Der vorletzte tropfen - Regensburger Stadtzeitung

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Der vorletzte tropfen - Regensburger Stadtzeitung

Nachgefragt Juli 2010

Der vorletzte tropfen

Geplante Kantine der Stadt erzürnt Regensburger Wirte.

Sauer: BHG-Kreisvorsitzender Michael Scharff lässt sich

seine Gäste nicht von städtischen Großküchen abwerben.

Die Regensburger Gastronomen müssen

ihre Leidensfähigkeit und damit

auch ihre Zähigkeit immer wieder unter

Beweis stellen. Sie haben das landesweit

belächelte Diktat der einheitlichen Bestuhlung

auf den Terrassen über sich ergehen lassen.

Sie haben – wenn auch „zähneknirschend“

– die drastische Gebührenerhöhung für ihre

Freisitzflächen akzeptiert. Sie halten sich an

die Ausschankzeiten, die im Außenbereich

wochentags um 23 Uhr enden und sie respektieren

die veranstaltungsfreien Wochenenden

(jedes dritte im Monat) über die umsatzstarken

Sommermonate von Mai bis September. Einige

dieser städtischen Gängeleien belasten den

Wirt direkt dort, wo es richtig weh tut: nämlich

am Geldbeutel. Dennoch waren all die bisherigen

Maßnahmen Kleinigkeiten im Vergleich

dazu, was die Stadtspitze mit ihrem Oberhaupt

Hans Schaidinger nun plant: Ende 2011 will die

Stadt eine Kantine im Neuen Rathaus eröffnen.

„Eine Frechheit, die das Fass zum Überlaufen

bringt.“ sind sich die Wirte einig.

Wird die Stadt Wirt?

Nachdem die Information das gastronomische

Blut zum Kochen brachte, hat die Stadt lauthals

verkündet, sie würde lediglich eine Großküche

für die Angestellten aufmachen. Auch der RSZ

gegenüber beschwichtigt die Pressestelle der

Stadt den Kantinen-Plan als harmloses Vorha-

Dunkle Wolken über der Klosterschenke

Weltenburg. Ob da nicht ein Gewitter kommt?

Würzig bleibt das Thema Kantine für die Regensburger Gastronomen wohl solange, bis die Stadt der Öffentlichkeit

den Zugang gänzlich verwehrt.

ben: „Von einem der größten Arbeitgeber der

Stadt können die dort Beschäftigten erwarten,

dass ihnen ein gesunder, preisgünstiger

Mittagstisch geboten wird, dazu ein schneller

Service in einer oftmals kurzen Mittagspause.“

An sich ein löbliches Unterfangen. Einen arg

bitteren Beigeschmack indes hinterlässt die

Tatsache, dass die Kantine auch für die Öffentlichkeit

zugänglich sein soll. In diesem Fall wird

die Großküche zur Konkurrenz-Gaststätte und

die Stadt zu einem den Markt völlig verzerrenden

Wirt. Hinterlistiger kann man einem Bistro-

und Restaurantbesitzer, der sein Geschäft auch

über den Mittagstisch bestreitet, kaum an den

Karren fahren. Die Gastronomen sind stinksauer.

Sie wollen, dass die Stadt zurück rudert.

Mitte Juni hatten sich Vertreter des Bayerischen

Hotel- und Gaststättenverbandes, kurz

BHG, der IHK und der Stadt zu einem klärenden

Gespräch verabredet. Darin gab die Stadt

ebenso wie gegenüber der RSZ erneut die

großmütige Geberrolle: „Bürgern, die auf einen

Aufruf (Nummernsystem) warten, sollen in

der Kantine oder am dortigen Freisitz (im von

der Straße aus nicht einsehbaren Innenhof)

die Wartezeit z.B. mit einem Kaffee oder einem

kleinen Imbiss überbrücken können.“ Hubertushöhenwirt

und Kreisvorsitzender des BHG

Michael Scharff beanstandet: „Das ist nicht

Fisch und nicht Fleisch! Wir befürchten, dass

die Bürger dieses Angebot ausnutzen und den

NOTIZ: pächterwechsel

KlOSTERScHENKE WElTENBuRG BEKOMMT NEuE FüHRuNG.

