Jahresbericht 2005 - Stiftung Maria Ebene

mariaebene

Jahresbericht 2005 - Stiftung Maria Ebene

Impressum

Herausgeber | Stiftung Maria Ebene

Redaktionsleitung | Stabstelle Marketing & PM

Gestaltung | Lukas Bildstein

Fotografie | Stiftung Maria Ebene

Druck | Jochum Druck

© März 2006

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene

| Seiten 2 und 3

Prävention

Supro

Der Einfachheit wird im vorliegenden Text die männliche Form verwendet. Mehrzahlbildungen und Funktionszuschreibungen

gelten als geschlechtsneutral.


Bericht des

Vorstandsvorsitzenden

OAR Walter Stefani

Die Stiftung Maria Ebene kann

auf ein bewegtes Jahr zurückblicken.

Es war arbeitsintensiv

und geprägt von menschlichem

Miteinander und sozialem Frieden

als tragende Elemente der

erfolgreichen Jahresbilanz. Die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

wurden wieder mit vielen menschlichen

Tragödien konfrontiert.

Ihre helfende Begleitung hat auch

im vergangenen Jahr viele suchtkranke

Menschen zurück in ein

sinnerfülltes Leben geführt.

In den drei stationären Einrichtungen

[dem Krankenhaus Maria

Ebene einschließlich der Ambulanz,

den Therapiestationen

Carina und Lukasfeld], drei ambulanten

Beratungsstellen [den

Cleans Feldkirch, Bregenz und

Bludenz] und der Präventionsstelle

Supro bietet die Stiftung als

Europäisches Suchtkrankenzentrum

nicht nur Medizin, Therapie

und Pflege auf hohem Niveau an;

Maria Ebene ist vor Allem auch

eine Oase der Menschlichkeit.

Diese Qualitätstandards dürfen

niemals in Frage gestellt werden,

auch nicht durch Einsparungen.

Die Einrichtungen waren wiederum

voll ausgelastet. Trotz einschneidender

Sparmaßnahmen

ist es gelungen, die Ansätze des

Voranschlages einschließlich der

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

mit dem Land vereinbarten Abgangsbegrenzung

punktgenau

einzuhalten. Auf Initiative unseres

Kuratoriumsmitgliedes und

Obmannes der Vorarlberger Gebietskrankenkasse

Manfred Brunner

gab die Kasse im Rahmen der

Klärung der anstehenden Finanzierungsfragen

die Zusage für die

Finanzierung eines Präventionsprojektes.

Die restlichen offenen

Finanzierungsfragen wurden daraufhin

durch das Engagement

von Landesstatthalter Dr. Hans

Peter Bischof zum Wohle der Stiftung

gelöst. Dafür möchten wir

uns bei beiden Herren ausdrücklich

bedanken.

Besondere Schwerpunkte im Berichtsjahr

waren der Umbau der

Ambulanz, die Errichtung der

Kneippanlage mit Wassertrete,

der Abschluss der Bauarbeiten im

Stiegenhaus und im Wirtschaftsbereich,

die Umstrukturierung

der EDV auf Terminal Server, die

Erweiterung des Beratungsnetzes

durch Clean Bludenz und das traditionelle

Fachsymposium zum

Thema „Sucht & Migration“. Mit

der Taufe des schönsten Raumes

im Krankenhaus Maria Ebene als

„Rosa Bitschnau - Saal“ wollen

wir das verdienstvolle und unvergessliche

Wirken unserer Gründerin

Rosl Bitschnau verewigen.

Die Teams der einzelnen Einrichtungen

führten neben ihrer täglichen

Arbeit mit Patienten und

Klienten eindrucksvolle Aktivitäten

durch. Die in den Berichten

der Einrichtungen dargestellt

sind.

Ein bemerkenswertes Ereignis

im vergangenen Jahr war die

Prüfung der Gebarung durch den

Landesrechnungshof. In ihrem

Prüfbericht stellten die Prüfer

der Arbeit der Stiftung ein sehr

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

gutes Zeugnis aus. Darüber hinaus

zeigten sie klar auf, dass die

Abgangsentwicklung im Wesentlichen

nicht im Einflussbereich

des Managements der Stiftung

Maria Ebene liegt. Über einzelne

Empfehlungen und mögliche Konsequenzen

werden wir in nächster

Zeit gemeinsam mit dem Land

beraten. Dabei gehen wir davon

aus, dass die Eigenständigkeit

der Stiftung nicht in Frage gestellt

wird. Der Prüfbericht wird

Anfang des Jahres dem Landtag

und Kontrollausschuss übermittelt

werden.

Im Jahre 2006 wird die Stiftung

ihr dreißigjähriges Jubiläum

feiern, mit dem eine äußerst

segensreiche Tätigkeit für viele

suchtkranke Menschen sowie für

die Gesellschaft unseres Landes

bestätigt wird. An dieser Entwicklung

waren Gründer, Mitglieder

des Kuratoriums und des

Vorstandes vor Allem aber die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

beteiligt.

Im Rückblick auf die sehr positive

Entwicklung im Stiftungsgeschehen

im Jahre 2005 ist es mir ein

Bedürfnis allen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern, den ehrenamtlich

tätigen Mitgliedern des Kuratoriums

sowie den Stellenleitern

Dank und Anerkennung auszusprechen.

Besonders bedanke ich

mich bei Herrn Univ. Prof. Primar

Dr. Reinhard Haller für die souveräne

fachliche Leitung und bei

Herrn Mag. Günter Amann für

das professionelle Management.

Deren enge und harmonische Zusammenarbeit

ist ein Garant für

eine von Menschlichkeit, hohem

Verantwortungsbewusstsein und

nachhaltiger Qualität getragene

zukünftige Arbeit in der Stiftung

Maria Ebene.

Bericht des Vorstandsvorsitzenden


Bericht des Chefarztes

Bericht des

Chefarztes

Prof. Reinhard Haller

Sucht ist vielgestaltig, wirkt in

die verschiedensten Lebensbereiche

hinein und ändert immer

wieder ihr Gesicht. Deshalb muss

auch die Behandlung von Alkohol-

und Drogenproblemen sehr umfassend

sein und sich ständig auf

neue Entwicklungen einstellen.

Suchttherapie ist mehr als reine

Medikamentenverschreibung

oder Erziehung zu einem suchtmittelfreien

Leben. Die Behandlung

von suchtkranken Menschen

erfordert viel Sensibilität und

Einfühlungsvermögen, sie muss

den Menschen in seiner Gesamtheit

erfassen und ihm in seiner

Einzigartigkeit gerecht werden.

Neue Entwicklungen auf dem

Suchtsektor zeigen sich in der

massiven Zunahme des Heroinproblems,

der starken Betroffenheit

von jungen Menschen und

dem kaum zu stoppenden Modetrend

des sogenannten „Binge

- Trinkens“. Verantwortlich für

diese neue Situation auf dem

Drogensektor ist der weltweit

vermehrte Anbau von Opium und

die auch das Rauschgiftproblem

treffende Globalisierung, aber

auch die vermehrte Bereitschaft

von Menschen in den Industrieländern,

sich zu betäuben, sei

dies aus seelischer Not, aufgrund

psychischer Probleme oder unerträglichen

sozialen Bedingungen.

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Eine Gruppe unserer Gesellschaft,

welche von der Drogensucht besonders

betroffen ist, stellen Migranten

und Gastarbeiterkinder

der zweiten Generation dar. Wir

haben deshalb das alljährliche

Maria Ebene Symposium dieser

Symptomatik gewidmet.

Die Stiftung Maria Ebene als das

Vorarlberger Behandlungszentrum

für Menschen mit Suchtproblemen

bemüht sich, auf diese

aktuellen Entwicklungen zu

reagieren, süchtigem Verhalten

vorzubeugen und den alkohol-

und drogenabhängigen Menschen

möglichst früh Hilfe zukommen zu

lassen. Im vergangenen Jahr hat

sich das Projekt „Mehr Spaß mit

Maß“ besonders auf das Problem

des Jugendalkoholismus fokussiert.

Darüber hinaus haben wir

versucht, den gesamten Interventionsbereich

neu zu organisieren

und an die gegenwärtigen Erfordernisse

zu adaptieren.

Im Krankenhaus Maria Ebene

konnten wir durch die Eröffnung

neuer Ambulanzräume und die

Einführung eines modernen Ambulanzkonzeptes

die Hilfe und

Therapie noch näher an die Menschen

bringen und besonders

auch jenen Unterstützung zu bieten,

die aus familiären oder beruflichen

Gründen keine stationäre

Behandlung machen können.

Die Therapiestation Lukasfeld

hat auf den großen Andrang von

jungen Menschen, welche den

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 4 und 5

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Wunsch auf eine stationäre Therapie

haben, mit einer Flexibilisierung

des Therapiekonzeptes

reagiert, wodurch der Zugang erleichtert

wurde.

Durch bauliche Maßnahmen wurden

die Bedingungen für unserer

Patienten auf der Therapiestation

Carina verbessert.

Durch die Übernahme der psychosozialen

Beratungsstelle in

Bludenz von Dr. Wilhelm Jochum,

dem für die jahrelange Aufbauarbeit

und die weitere Kooperation

unserer besonderer Dank gilt, hat

die ambulante Drogenbehandlung

eine Ausweitung erfahren. Zu

den traditionellen Aufgaben der

höherschwelligen Beratungsstellen

kommt immer mehr jene der

Substitutionstherapie, eines besonders

schwierigen und verantwortungsvollen

Bereiches, dazu.

Dies stellt für die Mitarbeiter eine

große fachliche und persönliche

Herausforderung dar.

Die Stiftung Maria Ebene wird also

weiterhin Hochkonjunktur haben.

Neben unserem wichtigsten Gut,

der persönlichen Zuwendung und

fachkompetenten Hilfe, werden

wir auch im Jahr 2006 viel Energie

für Aufrechterhaltung und

Ausbau im Bereich der Suchtprävention,

-therapie und -rehabilitation

aufbringen. Im Mittelpunkt

muss dabei immer der durch die

Sucht unfrei gewordene, seine

Ganzheit nicht mehr leben könnende

Mensch stehen.


Bericht des

Verwaltungsdirektors

Günter Amann

1. Eröffnung von Clean Bludenz

durch Übernahme der Mitarbeiter

und Aufgaben der Suchtberatung

Bludenz

Mit 1. April 2005 konnten in der

Stiftung Maria Ebene die Mitarbeiter

der Beratungsstelle Clean

Bludenz herzlich willkommen geheißen

werden.

Die Suchtberatung Bludenz wurde

mit dem Ziel, eine weitere Effizienzverbesserung

und Synergienutzung

in der Vorarlberger

Drogenhilfe zu erreichen, in die

Stiftung Maria Ebene aufgenommen.

Die Eingliederung der Beratungsstelle

wurde vom Vorstand des

Trägervereins der Suchtberatung

Bludenz beschlossen und

von allen Beschäftigten mitgetragen.

Das Land Vorarlberg hat

sich dem Wunsch des bisherigen

Trägers und der Mitarbeiter sehr

gerne angeschlossen, erfreut auf

die Übergabe der Trägerschaft an

die Stiftung Maria Ebene reagiert

und sich mit dieser Übergabe einverstanden

erklärt. Der ehemalige

Leiter Dr. Wilhelm Jochum

führt hierbei seine medizinisch

fachärztliche Betreuung auch unter

der Trägerschaft der Stiftung

Maria Ebene weiterhin fort.

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

2. Personal

Außer der oben erwähnten Aufnahme der Mitarbeiter der Beratungsstelle

Clean Bludenz haben sich im Wesentlichen keine Änderungen

im Dienstpostenplan 2005 ergeben.

Dienstpostenplan 2005 [ohne Aushilfen | Angaben in Prozent | 1 Stelle = 100%]

Berufsgruppen Ärztliche

Leitung

Zentrale Maria Ebene

Therapie

Maria Ebene

Wirtschaft

Leiter 100 100 - - -

Ärzte inkl. BD-Ärzte - - 470 - 150

Psychologen | Berater - - 280 - 20

Sozialarbeiter - - 200 - -

Sozio- | Arbeits- | Kreativtherapie - - 300 - 50

Pflegepersonal - - 830 - -

WG-Personal - - - - -

Verwaltung - 700 - - 30

Sekretariat 50 - 120 - 30

Köche | Küchenhilfen - - - 550 -

Betriebspersonal - - - 265 -

Lehrlinge - 100 - - -

150 900 2200 815 280

Carina Lukasfeld Clean

Feldkirch

Clean

Bregenz

Leiter 100 100 75 100 80

Ärzte inkl. BD-Ärzte 20 190 10 10 -

Psychologen | Berater 428 180 60 80 75

Sozialarbeiter 120 - 205 180 130

Sozio- | Arbeits- | Kreativtherapie 280 290 - - -

Pflegepersonal 285 600 - - -

WG-Personal - 100 - - -

Verwaltung, Sekretariat 85 100 50 80 30

Betriebspersonal - 130 - - -

1.315 1.670 400 450 315

SUPRO Projekt

Supromobil

Projekt

Mehr Spaß

mit Maß

Projekt

Eigenständig

Werden

Leiter 100 100 - - -

Psychologen | Berater 150 30 110 50 -

Sozialarbeiter - - - - 140

Sekretariat 100 - - - -

350 130 110 50 140

Maria Ebene

Ambulanz

Clean

Bludenz

Prostituierten

Betreuung

Bericht des Verwaltungsdirektors


Bericht des Verwaltungsdirektors

3. Bauaktivitäten

Wie schon das letzte Jahr war

auch das Jahr 2005 gekennzeichnet

durch Verbesserungen in der

Organisation und strukturellen

Substanz der Stiftung Maria Ebene

und ihren Abteilungen.

Die bauliche Sanierung am Krankenhaus

in Frastanz und die

Neuorganisation der Ambulanz

wurden im Jahr 2004 abgeschlossen.

Im Jahr 2005 wurden die notwendigen

Verbesserungen im

Hygiene- und Wirtschaftsbereich

verwirklicht. Dank der Unterstützung

von Sponsoren konnte

eine Kneippanlage und Wassertrete

gebaut werden, wodurch

eine Verbesserung der Qualität in

der Behandlung erreicht werden

konnte.

Wir möchten an dieser Stelle den

Sponsoren und dem Land Vorarlberg

für ihre Unterstützung herzlich

danken.

In der Therapiestation Carina

wurde mit den Planungen für die

aus arbeitnehmerschutz-, hygiene-

und brandschutzrechtlichen

Gründen dringendst notwendigen

Sanierungen und Adaptierungen

begonnen. Die spitalsbehördliche

Genehmigung wird für das erste

Halbjahr 2006 avisiert.

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

4. Organisation | Revision

Dem Bericht über die Prüfung der

Stiftung Maria Ebene durch den

Landesrechnungshof in den Monaten

September bis November

ist zu entnehmen, dass die Stiftung

Maria Ebene sehr gute Arbeit

geleistet hat und eine hohe

Reputation genießt. Entgegen

den sonstigen Gepflogenheiten

sprach der Landesrechnungshof

der Stiftung Maria Ebene sogar

Lob aus.

