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Presse-Agentur GmbH

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Deutsche

Presse-Agentur GmbH

Geschäftsbericht

2008


Deutsche

Presse-Agentur GmbH

Geschäftsbericht

2008


Die Vielfalt der dpa.

Der größte unabhängige Informationsdienstleister in Deutschland. Seit ihrer Gründung 1949 ausschließlich im Besitz

der deutschen Medien, steht die dpa für schnelle, unabhängige, innovative und umfassende Nachrichtendienste und

-dienstleistungen über alle Mediengrenzen und Auslieferungsformate hinweg.

dpa-infocom entwickelt und produziert maßgeschneiderte Inhalte und individuelle Lösungen für das Internet,

für Intranets und den Mobilfunk. Innovative multimediale Informations-Dienstleistungen runden das Angebot ab.

Als größte deutschsprachige Infografik-Agentur bestimmt die dpa-infografik GmbH seit mehr als sechzig Jahren

den Markt für grafisch aufbereitete Informationen – Karten, Schaubilder, Flash-Animationen, Infografiken und Charts –

tagesaktuell, aber auch als Auftragsproduktion.

Die Bilder aus den sogenannten neuen Bundesländern kommen von Zentralbild. Ein versiertes Fotografenteam begleitet

das Geschehen zwischen Ostsee und Vogtland.

Der führende Anbieter für die digitale Verbreitung von Pressematerial in Text, Bild und Ton an die Medien. news aktuell

erreicht die maßgeblichen Redaktionen in Deutschland via Satellit und bedient E-Mail-Abos sowie die wichtigsten Infor-

mationsportale und Online-Archive.

Der dpa-Themendienst ist die Service-Redaktion der dpa-Gruppe. Sie liefert Features, Berichte, Reportagen und Mel-

dungen unter anderem aus den Bereichen Tourismus, Auto, Technik, Bildung, Garten, Gesundheit, Recht und Familie

sowie Jugend, Mode und Lifestyle.

4

Die dpa Picture-Alliance GmbH ist auf dem Gebiet der Bildproduktion, -dokumentation und -vermarktung eine der

führenden Bildagenturen der Welt. Die Agentur betreibt unter www.picture-alliance.com ein Portal mit aktuell acht Mio.

Bildern, Grafiken und Videos.

Der führende Produzent und Anbieter von Programm-Informationen im deutschsprachigen Raum. Weitere Geschäftsbe-

reiche sind Entwicklung und Beratung für Verlage, TV-Sender, Online-Medien, Kabelnetz- und Mobilfunkbetreiber

sowie Hardware-Hersteller.

Hier hat das internationale Geschäft der dpa seine Heimat. Die Auslandsdienste in deutsch, englisch, spanisch und

arabisch gehören ebenso dazu wie epa-Fotos, die Angebote des Asia News Network, Fußballkolumnen oder illustrier-

te Feature-Angebote.

Gesprochene aktuelle Nachrichtenblöcke für Hörfunksender, 24 Mal am Tag, über Deutschland und die Welt, mit O-Tönen

und Korrespondentenbeiträgen. Digitalisiert per Satellit oder MPEG per FTP Push. Dazu Video-Angebote für das Internet.

Die Verbindung von Inhalt und Technologie ist eines der Top-Themen in der Medienbranche. Die dpa stellt ihr Know-

how in diesem Bereich zur Verfügung – über mediatec, eine eigenständige IT-Tochter. Sie steht für Dienstleistungen und

Lösungen auf allen Etappen der Informationsgewinnung, -verarbeitung und -verbreitung.

Informationen und Nachrichten sind unsere Profession. Wenn es darum geht, sie fehlerfrei zu

schöpfen und zu erfassen, inhaltlich zu erschließen, wertschöpfend zu verknüpfen oder effektiv

zu verbreiten, stehen die klar aufeinander abgestimmten Dienste und Dienstleistungen aus der

dpa-Unternehmensgruppe zur Verfügung.


2008 ein

Jahr Chinas. Ein Riese wirft sich in Schale und zeigt der

Welt sein neues Gesicht – und die Welt staunt. dpa war dabei.

302 Wettkämpfe wurden im Zeitraum vom 08. – 24. August 2008 ausgetragen.

10.708 Athleten rangen in 28 Sportarten um die Medaillen. Die Wettbewerbe

zogen Zuschauer in 37 Sportstätten, 31 davon in Beijing, an. Und über diese

Goldmedaillen-Gewinner wurde am meisten berichtet: Matthias Steiner (Gold-

medaille Gewichtheben – Klasse über 10 kg), Michael Phelps (8 Goldmedaillen

Die Baustelle des Nationalstadions,

genannt „Vogelnest“ in Peking, aufgenommen

am Mittwoch, 10. Oktober 2007.

Foto: Alexander Becher

Schwimmen) und Usain Bolt (3 Goldmedaillen und neuer Weltrekord im 100 -Meter-Sprint).

dpa war mit einem Stab von 69 Mitarbeitern vor Ort, um von allen 302 Entschei-

dungen zu berichten. 4.629 dpa-Olympiameldungen liefen im Basisdienst,

davon 827 Ergebnismeldungen. Die Reporter produzierten ein Volumen von mehr

als 13.000 Bildern und 390 Tonbeiträge.


„Der höchste Loh n für unsere

Bemühungen ist nicht das, was

wir dafür bekomm en, sondern das,

was wir dadurch werden.“

John Ruskin (1819–1900)

Innerhalb weniger Minuten kann eine Meldung aus

einer deutschen Kleinstadt zu einer Weltnachricht

werden. Angebliche Sensationen entpuppen sich bei

näherer Recherche als geschickte Inszenierung. Die dpa

sammelt, selektiert und ordnet ein. Ob mit relevanten

Hintergründen oder aussagekräftigen Grafiken, durch

topaktuellen Nachrichten-Journalismus in Wort und Bild

oder zielgerichtete technische Dienstleistungen.


Matthias Steiners Reaktion, nachdem er mit einem Gesamtgewicht von 461 Kilogramm Gold gewann. Foto: Rungroj Yongrit

461 kg

Als Österreicher tauchte er 2004

zum ersten Mal in den dpa Diensten auf.

8. bei den olympischen Spielen in Athen.

Mit 405 Kilogramm. Als Deutscher wurde

er 2008 in Beijing mit 461 Kilogramm

unsterblich. Der emotionale „Gewinner“

der Spiele. Matthias Steiner.


Kennzahlen

Kennzahlen in TEuro

12

2004 2005 2006 2007 2008

Bilanzsumme 4.136 7.877 6 . 73 63.406 6 .286

Umsatz 94.013 94.679 9 .663 93.834 94.138

Ergebnis aus EAV 1) – – .192 6.179 7. 8

Jahresüberschuss nach Steuern 1. 79 2.100 6.321 4.427 2.94

Cashflow .743 6.038 10.284 7.271 6.120

Investitionen 2) 2.716 3.117 6. 77 4.293 3.9 8

Mitarbeiter 3) 816 784 776 811 822

1) Ergebnisabführungsverträge 2) ohne Finanzanlagen 3) im Jahresdurchschnitt

dpa-Gesellschaftskapital 16.464.7 0

dpa-Gesellschafter 190

(ausschließlich Verleger, Verlags- und Rundfunkanstalten)

Geschäftsbericht 2008

dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

Weitere Informationen

Jahresabschluss

Inhalt

Organe der Gesellschaft .................................................................... 16

Bericht des Aufsichtsrates .................................................................. 17

Lagebericht .......................................................................................... 20

Redaktion ............................................................................................... 33

Vertrieb .................................................................................................. 48

Personal .................................................................................................. 4

IT ........................................................................................................... 60

Bilanz ..................................................................................................... 66

Gewinn- und Verlustrechnung .................................................................... 68

Anhang .................................................................................................. 70

Bestätigungsvermerk................................................................................. 80

Beteiligungsübersicht ................................................................................ 81

Jubiläen .................................................................................................. 82

Impressum ............................................................................................... 83

13


1 +

Schüler aus Sachsen und Thüringen

landen auf Platz 1 und 2 der innerdeutschen

Pisa-Studie 2008. Sachsens Schüler

belegten in allen 3 Disziplinen, in Lesen,

Naturwissenschaften und Mathematik,

den 1. Platz. Mit z. B. 541 erreichten Punkten

in den Naturwissenschaften, können sie an

das internationale Spitzenniveau anschließen.

Wir freuen uns sehr über diese Entwicklung

und versuchen z.B. mit unseren Produkten

wie Nachrichten für Kinder, unseren Teil

dazu beizutragen.

In der Dauerausstellung „Erlebnisland Mathematik Dresden“ in den technischen Sammlungen Dresden zählt der

Dresdner Schüler Johannes Rudl am 04. September 2008 bunte Bonbons auf einem Foto. Foto: Ralf Hirschberger


Organe der Gesellschaft

Aufsichtsrat

Karlheinz Röthemeier, Vorsitzender

Geschäftsführer Wiesbadener Kurier GmbH & Co.

Verlag und Druckerei KG,

Wiesbaden

Dr. Laurent Fischer, stellv. Vorsitzender

Geschäftsführender Verleger der Druckhaus Bayreuth

Verlagsgesellschaft mbH, Nordbayerischer Kurier,

Bayreuth

David Brandstätter, Schriftführer

Geschäftsführer der Mediengruppe Main-Post GmbH,

Würzburg

Bernhard Boll

Verleger, SOLINGER TAGEBLATT,

Solingen

Nikolaus Brender

Chefredakteur des ZDF, Mainz

Dr. Mathias Döpfner

Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG,

Berlin

Hans-Dieter Hillmoth

Geschäftsführer und Programmdirektor der Radio/Tele FFH

GmbH & Co. Betriebs-KG,

Bad Vilbel

Hans Homrighausen

Geschäftsführer Frankfurter Societäts-Druckerei GmbH,

Frankfurt am Main (seit Dezember 2008)

Joachim Knuth

Programmdirektor Hörfunk des NDR,

Hamburg

Dr. Udo Kolb

Geschäftsführer (ab Januar 2009 Beirat)

Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG Drexler, Gessler,

Leutkirch

Dr. Stephan Kolschen

Geschäftsführer Ernst Brune GmbH & Co. KG,

Wilhelmshaven

Valdo Lehari jun.

Verleger Reutlinger General-Anzeiger

Verlags-GmbH & Co. KG, Reutlingen

Konstantin Neven DuMont

Geschäftsführer Verlag M. DuMont Schauberg, Köln

16

Dr. Torsten Rossmann

Geschäftsführer N24 Gesellschaft für Nachrichten

und Zeitgeschehen mbH, Berlin

Achim Twardy

Mitglied des Vorstandes der Gruner + Jahr AG & Co.,

Hamburg

Otto Wolfgang Bechtle, Ehrenvorsitzender

Esslingen

Geschäftsleitung

Malte von Trotha

Vorsitzender der Geschäftsführung

Michael Segbers

Geschäftsführer

Thorsten Matthies

Leiter Marketing und Vertrieb Inland

Matthias Mahn

Leiter Personal und Recht, Prokurist

Edith Stier-Thompson

Leiterin Marketing und Vertrieb Bild

Andreas Schmidt

Leiter Finanzen und Logistik, Prokurist

Helge Viehof

Leiter IT

Chefredaktion

Dr. Wilm Herlyn

Chefredakteur

Michael Ludewig

Inland

Dr. Heinz-Rudolf Othmerding

Ausland

Bernd von Jutrczenka

Bild

Der Aufsichtsrat hat den Bericht der Geschäftsführung

und den Bericht der Redaktion geprüft und erklärt sich

mit den darin enthaltenen Ausführungen einverstanden.

Er wurde über den Geschäftsverlauf durch die Geschäfts-

führung und über die redaktionellen Angelegenheiten

durch die Chefredaktion ständig unterrichtet und hat wäh-

rend der Berichtszeit in 3 Plenarsitzungen und 19 Aus-

schusssitzungen zu den Berichten von Geschäftsführung

und Chefredaktion Stellung genommen. Des weiteren be-

auftragte der Aufsichtsrat eine Findungskommission mit

der Vorbereitung einer Nachfolgeentscheidung für die

Chefredaktion. Der Jahresbericht und der Lagebericht

wurden geprüft. Der schriftlich und mündlich erstattete

Prüfungsbericht des von der Gesellschafterversammlung

bestellten Wirtschaftsprüfers wurde eingehend beraten.

Es haben sich keine Beanstandungen ergeben. Der Auf-

sichtsrat schließt sich dem Vorschlag der Geschäftsfüh-

rung für die Beschlussfassung über das Jahr 2008 an.

Auf der Gesellschafterversammlung, die am 24. Juni

2008 in Frankfurt stattfand, wurden die Aufsichtsräte

David Brandstätter (Würzburg), Nikolaus Brender (Mainz)

und Hans-Dieter Hillmoth (Bad Vilbel) erneut in den Auf-

sichtsrat gewählt, und das bisher kooptierte Mitglied

Dr. Stephan Kolschen (Wilhelmshaven) wurde neu in den

Aufsichtsrat der Agentur aufgenommen. Zum Jahresende

wurde Hans Homrighausen (Frankfurt) in den Kreis

kooptiert. In seiner konstituierenden Sitzung wählte der

Aufsichtsrat am 24. Juni 2008 Karlheinz Röthemeier

zum Vorsitzenden, Laurent Fischer zum stellvertretenden

Vorsitzenden und David Brandstätter zum Schriftführer.

Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeitern für die im

Berichtsjahr 2008 erfolgreich geleistete Arbeit.

Hamburg, im Mai 2009

Für den Aufsichtsrat

gez. Karlheinz Röthemeier

Bericht des Aufsichtsrates

17


9,69 sec.

So locker und so schnell kam noch

niemand zum Gold wie Usain Bolt.

Dank dpa kamen aber auch alle Kunden

in Bestzeit an die 109 Meldungen über Bolts

Gold im 100- und 200-Meter-Sprint.

Das Thema Doping war während der Spiele in

über 287 Meldungen nachzuweisen.

Die Paketlaufzeit auf den Datenleitungen

zwischen dpa-Hamburg und Beijing betrug

lediglich 30-50 Millisekunden – ohne Doping,

aber mit erheblichem technischen Aufwand.

16. August 2008 – der jamaikanische Sprinter Usain Bolt bejubelt seinen Sieg über 200 Meter in neuer Weltrekordzeit von

19,30 Sekunden. Vier Tage zuvor gewann Bolt – ebenfalls in Rekordzeit – den 100-Meter-Sprint. Foto: Franck Robichon


Kopfzeile links

Lagebericht

Die Auseinandersetzung um den Wert der Ware

Nachricht und die wie prognostiziert weiterhin

negative Auflagenentwicklung bei den Zei-

tungskunden stellten im Geschäftsjahr 2008

grundsätzliche Herausforderungen für die dpa

dar. Die sich abzeichnende Wirtschaftskrise trug

ihren Teil dazu bei, dass striktes Kostenma-

nagement weiterhin hohe Priorität haben

musste. Aktiv trat dpa den schwierigen äuße-

ren Bedingungen mit Investitionen in die Quali-

tät der Dienste und in neue Angebote entge-

gen. Trotz des Auflagenrückganges konnten

die Erlöse im Inland vor allem durch eine posi-

tive Entwicklung bei den Selektionsdiensten

und bei innovativen Produkten wie dem Kin-

derdienst stabil gehalten werden. Der Trend

bei den Auslandsdiensten wies klar nach oben.

Entsprechend setzte sich der Umsatzrückgang

20

des Vorjahres nicht weiter fort. Die Umsatzer-

löse im Sportjahr 2008 blieben mit einem Plus

von 0,3 % bei 94,1 Millionen Euro praktisch

gleich. Diese Kontinuität setzte sich im Betriebs-

ergebnis nicht fort, weil der betriebliche Auf-

wand vor allem im Personalbereich durch In-

vestitionen in die regionale Berichterstattungs-

kompetenz und Vorsorgemaßnahmen ange-

sichts der sich weiter zuspitzenden Finanzkrise

stark stieg. Das Betriebsergebnis sank daher

deutlich von -0,1 Millionen auf -3,9 Millionen

Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Ge-

schäftstätigkeit ging trotz eines um 3,9% ge-

steigerten Finanzergebnisses entsprechend um

3,53 Millionen Euro oder 49,1 % auf 3,7 Millio-

nen Euro zurück. Es ergibt sich ein um 33,5%

reduzierter Jahresüberschuss von 2,9 Millionen

Euro.

Der deutsche Medienmarkt erlebte, speziell bei den Ta-

geszeitungen, 2008 nachhaltige Verschiebungen. Die

Printmedien spürten die Auswirkungen der schwächeren

Anzeigenmärkte, und das Engagement der öffentlich-

rechtlichen Rundfunkanstalten im Internet wird weiter von

vielen kritischen Fragen von Verlegerseite begleitet.