Der eine geht, der andere kommt. In diesem Fall geht die Familie

Röhrl. Wie die RSZ aus sicherer Quelle erfahren hat, übergeben

Gabi und Toni Röhrl das Traditionshaus zum Jahreswechsel an

den Braumeister Paul Kottmann. Diesen kennt man noch von der

Brauerei Bischofshof und der Klosterbrauerei Weltenburg. Von

beiden Betrieben hat er sich vor drei Jahren getrennt, um sich

bei der Brauerei Hofmühl neuen Herausforderungen zu stellen.

Dort brachte er die Bierpoduktion mithilfe der Solarkraft voran.

Gastronomen das Geschäft fehlt.“ Selbst die

Klausel, dass nur zehn Prozent des Umsatzes

von externen Gästen kommen darf (was eine

Kantine dem Gesetz nach von einer Gaststätte

unterscheidet), sei im Gastro-Alltag beim

besten Willen nicht zu kontrollieren. Die Stadt

übergeht diese Vorwürfe wie üblich ignorant

und versichert der RSZ, es gäbe keine Unstimmigkeiten

mit den Wirten. Ziemlich gelogen,

denn das Gegenteil ist der Fall!

„pi mal Daumen“ ist nicht

„ganz genau“

Besonders stinkt den Wirten die nicht nachvollziehbare

zehn-Prozent-Umsatz-Regelung, weil

„von uns in jeder Hinsicht absolute Korrektheit

erwartet wird“ berichtet Michael Scharff und

hat schnell ein konkretes Beispiel zur Hand:

„Wenn ein Gast um 23.30 Uhr, also eine halbe

Stunde nach Schankschluss im Außenbereich,

beim Rauchen draußen sitzt und der Hüter

von Recht und Ordnung das bemerkt, spricht

der nicht mit dem Gast. Er schickt direkt einen

Bußgeldbescheid an den Wirt. Das ist wirklich

keine Art der Zusammenarbeit. Das ist einfach

nur kleinlich. Zumal es nur eine Lösung dafür

gibt, nämlich das Rauchverbot aufzuheben.“

Dass es noch kleinlicher geht, zeigt ein anderes

umstrittenes Thema: public viewing. Dazu hat

Dieter Daminger, Regensburgs Wirtschaftsexperte

(!), eine Botschaft an den BHG entsandt.

Nun wird der studierte Braumeister Gastwirt und übernimmt die

weltberühmte Schenke inmitten der barocken Klosteranlage von

Weltenburg an der Donau. Pikant an der Sache: Die Klosterschenke

unterliegt der Klosterbrauerei Weltenburg mit Hermann Goß an

deren Spitze. Es ist in Regensburg ein offenes Geheimnis, dass sich

Goß und Kottmann in ihrer gemeinsamen Zeit nicht wirklich grün

waren. Ob das Bier auch die beiden wieder zu Freunden macht,

bleibt nun abzuwarten. (Nicole Seidinger)

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Die Regensburger Stadtzeitung


Juli 2010 Nachgefragt

Darin pocht er auf das mittlerweile geflügelte Wort

„Sondernutzung“. Denn diese müsste beantragt und

genehmigt werden und träfe auch dann ein „wenn

die Fernsehgeräte im Bereich eines bereits genehmigten

Freisitzes einer Gaststätte aufgestellt werden.“

Daminger schreibt weiter: „Nachdem die Polizei

vor kurzem bei einer Fußballspielübertragung im Außenbereich

eines Lokals eine erhebliche Personenansammlung

feststellen musste, wird die Stadt Fernsehgeräte

bzw. sonstige Bildschirme im öffentlichen

Straßenraum zur Vermeidung von Beeinträchtigungen

für die Allgemeinheit nicht zulassen.“ Daminger

bittet die Wirte beinahe zynisch um Verständnis und

weist mit Nachdruck darauf hin, dass Verstöße gegen

Sondernutzungssatzungen mit Bußgeld geahndet

würden. Auf dieses Schreiben kontert der Regensburger

BHG mit einem Auszug aus der Vereinbarung,

die die Landeshauptstadt mit ihren Gastronomen

getroffen hat. Demnach dürfen die Münchner public

cSu-Fraktionsvorsitzender christian

Schlegl hat auf der Politischen Maiandacht

gut lachen – Er ist halt ein Gaudibursch.