Die wesentlichen Kritikpunkte

und Empfehlungen betreffen

Systemfragen, wie das nachteilige

Finanzierungssystem, die

Rechtsform, die Vereinheitlichung

der Standorte sowie die

Leitung des Geschäftsfeldes Prävention

und der Präventionsprojekte.

Verhandlungen zur Lösung

dieser Problemfelder wurden von

der Stiftung bereits vorab in die

Wege geleitet. Die Kritikpunkte,

Vorschläge und Empfehlungen

werden gemeinsam mit dem Land

genau geprüft und nach Möglichkeit

auch umgesetzt.

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 6 und 7

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

5. EDV

Prävention

Supro

Nachdem das auf Windows NT 4.0

Servern basierende EDV System

der Stiftung Maria Ebene seit

1998 im Einsatz ist, wurde 2005

mit der Modernisierung der Systeme

begonnen.

Nach Prüfung verschiedener Varianten

fiel die Entscheidung auf

eine auf Citrix Metaframe und

Windows 2003 Server basierende

Terminalserverlösung. Dabei werden

Server zentral im Krankenhaus

Maria Ebene betrieben, in

allen anderen Einrichtungen wird

über Internetleitungen direkt auf

diesen Servern gearbeitet. Ausgaben

für Kauf und Instandhaltung

teurer Serverhard- und Software

können somit eingespart werden.

Weitere Vorteile bringen verbesserte

Sicherheit, effektivere

Administration sowie eine hohe

Zukunftssicherheit. Bei einer Terminalserverlösung

können clientseitig

auch ältere Geräte verwendet

werden, da die Leistung des

Systems nicht von der Leistung

der einzelnen Clients abhängt.

Auf Citrix basierende Terminalserverlösungen

sind in Vorarlberg

unter anderem bereits bei

der Caritas und der Lebenshilfe

erfolgreich im Einsatz.


Ein weiter Meilenstein war die Umstellung

auf VMware, wobei auf

einer Hardware mehrere Server

virtuell betrieben werden können.

Eine sehr leistungsstarke und

ausfallssichere Hardware ersetzt

somit viele einzelne Geräte.

Im Zuge der Umstellungen wurden

Datenschutz und Datensicherheitskonzepte

den aktuellsten

Anforderungen angepasst.

Im Berichtsjahr 2005 wurden von

1,75 Mitarbeitern und einem Lehrling

105 Bildschirmarbeitsplätze

und 126 Mitarbeiter mit EDV Zugang

betreut.

6. Statistische Daten 2005

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

verrechnete Pflegetage 28.925 Tage

Stationäre Patienten 583

Stationäre Aufnahmen 505

Durchschnittliche Verweildauer in Tagen ca. 56 Tage

Durchschnittliche Auslastung der Stationen über 96%

Anteil Vorarlberger Patienten ca. 59,2%

Anteil Innerösterreichischer Patienten ca. 36,6%

Anteil Ausländischer Patienten ca. 4,2%

Alter der Patienten 15 - 45 Jahre 318 Aufnahmen

45 - 65 Jahre 172 Aufnahmen

über 65 Jahre 15 Aufnahmen

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Bericht des Verwaltungsdirektors


Krankenhaus Maria Ebene

„Quid novi? Natura non facit saltus“.

Auch das Krankenhaus Maria

Ebene macht keine Sprünge,

aber es geht seinen Weg – und, so

hoffen wir, zum Wohle Aller.

Die mit Ende 2004 frei gewordene

Arztstelle konnte ab 01-01-

2005 mit Fr. Dr. Astrid Loss, FÄ

für Psychiatrie, nachbesetzt werden.

Ende März verließ uns Fr. Dr.

Sonja Koren, um ihren Weg zur

Facharztausbildung fortzusetzen.

Im Zuge dessen wurde Anfang

April unser Team durch die neue

Ambulanzärztin, Fr. Dr. Claudia

Knoflach-Reichart, ergänzt; ihr

Anstellungsverhältnis beträgt

70 %, für die verbleibenden 30

Stellenprozent konnten wir Fr.

Dr. Friederike Gschließer wiedergewinnen,

eine Kollegin, die bis

1994 durch viele Jahre im Krankenhaus

Maria Ebene tätig war.

Bereits zum dritten Mal fand am

20-05 das sich zunehmender

Beliebtheit erfreuende „Ehemaligen-Treffen“

statt, an dem viele

Patienten, Angehörige, Freunde

und Mitarbeiter teilnahmen.

Als weitere Möglichkeit für ein

gemütliches Zusammensein wurde

vom Verein „Friends of ME“

und der Stiftung Maria Ebene am

07-09 ein sehr gut besuchtes

Grillfest veranstaltet.

Dieses Jahr stand das Symposium,

welches am 04-11 stattfand,

unter dem Titel „Sucht und Migration“,

wobei in diesem Rah-

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

men auch das 10-jährige Jubiläum

der Therapiestation Lukasfeld

gefeiert wurde und dieser Abend

weitgehend vom Team und den

Patienten der Therapiestation

auf äußerst originelle, humorvolle

und zugleich tiefsinnige Art

gestaltet wurde.

Neben den beschriebenen personellen

Veränderungen und stattgefundenen

Veranstaltungen kam

es in diesem Jahr am Krankenhaus

Maria Ebene zu weiteren

Umbauten – so z.B. der behindertengerechte

Zugang zu den neuen

Ambulanzräumlichkeiten, die

Errichtung einer Außenkneippanlage,

der Abschluss der Bauarbeiten

für einen Kneippraum

und einen Physiotherapieraum im

Untergeschoss, die nun allesamt

zu einer Verbesserung der Infrastruktur

führen.

Im Rahmen der Qualitätssicherung

wurde intensiv am „Aufnahmemanagement“

gearbeitet.

Dieses Projekt wird Anfang 2006

abgeschlossen.

Der zu erwartenden Entwicklung

im gesundheitsökonomischen Bereich

mit Verlagerung aus dem

stationären in den ambulanten

Sektor hat Univ. Prof. Prim. Dr.

R. Haller Rechnung getragen und

ein neues Ambulanzkonzept erarbeitet,

wobei vor allem auch eine

dynamische Anpassung an neue

Trends und Erfordernisse Wert

gelegt wurde.

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 8 und 9

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Wie in der folgenden Ambulanzstatistik

ersichtlich wird, spiegelt

sich diese Entwicklung insbesondere

durch die in der zweiten

Jahreshälfte gestiegenen Ambulanzkontakte

wider.

Patientenstatistik stationär

355 Patienten wurden aufgenommen,

davon 260 Männer [73,24

%] und 95 Frauen [26,76 %], in

Summe 17.235 Belegstage und

eine Auslastung von 94,44 %.

Davon kamen aus Vorarlberg 195

[54,93 %], Tirol 53 [14,93 %],

Salzburg 49 [13,80 %], Oberösterreich

17 [4,79 %], Südtirol

9 [2,54 %], Kärnten 7 [1,97 %],

Niederösterreich 5 [1,41 %], Steiermark

4 [1,13 %], Wien 4 [1,13 %],

Burgenland 3 [0,85 %], sonstiges

Ausland 9 [2,54 %].

Ambulanzkontakte

5846 Patienten, davon 4348

Männer und 1498 Frauen. Davon

343 Erstkontakte und 5503

Nachbehandlungen.

Beratungsstelle Bregenz

Aufgrund von langfristigen Krankenständen

im ärztlichen Team

konnte die regelmäßige Besetzung

der Beratungsstelle nicht

mehr gewährleistet werden, was

sich letztlich in der im Vergleich

zum Vorjahr gesunkenen Frequenzzahl

widerspiegelt. Insgesamt

244 Patienten, davon 57

Frauen und 187 Männer.


Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

„Quid novi? Natura non facit saltus“.


Therapiestation Carina

Wir haben im Zeitraum 2005 eine

durchschnittliche Auslastung von

knapp über 100 % erreicht. Auch

in diesem Jahr herrschte wiederum

eine sehr hohe Nachfrage

nach unserem Behandlungsangebot.

Die durchschnittliche Wartezeit

beträgt cirka 5 Monate.

Im vergangenen Jahr haben wir

insgesamt 73 Patienten behandelt.

Davon 15 aus dem Vorjahr

übernommen, 19 werden ins neue

Jahr übernommen und insgesamt

sind 58 Neuzugänge zu verzeichnen

[49 Neu- , 9 Wiederaufnahmen].

Im Jahr 2005 haben 54 Patienten

die Therapie abgeschlossen, 38

davon erfolgreich, 9 haben die

Therapie von sich aus abgebrochen

[innerhalb des 1. Monats]

und 7 wurden von unserer Seite

aus entlassen, mit der Möglichkeit

der Wiederaufnahme. Von diesen

Patienten haben 6 die Möglichkeit

eines erneuten Therapieantritts

innerhalb eines Jahres wiederum

in Anspruch genommen.

Die durchschnittliche Verweildauer

der erfolgreich abgeschlossen

Patienten liegt bei 5,5 Monaten.

Vergleicht man in diesem Zusammenhang

Männer und Frauen

miteinander, so bleiben die Männer

durchschnittlich 6 Monate in

Therapie, die Frauen um 1 Monat

kürzer [5 Monate].

Von den 58 Neuzugängen kamen

38 Patienten aus Vorarlberg, 2

Patienten aus dem Südtirol, 1

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Patient aus Liechtenstein und 13

Patienten aus den anderen Bundesländern.

Das bedeutet, dass

zwei Drittel aller Patienten im

vergangenen Jahr aus Vorarlberg

stammen und hier die Möglichkeit

der Behandlung ihrer Sucht- und

Persönlichkeitsproblematik vor

Ort in Anspruch genommen haben.

Trotz großer Probleme am Arbeitsmarkt

konnten 17 Patienten

in den 1. Arbeitsmarkt integriert

werden. 9 Patienten konnten in

eine Ausbildungseinrichtung wie

z. B. Schule, Arbeitsprojekt, Berufsorientierungskurs

oder in

eine Schulung und Maßnahme des

AMS vermittelt werden. 1 Patient

hat nach der Therapie seinen Zivildienst

begonnen.

Von den abgeschlossen Patienten

haben 7 in einer Wohngemeinschaft

Aufnahme gefunden, 23

sind in eine eigene Wohnung gezogen.

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 10 und 11

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Das therapeutische Team blieb

im wesentlichen konstant und

stabil. 4 Personen haben bei uns

ein Praktikum absolviert.


Initiative Qualitätssicherung 2005

Im Beobachtungszeitraum 2001

bis 2005 haben jeweils über 70%

der Patienten ihre Therapie regulär

und damit erfolgreich abgeschlossen.

Haltequoten in dieser

Höhe stellen ein anerkanntes

Qualitätskriterium stationärer

Einrichtungen zur Behandlung

von Abhängigkeitserkrankungen

dar. Die Therapiestation Carina

verfügt diesbezüglich über ein erprobtes

und bewährtes Behandlungskonzept.

Ein kontinuierlicher Therapieprozess

ist eine notwendige Prämisse

effektiver und effizienter

therapeutischer Arbeit mit Suchtklientel.

Vor Beginn der „Initiative

Qualitätssicherung“ waren

objektivierte und standardisierte

klinisch-diagnostische Informationen

über Patienten im Therapieverlauf

kaum verfügbar. Eine

Beurteilung der Verlaufs- und

Ergebnisqualität der stationären

Therapie auf breiter Datenbasis

war mit Ausnahme der oben genannten

Halte- bzw. Abbruchquote

nicht möglich. Ein Monitoring,

und die Nutzung von erfassbaren

Qualitätsparametern zur Umsetzung

von Verbesserungsmaßnahmen

war nicht realisierbar.

Erste konzeptuelle Überlegungen

erfolgten bereits in den Jahren

2000 | 2001. Konkrete Schritte

wurden im Herbst 2004 gesetzt

- die hier präsentierte „Initiative

Qualitätssicherung“ wurde ins

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Leben gerufen. Der erste Schritt

bestand darin, ein am Behandlungskonzept

und aktuellen Forschungs-

und Wissensstand orientiertes

Modell zur Dokumentation

und Evaluierung stationärer Entwöhnungsbehandlungen

zu entwickeln.

Auf der Grundlage dieses Modells

wurden die nachfolgenden Zielsetzungen

formuliert und unmittelbar

im Anschluss daran mit

der inhaltlichen Entwicklung und

praktischen Umsetzung durch ein

Fachteam begonnen.

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

1. Aufnahmebericht

Einführung einer in den Therapieprozess

integrierten, standardisierten

klinisch - psychologischen

Eingangsdiagnostik

2. Abschlussbericht

Systematische Erhebung der Ergebnisqualität

bei regulär abgeschlossenen

Therapien inklusive

Abschlussdiagnostik

3. Katamnesebericht Einführung

von standardisierten Katamneseerhebungen

für regulär abgeschlossene

Therapien.

Rückblicke | Einblicke


Therapiestation Carina

Mit Beginn des Jahres 2006

konnte die Entwicklung und Erprobung

einer klinisch - psychologischen

Eingangsdiagnostik, die

in den Therapieprozess integriert

und standardisiert ist, sowie einer

systematischen Erhebung

der Ergebnisqualität abgeschlossen

und in den Regelbetrieb übergeführt

werden. Ziel ist es, noch

im ersten Quartal 2006 mit der

Katamnsese für den gesamten

Patientenjahrgang 2004 und

parallell dazu, mit den 1 - Jahreskatamnesen

für jene Patienten

zu beginnen, die von Jänner bis

März des vergangenen Jahres

ihre Therapie erfolgreich abgeschlossen

haben.

Eine erste Zwischenbilanz der

„Initiative Qualitätssicherung“

erlaubt einen differenzierteren

Blick auf die Behandlungsqualität

in der Therapiestation Carina

mit positivem Resümee. In der

Therapiestation Carina wird eine

qualitativ hochwertige Dienstleistung

im Angebotssegment

der stationären, langzeitorientierten

Entwöhnungsbehandlung

gestellt. Erste vorliegende Daten

zur Ergebnisqualität mit Stand

31-12-2005 zeigen auf, dass 85%

der bislang befragten Patienten

ihren persönlichen Therapieerfolg

als „gut“ bis „sehr gut“ beurteilen.

Ebenfalls gaben nahezu

85% der Befragten bei Abschluss

der Therapie an, mit ihrer Therapie

„zufrieden“ bzw. sogar „sehr

zufrieden“ zu sein. Für über 80%

der befragten Patienten traf es

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

zu, aus der Therapie wesentliche

Erkenntnisse für ihre zukünftige

Lebensgestaltung ziehen zu können.

Für 77% traf es genau bzw.

zum überwiegenden Teil zu, sich

mit Therapieabschluss viel besser

in der Lage zu sehen, Probleme

und Schwierigkeiten in ihrem Leben

besser meistern zu können.

Für 77% der befragten Patienten

traf es genau bzw. zum überwiegenden

Teil zu, dass die Therapie

zu einer Verbesserung ihrer

Lebensqualität beigetragen hat.