Gleichzeitig haben sich erste Kooperationsmodelle zwi-

schen Printhäusern und TV-Anbietern herauskristallisiert.

Die öffentliche Kommunikation individualisiert sich zuneh-

mend, und Geschäftsmodelle für den Umgang mit Inhal-

ten im Online-Bereich werden vielfältig erprobt. Die Wer-

beeinnahmen dort steigen kontinuierlich, bei Print wächst

der Wert von lokaler und regionaler Berichterstattung.

Die Verwertungskette im Medien-Geschäft wird feinglied-

riger, Zulieferer müssen ihre Produkte entsprechend flexi-

bel und technisch anspruchsvoll aufbereiten. Alle Medien-

formate oder Auslieferungskanäle bedürfen daher einer

hohen Aufmerksamkeit und entsprechender Angebote.

Der Umsatz der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

stieg von 93,8 Millionen Euro in 2007 leicht um 0,3 Milli-

onen Euro oder 0,3% auf 94,1 Millionen Euro in 2008.

Zur Kompensation der absehbaren Einbußen durch an-

haltende Auflagenrückgänge bei Basisdienst und Landes-

diensten trug vor allem die deutlich positive Entwicklung

bei den Profildiensten bei. Audio- und Grafikdienst hiel-

ten ihre Erlöse praktisch stabil.

Die positive Entwicklung der Auslandsdienste in den ver-

gangenen Jahren setzte sich 2008 fort. Die inhaltliche

Profilierung schlug sich in verbesserten Zahlen für alle

vier Dienste nieder. Ein während der Fußball-WM gestar-

teter Test mit einem portugiesischen Dienst erwies sich als

nicht tragfähig.

Umsatzentwicklung der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH in TEuro

2008 94.138

2007 93.834

2006 9 .663

200 94.679

2004 94.013

2003 102.792

Der Bildbereich konnte trotz des Drucks durch Auflagen-

verluste das Ergebnis des Vorjahres halten. Dazu trug

auch die Rückkehr eines Großkunden bei den aktuellen

21


Lagebericht Lagebericht

Bilderdiensten bei. Die Umsätze stiegen dort insgesamt

um knapp 1 %, bei den Reportdiensten gingen sie durch

eine ergebnisneutrale Veränderungen der Abrechnungs-

systematik mit der dpa Picture-Alliance GmbH um 0,7 %

zurück. Die Erlöse bei den technischen Dienstleistungen

fielen um 4,0 % auf 1,6 Millionen Euro. Das erklärt sich in

erster Linie durch den anhaltenden Trend zur Umstellung

von Satelliten- auf Internetbelieferung und die Kündigung

von Medienservern. Die sonstigen Erträge stiegen deut-

lich um 14,0 % von 4,3 Millionen Euro auf 4,9 Millionen

Euro. Wesentliche Faktoren hierfür sind wie schon im Vor-

Investitionen* in TEuro

2008 3.9 8

2007 4.293

2006 6. 77

200 3.117

2004 2.716

2003 3. 60

Abschreibungen in TEuro

2008 2.882

2007 3.226

2006 3.338

200 3. 78

2004 3.620

2003 4.009

* ohne Finanzanlagen

jahr erhöhte Erträge aus der internen Leistungsverrech-

nung mit Tochterunternehmen, aber auch Kursgewinne

durch die starken Dollarschwankungen und die Auflö-

sung von Rückstellungen.

Mit 102,9 Millionen Euro ergab sich ein um 4,8 % gestie-

gener betrieblicher Gesamtaufwand (Vorjahr 98,2 Milli-

onen Euro). Der Materialaufwand stieg nur leicht um

0, % bzw. 0,1 Millionen Euro auf 22 Millionen Euro.

Höheren Honorarkosten durch das Video-Projekt,

die sportlichen Großveranstaltungen sowie gestiegene

Jahresüberschuss nach Steuern in TEuro

2008 2.94

2007 4.427

2006 6.321

200 2.100

2004 1. 79

2003 622

Bezugskosten für den epa-Dienst standen hier Redukti-

onen bei den Wort- und Bild-Honoraren Basisdienst und

in den Landesdiensten fast gleichwertig gegenüber.

Nachdem 2007 der Personalaufwand durch den drasti-

schen Abbau von Überstunden und Urlaubsrückständen

und die Senkung der Beiträge zur Arbeitslosenversiche-

rung noch reduziert werden konnte, stieg er im Geschäfts-

jahr 2008 erwartungsgemäß an. Zusätzlich zu der Auf-

stockung der Mitarbeiterzahl von durchschnittlich 811

auf 822 (insb. Investitionen in die regionale Berichterstat-

tung) und den Auswirkungen von sportlichen Großveran-

staltungen wirkten sich hier Vorsorgemaßnahmen ange-

sichts der sich zuspitzenden wirtschaftlichen Krise und

des Ausscheidens eines Großkunden zum Jahresbeginn

2009 aus. So ergibt sich eine Steigerung um 7,4 %

auf 6,8 Millionen Euro. Die Abschreibungen blieben

mit 2,9 Millionen Euro nahezu konstant (Vorjahr

3,2 Millionen Euro). Die sonstigen betrieblichen Aufwen-

dungen stiegen um , % auf 21,2 Millionen Euro. Hierzu

trugen unter anderem die durch das Sportjahr 2008 mit

den Olympischen Sommerspielen in China und der Fuß-

ball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz

zusätzlich angefallenen Kosten bei Reisen und Nach-

richtenbeschaffung maßgeblich bei. Rückstellungen für

juristische Auseinandersetzungen, Beratungskosten und

zusätzliche Aufwände für die Weiterentwicklung der

neu gestarteten dpa-Plattform sind weitere Gründe.

Das Finanzergebnis erhöhte sich von 7,3 Millionen Euro

auf 7,6 Millionen Euro. Ein erneut namhaft um 1,4 Millio-

nen Euro gesteigerter Beitrag der Tochtergesellschaften

überkompensierte hier im Ergebnis Einbußen sowohl

durch Abschreibungen auf ein Darlehen an die epa Euro-

pean Pressphoto Agency B.V. als auch Kursverluste und

begründet vornehmlich die Erhöhung um 3,9 %.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sank

durch den erhöhten betrieblichen Aufwand und trotz des

verbesserten Finanzergebnisses um 3, Millionen Euro

auf 3,7 Millionen Euro. Daraus folgt nach Abzug der

Steuern ein Jahresüberschuss von 2,9 Millionen Euro.

22 23


Lagebericht Lagebericht

Das entspricht einer Reduzierung um 1, Millionen Euro

gegenüber dem Vorjahr. Angesichts der Wirtschaftskrise

und der anhaltenden Auflagenprobleme ihrer Kunden ar-

beitet dpa an ihren inhaltlichen und technischen Angebo-

ten und investiert nachhaltig in die Qualität ihrer Dienst-

leistungen. Unter Hinzurechnung des Gewinnvortrags

aus dem Jahre 2007 und der Entnahme aus den Rück-

lagen für eigene Anteile ergibt sich ein Bilanzgewinn von

2.978.102,19 Euro. Geschäftsführung und Aufsichtsrat

schlagen der Gesellschafterversammlung gemäß dem

2006 vorgestellten Gewinnverwendungsmodell vor, vom

Bilanzgewinn in Höhe von 2.978.102,19 Euro einen

Betrag von 2.000.000 Euro in die „Anderen Gewinn-

rücklagen“ einzustellen und einen Betrag von

978.102,19 Euro auf neue Rechnung vorzutragen.

Der Cashflow 2008 sank von 7,3 Millionen Euro auf

6,1 Millionen Euro aufgrund des verminderten Perioden-

ergebnisses und der Zunahme der langfristigen Rück-

stellungen. Die Eigenkapitalquote liegt bei über 60 %.

Die Mitarbeiteranzahl stieg im Jahresdurchschnitt um

1,4 % von 811 auf 822. Diese Anzahl beinhaltet 1 Mit-

arbeiter in der Freistellungsphase nach dem Altersteilzeit-

modell (Vorjahr 13) und 113 Teilzeitkräfte (Vorjahr 102).

Der Zuwachs spiegelt die bereits 2007 begonnene Um-

wandlung von freien in feste Anstellungsverhältnisse zur

Stärkung der Präsenz der dpa in der Fläche wider.

Im Geschäftsjahr 2008 konnten die Tochtergesellschaften

der dpa fast durchweg ein verbessertes Ergebnis erwirt-

schaften. Im März 2008 wurde als neue Tochter die dpa

English Services GmbH gegründet. In ihr vollzog sich der

Umzug der Zentralredaktion des englischen Weltnach-

richtendienstes vom irischen Cork nach Berlin. Eine wich-

tige Rolle spielte auch die Gründung der dpa-mediatech-

nology GmbH (siehe dazu unten mehr).

Von besonderer Bedeutung waren die Beiträge der news

aktuell GmbH und der dpa Picture-Alliance GmbH. Im

Rahmen des Ergebnisabführungsvertrags steuerte die

news aktuell GmbH ein wie im Vorjahr sehr gutes, um

1,7 % gesteigertes Ergebnis von 4, Millionen Euro bei.

Sie untermauerte ihre Stellung als führender Presseser-

vice in Deutschland und erneuerte 2008 unter anderem

auch ihr Seminarangebot komplett.

Die dpa Picture-Alliance GmbH konnte ihr Ergebnis vor

allem durch Neugeschäft und das Konzept der „one stop

agency“ (umfassender Bildlieferant für möglichst viele

Themenbereiche) für den Bildbereich fast verdreifachen.

Äußeres Zeichen des Wachstums ist die strikt marktorien-

tierte Umgestaltung des Online-Bildportals mit der Auf-

gliederung in die Bereiche „Creative“, „Editorial“ und

„Motion“. Leichte Ergebnisrückgänge mussten die dpa-

infografik GmbH und die Fotoagentur Zentralbild GmbH

hinnehmen.

Die konsequente inhaltliche Fokussierung der dpa-infocom

GmbH sorgt anhaltend für eine positive geschäftliche

Entwicklung. Mit ihren Schwerpunkten in den Bereichen

Mobility und Online, ergänzt durch innovative technische

Dienstleistungen, hat sie im zweiten Jahr in Folge eine

deutliche Ergebnisverbesserung erreicht. Gerade die Ak-

tivitäten rund um das „mobile Internet“, unter anderem

repräsentiert durch die entsprechende Weiterentwick-

lung der bereits erfolgreichen MINDS-Plattform, verspre-

chen noch weitere Steigerungsmöglichkeiten, ebenso

wie die zunehmende Integration von Geo-Codes ins

Nachrichtengeschäft. Innovations- und Marktführerschaft

bewies die dpa-infocom GmbH auch mit der multimedi-

alen und dreidimensionalen Umsetzung von Sport-Daten

zur Fußball-Europameisterschaft. Hierzu trug auch eine

Kooperation mit der Rufa Rundfunk-Agenturdienste GmbH

bei, ein Beispiel für integrierte Lösungen aus der dpa-

Unternehmensgruppe.

Die Rufa Rundfunk-Agenturdienste GmbH erprobte in

2008 erstmals einen Video-Service für die Nutzung über

das Internet, unter anderem mit komplementär zum aktu-

ellen Nachrichtengeschehen einsetzbaren Filmen. Die

ökonomischen Ergebnisse dieses Versuches blieben un-

geachtet der kundenseitig positiv bewerteten, inhaltlichen

Qualität des Angebots hinter den Erwartungen zurück.

dpa wird auch künftig eigene Kompetenz im Video-

Bereich im Hause halten müssen. Eine konzeptionelle

Neuaufstellung ist eingeleitet.

Die PPS Presse-Programm-Service GmbH in Berlin, seit

2007 Teil der Firmengruppe, konnte ihren Umsatz von

,4 Millionen Euro um 7% auf ,8 Millionen Euro erhö-

hen und so ihre starke Stellung als Marktführerin klar

24 2

behaupten.

Bei den Beteiligungen konnte sich die dpa-AFX Wirt-

schaftsnachrichten GmbH ( 0 % dpa-Beteiligung) in

Frankfurt am Main klar am Markt behaupten. Nach den

jüngsten Investitionen zur Fortentwicklung des Unterneh-

mens konnte sie ein deutliches Umsatzwachstum erzie-

len. Ihre Steigerung des Jahresergebnisses gehört pro-

zentual zu den höchsten im Beteiligungsportfolio.

Die mecom Medien-Communikations-Gesellschaft mbH

(ebenfalls 0 % dpa-Beteiligung) hielt ihren Umsatz zwar

praktisch konstant, konnte aber das bereits im vergan-

genen Jahr sehr gute Ergebnis erneut steigern.

Die beiden Beteiligungen in der Schweiz, die AG für

Wirtschaftspublikationen AWP (3 % dpa-Beteiligung)

und die news aktuell Schweiz AG (20 % dpa-Beteiligung,

30 % Beteiligung durch die 100 %ige Tochtergesellschaft

news aktuell GmbH), legten beim Umsatz jeweils zu. Die

AWP legte darüber hinaus auch ein spürbar verbessertes

Ergebnis vor, während die news aktuell Schweiz AG eine

Ergebnisverschlechterung aufgrund von Anschubinvestiti-

onen für neue Geschäftsfelder hinnehmen musste.

Die epa European Pressphoto Agency B.V., an der die

dpa-Gruppe mit rund 33 % beteiligt ist, erhöhte ihren

Umsatz deutlich. Nach dem Plus von 7,2 % in 2007 legte

sie im Geschäftsjahr 2008 sogar um 19,3 % zu. Nach Jahr-

en im Verlustbereich konnte 2008 erstmals ein positives

Ergebnis erzielt werden. Dies ist ein Resultat des von dpa

mit Nachdruck eingeforderten und unterstützten Restruk-

turierungs- und Wachstumskurses dieses Unternehmens,


Lagebericht Lagebericht

Finanzen in TEuro

das eine hohe Bedeutung für die Versorgung der dpa

und ihrer Kunden mit internationalen Pressefotos hat. Auf-

grund der weiterhin angespannten Liquiditätssituation

des Unternehmens wurden die in den Jahren 2006 und

2007 gewährten Gesellschafterdarlehen in vollem Um-

fang wertberichtigt. Das Jahr 2008 hat für die dpa große

journalistische Erfolge, aber auch erhebliche geschäft-

liche Herausforderungen mit sich gebracht. Die Verände-

rungen am Medienmarkt setzen sich ungebrochen fort,

damit einher geht der Wertverlust eines klassischen dpa-

Produkts, der „Nachricht“, als knapper Mitteilung von

Wissenswertem. Gleichzeitig steigt die Bedeutung der

dpa als unabhängige Institution bei der Selektion, Einord-

nung und Aufbereitung der weiter rasant wachsenden

Informationsmengen. Daneben muss dpa erstmals die

2004 2005 2006 2007 2008

Umsatzerlöse 94.013 94.679 9 .663 93.834 94.138

Abschreibungen 3.620 3. 78 3.338 3.226 2.882

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 2.838 3.493 7.007 7.2 9 3.729

Jahresüberschuss 1) 1. 79 2.100 6.321 4.427 2.94

Bilanzgewinn 1) 1.49 2.19 6.416 4.297 2.978

Bilanzsumme zum 31.12. 4.136 7.877 6 . 73 63.406 6 .286

Investitionen 2) 2.716 3.117 6. 77 4.293 3.9 8

Eigenkapital 29.391 31.491 36.712 38.940 40.737

Anteil am Gesamtkapital 4,3 % 4,4 % 6,0 % 61,4 % 62,4 %

Cashflow .743 6.038 10.284 7.271 6.120

1) seit 2006 mit EAV 2) ohne Finanzanlagen

Abkehr eines großen Gesellschafters von ihrer gesamten

Produktpalette bewältigen. Geschäftsführung und Chef-

redaktion richten die dpa an den Anforderungen zur Be-

wältigung dieser Aufgaben aus. Die damit verbundenen

Projekte sichern den wirtschaftlichen Erfolg der Unterneh-

mensgruppe und die journalistische Potenz des Hauses.

Der weiteren Verankerung der dpa in der Fläche in 2008

schließt sich aktuell eine umfassende Anpassung der

Strukturen in den zentralen redaktionellen Produktions-

einheiten an. Projektstart war im Februar 2009. Eine Um-

setzung des entwickelten Konzepts erfolgt nach Abstim-

mung mit dem Aufsichtsrat und den zuständigen Gremien

des Betriebsrats so bald wie möglich. Die Marktentwick-

lungen und Kundenanforderungen gehen heute über ein

allein inhaltlich einwandfreies Angebot hinaus. dpa muss

und wird alle Auslieferungskanäle über die Mediengren-

zen mit über alle Planungs- und Produktionsschritte hin-

weg abgestimmten Produkten und Dienstleistungen opti-

miert bedienen müssen. Dies wird auch dazu führen,

dass sich die Arbeitsweise der Journalisten des Hauses

nachhaltig ändert.

