historischer Abriss von Ahldorf<br />

Der <strong>Horb</strong>er Teilort wurde<br />

als »Algadorff« in einer<br />

Schenkung des Nagoldgaugrafen<br />

Gerold II. an das<br />

Kloster Reichenau aufgeführt,<br />

die vor 797 erfolgt<br />

sein muss.<br />

Neben der Burg Fr<strong>und</strong>eck<br />

auf der Bergspitze zwischen<br />

Neckar- <strong>und</strong> Eyachtal stand<br />

im Ort eine weitere Burg. Ihren<br />

Teil andiesen Besitzungen<br />

trugen die Kröwel von<br />

Fr<strong>und</strong>eck 1382 dem Grafen<br />

von Hohenberg beziehungsweise<br />

dem Herzog von Österreich<br />

zu Lehen auf. Dieses<br />

österreichische Lehen<br />

Ahldorf<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

831Einwohner<br />

520Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 593 ha<br />

Wappenbeschreibung<br />

In Silberauf grünem Boden<br />

eine grüne Lindezwischen<br />

zwei ausdem Boden<br />

wachsendengrünen<br />

Zweigen. (Sollsichauf eine<br />

hohe Lindebeziehen,die bis<br />

in unsere Zeit am<br />

OrtsausganginRichtung<br />

Nordstetten gestandenhat.)<br />

Siegelbild1.Hälftedes 19. Jhr.,<br />

Festlegung derFarben1952.<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro:<br />

Felldorfer Straße 21<br />

Telefon:(07451) 24 57<br />

Fax: (0 74 51) 62 14 63<br />

E-Mail:ahldorf@horb.de<br />

Ortsvorsteher<br />

HartmutGöttler<br />

kam über die Herren von<br />

Ehingen sowie die Herren<br />

von Weitingen im Jahr 1414<br />

an die Herren von Ow, die<br />

die Herrschaft Fr<strong>und</strong>eck mit<br />

Ahldorf bis zum Übergang<br />

an Württemberg im Jahr<br />

1805 innehatten.<br />

Weshalb die Burg Fr<strong>und</strong>eck<br />

im 15. Jahrh<strong>und</strong>ert zerstört<br />

wurde, ist nicht überliefert.<br />

Das Dorf gehörte seit 1807<br />

zum Oberamt <strong>und</strong> seit 1938<br />

zum Altkreis <strong>Horb</strong>. Ahldorf<br />

verlor am 1. August 1971 seine<br />

Selbstständigkeit <strong>und</strong><br />

wurde Stadtteil von <strong>Horb</strong>.<br />

Ahldorf freut sich auf das neue Rathausgebäude<br />

DasGroßprojekt in Ahldorfist<br />

das neueRathaus,<br />

das nächstes Frühjahr<br />

eingeweihtwird.<br />

Doch auch sonsttut sich<br />

einigesimschön gelegenen<br />

Flecken.Darüber<br />

sprach dieSÜDWEST<br />

PRESSE mitAhldorfs<br />

OrtsvorsteherHartmut<br />

Göttler.<br />

Ahldorf ist eine klassische<br />

Wohngemeinde. Ein wesentlicher<br />

Gr<strong>und</strong> dafür ist die hervorragendeVerkehrsanbindung<br />

an die B<strong>und</strong>esautobahn<br />

Stuttgart-Singen beziehungsweiseindie<br />

Kernstadt<strong>Horb</strong>.<br />

Letzteres hat in der Konsequenz<br />

wiederum dazu geführt,<br />

Der Musikverein Ahldorf beieinem Konzertinden 1990er Jahren. Archivbild: Kuball<br />

Klassischer Wohnort<br />

dass in Ahldorf selbst keine Läden<br />

mehr sind. Mobile Verkaufswagen<br />

sorgen jedoch für<br />

die notwendige Gr<strong>und</strong>versorgung.<br />

Bäcker, Metzger, Gemüsehändler,<br />

Geflügelverkäufer<br />

<strong>und</strong> sogar ein Gärtner machen<br />

regelmäßig in Ahldorf Halt.<br />

»Derzeit denken wir über einen<br />

Wochenmarkt nach«, erklärt<br />

Ahldorfs Ortsvorsteher Hartmut<br />

Göttler. Eine internistische<br />

Hausarztpraxis sorgt für die<br />

ärztliche Versorgung.<br />

R<strong>und</strong> 20 Gewerbetreibende<br />

zählt Ahldorf aktuell. Das Spektrum<br />

reicht von der Ich-AG bis<br />

hin zum größten Arbeitgeber<br />

der Gemeinde, der Tela GmbH.<br />

Auch einige Handwerksbetriebe<br />

gibt es am Ort.<br />

Sehr vielfältig ist das Ahldorfer<br />

Vereinsleben. »Unsere Vereine<br />

sind sehr aktiv«, lobt Göttler.<br />

Die 1995 erstellte Mehr-<br />

Ahldorfbesitzt<br />

eine hohe<br />

Wohnqualität.<br />

Bilder:Kuball<br />

Das Pfarrhaus<br />

in Ahldorfmit<br />

demKirchturm<br />

im Hintergr<strong>und</strong>.<br />

„ DieSituation<br />

in Ahldorfist<br />

zufriedenstellend.<br />

HartmutGöttler<br />

Ortsvorstehervon Ahldorf<br />

zweckhalle bekam dieses Jahr<br />

erst einen Anbau, in dem die<br />

Bühne, zwei Garagen für die<br />

Gemeinde <strong>und</strong> das Vereinsheim<br />

der Narrenzunft untergebracht<br />

sind.<br />

Das mit Abstand größte Projekt<br />

in jüngster Vergangenheit<br />

ist der Neubau des Rathauses.<br />

Er soll im Frühjahr fertig sein.<br />

Im Untergeschoss des neuen<br />

Gebäudes wird der Musikverein<br />

seine neue Bleibe finden.<br />

Der Kindergarten bezieht das<br />

Erdgeschoss <strong>und</strong> die Ortschaftsverwaltung<br />

wird im<br />

Obergeschoss untergebracht<br />

sein.<br />

Defizite bestehen, so Göttler,<br />

noch in den Straßenverhältnissen<br />

imOrtskern Ahldorfs. Die<br />

Sanierung der Felldorfer Straße<br />

<strong>und</strong> des Be<strong>und</strong>leweges stehen<br />

aber bereits auf der Agenda der<br />

Ortschaftsverwaltung.<br />

Insgesamt bewertet der Ahldorfer<br />

Ortsvorsteher die Situation<br />

jedoch zufriedenstellend.<br />

»Für einen Ort unserer Größenordnung<br />

können wir mit<br />

dem bisher Erreichten <strong>und</strong> der<br />

derzeitigen Situation zufrieden<br />

sein«, meintGöttler.


Verlagssonderbeilage | Freitag,31. Dezember 2010<br />

EhemaligerSpitalflecken<br />

Ein kurzer historischer Abriss von Altheim<br />

Bereits im frühen Mittelalter<br />

war Altheim besiedelt, wie das<br />

Gräberfeld »Talberg« aus der<br />

frühen Merowingerzeit unweit<br />

des alten Ortskerns von Altheim<br />

belegt.<br />

Erstmals urk<strong>und</strong>lich erwähnt<br />

wurde Altheim 791 im<br />

Lorscher Kodex. Der für das<br />

Mittelalter bezeugte Ortsadel<br />

führte als Wappentier eine<br />

Krähe imSchild, die den Altheimernzuihrem<br />

Necknamen<br />

verhalf. 1344 bezeichnete sich<br />

Graf Albrecht V. von Hohenberg<br />

alsVogt<strong>und</strong> Herr vonAltheim.<br />

1371 verpfändete der<br />

Altheim<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

1720 Einwohner<br />

531-600Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 1037ha<br />

Wappenbeschreibung<br />

In rot zwei schräg gekreuzte<br />

silberne Schlüssel, oben<br />

begleitet voneinem<br />

sechsstrahligensilbernen<br />

Stern. Diese Figuren wurden<br />

vomalten Gemeindestempel<br />

übernommen.Die Farben<br />

wurden demWappender<br />

Grafen vonHohenberg<br />

entnommen.<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro<br />

Hindenburgstraße 2<br />

Telefon:(07486) 96080<br />

Fax: (0 74 86) 96082<br />

E-Mail:altheim@horb.de<br />

Ortsvorsteher<br />

AndreasBronner<br />

letzte Hohenberger Graf den<br />

Ort anseine Gemahlin Ita von<br />

Toggenburg, die das Dorf 1387<br />

dem <strong>Horb</strong>er Spital schenkte.<br />

Um diese Zeit stiftete Katharina<br />

Müllervon Mandelberg den<br />

so genannten Saujahrtag, an<br />

dem die Altheimer Heiligenpflege<br />

den armen Leuten ein<br />

wohl gemästetes Schwein zu<br />

spendieren hatte. Der Spitalflecken<br />

fiel 1805 anWürttemberg.<br />

Der Ort gehörte seit 1807<br />

zum Oberamt <strong>und</strong> seit 1938<br />

zum Altkreis <strong>Horb</strong>. Altheim<br />

verlor am 1. Juli 1971 seine<br />

Selbstständigkeit.<br />

Altheim <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong> 5<br />

DieseAufnahmestammtaus den1960erJahren. Siezeigt AltheimerFrauen,die <strong>damals</strong>für die<br />

FirmaMerkaus Mössingen im Saaldes Gasthauses Rössle nähten. Bild: Dorfmuseum Altheim<br />

Im Wesentlichenallesda<br />

Altheim ist inden Gr<strong>und</strong>zügen gut aufgestellt<br />

Das knapp über 1700<br />

Einwohner zählende<br />

Altheim ist für einen<br />

Ort inder Größenordnung<br />

in allen Bereichen<br />

gut aufgestellt.<br />

Die SÜDWEST PRESSE<br />

sprach mit Altheims<br />

Ortsvorsteher Andreas<br />

Bronner über den Status<br />

quo <strong>und</strong> die weitere<br />

Entwicklung.<br />

Altheim ist nach wie vor ein<br />

ländlich strukturierterOrt. »Für<br />

einen Ort unserer Größe haben<br />

wir eine gute Gr<strong>und</strong>versorgung«,<br />

meint Altheims Ortsvorsteher.<br />

Zwei Bäcker, Metzger,<br />

Mühleladen, Kreditinstitute<br />

<strong>und</strong> ein Drogeriemarkt sorgen<br />

unter anderen dafür, dass die<br />

Altheimer fast alles für den täglichen<br />

Bedarf Notwendige im<br />

Ort bekommen. Auch der Gemüsemarkt,<br />

der freitags imAltheimer<br />

Ortskern Station<br />

macht, wird, so Bronner, »sehr<br />

gut angenommen«. Derzeit<br />

laufen Gespräche über die<br />

eventuelle Ansiedlung eines<br />

Lebensmittelmarktes um die<br />

Gr<strong>und</strong>versorgung nachhaltig<br />

zu sichern.<br />

Auch was die öffentliche Infrastruktur<br />

anbelangt,<br />

braucht Altheim keine Vergleiche<br />

zu scheuen. Der Kindergarten<br />

ist dreigruppig <strong>und</strong><br />

hat verlängerte Öffnungszeiten.<br />

Das Bestreben der Ortsverwaltung<br />

ist es, ihn viergruppig<br />

mit Ganztagesbetreu-<br />

Die Wassertretanlage<br />

in<br />

Altheim istein<br />

Anziehungspunktfür<br />

Jung<br />

<strong>und</strong>Alt.<br />

Bilder:Kuball<br />

DerOrtskern<br />

vonAltheim<br />

mitder<br />

Marienkirche.<br />

ung auszubauen, wobei ein<br />

Anbau notwendig werden<br />

würde. Altheim verfügt mit<br />

der Gr<strong>und</strong>- <strong>und</strong> Werkrealschule<br />

über eine Bildungseinrichtung,<br />

die auch von außerhalb<br />

besucht wird. Und auch<br />

das sanierte Hallenbad trägt<br />

zur guten Infrastruktur bei.<br />

»Schade ist, dass unsere Gastronomie<br />

rückläufig ist«, bedauert<br />

Bronner. In Altheim<br />

sind r<strong>und</strong> 40 Unternehmen<br />

ansässig. Der Schwerpunkt<br />

der Gewerbetreibenden liegt<br />

auf dem Handwerk <strong>und</strong> dem<br />

Einzelhandel. »Das Handwerk<br />

deckt fast alle Gewerke ab«,<br />

erklärt der Ortsvorsteher von<br />

Altheim.<br />

Im Herbst dieses Jahres<br />

wurde das Altheimer Baugebiet<br />

»Kühlwiesen« umelf Plätze<br />

erweitert.<br />

„ Ein Lebensmittelmarkt<br />

wäre noch sehr<br />

wünschenswert.<br />

Andreas Bronner<br />

Ortsvorstehervon Altheim<br />

Wichtig ist Andreas Bronner<br />

die Tatsache, dass sich Altheim<br />

beim Grünprojekt 2011 mit<br />

einbringt, mit Blumenwiesen,<br />

Fahnen <strong>und</strong> mehreren zusätzlichen<br />

Info-Stelen. ImJahr 2013<br />

möchte der Altheimer Ortsvorsteher<br />

im Übrigen – 22 Jahre<br />

nach der 1200-Jahr-Feier –eine<br />

große Veranstaltung im Ort<br />

selbst abhalten. Der Arbeits-Titel:<br />

»Altheim wie es war <strong>und</strong><br />

wieesist.«


6 Betra <strong>damals</strong> <strong>und</strong><strong>heute</strong><br />

Freitag, 31. Dezember 2010 | Verlagssonderbeilage<br />

Ehemalshohenzollerisch<br />

Ein kurzer historischer Abriss von Betra<br />

Betra wurde erstmals 786 in<br />

einer Schenkungsurk<strong>und</strong>e<br />

des Klosters St. Gallen erwähnt.<br />

Das Dorf gehörte mit<br />

Empfingen <strong>und</strong> Fischingen<br />

zur Herrschaft Wehrstein, die<br />

nach 1300 in hohenbergische<br />

Abhängigkeit geriet. Nach<br />

dem Verkauf der Grafschaft<br />

Hohenberg an die Herzöge<br />

von Österreich wurde die<br />

Herrschaft Wehrstein 1381<br />

ein österreichisches Lehen,<br />

das mehrfach verpfändet<br />

wurde. 1552 erwarb Graf Jos<br />

Betra<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

Zu Betragehört auch derim<br />

NeckartalgelegeneOrtsteil<br />

Neckarhausen.<br />

1350 Einwohner<br />

420-580Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 809 ha<br />

Wappenbeschreibung<br />

In Silber einblauer<br />

Schrägbalken, belegt mit<br />

drei silbernen Äpfeln.Die<br />

Farbenweisenauf die<br />

Herrenvon Lichtensteinhin,<br />

dieÄpfel aufden in Betra<br />

stark betriebenen Obstbau.<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro:<br />

Haigerlocher Straße 4<br />

Telefon:(07482) 234<br />

Fax: (0 74 82) 91 35 75<br />

E-Mail:betra@horb.de<br />

Ortsvorsteher<br />

AndreasSchad<br />

Niklas II. von Hohenzollern<br />

diese Herrschaft, die 1806 am<br />

formellen Ende des Heiligen<br />

Römischen Reiches Deutscher<br />

Nation beim FürstenhausHohenzollern-Sigmaringen<br />

verblieb. Der Ort wurde<br />

dem zollerischen Oberamt<br />

Haigerloch, 1838 dem Oberamt<br />

Glatt <strong>und</strong> 1854 erneut<br />

dem Oberamt Haigerloch zugeteilt.<br />

Seit 1925 gehörte das<br />

Dorf zum Altkreis Hechingen.<br />

Betra verlor am 1. Dezember<br />

1971 seineSelbstständigkeit.<br />

Betra besticht durchlandschaftliche Idylle <strong>und</strong>das Vereinsleben<br />

In Betralässt es sich gut<br />

sein.Das ehemalshohenzollerische<br />

Dorf,zu<br />

dem derOrtsteilNeckarhausengehört,liegtlandschaftlichsehrreizvoll.Die<br />

SÜDWEST<br />

PRESSE sprach mitBetras<br />

Ortsvorsteher Andreas<br />

Schad über Vergangenheit,Gegenwart<br />

<strong>und</strong><br />

Zukunftdes idyllischen<br />

Fleckens.<br />

Das1350-Seelen-Dorfist noch<br />

stark landwirtschaftlich geprägt.<br />

Nebenzwei Vollerwerbslandwirten<br />

bewirtschaften noch zahlreiche<br />

Nebenerwerbslandwirte<br />

Flur <strong>und</strong> Feld. »Wasdie Nahversorgung<br />

anbelangt, sind wir<br />

noch relativ gut aufgestellt«, erklärt<br />

Betras Ortsvorsteher Andreas<br />

Schad. Mit derFamilie Mai-<br />

DieSchüler <strong>und</strong>Lehrerder Gr<strong>und</strong>schule Betra kurz vorder Auflösungder Schule 1974.<br />

Bild:Ortsverwaltung Betra<br />

HoherWohnwert<br />

er, die die Gaststätte Kreuz, die<br />

angeschlossene Metzgerei <strong>und</strong><br />

den kleinen Lebensmittelladen<br />

betreibt, liegt quasi fast »alles in<br />

einer Hand«. Außerdem lädt das<br />

Café Blickfang zur Einkehr ein;<br />

es ist Zielort vieler Wandergruppen.<br />

Im Übrigen tragen auch die<br />

zwei Vollerwerbslandwirte mit<br />

Dorfladen <strong>und</strong> Milchfrischeprodukten<br />

zum Angebot bei. Darüber<br />

hinaus gibt esamOrt noch<br />

eine Mosterei <strong>und</strong>eineSchnapsbrennerei.<br />

Aufgr<strong>und</strong> des demografischen<br />

Wandels wird der katholische<br />

Kindergarten derzeit nur noch<br />

eingruppig geführt. Seit diesem<br />

Schuljahr besuchen die Gr<strong>und</strong>schüler<br />

aus Betra die Gr<strong>und</strong>schule<br />

in Dettingen. Zuvor gingen<br />

dieBetraer Kinder jahrzehntelang<br />

nach Empfingen auf die<br />

Schule. InDettingen besteht im<br />

Übrigen an vier Wochentagen<br />

eine Ganztagesbetreuung.<br />

Derzeit ist der Ortschaftsrat<br />

Betra bestrebt »Beim Kindergarten«<br />

ein Neubaugebiet auszu-<br />

Betraliegt<br />

äußerst<br />

idyllisch.<br />

Bilder:Kuball<br />

Neckarhausen<br />

istein Ortsteil<br />

vonBetra.Sein<br />

Wahrzeichen<br />

istdie<br />

Pfahljochbrücke.<br />

weisen. Es werden momentan<br />

Gr<strong>und</strong>stücksverhandlungen geführt.<br />

»Das Areal soll etwa zwölf<br />

Bauplätze beinhalten«, verdeutlicht<br />

Schad. »Unser Ziel ist es,<br />

unseren jungen MitbürgerInnen<br />

Bauland anbieten zu können,<br />

damit sie nicht abwandern. Sie<br />

sind wichtigfür dieörtliche Sozialstruktur.«<br />

Überhaupt ist das rege Vereinsleben<br />

ein wichtiger Bestandteil<br />

des Ortsgeschehens.<br />

»Die insgesamt 15 Vereine <strong>und</strong><br />

Gruppierungen beleben Betra<br />

ungemein«, lobt Schad die örtlichen<br />

Vereine. »Im Musikverein<br />

beispielsweise kommt es<br />

vor, dass drei Generationen einer<br />

Familie miteinander musizieren.«<br />

Der Ortschaftsrat<br />

selbst setzt sich ebenfalls stark<br />

für das dörfliche Gemeinschaftsleben<br />

ein <strong>und</strong> zeichnet<br />

für einige Veranstaltungen im<br />

Jahreslauf verantwortlich.<br />

Neben ein paar Handwerksbetrieben<br />

<strong>und</strong> Dienstleistern<br />

sorgt vor allem die Firma Bilz<br />

„ In Betralässt<br />

es sich gut<br />

wohnen <strong>und</strong>leben.<br />

Andreas Schad<br />

Ortsvorstehervon Betra<br />

seit Jahrzehnten für wohnortnahe<br />

Arbeitsplätze in Betra.<br />

Im »Hohlgaßgr<strong>und</strong>« steht dem<br />

Ort ein Gewerbegebiet zur<br />

Verfügung.<br />

Die derzeit größten Projekte<br />

im Ort sind die Sanierung der<br />

Friedhofsmauer, die Erstellung<br />

des neuen Pavillons –<br />

teilweise aus Fördermitteln<br />

des Grünprojektes – <strong>und</strong> der<br />

Neubau des Feuerwehrgerätehauses,<br />

der nächstes Frühjahr<br />

eingeweiht werden soll.<br />

»Insgesamt sind wir inBetra<br />

gut aufgestellt«, bilanziert<br />

Schad. »Wir wohnen <strong>und</strong> leben<br />

gut, inlandschaftlich sehr<br />

reizvoller Lage <strong>und</strong> ohne<br />

Durchgangsverkehr.«


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wünschen Ihnen viel Erfolg, Ges<strong>und</strong>heit, Glück<br />

<strong>und</strong> allzeit Gute Fahrt!