Insgesamt schätzten 92% der

Patienten seit Antritt ihrer Therapie

in ihrem Denken, Fühlen und

Handeln signifikant bis hochsignifikant

positive Veränderungen

erlebt zu haben.

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 12 und 13

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro


Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Einblicke | Ausblicke


Therapiestation Lukasfeld

KONZEPT „8 Wochen +“

Seit 17-05-2005 gibt es in der Therapiestation

Lukasfeld eine Flexibilisierung

der Therapiezeiten.

Während zuvor für eine Entwöhnungsbehandlung

mindestens

fünf bis sechs Monate gefordert

wurden, tragen wir nun dem Bedürfnis

Rechnung, auf individuelle

Behandlungswünsche gezielter

einzugehen. Wir verlieren dabei

jedoch die Langzeitperspektive

insofern nicht aus den Augen, als

wir nun auch hinsichtlich Wiederaufnahmen

offener sind. Gerade

bei schweren Abhängigkeiten, die

oft mit anderen psychischen Problematiken

behaftet sind, kann in

acht Wochen gerade einmal ein

Entzug und eine Stabilisierung

erreicht werden.

In der Planungsphase war ein

Treffen mit Expertinnen und Experten

anderer stationärer und

ambulanter Einrichtungen aus

Vorarlberg und Liechtenstein

sehr hilfreich. Hier wurden neue

Sichtweisen und Wünsche anderer

Stellen sichtbar.

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Im Rahmen von „8 Wochen +“

kann der Patient nach einer cirka

vierwöchigen Probetherapie

entscheiden, ob sie oder er noch

weitere vier Wochen bleibt. Es ist

aber auch weiterhin möglich, längere

Therapien mit einer Gesamtzeit

von bis zu sechs Monaten

durchzuführen.

Was ist inhaltlich neu?

- tägliche Morgengruppen mit

Anwesenheit aller Mitglieder

der Patientengruppe [außer

Krankenzimmer] und Team

- „Problem group“ und zeitgleich

„no problem group“ an zwei

Nachmittagen, um den unter-

schiedlichen Wünschen nach

aufdeckender Psychotherapie

und Selbsterfahrung Rechnung

zu tragen

- Partizipation: Hausgruppe als

gemeinsames Entscheidungs-

gremium für bestimmte Regeln

und Planungen, mehr Mitspra-

che auch in anderen Bereichen

sowie die Teilnahme von Pati-

entensprecher und Stellvertre-

ter an den wöchentlichen Team-

sitzungen

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 14 und 15

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Selbsterfahrung durch Outdoor-

Training in der Therapiestation

Lukasfeld

Dieses Jahr fanden ein Winter-

und zwei Sommerprojekte statt.

Mit sechs Patientinnen und Patienten

waren wir jeweils vier Tage

im Bregenzerwald und im Großwalsertal

unterwegs.

Ein Schwerpunkt wurde auf Stärkung,

Erleben und Entdecken

sowie Weiterentwicklung der

persönlichen Ressourcen der

Teilnehmer gelegt.

Neben verschiedenen Programmpunkten

wie z.B. der Bau eines

Brotofens, einer Schluchtüberquerung

oder alleine eine Nacht

im Freien zu verbringen wurde

die Schwitzhütte zu einem besonderen

Erlebnis für die Teilnehmer

und Teilnehmerinnen.

Das zentrale Thema dabei war, am

eigenen Leib die Parallelen zwischen

der Reinigung des Körpers

und der Reinigung des Geistes zu

erfahren.


Die langfristigen Ziele dieser Projekte

bestehen darin, das Erfahrene

in die Realität des Alltags zu

übertragen.

Marienruh „eine Selbsterfahrung

besonderer Art“

Im September 2005 machten

wir uns mit dem Thema „Masken

- Maske - mein Krafttier“ über

mehrere Tage nach Marienruh,

eine alpine Hütte bei Laterns, auf

den Weg. In kreativer Atmosphäre

gestalteten wir zusammen mit

den Patientinnen und Patienten

Masken, deren Wirkungsweise zu

erspüren war und sich damit auf

innere und äußere Prozesse einzulassen.

Wunderschönes Wetter ermöglichte

es uns, eine Bergtour zu

unternehmen, ein Feuerritual zu

zelebrieren und die Natur als unerschöpfliche

Kraftquelle zu nutzen.

Begegnung und Kontakt wurden

als wertschätzend, achtsam

und liebevoll erlebt. Als Erinnerung

bleibt: „Mein Krafttier wird

mich weiterhin begleiten“.

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

8 Wochen + | Outdoor-Training | Marienruh


Therapiestation Lukasfeld

Chronologie 2005

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 16 und 17

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

10-01 bis 13-01 Outdoor-Training in Bizau und am Mellenstock

26-01 Austausch mit Beratungsstellen und stationären Einrichtungen:

„Kurzzeittherapie, wohin?“

16-02 und 02-03 Rodeln in Dafins | Rheintal

23-02 und 16-03 Schitage in Damüls | Bregenzerwald

09-05 bis 12-05 Verlagerung der stationären Therapie nach Furx | Laternsertal

[Renovierungen im Lukasfeld: Böden, Malerarbeiten]

14-04 Besuch der Therapie- und Rehabilitationsstation Lutzenberg | Schweiz

17-05 Beginn mit dem neuen Konzept „8 Wochen +“

01-07 Pacht einer benachbarten Wiese für sportliche Aktivitäten

[Eigentümer: Pfarre Meiningen]

11-07 bis 14-07 Outdoor-Training in Bizau und Andelsbuch | Bregenzerwald

12-09 bis 15-09 Outdoor-Training in Marul | Großwalsertal

21-09 bis 23-09 Maskenprojekt in Marienruh | Laterns

30-09 Einladung zum „Nachbarschaftshock“

06-10 Besuch im „clean.kick“, einer Entgiftungs- und Behandlungsstation für

Jugendliche Drogenkonsumenten in Ravensburg

04-11 Symposium „Sucht und Migration – 10 Jahre Lukasfeld“ mit Präsentation eines

multimedialen Projekts, welches 2 Gruppen von Patienten und Teammitgliedern

erarbeitet und präsentiert haben

09-11 Klausurtagung „Erfahrungen mit dem neuen Konzept“

November|Dezember Selbstverteidigungskurs für Frauen [gemeinsam mit Carina und WG]

21-12 Weihnachtsfeier Wohngemeinschaft


Verlängerung der Aufenthaltsdauer

trotz Flexibilisierung

Da das Angebot „8 Wochen +“

bislang nur von ganz wenigen

Patienten angenommen wurde,

kam es zu keiner Verkürzung der

durchschnittlichen Aufenthaltszeit.

Im Gegenteil hat die Aufenthaltsdauer

von 2004 [52,8 Tage]

auf 2005 [89,5 Tage] deutlich zugenommen.

Dies ist zunächst mit

einer signifikanten Abnahme irregulärer

Therapiebeendigungen

zu erklären, die von 87,36% auf

54,6% zurück gegangen sind.

Während also 2004 nur cirka

jeder 10. Patient die komplette

Therapiezeit [mindestens 5 Monate

für alle] absolviert hat, war

es diesmal knapp die Hälfte der

Patienten, die längere Aufenthalte

absolviert hat.

Offensichtlich fällt es schwerer

zu bleiben, wenn es obligatorisch

gefordert ist und leichter, wenn

es als freiwillige Option erfahren

wird. Eine zweite Erklärung

könnte sein, dass die inhaltlichen

und konzeptuellen Veränderungen

von unseren Patientinnen

und Patienten besser angenommen

werden. Ein weiterer Aspekt

mag noch sein, dass der Anteil

von über das Gericht verordneten

Behandlungen [„Therapie statt

Strafe“] von 30,3% auf 36,9%

zugenommen hat.

Krankenhaus

Maria Ebene

Weitere Fakten

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

- 2005 wurden 66 Personen für eine Entwöhnungsbehandlung auf-

genommen, 2004 waren es 86, 2003 waren es 69.

- Der Anteil an Patientinnen ist von 36,0% auf 26,2% gesunken.

- Das Durchschnittsalter ist um ein Jahr gesunken und liegt jetzt bei

22,2 Jahren. Die Jüngsten kamen bereits mit 15 zur Aufnahme, die

Ältesten waren 30 Jahre.

- Ausschließlich zum körperlichen Entzug kamen neben den er-

wähnten 66 Aufnahmen 12 Personen [2004 > 10]. Eine Entzugsbe-

handlung für die Therapiestation Carina wurde bei weiteren 8

Personen durchgeführt [2004 > 18].

- Die Gesamtauslastung bezogen auf 16 Betten liegt bei 87,4%.

- Opiate sind als Leitdroge mit 58% gleich vertreten wie im Vorjahr

[2003 > 51%]. Der Anteil von Cannabis als Leitdroge hat von 13%

auf 22,7% zugenommen, der von Kokain ist von 23,2% auf 12,1%

gesunken.

- 53,7% der Patienten hatten neben der Suchtdiagnose noch eine

weitere ICD-10-Diagnose, sodass bei mehr als der Hälfte eine Ko-

morbidität besteht. Dabei handelt es sich in erster Linie um Persön-

lichkeitsstörungen und drogeninduzierte Psychosen. 36,6% hatten

zwei Diagnosen und die Anderen drei und mehr.

- 16 Personen, also cirka ein Viertel, waren ausländischer Herkunft,

davon hatten 13 einen Migrationshintergrund [9 aus Ex-Yugosla-

wien, 4 aus der Türkei] und 3 Personen kamen aus Liechtenstein.

Chronologie 2005 | weitere Fakten


Clean Bregenz

Das therapeutische Team

Im Jahre 2005 gab es keine wesentlichen

Veränderungen im

therapeutischen Team der Beratungsstelle.

Frau Anja Pfersich

absolvierte im Rahmen ihrer Ausbildung

zur Sozialarbeiterin ein

Langzeitpraktikum und erwies

sich bereits nach kurzer Zeit

– besonders vor dem Hintergrund

eines länger andauernden Krankenstandes

einer unserer Mitarbeiterinnen

– als wichtige Hilfe

und wertvolle Unterstützung in

der täglichen Arbeit.

Unsere Sozialarbeiterin Frau Rebecka

Stemer wird im Laufe der

ersten Monate des Jahres 2006

planmäßig in die Beratungsstelle

Clean Bludenz wechseln. Mit ihr

verlieren wir einerseits eine sehr

kompetente und geschätzte Mitarbeiterin,

andererseits freuen

wir uns für unsere Partnereinrichtung

und „sie bleibt der Stiftung

erhalten“.

Neben der Nachbesetzung dieser

Stelle ist für das Jahr 2006

zur Verbesserung der regionalen

suchtmedizinischen Versorgung

eine Ausweitung der ärztlichen

Teilzeittätigkeit durch Dr. Ulrich

Kathan geplant.

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Unsere Klienten | Patienten

Die Klienten- beziehungsweise

Patientenauslastung in der Beratungsstelle

war im Jahre 2005

auf einem unverändert hohen Niveau.

Dies spiegelt sich auch in

den entsprechenden Zahlen bezüglich

Einzelkontakten, mittel-

und langfristigen Betreuungen,

Gruppen- und Projektarbeiten

wider. Insgesamt ist tendenziell

eine leichte Erhöhung im Bereich

von kurzfristigen und punktuellen

Einzelkontakten durch Email,

Telefon und persönlichen Gesprächen

in der Beratungsstelle

und eine leichte Verminderung

im Bereich von mittel- und langfristigen

Betreuungen festzustellen.

Die Trends im Drogenkonsumverhalten

waren im Wesentlichen

unverändert. Stimulierende

Substanzen wie Kokain, aber

auch Amphetamine und Extasy,

werden nach wie vor auf einem

insgesamt hohen Niveau konsumiert.

Der Mehrfachkonsum mit

der Leitdroge Opiate stand aber

nach wie vor an erster Stelle der

Behandlungsnachfrage und wurde

gefolgt von Problemen mit

Cannabis an zweiter Stelle, wobei

auch hier vielfach Alkohol und andere

illegale Suchtmittel zusätzlich

konsumiert werden.

Die „Europäische Beobachtungsstelle

für Drogen und Drogensucht“

[EBDD] stellt in ihrem

Jahresbericht 2005 fest, dass

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 18 und 19

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

der Drogenkonsum in Europa

„ ein Phänomen insbesondere der

männlichen Jugendlichen“ ist. Einerseits

lässt sich dies im Jahre

2005 auch unsererseits beobachten,

andererseits können wir aber

auch feststellen, dass unsere Patienten

| Klienten zwischenzeitlich

aus allen Altersgruppen, aus

unterschiedlichsten sozioökonomischen

Lagen und aus verschiedensten

Familienverhältnissen

und Kulturkreisen kommen. Vor

diesem Hintergrund stellt neben

der bekannt notwendigen „Individualisierung“

und dem spezifischen

„Eingehen“ der darüber

hinaus häufig geforderte „interkulturelle

Zugang“ eine große

Herausforderung in der Suchthilfearbeit

dar.

In diesen Zusammenhang ist

erwähnenswert, dass unter anderem

der Anteil männlich türkischstämmiger

Migranten mit

Drogenproblemen im Jahre 2005

noch einmal angestiegen ist und

diese Gruppe damit ca. 20% der

gesamt betreuten Klienten | Patienten

der Beratungsstelle ausmacht.

Eine neue Entwicklung zeigte sich

insofern, als dass daneben auch

vereinzelt türkischstämmige

Frauen mit Drogenproblemen

Kontakt mit der Beratungsstelle

aufgenommen beziehungsweise

sich in ambulante Betreuung

begeben haben. Im Rahmen der

Arbeit mit türkischen Familien

wurde darüber hinaus zunehmend


deutlich, in welchem Ausmaß teilweise

auch Angehörige selbst neben

gesundheitlichen Problemen

im allgemeinen mit Suchtproblemen

im besonderen zu kämpfen

haben.

Die Anzahl von betroffenen Personen

in Substitutionsbehandlung,

in abstinenzorientierter

Behandlung beziehungsweise in

Vorbetreuung | Nachbetreuung

zu stationärer Entzugsbehandlung

oder Therapie war im Vergleich

zum Vorjahr nahezu unverändert.

Auch die Anzahl von

betroffenen Personen welche gesundheitsbezogene

Maßnahmen

nach dem Suchtmittelgesetz in

Anspruch nahm, veränderte sich

vergleichsweise nicht wesentlich.

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Projekt § 13 SMG

Der § 13 des Suchtmittelgesetzes

[SMG] regelt das Vorgehen bei

Drogenproblemen in Schulen. Auf

Basis dieses Gesetzes und anhand

einer stellenspezifischen Konzeption

erfolgte 2005 mit einzelnen

Schulen im Bezirk Bregenz eine

verstärkte Kooperation mit dem

Ziel, suchtmittelkonsumierende

Jugendliche möglichst frühzeitig

zu erreichen und über adäquate

Interventionen möglichst rasch

eine Verbesserung der [schulischen]

Situation und eine stabile

Abstinenz zu erreichen.