Eine wichtige Rolle spielt dabei auch das Projekt npi, also

die Ablösung des bisherigen redaktionellen IT-Systems

durch eine integrierte, multimediafähige Lösung. Hier

konnten – nach der vorübergehenden Unterbrechung

Ende des Jahres 2007 – 2008 deutliche und vielverspre-

chende Fortschritte erzielt werden. Unter neuer Projektlei-

tung und in einer neuen Projektstruktur wurde mit der

tschechischen Nachrichtenagentur ČTK ein strategischer

Partner gefunden. Mit der Agentur sind Verträge für eine

gemeinsame Vermarktung des Systems unterzeichnet.

Deren Redaktionssystem MRS bietet die Grundlage für

das künftige dpa-System, das unterschiedlichste Medien-

typen verarbeiten und diese zu Multimedia-Paketen ver-

binden können wird. Es eröffnet die Möglichkeit zur the-

men- und ereignisorientierten Planung, eine integrierte

Datenbank verlinkt zwischen (geplanten) Ereignissen

und den dazugehörigen Medienobjekten. Das neue Re-

daktionssystem wird stufenweise bis Ende 2011 eingeführt.

Ihre Zukunftsfähigkeit sichert dpa auch durch den Schritt

auf neue Geschäftsfelder: 2008 stand dabei im Zeichen

der Gründung eines marktfähigen, auf mediennahe IT-

Dienstleistungen und Technologie spezialisierten Tochter-

unternehmens innerhalb der Unternehmensgruppe. Die

dpa-mediatechnology GmbH übernimmt alle Mitarbeiter

und Aufgaben der bisherigen dpa-IT, nach einer Anlauf-

phase wird sie aktiv zusätzliche Aufträge auf dem freien

Markt akquirieren. Der Auftritt als selbstständige Tochter

gibt ihr darüber hinaus die nötige Flexibilität und Mög-

lichkeit zur Schaffung einer eigenen Markenidentität.

Ein Beispiel für eine IT-basierte Dienstleistung mit Markt-

potenzial und die Verknüpfung von Inhalt und Technolo-

gie ist die seit Anfang 2008 im Regelbetrieb laufende

dpa-Plattform. Als zentrale Content-Plattform bietet sie

Zugriff auf das gesammelte und inhaltlich vernetzte dpa-

Wissen. Externe Kunden können dort ihre Daten eben-

falls hosten und aufbereiten lassen. Das bisherige Markt-

echo ist vielversprechend.

Der Bedrohung durch nicht lizenzierte Vervielfältigung

und Nutzung von agentureigenem Material in den digi-

talen Netzen begegnet dpa seit dem Spätsommer 2008

mit dem Einsatz von „Attributor“ (www.attributor.com).

Dieser, auch von anderen großen Agenturen beauftragte

Dienstleister, ermöglicht es mittels seiner eingesetzten

Software, online publiziertes Material auszulesen und

auf eine rechtmäßige Verwendung zu prüfen. Das wahrt

insbesondere auch die Interessen der zahlenden Kunden.

Diese vielfältigen Aktivitäten innerhalb der Unterneh-

mensgruppe beugen den weiterhin vorhandenen Risiken

für die dpa vor: Zu nennen ist insbesondere der anhalten-

de Auflagenverlust bei den Print-Kunden der Agentur.

Daraus resultieren strukturelle Einbußen, die durch Einnah-

men im Online-Bereich auch mittelfristig nicht werden

26 27


Lagebericht

kompensiert werden können. Der anhaltende Kosten-

druck wird aber auch weiter nicht dazu führen dürfen,

dass Investitionen in zukunftsträchtige Märkte und Ange-

bote unterbleiben. Die Angebotsstruktur der dpa muss

sich weiter verbreitern, um eine Absicherung des ökono-

misch weniger lukrativen, aber dadurch gesellschaftlich

nicht weniger relevanten Geschäfts mit Inhalten zu ge-

währleisten. Dieses ist auch durch immer neue Versuche

bedroht, freie Berichterstattung in Wort und speziell Bild

durch rechtliche Kunstgriffe zu beschränken. Dem wider-

setzt sich dpa im Sinne ihrer Kunden mit allen Mitteln.

Auf Basis dieser Aktivitäten und Projekte, der soliden

finanziellen Lage, der lang laufenden Kundenverträge,

der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Abneh-

mern, der breiten Marktaufstellung der dpa-Gruppe bzw.

des damit verbundenen vielfältigen Produktangebots und

des im Hause vorhandenen redaktionellen und technolo-

gischen Wissens, hat die dpa eine relativ hohe Risikovor-

sorge sichergestellt. Neben der bereits angesprochenen

Erweiterung ihrer Produktangebote im redaktionellen und

technologischen Bereich, der Erschließung neuer Kun-

dengruppen bzw. Märkte sowie der Sicherung der vor-

handenen Geschäftsbeziehungen, muss die dpa zur

Sicherstellung der eigenen Profitabilität im redaktionellen

Kerngeschäft weiterhin auch an einem nachhaltigen

Kostenmanagement bzw. an einer Effizienzsteigerung

und der Qualitätsverbesserung arbeiten. Dabei ist es aus-

gesprochen wichtig, die Entwicklungen bei den Kunden

bzw. auf den Märkten und die hieraus abgeleiteten An-

forderungen ständig zu überprüfen und einzubeziehen.

Darüber hinaus wird sie sich, gegebenenfalls gemeinsam

mit anderen Agenturen und Institutionen, nachhaltig ge-

gen jede missbräuchliche Verwendung von Inhalten oder

inadäquate Einschränkungen der journalistischen Arbeit

wehren. Am 10. März 2009 hat der Aufsichtsrat Wolf-

gang Büchner zum neuen Chefredakteur ernannt. Er wird

Nachfolger von Wilm Herlyn, der zum Jahresende alters-

bedingt ausscheidet.

Trotz der hohen Investitionen in den unterschiedlichen Be-

reichen erwarten wir auch für das Geschäftsjahr 2009

und das Folgejahr operativ ein positives Ergebnis in der

Gruppe. Mögliche Zusatzbelastungen für die Reorgani-

sation der zentralen Redaktionsbereiche und Investitionen

im Zusammenhang mit der verstärkt multimedialen Aus-

richtung der Agentur in der Fläche können insbesondere

in 2009 zu hohen Einmalbelastungen mit der Folge eines

insgesamt negativen Jahresergebnisses führen. Nach Ab-

schluss des Geschäftsjahres 2008 haben sich hierüber

hinaus keine Vorgänge von gravierender Bedeutung mit

Auswirkungen auf das Geschäftsjahr 2009 ereignet.

Hamburg, 10. März 2009

M. v. Trotha M. Segbers

Beispielhafte Illustration: dpa-infografik

28 29


1:0 Spanien

Alle 77 EM-Tore wurden von dpa in

3D-Animationen aus mehreren Perspektiven gezeigt.

Im Grafikpool lagen 15 Einzelelemente etwa zu

Aufstellungen, Spielern des Tages, Torschüssen,

Spieltaktik, Fairness oder Zuschauerzahl bereit.

Grundlage waren mehr als 35 verschiedene

Statistik-Kategorien des Partners OPTA, etwa zu

Torschüssen, Ballkontakten, Zweikämpfen,

Fouls oder Freistößen. Bis zu 2000 Vorgänge am

Ball wurden pro Spiel elektronisch ausgewertet.

Irgendwie auch ein 1:0 für die dpa.

Die spanischen Nationalspieler Fernando Torres, Ruben de la Red und Santi Cazorla feiern mit dem Pokal der UEFA EURO 2008.

Im Finale am 29. Juni bezwangen die Spanier im Wiener Ernst-Happel-Stadion die deutsche Mannschaft mit 1:0. Foto: Georgi Licovski


Kopfzeile links

Redaktion

30 Milliarden Euro: Im Sommer 2008 steht

diese Summe für das Streben nach Perfektion

bei den Machern der Olympischen Sommer-

spiele in China. 30 Milliarden Euro – eine schier

unvorstellbare Investition in die Organisation

eines Sportereignisses. Kein halbes Jahr später

32

muss in Deutschland ein Vielfaches dieser Sum-

me an staatlichen Beihilfen und Garantien zur

Rettung eines einzigen Geldinstituts zur Verfü-

gung stehen. In der globalen Finanzkrise wer-

den Maßstäbe binnen Stunden neu definiert.

Diese Krise fordert wie kein anderes Ereignis der vergan-

genen Jahre umfassend die journalistische Kompetenz der

dpa – über Medienformate und Ressortgrenzen hinweg.

Mehr als 40 entsandte Auslandskorrespondenten beob-

achten die Lage auf den internationalen Märkten ebenso

wie die Entwicklung bei der isländischen Kaupthing-Bank.

Ihre Recherchen fließen in die Berichterstattung über die

wirtschaftliche Situation in Deutschland ein und die rund

0 nationalen dpa-Büros steuern die jüngsten Erkennt-

nisse aus den Regionen bei, sei es bei der HSH Nordbank

in Kiel oder der Hypo Real Estate in München.

Ein O-Ton des Bundesfinanzministers vom Audio-Team

gibt der politischen Diskussion in Berlin neue Nahrung

und erfordert ratgebende Stücke für Kleinanleger. Reakti-

onen wie die Absage von Festveranstaltungen oder der

Absprung von Sponsoren schlagen Brücken zum Ver-

mischten, in die Kultur und zum Sport. dpa deckt alle

Ressorts ab – eine konkurrenzlose Stärke.

Die grafische Aufbereitung aus der erfahrensten Grafik-

Redaktion Deutschlands lässt alle Facetten der Gescheh-

nisse erkennen, Bilder und Videos machen konkrete Aus-

wirkungen anschaulich. Die Kunden der dpa, beispiels-

weise rund 9 Prozent der deutschen Tageszeitungen

und fast alle Radio- und TV-Stationen, bestücken mit dem

Material die gesamte Verwertungskette für Informati-

onen, vom mobilen Endgerät über die Radio-Sendung

und die TV-Präsentation bis zur multimedialen Online-

Aufbereitung und der gedruckten Publikation. Neben der

Aktualität stehen die Beziehungen zwischen den dpa-Re-

daktionen und ihren Nutzern im Zeichen des intensiven

Dialogs. Beispiele sind Macher-Konferenzen mit Entschei-

dern zur Online-Lokalberichterstattung, zu Stadt-Wikis

oder zur Geokodierung. Während die Wirtschaftskrise

heraufzieht, bekommen „die“ Politik und ihre Protagonis-

ten plötzlich einen völlig neuen Stellenwert. Jenseits von

gewohnten Prozessen, Strukturen und Abläufen der Bun-

despolitik werden in der zweiten Jahreshälfte Pakete ge-

schnürt und Rettungsschirme gespannt. Für die Berliner

Redaktion, bestehend aus der Redaktion Politik Deutsch-

land und den Bundeskorrespondenten, bedeutet das,

sich eng mit den Wirtschaftskollegen und der Hamburger

Zentrale abzustimmen. Stark ausgebaut wird der „Erklär‘s

mir“-Ansatz: Nie zuvor hat allein die Redaktion Politik

Deutschland so viele Hintergründe in Frage-Antwort-Form

verbreitet. Leseanreize, mehrere Einstiegsmöglichkeiten –

politische Berichterstattung bedeutet mehr denn je Über-

setzen, Erläutern, Analysieren.

Abseits der Wirtschaftskrise begleiten dpa-Politikexper-

ten die SPD durch einen chaotischen Führungswechsel,

Franz Müntefering ersetzt Kurt Beck. In Bayern endet,

minutiös verfolgt vom Team des Landesdienstes, die jahr-

zehntelange Alleinherrschaft der CSU, vom Münchner

Maximilianeum bis fast zur Zugspitze erbebt das Land

unter dem politischen Wandel. In Hessen erlebt die SPD

um Andrea Ypsilanti einen katastrophalen Absturz. Die

erste schwarz-grüne Landesregierung bildet sich nach

der Bürgerschaftswahl in Hamburg. Ein Sorbe wird Re-

gierungschef in Sachsen – Stanislaw Tillich (CDU) löst

Georg Milbradt (CDU) ab. Ministerpräsident Harald

Ringstorff (SPD) reicht den Staffelstab nach 10 Amts-

jahren in Mecklenburg-Vorpommern an Erwin Sellering

(SPD) weiter. Die Verankerung der dpa in den Regionen

zahlt sich hier redaktionell aus.

33


Redaktion Redaktion

Als ein Mehrfamilienhaus in der Ludwigshafener Innen-

stadt in Flammen aufgeht und neun türkischstämmige

Kinder und Frauen sterben, kann zunächst der Verdacht

eines Anschlags nicht ausgeräumt werden. Für dpa be-

richtet eine türkisch sprechende Kollegin vom Ort des

Geschehens. Das tragische Ereignis ist die Keimzelle zur

Idee des deutsch-türkischen Dienstes, der im Frühjahr

2009 seine Arbeit aufnimmt.

Die regionale Struktur der Agentur bewährt sich zudem

bei Themen wie den immer wieder exklusiv gemeldeten

Ergebnissen der Pisa-Studien und verschafft den dpa-

Kunden auch Vorteile, wenn an weniger nachrichten-

trächtig erscheinenden Plätzen plötzlich Handlungsbe-

darf besteht, etwa am 23. Februar um 16.31 Uhr. Da

besiegelt ein Erdbeben im Saarland das vorzeitige Ende

des dortigen Steinkohlebergbaus. dpa ist am Ort, vor

Ort und journalistisch am Ball.

Die wohl spannendste politische Entscheidung im Aus-

land fällt am 4. November: Barack Obama entscheidet

das Rennen um die US-Präsidentschaft gegen John Mc-

Cain. Die dpa-Mannschaft in Washington liefert über

Monate Analysen und Einschätzungen zu diesem erre-

genden Wahlkampf. Im Mai beobachten die dpa-Korre-

spondenten in Moskau den Gegenspieler Obamas, den

neuen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew, beim

Amtsantritt: Er übernimmt die Funktion seines Ziehvaters

Wladimir Putin. Dass Russland bis zum Äußersten gehen

kann, zeigt der Krieg mit dem kaukasischen Nachbarn

Georgien. Als georgische Truppen in die abtrünnige Pro-

vinz Südossetien einrücken, greift russisches Militär ein.

dpa-Kollegen in Paris, Brüssel und Moskau verfolgen

eine hektische europäische Krisendiplomatie. In vorders-

ter Linie steht erneut das dpa-Büro in Neu Delhi, wo die

Fäden aus den Krisenstaaten Afghanistan und Pakistan

zusammenlaufen. Der Terroranschlag in der westindischen

Metropole Mumbai kostet mehr als 170 Menschen das

Leben – rund um die Uhr liefert dpa Nachrichten und

Hintergründe.

2008 wird aber vor allem als Jahr einer schweren Wirt-

schaftskrise in die Geschichte eingehen. Das Finanz-

system befindet sich am Rande des Zusammenbruchs, die

Börsenkurse schmelzen dahin, die Weltwirtschaft wird

von einer Rezession erfasst. Korrespondenten und Redak-

Bei einem Hausbrand am

03. Februar 2008 werden in

Ludwigshafen fünf Kinder und vier

Frauen türkischer Herkunft getötet.

teure der dpa stehen vor der Herausforderung, die sich

überstürzenden Ereignisse in Echtzeit zu analysieren und

einzuordnen. Sie erkennen, dass der Zusammenbruch

der Investmentbank Lehman Brothers im September auch

das Ende der Wall Street, wie man sie bisher kannte,

bedeutet. Frühzeitig erklären die „Auto-Schreiber“ in

Frankfurt, in München oder in Erfurt, wie Opel auf dem

Rücksitz seiner todkranken US-Mutter General Motors in

den Abgrund zu rasen droht. Dieses Mammut-Programm

verlangt erneut Teamleistung über Ressortgrenzen hin-

weg, um zu erklären, wie sich die Krise in einem gewal-

tigen Domino-Effekt von Branche zu Branche und von

Land zu Land ausbreitet.

In Deutschland selbst begleitet – gestützt auf die regio-

nale Berichterstattung des Landesdienstes Nordrhein-

Westfalen – dpa den Abzug des Handy-Weltmarktführers

Nokia aus Bochum. Die Wut der Arbeiter, die Ohnmacht

der Politik, die Sogkraft der Globalisierung werden

schlaglichtartig erkennbar. Ausgerechnet über dem Staat

von Laptop und Lederhose kreist der Pleitegeier. Die Ver-

luste der BayernLB steigen alle paar Wochen um weitere

Millionen. Bei Familie Schaeffler in Franken rächt sich

der kecke Vorstoß, über zunächst verdeckte Aktienein-

käufe den Reifenhersteller Continental zu übernehmen.