8 Bildechingen <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Freitag, 31. Dezember 2010 | Verlagssonderbeilage<br />

Ehemalsösterreichisch<br />

Ein kurzer historischer Abrissvon Bildechingen<br />

Der <strong>Horb</strong>er Teilort wurde<br />

erstmals 764 urk<strong>und</strong>lich im<br />

Lorscher Kodex erwähnt. Für<br />

das Jahr 1274 ist ein Ortsadel<br />

bezeugt. Bis ins 15. Jahrh<strong>und</strong>ert<br />

besaßen die Klöster Allerheiligen<br />

<strong>und</strong> Kniebis<br />

Rechte inBildechingen. Danach<br />

erscheint das Dorf als<br />

Amtsort des Obervogteiamts<br />

<strong>Horb</strong> unter österreichischer<br />

Herrschaft. Nach der Aufhebung<br />

des Klosters Kniebis<br />

Bildechingen<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

2350 Einwohner<br />

504Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 538 ha<br />

Wappenbeschreibung<br />

Aufsilbernem Gr<strong>und</strong> eine<br />

aufrecht stehende rote<br />

Pflugschar mitzweiroten<br />

Roseninden beiden<br />

oberen Ecken.<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro<br />

EutingerStraße 3<br />

Telefon:(07451) 24 76<br />

(Bürgerbüro)<br />

<strong>und</strong>(07451) 6250357<br />

Fax: (0 74 51) 25 81<br />

E-Mail:<br />

bildechingen@horb.de<br />

Ortsvorsteher<br />

Michael Laschinger<br />

durch Herzog Ulrich von<br />

Württemberg nahm der letzte<br />

Prior Beat Pleiß 1535 seinen<br />

Wohnsitz imsogenannten<br />

Steinhaus zu Bildechingen.<br />

Der vorderösterreichische<br />

Amtsort fiel 1805 an<br />

Württemberg. Das Dorf gehörte<br />

seit 1807 zum Oberamt<br />

<strong>und</strong> seit 1938 zum Altkreis<br />

<strong>Horb</strong>. Bildechingen verlor<br />

am 1. Juli 1971 seine Selbstständigkeit.<br />

Schülerder Bildechinger<br />

Gr<strong>und</strong>schule zu Beginnder<br />

1950erJahre.Bild: Archiv<br />

DorfhistorieimRathaus<br />

Bildechingen besitztein intaktesDorf- <strong>und</strong>Vereinsleben<br />

Bildechingenist mitseinen<br />

2350 Einwohnern<br />

einer der größten Stadtteile<strong>Horb</strong>s.Die<br />

SÜD-<br />

WEST PRESSE sprach mit<br />

Bildechingens OrtsvorsteherMichaelLaschinger<br />

über diemomentaneSituation<br />

des<br />

Ortes <strong>und</strong>die zukünftige<br />

Entwicklung.<br />

»Wir haben zusammen mit<br />

dem Ortschaftsrat viel hinbekommen<br />

in den vergangenen<br />

Jahren«, meint Michael Laschinger,<br />

der seit November<br />

2004 Ortsvorsteher von Bildechingen<br />

ist. »Von den Tagen der<br />

Begegnung in den Jahren 2006<br />

<strong>und</strong> 2007 bis hin zur Spielplatzhocketeinder<br />

Goethestraße,um<br />

nur ein paar Beispiele zunennen.«<br />

Ein Tag der Begegnung<br />

fand im ÜbrigenerstimNovember<br />

wieder statt. »Wir wollen die<br />

Leute mitnehmen« lautet die<br />

DeviseLaschingers.<br />

Einwichtiges Anliegenist dem<br />

Bildechinger Ortsvorsteher die<br />

Stärkung des Ortskerns. Hier tut<br />

sich derzeit einiges.Dienstags ist<br />

der Backshop imRathaus geöffnet.<br />

In das ehemalige Gasthaus<br />

»Adler« wird in Kürze eine Metzgerei-Filiale<br />

einziehen, die bisherige<br />

Metzgerei in der »Krone«<br />

wird wieder einSpeiselokal.<br />

Im Zuge der Dorfsanierung,<br />

zum Beispiel dem Ausbau der<br />

Lindenbrunnenstraße, soll das<br />

Rathaus inden nächsten Jahren<br />

energetisch saniert werden <strong>und</strong><br />

unter anderem einen seitlichen,<br />

barrierefreien Zugang zum Bürgerbüro<br />

bekommen. Das Dachgeschoss<br />

soll, so Laschinger, zu<br />

einem Multifunktionsraum mit<br />

Bürger-Archiv, Ausstellungsbereich<br />

<strong>und</strong> Dorfbibliothek ausgebaut<br />

werden. Im März dieses<br />

Jahres funktionierten die Mäd-<br />

Beider<br />

Einweihung<br />

des<br />

Bildechinger<br />

Ortsarchivs.<br />

Bilder:Kuball<br />

Bildechingen<br />

besticht durch<br />

seinegute<br />

Infrastruktur<br />

<strong>und</strong>seine<br />

Lage.<br />

chen der Showtanzgruppe »No<br />

Names« des ASV Bildechingen<br />

das Rathaus am Sonntag zum<br />

Rathaus-Caféum. »Einetolle Sache,<br />

die das Rathaus auch am<br />

Sonntagmit Lebenfüllt <strong>und</strong>wiederholt<br />

wird«, schwärmt der Bildechinger<br />

Ortsvorsteher. Auch<br />

die Nutzung des Rathauses für<br />

dörflich geprägte Ausstellungen<br />

in drei Vitrinen ist eine Bereicherung.<br />

Im Laufe dieses<br />

Jahres arbeiteten ehrenamtlich<br />

Erna Jesse <strong>und</strong> Günther Blank<br />

mit Unterstützung von Stadtarchivarin<br />

Dr. Renate Karoline<br />

Adler das Ortsarchiv um. Im<br />

Sitzungssaal stehen einige restaurierte<br />

Schränke, die gefüllt<br />

sind mit der Bildechinger Dorfhistorie.<br />

Was die fußläufige Gr<strong>und</strong>versorgung<br />

anbelangt, »wird<br />

derzeit über ein neues Konzept<br />

nachgedacht«, erklärt Laschinger.<br />

Er weist aber auch<br />

darauf hin, dass das Gewerbegebiet<br />

»Hohenberg« zur Ge-<br />

„ UnserZielist<br />

es,die<br />

Lebensqualität im<br />

Ortzuverbessern.<br />

MichaelLaschinger<br />

Ortsvorstehervon Bildechingen<br />

markung Bildechingen gehört<br />

<strong>und</strong> mit ihm die großen Märkte<br />

wie real oder Norma.<br />

Die öffentliche Infrastruktur<br />

in Bildechingen ist gut. Kindergarten,<br />

die Gr<strong>und</strong>schule, die<br />

2009 ihr 100-jähriges Jubiläum<br />

feierte, die Turn- <strong>und</strong> Festhalle.<br />

In diesem Jahr gingen die 1,2<br />

Millionen Euro umfassenden<br />

Kanalarbeiten über die Bühne.<br />

Auch das Vereinsleben ist sehr<br />

rege. Negativ ist nach wie vor<br />

die B14, die mitten durch Bildechingen<br />

geht <strong>und</strong> den Ort<br />

trennt. »Die B 14 muss raus«,<br />

redetLaschinger Tacheles.


Verlagssonderbeilage | Freitag,31. Dezember 2010<br />

Wechselnde Ortsherren<br />

Ein kurzer historischer Abriss von Bittelbronn<br />

Seit dem Jahr 1209 ist hier ein<br />

Ortsadel bezeugt, der auf der<br />

abgegangenen Sippen- oder<br />

Speiseburg saß. 1290 belehnte<br />

derPfalzgraf von Tübingen die<br />

Herren vonDettingen mitdem<br />

Flecken. Seit 1348 erschienen<br />

die Faißten von Ihlingen als<br />

Ortsherren, die nach ihrem<br />

Aussterben von den Herren<br />

von Ehingen beerbt wurden.<br />

Diese verkauften das Dorf<br />

1490 an Pfost von Neuneck<br />

<strong>und</strong> erwarben es aber 1501<br />

Bittelbronn<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

699Einwohner<br />

620–710Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 411 ha<br />

Wappenbeschreibung<br />

Das Bittelbronner Wappen<br />

setztsichzusammen aus<br />

einem weißen <strong>und</strong>silbernen<br />

Schild, worinsich am oberen<br />

Drittelein schwarzerspitz<br />

zulaufender Sparren<br />

befindet, derauf den<br />

ehemaligenOrtsadelder<br />

Ehingerim16. Jahrh<strong>und</strong>ert<br />

hinweist. In denunteren zwei<br />

Dritteln befindet sich ein<br />

achtspeichiges rotesRad als<br />

Attribut desHeiligen Georg,<br />

demKirchenpatronvon<br />

Bittelbronn, derder Legende<br />

nach denMärtyrertod durch<br />

Rädern erlittenhat.<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro:<br />

Sippenburgstraße 29/1<br />

Telefon:(07486) 96083<br />

Fax: (0 74 86) 96084<br />

E-mail:<br />

bittelbronn@horb.de<br />

Ortsvorsteher<br />

Hans Schmid<br />

wieder zurück. Durch Erbschaft<br />

kam der Ort 1533 an<br />

die Herren von Wernau. Deren<br />

Nachfolger wurden 1696<br />

die Freiherren von Rassler zu<br />

Weitenburg, die das österreichische<br />

Lehen bis zum Übergang<br />

an Württemberg imJahre<br />

1805 innehatten. Das Dorf<br />

gehörte seit 1807 zum Oberamt<br />

<strong>und</strong> seit 1938 zum Altkreis<br />

<strong>Horb</strong>. Bittelbronn verlor<br />

am 1. Januar 1974 seine<br />

Selbstständigkeit.<br />

Hans Schmid ist seit 1989<br />

Ortsvorsteher von Bittelbronn.<br />

Unter seiner Ägide stemmte<br />

die Ortschaft viele Projekte, die<br />

die Infrastruktur des Ortes<br />

nachhaltigverbesserten.<br />

Fünf Fördervereine rief<br />

Schmid ins Leben, um in der<br />

Folge die jeweiligen Projekte zu<br />

realisieren. Die Meilensteine<br />

der Bittelbronner Dorfentwicklung<br />

sind der Ausbau der Ortsdurchfahrt,<br />

der Umbau des<br />

ehemaligen Schafstalls zum<br />

Rat- <strong>und</strong> Bürgerhaus, der Kin-<br />

dergarten, der Schulanbau <strong>und</strong><br />

die Mehrzweckhalle. Darüber<br />

hinaus gelang es den Bittelbronnern<br />

Backhäusle <strong>und</strong><br />

Schlachthaus zu erhalten.<br />

»Selbstverständlich planten<br />

<strong>und</strong> realisierten wir die Projekte<br />

nacheinander«, blickt Hans<br />

Schmid auf die vergangenen<br />

Jahrzehnte zurück. »Aber die<br />

Halle in Bittelbronn war bei<br />

mir schon immer im Hinterkopf.«<br />

Großes Lob zollt erdem Ortschaftsrat<br />

<strong>und</strong> dem bürgerschaftlichen<br />

Engagement. »Die<br />

Bittelbronnerinnen <strong>und</strong> Bittelbronner<br />

haben Tausende von<br />

Arbeitsst<strong>und</strong>en investiert, um<br />

die Projekte zu realisieren«, erklärt<br />

Schmid. »Und es ist keineswegs<br />

so, dass esimmer die<br />

gleichenwaren,die mithalfen.«<br />

Um Kindergarten <strong>und</strong><br />

Gr<strong>und</strong>schule am Ort erhalten<br />

zu können, setzte Schmid das<br />

Baugebiet »Allmend« durch.<br />

Dadurch stieg die Einwohnerzahl<br />

in 20 Jahren um r<strong>und</strong> 300<br />

an. Die Dettlinger <strong>und</strong> Dießener<br />

Kinder besuchen die Bittelbronner<br />

Gr<strong>und</strong>schule. In die<br />

neue Werkrealschule geht‘s<br />

Bittelbronn <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong> 9<br />

GroßesEngagement<br />

Bittelbronn hatinden vergangenenJahrensehrviel realisiert<br />

In Bittelbronn wurden in<br />

den vergangenen zwei<br />

Jahrzehnten zahlreiche<br />

größere Projekte realisiert.<br />

DieSÜDWEST<br />

PRESSE sprach mitBittelbronnsOrtsvorsteher<br />

Hans Schmid über Vergangenheit,Gegenwart<br />

<strong>und</strong>Zukunft des am<br />

höchsten gelegenen<br />

<strong>Horb</strong>er Stadtteils.<br />

Bittelbronnist<br />

der am<br />

höchsten<br />

gelegene<br />

Stadtteil<br />

<strong>Horb</strong>s.<br />

Bilder:Kuball<br />

Beim Helferfest<br />

fürdie<br />

Mehrzweckhalle<br />

in<br />

Bittelbronn.<br />

nach Altheim beziehungsweise<br />

derenAußenstelle Dettingen.<br />

Nächstes Jahr soll das Baugebiet<br />

»Allmend« im Rahmen eines<br />

vierten Bauabschnitts<br />

nochmals umzwölf Bauplätze<br />

erweitert werden. Und inweiteren<br />

Bauabschnitten könnten<br />

weitere 30Plätze bei Bedarf realisiert<br />

werden. »Das dürfte<br />

noch für die nächste Generation<br />

reichen«, meint der Bittelbronner<br />

Schultes, der mittelfristig<br />

eine Einwohnerzahl von<br />

r<strong>und</strong> 800 anstrebt.<br />

Darüber hinaus ist es ihm<br />

wichtig, dass der Ortskern<br />

nicht ausblutet. »Bislang konnten<br />

wir auftretende Leerstände<br />

immer schnell vermarkten«,<br />

verdeutlicht Schmid. »Der<br />

Gr<strong>und</strong> dafür liegt, so Schmid,<br />

vor allem an der guten Verkehrsanbindung.<br />

Der Zug fährt<br />

im St<strong>und</strong>entakt in Richtung<br />

Karlsruhe <strong>und</strong> Stuttgart, die<br />

Busse verkehren regelmäßig<br />

nach Freudenstadt <strong>und</strong> <strong>Horb</strong>.<br />

Und der Ort selbst ist relativ<br />

wenig von Durchgangsverkehr<br />

belastet <strong>und</strong> weist deshalb eine<br />

hohe Wohn- <strong>und</strong> Lebensqualitätauf.<br />

Beider<br />

Einweihung<br />

desersten<br />

Bauabschnitts<br />

–der Feuerwehr-Remise–<br />

des Rat- <strong>und</strong><br />

Bürgerhauses<br />

Bittelbronn<br />

im Jahr 1992.<br />

Bild:Ortsverwaltung<br />

Bittelbronn<br />

„ Wirhaben<br />

uns<br />

infrastrukturell<br />

positiv entwickelt.<br />

HansSchmid<br />

Ortsvorstehervon Bittelbronn<br />

Dass der Dorfladen wieder<br />

zumachen musste, sieht<br />

Schmid als Defizit. Dennoch ist<br />

er immer noch vom genossenschaftlichen<br />

Konzept überzeugt<br />

<strong>und</strong> hat die Hoffnung auf<br />

eine Wiederbelebung noch<br />

nichtganzaufgegeben.<br />

Derzeit laufende Projekte<br />

sind die Gemeindeverbindungsstraße<br />

nach Schopfloch,<br />

die gebaut wird, sobald die<br />

Schopflocher Umgehungsstraße<br />

fertig gestellt ist sowie der<br />

Rückbau<strong>und</strong> dieSanierung der<br />

vormaligen Kreisstraße 4704.<br />

»Großprojekte wird es nicht<br />

mehr geben«, resümiert<br />

Schmid. »Künftig steht der Erhalt<br />

der Infrastruktur im Vordergr<strong>und</strong>,<br />

die Bestandswahrung<br />

<strong>und</strong> -sicherung.«


10 Dettensee <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Freitag, 31. Dezember 2010 | Verlagssonderbeilage<br />