Es zeigte sich, dass in jenen Fällen,

in welchen von allen involvierten

Stellen und beteiligten

Personen aktiv die Zusammenarbeit

gesucht wurde, sehr gute

Erfolge erzielbar waren. Auch

für das laufende Jahr ist die Aufrechterhaltung

und nach Möglichkeit

zudem eine Ausweitung

dieses Angebotes für weitere

Schulen geplant.

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Projekt drogenabhängige Frauen

| Mutterschaft

Im Rahmen der „Frauenvernetzung“,

einem Gremium der Mitarbeiterinnen

der Vorarlberger Drogenhilfe

das sich im besonderen

frauenspezifischen Themen widmet,

wurde 2005 unter unserer

Beteiligung ein längerfristiges

Projekt initiiert.

Dieses Projekt wurde mit der

Zielsetzung begonnen, die [gesundheitliche]

Situation von

drogenabhängigen Müttern beziehungsweise

ihren Kindern

durch eine weitergehende institutionelle

Zusammenarbeit der

Drogenhilfeeinrichtungen mit

Ärztinnen, Geburtenstationen

der Krankenhäuser, Jugendwohlfahrtsabteilungen

der Bezirkshauptmannschaften

und anderen

sozialen Diensten sowie durch

Weiterbildungsmaßnahmen der

Mitarbeiterinnen der Drogenhilfeeinrichtungen,

insbesondere

zu medizinischen und rechtlichen

Fragestellungen, zu verbessern.

Im laufenden Jahr 2006 ist unter

anderem die systemische Zusammenarbeit

zwischen Drogenhilfeeinrichtungen

und Jugendwohlfahrt

ein geplanter Schwerpunkt.

Team | Klienten & Patienten | Projekte


Clean Bregenz

Projekt soziale Hilfe für Menschen,

welche der Prostitution

nachgehen

Ein Schwerpunkt unter anderem

war im Jahre 2005 die Begleitung

und Betreuung von betroffenen

Frauen, welche nach teilweise

langjähriger Prostitution „ausgestiegen“

sind. Die Situation

dieser Frauen war geprägt durch

Sinnkrisen, Suizidalität, Traumatisierung,

Schulden und Probleme

in der Bestreitung des Lebensunterhaltes

sowie der Alltagsbewältigung.

Schwangerschaft bzw.

die Geburt eines Kindes, welche

teilweise die Motivation zum Ausstieg

bildeten, stellten sowohl

neue Chancen aber auch Belastungen

dar, welche unsererseits

eine enge und intensive Zusammenarbeit

mit den Jugendwohlfahrtsabteilungen

der Bezirkshauptmannschaften

und anderen

sozialen Diensten erforderte.

Prostitution und Suchtprobleme

sind unseres Ermessens nach

wie vor häufig miteinander verbunden.

Von daher war ein Teil

unserer Tätigkeit 2005 vor dem

Hintergrund o.a. Probleme auch

die Vermittlung an und Zusammenarbeit

mit PsychotherapeutInnen,

Ärzt|innen und verschiedenen

sozialen Diensten.

Ein zentrales Problem stellten

die vielfach fehlenden geeigneten

Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten

für die Betroffenen

dar, welche Tagesstruktur bieten,

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

neue soziale Kontakte ermöglichen

und auch und besonders den

Lebensunterhalt sichern.

Die Begleitung und Betreuung

von schwerst kranken Menschen,

insbesondere aufgrund HIV beziehungsweiseHepatitis-Infektionen,

und damit bei Einzelnen die

Sterbebegleitung, war im Jahre

2005 ebenfalls ein Bestandteil

unserer Arbeit.

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 20 und 21

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Einblick | Ausblick

Prävention

Supro

Ich, 35 Jahre alt, weiblich, bin seit

dem 20. Lebensjahr mit „harten

Drogen“ in Kontakt.

Mit 22 Jahren hatte ich die erste

Haftstrafe in der Dauer von 2 1|2

Jahren wegen Beschaffungskriminalität.

Bis auf ein paar kurze

Unterbrechungen bin ich seit 15

Jahren mit der Drogensucht und

ihren Begleiterscheinungen konfrontiert.

Cirka 8 Jahre war ich

auch in verschiedenen Substitutionsprogrammen.

In dieser Zeit

war es mir auch mehrere Jahre

lang möglich einer Berufstätigkeit

nachzugehen.

Die so genannte Reintegration

war jedoch alles andere als einfach.

Ich glaube, die Drogensucht

selbst ist oft weniger das Problem

eines Süchtigen, mehr die vielfältigen

Diskriminierungen seitens

unserer Gesellschaft. Ist Mann

| Frau einmal mit dem Gesetz in

Konflikt gekommen, ist es schwer

wieder Fuß zu fassen. Vorurteile,

Ablehnung, Misstrauen und anderes

sind an der Tagesordnung,

anstatt Unterstützung und Hilfestellung

zu erfahren, stellt sich

das Leben als einziger Hindernislauf

dar. Seit über einem Jahr

lebe ich nun abstinent von illegalen

Drogen. Mit der Beratungsstelle

Clean hatte ich in „guten

und in schlechten Zeiten“ Kontakt.

Und es ist gut, dass es diese

Stelle gibt.


Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Clean Bregenz – Jahresstatistik 2005

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

198 längerfristig betreute Betroffene und Bezugspersonen

Leistungen Anzahl

Psychosoziale Beratung direkt und indirekt 1674

Psychotherapie 303

Medizinisch - psychiatrische Behandlung 505

Hausbesuche 6

Besuch im Krankenhaus 11

Besuch im Strafvollzug 35

Arbeits- und Wohnungssuche, Lebensunterhalt,

Amtsweg, Kontakte mit Institutionen

323

Drogenharnscreening 837

51 Betreute Personen im Rahmen des Prostituiertendienstes

Leistungen Anzahl

Psychosoziale Beratung direkt und indirekt 374

Psychotherapie -

Medizinisch - psychiatrische Behandlung -

Hausbesuche 462

Besuch im Krankenhaus 60

Besuch im Strafvollzug 118

Arbeits- Wohnungssuche, Lebensunterhalt,

Amtsweg, Kontakte Institutionen

Drogenharnscreening 10

Substitution - 45 Substituierte

Männlich Weiblich Gesamt

35 10 45

Substitutionsmittel

336

Prävention

Supro

Methadon Substitol Subutex Compensan Vendal Gesamt

24 6 9 5 1 45

Projekte | Einblicke | Ausblicke | Jahresstatistik Clean Bregenz


Clean Feldkirch

Wann kommen Menschen zu uns

in die Beratungsstelle?

Immer sind es Grenzen an die sie

stoßen. Grenzen, die das Gericht,

der Amtsarzt oder die Familie

setzen. Oft gelangen die Betroffnen

auch an einen Punkt ihres

Lebens, an dem sie nicht mehr

weiterkommen. Unsere Aufgabe

ist es sie zu begleiten! Wir helfen

ihnen diese Grenzen zu akzeptieren,

an diesen zu arbeiten und vor

allem über die Grenzen hinaus zu

schauen.

Ein Klient

In einer Zeit, in der ich nicht mehr

weiter wusste, habe ich mich an

das Clean Feldkirch gewendet. Es

fiel mir nicht leicht diesen Schritt

zu setzen, doch nach den ersten

Stunden mit einem Therapeuten

verflogen meine Bedenken. Über

meine Probleme offen zu sprechen

war gar nicht einfach, doch

ich fühlte, dass man mich dort

versteht und auf meine Probleme,

welcher Art auch immer, verständnisvoll

und bedacht eingeht.

Mir haben die Stunden im Clean

geholfen meine Sorgen besser zu

verstehen und damit umzugehen.

Ich glaube das Schwerste war zu

begreifen, dass meine Sucht nicht

von heute auf morgen vorbei sein

kann und dass eben alles seine

Zeit braucht.

Eine Klientin

Aufgrund eines Suchtproblems

bin ich schon längere Zeit in Therapie

- diese bedeutet für mich

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Hilfe zur Selbsthilfe. Beim Clean

Feldkirch habe ich gelernt, dass

ich mich annehmen darf, mit all

meinen Stärken und Schwächen.

Ein wichtiger Punkt war auch das

Wahrnehmen meiner Bedürfnisse

und die Durchsetzung derselben.

Ich wurde motiviert, für meine

innere Entwicklung selbst Sorge

zu tragen, um dauerhafte, positive

Veränderungen herbeizuführen.

So konnte ich mir ein neues

Selbstbewusstsein erarbeiten.

An meiner Therapeutin schätze

ich besonders ihre spirituelle Lebenseinstellung

und ihr großes

Einfühlungsvermögen. Es wird

wohl noch viel Mühe und Disziplin

notwendig sein, mein langjähriges

Suchtproblem in den Griff zu bekommen,

aber ich bin mit Hilfe der

Therapie auf dem Weg dorthin.

Das Team

In unserer Arbeit ist es sehr

wichtig den Rückhalt eines guten

Teams zu haben. Von den 6 Mitarbeiter/innen

arbeiten 4 bereits

seit über 10 Jahren im Clean

Feldkirch.

Regelmäßige Supervision, interne

und externe Fortbildung, Teambesprechungen

als auch regelmäßige

Mitarbeitergespräche sind

für uns selbstverständlich. Diese

Rückbindung | Reflexion ist die

Grundlage, um unsere Klienten

fachlich und menschlich auf ihren

oft schwierigen Wegen begleiten

zu können.

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 22 und 23

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Hepatitis-C - Neuinfektionen &

Folgeschäden verhindern!

Bereits seit vielen Jahren beschäftigen

wir uns mit dem Thema

Hepatitis. In der praktischen

Arbeit sind wir immer wieder

aufgrundlegende Wissensdefizite

bei vielen Beteiligten in der infek-

tionsprophylaktischen Arbeit und

besonders auch bei den Patienten

gestossen.

Um dem komplexen Thema Hepatitis

C gerecht zu werden, thematisieren

wir in einem Projekt die

wesentlichen Aspekte in Bezug

auf Hepatitis C. Wichtig ist die

Botschaft, dass Hepatitis C Prävention

nicht nur den Drogenkonsum

beziehungweise den Vorgang

des Konsums betrifft, sondern

auch im Alltag vom Drogenkonsument

praktiziert werden muss

(„Blutbewusstsein“ und „Alltagshygiene“).

Lange Zeit bestand die Meinung,

dass durch die bekannten und bewährtenHIV-Präventionsstrategien

„so ganz nebenbei“ auch Hepatitis

C - Infektionen vermieden

werden können. Ein fataler Irrtum.

Die große Zahl an Hepatitisinfektionen

unter den intranvenös

spritzenden Drogenkonsumenten

zeigt deutlich, dass bestehende

Präventionsbotschaften und

Maßnahmen erweitert und intensiviert

werden müssen. Da das

Hepatitis C - Virus wesentlich infektiöser

und überlebensfähiger

als das HIV - Virus ist, müssen


sich die Präventionsbotschaften

komplexer gestalten. Unser Ziel

ist es, Neuinfektionen und Folgeschäden

von Hepatitis C zu verhindern

und wesentliche Präventionsbotschaften

verständlich zu

vermitteln. Zudem möchten wir

helfen, Wissens- und Informationsdefizite,

Verunsicherung und

Hilflosigkeit abzubauen und zu

beseitigen.

Wir haben für Patienten einen

Prospekt über Hepatitis C ausgearbeitet

„HEPATITIS - C, überrollt

uns eine stille Epidemie?“.

Die Fakten dieser Krankheit sind

für die Patienten sehr gut verständlich.

Es ist möglich sich ein

Grundlagenwissen über Hepatitis

C anzugeignen.

Persönliche Gespräche sollen dem

einzelnen helfen, die Gefahren einer

Infektion im eigenen Lebensstil

| Gewohnheiten zu erkennen.

Wichtig ist auch ein breites Bewusstsein

zu schaffen, dass es

verschiedene Formen von Hepatitis

gibt. Hepatitis A und B sind

impfbar, chronische Hepatitis B

und C sind behandelbar.

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

„Meine Familie und die Sucht“

Gruppe für Betroffene und Angehörige

Unser Gruppenangebot für Suchtkranke

und deren Angehörige

entstand aufgrund der Erfahrung,

dass sich die betroffenen Menschen

oft schuldig fühlen. Sie

leiden sehr unter diesen Schuldgefühlen

und tun viel, um diese

Gefühle zu isolieren, womit

sie sich wiederum überfordern.

Suchtkranke machen immer wieder

aufs Neue die Erfahrung, dass

sie nicht verstanden werden und

dass das was sie tun nicht ausreicht.

Daraus entsteht ein destruktiver

Kreislauf, aus dem es

scheinbar kein Entrinnen gibt.

Menschen, die Suchtmittel konsumieren

ebenso wie ihre Angehörigen

schämen sich oft. Das führt

zu einer zunehmenden Sprachlosigkeit,

zu Rückzug und Isolation.

Wenn man sich die Familiengeschichten

genauer anschaut,

stößt man meistens auf eine Reihe

von schwer traumatisierenden

Erfahrungen, vergraben im Unterbewusstsein.

Das können schwere

Schicksalsschläge sein, wie

der gewaltsame Tod von nahen

Angehörigen, emotionale Unerreichbarkeit

der Eltern aufgrund

deren eigener Traumatisierungen

oder weil jemand in seiner Vorgeschichte,

zum Beispiel im Zuge

von Kriegsereignissen Schuld auf

sich geladen hat.

Sucht in irgendeiner Form kommt

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

oft auch bei den Eltern oder Großeltern

vor, hat also sozusagen im

Familiensystem eine Geschichte.

Es ist meistens eine Erleichterung

für Betroffene, sich das bewusst

zu machen.

Wenn wir genauer nachfragen,

beschreiben Eltern und Kinder

oft dieselben Gefühle. Es hat

manchmal den Anschein, als ob

das Verhalten der Jugendlichen

den Eltern Gefühle aus eigenen

Lebenserfahrungen bewusst werden

lässt.

Die Gruppe für Betroffene und Angehörige

zum Thema „Meine Familie

und die Sucht“ hat das zentrale

Ziel, diese Zusammenhänge

herauszuarbeiten und bewusst zu

machen. In der geschützten Atmos-

phäre der psychotherapeutisch

geleiteten Gruppe ist es möglich,

eigene Erfahrungen einzubringen

und von Menschen, die Ähnliches

erlebt haben, verstanden zu werden.

Die Teilnehmer lernen von

den Erfahrungen anderer und

erleben, dass ihre eigenen Erfahrungen

für andere hilfreich sein

können.

Die Methode der Familienaufstellung

ist eine wichtige Unterstützung,

um destruktive Dynamiken

in der Familie bewusst und aus der

Beobachterperspektive erlebbar

zu machen. In der Gruppe für Betroffene

und Angehörige machen

wir die Erfahrung, dass beide Seiten

profitieren und das gegenseitige

Verständnis wächst.

Rückblicke | Einblicke


Clean Feldkirch

Spielsucht

Seit Ende Mai 2005 bieten wir

eine Gruppe für Spielsüchtige

an. Die Zahl jener, die Unterstützung

suchen wächst stetig.

An der Gruppe nehmen

regelmäßig 10 Personen teil.

Es sind aber auch Einzelgespräche,

Therapien und Paargespräche

in diesem Suchtbereich

konstant gewachsen.