Nach massiver Gegenwehr wird zwar ein Übernahme-

vertrag geschlossen, die Konditionen aber treiben den

Autozulieferer Schaeffler mit fortschreitender Krise an

den Rand des Ruins.

Derweil feiert die deutsche Bankenwelt Elefantenhoch-

zeiten, dpa berichtet, vor allem aus Frankfurt am Main,

von allen Phasen der „Vermählungen“. Abseits der Krise

erreichen Benzin- und Dieselpreise neue Höchststände

(Federführung im Landesdienst Nord), Steuerfahnder

führen Postchef Klaus Zumwinkel aus seiner Kölner Villa

(Federführung im Landesdienst NRW), der Porsche-Auf-

sichtsrat leitet die Übernahme der Mehrheit an Volks-

wagen ein (Federführung in den Landesdiensten Südwest

und Niedersachsen), und der Discounter Lidl (wieder

NRW) kommt häufiger in den dpa-Diensten vor, als es

seinen PR-Strategen lieb sein kann – wegen des Vorwurfs

der Bespitzelung von Mitarbeitern.

Eines der mittlerweile brisantesten und kompliziertesten

Kapitel der täglichen Arbeit sind die Geschichten rund

Postchef Klaus Zumwinkel (M.) wird

von Steuerfahndern am 14. Februar 2008

aus seinem Wohnhaus geführt.

Ein Haftbefehl wegen des Verdachts

60 Menschen erleiden Verletzungen.

auf Steuerhinterziehung liegt vor.

34 Foto: Boris Roessler

Foto: Federico Gambarini

3


Redaktion Redaktion

um Stars und Prominente – beheimatet im Ressort „Ver-

mischtes/Modernes Leben“. Gilt es doch, einerseits das

Informationsbedürfnis der Leser zu erfüllen, andererseits

aber auch Persönlichkeitsrechte zu beachten, die von Be-

troffenen oft genug im Sinne von Markenrechten behan-

delt werden. Die Gerichte gaben in den vergangenen

Jahren Belangen des Persönlichkeitsschutzes zunehmend

Vorrang vor dem Recht auf Information der Öffentlichkeit.

Für einen direkten und klaren Umgang mit der Öffentlich-

keit entscheidet sich Deutschlands reichste Frau, BMW-

Erbin Susanne Klatten. Sie fällt auf einen Gigolo herein.

Trotz der unweigerlichen Blamage schaltet Klatten die

Polizei ein – die dpa-Berichterstatter halten die Balance

zwischen Boulevard und Seriosität. Die enge Abstim-

mung mit der Rechtsabteilung sorgt hier für juristische

Sicherheit bei der Darstellung.

Ein Kriminalitäts-Fall ohne Beispiel wird im österrei-

chischen Amstetten aufgedeckt: Dort hat ein Mann seine

Tochter 24 Jahre lang im Keller gefangen gehalten, miss-

braucht und mit ihr sieben Kinder gezeugt. Drei der Kin-

der müssen mit ihrer Mutter in Gefangenschaft leben, bis

die Polizei den inzwischen 73-Jährigen festnimmt.

Der Vorstand der angeschlagenen

Mittelstandsbank IKB steht

vor Beginn der Hauptversammlung

am 27. März 2008 in

Beim folgenschwersten Erdbeben in China seit 1976 kom-

men mehr als 87 600 Menschen ums Leben. In der süd-

westchinesischen Provinz Sichuan und anderen Regionen

stürzen mehr als ,3 Millionen Gebäude ein. Neben den

aktuellen Nachrichten runden Beiträge zur Einordnung

des Geschehens, Erklärung technischer Details, Hinter-

gründe, Chronologien, Fragen und Antworten nicht nur

bei diesem Thema das journalistische Angebot ab – es

entstehen rund 200 Stücke in weniger als vier Wochen.

Über Monate prägt die Berichterstattung über Probleme

bei der Deutschen Bahn die Angebotspalette. So wird

ein Teil der ICE-Flotte wegen ungeklärter Schwierigkeiten

mit den Achsen aus dem Verkehr gezogen, nachdem in

Köln ein ICE 3 aus den Gleisen gesprungen war.

Auch im Kulturleben ist der Blick hinter die Kulissen gefor-

dert: Lange dauert das Tauziehen um die Nachfolge des

Bayreuther Festspielleiters Wolfgang Wagner, bis sie mit

dem Führungsduo Eva Wagner-Pasquier und ihrer Halb-

schwester Katharina schließlich feststeht. Bei dpa hat das

Thema Kontinuität, erneut lassen die Bayreuth-Experten

der Konkurrenz wenig Chancen zu glanzvollen Auftritten.

Apropos: Den Ehrenpreis für sein Lebenswerk weist Litera-

turkritiker Marcel Reich-Ranicki bei der Verleihung des

Deutschen Fernsehpreises zurück. Die Auswirkungen des

„Eklats“ auf den von ihm heftig kritisierten TV-Betrieb ste-

hen in spürbarem Missverhältnis zur Größe der Schlag-

zeilen, die sein Auftritt erzeugt hatte. dpa beleuchtet

die inhaltlichen Dimensionen der Debatte ebenso wie

Düsseldorf nebeneinander.

gegen Spanien in Wien.

36 Foto: Franz-Peter Tschauner

Foto: Peter Kneffel

37

die Form.

Als einzige Nachrichtenagentur unterhält dpa eine eigen-

ständige, dreiköpfige Wissenschaftsredaktion und kann

bei hoch komplexen Berichterstattungsgegenständen

Kompetenz an ihre Kunden weitergeben. Beispielhaft zu

nennen ist das Europäische Zentrum für Teilchenphysik

CERN bei Genf, wo – bis zur Panne nach neun Tagen –

Strahlen aus Atomkernen durch einen Teilchenbeschleu-

niger geschickt wurden.

Oder die Nobelpreise, immer wieder dpa-Domäne.

2008 geht der Medizin-Preis nach Deutschland an Ha-

rald zur Hausen aus Heidelberg. „Es ist wirklich erstaun-

lich, dass man von anderen fast als ein anderer Mensch

gesehen wird, als man es vorher war. Aber man ist als

Nobelpreisträger nicht allwissend. Ich lege großen Wert

Reaktionen der deutschen

Nationalmannschaft

nach dem verlorenen Finale

der UEFA EURO 2008

darauf, mein Leben so bald wie möglich wieder normal

führen zu können”, bekennt der bescheidene Preisträger

im dpa-Interview.

Andernorts geht es plakativer zu: „Emotionen erleben“ ist

das Motto der Fußball-EM in Österreich und der Schweiz.

Mit der deutschen Nationalmannschaft spielt auch das

dpa-Sportteam bis zum Finale mit. Der markante Slogan

der EM bleibt im Anschluss Programm. Nur knapp sechs

Wochen nach der „Euro“ beginnen in Peking die poli-

tisch brisantesten Olympischen Spiele der jüngeren Ver-

gangenheit. Ob es eine gigantische Propaganda-Show

sei oder ein Sportspektakel der Superlative ist nur eine

der Fragen, die eine differenzierte Darstellung erfordern.

Für dpa beginnt mit dem Einzug der Sportler ins „Vogel-

nest“ der Einsatz des ersten komplett integriert arbei-

tenden und alle Medienformen bedienenden Teams bei

einem internationalen Großereignis. Von der SMS vom

olympischen Gold bei den Ruderern bis zum Video vom

chinesischen Wochenmarkt, von der umfassenden Analy-

se der IOC-Arbeit in drei Sprachen bis zur strukturierten

Ergebnis-Meldung vom modernen Fünfkampf – mehr

als 70 dpa-Mitstreiter aus allen redaktionellen Einheiten


Redaktion Redaktion

der Unternehmensgruppe sorgen, unterstützt von einem

versierten Techniker-Team, dafür, dass das olympische

Feuer auch bei den dpa-Kunden in den folgenden drei

Wochen nicht erlischt. Der futuristische Newsdesk in der

chinesischen Hauptstadt und ein Olympia-Tisch in der

Heimat sichern einen reibungslosen Ablauf. Die IOC-Me-

dien-Kommission erkennt in der dpa entsprechend einen

„wichtigen Global Player“.

Dokumentation und Faktenredaktion

Angesichts der weiter steigenden Nachfrage nach Erklär-

stücken hat dpa für diese journalistische Form eine eigen-

ständige redaktionelle Einheit geschaffen. Die „Fakten-

redaktion“ kann entsprechenden Kundenbedürfnissen

noch zielgerichteter als bisher entsprechen. Über Hinter-

gründe, Stichwörter, Chronologien oder Infoboxen hin-

aus setzen die Redakteure verstärkt auch auf Expertenge-

spräche und ausführlichere Begleitstücke („Fragen und

Antworten“).

In der Dokumentation bedeutet die Fertigstellung der neu-

en Multimediadatenbank einen wichtigen Meilenstein.

Die „dpa-Plattform“ bietet Zugang zum vernetzten Wis-

sen der Agentur in Wort, Bild, Ton und Grafik. Sie erlaubt

die crossmediale Echtzeit-Recherche in den aktuellen

Diensten ebenso wie die sekundenschnelle Suche in den

Archiven. Mehr als 17 Millionen dpa-Beiträge sind abruf-

bar. Die Dokumentation stellt den Service Desk, über-

nimmt das Datenmanagement und regelt die Nutzer-

verwaltung. Inhalte werden automatisch mit Metadaten

angereichert, Kunden werden bei der Veredelung ihres

eigenen Contents entsprechend unterstützt. Darüber hin-

aus beschafft und vermittelt die Dokumentation kontinu-

ierlich Informationen für die Redaktionen der Unterneh-

mensgruppe und ist Anlaufpunkt für alle Fragen rund um

Research und Fact Checking. 2008 wurde zudem der

Servicebereich für die Profildienste der Agentur integriert.

Nachrichten für Kinder

Die dpa-Nachrichten für Kinder stoßen im zweiten Jahr

ihres Bestehens weiter auf großes Interesse – sowohl am

Markt als auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Das

multimedial angelegte Angebot mit Texten, Bildern, Gra-

fiken, Interaktiven Grafiken, Podcasts und Fotos zielt auf

junge Nutzer zwischen sechs und zehn Jahren. Die Zahl

der Kunden konnte – trotz eines insgesamt härter wer-

Am 6. Juli bekämpft die

Feuerwehr einen Waldbrand

bei Goleta. 2008 vernichten

die Feuer in Kalifornien ca.

denden Umfelds – weiter deutlich gesteigert werden.

Auch die journalistische Qualität sorgt für Aufmerksam-

keit: Die Redaktionsleiterin der dpa-Nachrichten für Kin-

der, Petra Kaminsky, wird im September in Nizza mit dem

europäischen Agenturpreis EANA-Award for Excellence

in News Agency Quality 2008 ausgezeichnet. Inhaltlich

folgt der Dienst den Höhepunkten des Basisdienstes wie

der Fußball-Europameisterschaft, den Olympischen Som-

merspielen, dem Krieg in Georgien, der Bankenkrise und

der Wahl in den USA. Kinder-Porträts aus politischen

Brennpunkten der Welt setzen zusätzliche Akzente.

Rubriken wie „Kinder und Medien“ oder Wissenschafts-

Berichte werden vertieft. Im Wahljahr bieten sich aktuell

neue Chancen, Politik-Themen jungen Zielgruppen näher

1600 Quadratkilometer Land.

bei Sotheby‘s ohne Galeristen.

38 Foto: Andrew Gombert

Foto: Andy Rain

39

zu bringen.

dpa-Themendienst

Für den Themendienst ist 2008 ein Boom-Jahr. Der

Umsatz steigt um fast sechs Prozent, und die Redaktion

weitet ihr Angebot erneut aus, vor allem in den

Bereichen Internet, Geld und Finanzen sowie Recht

und Verbraucher. Die im Frühjahr bei der Picture

Alliance eröffnete Bilddatenbank des Themendienstes mit

Symbolbildern ist nach wenigen Monaten erfolgreich

im Markt platziert. Zu den Kunden gehören vor allem

Rundfunkstationen und Zeitschriften.

Im Mai 2008 beginnt nach vier Wochen Testphase ein

weiteres neues Angebot der Redaktion, das vor allem auf

Zeitschriften und Anzeigenblätter mit anspruchsvollen In-

halten zielt: das dpa-Magazin mit acht Themenbereichen

wie etwa Auto, Bauen und Wohnen, Gesundheit und Er-

nährung sowie Geld und Recht. Das natürlich PR-freie

Produkt ist maßgeschneidert für diese Kundenkreise, in

Form und Länge der Texte ebenso wie bei den inhalt-

lichen Schwerpunken. Bereits im Herbst kann der Dienst

schwarze Zahlen schreiben. Innovativ startet das Team

mit dem Aufbau eines von Kundenseite angeregten, neu-

en Ressorts Hochschule und Bildung oder dem Ausbau

des online-orientierten Fachdienstes Themendienst Ge-

sundheit in 2009.

dpa-Ausland

Das Netz der deutschen Auslandskorrespondenten sowie

der im Ausland arbeitenden redaktionellen deutschen

Kunst Coup 2008:

Damien Hirst versteigert im

September „The Golden Calf“ und

über 220 weitere Werke direkt


Redaktion Redaktion

Ortskräfte ist ein dpa-Alleinstellungsmerkmal in vielerlei

Hinsicht. Die Korrespondenten sehen und beschreiben

die Welt aus der deutschen Sicht. Sie wissen, was in der

Heimat am Weltgeschehen interessiert. dpa kann auf die-

sem Wege beobachtender und damit neutraler beispiels-

weise über Kriege oder die Finanzkrise in den USA be-

richten. Die Expertise der Korrespondenten ist nicht selten

auch von ausländischen Kollegen gefragt. Man schätzt

ihren Rat, ihr Wissen und ihre Kollegialität.

Synergien großen Ausmaßes schafft die Zusammenarbeit

der deutschen Auslandskollegen mit den Mitarbeiternet-

zen der fremdsprachigen dpa-Dienste. Egal, für welchen

Dienst ein Mitarbeiter im Ausland arbeitet: Er bestückt

die breite Palette der dpa-Nachrichtendienste, für die

alle die gleichen strengen Qualitätsmaßstäbe gelten.

Der englische Weltnachrichtendienst

Die Zentrale des Englischen Dienstes zieht im Sommer

2008 von Cork in Irland nach Berlin. Der Wechsel – weg

von der Randlage ins Zentrum Europas, wo Kernthemen

und Kernmärkte des Dienstes ihr Zuhause haben – setzt

die erfolgreiche Entwicklung des Dienstes in den ver-

Proteste gegen Russland in Tbilisi.

Am 1. September 2008 ruft

Georgiens President Mikheil

gangenen Jahren fort. Die Kooperation mit anderen dpa-

Einheiten ist nun leichter, das Umfeld nachrichten-

freundlicher.

Zugleich aber ist der Umzug ein Einschnitt, der das Team

stark fordert. Die Konzentration der Redaktion in Berlin

geht einher mit einer Umstrukturierung und Expansion

des Bangkoker Desks. „Internal Networking“ und Initia-

tive für das gesamte Team – in einem kleinen Dienst wie

dem englischen mit seinem dritten Kopfbüro in Washing-

ton sind dies zentrale Qualitätsmerkmale.

Dies beweist sich etwa im Südossetien-Konflikt: Die Mos-

kauer Korrespondentin wird an die Grenze zwischen

Nord- und Südossetien entsandt; der Kollege aus Kiew in

die Krisenregion nach Tiflis. Die Abstimmung mit der Re-

daktion in Berlin und den Kollegen des Basisdienstes in

Moskau erfolgt rund um die Uhr, die Korrespondenten

spielen sich die Themen zu. So entstehen exklusive Repor-

tagen am Ort, die Eingang in alle Dienste finden. Im rus-

sisch-ukrainischen Gasstreit oder in der Berichterstattung

über den eskalierenden Nahostkonflikt funktioniert diese

Koordination reibungslos.

Der spanische Weltnachrichtendienst

Der Spanische Dienst, 24 Stunden rund um die Uhr im

Wechsel in Madrid und Buenos Aires produziert, steht

traditionell im besonders harten Konkurrenzkampf zu

den staatlich massiv subventionierten Agenturen efe

(Spanien) und AFP (Frankreich). Dennoch gelingt es auch

2008, die Zahl der Kunden zu halten und sogar noch

leicht zu erhöhen. Im spanischsprachigen Ausland ist

2008 die Berichterstattung über den Georgien-Krieg

wichtig, um dpa als Referenzagentur in dem umstrittenen

Markt zu konsolidieren. Eine deutliche Nutzung mit allen

Facetten von aktueller Meldung, Analyse, Reportage und

Hintergrundmaterial ist die Folge. Lateinamerikanische

Premium-Zeitungen wie La Nación und Clarín in Buenos

Aires oder Milenio in Mexiko übernehmen reichlich. Um-

fangreicher Abdruck wird auch bei Dauerthemen wie

dem Übergangsprozess in Kuba, dem US-Wahlkampf

oder der Finanzkrise beobachtet – und dies, obwohl die

subventionierten Agenturen weit mehr Reporterkraft auf-

wenden können.