Ehemalshohenzollerisch<br />

Ein kurzer historischer Abriss von Dettensee<br />

Dettensee trat 816 erstmals<br />

urk<strong>und</strong>lich in Erscheinung.<br />

Zu Beginn des 14. Jahrh<strong>und</strong>erts<br />

ist ein Ortsadel erwähnt,<br />

dem die Familie Hasenbein<br />

folgte. Über die Herren<br />

von Weitingen kam das<br />

Dorf an Graf Joachim von<br />

Zollern, von dem es 1528 die<br />

Grafen von Nellenburg erwarben.<br />

Nach dem Tod des<br />

letzten Nellenburgers, der ein<br />

Schloss erbauen ließ, fiel der<br />

Ort 1591 wieder an die<br />

Zollern. 1596 erwarben die<br />

Herren von Neuneck Schloss<br />

<strong>und</strong> Dorf, das sie aber bereits<br />

Dettensee<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

567Einwohner<br />

502Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 294 ha<br />

Wappenbeschreibung<br />

In Gold ein sechsstrahliger<br />

roter Stern über erhöhtem,<br />

blauen Wellenschildfuß.<br />

Flaggenfarben: rot-gelb.<br />

Der Wellenschildfuß<br />

beziehtsichauf den<br />

»BodenlosenSee«. Der<br />

Sternerinnertandie Herren<br />

vonNeuneck.<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro:<br />

Neuneckstraße 33<br />

Telefon:(07451) 24 58<br />

Fax: (0 74 51) 62 10 82<br />

E-Mail:dettensee@horb.de<br />

Ortsvorsteherin<br />

UteAlbers<br />

1620 wieder zurück verkaufenmussten.<br />

Durch Heirat <strong>und</strong> Kauf<br />

kam Dettensee 1638 in den<br />

Besitz der Keller von Schleitheim,<br />

die die Herrschaft 1715<br />

an das aargauische Kloster<br />

Muri veräußerten. 1803 fiel<br />

der murische Klosterbesitz<br />

an die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen.<br />

Dettensee war den Oberämtern<br />

Glatt, Haigerloch <strong>und</strong><br />

1925 dem Altkreis Hechingen<br />

zugeteilt. Das Dorf verlor am<br />

1. Dezember 1971 seine<br />

Selbstständigkeit.<br />

Dettensee istein malerischer<br />

Flecken.Die SÜD-<br />

WEST PRESSE sprach mit<br />

DettenseesOrtsvorsteherin<br />

UteAlbersüber<br />

dieaktuelle Situationim<br />

idyllischenOrt.<br />

Dass Dettensee eine hohenzollerische<br />

Geschichte hat, ist<br />

<strong>heute</strong> noch an der jährlich<br />

stattfindenden historischen<br />

Feuerwehrübung zu erkennen,<br />

die die ehemals zum Landkreis<br />

Hechingen gehörenden Orte<br />

wie beispielsweise Empfingen,<br />

Betra oder Dettingen gemeinsam<br />

abhalten.<br />

Im seit Dezember 1971 zu<br />

<strong>Horb</strong> gehörenden Dettensee<br />

wird das öffentliche Leben<br />

Eine Hockete desDettenseerObst- <strong>und</strong>Gartenbauvereinsinden 1990er Jahren. Bild: Archiv<br />

Ein malerischer Ort<br />

Dettensee wird geprägtvon Vereinen <strong>und</strong>Bürgerengagement<br />

stark von den Aktivitäten der<br />

örtlichen Vereine <strong>und</strong> vom<br />

Bürgerengagement geprägt.<br />

»Wir haben eine funktionierende<br />

Vereins- <strong>und</strong> Dorfgemeinschaft«,<br />

lobt Dettensees<br />

Ortsvorsteherin Ute Albers.<br />

»Viele im Ort bringen sich ein,<br />

auch die Jüngeren.« Zentrale<br />

Orte für Feierlichkeiten aller<br />

Art sind inDettensee der Gemeindesaal<br />

<strong>und</strong> der Weiherplatz<br />

imSommer.<br />

In Dettensee machen mobile<br />

Verkaufswagen Halt, umdie<br />

Bevölkerung mit dem für den<br />

täglichen Bedarf Notwendigen<br />

zu versorgen. Mit dem<br />

»Hirsch« besteht noch eine<br />

Einkehrmöglichkeit. »Ansonsten<br />

sind die Wege nach <strong>Horb</strong><br />

oder Empfingen ja relativ<br />

kurz«, meint Albers.<br />

Dettenseeist<br />

ein idyllisch<br />

gelegener<br />

Flecken.<br />

Bilder:Kuball<br />

In Dettensee<br />

gibt es viele<br />

pittoreske Orte<br />

wiehierim<br />

Schloss.<br />

Seit r<strong>und</strong> zehn Jahren können<br />

die Dettenseer Kinder in<br />

den örtlichen Kindergarten gehen.<br />

Seit diesem Schuljahr besuchen<br />

die Abc-Schützen die<br />

Gr<strong>und</strong>schule in Nordstetten,<br />

die Hauptschüler <strong>und</strong> Werkrealschüler<br />

gehen auf den<br />

<strong>Horb</strong>er Hohenberg. Übergangsweise<br />

können die Gr<strong>und</strong>schüler<br />

noch –wie inden vergangenen<br />

50 Jahren – die<br />

Gr<strong>und</strong>schule in Empfingen besuchen.<br />

Ein Wunsch des Ortschaftsrates<br />

wäre ein kleines Neubaugebiet<br />

parallel der Hauptstraße<br />

Richtung Nordstetten. »Der<br />

Bedarf aus dem Ort heraus wäre<br />

da«, meint die Dettenseer<br />

Ortsvorsteherin, die von etwa<br />

15 Bauplätzen spricht.<br />

Darüber hinaus steht die Sa-<br />

„ Beiuns sind<br />

vielebereit,<br />

sich zu engagieren.<br />

UteAlbers<br />

Ortsvorsteherinvon Dettensee<br />

nierung des Gemeindesaals<br />

auf der Agenda des Ortes. »Eine<br />

neue Bestuhlung <strong>und</strong> eine<br />

modernere Küche wären dringend<br />

geboten«, verdeutlicht<br />

Albers, »<strong>und</strong> auch die energetische<br />

Sanierung des Gebäudes<br />

ist notwendig.« Die Erlöse,<br />

welche die Vereinsgemeinschaft<br />

beim <strong>Horb</strong>er Herbst beziehungsweise<br />

beim Weihnachtsmarkt<br />

erwirtschaftet<br />

hat, kommen imÜbrigen diesen<br />

Projekten zugute.


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12 Dettingen <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Freitag, 31. Dezember 2010 | Verlagssonderbeilage<br />

Ehemalspreußisch<br />

Ein kurzer historischer Abriss von Dettingen<br />

Der 1139 erstmals erwähnte<br />

Ortsadel übte die Herrschaft<br />

bis 1554 aus, als Unterdettingen<br />

an die Herren von Ow<br />

überging. 1596 erwarben die<br />

Herren von Wernau Oberdettingen,<br />

das später in den Besitz<br />

der Specht von Bubenheim<br />

kam, die ihr Eigentum<br />

1725 an das aargauische<br />

Kloster Muri veräußerten.<br />

Neunecksche Anteile am<br />

Dorf waren bereits 1706 von<br />

den Herren von Landsee an<br />

Muri übergegangen, nachdem<br />

zuvor das Domstift Trier<br />

Dettingen<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

1545 Einwohner<br />

410Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 1035Hektar<br />

Wappenbeschreibung<br />

In Schwarz ein goldener<br />

Adlerflügel <strong>und</strong>eine nach<br />

hinten gekehrtegoldene<br />

Axtpfahlweise<br />

nebeneinander.Wappen<br />

der Herrenvon Dettingen.<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro<br />

Schlossgasse 1<br />

Telefon:(07482) 91204<br />

Fax: (0 74 82) 91205<br />

E-Mail:dettingen@horb.de<br />

Ortsvorsteher<br />

JosefNadj<br />

durch Vermächtnis in diesen<br />

Besitz gekommen war.<br />

1803 kam der murische Ort<br />

im Zuge der Säkularisation<br />

an das Fürstenhaus Hohenzollern-Sigmaringen.<br />

Bis<br />

1854 gehörte das Dorf zum<br />

zollerischen Oberamt Glatt,<br />

danach zum preußischen<br />

Oberamt Haigerloch <strong>und</strong> seit<br />

1925 zumAltkreisHechingen.<br />

Dettingen verlor am 1. Dezember<br />

1971 seine Selbstständigkeit<br />

<strong>und</strong> schloss sich<br />

im Zuge der Verwaltungsreform<br />

derStadt <strong>Horb</strong> an.<br />

Selbstverständlich hat der<br />

Strukturwandel nach dem<br />

Zweiten Weltkrieg auch vor<br />

Dettingen nicht Halt gemacht.<br />

»Von den einst zahlreichen<br />

Kinder des Dettinger Kindergartens mitder KinderschwesterstelltensichkurznachEndedes<br />

Zweiten Weltkriegesvor demSchloss zumGruppenfotoauf.Archivbild:OrtsverwaltungDettingen<br />

IdyllischerFlecken<br />

In Dettingen lässtessichgut wohnen, arbeiten <strong>und</strong>leben<br />

Derr<strong>und</strong>1500 Einwohner<br />

zählende <strong>Horb</strong>er<br />

Stadtteil Dettingen besitzt<br />

eine hohe Wohn<strong>und</strong>Lebensqualität.<br />

Die<br />

SÜDWESTPRESSE<br />

sprach mitden stellvertretendenOrtsvorstehernThomas<br />

Hofer<strong>und</strong><br />

Elisabeth Beuter über<br />

Vergangenheit, Gegenwart<br />

<strong>und</strong>Zukunft des<br />

idyllischgelegenen Fleckens.<br />

landwirtschaftlichen Betrieben<br />

sind <strong>heute</strong> nur noch eine Hand<br />

voll übrig geblieben«, erklärt<br />

Thomas Hofer, der erste stellvertretende<br />

Ortsvorsteher Dettingens.<br />

Das Gros der Gewerbetreibenden<br />

bilden <strong>heute</strong> in<br />

Dettingen Baufirmen, Handwerksbetriebe<br />

<strong>und</strong> Dienstleistungsunternehmen.<br />

Die öffentliche Infrastruktur<br />

ist für einen Ort in der Größenordnung<br />

Dettingens recht zufriedenstellend.<br />

Eine Bäckerei,<br />

die auch Lebensmittel anbietet,<br />

die Post, Kreditinstitute<br />

<strong>und</strong> der Wochenmarkt am<br />

Donnerstag, der Fleisch- <strong>und</strong><br />

Wurstwaren sowie Obst <strong>und</strong><br />

Gemüse offeriert, sorgen dafür,<br />

dass die Dettinger noch fast alles<br />

im Ort einkaufen können.<br />

Ein katholischer Kindergarten<br />

<strong>und</strong> die Gr<strong>und</strong>- <strong>und</strong> Hauptschule<br />

mit Werkrealschule, Au-<br />

DerDettinger<br />

Ortsteil<br />

Priorberg mit<br />

derJosefskapelle.<br />

Bilder:Kuball<br />

Im Dettinger<br />

Schloss ist<br />

<strong>heute</strong>die<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

untergebracht.<br />

ßenstelle Altheim, sind die örtlichen<br />

Bildungseinrichtungen.<br />

»Insgesamt gesehen sind wir<br />

recht gut aufgestellt«, meint<br />

Elisabeth Beuter, die zweite<br />

stellvertretende OrtsvorsteherinDettingens.<br />

Der Dorfkern wird beherrscht<br />

von der barocken Kirche <strong>und</strong><br />

dem ehemaligen Amtshaus des<br />

Schweizer Klosters Muri. Viele<br />

Vereine, Sporteinrichtungen <strong>und</strong><br />

Gastronomie beleben das 1500-<br />

Seelendorf. Auf der Höhe liegt<br />

der Dettinger Ortsteil Priorberg,<br />

bekannt wegen seiner Kirschen<br />

<strong>und</strong> beliebt wegen seiner attraktivenAusfluggastronomie.<br />

Das neue, an einem sanften<br />

Südhang gelegene Baugebiet<br />

»Mühlacker« verbindet den<br />

Ortskern mit dem romantischen<br />

Tal des Dießenbachs. Im ersten<br />

Bauabschnitt sind noch drei<br />

Plätze frei.<br />

„ Unsere<br />

öffentliche<br />

Infrastrukturist<br />

zufriedenstellend.<br />

JosefNadj<br />

Ortsvorstehervon Dettingen<br />

Mit der Kanalisation »Augarten«,<br />

der Fertigstellung der Ortsdurchfahrt,<br />

des Gehwegs zum<br />

Tennisplatz <strong>und</strong> dem Regenüberlaufbecken<br />

sind erst jüngst<br />

örtliche Großprojekte abgeschlossen<br />

worden. Als nächstes<br />

stehen die Umgestaltung des<br />

herrlichen Schlossgartens, die<br />

Erstellung zweier Dorfbrunnen<br />

sowie der Umbau des alten<br />

Schlachthauses zum Begegnungshaus<br />

auf der Agenda des<br />

intakten Ortes.


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... <strong>und</strong> <strong>heute</strong>imJahr 2010<br />

Nummer #/Mittwoch, 22. Dezember 2010 Heimatzeitung für <strong>Horb</strong>, Sulz, Freudenstadt <strong>und</strong> Umgebung 161. Jahrgang /Einzelpreis €1,30 /E5118 A<br />

AUS DEM INHALT<br />

Märklin wendet Pleite ab<br />

Zeitdruck nach<br />

Leiharbeits-Urteil<br />

Luchs auf dem<br />

Rückzug: Experten<br />

rätseln UMSCHAU<br />

Hiesige Jobs durch<br />

billige Re-Importe<br />

in Gefahr? BRENNPUNKT<br />

Im Lokalteil: Kreistags-Fraktionschefs beziehen Stellung in der <strong>Horb</strong>er Krankenhaus-Diskussion<br />

Berlin. Nach dem Urteil zur Tarifunfähigkeit<br />

der christlichen Zeitarbeitsgewerkschaftendroht<br />

eine Verjährung<br />

vonAnsprüchen auf zusätzlicheRentenleistungen.<br />

Nach Informationen<br />

der SÜDWEST PRESSE<br />

müssen betroffene Leiharbeiter bis<br />

31. Dezember bei ihrer Versicherung<br />

einen Antrag stellen, um rückwirkend<br />

für 2006 höhereAnsprüche<br />

geltend machen zu können. Schätzungen<br />

zufolge können die Sozialkassen<br />

wohl allein für 2006 r<strong>und</strong><br />

600 Millionen Euro nachfordern.<br />

Das B<strong>und</strong>esarbeitsgericht hatte<br />

den Christlichen Gewerkschaften<br />

für Zeitarbeit <strong>und</strong> Personalserviceagenturen<br />

(CGZP) mangels Mitgliedern<br />

die Fähigkeit abgesprochen,<br />

Tarifverträge abzuschließen. Etwa<br />

200 000 Leiharbeiter könnten damit<br />

rückwirkend ab 2006 Ansprüche auf<br />

höhere Löhne <strong>und</strong> Sozialversicherungsleistungen<br />

haben. Um die Fris-<br />

R<strong>und</strong> 1000 Mitarbeiter des Göppinger Modellbahnherstellers Märklin –unser Foto zeigt eine Anlage mit Provinzbahnhof –können<br />

ten zu wahren, will die Deutsche<br />

aufatmen: Das Unternehmen wird nicht zerschlagen. „Märklin gehört jetzt den Gläubigern“, sagte der Insolvenzverwalter Michael<br />

Rentenversicherung noch in dieser<br />

Pluta. Fast alle der 1350 Gläubiger stimmten gestern einem Insolvenzplan zu (Wirtschaft). Foto: Gebr. Märklin &Cie. GmbH<br />

Woche die betroffenen Zeitarbeitsfirmen<br />

auffordern, ihrer Beitragspflicht<br />

nachzukommen. two<br />

Informationen zum Abo:<br />

Telefon (0 74 51) 90 09-0<br />

neckar-chronik.de/abo<br />

abo.<br />

Die Käfer-Roboter<br />

Gericht stärkt<br />

kamen schwer ins<br />

Stottern HORB FDP im freien Fall<br />

Umgangsrecht<br />

leiblicher Väter<br />

Steffen Leopold ist Laut neuer Umfrage noch drei Prozent –Pläne für Westerwelles Ablösung<br />

Straßburg. Ein leiblicher Vater darf<br />

auf dem Wegder<br />

seine unehelichen Kinder sehen,<br />

Besserung LOKALSPORT Die Krise der FDP verschärft vorsitzenden Guido Westerwelle, sei offen, heißt es.Westerwelle solle „dass wir dort auch nicht über ihn auch wenn er nicht im Besitz des<br />

sich weiter.Hinter den Kulissen der sich zum Urlaub in Ägypten ver- als Außenminister im Amt bleiben. diskutieren“.<br />

Sorgerechts ist. Die totale Verweigeabschiedet<br />

hat. Einem aus der Par- „Ich halte die Situation der FDP Niedersachsens Umweltminister rung des Umgangs verletzt das<br />

werden bereits Pläne für die Abtei<br />

bestätigten Bericht von „Spiegel für schwierig“, sagte der Chef der Hans-Heinrich Sander (FDP) legte Recht auf Privat- <strong>und</strong> Familienle-<br />

GEHÄLTER<br />

lösung von Parteichef Guido<br />

online“ zufolge kursiert ein Modell FDP-Landtagsfraktion, Hans-Ul- Westerwelle den Abschied ausdrückben der Menschenrechtskonven-<br />

Westerwelle geschmiedet. einer neuen Führungsgruppe von rich Rülke, der SÜDWEST PRESSE. lich nahe <strong>und</strong> empfahl ihm, „sich tion. So hat gestern der Europäi-<br />

vier Personen: Generalsekretär „Die Personaldebatte schadet uns. demütig vom Parteivorsitz zurücksche Gerichtshof für Menschen-<br />

Mehr Geld für Beamte Berlin/Stuttgart. Die FDP ist bei ei- Christian Lindner, Ges<strong>und</strong>heitsmi- Westerwelle wäre gut beraten, zuziehen“.rechte<br />

(EGMR) im Falle eines Nige-<br />

Brüssel. Die meisten EU-Beamten ner neuen Umfrage auf drei Prozent nister Philipp Rösler, NRW-Libera- wenn er sich rasch überlegt, wie wir Kritik erfuhr Westerwelle auch rianers entschieden, der eingeklagt<br />

erhalten nachträglich für das Jahr der Wählerstimmen abgesackt. lenchef Daniel Bahr <strong>und</strong> die Europa- diese Diskussion beenden können.“ im Regierungsamt: Verteidigungs- hatte, seine Kinder im baden-würt-<br />