Der Personenkreis, der betreut

wird reicht vom Lehrling bis zum

Pensionisten, vom Roulettespieler,

Automatenspieler, jenen, die

ihr Geld bei Sportwetten setzen,

bis zu jenen, die ihre Spielsucht

an der Börse ausleben.

30 Spielsüchtige

Leistungen Anzahl

Psychosoziale Beratung,

direkt & indirekt

47

Psychotherapie 61

Medizinisch psychiatrische

Behandlung

Familienberatung 9

Psychotherapeutische

Gruppe

1

12

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Ausweg aus der Spielsucht

Wer wünscht sich nicht schon mal

einen großen Glücksspiel- oder

Wettgewinn? Es ist Fakt, dass die

Umsätze der Glückspielbranche

boomen und deren Aktien zum

Höhenflug ansetzen.

Doch was geschieht mit den Spieler/innen,

die nicht mehr von der

Sucht loskommen? All ihre Gedanken

drehen sich um das Spiel, den

vermeintlichen Gewinn - immer in

der Hoffnung Verluste auszugleichen

oder Schulden zurückzahlen

zu können. Der Wunsch wird sich

zwar nie erfüllen, beschäftigt den

Spielsüchtigen aber dennoch 24

Stunden am Tag. Die Folgen sind

deprimierend und gravierend:

Schuldgefühle, Angst, Wut, Trauer,

Isolation und Hoffnungslosigkeit

bis hin zur völligen Selbstaufgabe

und Suizidgedanken. Vor

allem lässt aber die Verschuldung,

die immer größere Dimensionen

annimmt, die Spielsüchtigen

nicht mehr zur Ruhe kommen.

Ein Klient

Hilfreich für den Ausstieg und

damit spielfrei leben zu können

war für mich die Therapie und die

Gruppe.

Auf diese Weise bekam ich wieder

soziale Kontakte zu Familie und

Freunden und damit Lebensfreude,

neue Lebensinhalte und Ziele.

Ich lernte mich wieder zu spüren

und sehe in allem jetzt wieder einen

neuen Weg für mich.

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 24 und 25

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Substitutionsbehandlung

Prävention

Supro

An 66 Verschreibungstagen wurden

im Clean Feldkirch von unseren

Ärzten Dr. Kovacsovics

und Dr. Duspara unsere Klienten

medizinisch betreut. An diesen

Verschreibungstagen wird neben

ärztlichen Gesprächen bei allen

Klienten ein Drogenharnscreening

durchgeführt. Dies ist ein

Parameter für den Verlauf der

Behandlung.

Wird Beikonsum festgestellt oder

kommen Unregelmäßigkeiten

in der Betreuung vor so überlegen

wir im Team , welche Konsequenzen

Sinn machen. Eine

Möglichkeit ist die der Rezeptverkürzung,

somit ist gesichert,

dass die Klienten in knapperen

Abständen gesehen werden und

vermehrt Drogenharnscreenings

stattfinden.

Um die missbräuchliche Verwendung

des Substitutionsmittels zu

verhindern oder zu erschweren

werden Mitgaben nur nach schriftlicher

Antragsstellung und nach

Bestätigung durch den Amtsarzt

genehmigt. Seit Einführung der

Antragsstellung gibt es deutlich

weniger Anfragen auf Mitgabe

des Substitutionsmittels.


Eine Klientin

Durch die Einnahme von Methadon

wurde mein Leben wieder

annehmbarer. Auch morgendliche

Übelkeit und Erbrechen

können mir nichts anhaben, da

das Methadon ziemlich schnell

im Blutkreislauf wirkt. Die körperlichen

Nachteile wie kalter

Schweiß (auch jetzt im Winter)

sind Gewohnheit, aber die Lustlosigkeit

auf körperliche Nähe und

Sex, kann man nur mit einer guten

psychologischen Betreuung

be- und verarbeiten. Die Abgabe

von Methadon bleibt ein Anfang

für ein geregeltes Sein, was man

daraus macht muss jeder selbst

entscheiden. Ich persönlich bin

dankbar, dass ich in diesem Programm

sein kann.

§39 SMG - Arbeit mit Klienten

Etliche unserer Klienten kommen

auf dem Weg über das Gericht zu

uns. Sie sind zu einer Geld- oder

Haftstrafe verurteilt worden und

haben an das Gericht einen Antrag

auf Strafaufschub gestellt.

Einerseits ist es für viele von ihnen

attraktiver sich einer Therapie

zu unterziehen als eine Strafe

zu verbüßen, andererseits sehen

die meisten in der Therapie auch

eine persönliche Chance. Bei Abschluss

sagen Klienten oft, dass

sie es ohne Therapie nicht geschafft

hätten. Oft berichten sie

auch, dass sie dadurch eine positive

persönliche Veränderung erlebt

haben. Dabei ist der spezielle

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Beratungskontext – regelmäßige

Bestätigungen an das Gericht,

ob die Termine wahrgenommen

werden – ein wichtiger Teil, die

Motivation aufrecht zu erhalten.

Denn oft sind diese jungen Menschen

gerade dabei zu begreifen,

dass ihr Verhalten Konsequenzen

hat und sie diese auch zu tragen

haben.

Clean Feldkirch – Jahresstatistik 2005

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Gerade der langfristige Kontext

ist ein unschätzbarer Vorteil in

der Arbeit mit jungen Menschen,

bei denen es darum geht, dass sie

selbständig werden und eine ihnen

angemessene Lebensgestaltung

entwickeln.

218 längerfristig betreute Betroffene und Bezugspersonen

Leistungen Anzahl

Psychosoziale Beratung direkt und indirekt 979

Psychotherapie 232

Medizinisch - psychiatrische Behandlung 486

Familienberatung, Beratung mit Bezugspersonen 130

Hausbesuche 21

Besuch im Krankenhaus 19

Besuch im Strafvollzug 12

Arbeits- und Wohnungssuche, Lebensunterhalt,

Amtsweg, Kontakte mit Institutionen

249

Drogenharnscreening 1142

26 längerfristig betreute Bezugspersonen

Leistungen Anzahl

Psychosoziale Beratung direkt und indirekt 50

Psychotherapie 139

45 Substituierte

Männlich Weiblich Gesamt

34 11 45

Substitutionsmittel

Methadon Substitol Subutex Compensan Temgesic Gesamt

9 21 9 5 1 45

§ 39 SMG | Jahresstatistik Clean Feldkirch


Clean Bludenz

Suchtberatung Bludenz wird Clean

Genau 12 Jahre nach Gründung

der Suchtberatung Bludenz übergab

deren Gründer und Leiter, der

Facharzt für Psychiatrie und Neurologie

Dr. Wilhelm Jochum die

Beratungsstelle am 01-04-2005

an die Stiftung Maria Ebene.

Diesem bedeutenden Schritt waren

Monate intensiver Überlegungen

und Gespräche voraus

gegangen. Am Ende hatten alle

Beteiligten dieser Lösung zugestimmt

und auch Landesstatthalter

Dr. Hans Peter Bischof zeigte

sich „hocherfreut“ über diesen

Schritt, der die schon bisher von

ihm geschätzte Arbeit und deren

Qualität auch hinkünftig sichere.

Am Angebot der einzigen höherschwelligenSuchtberatungsstelle

im Bezirk Bludenz ändert

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

sich tatsächlich wenig: Auch in

Zukunft werden nicht nur Abhängige

von illegalen Drogen und

deren Angehörige, sondern auch

Menschen mit Essstörungen oder

Spielsucht begleitet, um individuelle

Lösungen zu finden. Ziel

war und wird immer die Förderung

von körperlichem und psychischem

Wohlbefinden sowie die

Erhaltung oder Wiedererlangung

des Beziehungsnetzes und der

Arbeitsfähigkeit sein.

Wie in den vergangenen Jahren

steht dazu ein erfahrenes Team

zur Verfügung: der Facharzt Dr.

Wilhelm Jochum und der praktische

Arzt Dr. Maximilian Mohilla

behandeln schwer abhängige Personen

weiterhin im Substitutions

- Programm. Im Jahr 2005 waren

dies 47 Personen [34 Männer und

13 Frauen].

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 26 und 27

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Psychotherapie wird von Gertrud

Yeoh [System. Familientherapie,

Hypnotherapie, Weiterbildung

in der Arbeit mit Menschen mit

Essstörungen] und Mag. Werner

Jochum [Integrative Körperpsychotherapie,

System. Familientherapie]

angeboten. Lediglich im

Bereich der Psychosozialen Begleitung

gab es große Veränderungen:

Neben der langjährigen

Mitarbeiterin und diplomierten

Sozialarbeiterin Martina Höber,

nahm mit 01-09 DSA Armin Furlan

seine Arbeit an der Beratungsstelle

auf. Er bringt u.a. Kompetenz

als Feldenkrais-Lehrer ein,

wodurch die körperbezogene Arbeit

mit unseren Klienten verstärkt

wird. Armin Furlan folgt dem

Suchtberater Gert Burger nach,

der nach jahrelanger Beratungstätigkeit

in die Suchtprävention

[Supro] gewechselt hat.

Mit all diesen Veränderungen

kann das „Clean Bludenz“ auf ein

äußerst bewegtes Jahr zurück

blicken. Bei der Bewältigung der

damit verbundenen Herausforderungen

waren einerseits die gute

Gesprächsbasis innerhalb des

Teams und andererseits die nach

außen hervorragende Zusammenarbeit

mit allen Systempartnern

hilfreich. Weiters erleichterte die

fachliche Unterstützung und das

menschliche Entgegenkommen

der verschiedenen Einrichtungen

der Stiftung Maria Ebene – insbesondere

der beiden Cleans Bregenz

und Feldkirch – die Schritte

in die neue Ära.


Arbeit mit Essstörungen

Die „Suchtberatung Bludenz“

hatte im Jahr 1999 auf Grund der

verstärkten Arbeit mit Menschen,

die an Essstörungen leiden und

infolge einer frauenspezifischen

Fortbildung ein Konzept für deren

Behandlung entwickelt, dessen

Umsetzung wir im Jahr 2000

begannen.

Ein wesentlicher Punkt im Konzept

und in der Arbeit war für uns die

Vernetzung von Institutionen und

freiberuflichen Therapeut|innen

sowie der Austausch und die Auseinandersetzung

in der „AG Essstörungen“

auf regionaler Ebene.

Die Treffen dieser Arbeitsgemeinschaft

finden cirka drei Mal

jährlich statt und ermöglichen

eine bereichernde interdisziplinäre

Zusammenarbeit – von Sozialarbeit

über Psychotherapie bis

hin zur Medizin.

Zu den Institutionen bzw. Helfern,

mit denen wir vor allem zusammenarbeiten,

gehören

- Fachärzt|innen (Psychiatrie

und Neurologie, Innere Medizin,

Frauenheilkunde) als auch

praktische Ärzt|innen

- Körpertherapeut|innen (Tanz-

therapie, Reittherapie, Felden-

krais u.a.)

- Ernährungsberaterinnen

Krankenhaus

Maria Ebene

Zieldefinition

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Der Blickwinkel im Prozessverlauf

ist darauf ausgerichtet, mit den

Betroffenen auf einer lösungs-

und ressourcenorientierten Basis

zu arbeiten.

Unsere Zielsetzungen in der Begleitung

der Klienten bestehen in

der

- Stärkung der Ressourcen zur

Problembewältigung und Ent-

wicklung einer eigenständigen

Persönlichkeit

- Suche nach Möglichkeiten

einer Lebensgestaltung

ohne Krankheitssymptomatik

- Wiederentdeckung einer kon-

struktiven Gestaltung der Be-

ziehung zu sich selbst und zum

jeweiligen Umfeld

- Entwicklung eines natürlichen

Essverhaltens [Körpergefühl >

Aktivierung der Sinne]

- Aufrechterhaltung oder Wie-

derherstellung des biolo-

gischen Gewichtes

Erfahrungen aus unserer Arbeit

Besonders viel Raum nimmt die

Motivationsarbeit ein, da gerade

bei Magersucht lange Zeit wenig

oder gar kein Leidensdruck vorhanden

ist und die Klienten meist

auf Druck von Angehörigen oder

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

auf Grund von schweren gesundheitlichen

Schädigungen in die

Beratung kommen. Durch eine

Wahrnehmungsstörung erkennen

sie oft nicht die ernste und lebensbedrohliche

Situation, in der

sie sich befinden.

Eine wichtige Bedingung für eine

erfolgreiche Behandlung ist die

Bereitschaft zur eigenen Mitarbeit,

sich für Veränderungen

aktiv einzusetzen und auch Unannehmlichkeiten

und Anstrengungen

in Kauf zu nehmen. Von

den Klienten wird während der

Therapie viel Geduld abverlangt,

da dieses Krankheitsbild oftmals

eine langjährige Therapie

erfordert. Unsere Erfahrung ist:

Je länger die Essstörung bereits

andauert, umso mehr haben sich

die krankmachenden Verhaltensmuster

verselbständigt und umso

länger dauert der Prozess zur

Wiederherstellung der Gesundheit.

Durch die fallweise Einbeziehung

von Bezugspersonen kann

die Dauer mancher Therapien erheblich

verkürzt werden.

Bei bestimmten Krankheitsverläufen

ist es unumgänglich und

auch effizienter, dass die Betroffenen

eine stationäre Therapie in

Anspruch nehmen.

Wurden im Jahr 2000 noch 19 Patienten

(17 Frauen und 2 Männer)

begleitet, so hat sich der Umfang

dieser Arbeit vor allem aufgrund

der personellen Besetzung der

Suchtberatung verringert.

Suchtberatung Bludenz wird „Clean“


Clean Bludenz

Statistische Daten zur Begleitung

von Menschen mit Essstörungen

10 Frauen - davon 3 Neuaufnahmen

sowie 1 Abschluss und 1 Weitervermittlung

Krankheitsbilder

2 Personen Anorexie

[Magersucht]

4 Personen Bulimie

[Ess - Brechsucht]

1 Person Mischform

Anorexie/Bulimie

3 Personen Adipositas

[Esssucht, 1 x mit Magenband]

Altersstruktur

1 Person unter 20 Jahren

[Anorexie]

2 Personen 20 - 30 Jahre

[2 x Bulimie]

4 Personen 30 - 40 Jahre

[je 1 x Adipositas, Bulimie,

Anorexie sowie Mischform]

3 Personen über 40 Jahre

[2 x Adipositas, 1 x Anorexie]

Brief einer Frau an ihre „Freundin

Magersucht“

Liebe Magersucht!

So lange schon teilst du mit mir

mein Leben und oft weiß ich gar

nicht mehr: Ist es überhaupt noch

mein Leben oder ist es deines?

Wer bin ich, wenn du nicht wärst,

gäbe es da überhaupt noch etwas?

Vor langer Zeit holte ich dich in

mein Leben, du warst für mich die

Rettung aus meiner Einsamkeit.

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Bei Menschen hatte ich Angst,

ihre Ansprüche nicht zu befriedigen,

ihnen nicht gefallen zu können

und verlassen zu werden. Nur

zu oft ist mir das passiert, dem

Schmerz wollte ich aber nun entgehen.