Im Sport ist dpa klar die bestgedruckte Agentur in spa-

nischsprachigen Medien mit der Fußball-Europameister-

3. November 2008.

Vier SPD-Landtagsabgeordnete wollen

nicht für ihre Vorsitzende Ypsilanti als

schaft. Der spanische Dienst liefert mit der Berichterstat-

tung über die Olympischen Spiele in Peking eine beein-

druckende Leistung und bestätigt seine Spitzenposition

auch in der internationalen Tennis-Berichterstattung. Im

Kulturbereich sind die Berichte über die Filmfestivals in

Berlin, Mar del Plata und Cannes besonders erfolgreich.

Deutlich steigend genutzt wird der Literaturteil des spa-

nischen dpa-Dienstes.

Arabischer Weltnachrichtendienst

Der in Kairo ebenfalls rund um die Uhr produzierte ara-

bische Weltnachrichtendienst der dpa erlebt erneut eine

deutliche Steigerung der Abonnentenzahl. Journalistisch

wird ein Schwerpunkt auf die „Personalisierung“ der Be-

richterstattung gelegt, die im arabischen Raum besonders

nachgefragt ist.

Exklusives Material, vor allem herausragende Interviews

wie das mit dem ägyptischen Präsidentschaftskandidaten

Eiman Nour, der zu fünfjähriger Haft verurteilt war und

dessen Frau für dpa die Fragen ins Gefängnis transpor-

tierte, schlagen Wellen in Ägypten. Gespräche mit einem

Hamas-Minister im Gaza-Streifen oder mit dem libane-

Saakashvili die Unabhängigkeit aus.

Ministerpräsidentin stimmen.

40 Foto: Zurab Kurtsikdze

Foto: Boris Roessler

41


Redaktion Redaktion

sischen Politiker Walid Dschumblad finden Resonanz im

gesamten arabischen Raum. Gleiches gilt für Interviews

mit sudanesischen Politikern nach dem Bekanntwerden

der Absicht, den sudanesischen Präsidenten vor interna-

tionale Gerichte zu stellen, oder mit einflussreichen iraki-

schen Politikern.

Weit vor der Konkurrenz berichtet der arabische Dienst

über die Freilassung deutscher Geiseln im Jemen. Immer

wieder finden dpa-Eilmeldungen ihren Weg auf die Bild-

schirme des arabischen Nachrichtensenders Al Dscha-

sira oder seiner Konkurrenz. Nicht zuletzt einem Kunden-

wunsch folgend startet dpa Anfang Dezember 2008

einen Sonderdienst mit bebilderten arabischen Features.

Etwa 30 Kunden testen den Dienst zurzeit.

Europadienst

Der einzige deutschsprachige Auslands-Nachrichten-

dienst, der Europadienst, kann seinen Umsatz 2008 trotz

eines schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes im Vergleich

zum Vorjahr leicht erhöhen und damit die Prognosen

deutlich übertreffen. Als wichtigster Neukunde wird eine

Zeitung in der Nordschweiz hinzugewonnen. Kundenge-

spräche in Basel, Bern und Wien zeigen, dass der Euro-

padienst mit seinem journalistischen Ansatz, das Gesche-

hen in Deutschland und der Welt speziell für die deutsch-

sprachigen Leser im Ausland aufzubereiten, nach wie vor

richtig liegt. Gelobt werden von den Kunden immer wie-

der die Zuverlässigkeit des Dienstes sowie die „maßge-

schneiderten Hintergründe zur deutschen Politik“.

Bilderdienste

Ob Peking oder Paderborn, die Fotografen der dpa sind

am Ort und berichten mit ihren Bildern von den großen

Ereignissen rund um die Welt, genauso wie aus der Regi-

on nebenan. Keine Agentur deckt das Geschehen in

Deutschland so zuverlässig und kompetent ab und richtet

bei der internationalen Berichterstattung den Fokus so

gezielt auf die deutschen Interessen. Zusammen mit den

Partnern der European Pressphoto Agency epa und den

großen europäischen Agenturen liefern die dpa-Bilder-

dienste einen journalistisch selektierten und dabei umfas-

senden Blick auf das internationale Geschehen.

Die olympischen Spiele in China sind für die dpa-Bilder-

dienste eine der großen Herausforderungen des Jahres

Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki

lehnt am 11. Dezember bei der Verlei-

hung des Deutschen Fernsehpreises

2008, die mit Bravour gemeistert werden. Mehr als

20.000 Bilder sendet der dpa-Bildfunk in den entschei-

denden zweieinhalb Wochen aus Peking. Ein Team aus

40 Fotografen und 1 Bildredakteuren sorgt für eine kre-

ative und umfassende Bildberichterstattung, die auch in-

ternational als herausragend gewürdigt wird.

Mehr als 2 0.000 Bilder erhielten die Kunden des dpa-

Bildfunks im vergangenen Jahr insgesamt. Darunter auch

viele preiswürdige Motive, die mit hervorragenden Plat-

zierungen bei nationalen und internationalen Fotowett-

bewerben, wie World Press Photo, der Rückblende oder

dem Sven-Simon-Preis belohnt wurden.

dpa-infografik service

Vier große Kundenkonferenzen zu Jahresbeginn stehen

für ein sich wandelndes Selbstverständnis des Grafik-

Teams: Vom Zulieferer zum Partner, und vom Rohstofflie-

feranten zum Teil des Illustrationsteams beim Empfänger.

Dementsprechend wird bei diesen Treffen mit Infografi-

kern und Redakteuren aus vielen Zeitungshäusern die

Qualität der dpa-Grafik überprüft, und die Ergebnisse

des Austauschs fließen unmittelbar in die tägliche Arbeit

ein. Um dies zu unterstreichen, wird mit dem dpa-infogra-

fik-award erstmals im deutschsprachigen Raum ein Preis

für tagesaktuelle Infografiken vergeben. Das Echo

rechtfertigt sowohl quantitativ als auch vor allem qualita-

tiv die Fortsetzung dieser Initiative in 2009.

Namhafte Unternehmen aus der Konsumgüterindustrie

gehören inzwischen zum Kundenkreis der dpa-Auftrags-

grafik, die in Kooperation mit der news aktuell GmbH

vertrieben wird. Auf den Roadshows von news aktuell hat

das Grafikangebot einen festen Platz. Die ausführliche

Beratung nimmt dabei einen breiten Raum ein. Sie wird

von einem eigens eingerichteten Desk gewährleistet.

dpa-infocom

Die dpa-infocom baut im Jahr 2008 ihre Position im Be-

reich interaktiver Grafiken erheblich aus. Die Sport-Groß-

ereignisse oder die Präsidentschaftswahlen in den USA

werden in attraktiven Live-Tickern und interessanten Hin-

tergrundgrafiken aufbereitet, die am Markt auf große

Akzeptanz stoßen. Bei den Online-Nachrichtendiensten

der dpa-infocom, den „WebLines“, steht die Anreiche-

rung der Feeds mit wertvollen Meta-Informationen im

Eine Börsenmaklerin beobachtet am

12. Dezember 2008 fallende Kurse vor

einer Anzeigentafel für Aktienkurse an

den Ehrenpreis für sein Lebenswerk ab.

der Frankfurter Wertpapierbörse.

42 Foto: Oliver Berg

Foto: Frank May

43


Redaktion

Vordergrund. In einem Feldversuch mit den Landesdiens-

ten Nord und Niedersachsen/Bremen wird eine Metho-

de entwickelt, wie Autoren in ihren Meldungen und Be-

richten bereits an der „Quelle“ verlässliche Ortsinforma-

tionen liefern. Nach dem erfolgreichen Abschluss des

Feldversuchs im Norden führt dpa das Verfahren Anfang

2009 in allen Landesdiensten ein.

Im Rahmen der Runderneuerung des technischen Funda-

ments der Sportergebnis-Berichterstattung nimmt für die

gesamte Gruppe das neue System SPORTS den Betrieb

auf. Die Einführung soll 2009 weitgehend abgeschlossen

werden. Aus diesem System können die Kunden Sporter-

gebnisse und Statistiken in einem strukturierten Format

abrufen und automatisiert in ihre Redaktionssysteme ein-

lesen. Auf diesem Weg sparen sie die signifikanten Kos-

ten, die durch einen Medienbruch anfallen, wenn Sport-

ergebnisse per Hand verarbeitet werden müssen. Auf der

dpa-Mobilfunkplattform MINDS etabliert sich 2008 er-

folgreich ein Baukastensystem zu Einrichtung mobiler Por-

tale. Das System wird kurzfristig von sieben Verlagen

gebucht, um insgesamt 19 mobile Portale einzurichten.

dpa – audio & video service

Die Audio- und Video-Dienste blicken trotz redaktioneller

Erfolge auf ein schwieriges Geschäftsjahr zurück. Der neu

gegründete Video-Service bleibt in den Erlösen hinter

den Erwartungen, und auch der Audiodienst bekommt

die wirtschaftlichen Probleme einiger seiner Kunden deut-

lich zu spüren. Positiv hingegen entwickelten sich die Ge-

schäfte im wichtigsten Auslandsmarkt, der Schweiz. Der

Radiomarkt verzeichnet wie auch der Fernsehmarkt ins-

gesamt einen Einbruch bei den Werbeumsätzen. Das

Audio-Modul „Gesprochene Nachrichten“ kann nicht

mehr kostendeckend produziert werden. Beim Kurznach-

richtendienst (Textausgabe) gibt es hingegen keine nen-

nenswerten Veränderungen, auch der Kundenstamm für

Audiostücke bleibt weitgehend stabil. Auf die Schwierig-

keiten am Videomarkt reagiert dpa mit inhaltlichen

Spezialangeboten, Themenpaketen, „Video on Demand“

und einem flexiblen Preismodell. Aktuell sind einige viel-

versprechende Produkte und alternative Vermarktungs-

modelle im Angebot.

Inhaltlich steht das Jahr 2008 ganz im Zeichen der Sport-

Großereignisse, die der audio & video service mit eige-

nen Reportern besetzt. So trägt er maßgeblich zum

multimedialen Gesamterfolg der dpa bei. Als weiteren

Geschäftszweig testet das Videoteam die Resonanz auf

die Zweitverwertung von TV-Inhalten. Erfolgreich sind

Video-Themenpakete zu publikumswirksamen Ereignissen.

dpa RegioData und GlobalData

Einen neuen journalistischen Ansatz wählt die dpa beim

Anfang des Jahres gestarteten Dienst dpa-RegioData.

Mit Methoden aus dem Computer Assisted Reporting

recherchiert und analysiert die Redaktion wöchentlich

drei Themen auf Basis von Daten und Fakten. Der Dienst lie-

fert zu jedem Thema individuelle Grafiken, Tabellen und

Diagramme für ein jeweils festgelegtes regionales Profil

sowie einen zusammenfassenden und einordnenden

Text. Themen von überregionaler Relevanz können so auf

das Kunden-Verbreitungsgebiet heruntergebrochen und

durch eigene Recherchen ergänzt und vertieft werden.

So kommen auch neue, exklusive Geschichten ans Tages-

licht. Die Redaktion nutzt zuverlässige Quellen aus allen

Fachgebieten. Neben Ministerien, Ämtern und Behörden

zählen dazu auch Wissenschafts- und Forschungsrein-

richtungen, Verbände, Vereine und Organisationen so-

wie kommerzielle Datenanbieter. So entstanden 2008

rund 1 0 Analysen aus allen Ressorts.

Parallel zur Etablierung von RegioData entwickelte die

Redaktion mit dpa-GlobalData ein entsprechendes An-

gebot für den internationalen Markt und startete im No-

vember die Testproduktion für Medien- und Businesskun-

den im In- und Ausland.

Weiterbildung

Die Sport- Ereignisse prägen Teile des internen Weiterbil-

dungsprogramms der dpa, das seit 2006 institutionali-

siert ist und von eigens dafür freigestellten Redakteuren

betreut wird. So diskutieren während der Seminare

„Spiele mit Stimulanz“ insgesamt 30 Redakteure die pro-

blematische Berichterstattung über Doping. Fachlich be-

gleitet werden sie dabei von Ulrike Spitz von der Natio-

nalen Anti-Doping-Agentur NADA und Prof. Wilhelm

44 4

Redaktion

Schänzer, Dopinganalytiker und Leiter des Instituts für

Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Um

rechtliche Fallstricke nicht nur bei diesem Thema geht es

im Seminar „Journalisten im (Un)recht?“. Insgesamt konn-

ten die 340 Teilnehmer in 2008 zwischen 23 Seminaren

zu sechs Themenbereichen auswählen.

Die wachsenden Herausforderungen im Redaktionsalltag

sind ohne kontinuierliche Weiterbildung kaum mehr zu

meistern. Erfahrung und Expertise aus bisher 72 internen

Veranstaltungen zu 17 Themen mit mehr als 1.000 Teil-

nehmern stellt dpa 2009 erstmals auch anderen Medien

zur Verfügung. Bei diesen Seminaren bieten Profis Weiter-

bildung für Journalisten, die den medialen Herausforde-

rungen von heute und morgen offen und gestärkt begeg-

nen wollen. Neben dem fest terminierten Angebot an

verschiedenen dpa-Standorten gibt es auch umfassende

Möglichkeiten für Inhouse-Seminare.


No. 1

Barack Obama – auch bei dpa die

unumstrittene Nummer 1. Die Vielfalt der dpa-

Berichterstattung zur Person Obamas und

dessen Wahlkampf umfasst Wort- und Bildbeiträge,

Bewegtbild- und Audio-Dateien sowie speziell

für die digitalen Medien bearbeiteten Content.

Das gesamte von dpa aufbereitete Material

zum neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten von

Amerika kann man mit ca. 25.000 Meldungen

und Beiträgen nur schätzen. Wir finden, genau die

richtige Menge an Information, denn die Welt

sollte wissen, wie ihr mächtigster Mann denkt.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama spricht vor seinen Anhängern während des Wahlkampfes

in Manassas, Virginia am 03. November 2008, einen Tag vor den Präsidentschaftswahlen. Foto: Denny Henry


Kopfzeile links

Vertrieb

Trotz der weltweiten Finanz- und Wirtschafts-

krise, die sich im vierten Quartal auch auf den

Medienmärkten deutlich zuspitzte, war 2008

für den Vertrieb der dpa ein erfolgreiches Jahr.

Unter dem Strich konnten die Umsätze für die

klassischen Wortdienste und neue Produkte im

In- und Ausland mit einem Plus von 0,5 Prozent

Ieicht gesteigert werden. Beim dpa-Bildfunk

stiegen die Erlöse um rund ein Prozent.

lm Inland trugen hierzu besonders neue und

innovative Produkte der Agentur sowie der Ge-

winn von Neukunden aus dem Bereich der Un-

ternehmenskommunikation bei. Eine verstärkte

Nachfrage kam zudem aus dem Online-Markt.

Auf den Auslandsmärkten legten der Europa-

dienst und die Weltnachrichtendienste in Eng-

lisch, Spanisch und Arabisch erneut zu. Positive

Effekte brachten zudem die Fußball-Europa-

48

meisterschaft in der Schweiz und Österreich

sowie die Olympischen Spiele in Peking.

Mit einer Anpassung der internen Strukturen an

die sich rasch wandelnden Erfordernisse des

Medienmarktes konnte der Vertrieb Inland die

Positionierung der dpa als führendem Anbieter

multimedialer Inhalte 2008 erfolgreich fortset-

zen. So unterstützt ein neuer auf die Bereiche

Online/Mobil und lT-Dienstleistungen fokussier-

ter Fachvertrieb die Kunden bei der Auswahl

und Anpassung von Produkten und Dienstleis-

tungen der dpa-Gruppe an ihre spezifischen

Anforderungen. Die Zusammenführung der Be-

reiche Marketing, Backoffice und technische

Kundenbetreuung in der Hamburger Zentrale

ermöglicht auf Basis des weiterentwickelten

CRM-Systems (Customer Relationship Manage-

ment) eine noch bessere Steuerung der zuneh-

mend komplexen Kundenbeziehungen.