2009 eine Gehaltserhöhung von Nach Angaben des Forsa-Institutes abgeordnete Silvana Koch-Mehrin. Sein Parteifre<strong>und</strong>, Baden-Würtminister Karl Theodor zu Guttentembergischen Achern kennenler-<br />

3,7 Prozent. Dieser hat der EU- ist dies der schlechteste Wert für die Dieses junge Team –Koch-Mehtembergs Justizminister Ulrich berg (CSU) warnte davor, durch einen zu dürfen. Die leibliche Mutter,<br />

Ministerrat gestern zugestimmt. Liberalen in der wöchentlichen Berin wäre mit 40 Jahren die Älteste – Goll, mahnte dagegen: „Wenn wir nen verfrühten Beginn des B<strong>und</strong>es- eine Deutsche, hatte ihm den Kon-<br />

Wegen der Wirtschaftskrise hatte fragung seit März 1996. Im Ver- solle Westerwelle ablösen <strong>und</strong> ver- jetzt die Pferde wechseln, bringt wehrabzugs aus Afghanistan „vertakt zuvor verweigert <strong>und</strong> von deut-<br />

er den Beamten ursprünglich nur gleich zur B<strong>und</strong>estagswahl 2009 hat hindern, dass Wirtschaftsminister uns das für die Landtagswahl am bleibende Soldaten zu gefährden“. schen Gerichten Recht bekommen.<br />

die Hälfte bewilligt. Der Europä- die FDP damit in einem Jahr r<strong>und</strong> Rainer Brüderle sein Nachfolger 27. Märzüberhaupt nichts.“ Er gehe Westerwelle hatte im B<strong>und</strong>estag be- Der 43-jährige Nigerianer habe in<br />

ische Gerichtshof urteilte aber, 80 Prozent der Wähler verloren. werde. Wer der vier Anwärter, die davon aus, dass Westerwelle beim reits Ende 2011 als Abzugsbeginn ge- der Vergangenheit keineVerantwor-<br />

dass eine Halbierung der Gehaltser- Vor diesem Hintergr<strong>und</strong> ver- alle Westerwelle ihren Aufstieg ver- traditionellen Dreikönigstreffen in nannt.tung für die Zwillinge übernommen<br />

rol/dpa<br />

höhung nicht zulässig sei. dpa schärft sich die Krise um den Parteidanken, Parteivorsitzender werde, Stuttgart noch Parteichef sei <strong>und</strong> Kommentar<br />

<strong>und</strong> deshalb keine „sozial-familiäre<br />

Beziehung“ entwickelt.<br />

Der EGMR kam nun aber zu dem<br />

Schluss, dass der Vater ein „ernst-<br />

bis 9˚<br />

WETTER<br />

Mildes Vorweihnachts-Tauwetter Staatsanwalt widerspricht Auch Studenten zahlen mehr<br />

haftes Interesse an den Kindern gezeigt“<br />

<strong>und</strong> den Wunsch geäußert<br />

steht <strong>heute</strong> nochmals auf dem Pro-<br />

habe, eine familiäre Beziehung zu<br />

gramm. Ab <strong>und</strong> zu Regen. Keine Anzeige wegen Wasserwerfer auf Baumbesetzer Beitrag für Krankenversicherung steigt um 21 Prozent<br />

diesen aufzubauen. Zur Entschädi-<br />

Stuttgart. Der Staatsanwaltschaft<br />

Berlin. Studenten müssen sich auf 53,40Euro steigt der Beitragssatz dagung<br />

muss Deutschland nun 5000<br />

Euro zahlen <strong>und</strong> Verfahrenskosten<br />

Die Staatsanwaltschaft bearbei-<br />

DAX 7077 (+0,85%) Stuttgart ist kein Fall bekannt, dass tetimZusammenhang mit dem Ein- deutlich höhere Kosten für die Kranmit um 21 Prozent. Für Studenten in Höhe von 4000 Euro erstatten.<br />

beim Polizeieinsatz gegen S-21-Gegsatz mehr als 300 Anzeigen. Heute kenversicherungeinstellen.Gesetz- gilt bis zum Abschluss des 14. Fach- Die EGMR-Rechtsprechung ist für<br />

Die seit Jahresbeginn gut gelaufener am 30. September mit einem vernimmt der Ausschuss neben lich versicherte Studenten zahlen semesters oder des 30. Lebensjah- deutsche Gerichte bindend. Künftig<br />

nen Autotitel gehörten abermals Wasserwerfer „ein Schüler aus ei- dem Ministerpräsidenten Stefan nach Regierungsangaben ab 1. Jares bei gesetzlichen Kassen ein ein- werden diese deswegen das Inte-<br />

zu den Favoriten der Anleger. nem Baum herausgeschossen Mappus (CDU) vier Minister sowie nuar 55,55 Euro im Monat, zum heitlicher Beitrag, der sich am allgeresse der Kinder sorgfältiger prüfen<br />

wurde“. Das hatte der Zeuge Volker nochmals Stuttgarts Polizeipräsi- Sommersemester 2011 folgt dann meinen Beitragssatz orientiert. Die- müssen, bevor sie einen Umgang<br />

Lösch am Vortag vor dem Unterdenten Siegfried Stumpf. wie<br />

dpa/dapd<br />

ein Sprung auf 64,77 Euro. ImVerser steigt zum Jahresbeginn von<br />

TV-TIPP 3sat, 20.15 suchungsausschuss behauptet. Leitartikel<br />

gleich zum aktuellen Beitrag von 14,9 auf 15,5 Prozent. dapd<br />

mit dem Vater ablehnen.<br />

Stichwort<br />

Blöde Ziege, dumme Gans, doofe<br />

Kuh: Sind Tiere dumm? Bis vor Kurzem<br />

hielt der Mensch nur Primaten<br />

KOMMENTAR · WESTERWELLE<br />

für halbwegs schlau. Doch es gibt<br />

eine ganze Reihe schlauer Tiere.<br />

„wissen aktuell“ berichtet über<br />

atemberaubende Intelligenzleis- Weihnachten XXL<br />

Nicht mehr zu halten<br />

tungen aus dem Tierreich.<br />

Redaktion:<br />

07451/9009-30<br />

Etwas mehr von allem: Im Bäume gut gewachsen seien, heißt bäumen aus heimischen Gefilden<br />

uido Westerwelle ist als an der Basis, die demnächst in<br />

Aufschwungjahr 2010 wer- es von Verbandsseite.<br />

bestücken, kaufen die langen Lulat-<br />

Parteichef nicht mehr zu den Fußgängerzonen für liberale<br />

Alles Papperlapapp! Schließlich sche genauso häufig wie die kleine- Ghalten.<br />

Offen ist nur noch, Politik werben wollen <strong>und</strong> nicht<br />

den nicht nur die Weih-<br />

ist doch ganz offensichtlich, dass renExemplareimJahr 2009. Vermut- wann er es selbst einsieht <strong>und</strong> wie nur hämischen Kommentaren<br />

nachtsgeschenkegrößer,son- der Wachstumsschub von Nordlich einerseits, weil der Meterpreis lange er seiner Partei die mit der über ihren am Stuhl klebenden<br />

dernauch die Tannenbäume. manntanne <strong>und</strong> Co.keinen biologi- je nach Art zwischen 16 <strong>und</strong> 22 Euro Diskussion verb<strong>und</strong>ene Belas- Vorsitzenden begegnen.<br />

schen Gr<strong>und</strong> hat, sondern einen spi- stabil geblieben ist <strong>und</strong> der Durtung zumutet. Mit jedem Tag, den Es gibt aber auch nicht Wenige,<br />

Fax an die Redaktion:<br />

CHRISTIAN IPPACH<br />

rituellen: Eine positiveneue Gr<strong>und</strong>schnittsbaum wegen desGrößenun- er wartet, wird allerdings auch die die FDP als Sachwalterin von<br />

07451/9009-88<br />

stimmung, die alles gut gedeihen terschiedsnur 0,80 bis 1,10 Euro teu- sein Verbleib im Außenministe- Bürgerrechten <strong>und</strong> -freiheiten für<br />

e-Mail: redaktion@neckar-chronik.de Berlin. Unter einen größeren lässt. Nach krisengebeutelten Jahrer geworden ist. Andererseits bierium ungewisser.<br />

unverzichtbar halten in der deut-<br />

Weihnachtsbaum passen auch<br />

ten die ausladenderen Zweige genü- Es wird nun, falls der gescheischen Parteienlandschaft. Und<br />

ren ist aus dem deutschen Volk der<br />

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mehr Geschenke. Nach dieser<br />

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Berufspessimisten 2010 nämlich eigend Platz, um alle Geschenke daterte Held vergangener Tage nicht auch als Verfechterin einer von<br />

Milchmädchenrechnung dürfen nes geworden, das positiv in die Zurunterstellen zu können.<br />

im fernen Ägypten ein Einsehen staatlicher Gängelung <strong>und</strong> Sub-<br />

Fax an Vertrieb &Anzeigen:<br />

sich wohl insbesondere viele Kinkunft blickt. Das hat zumindest die Diese dürften nämlich in vielen hat, über den Jahreswechsel ein ventionierung möglichst befrei-<br />

07451/90 09-99<br />

der anHeiligabend über das ein jährliche Allianz-Zuversichtsstudie deutschenHaushalten üppig ausfal- unschönes Kesseltreiben zu beten Marktwirtschaft. Die haben<br />

e-Mail: anzeigen@neckar-chronik.de oder andere Präsent zusätzlich herausgef<strong>und</strong>en. Demnach sehen len. Kai Falk, Pressesprecher des sichtigen sein. Daran beteiligt<br />

4 195214 601306 31051<br />

schmerzlich erfahren, dass das<br />

freuen. Gestern teilte der Haupt- 59 Prozent der 3000 Befragten ihren Handelsverbandes Deutschland sind zum einen die FDP-Kandida- einstige Zugpferd Westerwelle geverband<br />

der Deutschen Holzin- Aussichten für die nächsten zwölf (HDE), rechnet mit einem zweieinten bei den anstehenden Wahlen, rade diese urliberalen Tugenden<br />

dustrie (HDH) mit, dass die Tan- Monate „mit großer Zuversicht“ halb-prozentigen Umsatzplus des die ein oft existenzielles Interesse schmählich vernachlässigt <strong>und</strong> in<br />

nenbäume in deutschen Wohn- oder „mit Zuversicht“ entgegen. Einzelhandels im Weihnachtsge- daran haben, ein Desaster zu ver- der FDP-Klientel eine Enttäuzimmern<br />

dieses Jahr mit durch- Kein W<strong>und</strong>er also, dass bei dieschäft im Vergleich zum Vorjahr, hindern <strong>und</strong> zumindest in Fraktischung nach der anderen ausgeschnittlich<br />

1,69 Meternfünf Zensem guten Klima auch die Tannen was in Zahlen fast zwei Milliarden onsstärke in die Landtage einzulöst hat. Das ist sein eigentliches<br />

timeterhöher sind als in den Vor- über sich hinausgewachsen sind. Euro entspricht.<br />

ziehen. Es sind die FDP-Aktiven Versagen. WILHELM HÖLKEMEIER<br />

jahren. Ein feuchter Sommer Und die Deutschen, die ihre Wohn- Ob das ein „Weihnachtsw<strong>und</strong>er“<br />

habe dafür gesorgt, dass die stuben zu zwei Dritteln mit Nadel- ist, sei dahingestellt.<br />

Wirhaben uns verändert.<br />

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Tel. (0 74 51) 7066·Fax 7067<br />

Mail: mbok-beratung@t-online.de Vorstand


14 Dettlingen <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Freitag, 31. Dezember 2010 | Verlagssonderbeilage<br />

Gleichnamige Ortsadelige<br />

Ein kurzer historischer Abriss von Dettlingen Der »Hoch-<br />

Der im Jahre 1082 urk<strong>und</strong>lich<br />

erstmals erwähnte Ort war bis<br />

zur Mitte des 15. Jahrh<strong>und</strong>erts<br />

im Besitz der gleichnamigen<br />

Ortsadligen, die zunächst als<br />

Lehensleute der Grafen von<br />

Hohenberg auftraten. MenlochV.von<br />

Dettlingen kämpfte<br />

1423 als Burghauptmann bei<br />

der Zerstörung der Burg Hohenzollern<br />

auf Seiten des in<br />

Aberacht gefallenen Zollerngrafen<br />

Friedrich XII., genannt<br />

der Öttinger. Nach Menloch<br />

VI. sind die Herren von Neuneck<br />

imBesitz von Dettlingen,<br />

Dettlingen<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

356Einwohner<br />

580Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 436 ha<br />

Wappenbeschreibung<br />

In Blaueinegoldene Lilie,<br />

oben begleitet vonzwei<br />

goldenenKugeln. Die<br />

goldene Lilieinblauem<br />

Feld ist das Wappender<br />

Herren vonDettlingen.Die<br />

Kugel entstammtdem<br />

Wappen der Herrenvon<br />

Wernau.<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro:<br />

Bittelbronner Straße 1<br />

Telefon:(07482) 236<br />

Fax: (0 74 82) 91 35 68<br />

E-Mail:dettlingen@horb.de<br />

Ortsvorsteher<br />

Theo Walz<br />

denen 1552 die Herren von<br />

Wernau folgten. 1696 kam das<br />

Dorf durch Erbschaft an die<br />

Schenken vonStaufenberg, die<br />

es 1708 an das schweizerische<br />

Benediktinerkloster Muri verkauften.<br />

Als Teil dermurischen<br />

Herrschaft Glatt kam Dettlingen<br />

1803 andas Fürstenhaus<br />

Hohenzollern-Sigmaringen,<br />

gehörte bis1854 zumOberamt<br />

Glatt, danach zum Oberamt<br />

Haigerloch <strong>und</strong> seit 1925 zum<br />

Altkreis Hechingen. Dettlingen<br />

verlor am 1. Mai 1972 seine<br />

Selbstständigkeit.<br />

Beschaulich <strong>und</strong>zentral<br />

Dettlingen ist der westlichste Stadtteil von <strong>Horb</strong><br />

Daszentral zwischen<br />

<strong>Horb</strong> <strong>und</strong>Freudenstadt<br />

gelegene Dettlingen ist<br />

beschaulich <strong>und</strong>idyllischzugleich.<br />

DieSÜD-<br />

WEST PRESSE sprach mit<br />

DettlingensOrtsvorsteher<br />

Theo Walz über die<br />

SituationimOrt.<br />

Jahrzehntelang war Dettlingen<br />

ein rein landwirtschaftlich<br />

geprägtes Dorf. ImZuge der Industrialisierung<br />

hat sich Dettlingen<br />

fast ausschließlich zu einem<br />

Wohnort entwickelt. Die<br />

Landwirtschaft spielt <strong>heute</strong> nur<br />

noch eine untergeordnete Rolle.<br />

Esgibt noch zwei Nebenerwerbslandwirte<br />

<strong>und</strong> einen ortsansässigen<br />

Schäfer, der mit sei-<br />

ner r<strong>und</strong> 300 Tiere umfassenden<br />

Herde auch einen wichtigen<br />

Beitrag zur Landschaftspflege<br />

im Dießener Talleistet.<br />

Die wirtschaftliche Entwicklung<br />

in Dettlingen ist schwierig,<br />

da es aufgr<strong>und</strong> des Wasserschutzgebiets<br />

an der Ausweisung<br />

von Gewerbeflächen<br />

fehlt. Daher sind im Ort nur<br />

zwei Handwerksbetriebe <strong>und</strong><br />

einTonstudio ansässig.<br />

In Dettlingen gibt esaußerdem<br />

keine Einkaufsmöglichkeiten<br />

mehr. Es besteht jedoch<br />

die Möglichkeit, an Verkaufswagen<br />

Back- <strong>und</strong> Wurstwaren<br />

zu kaufen. »Wenn die Ortsdurchfahrt<br />

Dießen fertiggestellt<br />

ist, besteht eventuell die Möglichkeit,<br />

einen Verkaufswagen,<br />

der auch Lebensmittel imSortiment<br />

führt, nach Dettlingen<br />

zu bekommen«, erklärt Theo<br />

Dettlingen ist<br />

der<br />

westlichste<br />

Stadtteil<br />

<strong>Horb</strong>s.<br />

Bilder:Kuball<br />

Das Schul<strong>und</strong>Rathaus<br />

istdas<br />

Zentrum<br />

Dettlingens.<br />

Walz, der Ortsvorsteher von<br />

Dettlingen.<br />

Das 1997 eingeweihte neue<br />

Sportheim mit Gemeindesaal<br />

sowie der Pfarrsaal bieten<br />

Räumlichkeiten für Veranstaltungen.<br />

Zentrales Gebäude im<br />

Ort ist das Schul- <strong>und</strong> Rathaus,<br />

in dem früher Schlachthaus, Gemeinschaftsgefrieranlage,Backhaus<br />

<strong>und</strong> Schule untergebracht<br />

waren. Heute beherbergt das<br />

schmucke Gebäude die Ortschaftsverwaltung,<br />

den eingruppigen<br />

Kindergarten, die FreiwilligeFeuerwehr,den<br />

Jugendraum<br />

»Arrest«<strong>und</strong> zwei Wohnungen.<br />

Die Schüler besuchen die<br />

Gr<strong>und</strong>schule in Bittelbronn,<br />

Hauptschüler die Schule in Dettingen<br />

beziehungsweise Altheim,<br />

weiterführende Schulen<br />

sind in <strong>Horb</strong>, Dornstetten <strong>und</strong><br />

Freudenstadt. Dettlingen verfügt<br />

zeitszug<br />

Dettlingen«<br />

wareine<br />

frühere<br />

Gruppierung<br />

im Ort. Die<br />

Aufnahme<br />

entstand im<br />

Juli 1952 beim<br />

Trachtenfest in<br />

Dettingen.<br />

Bild:<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Dettlingen<br />

„ Dettlingen<br />

istein<br />

lebens- <strong>und</strong><br />

liebenswerterOrt.<br />

Theo Walz<br />

Ortsvorstehervon Dettlingen<br />

zudem über ein reges Vereinsleben;<br />

es gibt acht aktive Vereine<br />

<strong>und</strong>Gruppierungen.<br />

Das aktuelle Baugebiet »Gartenäcker<br />

IV« bietet freie Plätze<br />

in schöner Südhanglage <strong>und</strong><br />

wird abschnittsweise erschlossen.<br />

Ein weiterer Standortvorteil<br />

ist die sehr gute Breitbandversorgung.<br />

R<strong>und</strong> 40Haushalte<br />

haben sich für den Breitbandanschluss<br />

<strong>und</strong> damit die medialeZukunft<br />

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16 Dießen <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Freitag, 31. Dezember 2010 | Verlagssonderbeilage<br />