Ein Schenkelklopfer auf der Bühne! Die „Politische

Maiandacht“ gilt in der Domstadt längst

als Kult-Satire-Veranstaltung. Auch heuer sind

wieder zahlreiche Parteifreunde und Amtsvertreter

aller couleur schonungslos derbleckt worden. Ein

besonderer Kracher: das Schauspiel „Dinner for one“.

Die Szene zeigt den vereinsamten Oberbürgermeister,

der nurmehr imaginäre Getreue um sich zu

scharen vermag. Ein Zwiegespräch mit den unsichtbaren

Tischnachbarn hinterlässt einen eher surrealen

Beigeschmack. Was bei der Politischen Maiandacht

mit diesem Bühnenstück als überzeichnete Satire

inszeniert wurde, reifte schon wenige Tage später

zur Realität:

Der CSU-Ortsverband Stadtsüden hat zur Bürgersprechstunde

„Jetzt red´ i´ mit dem OB“ geladen. In

der Annahme, dass die Schaidinger-Anhänger in Rudeln

einlaufen würden, hat der Ortsverband in freudiger

Erwartung den großen Festsaal der Hubertushöhe

reserviert. Der Saal fasst 350 Menschen. Doch

gerade mal eine handvoll Bürger haben sich dorthin

verlaufen. Angesichts dieser nahezu gespenstischen

Szene wollte die RSZ vom CSU-Fraktionsvorsitzenden

Christian Schlegl wissen, ob das Kabarett nun

tatsächlich schon Realität geworden sei. „Nein, im

Gegenteil!“ äußert sich Schlegl entschieden und

Die Regensburger Stadtzeitung

viewer sogar in Ruhe austrinken und müssen das

Spielfeld der öffentlichen Ordnungshüter erst eine

halbe Stunde nach Fußballspielende räumen; auch

wenn´s mal Mitternacht wird. Verständlich, dass sich

der BHG, angesichts der Münchner Vorgehensweise,

in seiner Antwort an Daminger eine abschließende

Ironie nicht verkneifen konnte: „So kann man nur

hoffen, dass unsere Mannschaft alsbald ausscheidet,

damit es nicht zu den befürchteten Beeinträchtigungen

kommt.“

Interessant wäre gewesen, wie die Stadtspitze mit

einem Fernsehgerät in der Kantine verfahren wäre.

Ein Fußballspiel zu zehn Prozent? Pure Spekulation...

Fakt ist, dass sich die Regensburger Gastronomen

während der WM-Zeit natürlich an die public-viewing-Weisung

von oben halten, jedoch zwei wache

Augen auf den Fortgang des Kantinen-Plans haben

werden. Denn diesmal hat die Stadt die Rechnung

gewiss ohne ihre Wirte gemacht. (Nicole Seidinger)

Jetzt reD´ i mit Dem oB

Kabarett wird zur Realität.

„Dinner for one“, ein Schauspiel der 14. Politischen Maiandacht, zeigt den vereinsamten

OB Hans Schaidinger, dargestellt von Martin Simon.

unterfüttert seine Sicht über den Besuchermangel

mit dem Paradoxon „Das ist der Beweis dafür, dass

wir gute Arbeit gemacht haben!“, dem eine schier

unglaubliche Erläuterung folgt: „Wenn ich Bürger

bin und ein Problem habe, dann geh´ ich auch

auf so eine Versammlung hin. Wenn nicht, gibt es

auch kein Problem.“ Sagenhaft, der Schlegl! Selbst

Satire-Star Wolfgang Krebs hätte es in einer Rolle als

CSU-Politiker nicht überzeugender von sich geben

können. Folgt man der Schlegl´schen Logik, lässt

diese sogar die vermeintliche (?!) deutschlandweite

Politikverdrossenheit in einem völlig anderen Licht

erscheinen. Demnach würden sinkende Wahlbeteiligungen

eigentlich eine stillschweigende Zustimmung

für die Politik auf Bundesebene symbolisieren.