Der Hass auf mich selber,

weil ich so schwer mit Menschen

umgehen konnte, war groß.

Deinen Ansprüchen konnte ich

immer genügen, ich kannte mich

aus, wusste, was richtig und

falsch war – die Waage war Bestätigung

genug. Und Abnehmen

konnte ich, wenn ich es wollte.

Ich musste nur mein Verlangen,

meine Gier abtöten, das war der

Schlüssel für Erfolg und bescherte

mir Glücksmomente. Ich spürte

endlich meine Kraft!

Gleichzeitig wurde mein Äußeres

so, dass meine Umwelt mich

schonte – ich war krank und hatte

eine Entschuldigung für vieles:

keine Freunde zu haben und auch,

nicht so hohe Erwartungen erfüllen

zu müssen.

Immer noch brauche ich das, um

mich entziehen zu können, den

Vorstellungen meiner Eltern zu

entsprechen. Gleichzeitig tut es

mir so weh, dass ich manchmal

so allein bin. Ich sehne mich nach

Wärme und Menschen.

Leider weiß ich schon lange nicht

mehr, ob es deine Anwesenheit

ist, dass ich so einsam und traurig

bin – Wie wäre es, wenn du nicht

da wärst? Wenn ich normal ausse-

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 28 und 29

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

hen und essen könnte? Deine Existenz

als sehr treue Freundin hat

oft mein Dasein ausgefüllt, doch

momentan empfinde ich dich als

Belastung in meinem Leben. Jeder

Versuch, ohne dich zu leben,

löst immense Ängste in mir aus.

Alles woraus ich Stärkegefühl

ziehe, fällt weg. Ich spüre wieder

massiv meine Unzulänglichkeit in

Beziehungen. Ich bin allein. Da ist

niemand, der mir bestätigt oder

zeigt, dass mein Leben überhaupt

irgend einen Sinn hat. Mir fehlt

die Zuneigung anderer Menschen,

da bisher du meine einzige und

wichtigste Freundin warst, der

ich meine Zeit widmete.

Ich muss gezwungen werden, um

es zu schaffen, dich loszulassen

– du bist in meinem Leben viel zu

wichtig geworden in den letzten

Jahrzehnten. Zudem sehe ich in

meiner Gier und Lust noch zu sehr

Schwäche – ich fürchte, dadurch

auch meine noch bestehenden

Beziehungen zu gefährden. Meine

Kontrollfähigkeit ist ein Zeichen

von Stärke – das einzige Gefühl,

im Leben etwas zu können. Was

bin ich wert ohne sie?

Gleichzeitig spüre ich aber, dass

ich körperlich immer schwächer

werde, je mehr ich mich und

meine Bedürfnisse im Griff habe

– und das stellt meine vermeintliche

(Willens-) Stärke immer

mehr in Frage. Geistige Stärke

macht mich körperlich schwach

– dieses Erkennen fördert in mir

den Wunsch, dich nun aus meinem


Leben verabschieden zu wollen.

– Ich will mich wohl fühlen in mir!

Doch je mehr ich dich aus meinem

Leben verbannen will, um so stärker

fällt mir auf, welchen immensen

Platz und wie viel Zeit du in

meinem Leben einnimmst. Mein

Tagesablauf ist strukturiert und

ausgefüllt durch meine Magersuchts

- Rituale, jeden Abend

verbringe ich mit meinen Essspielereien

und spüre dadurch

weder Leere, Langeweile noch

Einsamkeit. Ich kann mir kaum

vorstellen, was ich täte und wie

ich mich fühlen würde, wenn das

alles wegfällt.

Du bist mir eine sehr enge Partnerin,

momentan kann ich mir ein

Leben ganz ohne dich nicht vorstellen.

Das tut zwar weh, denn

ich träume von einem Leben ohne

dich – mit Familie und Kindern.

Aber leider duldest du neben dir

kaum Konkurrenten meiner Zuwendung.

Deshalb hasse ich dich

– und kann doch nicht ohne dich

sein. Wie lange noch? Bitte gib

mich wieder frei für das Leben

– für Freunde und körperliches

Wohlergehen. Das ist heute mein

allergrößter Wunsch an dich.

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Clean Bludenz – Jahresstatistik 2005

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

219 längerfristig betreute Betroffene und Bezugspersonen,

bzw. 121 im 2. Halbjahr *

Leistungen im 2. Halbjahr 2005 Anzahl

Psychosoziale Beratung direkt und indirekt 681

Psychotherapie 270

Medizinisch - psychiatrische Behandlung 231

Hausbesuche 5

Besuch im Krankenhaus 17

Besuch im Strafvollzug 1

Arbeits- und Wohnungssuche, Lebensunterhalt,

Amtsweg, Kontakte mit Institutionen

Drogenharnscreening 368

19

Prävention

Supro

* Aufgrund der unterschiedlichen Dokumentationsweise von Suchtberatung Bludenz und

Clean Bludenz können hier nur die seit 1-7-2005 im MEDOS dokumentierten Leistungen

aufgeführt werden.

47 Substituierte

Männlich Weiblich Gesamt

34 13 47

Substitutionsmittel

Methadon Substitol Subutex Mundidol Vendal Gesamt

19 19 7 1 1 47

(Halb-) Jahresstatistik Clean Bludenz


Supro

Rückblick

Auch das Jahr 2005 war für die

Supro ein turbulentes Jahr. Es

war geprägt durch einschneidende

personelle Veränderungen,

der innovativen Arbeit am Perspektivenkonzept

und der intensiven

Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen

und anderen

Systempartnern.

Mit Jahresbeginn waren Mag.

Martin Hebenstreit [100%], Mag.

Amanda Ruf [80%] und Kornelia

Kopf [80%] in der Supro beschäftigt.

Gert Burger, ehemaliger Mitarbeiter

des Clean Bludenz, verstärkt

das Team seit 01-07-2005.

Mag. Martin Hebenstreit hat seine

Tätigkeit als Stellenleiter zum

30-09-2005 beendet. Bis Ende

des Jahres 2005 hatte Mag.

Amanda Ruf die interimistische

Stellenleitung inne.

Einblick

Information

Als landesweite Fachstelle für

Suchtprophylaxe bieten wir Informationen

zu den Themen Gesundheitsförderung,

Suchtvorbeugung

und Suchtmittel an. Wir bereiten

wissenschaftliche und praktische

Erkenntnisse der Suchtvorbeugung

auf und vermitteln diese

weiter.

Der Produktbereich „Information“

umfasst grundsätzlich die Informationsverarbeitung

und -auf-

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

bereitung, Vorträge, Workshops

sowie Exkursionen, Drucksorten,

Medienarbeit als auch Homepage,

Kampagnen und den Ressourcenpool

[Fachliteratur, Filme, Infomobil,

Plakate].

Zahlreiche Informationsveranstaltungen

wurden in Schulen

durchgeführt, vor allem in Hauptschulen,

jedoch auch zunehmend

in Volksschulen und höher bildenden

Schulen. Zielgruppen waren

Schüler, deren Eltern und Lehrpersonen.

Sucht und Drogen – nüchtern betrachtet

[ein Praxisbeispiel]

Im Privatgymnasium Riedenburg

wurde unter diesem Motto eine

Lehrerfortbildung angeboten.

Während des Vormittags wurden

Vorträge zu Sucht und Drogen,

Suchtentstehung, Schutzfaktoren

und Chancen schulischer Prävention

gehalten. Am Nachmittag

wurden acht, zum Teil moderierte

Arbeitsgruppen angeboten, die

sich mit unterschiedlichen Fragestellungen

zu Jugend, Schule und

Drogen beschäftigten.

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 30 und 31

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Auch im Betrieb wurden im Jahr

2005 vermehrt Informationsveranstaltungen

mit Lehrlingen und

Lehrlingsausbildern durchgeführt.

So geht zum Beispiel die Wirtschaftsgemeinschaft

in Nenzing

moderne Wege in ihrer Lehrlingsbetreuung.

Im Rahmen der Nenzinger

Lehrlingsoffensive „Hi-

Pos“ fand für die Lehrlinge und

deren Lehrlingsausblidner aus

den beteiligten Firmen ein „Talk“

über Sucht und Drogen statt.

Vernetzung

Die Supro – Werkstatt für Suchtprophylaxe

bietet landesweite,

regionale und themenspezifische

Vernetzungsplattformen an, um

den fachlichen Austausch und die

Vernetzung all jener, die mit Kindern

und Jugendlichen leben oder

arbeiten zu gewährleisten.

Im Mittelpunkt der Vernetzungsarbeit

mit Systempartnern in

Vorarlberg stehen die Bezirkskonferenzen,

die gemeinsam mit

den Mitarbeiter|Innen der Supromobil

durchgeführt werden.

Im ersten Halbjahr fanden Bezirkskonferenzen

in Bregenz und Feldkirch

statt zum Thema „Jugend

und Drogen: Welche Lösungen

passen zu welchen Problemen“.

Im zweiten Halbjahr begann die

dritte Staffel der Bezirkskonferenzen

mit den Veranstaltungen

in Dornbirn und Bludenz unter


dem Titel „Jugend und Sucht:

Suchtprävention im Bezirk“. Bei

allen vier Konferenzen nahmen

über 200 Systempartner aus den

Bereichen Drogenarbeit, Jugendarbeit,

Beratung und Therapie,

Schule, Sportvereine, Verwaltung

und Politik teil. Ziele der Bezirkskonferenzen

sind Vernetzungs-

und Erfahrungsaustausch, der

Diskurs mit den Systempartnern

zum Thema Sucht und Prävention

und die gemeinsame Entwicklung

von regionalspezifischen Projektideen.

Rita Reisch, Projektkoordinatorin

der Supro für die Bezirkskonferenz

Feldkirch stellt fest: Mich

interessierte das Thema und die

sehr kreative Möglichkeit, sich mit

anderen Teilnehmer zu vernetzen,

die Erfahrungen auszutauschen

als auch neue Ideen zu sammeln.

Ich habe bei der Bezirkskonferenz

über Weiterbildungen erfahren,

die für meine Arbeit als Zuständige

eines Präventionsprojektes

des Bundesgymnasium Feldkirch

von Nutzen sein können.

Ausserdem ist die Supro in einer

Reihe von Vernetzungsgremien

vertreten: Österreichische

ARGE Suchtvorbeugung, Österreichisches

Netzwerk gesundheitsfördernder

Schulen, Forum

Vorarlberger Drogenhilfe, Vernetzung

ambulanter Drogenhilfe,

Vorarlberger Plattform Gesundheitsförderung

und ARGE Oberland.

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Beratung & Coaching

Wir beraten und unterstützen

Menschen, die in den Bereichen

Gesundheitsförderung und Suchtprävention

Projekte umsetzen.

Wir stehen für gemeinsame Entwicklung

und fachliche Begleitung

von Projekten zur Verfügung.

Für Menschen, die mit Kindern

und Jugendlichen arbeiten, bieten

wir fachliche Beratung sowie

zielgruppenspezifische Schulungen

an. So wurden in Schulen

Coachings mit Schulleitern und

Lehrern durchgeführt, Elternberatungen

sowie entsprechende

Maßnahmen in Betrieben. Für

die Jugendarbeit wurden in Zusammenarbeit

mit der Supromobil

mehrere Jupi - Schulungen

durchgeführt. Diese haben zum

Ziel, dass Jugendarbeiter einen

sicheren Umgang mit riskant konsumierenden

Jugendlichen erarbeiten.

In Jupi werden Grundzüge

der Suchtprävention dargelegt,

das Thema Jugend und Sucht erarbeitet,

Möglichkeiten der Früherkennung

und Intervention vermittelt,

die eigene Einstellung zu

Suchtmitteln reflektiert als auch

ein Handlungsmodell für die eigene

Einrichtung erarbeitet.

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Innovation

Prävention

Supro

Im Rahmen von Modellprojekten

erproben wir neue Ansätze und

Methoden für Projekte mit Kindern

und Jugendlichen sowie

Menschen, die mit Kindern und

Jugendlichen arbeiten.

Neben innovativen Präventionsprojekten,

wurde in Zusammenarbeit

mit der Stadt Feldkirch eine

Fachtagung „Macht Gewalt Schule?“

durchgeführt.

Im Rahmen der Konzeptentwicklung

der Prävention der Stiftung

Maria Ebene standen vier Expertengespräche

zur Frage „Suchtprävention

wohin?“ im Mittelpunkt

des Bereiches Innovation.

Dazu konnten wir Gerald Koller,

Alfred Uhl, Marianne Gronemeyer

und Ambros Uchtenhagen begrüßen.

Zahlreiche Systempartner

aus dem Netz der Vorarlberger

Suchthilfe sind der Einladung zu

diesen Abenden gefolgt.

„trotz allem gsund“

[ein Praxisbeispiel]

Ein Projekt des IfS-Institut für Sozialdienste

in Zusammenrbeit mit

dem Arbeitskreis für Vorsorge-

und Sozialmedizin, dem Vorarlberger

Kinderdorf und der Supro

| Stiftung Maria Ebene. Ziel

des Projektes ist es, das Gesundheitsbewusstsein

sozial benachteiligter

Menschen zu fördern.

Es wird mit vier Gruppen gearbeitet:

der Mädchengruppe, der

Rückblicke | Einblicke


Supro

Jungengruppe, der Gruppe der

IfS-Freiräume und der IfS-Familienwoche.

Mit den Teilnehmenden

wird das Thema Sucht

und die eigene Betroffenheit

mithilfe unterschiedlichster Methoden

erarbeitet und reflektiert.

Nichtraucherprävention konkret

[ein Praxisbeispiel]

Eine besonders öffentlichkeitswirksame

Maßnahme im Bereich

Innovation war die Zusammenarbeit

mit den Messeparkverantwortlichen

zur Umsetzung des

Rauchverbots in öffentlichen Einkaufszentren.

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Projekte und Programme

Für Gemeinden, Kindergärten,

Schulen und Jugendeinrichtungen

bieten wir längerfristige Präventionsprojekte

an.

Ja zum Leben, mein Weg

[ein Praxisbeispiel]

Im Schuljahr 2004 | 2005 wurde

mit der Hauptschule Riezlern und

der Offenen Jugendarbeit JuCon

e.V. Rahmen, Inhalte, Ziele und

Ablauf des Projektes erstellt.

Die Themen Sucht, Gewalt, Konflikt

und Abschied wurden mit

den Schülern anhand eines innovativen

rotierenden Systems

erarbeitet. Die Ergebnisse wurden

reflektiert und in den Alltag

transferiert. Ein gut besuchter

Elternworkshop rundete das erfolgreiche

Projekt ab.

Grundsätzlich setzen wir uns

für eine nachhaltige Implementierung

von suchtpräventiven

Maßnahmen in unterschiedlichen

Settings ein. So wird das Volksschulprogramm

„Eigenständig

werden“ in einem Pilotlauf mit

acht Schulen umgesetzt.

„Eigenständig werden“

[ein Praxisbeispiel]

ist ein Programm zur Förderung

von Lebenskompetenzen für

Schüler und Schülerinnen der

Volksschule.