DasDorfder Burgen<br />

Ein kurzer historischer Abriss von Dießen<br />

Der Ortsadel trug bis zur Mitte<br />

des 14. Jahrh<strong>und</strong>erts eine<br />

Burg <strong>und</strong> Leute inDießen als<br />

hohenbergisches Lehen, das<br />

an die Herren von Neuneck<br />

verkauft wurde. Einen weiteren<br />

Teil des Ortes <strong>und</strong> Teile<br />

einer zweiten Burg besaßen<br />

die Herren von Ow <strong>und</strong> die<br />

von Steinhülben als geroldseckisches<br />

Lehen. Im15. Jahrh<strong>und</strong>ert<br />

war der größte Teil<br />

des Dorfes inneuneckischem<br />

Besitz, der 1499 durch Erbschaft<br />

an die Herren von<br />

Ehingen <strong>und</strong> 1522 an die<br />

Herren von Wernau über-<br />

Dießen<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

435Einwohner<br />

430-700Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 870 ha<br />

Wappenbeschreibung<br />

In Silber schräg-rechtsein<br />

halberroter Hecht (Herren<br />

vonDießen).<br />

Flaggenfarben: rot-weiß<br />

(Grafen vonHohenberg)<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro:<br />

Hochbergstraße 6<br />

Telefon:(07482) 292<br />

Fax: (0 74 82) 91 39 78<br />

E-Mail:diessen@horb.de<br />

Ortsvorsteher<br />

Fridolin Weckerle<br />

ging. 1525 wurde die Burg<br />

HohendießenimBauernkrieg<br />

besetzt, beraubt <strong>und</strong> beschädigt.<br />

1696 gelangte das Dorf<br />

in staufenbergischen Besitz<br />

<strong>und</strong> wurde von den Schenken<br />

von Staufenberg 1708 an<br />

das Kloster Muri verkauft.<br />

1803 kam Dießen an das<br />

Fürstenhaus Hohenzollern-<br />

Sigmaringen, gehörte bis<br />

1854 zum Oberamt Glatt, danach<br />

zum Oberamt Haigerloch<br />

<strong>und</strong> seit 1925 zum Altkreis<br />

Hechingen. Dießen verlor<br />

am 1. Januar 1975 seine<br />

Selbstständigkeit.<br />

Im Erholungsort Dießen bewegt sich derzeit einiges<br />

Herausragend istinDießendie<br />

Schönheit der<br />

Naturlandschaft. Die<br />

SÜDWEST PRESSE<br />

sprach mitDießens OrtsvorsteherFridolinWeckerle<br />

darüber,was sich<br />

derzeitimOrt tut.<br />

Bereits umgesetzt ist die<br />

Schaffung eines kleinen Baugebietes<br />

durch Arrondierung<br />

im Baugebiet »Bände«, mit<br />

dessen Erlös weitere Maßnahmen<br />

imOrt finanziert wurden<br />

<strong>und</strong> werden. So konnte zum<br />

Beispiel im Bereich des Gemeindehauses<br />

ein zentraler<br />

Treffpunkt für Jung <strong>und</strong> Alt<br />

geschaffen werden. Dem Ge-<br />

Der Musikverein Dießen in den 1970er Jahren. Bild: Ortschaftsverwaltung Dießen<br />

Herrlich gelegenerOrt<br />

meindehaus angeschlossen<br />

ist ein Festpavillon, der esmit<br />

dem Kindergarten verbindet.<br />

Gemeindehaus <strong>und</strong> Festpavillon<br />

eignen sich hervorragend<br />

für Aktivitäten aller Art. Das<br />

Ensemble r<strong>und</strong>en der Spiel<strong>und</strong><br />

Bolzplatz ab.<br />

Im herrlich gelegenen Dorf<br />

herrscht ein reges <strong>und</strong> aktives<br />

Vereinsleben, das den Ort mit<br />

Leben erfüllt.<br />

Das derzeit größte Projekt<br />

in Dießen ist der Ausbau der<br />

Ortsdurchfahrt. Der erste<br />

Bauabschnitt konnte im Mai<br />

dieses Jahres fertig gestellt<br />

werden. Momentan wird am<br />

dritten Bauabschnitt, von der<br />

Bittelbronner Steige bis zum<br />

Friedhof, gearbeitet. Mitte<br />

2011 soll dann mit dem zweiten<br />

<strong>und</strong> letzten Abschnitt be-<br />

Die Schönheit<br />

derNatur in<br />

<strong>und</strong>um<br />

Dießen ist<br />

herausragend.<br />

Bilder:Kuball<br />

Die Burgruine<br />

Hohendießen<br />

istdas<br />

Wahrzeichen<br />

desOrtes.<br />

gonnen werden. »Wir hoffen,<br />

dass wir die Fertigstellung unserer<br />

Ortsdurchfahrt Ende<br />

2012 mit einem großen Fest<br />

feiern können«, hofft Dießens<br />

Ortsvorsteher Fridolin Weckerle.<br />

Ein weiteres großes Projekt<br />

in Dießen ist die Flurneuordnung,<br />

ein »Segen für die Ortschaft«,<br />

so Weckerle. Auf fast<br />

der gesamten Markungsfläche<br />

wurden die Flurstücke neu<br />

geordnet, Wege saniert <strong>und</strong><br />

ausgebaut sowie rechtssichere<br />

Zu- <strong>und</strong> Überfahrtsrechte<br />

hergestellt.<br />

Darüber hinaus beschäftigt<br />

die BürgerInnen von Dießen<br />

die neuerliche Komplettsanierung<br />

des örtlichen Wahrzeichens,<br />

der Burgruine Hohendießen,<br />

durch den Förderver-<br />

„ Nach<br />

Abschluss<br />

der Projekte wird<br />

Dießen fürviele<br />

Jahre saniertsein.<br />

Fridolin Weckerle<br />

Ortsvorstehervon Dießen<br />

ein, die Breitbandversorgung<br />

der Ortschaft sowie die Errichtung<br />

eines 40 Meter hohen<br />

Sendemastens zur Versorgung<br />

der Rettungskräfte<br />

mit Digitalfunk. »All diese<br />

Projekte werden Dießen voranbringen<br />

<strong>und</strong> zur Weiterentwicklung<br />

beitragen«, bilanziert<br />

Weckerle.


Verlagssonderbeilage | Freitag,31. Dezember 2010<br />

EhemaligerSpitalflecken<br />

Ein kurzer historischer Abrissvon<br />

Grünmettstetten<br />

Der Teilort Grünmettstetten<br />

wurde erstmals 782 urk<strong>und</strong>lich<br />

im Lorscher Kodex erwähnt.<br />

Teile des Dorfes erscheinen<br />

im 13. <strong>und</strong> 14.<br />

Jahrh<strong>und</strong>ert im Besitz der<br />

Herren von Haiterbach <strong>und</strong><br />

von Bochingen, die ihren<br />

Anteil 1392 an die Herren<br />

von Dettingen verkauften,<br />

während die andere Hälfte<br />

in den Besitz der Herren von<br />

Bellenstein kam. 1404 ver-<br />

Grünmettstetten<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

840Einwohner<br />

576-705Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 751 ha<br />

Wappenbeschreibung<br />

In Silber(Weiß)ein dreiblättriges<br />

Kleeblattals Hinweis auf<br />

denerstenBestandteil des<br />

Ortsnamens.Unterscheidung<br />

zu Dürrenmettstetten. Als<br />

Stempelbild (ohne Schild) seit<br />

dem1.Viertel des19. Jahrh<strong>und</strong>erts.Die<br />

Anregung zu<br />

derWahldes Kleeblattesging<br />

vielleicht vonder ähnlichen<br />

Wappenfigurdes <strong>Horb</strong>er<br />

GeschlechtsSchützvom<br />

EutingerTal aus.<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro:<br />

Steinachstraße 19<br />

Telefon:(07486) 94 53<br />

Fax: (0 74 86) 96 058<br />

E-Mail:<br />

gruenmettstetten@horb.de<br />

Ortsvorsteher<br />

Karl Kocheise<br />

kauften die Bellensteiner<br />

<strong>und</strong> 1552 die Dettinger ihre<br />

Grünmettstetter Besitzanteile<br />

an den <strong>Horb</strong>er Spital,<br />

der damit die gesamte Ortsherrschaft<br />

erwarb. 1805 fiel<br />

der Spitalflecken an Württemberg.<br />

Er gehörte seit<br />

1807 zum Oberamt <strong>und</strong> seit<br />

1938 zum Altkreis <strong>Horb</strong>.<br />

Grünmettstetten verlor am<br />

1. September 1971 seine<br />

Selbstständigkeit.<br />

»Wir haben inden vergangenen<br />

Jahren gemeinsam viele<br />

Maßnahmen realisiert«, blickt<br />

Grünmettstettens Ortsvorsteher<br />

Karl Kocheise zurück. Als<br />

Beispiel nennt er den Ausbau<br />

der innerörtlichen Straßen, eine<br />

Investition von insgesamt<br />

über 1 Million Euro. »Dies ist<br />

ein Segen für Grünmettstetten«,<br />

erklärt Kocheise, »<strong>und</strong> hat<br />

unsere Infrastruktur deutlich<br />

aufgewertet.« ImZuge der Flurneuordnung<br />

wird nächstes Jahr<br />

abschließend noch die Aschenbergstraße<br />

ausgebaut.<br />

Ein weiteres Projekt war unlängst<br />

die Sanierung der örtlichen<br />

Gymnastikhalle, bei der<br />

sich die »Bürgerinnen <strong>und</strong> Bürger<br />

sehr eingebracht haben«,<br />

lobtKocheise.<br />

In Grünmettstetten sind ein<br />

eineinhalb-gruppiger Kindergarten<br />

<strong>und</strong> eine Außenstelle<br />

der Gr<strong>und</strong>schule Altheim vorhanden.<br />

Eine Metzgerei <strong>und</strong><br />

ein Einkaufsladen sorgen dafür,<br />

dass am Ort alles für den<br />

täglichen Bedarf Notwendige<br />

eingekauft werden kann.<br />

Was das Gewerbe betrifft,<br />

sind in Grünmettstetten ein<br />

paar Handwerksbetriebe tätig.<br />

Gut zuGesicht steht dem Ort<br />

der r<strong>und</strong> 200 Plätze umfassende<br />

Vereinssaal im Sportheim,<br />

der sich für Feierlichkeiten aller<br />

Art eignet. Auch das Kirchengemeinde-Zentrum<br />

wird<br />

Grünmettstetten <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong> 17<br />

Gemeinsam viel erreicht<br />

Grünmettstetten istein intakterOrt mitregem Vereinsleben<br />

Grünmettstetten hat<br />

den Strukturwandel<br />

vomlandwirtschaftlich<br />

geprägten Flecken hin<br />

zurWohngemeinde gut<br />

gemeistert. DieSÜD-<br />

WEST PRESSE sprach mit<br />

GrünmettstettensOrtsvorsteherKarlKocheise<br />

über Vergangenheit,Gegenwart<strong>und</strong><br />

Zukunft.<br />

Grünmettstetten<br />

besitzt<br />

malerische<br />

Ecken.<br />

Bilder:Kuball<br />

Über den<br />

Dächern von<br />

Grünmettstetten.<br />

„ Wirkönnen<br />

mitdem,was<br />

wirinden<br />

vergangenen<br />

Jahren realisiert<br />

haben, sehr<br />

zufrieden sein.<br />

Karl Kocheise<br />

Ortsvorstehervon<br />

Grünmettstetten<br />

Beim Festumzugim<br />

Rahmen des<br />

50-jährigen<br />

Jubiläumsdes<br />

Gesangvereins<br />

Grünmettstetten<br />

1976.<br />

Bild:OrtsverwaltungGrünmettstetten<br />

viel genutzt. »Unser Vereinsleben<br />

ist sehr rege«, verdeutlicht<br />

derGrünmettstetterSchultes.<br />

Wünschenswert wäre seiner<br />

Meinung nach ein r<strong>und</strong> fünf<br />

Plätze umfassendes, kleines<br />

Baugebiet, um für Einheimische<br />

Wohnbauplätze anbieten<br />

zu können. Auch die leer stehenden<br />

oder nur teilgenutzten<br />

Gebäude im Ortskern sollten,<br />

so Kocheise, einer Lösung zugeführt<br />

werden.<br />

Ein Dorn im Auge ist den<br />

Grünmettstettern der zunehmende<br />

Durchgangsverkehr.<br />

»Viele Pendler fahren aus Richtung<br />

Freudenstadt kommend<br />

beispielsweise zu ihren Arbeitsplätzen<br />

ins <strong>Horb</strong>er Industriegebiet<br />

›Heiligenfeld‹«, meint<br />

Kocheise. Erhofft, dass dieses<br />

Dilemma mit der Hochbrücke<br />

<strong>und</strong> dem weiteren Ausbau der<br />

B28gelöstwerden kann.<br />

Insgesamt sieht er Grünmettstetten<br />

in allen wesentlichenBereichen<br />

gutaufgestellt.


18 <strong>Horb</strong> <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Freitag, 31. Dezember 2010 | Verlagssonderbeilage<br />

Ehemalige Oberamtsstadt<br />

Ein kurzer historischer Abriss von <strong>Horb</strong><br />

MitSigefridusdeHorwa, dem<br />

erstgenannten Vertreter eines<br />

nicht unbedeutenden Edelfreiengeschlechtes,<br />

wird der<br />

Name der späteren Stadt gegen<br />

Ende des 11. Jahrh<strong>und</strong>erts<br />

imCodex Hirsaugiensis<br />

zum ersten Male erwähnt. Eine<br />

am östlichen Ende des<br />

Schüttebergausläufers über<br />

den Talniederungen von Grabenbach<br />

<strong>und</strong> Aischbach errichtete<br />

Burg bildete die<br />

Keimzelleder Neckarstadt.<br />

Bereits inder zweiten Hälfte<br />

des 12. Jahrh<strong>und</strong>erts werden<br />

die Herren von <strong>Horb</strong> in den<br />

Quellen aber nicht mehr genannt,<br />

<strong>und</strong> ihre Güter scheinenvor<br />

alleminden Besitz der<br />

Pfalzgrafen von Tübingen gekommen<br />

zu sein. Im ersten<br />

Drittel des 13. Jahrh<strong>und</strong>erts<br />

verlieh Pfalzgraf Rudolf II. der<br />

jungen Siedlung das Stadtrecht,<br />

<strong>und</strong> esetablierte sich in<br />

<strong>Horb</strong> eine Seitenlinie der Tübinger<br />

Pfalzgrafen, die auf dieserBurgresidierte.<br />

DieStadt kamzuBeginn des<br />

14. Jahrh<strong>und</strong>erts durch Heirat<br />

an Graf Burkhard IV. von Hohenberg.<br />

Die Grafschaft Hohenberg<br />

gelangte mit ihrem<br />

Herrschafts-<strong>und</strong> Verwaltungszentrum<br />

Rottenburg 1381<br />

durch KaufanHerzog Leopold<br />

III. vonÖsterreich.<br />

Unter der Herrschaft der<br />

Habsburger entwickelte sich<br />

<strong>Horb</strong> im 15. Jahrh<strong>und</strong>ert besondersdurch<br />

Tuchwebereien,<br />

Tuchhandel, Kunstgewerbe<br />

<strong>und</strong>Weinbau zu einerblühenden<br />

Stadt. Mit seinen zahlreichen<br />

Kirchen<strong>und</strong> Klöstern bildete<br />

<strong>Horb</strong> auch einen geistlichen<br />

Mittelpunkt. Am 11. Juni<br />

1498 rückte <strong>Horb</strong> in den Mittelpunkt<br />

der großen Politik, als<br />

durch das Einwirken von Kaiser<br />

Maximilian der geisteskranke<br />

württembergische Herzog<br />

Eberhard II. seine Abdankungsurk<strong>und</strong>e,<br />

den sogenannten<br />

<strong>Horb</strong>er Vertrag, unterschrieb.<br />

Ein großer Brand im<br />

Jahre 1556, der 30-jährige<br />

Krieg <strong>und</strong> ein weiterer Stadtbrand<br />

imJahre 1725 brachten<br />

den Niedergang der spätmittelalterlichen<br />

Blütezeit.<br />

Die Neuzeit begann für<br />

<strong>Horb</strong> mit dem durch Napoleon<br />

veranlassten Anschluss an<br />

Württemberg im Jahre 1806.<br />

Zugleich erhielt es den Status<br />

einer Württembergischen<br />

Oberamtsstadt <strong>und</strong> konnte<br />

seinen Amtsbezirk um ein<br />

Vielfaches vergrößern. Die<br />

Stadt dehnte sich allmählich<br />

aus, Gewerbe <strong>und</strong> industrielle<br />

Unternehmen siedelten sich<br />

an, ebenso entwickelte sich<br />

<strong>Horb</strong> ab ca. 1860 zum Eisenbahnknotenpunkt.<br />

Nicht zuletzt<br />

bedingt durch die enge<br />

Lage der Stadt im Tal setzte<br />

sich der beginnende wirtschaftliche<br />

Aufschwung im20.<br />

Jahrh<strong>und</strong>ert zunächst nur zögernd<br />

fort.<br />

Ab 1930 entwickelte sich die<br />

moderne Stadt auch auf der<br />

nördlichen Anhöhe, dem heutigen<br />

Wohngebiet Hohenberg.<br />

Jedoch erst nach dem Zweiten<br />

Weltkrieg begann der eigentliche<br />

wirtschaftliche Aufschwung<br />

der Stadt, dann jedoch<br />

mit großer Geschwindigkeit.<br />

Bis zum Jahr 1972 bildete<br />

<strong>Horb</strong> ein eigenes Oberamt beziehungsweise<br />

einen Landkreis.<br />

Mitder Kreisreform wurde<br />

dieser aufgehoben <strong>und</strong> der<br />

Kreis<strong>Horb</strong> a. N. miteinem Teil<br />

seiner zu ihm gehörenden Orte<br />

dem neuen Landkreis Freudenstadt<br />

zugeordnet.<br />

Durch die Verwaltungs<strong>und</strong><br />

Gebietsreform (1975)<br />

entwickelte sich <strong>Horb</strong> a. N.<br />

zu einer ausgesprochenen<br />

Flächenstadt mit 18Stadtteilen.<br />

Im Jahr 1981 hat <strong>Horb</strong> a.<br />

N. die 20 000 Einwohnergrenze<br />

überschritten <strong>und</strong><br />

den Status einer »Großen<br />

Kreisstadt« erhalten. Inzwischen<br />

ist die Einwohnerzahl<br />

auf zirka 25 000 angestiegen.<br />

Die Gesamtfläche der Großen<br />

Kreisstadt <strong>Horb</strong> a.N.beläuft<br />

sich auf 11 980 Hektar.<br />

DieseBilderleistezeigt alte Aufnahmenaus der<br />

Stadt <strong>Horb</strong>.Auf derBildercollage ganzobenist<br />

unteranderem derehemalige HGV-Vorsitzende<br />

RichardErgenzinger zu sehen. DieLäufer<br />

darunter bereiten sich aufden Startvor.Beide<br />

Bilder wurdenimRahmendes Stadtfestes im<br />

Juni 1977 geschossen.<br />

DasBildinder Mittezeigt dieEröffnungdes<br />

Stadtfestes1981,das in vierjährigem Rhythmus<br />

ausgetragenwurde.<br />

Im Bild rechts istschließlichder Jahrgang 1951<br />

mitRektorEmilBomm<strong>und</strong> Oberlehrer Ernst<br />

Regenbogen zu sehen, der1966aus der<br />

Hauptschule verabschiedetwurde.<br />

Bilder:Kuball,Stadtarchiv <strong>Horb</strong>


Verlagssonderbeilage | Freitag,31. Dezember 2010<br />

<strong>Horb</strong><br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

25 242Einwohner(gesamt)<br />

5591 Einwohner (Kernstadt)<br />

Stand: 31.10.2010<br />

422Meter ü.d.M. (Rathaus)<br />

Fläche: 11 980 ha (gesamt)<br />

1176ha(Kernstadt)<br />

Wappenbeschreibung<br />

Das Wappen der Stadt <strong>Horb</strong><br />

am Neckar zeigt einenvon<br />

Silber <strong>und</strong> Rot geteilten<br />

Schild; das Wappender<br />

Hohenberger.<br />

Stadtverwaltung<br />

Rathaus<strong>Horb</strong><br />

Bürgerbüro:<br />

Marktplatz 16<br />

Telefon:(07451) 901-221<br />

Telefax: (0 74 51) 901-105<br />

E-Mail:<br />

buergerbuero@horb.de<br />

Oberbürgermeister<br />

Peter Rosenberger<br />

<strong>Horb</strong> <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong> 19<br />