Vertrieb Inland

Positive Akzente setzte 2008 die Entwicklung der On-

line-Märkte. So legte die Nachfrage nicht nur bei den

klassischen Wort- und Bilderdiensten der Agentur spür-

bar zu. lm Bereich der Live-Ticker für laufende Wettbe-

werbe der populären Liga-Sportarten und sportliche

Großereignisse wie Fußball-Europameisterschaft und

Olympische Spiele konnten die Umsätze der dpa-info-

com fast verdreifacht werden. Auch die Nachfrage bei

den über die Mobilfunk-Plattform unterstützten SMS-

Diensten zog deutlich an.

Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der

anhaltende Rückgang der Print-Auflagen sich weiterhin

unmittelbar auf die Erlössituation der dpa auswirkt. Dass

es gelungen ist, den Umsatz mit Wortdiensten im Inland

leicht um 0,34 Prozent zu steigern, liegt nicht nur an

den beiden zurückgekehrten Kunden Rhein-Zeitung aus

Koblenz und Wetzlarer Neue Zeitung, sondern vor allem

auch an der Einführung neuer journalistischer Angebote.

Wie sich Innovation auf der Basis von hochwertigem

Nachrichtenjournalismus als der Kernkompetenz der

Agentur auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten aus-

zahlt, zeigt das Beispiel „Nachrichten für Kinder“. Dieses

erste altersspezifische Agentur-Produkt konnte die Zahl

seiner Kunden im ersten Jahr nach dem Marktstart auf 6

nahezu verdoppeln. Von der Allianz der Europäischen

Nachrichtenagenturen (EANA) wurde das erfolgreiche

crossmediale Angebot für Sechs- bis Zehnjährige mit

dem „Award für Excellence in News Agency Quality“

ausgezeichnet. «Mit den „dpa-Nachrichten für Kinder“

hilft die Agentur den Verlegern konstruktiv dabei, die

nächste Generation der Nachrichtenleser zu gewinnen»,

hieß es in der Begründung der Jury.

Die zunehmende Bedeutung digital aufbereiteter und ver-

fügbarer Inhalte spiegelt die Entwicklung von dpa-Regio-

Data und der dpa-Plattform wider. Mit dpa-RegioData

testeten bisher mehr als 0 Kunden ein neues Angebot

journalistischer Maßkonfektion. Die Redaktion recher-

49


Vertrieb Vertrieb

chiert auf Basis digital verfügbarer Daten und Fakten The-

men aus allen Ressorts und bereitet das Ergebnis nach

Vorgabe der Kunden auf. Bundesweite Entwicklungen

können so auf das eigene Verbreitungsgebiet herunterge-

brochen werden, Zeitungen können damit ihre regionale

und thematische Kompetenz vertiefen. Ergänzt wird

dieses Produkt aus dem Bereich Datamining künftig um

mehrsprachige Text- und Grafikangebote zu Themen mit

europäischer und globaler Relevanz.

Über die dpa-Plattform wurden bereits im ersten Jahr

nach dem Start Inhalte mit einem Umsatzvolumen von

rund einer Million Euro ausgeliefert. Angepasst an die

individuellen Bedürfnisse der Nutzer eröffnet die Platt-

form den Zugang zur gesamten Produktpalette der dpa

neben Realtime-Nachrichten, -Bildern und -Grafiken zählt

dazu auch die Termindatenbank mit mehreren tausend

aktuellen und künftigen Ereignissen. Kunden können über

die Plattform zudem ihre eigenen Inhalte erschließen

lassen – ein entscheidender Faktor bei der Frage der Ge-

nerierung von Mehrwert.

Mit dpa-video hat sich die dpa-Gruppe im Bereich Be-

wegtbilder neu positioniert. Mehr als 40 Kunden nutzten

2008 das facettenreiche Angebot tagesaktueller Nach-

richtenvideos im Abonnement oder als Einzelbezug. Die

Entwicklung des weiterhin durch zum Teil kostenlose An-

gebote geprägten Marktes der Bewegtbilder ist jedoch

nach wie vor offen und stellt für die Zukunft eine beson-

dere Herausforderung dar. So ist für 2009 ein Relaunch

des Video-Angebots vorgesehen.

Bei der Zweitverwertung ihrer Wortdienste ist die Agen-

tur weiterhin auf klarem Wachstumskurs. Die Umsätze

von dpa-select mit Unternehmen und institutionellen Kun-

den stiegen um rund fünf Prozent. Besonders erfreulich

ist, dass sich dieser Zuwachs nicht aus Sondereffekten

wie Sportgroßereignissen oder Preisanpassungen speist,

sondern auf eine Vielzahl neuer Kunden zurückzuführen

ist. So konnten unter anderem die Bundesbank, die Bay-

erische Landesbank und die Haufe Mediengruppe unter

Vertrag genommen werden. Auch im Bereich des Han-

dels wurden mit der Schwarz-Gruppe (Lidl), Rewe, Aldi-

Süd und Nestlé wichtige neue Bezieher hinzugewonnen.

Erneut erfolgreich war der dpa-Themendienst, der bei

den Umsätzen um fast sechs Prozent zulegen konnte.

Hier fand mit dem dpa-Magazin auch ein neues, auf den

Bedarf von wöchentlichen Publikationen zugeschnittenes,

Produkt von Beginn an positive Resonanz am Markt.

Beim dpa-Bildfunk konnten Rückgänge im Kernmarkt der

Zeitungen durch Neugeschäfte mit Online-Anbietern und

Nachfrage außerhalb der klassischen Medienkunden

mehr als ausgeglichen werden. Im Zweitmarkt Bild konnte

trotz eines zunehmend schwierigeren Marktumfeldes das

hohe Niveau des Vorjahres nahezu gehalten werden. Da

die Erlöse der Picture Alliance auch mit weiteren Partner-

agenturen deutlich zulegten, konnte der Marktanteil der

dpa-Gruppe im Segment Secondary Sales weiter ausge-

baut und die Position gefestigt werden.

Vertrieb Ausland

Produktinnovationen und die erfolgreiche Vermarktung

von fremdsprachigen Sonderpaketen zu den großen in-

ternationalen Sportereignissen kennzeichneten das Aus-

landsgeschäft der dpa. Der Markt entwickelte sich weiter-

hin stabil, die Kundenbasis konnte weltweit erweitert

werden. Besonders positiv entwickelte sie sich in Spanien.

Um den weiter steigenden Bedarf an qualitativ hochwer-

tigen Wortdiensten im Nahen Osten zu bedienen, startete

dpa im Herbst einen neuen bebilderten wöchentlichen

Reportagedienst in arabischer Sprache. Ein weiterer spa-

nischsprachiger Dienst mit ein bis zwei illustrierten Themen-

paketen pro Monat wurde im Spätsommer konzipiert und

wird seit Ende des Jahres in Spanien und Lateinamerika

0 1

angeboten.

Ebenfalls im vierten Quartal übernahm dpa die Syndizie-

rung des Nachrichtendienstes des asiatischen Zeitungs-

netzwerkes ASIA NEWS NETWORK (ANN). Durch die

Kooperation mit ANN stehen die Inhalte von 18 zumeist

meinungsführenden Zeitungen aus 17 asiatischen Län-

dern für eine weltweite Vermarktung zur Verfügung.

Alle fremdsprachigen Weltnachrichtendienste der dpa

entwickelten sich im Auslandsvertrieb positiv, obwohl der

schwache Wechselkurs des US-Dollar das Ergebnis er-

neut negativ beeinflusste. Der Englische Dienst konnte bei

den Umsätzen um 3,6 Prozent, der Arabische Dienst um

7,8 Prozent zulegen. Der Spanische Dienst, im Jahr zuvor

noch Spitzenreiter unter den fremdsprachigen Weltnach-

richtendiensten, steigerte den Umsatz um 2 Prozent. Das

Auslandsgeschäft insgesamt, also der Vertrieb aller dpa-

Dienste im Ausland, nahm 2008 um ,7 Prozent zu.


0 -Toleranz

Während in Beijing die Olympischen Spiele

eröffnet werden, nimmt die Polizei

in Nepal fast 1400 Exil-Tibeter fest.

Der Dalai Lama hat sich allerdings nicht

für einen Boykott ausgesprochen. Er fordert

stärkere Autonomie innerhalb Chinas

für seine Heimat. Die Situation in Tibet ist

im Olympiajahr 354 Mal Thema bei dpa,

mehr als 50 Korrespondentenberichte begleiten

einordnend die aktuellen Geschehnisse.

Zur Verleihung des Medienpreises 2008 tritt der Dalai Lama am 1 . Mai in Frankfurt vor die Presse. Die Auszeichnung

wurde ihm zum Gedenken an den 0. Jahrestag seiner Vertreibung aus Tibet verliehen. Foto: Boris Roessler


Kopfzeile links

Personal

Eine deutliche Steigerung beim Personalauf-

wand auf nunmehr rund 56,8 Mio. Euro prägte

das Jahr 2008. Sie ist vor allem darauf zurück-

zuführen, dass sich die im August 2007 statt-

gefundene Lohnerhöhung im Jahr 2008 voll

ausgewirkt hat und zudem umfangreich

Altersteilzeitverträge und Aufhebungsverein-

barungen abgeschlossen werden konnten.

4

Investitionen in die regionale Berichterstat-

tungskompetenz und Vorsorgemaßnahmen

angesichts der schwer abschätzbaren Folgen

der Finanzkrise kamen hinzu. Konsolidierungs-

maßnahmen führten dazu, dass die absolute

Beschäftigtenzahl zum 31. Dezember 2008 mit

813 fast auf dem Vorjahresniveau (814) gehal-

ten werden konnte.

Personalstand

Im vergangenen Jahr blieb die Zahl der fest angestellten

Beschäftigten zum Stichtag mit 813 (minus 1) fast unver-

ändert. Leichte Verschiebungen gab es in der Mitarbei-

terstruktur: 4 6 Redakteure im In- und Ausland, 167 An-

gestellte im Redaktionsdienst im In- und Ausland (inklusive

33 Volontäre) sowie 190 in der Technik, der Verwaltung

und dem Verkauf. Knapp 4 Prozent aller Beschäftigten

waren Frauen. Die Erhöhung der Beschäftigtenzahlen im

Jahresmittel erklärt sich durch Investitionen in die regio-

nale Berichterstattung. Einzelpersonelle Maßnahmen hat-

ten ihren Schwerpunkt in der Anpassung an die sich ver-

Entwicklung der Personalkosten in TEuro

2008 6.809

2007 2.909

2006 3.492

200 3.816

Zahl der Mitarbeiter zum 31.12. 2008

Gesamt Mitarbeiter

ändernden Anforderungen. Hierbei kam es vor allem

darauf an, die erforderlichen Veränderungen einver-

nehmlich und ohne negative Auswirkungen auf die inter-

nen Abläufe zu realisieren. Zudem galt es, die zahl-

reichen Neueinstellungen des Jahres 2007 in das Unter-

nehmen zu integrieren.

Personalaufwendungen

Im Jahr 2008 betrugen die Aufwendungen für Löhne und

Gehälter sowie Sozialabgaben und Altersversorgung bei

der dpa 6.809.497,32 (im Vorjahr: 2.908. 43,33 Euro).

Aus den eingangs genannten Gründen kam es zu einem

2008 813 4 6 167 190

2007 814 4 1 169 194

2006 769 412 171 186

200 771 410 183 178

• Redakteure im In- und Ausland • Angestellte im Redaktionsdienst im In- und Ausland • Technik, Verwaltung und Verkauf


Personal Personal

deutlichen Anstieg der gesamten Personalaufwendungen

(plus 7,37 Prozent). Rund die Hälfte dieser Mehrkosten

entstand durch Einmalkosten im Rahmen von Vertragsbe-

endigungen und durch Altersteilzeitvertragsverhältnisse,

die dem gleichen Ziel dienten.

Personalentwicklung

Das Thema Teamentwicklung und das bessere Zusam-

menspiel in kleinen und großen Teams hat 2008 weiter

an Bedeutung gewonnen. dpa hat viele Ressourcen in

den Ausbau und die Weiterentwicklung von Teams inves-

tiert. Prozessoptimierungen und Umstrukturierungsmaß-

nahmen wurden in vielen Fällen aus den betroffenen

Teams heraus entwickelt und vorangetrieben. Bei Bedarf

kamen dabei externe Coaches zum Einsatz. Mit diesem

Vorgehen eröffnet dpa den Mitarbeitern ein hohes Maß

an Mitgestaltungsmöglichkeiten. Gleichzeitig dient es

der Entfaltung ihrer kreativen Potentiale. Leistungsträger

werden auf diese Weise sehr gut gefördert und weiter-

entwickelt, und dpa schafft damit eine hohe Identifikation

mit den erforderlichen Veränderungen. Darüber hinaus

konnten standortübergreifende Aktivitäten im Bereich

Teamentwicklung auf den Weg gebracht werden. Sie för-

dern einen intensiven Wissens- und Erfahrungsaustausch,

von dem alle Beteiligten vielfach profitieren.

Wie auch in den vergangenen Jahren wurden Seminare

zu den Themen Urheberrecht, Recht am eigenen Bild und

Wirtschaftsjournalismus, Managementtrainings, Führungs-

kräfteworkshops, Schulungen in Arbeits- und Betriebs-

verfassungsrecht sowie Methoden des persönlichen

Management-Stils nicht nur intern angeboten, sondern

dpa öffnet solche Schulungen auch erfolgreich für Dritte.

So kann aus eigener Kraft geschöpftes Know-how direkt

weitergegeben und der intensive, professionelle Aus-

tausch mit den Kunden gefördert werden.

Die Ausbildung neben den Redaktions-Volontariaten wird

jedes Jahr bei dpa kontinuierlich weiter ausgebaut. Im

IT-Bereich wurde der Ausbildungsberuf des Anwendungs-

entwicklers in 2008 mit in das Portfolio aufgenommen.

Die Auszubildenden werden bei dpa sehr individuell ge-

fördert und betreut, so dass das Unternehmen bisher sehr

motivierte und engagierte Mitarbeiter gewinnen konnte.

Zudem fördern wir den Austausch der Azubis innerhalb

der Konzerngruppe, so dass es für die Beteiligten mög-

lichst häufig Gelegenheit gibt, über den „Tellerrand“ hin-

aus zu schauen. Weiterhin verstärken wir im IT-Bereich

die bilinguale Ausbildung, die einen zweiwöchigen Auf-

enthalt in einem College in Chicago mit einschließt. dpa

investiert, insbesondere durch individuelle, mehrschich-

tige Auswahltests, Einzelinterviews und gemeinsame

Gruppenveranstaltungen, entsprechend viel Zeit und En-

gagement in die Auswahl der Auszubildenden. Auch für

das kommende Jahr sollen dieser Aktivitäten weiter aus-

gedehnt werden.

Arbeitnehmervertretung

Aus betriebsverfassungsrechtlicher Sicht standen 2008

die Vorbereitungen zur Auslagerung des IT-Bereiches im

Zentrum. In intensiven Abstimmungsprozessen wurden

mit den Arbeitnehmervertretern Lösungen für die mit einer

derartigen Ausgründung verbundenen Probleme erarbei-

tet. Diese Vorgehensweise war zwar aufwändig, führte

aber dazu, dass die Belegschaft nicht nur im formalen

Sinne mitgenommen wurde, sondern auch die mit diesem

Schritt verbundenen Chancen erkennen konnte. Daran

hatten die Betriebsräte einen wesentlichen Anteil.

Einen weiteren betriebsverfassungsrechtlichen Schwerpunkt

bildeten die zunehmenden Aktivitäten des Konzernbe-

triebsrats. Gingen wesentliche betriebsverfassungsrecht-

liche Aktivitäten bisher vor allem vom Gesamtbetriebsrat

aus, gab es im Jahr 2008 vermehrt Gespräche und Ver-

handlungen mit dem Konzernbetriebsrat. Einige der da-

bei angesprochenen Themenfelder konnten mit entspre-

chenden Konzernbetriebsvereinbarungen abschließend

geregelt werden. Da aber die Tochtergesellschaften, die

in diesem Gremium vertreten sind, sehr unterschiedliche

Strukturen und Unternehmens-Kulturen aufweisen, entstand

zusätzlicher Abstimmungsbedarf.

Hinsichtlich der bei den letzten Tarifverhandlungen ent-

wickelten Gehalts-Eingangsstufe für Journalisten, Tarif-

gruppe Start (TGS) genannt, zeichnet sich ab, dass sich

die Tarifpartner nicht mehr für deren Verlängerung ein-

setzen werden.

6 7


Platz 1

oder Platz 2

Der Favorit stürzt mit seiner

Mannschaft vom 1. auf den 2. Platz.

Die Herausforderin stürzt auch – nämlich

über 4 ihrer Mannschaftskameraden.

Keiner hat gewonnen. Fehlstart.

Neue Aufstellung. dpa bleibt am Ball.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch steigt in Offenbach am 08. Januar 2008 aus seinem Wahlkampf-Bus.