Und tosende Jubelstürme, die einst mit dem

CSU-Vater Franz-Josef Strauss bei seinem Auftritt

am Politischen Aschermittwoch in der Passauer Nibelungenhalle

einher gingen, wären hingegen Ausdruck

für den geballten Argwohn der Bevölkerung.

Phantastisch - Christian Schlegl in seiner Rolle als

politischer Nachwuchs-Kabarettist. Dass der CSU-

Kronprinz seiner Aufgabe als echte Führungskraft

der Stadt Regensburg gerecht wird, hat er mit dieser

Einlage allerdings einmal mehr äußerst eindrucksvoll

widerlegt. (Nicole Seidinger)

Dilettantismus

in der endlosschleife

KulTuRREFERENT KlEMENS

uNGER PaTZT KONSEQuENT WEI-

TER - DIESMal BEIM BüRGERFEST.

Klemens unger verteidigt seinen Titel

„Master of Desaster“ souverän.

um dem leser einen Blick hinter die Kulissen

der RSZ zu gönnen, darf verraten werden,

dass man bei einer der letzten Sitzungen

beschlossen hatte, die Berichterstattung

über Klemens unger etwas herunterzufahren.

Getreu dem Journalisten-Motto: Du

darfst Deine leser nicht langweilen! aber

der offenkundig von einer chronischen Dilettantitis

gebeutelte Kulturreferent „bettelt“

förmlich nach seiner allmonatlichen

„Presse-Watschen“. Da kann selbst der

gutmütigste Redakteur nicht aus.

Wie die MZ berichtet, machen sich mittlerweile

Journalisten aus ganz Bayern (und das

ist bei dem Weltkulturerbe-Status der Stadt

sicherlich untertrieben) darüber lustig, dass

unger nun auch noch das Bürgerfest zum

Wackeln bringt. Seine ausrede: Der Termin

wäre falsch gelegt worden. Natürlich nicht

von unger, sondern vom Regensburg Marathon,

dem man nun großzügig den Vortritt

lasse. Die RSZ fragt sich: Wie verworren

muss man denken, um die Öffentlichkeit

auch noch so dreist täuschen zu wollen? Die

Termine für den Marathon stehen bis 2014

fest; und das schon seit 2005. Der Zwirl

liegt also woanders. In der Verwaltung? Bei

der Koalition? Der Opposition? Oder doch

bei unger selbst? langsam drängt sich die

Vermutung auf, dass dieser seine letzten

Reserven an Fachkompetenz mit der sinnfreien

umsiedelung des Reiterstandbildes

von König ludwig I. vollständig im Sudkesseln

der Bischofshofbrauerei versenkt

hat. Bei aller Freundschaft: Da kann ja kein

vernünftiger Gedanke mehr für seine Kernaufgaben

bleiben. aber der Knaller kommt

erst: Im nächsten Jahr steht im Stadtrat die

Entscheidung an, ob unger seinen Posten

als Regensburger Kulturlenker behalten

darf. Traurigerweise muss man davon ausgehen.

Denn wie uns andere Provinzpossen

fast täglich offenbaren, bewegen sich die

leistungsträger der politischen Mehrheitsverhältnisse

in Regensburg nicht sehr weit

weg von ungers Niveau. (Nicole Seidinger)

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Nachgefragt Juli 2010

Stilbruch: Königswiesens Skyline erinnert nicht gerade an ein „Weltkulturerbe“.