Die Stadtsilhouette von <strong>Horb</strong> mit Stiftskirche <strong>und</strong> Schurkenturm ist eine der schönsten in Deutschland überhaupt. Bilder: Kuball<br />

PittoreskeAltstadt<br />

In <strong>Horb</strong> lässt essich sehr gut leben<br />

<strong>Horb</strong> verfügt über<br />

Wohngebiete mit hoher<br />

Lebensqualität, gute<br />

Einkaufsmöglichkeiten, medizinische<br />

<strong>und</strong> soziale Einrichtungen<br />

für die Region sowie eine<br />

breite Palette von modernen<br />

Bildungseinrichtungen. Als<br />

Standort großer <strong>und</strong> bedeutender<br />

Unternehmen in den Branchen<br />

Metallverarbeitung <strong>und</strong><br />

Maschinenbau hat <strong>Horb</strong> überregionale<br />

Bedeutung erlangt.<br />

Im Industriegebiet »Heiligenfeld«<br />

<strong>und</strong> mehreren Gewerbegebieten<br />

stehen attraktive Gewerbeflächenzur<br />

Verfügung.<br />

Durch die direkte Anbindung<br />

an das Autobahnnetz Stuttgart-Bodensee<br />

(A81) <strong>und</strong> den<br />

Anschlussandas überregionale<br />

Die MaximilianRitterspiele,die alljährlicham<br />

dritten Juni-Wochenendein<strong>Horb</strong>gefeiert<br />

werden, sind eine Reminiszenzandie<br />

Stadtgeschichte.<br />

Schienennetz liegt <strong>Horb</strong> sehr<br />

verkehrsgünstig.<br />

Gerne wird <strong>Horb</strong> auch als<br />

»Tor zum Schwarzwald« bezeichnet.<br />

In der historischen<br />

Altstadt hat die über 900-jährige<br />

Geschichte sichtbare<br />

Spuren hinterlassen. Das malerische<br />

Ambiente der einst<br />

vorderösterreichischen Stadt<br />

bildet den Rahmen für eine<br />

Vielzahl kultureller Höhepunkte<br />

<strong>und</strong> fröhlicher Feste.<br />

Neben einer der schönsten<br />

Stadtsilhouetten <strong>und</strong> dem sehenswerten<br />

mittelalterlichen<br />

Stadtzentrum bietet <strong>Horb</strong> mit<br />

seinen Stadtteilen ein reichhaltiges<br />

Naturerlebnis mit<br />

hervorragenden Freizeit- <strong>und</strong><br />

Sportmöglichkeiten.


20 Ihlingen <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Freitag, 31. Dezember 2010 | Verlagssonderbeilage<br />

Einstkleinste Gemeinde<br />

Ein kurzer historischer Abriss von Ihlingen<br />

Die Herren von Ihlingen treten<br />

erstmals 1181 als Dienstmannen<br />

der Pfalzgrafen von<br />

Tübingen in Erscheinung<br />

<strong>und</strong> besaßen im Ort eine<br />

Burg. Der Ortsadel teilte sich<br />

um dieMitte des13. Jahrh<strong>und</strong>erts<br />

indie Linien Faißt von<br />

Ihlingen, Müller von Mandelberg<br />

<strong>und</strong> Kechler von<br />

Schwandorf. Der Ort kam<br />

durch Heirat von den Faißten<br />

von Ihlingen an die Herren<br />

von Ehingen, die das Dorf<br />

Ihlingen<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

441Einwohner<br />

404Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 140 ha<br />

Wappenbeschreibung<br />

DasWappenvon Ihlingen,<br />

einsteigender nachrechts<br />

gekrümmterblauer Fisch in<br />

Gold mitstacheliger<br />

Rückenflosse erinnertin<br />

unserer Zeitnochandas<br />

Adelsgeschlechtvon<br />

Ihlingen,von demes<br />

übernommenist.<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro:<br />

Mühleplatz 2<br />

Telefon:(07451) 38 24<br />

E-Mail:ihlingen@horb.de<br />

Ortsvorsteher<br />

FranzKeßler<br />

1470 an den <strong>Horb</strong>er Spital<br />

verkauften. Der Spital unterhielt<br />

in Ihlingen eine Mühle,<br />

ein Wohnhaus <strong>und</strong> Stallungen<br />

für das Spitalvieh. 1805<br />

fiel der Spitalflecken an<br />

Württemberg <strong>und</strong> bildete die<br />

kleinste selbstständige Gemeinde<br />

im Königreich. Sie<br />

gehörte seit 1819 zum Oberamt<br />

<strong>und</strong> seit 1938 zum Altkreis<br />

<strong>Horb</strong>. Ihlingen verlor<br />

am 1. September 1971 seine<br />

Selbstständigkeit.<br />

IhlingensletzteSchulklasse<br />

ausdem Jahre1932.<br />

Bild: Ortschaftsverwaltung<br />

Ihlingen<br />

Ein schmucker Flecken<br />

Ihlingen hatinden letztenJahren Ortsbildprägendesrealisiert<br />

In Ihlingensind in den<br />

vergangenen beiden<br />

Jahrzehnten vieleOrtsbild<br />

prägende Projekte<br />

realisiertworden.Die<br />

SÜDWESTPRESSE<br />

sprach mitIhlingens<br />

OrtsvorsteherFranz<br />

Keßler über dasbislang<br />

Erreichte.<br />

»Mit dem Ausbau der Toggenburgstraße<br />

<strong>und</strong> der Erschließung<br />

des Baugebietes<br />

›Kapf‹ wurde das Ortsbild entscheidend<br />

geprägt«, erklärt<br />

Franz Keßler, der seit 1989<br />

Ortsvorsteher Ihlingens ist.<br />

Mit der Verwirklichung des<br />

»Neckarstegs« ging darüber hinaus<br />

gar ein seit Generationen<br />

bestehender Wunsch der Ihlinger<br />

Bürgerinnen <strong>und</strong> Bürger<br />

<strong>und</strong> der angrenzenden Stadtteile<br />

inErfüllung.<br />

Ein weiteres wichtiges Projekt<br />

war der Ausbau zwischen<br />

Ihlingen <strong>und</strong> Rexingen inklusive<br />

der Schaffung eines Geh<strong>und</strong><br />

Radweges sowie der Ausbau<br />

der Ulrich-Faißt-Straße in<br />

Ihlingen. Ebenfalls in die Ägide<br />

Keßlers fällt der Ausbau des<br />

örtlichen Wasserwerks zum<br />

Wasserwerkmuseum.<br />

Das Zentrum Ihlingens bilden<br />

die Jakobuskirche sowie<br />

das Gemeindezentrum »Mühle«,<br />

dienoch bis Endeder 1950er<br />

Jahre inBetrieb war <strong>und</strong> in<br />

Die Jakobuskirche<br />

in<br />

Ihlingen.<br />

Bilder:Kuball<br />

Die Mühle ist<br />

das<br />

Gemeindehaus<br />

vonIhlingen<br />

<strong>und</strong>Sitzder<br />

Ortschaftsverwaltung.<br />

der <strong>heute</strong> viele örtliche Veranstaltungen<br />

stattfinden.<br />

Die frühgotische Jakobuskirche<br />

war ursprünglich die Mutterkirche<br />

von <strong>Horb</strong>.1972 wurde<br />

sie –als Filialgemeinde –eine<br />

Tochter von Heilig Kreuz in<br />

<strong>Horb</strong>.<br />

Im 1996 erschlossenen Baugebiet<br />

»Kapf« sind noch vier<br />

Plätze zu erwerben. Die Ihlinger<br />

Kinder gehen in den Kindergarten<br />

<strong>und</strong> in die Gr<strong>und</strong>schule<br />

nach Rexingen.<br />

»Einige Handwerksbetriebe<br />

sind in Ihlingen ansässig«, konstatiert<br />

Keßler. Ansonsten ist<br />

Ihlingen eine reine Wohngemeinde.<br />

Aufgr<strong>und</strong> der Nähe zu<br />

<strong>Horb</strong> rentiert sich in der ehemals<br />

kleinsten württembergischenGemeindekeinLaden.<br />

Wirhaben<br />

alleserreicht.<br />

„FranzKeßler<br />

Ortsvorstehervon Ihlingen<br />

Mit der Ortsgruppe Ihlingen-Rexingen<br />

des Deutschen<br />

Roten Kreuzes ist noch ein Verein<br />

im Ort aktiv. Ein Höhepunkt<br />

in der Ortshistorie war<br />

sicherlich das Mini-Rock-Festival,<br />

das vergangenes Jahr in Ihlingen<br />

gastierte.<br />

»Die Parkmöglichkeiten vor<br />

dem Mühleplatz müssen wir<br />

noch angehen«, erläutert der<br />

Ihlinger Ortsvorsteher. »Ansonsten<br />

haben wir alles erreicht.«


Telefon (0 74 86) 96 38 64 ■ <strong>Horb</strong>-Altheim ■ www.fliesen-brecht.de<br />

Seitüber50Jahren!<br />

Werner Pfister<br />

Tiefbau <strong>und</strong><br />

Baggerbetrieb<br />

Spielstraße 10<br />

<strong>Horb</strong>-Mühringen<br />

Tel. 07483/589<br />

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22 Isenburg <strong>damals</strong> <strong>und</strong><strong>heute</strong><br />

Freitag, 31. Dezember 2010 | Verlagssonderbeilage<br />

ZweigeteilterStadtteil<br />

Ein kurzer historischer Abriss von Isenburg<br />

Der zweigeteilte Stadtteil<br />

Isenburg verdankt seinen Namen<br />

einem Edelfreiengeschlecht.<br />

Die Herren von<br />

Isenburg erschienen im 12.<br />

Jahrh<strong>und</strong>ert im Gefolge der<br />

Pfalzgrafen von Tübingen.<br />

Beim Übergang der Grafschaft<br />

Hohenberg an Österreich<br />

wurde die Feste Isenburg,<br />

die im Pfandbesitz der<br />

<strong>Horb</strong>er Familie Pfuser war,<br />

1381 ausdrücklich erwähnt.<br />

Weitere Besitzer waren die<br />

Herren von Neuneck <strong>und</strong> von<br />

Ow. Über die Herren von<br />

Weitingen kam die Herrschaft<br />

als österreichisches<br />

Mannlehen 1494 an die Herren<br />

von Habsberg <strong>und</strong> nach<br />

deren Aussterben 1598 an die<br />

Wendler von Pregenroth.<br />

1644 erwarb der kaiserliche<br />

Isenburg<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

355Einwohner<br />

417-530Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 222 ha<br />

Wappenbeschreibung<br />

In Silber drei(2:1) blaue<br />

Hufeisen. »Redendes«<br />

Ortswappen in frei<br />

ergänzten Farben.<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro:<br />

Talblick 2<br />

Telefon:(07451) 20 60<br />

E-Mail:isenburg@horb.de<br />

Ortsvorsteher<br />

JürgenGrassinger<br />

Obrist Adam Heinrich Keller<br />

von Schleitheim die Herrschaft<br />

Isenburg samt dem<br />

Dorf Nordstetten <strong>und</strong> dem<br />

Buchhof. Dessen Nachfahren<br />

verkauften 1819 das herrschaftliche<br />

Gut, zu dem im<br />

Isenburger Tal aber nur noch<br />

das Ruinenareal <strong>und</strong> der<br />

Wald Vogelsberg gehörten.<br />

Isenburg bildete erst nach<br />

dem Übergang andas Königreich<br />

Württemberg 1806 eine<br />

selbstständige politische Gemeinde,<br />

die dem Oberamt<br />

<strong>und</strong> später dem Altkreis <strong>Horb</strong><br />

zugehörig war. 1833 erhielt<br />

Isenburg schließlich durch<br />

Abtrennung von Nordstetten<br />

eine eigene bescheidene<br />

Markung. Die kleine Gemeinde<br />

verlor am 1. Juli 1971 ihre<br />

Selbstständigkeit.<br />

Isenburg lebt vom bürgerschaftlichen Engagement<br />

DasinzweiTeile gegliederte<br />

Isenburgist der<br />

kleinste <strong>Horb</strong>er Stadtteil.Die<br />

SÜDWESTPRES-<br />

SE sprach mitIsenburgs<br />

OrtsvorsteherJürgen<br />

Grassinger über Gegenwart<br />

<strong>und</strong>Zukunft der<br />

idyllischengelegenen<br />

Wohngemeinde.<br />

»Isenburg ist vorwiegend eine<br />

Wohngemeinde mit viel<br />

Erholungswert«, erklärt Isenburgs<br />

Ortsvorsteher Jürgen<br />

Grassinger. »Außer dem Gasthof<br />

Waldeck bietet unser Ort<br />

keine Infrastruktur.« Lediglich<br />

diverse Verkaufsfahrzeuge,<br />

DerBau derTälestraßezuden HöfeninIsenburg im Jahr 1932. Bild: Ortsverwaltung Isenburg<br />

Klein abersehrfein<br />

unter anderem ein Bäckerwagen,<br />

beliefern Isenburg.<br />

Das 1888 erbaute Schul<strong>und</strong><br />

Rathaus dient <strong>heute</strong> verschiedenen<br />

Gruppierungen<br />

<strong>und</strong> der Ortschaftsverwaltung<br />

als Zuhause. Im geschmackvoll<br />

eingerichteten Schulsaal<br />

werden Veranstaltungen aller<br />

Art gefeiert.<br />

Vereine gibt es keine mehr<br />

in Isenburg. Mit dem Gesangverein<br />

löst sich der letzte aus<br />

Mangel an Nachwuchs auf.<br />

Mit den Strick- <strong>und</strong> Turnerfrauen<br />

sowie der historischen<br />

Feuerwehr –eine lose Zusammenkunft<br />

von ehemaligen<br />

Floriansjüngern <strong>und</strong> interessierten<br />

BürgerInnen, die sich<br />

mit Mitgliedern vom Ortschaftsrat<br />

bei der Pflege der<br />

örtlichen Anlagen <strong>und</strong> ver-<br />

Die St.<br />

Stephanus-<br />

Kirche istdas<br />

Verbindungsglied<br />

der<br />

beiden<br />

Ortsteile<br />

Isenburgs.<br />

Bilder: Kuball<br />

Das Waldeck<br />

im Isenburger<br />

Tal.<br />

schiedenen Projekten einbringen<br />

–gibt es aber durchaus<br />

Gruppierungen im Ort,<br />

die aktiv sind.<br />

Die Kindergartenkinder des<br />

Ortes gehen derzeit nach<br />

Nordstetten beziehungsweise<br />

auf den Hohenberg.<br />

Die St. Stephanus-Kirche ist<br />

die Verbindung zwischen den<br />

Isenburger Höfen <strong>und</strong> dem<br />

Tal. »Insgesamt ist ein Großteil<br />

unserer Gemarkungsfläche<br />

als Landschaftsschutzgebiet<br />

ausgewiesen, was Probleme<br />

in der Entwicklung mit<br />

sich bringt«, konstatiert Grassinger.<br />

Die derzeitigen Projekte<br />

sind das Anlegen eines Bolzplatzes<br />

auf den »Höfen« sowie<br />

die Dorfplatzerneuerung im<br />

Tal. »Beides ist nur durch sehr<br />

Hier zu leben<br />

ist ein Traum.<br />

„Jürgen Grassinger<br />

Ortsvorstehervon Isenburg<br />

viel bürgerschaftliches Engagement<br />

möglich«, lobt der<br />

Ortsvorsteher seine Isenburger.<br />

Mittelfristig möchte<br />

der Isenburger Ortschaftsrat<br />

eine EU-Verordnung umsetzen<br />

<strong>und</strong> den verdohlten Isenburger<br />

Bach wieder freilegen<br />

<strong>und</strong> renaturieren.<br />

»Da wir in Isenburg keine<br />

Vereine mehr haben, sind ein<br />

funktionierender Ortschaftsrat<br />

<strong>und</strong> eine tatkräftige Bürgerschaft<br />

um so wichtiger«,<br />

meint Grassinger.