Foto: Boris Roessler


Kopfzeile links

IT

24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr ist die IT

der dpa in der Pflicht: Die Systeme der Agentur

dürfen nicht stehen bleiben. Allein in den

deutschsprachigen Diensten wurden im Jahr

2008 rund 575.000 Meldungen übermittelt,

und jede einzelne musste in korrektem Format

und auf zuverlässigem Weg zu den Abnehmern

gebracht werden. Diesem Output stehen bei-

spielsweise knapp 50.000 E-Mails gegenüber,

die täglich dpa erreichen. Hier ist es beispiels-

weise Aufgabe der IT, genau jene knapp 200

zu identifizieren, die Viren, gefährliche Anhän-

60

ge oder andere Schadprogramme enthalten.

Und zugleich dafür zu sorgen, dass die mehr

als 45.000 Spam-Mails nicht die elektronischen

Briefkästen der Redaktionen verstopfen, son-

dern möglichst unbemerkt im virtuellen Nichts

verschwinden. Auch ökonomische Überlegun-

gen spielen eine wichtige Rolle: 140 virtuelle

Server ersetzen beispielsweise 280 ansonsten

notwendige Hardware-Neukäufe. Sie werden

auf insgesamt acht realen Maschinen betrie-

ben – die Wirtschaftlichkeit ist damit um den

Faktor 35 gestiegen.

Wenn eine Nachricht – sei es in Text oder Bild, als Video

oder Grafik – dpa verlässt, trifft sie bei den Kunden der

Agentur auf unterschiedlichste Erwartungen: Klassisch

wird sie in den verschiedenen Redaktionssystemen verar-

beitet. Viele wollen sie auf mobile Endgeräte leiten oder

sie in ein Online-Angebot integrieren, und wieder ande-

re speichern sie ab, um sie gemeinsam mit anderem, zu-

sätzlich zum Thema gesendeten Material zu nutzen. Für

diese Nutzungsformen und viele andere mehr müssen die

Inhalte der dpa technisch vorbereitet werden.

Metadaten, Formate oder Übertragungs-Protokolle wer-

den neben dem „Content“ zu immer wichtigeren Bestand-

teilen des Nachrichtengeschäfts. Die dpa-IT bietet hier

unverzichtbare Unterstützung nach innen bei der Produk-

tion im Agenturalltag. Nach außen soll sie jetzt auch als

Dienstleister bei der Verknüpfung von Inhalten und Tech-

nologie auftreten – einem immer wichtigeren Aspekt für

den Zukunftserfolg der Agentur. Die integrierte, multime-

diale Produktion bei dpa wird von der IT wesentlich mit

vorangetrieben. Eine zentrale Rolle spielte 2008 dabei

das Projekt npi, also die Ablösung des bisherigen redak-

tionellen Produktionssystems. Hier konnten deutliche und

vielversprechende Fortschritte erzielt werden. Unter neu-

er Projektleitung und in einer neuen Projektstruktur wurde

mit der tschechischen Nachrichtenagentur ČTK ein strate-

gischer Partner gefunden. Kooperationsverträge sind

bereits unterzeichnet. ČTKs Redaktionssystem wird nun

umfassend den Bedürfnissen einer weltweit agierenden

Agentur angepasst. Für seine wegweisenden Funktionen

bei der Verknüpfung verschiedener Medientypen erhielt

das tschechische System jüngst von der Gemeinschaft

der Europäischen Nachrichtenagenturen (EANA) einen

Preis für Excellence in News Agency Quality.

Mit dieser zukunftsfähigen Produktionsinfrastruktur, die

bis Ende 2011 implementiert werden soll, stellt die IT den

Redaktionen ein leistungsfähiges Werkzeug zur Verfü-

gung, das den sich wandelnden Kundenanforderungen

genügen wird. Die hohen dpa-Standards bei Schnellig-

keit und Zuverlässigkeit werden ohne jede Einschränkung

gewährleistet. Erstmals können aber unterschiedlichste

Medientypen in einem System verarbeitet und zu Multi-

media-Paketen verbunden werden. Darüber hinaus eröff-

net sich die Möglichkeit zur themenorientierten Planung

und Produktion. Metadaten gewährleisten die automa-

tische, inhaltsbasierte Verteilung intern und extern.

Die Herausforderungen von morgen stehen inhaltlich für

eine strukturelle Neuausrichtung der dpa-IT. 2008 wurden

dafür die internen Prozesse und Strukturen grundlegend

überprüft. Die Untersuchungen basierten auf zwei zen-

tralen Fragen: Arbeitet die IT ausreichend effizient? Was

muss getan werden, um auf dem Markt außerhalb der

dpa-Gruppe erfolgreich technologische Dienstleistungen

anbieten zu können? Die Antworten auf diese Fragen

läuteten den Beginn einer vollständigen Neuaufstellung

in einem eigenständigen, allein auf Fragen der Informa-

61


IT

tionstechnologie fokussierten Betrieb ein: Wie schon im

Jahr 2008 vorbereitet, wechselten zum 1. März 2009

alle Mitarbeiter der dpa-IT in die dpa-mediatechnology

GmbH. Die „mediatec“ wird als interner und externer

Dienstleister die heute unabdingbare Verknüpfung von

Inhalt und Technologie als Kerngeschäft betreiben und

durch die Schaffung einer eigenen Marke flexibel und

schnell am Markt agieren können. Das Rüstzeug dafür

erwirbt sie sich in der Auseinandersetzung mit den oft

genug täglich, wenn nicht sogar im Stundentakt wech-

selnden Anforderungen aus den Redaktionen des Hauses.

Hier nicht die notwendige Flexibilität zu verlieren, aber

gleichzeitig durch klare Standards zu kostengünstigen

und effizienten Lösungen zu kommen: Das ist das Span-

nungsfeld, in dem sich diese Arbeit vollzieht. „Sportjahre“

wie 2008 stellen dabei immer eine besondere Herausfor-

62

derung dar. Buchstäblich Jahre vorher setzen die Vorbe-

reitungen für ein Ereignis wie die olympischen Sommer-

spiele in China bei dpa ein. Wenn dann der Fackelläufer

bei der Eröffnung auf dem Weg durchs „Vogelnest“ ist,

stehen für alle Wettkampfstätten die Kommunikations-

wege für die Wort-, Bild- und Audioreporter bereit, ist im

Pressezentrum in Peking ein Newsroom eingerichtet, der

sich mit mancher Nachrichtenzentrale in Deutschland

messen kann, und glühen zum ersten Mal die abgesicher-

ten Leitungen in die Heimat, über die die Versorgung der

dpa-Kunden gewährleistet wird. Die logistische Kompe-

tenz wird auch daraus ersichtlich, dass am Ort des Ge-

schehens Kunden direkt auf die Mitarbeiter der dpa-IT

zugehen, um sich von ihnen bei ihren technischen Proble-

men helfen und beraten zu lassen.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), Bundeskanzlerin

Angela Merkel (CDU) und der Regierende Bürgermeister

Klaus Wowereit (SPD) informieren am Donnerstag

(16.10.2008) im Bundeskanzleramt in Berlin die Journalisten

über die Einigung im Bund-Länder-Streit über die Lastenverteilung

beim 00-Milliarden-Euro-Rettungspaket für die Banken.

Foto: Wolfgang Kumm

5 % Verlustrisiko

Die Bundesregierung kalkuliert bei ihrer

400-Milliarden-Euro-Garantie für die Banken

ein Verlustrisiko von 5 Prozent ein.

Mit weiteren bis zu 80 Milliarden Euro soll

das Eigenkapital der Banken gestärkt werden.

dpa rechnet mit: das ergibt einen 100

Kilometer hohen Turm aus 500 Euro-Scheinen.


Die Zah l ist

das Wes en aller

Dinge.

Pythagoras von Samos, um 70 v. Chr. – 10 v. Chr.

Pythagoras hatte es schon vor weit über 2000 Jahren

erfasst. Ob 1. in Beijing, ein Weltrekord über 9,69 Sekun-

den oder 00-Milliarden-Rettungspakete – Zahlen

beherrschen unsere Welt. Es folgt der Jahresabschluss.


Bilanz Bilanz

der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

Aktiva in TEuro Anhang Vorjahr 31. 12. 2008

Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände,

gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte (2) 2.654 2.677

Sachanlagen (2) 13.549 13.994

Finanzanlagen (2)

Anteile an verbundenen Unternehmen (3) 4. 33 4.633

Beteiligungen (4) 2.640 2. 3

Ausleihungen an Unternehmen, mit denen

ein Beteiligungsverhältnis besteht (2) 42 0

Wertpapiere des Anlagevermögens (2) 11.79 19.510 11.79 18.981

Umlaufvermögen

Vorräte

35.713 35.652

Hilfs- und Betriebsstoffe 9 6

Forderungen u. sonstige Vermögensgegenstände ( ) 13.461 14.851

Wertpapiere

Eigene Anteile 1.178 1.155

Wertpapiere des Umlaufvermögens 8.066 6.269

Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 4.511 6.953

27.225 29.234

Rechnungsabgrenzungsposten 468 400

63.406 65.286

Passiva Anhang Vorjahr 31. 12. 2008

Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital (6) 16.46 16.46

Kapitalrücklage 499 499

Gewinnrücklagen

Rücklagen für eigene Anteile 1.178 1.1

Andere Gewinnrücklagen (6) 16. 00 19.640

Bilanzgewinn 4.298 2.978

Rückstellungen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche

38.940 40.737

Verpflichtungen (1) .646 .939

Steuerrückstellungen 24 12

Sonstige Rückstellungen (8) 6. 10 7.179

12.180 13.243

Verbindlichkeiten (9) 12.286 11.306

63.406 65.286

66 67


Gewinn- und Verlustrechnung Anhang

für die Zeit vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2008 der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

in TEuro Anhang 2007 2008

1. Umsatzerlöse (12) 93.834 94.138

2. Sonstige betriebliche Erträge (13) 4.279 4.918 99.056

3. Materialaufwand (14)

a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs-

und Betriebsstoffe und für bezogene Waren

b) Aufwendungen für bezogene Leistungen

4. Personalaufwand (1 )

a) Löhne und Gehälter

b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Alters-

versorgung und für Unterstützung – davon für Alters-

versorgung: TEuro 1.739 (Vorjahr: TEuro 1.739)

. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände

des Anlagevermögens und Sachanlagen (2)

338

21.601

44.218

8.691

236

21.803 22.039

47.778

9.031 56.809

3.226 2.882

6. Sonstige betriebliche Aufwendungen 20.120 21.224

– 81 – 3.898

7. Erträge aus Beteiligungen 4 6 624

8. Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen 6.179 7. 8

9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen

des Finanzanlagevermögens 861 834

10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 62 229

11. Abschreibungen auf Finanzanlagen und Wertpapiere

des Umlaufvermögens 110 1. 62

12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 108 83 7.627

13. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 7.2 9 3.729

14. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 2.769 723

1 . Sonstige Steuern 63 61

16. Jahresüberschuss 4.427 2.945

17. Gewinnvortrag aus dem Vorjahr (7) 16 10

18. Entnahme aus den Rücklagen für eigene Anteile (6) 0 23

19. Einstellungen in die Rücklage für eigene Anteile 146 0

20. Bilanzgewinn 4.297 2.978

1. Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Immaterielle Vermögensgegenstände und das Sachan-

lagevermögen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstel-

lungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen,

angesetzt. Bei der Bemessung der Nutzungsdauer

stellen wir auf die betrieblichen Erfahrungen ab, die sich

weitgehend mit den Angaben in den steuerlichen AfA-

Tabellen decken.

Die Abschreibungen wurden, soweit es zulässig ist und

zu höheren Abschreibungen führte, degressiv vorgenom-

men. Die Vorschriften des § 6 Abs. 2 und Abs. 2a EStG

werden angewendet.

Die Finanzanlagen wurden mit den Anschaffungskosten

bzw. mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Die Bewertung der Vorräte erfolgte zu Einstandspreisen.

Bei schwankenden Einstandspreisen wurden gewogene

Durchschnittspreise angesetzt, sofern nicht niedrigere

Werte nach dem Niederstwertprinzip zu berücksichtigen

68 69

waren.

Bei den Forderungen wurden alle Posten, die vor mehr

als einem Jahr fällig waren, einzelwertberichtigt. Dem

allgemeinen Kreditrisiko wurde durch eine Pauschalwert-

berichtigung zu Forderungen ausreichend Rechnung ge-

tragen. Forderungen, die auf ausländische Währung

lauten, wurden mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Rech-

nungsstellung bzw. mit dem niedrigeren Kurs am Bilanz-

stichtag bewertet.

Wertpapiere werden mit den Anschaffungskosten bzw.

mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.

Der Abzinsungszinssatz für langfristige Rückstellungen im

Personalbereich wurde mit einheitlich 4, % angesetzt.

Für die Pensionsverpflichtungen wurden die Richttafeln

200 G von Prof. Klaus Heubeck angewendet.

Die Rückstellungen berücksichtigen alle erkennbaren Risi-

ken und ungewissen Verpflichtungen.

Verbindlichkeiten wurden grundsätzlich zum Rückzah-

lungsbetrag angesetzt.


Anhang Anhang

2. Entwicklung des Anlagevermögens

in TEuro Anschaffungs- und Herstellungskosten Abschreibungen Buchwert

I. Immaterielle

Vermögensgegenstände

Gewerbliche Schutzrechte

Stand

1. 1. 2008 Zugänge Abgänge

Stand

31.12. 2008

70 71

Stand

1. 1. 2008 Zugänge Abgänge

und ähnliche Rechte 6.551 828 105 7.274 3.897 805 105 4.597 2.654 2.677

II. Sachanlagen

1. Grundstücke und Bauten einschließlich

Bauten auf fremden Grundstücken * 21.779 0 0 21.779 12.938 400 0 13.338 8.841 8.441

2. Andere Anlagen, Betriebs- und

Geschäftsausstattung 21.710 3.130 1. 37 23.303

III. Finanzanlagen

Stand

31.12. 2008

Stand

31.12. 2007

Stand

31.12. 2008

17.002 1.677 929 17.750 4.708 . 3

43.489 3.130 1.537 45.082 29.940 2.077 929 31.088 13.549 13.994

1. Anteile an verbundenen Unternehmen 4. 33 100 0 4.633 0 0 0 0 4. 33 4.633

2. Beteiligungen 2.989 0 87 2.902 349 0 0 349 2.640 2. 3

3. Ausleihungen an Unternehmen, mit

denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 707 0 0 707 16 42 0 707 42 0

4. Wertpapiere des Anlagevermögens 11.79 0 0 11.795 0 0 0 0 11.79 11.79

20.024 100 87 20.037 14 42 0 1.056 19.510 18.981

70.064 4.058 1.729 72.393 34.351 3.424 1.034 36.741 35.713 35.652

* Abweichend vom Vorjahr werden Einbauten in angemieteten Räumen unter II.2.b. ausgewiesen. Die Vorjahreszahlen wurden

angepasst.