Regensburgs gesammelte

teil 5: Königswiesen

Scheußlichkeiten

Regensburgs gesammelte Scheußlichkeiten

ist eine Serie, in der die RSZ ihre

Leser bei künftigen städtebaulichen

Planungen an den Wert des Weltkulturerbes

erinnern möchte. Dass mit diesem Schatz nicht

immer gebührend sorgsam verfahren wurde,

zeigen Bausünden, die die Stadt in den 60er

und 70er Jahren verbrochen hat. Damals wurden

wertvolle Kulturgüter rücksichtslos abgerissen

und verbaut. Einige markante Plätze,

Straßen und Häuser haben die Altstadt durch

diese rabiaten Eingriffe für immer entstellt.

Warum damals ohne Gefühl und teils auch

ohne Verstand gehandelt wurde? Weil die

Provinzstadt Regensburg modern sein wollte!

Dazu brauchte sie große graue Blocks und

jede Menge Verkehr. Ein Trend, der auch hinter

den Grenzen der Altstadt nicht halt machte. Im

Gegenteil. Regensburg hat sich in den 60ern

einen ganzen Stadtteil geschaffen, der den urbanen,

romantischen Teil der Domstadt noch

heute überschattet; Regensburgs gesammelte

Scheußlichkeit: Königswiesen.

Sozialer Brennpunkt im Wandel des

raumes

Klaus Caspers ist ein gebürtiger Regensburger

und angesehener Künstler. Als ehemaliges

Mitglied des Stadtrates ist Caspers auch

ein Mitgestalter des Stadtteils Königswiesen.

In einem kurzen Überblick über die letzten

50 Jahre beschreibt er als Zeitzeuge die Entwicklung

des „Klein Manhattan“; beginnend

Engagiert: Klaus caspers arbeitet unermüdlich an seinen

Projekten – damals wie heute.

von seiner Entstehung in den 60ern: „Damals

wurden in vielen Städten große Plattenbauten

in neuen Vierteln und ganzen Siedlungen

hochgezogen. Der Grund war ein einfacher:

Die hygienischen Bedingungen in den Altstädten

waren einfach verheerend, die Zustände

aufgrund der hohen Wohndichte unwürdig.

Gleiches galt für Regensburg. Die Devise hieß:

Licht, Luft und Sonne! Also: raus aus den muffigen

Altstädten, rein in eine Neubausiedlung.

In Königswiesen waren viele Freiflächen, also

schaffte man dieses Viertel dort. Um ausreichend

Frischluftzufuhr zu garantieren, hat

man nicht so eng, dafür aber hoch gebaut. Für

die Menschen bedeutete diese Struktur eine

ganz neue Wohnqualität.“ Das neue Regensburger

Viertel, die Variante Massen in grauem

Beton zu stapeln, war also geschaffen. Für die

Jungfräulich: freies land in einem Königswiesen um 1940. (Foto: Stadt Regensburg, Bilddokumentation)

Stadt war das Wohnungs-Problem somit erledigt.

Doch was den Menschen noch fehlte, war

die nötige Infrastruktur. Darum kümmerte sich

eine Gruppe engagierter Leute: „Wir haben

einen Spielplatz gebaut, Bushaltestellen errichtet

und eine Einkaufsmöglichkeit geschaffen

um die Grundversorgung zu sichern. Das

waren immer riesen Auseinandersetzungen.

Aber geschafft haben wir´s trotzdem.“

Doch das gemeinsame Engagement begann

zu bröckeln als in den 80ern die Mietbindung

aufgehoben wurde. „Die meisten Leute konnten

sich die Mieten in Königswiesen einfach

nicht mehr leisten, was gewaltige Leerstände

nach sich zog. Dann kamen die Siedler aus

dem Osten. Das gab neue soziale Probleme,

aber es waren ähnliche wie die, die es ein paar

Jahrzehnte vorher in der Altstadt gab. Die

Gesellschaftsstruktur hat sich geändert, die

Gemeinsamkeit hat sich aufgelöst. Ich hoffe

sehr, dass sich das auf die Dauer einspielt.“

Kultur verbindet

Nach diesen Ausführungen kann man vielleicht

den Zweck des Viertels Königswiesen

verstehen. Was jedoch kaum nachvollziehbar

bleibt: Warum hat Regensburg nicht schon

damals seine Altstadt saniert? Und warum

wurde der neue Stadtteil nicht nach mittelalterlichem

Vorbild erschaffen? Kurz: Warum ist

Königswiesen so schrecklich hässlich? Caspers

findet dazu eine Erklärung aus künstlerischer

Sicht: „Zur Optik muss man sagen, dass grund-

12 Die Regensburger Stadtzeitung


Juli 2010 Nachgefragt

Dieser Plattenbau mit neun Stockwerken

stand einst für hohe Wohnqualität.