Verlagssonderbeilage | Freitag,31. Dezember 2010<br />

Evangelische Enklave<br />

Ein kurzer historischer Abriss von Mühlen<br />

Auf dem Kapf nordöstlich<br />

von Mühlens Kern sowie im<br />

Haugenloch etwa zwei Kilometer<br />

westlich befinden sich<br />

jungsteinzeitliche Lagerplätze.<br />

AmFuße des Kapfs wurden<br />

außerdem alemannische<br />

Reihengräber entdeckt.<br />

Der Ort amNeckar hieß im<br />

Jahr 1075 Mulin, etwas später<br />

Muelan; entsprechend den<br />

im Ort befindlichen Mühlen.<br />

Im 11. <strong>und</strong> 12. Jahrh<strong>und</strong>ert<br />

lässt sich ein Ortsadel nachweisen,<br />

später war Mühlen in<br />

neuneckschem Besitz.<br />

Die Reformation wurde<br />

1561 durchgeführt. Mühlen<br />

gehörte nicht, wie die meisten<br />

Nachbarorte, zu Vorderösterreich<br />

<strong>und</strong> war daher<br />

nichtkatholisch.<br />

Im 18. Jahrh<strong>und</strong>ert war<br />

dann Freiherr von Münch<br />

Mühlen<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

1030 Einwohner<br />

375-520Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 496 Hektar<br />

Wappenbeschreibung<br />

5-speichiges,<br />

10-schaufeligesgoldenes<br />

Mühlrad auf rotem Gr<strong>und</strong><br />

(»Redendes« Wappen)<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro<br />

Rathausstraße 22<br />

Telefon:(07451) 24 05<br />

Fax: (0 74 51) 62 14 68<br />

E-Mail:muehlen@horb.de<br />

Ortsvorsteher<br />

Jochen Renk<br />

Herr des Ortes. 1796 hatte<br />

Mühlen unter dem Franzosendurchmarsch<br />

zu leiden.<br />

1807 brannte das Schloss nieder.<br />

1913 verheerte ein Wirbelsturm<br />

den Ort <strong>und</strong> die<br />

umliegenden Waldungen. In<br />

Mühlen gab es früher eine jüdische<br />

Gemeinde, von der<br />

<strong>heute</strong> noch ein Judenfriedhof<br />

in einem Hain vor der LandsiedlungZeugnis<br />

ablegt.<br />

Von <strong>Horb</strong> her kommend<br />

liegt auf der rechten Neckarseite<br />

das ehemalige Rittergut<br />

Egelstal. Heute ist der Hof im<br />

Besitz derFamilie Korherr.<br />

Mühlen kam 1805 unter<br />

württembergische Herrschaft,<br />

gehörte zunächst zum<br />

Oberamt <strong>und</strong> später zum Altkreis<br />

<strong>Horb</strong>. Der Ort verlor am<br />

1. Januar 1975 seine Selbstständigkeit.<br />

Der <strong>Horb</strong>er Stadtteil Mühlen<br />

ist <strong>heute</strong> vorwiegend eine Arbeiterwohnsiedlung,<br />

in dem<br />

sich vor allem einige Metall<br />

verarbeitende Firmen <strong>und</strong><br />

Handwerksbetriebe mittlerer<br />

Größeangesiedelthaben.<br />

Auch wenn es aufgr<strong>und</strong> der<br />

räumlichen Nähe zu<strong>Horb</strong> keine<br />

Ladengeschäfte im Ort<br />

selbst mehr gibt, ist die öffentliche<br />

Infrastruktur für einen<br />

Ort inder Größenordnung zufriedenstellend.<br />

DieMühlener Kinder gehen in<br />

den Kindergarten »Krümelburg«<br />

<strong>und</strong> besuchen anschließend die<br />

örtliche Gr<strong>und</strong>schule. In ihrer<br />

Freizeit können sich die Kleinen<br />

auf den Kinderspielplätzen »Im<br />

Brühl« <strong>und</strong> »Schelmenwasen«<br />

dieZeitkurzweilig vertreiben.<br />

Das Gemeindehaus Mühlen<br />

erfuhr heuer eine Innensanierung.<br />

Neben dem Rathaus ist<br />

das Gerätehaus der Freiwilligen<br />

Feuerwehr beheimatet, die, so<br />

Renk, auch viele Arbeiten für die<br />

Ortschaft übernehme. Darüber<br />

Mühlen <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong> 23<br />

RechtguteInfrastruktur<br />

Mühlen istein intakterOrt miteinem regen Vereinsleben<br />

Mühlen liegt in einem<br />

der schönstenAbschnitte<br />

desNeckartals. Die<br />

SÜDWESTPRESSE<br />

sprach mitMühlens<br />

OrtsvorsteherJochen<br />

Renk über dieaktuelle<br />

Situation<strong>und</strong> die weitere<br />

Entwicklung des idyllischgelegenen<br />

Ortes.<br />

Die<br />

evangelische<br />

Kirche in<br />

Mühlen.<br />

Bilder:Kuball<br />

Dieses Bild<br />

zeigt eine<br />

typische<br />

Ansicht von<br />

Mühlen.<br />

hinaus ist Mühlen Bahnhaltepunktder<br />

DeutschenBahn.<br />

Ein Neubaugebiet existiert<br />

nicht in Mühlen.»In den vergangenen<br />

Jahren ist esuns gelungen,ein<br />

Ausblutendes Ortskerns<br />

zu verhindern <strong>und</strong> den Generationenwechsel<br />

zuschaffen«, erklärtMühlens<br />

Ortsvorsteher.<br />

Ein auch für viele Durchreisende<br />

sichtbares Projekt ist die<br />

Dorfverschönerung mit Blumenampelnentlang<br />

des Neckars<br />

im Jahr 2009 gewesen. Dieses<br />

Jahr wurde von der Mühlener<br />

Vereinsgemeinschaft ein sichererZugangzuden<br />

Schultoiletten<br />

geschaffen.<br />

In den Jahren bis 2012 sollen<br />

die in die Jahre gekommenen<br />

Straßenlaternen in der Tunnelsteige<br />

<strong>und</strong> in der Landsied-<br />

DieseAufnahmestammtaus<br />

demJahr1991,sie wurdebei<br />

der Einweihung des<br />

Feuerwehr-Gerätehauses im<br />

OrtszentrumMühlens gemacht.<br />

Bild:<br />

Ortschaftsverwaltung Mühlen<br />

„ Wichtigsind<br />

unsder<br />

Erhalt des<br />

Vorhandenen <strong>und</strong><br />

diesinnvolle <strong>und</strong><br />

maßvolle<br />

Ergänzung dessen.<br />

JochenRenk<br />

Ortsvorstehervon Mühlen<br />

lung/Egelstaler Wegausgetauscht<br />

werden.»Am Herzenliegt unsdie<br />

Sanierung des 50 Jahre alten<br />

Schulhauses, die inden nächsten<br />

Jahren angegangen werden sollte«,<br />

verdeutlichtRenk.


24 Mühringen <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Freitag, 31. Dezember 2010 | Verlagssonderbeilage<br />

Wechselvolle Geschichte<br />

Ein kurzer historischer Abriss von Mühringen<br />

Als Ortsherrschaft trat vom<br />

11. bis zum 14. Jahrh<strong>und</strong>ert<br />

der Mühringer Ortsadel in<br />

Erscheinung. Darauf folgten<br />

1360 die Ritter der Familie<br />

Salzfaß, 1383 die Herren von<br />

Weitingen, 1508 Heinrich<br />

von Zimmern, 1516 die Familie<br />

Widmann von Mühringen,<br />

1606 der Augsburgische<br />

Rat von Westernach,<br />

1618 der Deutsche Orden,<br />

1652 der Generalfeldzeugmeister<br />

von Holtz, 1695 der<br />

Markgraf von Brandenburg<br />

<strong>und</strong> 1698 die Augsburger Patrizierfamilien<br />

Koch <strong>und</strong><br />

Rauner. Durch Heirat kamen<br />

Schloss <strong>und</strong> Dorf im<br />

18. Jahrh<strong>und</strong>ert an die Freiherren<br />

von Münch, die das<br />

Schloss 1857 in neugotischem<br />

Stil umbauen ließen.<br />

1805 wurde Mühringen<br />

württembergisch. Das Dorf<br />

gehörte zunächst zum Oberamt<br />

<strong>und</strong> später zum Altkreis<br />

<strong>Horb</strong>. Der Ort verlor am 1.<br />

Dezember 1971 seine<br />

Selbstständigkeit.<br />

DieBelegschaft derMühringer KleiderfabrikNagel,in<br />

derviele Mühringerinnen<strong>und</strong> Mühringerarbeiteten,bei einem<br />

Betriebsausflug, vermutlichinden 1960er Jahren.<br />

Archivbild:OrtschaftsverwaltungMühringen<br />

Mühringen<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

977Einwohner<br />

401Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 493 Hektar<br />

Wappenbeschreibung<br />

In Rotzweischräg<br />

gekreuzte, golden<br />

brennende schwarze<br />

Fackeln. Figuren ausdem<br />

Schultheißensiegeldes 19.<br />

Jahrh<strong>und</strong>erts<br />

übernommen.<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro<br />

Spielstraße 6<br />

Telefon:(07483) 91073<br />

Fax: (0 74 83) 91074<br />

E-Mail:<br />

muehringen@horb.de<br />

Ortsvorsteherin<br />

Monika Fuhl<br />

Eine lebendigeOrtschaft<br />

In Mühringen werden viele Projekte entwickelt<strong>und</strong> realisiert<br />

Im knapp1000Einwohnerzählenden<br />

<strong>Horb</strong>er<br />

Stadtteil Mühringentut<br />

sichderzeit vieles.Die<br />

SÜDWESTPRESSE<br />

sprach mitMühringens<br />

OrtsvorsteherinMonika<br />

Fuhl über diederzeitigen<strong>und</strong>künftigenProjekteimOrt.<br />

»Mühringen besaß früher<br />

viele wohnortnahe Arbeitsplätze«,<br />

erinnert sich Monika Fuhl,<br />

die Ortsvorsteherin von Mühringen.<br />

Firmen wie das Bekleidungsunternehmen<br />

Nagel, die<br />

Sprudelfabriken Dehner <strong>und</strong><br />

Ohngemach oder die Firma Bader<br />

stellten viele Arbeitsplätze<br />

für die örtliche Bevölkerung<br />

bereit. Darüber hinaus war<br />

Mühringen in früheren Zeiten<br />

ein bekannter Kurort, der auch<br />

mit zahlreichen Gastronomiebetriebenaufwartete.<br />

Heute zeigt sich Mühringen<br />

zumindest inden Gr<strong>und</strong>zügen<br />

gut aufgestellt. Die Kleinsten<br />

gehen in den städtischen Kindergarten,<br />

die Gr<strong>und</strong>schüler<br />

besuchen die Nordstetter Berthold-Auerbach-Gr<strong>und</strong>schule.<br />

Arzt <strong>und</strong> Zahnarzt sind in<br />

Mühringen ansässig, ein kleiner<br />

Laden sorgt für den Gr<strong>und</strong>bedarf.<br />

Seit 6. Juli bereichert<br />

zudem ein Wochenmarkt am<br />

Dorfplatz die Einkaufsmöglichkeiten<br />

inMühringen. Erbietet,<br />

so die Mühringer Ortsvorsteherin,<br />

Gemüse, italienische Spezialitäten,<br />

Blumen, Bio-Kost sowie<br />

vielleicht inBälde auch ab<br />

<strong>und</strong> zuFleisch- <strong>und</strong> Wurstwaren<br />

an. »Wir organisieren den<br />

Wochenmarkt ein Jahr zur Probe«,<br />

erklärt Fuhl, »<strong>und</strong> entscheiden<br />

dann weiter.«<br />

In Mühringen sind im Gegensatz<br />

zu früher keine große Fabriken<br />

mehr ansässig, aber durch-<br />

Das Schloss ist<br />

das Wahrzeichenvon<br />

Mühringen.<br />

Bilder:Kuball<br />

Die St.<br />

Gallus-Kirche<br />

wurde heuer<br />

300 Jahrealt.<br />

aus eine stattliche Anzahl an<br />

Dienstleistern <strong>und</strong> Handwerksbetrieben.<br />

Das Gewerbegebiet<br />

Hohenmühringen verfügt noch<br />

über freie Plätze. »Wünschenswert<br />

wäre es nach wie vor, wenn<br />

das Gewerbegebiet <strong>und</strong> der geplante<br />

Autohof an die Autobahn<br />

angeb<strong>und</strong>en werden würden«,<br />

meint Fuhl. Oberste Priorität in<br />

Mühringen hat deshalb der Ausbauder<br />

Ortsdurchfahrt.<br />

Ein aktuelles Neubaugebiet<br />

existiert derzeit nicht im idyllisch<br />

gelegenen Ort. Die Dorfmitte<br />

soll jedoch, so der<br />

Wunsch, mittelfristig inein Sanierungsprogrammaufgenommen<br />

werden, um ein Ausbluten<br />

zu verhindern.<br />

Sehr zufrieden istdie Mühringer<br />

Ortsvorsteherin mit dem regen<br />

Vereinsleben. »Wir wollen<br />

künftig größere Aktivitäten auch<br />

gemeinsam schultern <strong>und</strong> vielleicht<br />

auch wieder ein Dorffest<br />

feiern«, schwebt der agilen Ortsvorsteherin<br />

vor.<br />

„ Mühringen<br />

ist eine sehr<br />

aktive Ortschaft.<br />

Monika Fuhl<br />

Ortsvorsteherinvon Mühringen<br />

Sie möchte in der Zukunft<br />

auch das touristische Potenzial<br />

Mühringens besser nutzen.<br />

»Mühringen besitzt mit der Eyach<br />

oder den Sprudelquellen<br />

seit jeher attraktive Gegebenheiten<br />

r<strong>und</strong> um das Element<br />

›Wasser‹, die man für den Tourismus<br />

nutzen könnte«, meint<br />

Fuhl. Auch dieWiederbelebung<br />

der Mühringer Bahnhaltestelle<br />

im Zuge der 3-Löwen-Takt<br />

Radexpress-Züge zielt indiese<br />

Richtung. Diese <strong>und</strong> andere<br />

Ideen der Ortschaftsverwaltung<br />

Mühringen waren im Übrigen<br />

auch Gegenstand der<br />

Bürgerversammlung am9.Juli<br />

dieses Jahres.


Verlagssonderbeilage | Freitag,31. Dezember 2010<br />

Schlossals Wahrzeichen<br />

Ein kurzer historischer Abriss von Nordstetten<br />

In Nordstetten finden sich<br />

Reste der römischen Besatzungszeit.<br />

Im 13. Jahrh<strong>und</strong>ert gehörte<br />

das vor 797 erwähnte Dorf zusammen<br />

mitdem Buchhof zur<br />

Herrschaft Isenburg. Nach<br />

dem Verfall der Feste Isenburg<br />

wurde der Herrschaftssitz um<br />

1530 nach Nordstetten verlegt.<br />

1644 wurde das Rittergut<br />

Nordstetten unter Vorbehalt<br />

der österreichischen Obrigkeit<br />

als Eigentum anAdam Heinrich<br />

Keller von Schleitheim<br />

verkauft. An Stelle des Vorgängerbaus<br />

errichtete Johann Karl<br />

Heinrich Keller von Schleitheim<br />

1739/40 mit dem Nordstetter<br />

Schloss den einzigen<br />

barocken Profanbau am oberen<br />

Neckar. Das Schlossgut<br />

wurde 1819 an den Freiherren<br />

Nordstetten<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

2428 Einwohner<br />

484-524Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 784 ha<br />

Wappenbeschreibung<br />

In silbernem Hintergr<strong>und</strong><br />

stehender roterStier.<br />

Wappen der Pfuser von<br />

Nordstetten.<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro<br />

Ritterschaftsstraße 4<br />

Telefon:(07451) 22 74<br />

Fax: (0 74 51) 51379<br />

E-Mail:<br />

nordstetten@horb.de<br />

Ortsvorsteherin<br />

Edith Barth<br />

von Münch verkauft, der es<br />

1831 an den Freiherren von<br />

Linden weiter veräußerte.1854<br />

erwarb der Revierförster Fischer<br />

von Weikersthal den<br />

Gutsbesitz, der samt Schloss<br />

1858 durch Kauf an die Gemeinde<br />

ging.<br />

Nordstetten gehörte seit<br />

1807 zum Oberamt <strong>und</strong> seit<br />

1938 zum Altkreis <strong>Horb</strong>. Das<br />

Dorf verlor am 1. September<br />

1971seine Selbstständigkeit.<br />

In Nordstetten bestand früher<br />

eine größere israelitische<br />

Gemeinde mit eigener Schule,<br />

Synagoge <strong>und</strong> jüdischem<br />

Friedhof. Neben dem Dichter<br />

Berthold Auerbach stammt<br />

auch Lorenz Bock aus Nordstetten,<br />

der von 1946 bis 1948<br />

Staatspräsident von Südwürttemberg-Hohenzollern<br />

war.<br />

Nordstetten <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong> 25<br />

DieseAufnahmestammt ausden 1980erJahren.Sie zeigteineHockete aufdem Schlossplatzin<br />