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 32 und 33

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Das Programm basiert auf dem

von der Weltgesundheitsorganisation

empfohlenen Lebenskompetenzansatz.

Die Selbstwahrnehmung,

das Einfühlungsvermögen,

Kommunikationsfertigkeiten, der

adäquate Umgang mit belastenden

Situationen sowie die Problemlösekompetenz

der Schüler

werden gefördert. Selbstwertgefühl,

Toleranz und Gemeinschaft

sind zentrale Themen des Programms.

Ausblick

Im Jahr 2006 wird der Leistungskatalog

und das Perspektivenkonzept,

aufbauend auf den Vorarbeiten

das Jahres 2005, fertig

gestellt und umgesetzt. Dabei

wird die Kooperation mit allen

Partner[-einrichtungen], die im

Bereich der Suchtprävention tätig

sind, ein zentraler Bestandteil

sein.

2006 wird ein Schwerpunkt auf

die Arbeit mit Eltern und Multiplikatoren

gelegt. Es wird eine

verstärkte Zusammenarbeit mit

Kindergärten und Volksschulen

gesucht, bewährte Maßnahmen

im Freizeitbereich werden weiter

ausgearbeitet, in Betrieben werden

bedarfsgerechte Angebote

umgesetzt und innovative Ansätze

in der Arbeit mit Eltern entwickelt.

Langfristigkeit und Nachhaltigkeit

sind wichtige Kriterien,

die die zukünftige Präventionsarbeit

bestimmen.


Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Projekte und Programme | Ausblick


Projekt Supromobil

Aktivitäten der Supromobil

Sie waren gekennzeichnet durch

die Konsolidierung der Maßnahmen

in den Hauptbereichen und

die Etablierung der im Jahr 2004

erprobten Projekte. Weiters galt

es eine prozessorientierte Neukonzeption

in die Wege zu leiten.

Bezirkskonferenzen

Die stete Nachfrage bei den Bezirkskonferenzen,

die alljährlich

in jedem Bezirk stattfinden, und

die Vielfalt der interessierten

Berufsgruppen zeigen, dass das

Ziel einer breiten Vernetzung

zum Thema Suchtprävention gelungen

ist. Die aus den Bezirkskonferenzen

resultierenden Kontakte

führten in weiterer Folge

zu einer breiten Zusammenarbeit

und innovativen Projekten.

Die Hoffnung, Angebote [soziale

Dienstleistungen] den Nachfragern

[Menschen mit Beziehungen

zu Jugendlichen] näher zu bringen

und bei diesen Aktivitäten

auch Entscheidungsträgern [Bürgermeister,

Menschen aus Jugend-

und Sozialausschüssen,

Bezirkshauptmannschaften..]

mit einzubeziehen wurde erfüllt.

Die Zusammenarbeit mit der Supro

ermöglichte eine primärpräventivere

Ausrichtung. Die Vielschichtigkeit

diverser Aktivitäten

von unterschiedlichsten Organisationen

zum Thema Suchtprävention

wurde transparent und

zeigte den hohen Bedarf an Austausch

auf.

Krankenhaus

Maria Ebene

Beratung

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Die anhaltende Nachfrage zeigt,

dass die Systempartner unsere

Angebote kennen und schätzen

sowie das Vertrauen in die Supromobil.

Dies schafft den Raum für

offene Gespräche über Drogenprobleme

in ihren Institutionen.

Reger Austausch unterschiedlichster

Berufsgruppen bei den Bezirkskonferenzen

Suchtpräventionskonzept

Supro und Supromobil erarbeiteten

ein Konzept, um das Zusammenspiel

der Maßnahmen von

der Beratung im Anlassfall bis hin

zur Verankerung vorbeugender

Maßnahmen in den Institutionen

zu gewährleisten.

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 34 und 35

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Jupi

Prävention

Supro

Im Bereich der Schulung erfreut

sich die „Jupi-Schulung“ anhaltender

Nachfrage von Seiten der

Jugendtreffs. Dieses Angebot

konnte auch für Wohngemeinschaften

und ehrenamtlich tätige

Jugendliche ausgedehnt sowie

adaptiert werden. Zusätzlich zur

Schulung werden auch immer Begleitmaßnahmen

ausgearbeitet

und durchgeführt. Die Schulung

im Rahmen der Jugendarbeiter -

Ausbildung bewirkte nachhaltige

Kontakte und weiterführende

Maßnahmen.

Fortbildung für Schuldirektoren

Diese findet alljährlich statt und

ist für die Supromobil ein wichtiger

Baustein, um den Kontakt

zum Systempartner Schule zu

pflegen und die richtige Vorgehensweise

bei Drogenmißbrauch

zu erläutern.

Drei Modellprojekte

an Schulen zur Implementierung

eines „Lehrplans zum Thema

Suchtprävention“, die unter

anderem die Fortbildungen für

Lehrer enthielten, zeigten spannende

Impulse auf. Hier gilt es im

kommenden Jahr eine Evaluation

durchzuführen und aufbauend auf

den Ergebnissen eine Verbreitung

des Angebotes vorzunehmen.


„Reflect and Act – Jugendkultur

in bewegenden Bildern“

Für das Projekt wurden Vorarbeiten

durchgeführt, die Finanzierung

ist bis ins Jahr 2008 sichergestellt.

Damit wird es möglich

in unterschiedlichsten Settings

Jugendlichen zu begegnen, sie

zur Auseinandersetzung mit ihrer

Lebenswelt und daraus resultierend

mit ihrer Lebensumwelt zu

bewegen. Die internationale Zusammenarbeit

ermöglicht auch

über die Grenzen von Vorarlberg

hinaus den Austausch unter Jugendlichen

und Systempartnern.

Kasulino

Das Konzept für Kinder aus Suchtfamilien

– wurde erprobt, die Finanzierung

ist für das Jahr 2006

gesichert. Im Jahr 2006 wird die

gute Zusammenarbeit mit dem

Ambulanten Familiendienst [Kinderdorf

Vorarlberg] erweitert, um

Angebote im Unterland wie auch

im Oberland zu etablieren.

Arbeit mit Migranten

Gemeinsam mit okay.zusammen

leben wurde ein türkisch -

deutsches Informationsblatt über

Beratungsmöglichkeiten in Vorarl-

berg erstellt und an Systempartner

sowie Migranten verteilt.

Zudem wurde über aufsuchende

Beratungstätigkeit in Deutschkursen

und Moscheen aktive Beziehungsarbeit

betrieben.

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

„Selbsthilfe & Empowerment für

Kinder und Jugendliche“

Diese Expertentagung erfreute

sich einer regen Teilnahme. Das

Ambiente, die Mithilfe der Therapiestation

Carina und die interessanten

Referenten ließen

viele positive Ideen entstehen. Es

scheint, dass dieses Thema für

viele Systempartner interessant

ist und durch die gute Kooperation

mit dem Club Antenne und

der Vorarlberger Telefonseelsorge

lassen sich darauf aufbauend

spannende Projekte erwarten.

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Elternabeit

Prävention

Supro

Diese wurde in sehr viele Maßnahmen

integriert. Ein wichtiges

Arbeitsinstrument stellte dabei

die im Bezirk Dornbirn erarbeitete

Broschüre „Kindersorgen

– Sorgenkinder“ dar. Diese bietet

einen raschen Überblick über die

vielfältigen Angebote für Eltern

im Bezirk Dornbirn und ist durch

die einfache Sprache auch niederschwellig

einsetzbar. Wichtig war

und ist dabei der Einigungsprozess

zwischen den Institutionen

über die kommunizierten Angebote

und Institutionen.

Das Helpcamp brachte jugendlichen Drogenkonsumenten wieder Orientierung

Einblicke


Projekt Supromobil

Krisen

Die speziell für größere Anlässe

und Krisen bereitgestellten Ressourcen

mussten nicht zur Gänze

aufgebraucht werden. In den meisten

Fällen waren schon im Vorfeld

in den Regionen und Institutionen

Initiativen und Projekte

- teils schon durch die Supromobil

- realisiert worden, die dann

im Anlassfall für verstärkte Maßnahmen

verwendet und ausgebaut

werden konnten. Das Know - How

über die aktuellen Angebote [wer

ist für welche Dienstleistungen in

der Region zuständig und welche

Personen haben schon Projekte

durchgeführt] wird von den

Systempartnern geschätzt, das

Wissen über rechtliche Grundlagen

gibt Rechtssicherheit für

die verantwortlichen Personen.

Die vorhandenen finanziellen als

auch personellen Ressourcen, die

rasch und unbürokratisch eingesetzt

werden, führen zu einer

deutlich spürbaren Entlastung

der Systempartner in Krisenregionen,

tragen zur Deeskalation

und zur Vertrauensbildung in die

Organisationen [Schulen, Jugendarbeiter,

Gemeindebedienstete,

…] und zum Angstabbau seitens

der Öffentlichkeit bei.

Krankenhaus

Maria Ebene

Eventbegleitung

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Auch in diesem Jahr wurden in

Kooperation mit Do it yourself,

Fähre, Team Mika und Clean Feldkirch

Jugendliche auf cirka 40

Veranstaltungen von einem Team

von Drogenfachleuten begleitet.

Die Qualität der Zusammenarbeit

zwischen den Fachstellen wurde

auch durch die Erarbeitung eines

Eventbegleitungskonzept für

2006 sehr gestärkt. Dieses Konzept

baut auf den positiven Erfahrungen

der letzten Jahre auf

und bindet weitere wichtige Maßnahmen

[Beratung von Veranstaltern,

fachliche Weiterqualifizierung

der Mitarbeiter, innovative

Produkte zur Schadensminimierung,

Konzeptarbeit zu speziellen

Themen des Partysettings,…] ein.

Der fruchtbringenden Zusammenarbeit

der Fachstellen in der ArbeitsgemeinschaftEventbegleitung

soll auch strukturell 2006

Rechnung getragen werden.

Die ExpertInnentagung ermöglichte einen

Perspektivenwechsel

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 36 und 37

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Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Diagnostik

Prävention

Supro

Im diesem Bereich konnten grundlegende

Erfahrungen verwertet

und konzeptive Vorarbeiten geleistet

werden. Ein Gesamtkonzept

für jugendliche Risikokonsumenten

von der Beratung von

Systempartnern bis hin zu speziell

konzipierten Behandlungsangeboten

soll 2006 strukturell

verankert werden.

Visionquest

Die ersten Helpcamps für jugendliche

Drogenmissbraucher konnten

in Zusammenarbeit mit dem

mda basecamp aus Tirol realisiert

werden. Aufgrund der positiven

Erfahrungen werden künftig zwei

Camps ausgeschrieben, Multiplikatoren

sollen verstärkt in diese

Arbeit miteinbezogen werden.

Für 2006 ist eine Verbreiterung

der auf Basis der Diagnostik ermittelten

zielorientierten Trainings

vorgesehen.

Gespräche mit Jugendlichen auf Events


Ausblick 2006

Aufgrund der durch den Vorstand

vorgenommenen strukturellen

Umgestaltung der Prävention

in der Stiftung Maria Ebene und

der erst mit August 06 vollen

Nachbesetzung der Leitung sind

weitreichende Planungen der Supromobil

schwierig. Die nachfolgenden

Ideen stellen folglich Diskussionsgrundlagen

dar, die mit

der neuen Leitung diskutiert und

beschlossen werden sollen.

Die Weiterführung der bestehenden

Leistungen sollen durch eine

verstärkte prozessorientierte Begleitung

von Gemeinden ergänzt

werden. Dadurch wird garantiert,

dass auf regionale Besonderheiten

noch besser eingegangen werden

kann und dadurch ein Grundstein

für nachhaltige Veränderungen in

den Lebensverhältnissen vieler

Jugendlicher gelegt wird.

Diese zusätzlichen Ressourcen

sollen durch eine vertiefte Zusammenarbeit

mit der VGKK gewährleistet

werden. Desweiteren

ermöglicht diese Zusammenarbeit

neben dem Ausbau professioneller

Diagnostik zur Früherkennung

und Frühintervention bei

jugendlichen Drogenkonsumenten

auch die Etablierung von kurzen

und effektiven Behandlungsangeboten

durch die Supromobil

[unter anderem in den Bereichen

Angst, Depression, Orientierung

und Selbstmanagement].

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Das im Jahr 2005 erstellte Konzept

für die Eventbegleitung wird

2006 weiter umgesetzt. Wesentliche

Neuerung in diesem Bereich

ist die Ausweitung der Beratung

für Veranstalter.

Das im Jahr 2005 ausgearbeitete

und auf drei Jahre bewilligte Projekt

„Reflect and act“ ermöglicht

2006 eine verstärkte Auseinandersetzung

vieler Jugendlicher

mit ihren Lebenswelten und gewährt

dem erwachsenen Publikum

einen Einblick in und folglich

ein besseres Verständnis für die

Probleme und Freuden von Jugendlichen.

Ein weiteres wesentliches Angebot,

das im Jahr 2006 eine

Verbreitung erfahren soll, wurde

durch die Aktion „Licht ins Dunkel“

finanziert und unterstützt

Kinder aus Suchtfamilien darin,

sich mit ihrer Situation auseinanderzusetzen

und will ihnen aktive

Möglichkeiten der Verarbeitung

aufzeigen.

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

Weitere Dokumentationen unter

www.supromobil.at

_ Helpcamp

_ Suchtprävention im Betrieb

_ Bezirkskonferenzen

_ Kasulino

_ Expertentagung

_ Kreativ Workshops

_ Zweisprachiges Informationsblatt

„Zwischen den Welten“

_ Kindersorgen - Sorgenkinder

Eventbegleitung | Ausblick 2006


Projekt Spaß mit Maß

„Spaß mit Maß“

ein Projekt zur Gesundheitsförderung

und Alkoholprävention.

Die Stiftung Maria Ebene wurde

von der Vorarlberg Landesregierung

beauftragt ein längerfristiges

Projekt zur Alkoholprävention

auszuarbeiten. Im Projekt

“Mehr Spaß mit Maß“ geht es um

die Erziehung zur Alkoholmündigkeit

durch Vorbildwirkung,

das Schaffen präventiver Gesellschaftsstrukturen

– gesundheitsfördernder

Lebenswelten und

pädagogischen Maßnahmen im

Sinne des Empowerments. Mehr

Spaß mit Maß ist ein auf fünf Jahre

angelegtes Präventionsprojekt,

in dessen Rahmen eine Fülle

von Aktivitäten und Veranstaltungen

zu diesem Thema organisiert

werden.

Das Projekt ist in verschiedene

Sektoren aufgegliedert und den

daraus resultierenden Einzelprojekten.

In den einzelnen Sektoren

ist es gelungen zahlreiche Partner

aktiv miteinzubinden: Einzelhandel,

Gastronomie, Gemeinden,

Wirtschaftskammer, Exekutive,

Schulen, Kuratorium für Verkehrssicherheit,

Ärztekammer,

Frauenreferat, Mädchenzentrum

Amazone, usw.. Primäres Ziel in

diesen Sektoren sind Organisationen

wie Handel, Gastronomie,

Gesundheitsberufe etc. zur Übernahme

von Verantwortung für

diesen Themenbereich zu gewinnen

als auch dementsprechend

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

zu sensibilisieren, sodass auf den

Sektor abgestimmte Maßnahmen

vereinbart und auf lokaler Ebene

umgesetzt werden. Jeder Sektor

hat seine eigene interne Struktur

und die Verantwortlichkeit

über Maßnahmen bleibt im Sinne

des Setting Ansatzes bei den im

jeweiligen Bereich zuständigen

Projektbetreibern.