sätzlich jede Zeit eine Stilveränderung

mit sich bringt. In den 60ern

hat man den kubistischen Stil der

20er Jahre aufgegriffen um damit

die volkstümliche Prägung

der NS-Zeit zu verdrängen. Diese

Freiheit wollte man sich nehmen.

Natürlich war das ein eklatanter

Bruch mit der städtebaulichen

Altstadt, aber auch Königswiesen

ist letztlich ein Kind seiner Zeit.“

Allerdings ist Königswiesen längst

den Kinderschuhen entwachsen,

tritt eher als flegelhafter Jugendlicher

auf. Dennoch gibt es Ideen,

Königswiesen zu einem gern

gesehenen Teil des Ganzen, also

des Weltkulturerbes, zu gestalten.

Caspers kreativer Lösungsansatz

nennt sich: „grüne Türme“. Demnach

sollte eine Bepflanzung quer

über die Stockwerke die kalte

Hochhaus-Atmosphäre auflokkern:

„Natürlich verändert das an

der eigentlichen städtebaulichen

Brutalität nichts, aber jeder kulturelle

Prozess ist immer auch ein

sozialer Prozess. Wenn keiner die

Kette unterbricht, könnten die

´grünen Türme´ funktionieren.“

Scheußlichkeiten

als Download

Die Serie „Regensburgs gesammelte

Scheußlichkeiten“ trifft genau

den Nerv der Weltkulturerbe-Zeit.

Jeden Monat freut sich die RSZ über

eine enorme Resonanz der Leser.

Menschen aus ganz Deutschland

senden fürsprechende und anregende

Zuschriften. Leider sind die

Ausgaben jedoch sehr zügig vergriffen,

so dass die RSZ nicht jedem

Interessierten ein Exemplar zukommen

lassen kann. Dafür besteht

die Möglichkeit, die Artikel unter

www.regensburger-stadtzeitung.

de runterzuladen. Die aktuelle

Printausgabe findet man auf der

Startseite, alle anderen sind im Archiv

abzurufen.

Die Regensburger Stadtzeitung

Hoffnung für Die Steinerne?

Arbeitsgruppe „Steinerne Brücke“ der Altstadtfreunde Regensburg bietet

Alternative zu tristem Granitbelag und kalter Protz-Beleuchtung.

Es bewegt sich was in Regensburg! In der Mai-

Ausgabe der Regensburger Stadtzeitung hat

die RSZ in der Serie „Regensburgs gesammelte

Scheußlichkeiten“ auf die drohende Verschandelung

der Steinernen Brücke aufmerksam gemacht. Wie

dem Artikel zu entnehmen ist, hat die Stadt kalte

graue Granitplatten und eine grelle Protzbeleuchtung

für die Sanierung des Regensburger Wahrzeichens

angedacht. Das Bayerische Landesamt für

Denkmalpflege sprach sich entschieden gegen diesen

Plan aus und wies auf die Bausünden Maxstraße

und Neupfarrplatz hin. Eine rege Diskussion entbrannte.

Die Stadt blieb stur, der Denkmalschutz plädierte

für Authentizität. Schließlich sei die Steinerne

Brücke ein einzigartiges Denkmal, das sorgsam behandelt

werden sollte. Weltkulturerbe zu sein, würde

auch die Bürger verpflichten, sich für ihre Schätze

einzusetzen.

Kompetenz für Kulturgut

„Gesagt, getan“ hieß es für die Altstadtfreunde Regensburg.