Nordstetten. Archivbild:Kuball<br />

Sehr hohe Wohnqualität<br />

Nordstetten besitzt eine sehr gute öffentliche Infrastruktur<br />

In Nordstetten lässtes<br />

sichgut wohnen, leben<br />

<strong>und</strong>einkaufen.Die SÜD-<br />

WEST PRESSE sprach mit<br />

Nordstettens Ortsvorsteherin<br />

Edith Barth<br />

über diemomentane SituationimOrt<br />

<strong>und</strong>seine<br />

zukünftigeEntwicklung.<br />

»In Nordstetten ist alles für<br />

den täglichen Bedarf Notwendige<br />

vorhanden«, erklärt Edith<br />

Barth, die Ortsvorsteherin von<br />

Nordstetten. Ob Bäcker, Metzger,<br />

Kreditinstitut, Post oder Papierladen<br />

–in Nordstetten ist alles<br />

fußläufig erreichbar. R<strong>und</strong> 30<br />

Firmen, die meisten aus dem<br />

Handwerk <strong>und</strong> dem Dienstleistungsbereich,<br />

tragen ihren Teil<br />

dazu bei. Seit fünf Jahren bereichertzudem<br />

der jeden Donnerstag<br />

stattfindende Wochenmarkt<br />

mit seinen Frischeprodukten<br />

dasörtliche Angebotsspektrum.<br />

Zur sehr guten öffentlichen<br />

Infrastruktur zählen darüber hinaus<br />

die zwei Kindergärten mit<br />

großzügigen Betreuungsangeboten<br />

sowie die Berthold-Auerbach-Gr<strong>und</strong>schule.<br />

Nordstetten ist eine attraktive<br />

Wohngemeinde, was natürlich<br />

nicht zuletzt auf die hervorragende<br />

Verkehrsanbindung zurückzuführen<br />

ist. »Nordstetten<br />

hat sich seit der Eingemeindung<br />

fast verdoppelt«, verdeutlicht<br />

Barth. Zählte der Ort 1971 r<strong>und</strong><br />

1300 Einwohner, kommt er <strong>heute</strong><br />

fast auf das Doppelte. Der<br />

<strong>Horb</strong>er Stadtteil bekommt nach<br />

wie vor immer wieder Anfragen<br />

wegen Bauplätzen. »Wünschenswert<br />

wäre deshalb ein<br />

Das<br />

Nordstetter<br />

Schloss istein<br />

barocker<br />

Profanbau.<br />

Bilder:Kuball<br />

Die<br />

Wallfahrtskapelle<br />

Taberwasen<br />

lässtsichauf<br />

römischen<br />

Ursprung<br />

zurückführen.<br />

kleines Wohnbaugebiet«, meint<br />

dieNordstetterOrtsvorsteherin.<br />

Darüber hinaus sollen die<br />

Baulücken im Ortskern geschlossen<br />

werden. Die Ortschaftsverwaltung<br />

beantragte<br />

die Aufnahme der Dorfmitte in<br />

das Landessanierungsprogramm.<br />

Im Zuge dessen soll<br />

auch über die weitere Nutzung<br />

der ehemaligen Moste im<br />

Schloss nachgedacht werden.<br />

Nicht von der Agenda verschw<strong>und</strong>en<br />

ist nach wie vor<br />

auch das Thema »Betreutes<br />

Wohnen«. »Allein auf Gr<strong>und</strong> des<br />

demografischen Wandels muss<br />

sich hier etwas tun«, konstatiert<br />

Barth.<br />

Das nächste Großprojekt in<br />

Nordstetten wird der Ausbau<br />

der Ritterschaftsstraße. »Wir<br />

warten auf den Zuschussantrag<br />

vom Regierungspräsidium«, erklärt<br />

Barth den derzeitigen<br />

„ Nordstetten<br />

will im Trend<br />

bleiben.<br />

EdithBarth<br />

Ortsvorsteherin vonNordstetten<br />

Stand. 344 000 Euro Eigenanteil<br />

sind trotzdem zu stemmen. Zudem<br />

baut im nächsten Jahr ein<br />

privater Investor das denkmalgeschützte<br />

»Alte Schulhaus« in<br />

der Hauptstraße im Ortskern<br />

mitneunWohneinheiten um.<br />

»Insgesamt ist Nordstetten<br />

sehr gut aufgestellt«, resümiert<br />

die Nordstetter Ortsvorsteherin.<br />

»Wir haben eine sehr gute<br />

Wohn- <strong>und</strong> Lebensqualität, zu<br />

derauch die 16Vereine <strong>und</strong> die<br />

vielen ehrenamtlichen Helferinnen<br />

<strong>und</strong> Helfer ihren Teil<br />

beitragen.«


26 Rexingen <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong><br />

Freitag, 31. Dezember 2010 | Verlagssonderbeilage<br />

Johanniterkommende<br />

Ein kurzer historischer Abriss von Rexingen<br />

In Rexingen ist für das 12.<br />

Jahrh<strong>und</strong>ert ein Ortsadel bezeugt.<br />

Bereits 1275 besaßen<br />

die Johanniter das Patronatsrecht<br />

derPfarrkirche. 1290 erwarb<br />

der Ritterorden die Vogtei<br />

<strong>und</strong> das Gericht in Rexingen<br />

von dem <strong>Horb</strong>er Schultheißen<br />

Dietrich Böcklin mit<br />

der Zustimmung der pfalzgräflichen<br />

Lehensherren. Die<br />

Johanniterkommende stand<br />

bei voller Landesherrlichkeit<br />

unter österreichischem<br />

Rexingen<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

1290 Einwohner<br />

478Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 716 ha<br />

Wappenbeschreibung<br />

In Rotsilbernes<br />

Johanniterkreuz, Wappen<br />

desJohanniterordens,dem<br />

Rexingen gehörte.Das<br />

Johanniterkreuzwurde<br />

zunächst nurals Stempelbild,<br />

spätestens seit 1934 aber<br />

auch im Wappen geführt.<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro:<br />

Freudenstädter Straße 52<br />

Telefon:(07451) 24 32<br />

Fax: (0 74 51) 62 41 85<br />

E-Mail:rexingen@horb.de<br />

Ortsvorsteherin<br />

Birgit Sayer<br />

Schirm <strong>und</strong> kam mit Napoleons<br />

Tagesbefehl vom 19. Dezember<br />

1805 an den König<br />

von Württemberg, der die<br />

Liegenschaften der Johanniter<br />

dann zum königlichen<br />

Kammergut bestimmte, das<br />

nach <strong>und</strong> nach vom Kameralamt<br />

<strong>Horb</strong> versteigert wurde.<br />

Das Dorf gehörte zunächst<br />

zum Oberamt <strong>und</strong> später<br />

zum Altkreis <strong>Horb</strong>. Rexingen<br />

verlor am 1. Juli 1971 seine<br />

Selbstständigkeit.<br />

Traumhafte Aussicht<br />

Rexingen weist eine gute öffentliche Infrastruktur auf<br />

»Die Topografie in Rexingen<br />

hatVor-<strong>und</strong><br />

Nachteile«,meint Rexingens<br />

Ortsvorsteherin<br />

BirgitSayer,mit der die<br />

SÜDWESTPRESSEüber<br />

dieaktuelle Situationim<br />

Ortsprach.»EinPluspunkt<br />

istsicherdie<br />

traumhafte Aussicht.«<br />

Rexingen besitzt eine gute öffentliche<br />

Infrastruktur. Die<br />

Jüngsten besuchen den dreigruppigen<br />

Kindergarten, der bereits<br />

für einjährige Betreuungsangebote<br />

eingerichtet hat. Danach<br />

können die Kinder die örtliche<br />

Gr<strong>und</strong>schule besuchen.<br />

Die Werkrealschüler gehen nach<br />

Altheim.<br />

Im <strong>Horb</strong>er Stadtteil Rexingen<br />

–indem die Synagoge <strong>und</strong> der<br />

Judenfriedhof von einer langen<br />

jüdischen Tradition zeugen –ist<br />

alles für den täglichen Bedarf<br />

Notwendige vorhanden: Bäcker,<br />

Metzger, Lebensmittelsortiment.<br />

Traditionsreiche Gastronomiebetriebe<br />

laden zur Einkehr ein.<br />

Die Johanniterhalle eignet sich<br />

hervorragend für Festlichkeiten<br />

<strong>und</strong>Sport.<br />

»Das kulturelle Zentrum Rexingens<br />

ist die Synagoge, in der<br />

der Förderverein Synagoge auch<br />

überregional bedeutende Veranstaltungen<br />

organisiert«, erklärt<br />

Rexingens Ortsvorsteherin Birgit<br />

Sayer.<br />

Was das geplante Baugebiet<br />

»Am Schöllerrain« anbelangt,<br />

hängt die Teilerschließung derzeit<br />

noch von der Nachfrage ab.<br />

»Bei Bedarf werden vier Plätze<br />

erschlossen«, meint Sayer. Eine<br />

Die Synagoge<br />

in Rexingen<br />

zeugtvon<br />

einerlangen<br />

jüdischen<br />

Tradition.<br />

Bilder:Kuball<br />

Rexingen<br />

besticht durch<br />

seineLage mit<br />

traumhafter<br />

Aussicht.Für<br />

die»freie<br />

Sicht« aufden<br />

Ortsorgt die<br />

Weidegemeinschaft<br />

Rexingen.<br />

Option auf weitere vier Gr<strong>und</strong>stückebesteht<br />

darüberhinaus.<br />

Dasselbe gilt auch für das Betreute<br />

Wohnen-Projekt »Bei der<br />

Kirche«. Wenn der Bedarf da ist,<br />

realisiert der Investor die neun<br />

Wohneinheiten in verschiedenenGrößenordnungen.<br />

In Relation zu der Ortsgröße<br />

hat Rexingen nicht wenige Firmen.<br />

Im Mischgebiet »Am Kinkelering«habensichzweiBetriebe<br />

niedergelassen; für weitere<br />

Ansiedlungen gibt es noch<br />

Gr<strong>und</strong>stücke.<br />

Derzeit wird der Jugendraum<br />

im Gr<strong>und</strong>schulgebäude saniert.<br />

»Die BürgerInnen haben sich<br />

hervorragend eingebracht,<br />

durch Eigenleistungen <strong>und</strong><br />

Spenden«,lobtdie Ortsvorsteherin.<br />

Weitere Projekte, die angegangen<br />

werden sollen, sind die<br />

Verbesserung der Energetik im<br />

Rathaus durch neue Fenster, die<br />

DieStammkapelledes<br />

Musikvereins<br />

Rexingen im<br />

Jahr 1985.<br />

Bild:<br />

Musikverein<br />

Rexingen<br />

„ Die<br />

Stimmung<br />

im Ortist positiv.<br />

Birgit Sayer<br />

Ortsvorsteherinvon Rexingen<br />

Sanierung der Allmendhütte<br />

<strong>und</strong> die Gestaltung des Platzes<br />

davor in Zusammenarbeit mit<br />

dem Förderverein Landschaftspflege,<br />

die Sanierung des Platzes<br />

vor dem Feuerwehr-Gerätehaus<br />

sowie die Brunnenplatzgestaltung<br />

im Osterhaldeweg. Mittelfristig<br />

steht der weitere Ausbau<br />

derK4779 an.<br />

»Insgesamt bin ich mit der Situation<br />

imOrt zufrieden«, resümiert<br />

Sayer. »Die Vereine sind<br />

sehr aktiv <strong>und</strong> man hilft sich gegenseitig,<br />

was dem Ort insgesamt<br />

zugute kommt.«


Verlagssonderbeilage | Freitag,31. Dezember 2010<br />

Seit 2004 wieder einOrt<br />

Ein kurzer historischer Abriss von Talheim<br />

Schon lange bevor der Ort<br />

erstmals urk<strong>und</strong>lich erwähnt<br />

wurde, hatten bereits Kelten,<br />

Römer <strong>und</strong> Alemannen den<br />

hiesigen Raum besiedelt. Die<br />

»Keltengräber« oberhalb des<br />

Steinbruchs sowie die alte<br />

Gäustraße aus vorrömischer<br />

Zeit –<strong>heute</strong> noch Römerweg<br />

genannt –zeugendavon.<br />

Talheim wurde erstmals<br />

782 als »Daleheim« urk<strong>und</strong>lich<br />

im Lorscher Kodex erwähnt.<br />

Von den Pfalzgrafen<br />

von Tübingen ging der Ort im<br />

13. Jahrh<strong>und</strong>ert auf die Grafen<br />

von Hohenberg über.<br />

Graf Rudolf III. von Hohenberg<br />

belehnte am 10. August<br />

1385 die beiden Söhne des<br />

Konrad Kechler von Schwan-<br />

Talheim<br />

kompakt<br />

Zahlen,Daten, Fakten<br />

2664 Einwohner<br />

495-583Meter ü.d.M.<br />

Fläche: 1183Hektar<br />

Wappenbeschreibung<br />

DieFarbgebung desneu<br />

gestaltetenTalheimer<br />

Wappens wurdein<br />

Anlehnung an dieauf ihre<br />

vorderösterreichische<br />

Vergangenheitzurück zu<br />

führenden Farben der Stadt<br />

<strong>Horb</strong> gewählt.Das<br />

Wappentiergehtauf die<br />

einstige Ortsadelsfamilie<br />

des Hugovon Thalheim<br />

zurück,der in seinem Siegel<br />

denaufgerichteten Wolf<br />

führte.<br />

Ortschaftsverwaltung<br />

Bürgerbüro<br />

Nagolder Straße 60<br />

Telefon:(07486) 97 80 10<br />

Fax: (0 74 86) 97 80 18<br />

E-Mail:talheim@horb.de<br />

Ortsvorsteherin<br />

KerstinJust<br />

dorf, Kunzen <strong>und</strong> Diemo, mit<br />

»Ober«- <strong>und</strong> »Unter«-Talheim.<br />

Die Kechler von<br />

Schwandorf hatten die Ortsherrschaft<br />

bis zum Übergang<br />

an das Königreich Württemberg<br />

im Jahre 1805 inne <strong>und</strong><br />

besaßen in Obertalheim ein<br />

Schloss.<br />

Beide Orte waren zunächst<br />

dem Oberamt <strong>Horb</strong>, ab1810<br />

dem Oberamt Nagold <strong>und</strong><br />

seit 1938 dem Altkreis <strong>Horb</strong><br />

zugeordnet. Untertalheim<br />

verlor am 1. Juli 1971 <strong>und</strong><br />

Obertalheim am 1. Januar<br />

1975 seine Selbstständigkeit.<br />

Im Jahre 2004 erfolgte –nach<br />

619 Jahren der Trennung –<br />

die Wiedervereinigung der<br />

Teilorte.<br />

Talheim <strong>damals</strong><strong>und</strong> <strong>heute</strong> 27<br />

Die»sieben Schwaben«: DieseAufnahme ausden 1950er Jahren zeigtTalheimer Kinderim<br />

Rahmen einesKinderumzugs anlässlich einesVereinsfestes.Bild: OrtschaftsverwaltungTalheim<br />

Lebenswertes Dorf<br />

Talheim istinfastallen Bereichen sehr gutaufgestellt<br />

Wohl kaum einanderer<br />

Stadtteil von<strong>Horb</strong>ist in<br />

den vergangenenJahrzehnten<br />

so kräftiggewachsenwie<br />

Talheim.<br />

DieSÜDWEST PRESSE<br />

sprach mitTalheims<br />

Ortsvorsteherin Kerstin<br />

Just über dievergangene<br />

Entwicklung,den StatusQuo<br />

<strong>und</strong>die Zukunft<br />

desgrößten<strong>Horb</strong>er<br />

Stadtteils.<br />

»Die Landwirtschaft war über<br />

Jahrh<strong>und</strong>erte hinweg der dominierende<br />

Wirtschaftsfaktor in<br />

Talheim«, blättert Talheims<br />

Ortsvorsteherin Kerstin Just in<br />

der Ortsgeschichte. Erst im 20.<br />

Jahrh<strong>und</strong>ert, als die Industrie<br />

auch im hiesigen Raum ihren<br />

Einzug hielt, begannen sich die<br />

Strukturen in den beiden Dörfern<br />

Ober- <strong>und</strong> Untertalheim zu<br />

ändern. Bis in die 1970er Jahre<br />

hinein waren Textilbetriebe<br />

wichtige Arbeitgeber; viele Tal-<br />

heimer Frauen arbeiteten in<br />

»Heimarbeit« für die meistens<br />

aufder Alb ansässigen Firmen.<br />

Heute finden die meisten Bewohner<br />

als Auspendler in den<br />

Industriebetrieben der Umgebung<br />

<strong>und</strong> im Dienstleistungssektor<br />

einen Arbeitsplatz. Zudem<br />

gibt esinTalheim zahlreicheHandwerksbetriebe<br />

fast aller<br />

Gewerke, viele von ihnen sind in<br />

den beiden inzwischen vollständig<br />

belegten Talheimer Gewerbegebieten<br />

»Haiterbacher Steige«<br />

<strong>und</strong>»Bergäcker« beheimatet.<br />

DieöffentlicheInfrastruktur in<br />

Talheim ist gut. »Für den örtlichen<br />

Bedarf istallesNotwendige<br />

vorhanden«, stellt Just fest: Bäckereien,<br />

Metzger, Kreditinstitute,<br />

Ärzte, Zahnarzt, Postagentur,<br />

Gaststätten. Gerade im 1999 errichteten<br />

Talheimer Zentrum<br />

sind viele Dienstleister inklusive<br />

Rathauszuhause.<br />

Zwei Kindergärten mitBetreuungsplätzen<br />

für Kinder unter<br />

drei Jahren <strong>und</strong> die Steinachschule<br />

– die Gr<strong>und</strong>schule Talheim<br />

mit Ganztagesbetrieb –<br />

gibt es darüber hinausamOrt.<br />

In den letzten vier Jahrzehnten<br />

verzeichnete Talheim einen<br />

Die Klosterscheuer,die<br />

im letztenJahr<br />

saniert wurde.<br />

Bilder:Kuball<br />

Eine Ansicht<br />

vomöstlichen<br />

Ortseingang<br />

her.<br />

kräftigen Bevölkerungszuwachs<br />

durchden Sprung vonder engen<br />

Talaue auf die Höhe. Lebten<br />

1972 in Talheim2042Einwohner<br />

(Untertalheim 942, Obertalheim<br />

1100), waren es 2001 bereits<br />

2878 Einwohner, wobei Untertalheim<br />

um 35 Prozent <strong>und</strong><br />

Obertalheim gar um 48 Prozent<br />

zulegte. »In Zukunft wollen wir<br />

die Bevölkerungszahl konstant<br />

halten«, gibt die Talheimer Ortsvorsteherin<br />

die Richtung vor.<br />

Das aktuelle Neubaugebiet ist<br />

»Barbel-West«. Derzeit läuft das<br />

Bebauungsplan-Verfahren. Angedacht<br />

sind r<strong>und</strong> 50Bauplätze,<br />

wobei es bereits 35 Interessenten<br />

gibt, alles Ortsansässige.<br />

»Dieses Baugebiet soll auf der<br />

Höhe die beiden Siedlungen des<br />

früheren Ober- <strong>und</strong> Untertalheim<br />

miteinander verbinden«,<br />

erklärt Just. Die Verbindungsstraße<br />

soll auch an den ÖPNV<br />

angeb<strong>und</strong>en werden.<br />

Darüber hinaus fand im Juli<br />

eine der wichtigsten Dorfentwicklungsmaßnahmen<br />

ihren<br />

Abschluss: Die Ortsdurchfahrt L<br />

355 wurde fertig gestellt. Des<br />

Weiteren stehen eine kabelgeb<strong>und</strong>e<br />

Lösung für den »Tal-<br />

„ UnserZielist<br />

es,die gute<br />

Nahversorgung zu<br />

erhalten.<br />

Kerstin Just<br />

Ortsvorsteherinvon Talheim<br />

heimer Problemfall« DSL <strong>und</strong><br />

die Überdachung des Aussegnungsplatzes<br />

auf dem Talfriedhof<br />

auf der Agenda. Und auch<br />

die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung<br />

will der Ortschaftsrat<br />

eruieren. »Wenn man bedenkt,<br />

dass allein unsere Hauptstraße<br />

5,9 Kilometer lang ist, ist klar,<br />

dass vieles für die Älteren nicht<br />

fußläufigzuerreichenist«, meint<br />

Just. »Aufgr<strong>und</strong> des demografischen<br />

Wandels müssen wir hier<br />

Konzepte erarbeiten.«<br />

Nicht weniger als 17Vereine<br />

prägen die Dorfgemeinschaft.<br />

Über 40 Grünpflegepaten kümmern<br />

sich ehrenamtlich umdie<br />

dörflichen Grünanlagen. »Unser<br />

Dorf ist lebenswert <strong>und</strong> soll es<br />

bleiben«, wünscht sich Talheims<br />

Ortsvorsteherin abschließend.

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