Projektziele

• Die Anzahl alkoholkonsumie-

render Kinder ist geringer

• Jugendliche beginnen in einem

späteren Alter mit dem regel-

mäßigen Alkoholkonsum

• Reduktion der Verbreitung und

Häufigkeit von mit hohen Ri-

siken verbundenen Trinkge-

wohnheiten z.B: Binge drinking

unter jungen Menschen, vor

allem unter Heranwachsenden

und jungen Erwachsenen

• Jugendliche trinken keinen Al-

kohol beim Lenken eines Fahr-

zeuges

• Reduktion von alkoholbe-

dingten Verkehrsunfällen durch

Jugendliche und junge Erwach-

sene

• Erwachsene, Gewerbetrei-

bende als auch politische

Schlüsselkräfte vollziehen das

Jugendgesetz und übernehmen

gesellschaftliche Verantwor-

tung

• Gemeinden handeln aktiv prä-

ventiv im Sinne der gesund-

heitsfördernden Gemeinde

• Die Vorarlberger Bevölkerung

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 38 und 39

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro

ist zum Thema Jugend & Alko-

hol informiert, sensibilisiert

und aktiviert

• Vorarlberger reflektieren ihr

eigenes Alkoholkonsumverhal-

ten, im Sinne von Vorbildwir-

kung

• Früherkennung und ärztliche

Kurzintervention in Bezug auf

Jugend & Alkohol findet flä-

chendeckend statt

Zielgruppen

• Jugendliche

• Gemeinden

• Spezifische Multiplikatoren

• Erwachsene

Zeitraum

01-01-2004 bis 30-12-2008

Finanzierung

Sponsoring durch die Fa. Rauch

Fonds Gesundes

Österreich

67%

Sozialfonds 4%

Fonds Gesundes

Vorarlberg

Mittel Sektoren:

Handel, Gastronomie,

BM für Verkehr, Land

Landesmittel: LRG

Frauenreferat

9%

14%

3%

Betriebe 3%


Sektor Handel

Ziele des Sektorprojektes

• Kaufleute und Mitarbeiter hal-

ten das Vorarlberger Jugend-

gesetz ein.

• Die Kunden sind für das The-

ma sensibilisiert und erleben

den Handel als engagiert im

Bereich Jugend & Alkohol.

• Die Öffentlichkeit hat Vertrau-

en in den Vorarlberger Handel

als verantwortungsvollen Part-

ner auch in Bezug auf Jugend &

Alkohol.

Schulungsmaßnahmen

• [Mitarbeiter] Schulungen

39 gehaltene Schulungen

Cirka 518 geschulte Personen

Schulungsinhalte

Verhalten gegenüber Jugendlichen

[Beispiele aus der Praxis],

Jugendgesetz - Bestimmungen.

Die Schulungen werden vom Sozmed

[Caritas] durchgeführt.

Periodische Informationsveranstaltungen

• Handelsübergreifende Veran-

staltungen

22-04-04 – ca. 100 Personen -

Schattenburg Feldkirch

15-11-05 – ca. 100 Personen –

Cubus Wolfurt

21-02-05 – Firma Adeg Interne

Gratifikationsveranstaltung

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Kommunikationsdistribution

Handelsketten - Infomaterialien

für Eltern und Jugendliche, Plakate

und Infoflyer in den Handelsgeschäften

Mystery shopping mit Feedback

[Kontrollkäufe mit minderjährigen

Jugendlichen]

Ergebnisse Mystery Shopping

Anzahl Testungen

Partner -

Handel

2004 127

Nicht Partner

- Handel

2004 33

Tankstellen 2004 5

Eventveranstalter

2004 35

Partner -

Handel

2005 296

Nichtpartner

- Handel

2005 61

Tankstellen 2005 12

Trafiken

und Kiosk

2005 3

Eventveranstalter

2005 122

Gesamt 694

2004 200

2005 494

Ergebnisse 2004 | 2005 aufgrund

der unterschiedlichen Anzahl der

Testkäufe bedingt vergleichbar.

Beratungsstellen Clean

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Prävention

Supro

Rückblicke | Einblicke


Projekt Spaß mit Maß

Sektor Gastronomie

Ziele des Sektorprojektes

• Gewerbetreibende sollen Ver-

antwortung in Bezug auf Ju-

gendliche und Alkohol über-

nehmen

• Aufbau eines Netzwerkes

„Gastronomie und Jugend“

• Erweiterung des Angebots an

attraktiven und preiswerten al-

koholfreien Getränken in der

Vorarlberger Lokalszene

• Förderung des Alkfree-Get-

ränkekonsums in den Gastbet-

rieben z.B. durch Alkfree-Akti-

onen, Mitarbeiterschulungen ...

• Erhöhung des Informations-

standes bei Gastwirten und

Mitarbeitern über alle alkohol-

relevanten Fakten

• Förderung des Vertrauens von

Eltern, Lehrern, Gemeindever-

antwortlichen usw. in die Vor-

arlberger Gastronomie in Be-

zug auf Jugendliche & Alkohol

• Einwirkung auf die Getränkein-

dustrie zur Schaffung einer „al-

koholfreien Alternative“

Mystery Guest Ergebnisse

[Testkäufe von Jugendlichen]

Getränk

erhalten

2004

Anzahl

Krankenhaus

Maria Ebene

2004

in %

Maßnahmen

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Schulung und Information

Gastro OK

Mystery Guest Überprüfungen

Maßnahmen Gastro OK 2006

• Steigerung Gastro OK Betriebe

– bis 31-12-2005 150 Gastro

OK Betriebe

• Öffentlichkeitsarbeit für

Gastro OK

• Redaktionelle Berichte

• Kinospots

• Gastro OK Bands

• Einführung GOK Drink – attrak-

tive alkoholfreie Alternative

Schulungs- | Infoveranstaltungen

• Betriebsinterne Schulungen

• 2006 cirka 20 Veranstaltungen

geplant

Neue Internetplattform

www.promille.at

2005

Anzahl

2005

in %

JA 57 69,5 % 46 43,3 %

Kein Zutritt 6 7,3 % 15 14,2 %

NEIN 19 23,2 % 45 42,5 %

Gesamt 82 100 % 106 100 %

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 40 und 41

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Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Sektor Ärzte

Ziele des Sektorprojektes

Prävention

Supro

• Ärzte als Multiplikator/innen

gewinnen

• Schulungsangebote für Ärzte

• Ärztliche Kurzintervention in

der Praxis

• Erfassung statistischer Daten

zu jugendlichen Intoxikierten

über die Krankenhäuser und

gezielte Interventionen bei ju-

gendlichen Intoxikierten

• Ausbau der Gesundenuntersu-

chung

Motivational Interviewing

Ärztliche Kurzintervention

Referent: Dr. Michael Peltenburg

• Zwei zweitägige Fortbildungs-

veranstaltungen 2005

Unterland – Bregenz

Oberland – Feldkirch

• Zwei zweitägige Fortbildungsveranstaltungen

2006 geplant

05 | 06-10-2006

09 | 10-11-2006


Informationsmaterialien für Ärzte

und Patienten

• Broschüre für Ärzte

Kurzinterventionen für risiko-

reiche Alkoholkonsumenten

• Broschüre für Angehörige

Die Abhängigen von

Abhängigen

• Broschüre für Betroffene

Ratgeber für Menschen mit

Alkoholproblemen

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Schulungen Jan 04 - Mai 05 Mai 05 - Feb 06 Summe

Schulen 81 58 139

Fahrschulen 27 35 62

Betriebe 57 2 59

Summe 165 95 260

Sektor Verkehr

Ziele des Sektorprojektes

• Jugendliche und Erwachsene

erhalten Sachinformation zum

Thema Alkohol und Straßen-

verkehr

• Die Anzeigen wegen Alkohol

am Steuer von jugendlichen

Lenkern sind gesenkt

• Jugendliche setzten sich mit

dem eigenen Trinkverhalten

auseinander

• „Designated Driver“ – Nicht

Trinker | Heimfahrer – haben

ein positives Image

• Sicheres Nachhausekommen

bei Jugendveranstaltungen ist

möglich [Ausgehzeiten]

Infoveranstaltungen/Schulungen

• Zielgruppe I: Schulen [AHS |

BHS, PTS, HS 4. Stufe]

• Zielgruppe II: Unternehmen

• Zielgruppe III: Vereine

• Zielgruppe IV: Fahrschulen

Die Veranstaltungen haben hervorragende

Resonanz und Akzeptanz.

Kernkompetenz ist die Authentizität

und das Know - How

der Referenten.

Bob - Kampagne

Start von BOB im Frühjahr 2006

geplant. Die Kampagne baut auf

einer Person auf [eine Frau oder

ein Mann], die keine alkoholische

Getränke in einer Gruppe konsumiert,

wenn sie beziehungsweise

er mit dem Auto unterwegs ist.

BOB ist ein Optimist, hat Humor,

übernimmt Verantwortung und

ist jemand in dessen Anwesenheit

andere trinken dürfen und durch

BOB trotzdem sicher nach Hause

kommen. Nicht die Prohibition

steht im Vordergrund sondern der

verantwortungsvolle Umgang.

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Sektor Frauen

Ziele des Sektorprojektes

Prävention

Supro

• Primärprävention

• Alternative durch Alkoholfreie

Cocktailbar

• Erfahrungsspektrum erweitern

• Stärkung der Persönlichkeit

• Alkoholmündigkeit erlernen

Maßnahmen

Themenabende

• 7 Filmabende

• 4 Partys

• 2 Konzerte (NoemNova)

• 2 Themenabende [Körperbilder,

Sucht]

Mobile Einsätze | Amazone Bar

• 360 Card Event Dornbirn

• Livestyling Messe Bregenz

• Mut 2 Bregenz

• Dornbirner Herbstmesse

• Sportlerehrung Bregenz

• Gemeindeveranstaltung Göfis

• 10 Jahre Jugendwerkstätte

Workshops

• 33 Workshops

• Cocktailmixworkshops

• Djane Workshops

• Multimedia Sessions

• Soundfabrik

• Hip Hop Weekend

Einblicke | Ausblicke


Projekt Mehr Spaß mit Maß

Allgemeines zum Projekt

Großveranstaltungen

• Mobile Amazone Bar Eröffnung

01-10-2004

• Eröffnung Stationäre Bar

02-10-2004

• Pressekonferenz Projektbetei-

ligung ORF und Firma Rauch

zum Projekt „Mehr Spaß mit

Maß“ vom 21-10-2004

• Dornbirner Frühjahrsmesse

31-03 bis 03-04-2005

• JVP – Dornbirn - „Shake it“ Ju-

gendprojekt. In Zusammenar-

beit mit vier Jugendlichen und

„Mehr Spaß mit Maß“ wurde ein

alkoholfreies Cocktailbuch er-

arbeitet und an einem Stand

auf der Dornbirner Frühjahrs-

messe beworben. Mit Hilfe

der Firma Rauch konnten die

Getränke kostenlos abgegeben

werden.

• Sicherheitstag Nüziders am

16-04-2005

• Infostand und Gewinnspielver-

losung Messpark Dornbirn 20-06

bis 25-06-2005

• SOLA – Karate Landesliga Ver-

anstaltung Aktivpark Tschag-

guns | Schruns, 18-07-2005

• Shopping Night – Hopping

Light Gastro OK – Stadt Blu-

denz, 07-07-2005

• Dornbirner Herbstmesse 07-11

bis 11-11- 2005

• Fußballgala - Projektpräsenta-

tion durch LR Stemer

Krankenhaus

Maria Ebene

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

„Selbst ist der Bengel“

Kabarettveranstaltungen von und

mit Markus Linder

Bisher 30 Aufführungen an Schulen,

in Betrieben und bei Events

Mediale Begleitung

Pressekonferenzen

• 20-02-04 Offizieller Start

• 14-09-04 Zwischenbilanz

• 21-10-04 Projektbeteiligung

durch die Fa. Rauch & ORF

• 24-11-04 Start Gastro OK

• 15-11-04 PK Handel

• 19-12-05 PK Ärzte

107 Beiträge im Zeitraum von

September 2003 - Ende 2005

15 Schaltungen von Fernsehspots

vor V-Heute

130 Gastro OK Schaltungen in Antenne

Vorarlberg

Motorrad - Gewinnspiel

[Messepark und Zweirad Loitz]

1. Gewinnspiel

Roller - Jaguar Design Teilnahme

von über 4.000 Jugendlichen,

Verlosung Juni 2005 - Messepark

Dornbirn

2. Gewinnspiel

Yamaha XT 125 Super-Moto, Teilnahme

bis Februar 2006 von

2.800 Personen

Jahresbericht 2005 | Stiftung Maria Ebene | Seiten 42 und 43

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Vorschau

Prävention

Supro

• Mediale Verstärkung der Medi-

enarbeit durch Hörfunk, TV und

Printmedien

• Präsenz auf allen Messen

[Frühjahrsmesse, Herbstmes-

se, Preventa]

– Schwerpunkt Alkohol im

Betrieb – Preventa Mai 2006

– Verlosung des Motorrads bei

der Preventa

• Eine Woche Infostand im Juli

im Dornbirner Messepark

• Frühjahr 2006 – Start BOB

Kampagne – Vor Ort Einsätzen

alle 2 Wochen

• Schwerpunkt - Bewerbung Spaß

mit Maß in Betrieben, Vereinen

und Schulen durch die Supro

und Projektpartner

• Kabarettbewerbung durch DVD

in Schulen und ausgesuchten

Betrieben

• Verstärkte Mystery shopping

Einsätze und Mystery Guest

Kontrollen


Krankenhaus

Maria Ebene

Selbst ist der Bengel | Kabarett von und mit Markus Linder

Therapiestation

Carina | Lukasfeld

Beratungsstellen Clean

Feldkirch | Bregenz | Bludenz

Prävention

Supro


Krankenhaus Maria Ebene

Maria Ebene 17 | 6820 Frastanz | 05522 727 460

Therapiestation Carina

Pater-Grimm-Weg 12 | 6800 Feldkirch | 05522 77 151

Therapiestation Lukasfeld

Herrengasse 41 | 6812 Meiningen | 05522 393 90

Clean Feldkirch

Schießstätte 12 - Top 8 | 6800 Feldkirch | 05522 380 72

Supro Suchtprophylaxe

Moosmahdstrasse 4 | 6850 Dornbirn | 05572 55 155

Clean Bregenz

Bergstraße 8 | 6900 Bregenz | 05574 45400

Supromobil

Moosmahdstrasse 6 | 6850 Dornbirn | 05572 20 70 10

Clean Bludenz

Kasernplatz 5 | 6700 Bludenz | 05552 65040

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