Anhang Anhang

3. Anteile an verbundenen Unternehmen

a) gms Global Media Services GmbH, Hamburg 100 % Euro 18.103, 0

Eigenkapital 31.12. 2008 TEuro 2.207

Jahresüberschuss 2008 TEuro 0

b) dpa Picture-Alliance GmbH, Frankfurt am Main 100 % Euro 0.000,00

Eigenkapital 31.12. 2008 TEuro 236

Jahresüberschuss 2008 TEuro 0

c) Fotoagentur Zentralbild GmbH, Berlin 100 % Euro 23 .231,28

Eigenkapital 31.12. 2008 TEuro 1.8 3

Jahresüberschuss 2008 TEuro 0

d) dpa-infocom GmbH, Hamburg 100 % Euro 0.000,00

Eigenkapital 31.12. 2008 TEuro 912

Jahresüberschuss 2008 TEuro 0

e) PPS Presse-Programm-Service GmbH, Berlin 100 % Euro 2.617.629,37

Eigenkapital 31.12. 2008 TEuro 339

Jahresüberschuss 2008 TEuro 0

f) dpa-infografik GmbH, Hamburg 100 % Euro 1.23 . 88, 2

Eigenkapital 31.12. 2008 TEuro 1.173

Jahresüberschuss 2008 TEuro 0

g) Rufa Rundfunk-Agenturdienste GmbH, Berlin 100 % Euro 26.383,33

Eigenkapital 31.12. 2008 TEuro 2 6

Jahresüberschuss 2008 TEuro 0

h) dpa English Services GmbH, Hamburg 100 % Euro 0.000,00

Eigenkapital 31.12. 2008 TEuro 0

Jahresüberschuss 2008 TEuro 0

i) dpa mediatechnology GmbH, Hamburg 100 % Euro 0.000,00

Eigenkapital 31.12. 2008 TEuro

Jahresüberschuss 2008 TEuro

j) news aktuell GmbH, Hamburg 100 % Euro 244. 07,68

Eigenkapital 31.12. 2008 TEuro 7.241

Jahresüberschuss 2008 TEuro 0

k) dpa Agencia Alemana de Prensa S.L., Madrid 100 % Euro 6.012,00

Eigenkapital 31.12. 2008 TEuro 292

Jahresüberschuss 2008 TEuro 29

l) dpa news international Ltd., Cork (Irland) 100 % Euro 0.000,00

Eigenkapital 31.12. 2008 TEuro 71

Jahresüberschuss 2008 TEuro 69

Euro 4.633.455,68

4. Beteiligungen

a) mecom Medien-Communikations-Gesellschaft mbH,

Hamburg 0 % Euro 449.897,93

Eigenkapital 31.12. 2008 TEuro 7.316

Jahresüberschuss 2008 TEuro 1.44

b) dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH,

Frankfurt am Main 0 % Euro 400.000,00

Eigenkapital 31.12. 2008 TEuro 1.1 1

Jahresüberschuss 2008 TEuro 341

c) news aktuell (Schweiz) AG, Zürich 20 % Euro 67 .000,00

Eigenkapital 31.12. 2008 TCHF 1. 99

Jahresüberschuss 2008 TCHF 310

d) AG für Wirtschafts-Publikationen (AWP), Bern 3 % Euro 679.401,81

Eigenkapital 31.12. 2008 TCHF 2.7 6

Jahresüberschuss 2008 TCHF 1.366

e) European Pressphoto Agency B.V. (epa), Den Haag 17 % Euro 348.990,27

Eigenkapital 31.12. 2008 TEuro – 3.23

Jahresüberschuss 2008 TEuro 8

zu a) bis e): Es handelt sich um noch nicht geprüfte Jahresabschlüsse für das Geschäftsjahr 2008.

Euro 2.553.290,01

72 73


Anhang Anhang

. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

in TEuro 31.12. 2007 31.12. 2008

Zusammensetzung

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 8 7 1. 12

(davon gegen Gesellschafter) (74) (32)

Forderungen gegen verbundene Unternehmen 6.6 8 7.324

(davon aus Lieferungen und Leistungen) (427) (6 )

Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungs-

verhältnis besteht 363 1.0 9

Sonstige Vermögensgegenstände . 83 4.9 6

13.461 14.851

Sämtliche Forderungen sind – wie im Vorjahr – innerhalb eines Jahres fällig. Bei den sonstigen Vermögensgegenständen haben

TEuro 2.392 (Vorjahr TEuro 2. 19) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr. In den Sonstigen Vermögensgegenständen sind

u. a. Dauervorschüsse, Hinterlegungen und Rückdeckungsansprüche aus Lebensversicherungen sowie das abgezinste Körperschaftsteuerguthaben,

das ab 2008 in 10 Jahresraten zur Auszahlung kommt, enthalten.

6. Gewinnrücklagen

in TEuro

a) Rücklage für eigene Anteile 31.12. 2007 1.178

Entnahme aus der Rücklage für eigene Anteile 23

31.12. 2008 1.155

b) Andere Gewinnrücklagen 31.12. 2007 16. 00

Einstellung in 2008 aus dem Bilanzgewinn des Vorjahres 3.140

7. Gewinnvortrag

31.12. 2008 19.640

Der verbleibende Bilanzgewinn zum 31.12.2007 in Höhe von EUR 9.632,49 wurde auf neue Rechnung vorgetragen.

8. Sonstige Rückstellungen

in TEuro 31.12. 2007 31.12. 2008

Die Sonstigen Rückstellungen entfallen auf:

Urlaubsanspruch 98 6 3

Altersteilzeit 734 898

Abfindungen u. ähnliche Verpflichtungen 878 2.188

Prozessrisiken 613 927

Kostensenkungsprogramm (Aufwandsrückstellung) 9 2 9 2

Übrige 2.73 1. 61

9. Verbindlichkeiten

in TEuro 31.12. 2007 31.12. 2008

Zusammensetzung

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2.00 1.827

Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 4.161 4.098

(davon gegenüber Gesellschaftern) (2.378) (2.446)

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.709 2.468

(davon gegenüber Gesellschaftern) (12) (27)

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 02 213

(davon aus Lieferungen und Leistungen) (631) (464)

Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,

6. 10 7.179

mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 370 6 8

Sonstige Verbindlichkeiten 2. 39 2.042

(davon aus Steuern) (1.443) (977)

(davon im Rahmen der sozialen Sicherheit) (1) (20)

(davon gegenüber Gesellschaftern) (146) (0)

12.286 11.306

74 7


Anhang Anhang

9. Verbindlichkeiten

in TEuro 31.12. 2007 31.12. 2008

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

haben folgende Fälligkeiten:

bis ein Jahr 178 178

über ein Jahr bis unter fünf Jahre 713 713

über fünf Jahre 1.114 936

Die Haftungserklärung ergibt sich aus dem Mietvertrag der PPS Presse-Programm-Service GmbH.

11. Sonstige finanzielle Verpflichtungen

in TEuro 31.12. 2007 31.12. 2008

Verpflichtungen aus Miet- und Dienstleistungsverträgen

bis ein Jahr 2.6 6 2.112

über ein Jahr bis unter fünf Jahre 7. 03 . 6

über fünf Jahre 1.123 1.179

11.282 8.856

Es wurden hier bedeutende mehrjährige Miet- und Dienstleistungsverträge mit einer Vertragslaufzeit von mehr als einem

Jahr genannt.

in TEuro

2.00 1.827

Alle übrigen Verbindlichkeiten sind – wie im Vorjahr – innerhalb eines Jahres fällig. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

sind durch Verpfändung von Fondsanteilen bis zu einem Betrag von TEuro 2.609 gesichert.

in TEuro 31.12. 2007 31.12. 2008

Patronatserklärung 11 11

Bestellobligo 781

Fehlbetrag aus Pensionsverpflichtungen mittelbar 9. 8

Die mittelbar von der dpa zugesagte Altersversorgung ist aufgrund der steuerlichen Restriktionen wie auch in den Vorjahren nicht durch ausrei-

chendes Kassenvermögen der dpa-Unterstützungskasse gedeckt. Der Anstieg gegenüber 2007 resultiert im Wesentlichen aus Kursverlusten des

Wertpapiervermögens der dpa-Unterstützungskasse zum Bilanzstichtag. Die geplante Umfinanzierung eines Teils der Verpflichtung auf partielle

Rückdeckung wird mittelfristig durch die Schaffung weiterer steuerlicher Zuwendungsmöglichkeiten zum Abbau dieses Fehlbetrages beitragen.

Durch Gehaltsverzicht der Mitarbeiter wurden für die Jahre 200 bis 2007 TEuro 1.042 steuerlich wirksam zugeführt und weitere TEuro 366 im

Abschluss 2008 zurückgestellt. Darüber hinaus wurden TEuro 300 für eine Sonderzuführung zurückgestellt.

Erläuterung der Gewinn- und Verlustrechnung

12. Umsatzerlöse

in TEuro 31.12. 2007 31.12. 2008

A. Erträge aus Wortdiensten 71.626 71.630

B. Erträge Bild 20.263 20.267

C. Neue Produkte 221 64

C. Erträge Technik und Übermittlung 1.646 1. 79

D. Erträge Handelsgeschäft 823 689

E. Sonstige Umsatzerlöse 0 82

F. Skontoaufwand (abzüglich) 74 7 4

Umsatzerlöse 93.834 94.138

Auf eine Aufgliederung der Umsatzerlöse nach Regionen wurde gemäß § 286 Abs. 2 HGB verzichtet.

13. Sonstige betriebliche Erträge

in TEuro 31.12. 2007 31.12. 2008

Weiterberechnete Kosten 1.430 1. 9

Gemeinschaftsverpflegung 176 188

Kursgewinne aus Währungen 68 223

Erträge aus Anlagenabgängen 3 29

Auflösung von Rückstellungen 404 1.17

Auflösung von Wertberichtigungen 640 1 0

Mieterträge 970 922

Übrige 38 636

Sonstige betriebliche Erträge 4.279 4.918

14. Materialaufwand

in TEuro 31.12. 2007 31.12. 2008

Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 338 236

Aufwendungen für bezogene Leistungen 21.601 21.803

(davon Erlösteilung/Handelsgeschäft) ( 39) (4 1)

21.939 22.039

76 77


Anhang Anhang

1 . Personalaufwand

in TEuro 31.12. 2008 31.12. 2007

Löhne und Gehälter 47.778 44.218

Soziale Abgaben und

Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung 9.031 8.691

56.809 2.909

davon für Altersversorgung 1.739 1.739

Mitarbeiter 2008 2007

Männer Frauen Gesamt Gesamt

Redakteure im In- und Ausland 306 1 9 465 447

Angestellte Redaktion 2 107 132 139

Technik 70 7 77 79

Verwaltung/Verkauf 48 68 116 114

449 341 790 779

Volontäre 1 17 32 32

464 358 822 811

Diese Durchschnittszahlen wurden anhand der Beschäftigtenzahlen am Ende eines jeden Quartals ermittelt. Von den Beschäf-

tigten entfallen 113 (2007: 102) auf Teilzeitkräfte.

Geschäftsführung: Malte von Trotha (Vors. d. Geschäftsführung), Michael Segbers (Geschäftsführer), Hamburg

Auf die Angabe der Gesamtbezüge der Geschäftsführung nach § 28 Nr. 9 HGB wird unter Hinweis auf die Vorschrift des § 286

Abs. 4 HGB verzichtet.

in Euro 31.12. 2008

Gesamtbezüge früherer Mitglieder der Geschäftsführung

Gem. § 28 , Nr. 9b HGB Bezüge 264.121,00

Gebildete Pensionsrückstellung zum 31.12.2008 2.486.494,00

Vorschlag von Geschäftsführung und Aufsichtsrat zur Verwendung des Jahresergebnisses

Geschäftsführung und Aufsichtsrat schlagen vor, den Jahresüberschuss des Geschäftsjahres 2008

in Euro 31.12. 2008

in Höhe von 2.94 .10 ,71

mit dem Gewinnvortrag per 01.01.2008 von 9.632,49

und der Entnahme aus der Rücklage für eigene Anteile in Höhe von 23.363,99

zum Bilanzgewinn von 2.978.102,19

zu addieren, davon 2.000.000,00

in die anderen Gewinnrücklagen einzustellen und

auf neue Rechnung vorzutragen. 978.102,19

Hamburg, 10. März 2009

dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH

gez. Malte von Trotha gez. Michael Segbers

78 79


Bestätigungsvermerk Beteiligungsübersicht

Nach dem Ergebnis unserer Prüfung erteilen wir dem

Jahresabschluss zum 31. Dezember 2008 sowie dem Lage-

bericht der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, Ham-

burg, den folgenden uneingeschränkten

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

Wir haben den Jahresabschluss bestehend aus Bilanz,

Gewinn und Verlustrechnung sowie Anhang unter Einbe-

ziehung der Buchführung und den Lagebericht der dpa

Deutsche Presse-Agentur GmbH, Hamburg, für das Ge-

schäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2008 ge-

prüft. Die Buchführung und die Aufstellung von Jahresab-

schluss und Lagebericht nach den deutschen handels-

rechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung der

gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe

ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten

Prüfung eine Beurteilung über den Jahresabschluss unter

Einbeziehung der Buchführung und über den Lagebericht

abzugeben.

Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317

HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprü-

fer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungs-

mäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist

die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Un-

richtigkeiten und Verstöße, die sich auf die Darstellung

des durch den Jahresabschluss unter Beachtung der

Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch

den Lagebericht vermittelten Bildes der Vermögens,

Finanz und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinrei-

chender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung

der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die

Geschäftstätigkeit und über das wirtschaftliche und recht-

liche Umfeld der Gesellschaft sowie die Erwartungen

über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prü-

fung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbe-

zogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für

die Angaben in Buchführung, Jahresabschluss und Lage-

bericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beur-

teilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung der ange-

wandten Bilanzierungsgrundsätze und der wesentlichen

Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die

Würdigung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses

und des Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass un-

sere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage für un-

sere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung

gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Jahresabschluss

den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt unter Beach-

tung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein

den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft.

Der Lagebericht steht in Einklang mit dem Jahresab-

schluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der

Lage der Gesellschaft und stellt die Chancen und Risiken

der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Hamburg, den 11. März 2009

Susat & Partner oHG

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

gez. Dr. Wiechmann, Wirtschaftsprüfer

gez. Deike, Wirtschaftsprüferin

Auszug aus dem dpa-Gesellschaftervertrag

Gegenstand des Unternehmens ist die Sammlung, Verarbeitung und Verbreitung von Nachrichten-, Archiv- und Bildmaterial jeder

Art. Das Unternehmen erfüllt seine Aufgaben unparteiisch und unabhängig von Einwirkungen und Einflüssen durch Parteien,

Weltanschauungsgruppen, Wirtschafts- und Finanzgruppen und Regierungen.

Beteiligungsübersicht dpa-Gruppe

gms Global Media Services GmbH, Hamburg 100,0%

dpa Picture-Alliance GmbH, Frankfurt am Main 100,0%

zb Fotoagentur Zentralbild GmbH, Berlin 100,0%

dpa-infocom GmbH, Hamburg 100,0%

dpa-infografik GmbH, Hamburg 100,0%

dpa English Services GmbH 100,0%

dpa mediatechnology GmbH 100,0%

Rufa Rundfunk-Agenturdienste GmbH, Berlin 100,0%

news aktuell GmbH, Hamburg 100,0%

news aktuell international GmbH, Hamburg 100,0%

PPS Presse-Programm-Service GmbH, Berlin 100,0%

dpa Agencia Alemana de Prensa S.L., Madrid 100,0%

dpa news international Ltd., Cork (Irland) 100,0%

mecom Medien-Communikations-Gesellschaft mbH, Hamburg 0,0%

dpa-AFX Wirtschaftsnachrichten GmbH, Frankfurt am Main 0,0%

news aktuell (Schweiz) AG, Zürich 0,0%

AG für Wirtschafts-Publikationen (AWP), Bern 3 ,0%

European Pressphoto Agency B.V. (epa), Den Haag 33,1%

80 81


Jubiläen

40 Jahre

Wilfried Willutzki Landesbüro, Frankfurt 01. Januar 2008

Christian Volbracht Chef vom Dienst, Hamburg 01. Februar 2008

Wilfried Mommert Landesbüro, Berlin 01. April 2008

Wolf-Dieter Pfeiffer Altersteilzeit in Freistellung 01. Oktober 2008

Gerd Reuter Politik Deutschland, Berlin 01. Oktober 2008

2 Jahre

Bassam Audi Vertrieb Ausland, Kairo 01. Januar 2008

Dr. Hubert Kahl Auslandsbüro, Madrid 01. Januar 2008

Gerd Münster Landesbüro, München 01. Januar 2008

Christel Schumann Redaktionsservice, Hamburg 01. April 2008

Dieter Strassel Vertrieb, Hamburg 01. Mai 2008

Kornelia Becker Bildverkauf, Frankfurt 01. Juni 2008

Matthias Hoenig Vermischtes/Modernes Leben, Hamburg 01. Juli 2008

Axel Becker Technik, Frankfurt 01. August 2008

Klaus Saalfeld Außenbüro, Kiel 01. September 2008

82

Impressum

Herausgeber: dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH · Mittelweg 38 · 20148 Hamburg

Telefon: +49 40 4113-0 · Telefax: +49 40 4113-2219 · E-Mail: info@dpa.de · Internet: www.dpa.de

Mai 2009

Fotografie: Titel: Patrick Seeger, Peter Kneffel, Jens Büttner, Julian Abram Wainwright, Mike Egerton, Andrew Gombert, Rungroj Yongrit,

Denny Henry, Wolfram Steinberg, Boris Roessler, Seite 6: Alexander Becher, Seite 10/11: Rungroj Yongrit, Seite 14/1 : Ralf Hirschberger,

Seite 18/19: Franck Robichon, Seite 30/31: Gergo Licovski, Seite 34: Boris Roessler, Seite 3 : Federico Gambarini, Seite

36: Franz-Peter Tschauner, Seite 37: Peter Kneffel, Seite 38: Andrew Gombert, Seite 39: Andy Rain, Seite 40: Zurab Kurtsikdze, Seite

41: Boris Roessler, Seite 42: Oliver Berg, Seite 43: Frank May, Seite 46/47: Denny Henry, Seite 2/ 3: Boris Roessler, Seite 8/ 9:

Boris Roessler, Seite 63: Wolfgang Kumm.

Konzept, Gestaltung und Produktion: Change Communication GmbH, Frankfurt am Main · Druck: Margreff Druck und Medien GmbH

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