Eine Gruppe angesehener Architekten

und Ingenieure haben sich zum Arbeitskreis „Steinerne

Brücke“ zusammen geschlossen und sich auf

die Suche nach einem Kompromiss gemacht. In der

Tschechei sind sie fündig geworden. Ihre Ergebnisse

haben sie erst kürzlich der Stadt sowie dem Landesamt

für Denkmalpflege mitgeteilt. Hier ein Auszug

aus dem Schriftstück: „Die zwischenzeitlich bekannt

gewordenen Bedenken des Bayerischen Landesamtes

für Denkmalpflege, industriell hergestellte Beläge

würden monoton wirken, gaben uns Anlass zu

weiteren Überlegungen. Wir haben uns daraufhin

gut erhaltene historische Granitbeläge im tschechischen

Domažlice angesehen, die interessante Details

zeigen: Das Material ist dichtkörniger Granit/Syenit

mit dem Farbspiel der Eisenoxydanteile; den Abmessungen

liegt das altbayerische Grundmaß 1 Fuß

= 29,6 cm zugrunde. Die Platten sind seitlich nach

unten leicht konisch behauen; die Oberflächen mit

Krönel- oder Spitzeisen angeraut, was der Sicherheit

dient. Die Oberkanten sind unregelmäßig gebrochen

und leicht gerundet. Die Verlegung in Reihen quer

zur Gehrichtung mit versetzten Fugen entspricht den

Heiner Prößl (l.) wie er leibt und

lebte, hier im vertrauten Gespräch mit

Stadtzeitungs-Verleger Peter Kittel.

alternative: Der neue Belag für die Steinerne Brücke könnte auch

so aussehen.

verschiedenen Längenformaten (siehe beiliegende

Fotos). Das natürliche Farbspiel mit der Behandlung

der Kanten erzeugt eine interessante und lebendige

Oberfläche weit ab von jeder Monotonie“. Auch für

die Beleuchtung gibt es einen konkreten Plan B, doch

„Gestalterische Vorschläge und Modelle bis zur Originalgröße

wären erforderlich.“

Bisher, so teilt Dr. Peter Morsbach (erster Vorsitzender

der Vereinigung Freunde der Altstadt Regensburg

e.V.) der RSZ mit, hätte der Arbeitskreis eine durchaus

konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt erlebt.

Eine Antwort auf das aktuelle Schreiben würden sie

in vier bis sechs Wochen erwarten. Bis dahin hoffen

die engagierten Regensburger: „Vielleicht können

wir mit diesen Überlegungen einen konstruktiven

Beitrag zu einer Kompromisslösung des Brückenbelages

leisten.“ RSZ-Informationen zufolge beobachtet

Bayerns oberster Denkmalschützer Prof. Dr.

Egon J. Greipl den Bürgervorstoß mit Wohlwollen.

(Nicole Seidinger)

Der König vom

ADlerSBerg iSt tot

Heiner Prößl verstarb am 13. Juni im Alter von 80 Jahren. Der legendäre

Bräu vom Adlersberg erlag kurz vor seinem 81. Geburtstag im

Krankenhaus der Barmherzigen Brüder seiner schweren Krankheit.

Ein harter Schlag, der den Menschen der Region durch Mark und

Bein ging. Der Prößl Heiner galt weit über die Grenzen Regensburgs

hinaus als g´stand´ner Bayer, als zünftiger Wirt, als hoch geschätzter

Jäger - und als verlässlicher Freund. Männer wie er hinterlassen Lükken,

die nicht zu schließen sind.

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Nachgefragt Juli 2010

„AHADi ni Deni“

(WAS ICH VERSPRECHE, MUSS ICH AUCH HALTEN)

Ein afrikanisches

Sprichwort. Worte auf

Suaheli. Für Agnes Heindl

ist es jedoch weit mehr als

das. Für die couragierte

Dame sind diese Worte

eine Lebenseinstellung.

wenn ich helfen kann, dann

tu´ ich das natürlich!“ erwidert

„Na,

Agnes Heindl mit einem bestimmten

Selbstverständnis in der Stimme

beim ersten Telefonat. Die Frage war, was

sie dazu gebracht hat, sich im stolzen Alter

von 60 Jahren für Afrika einzusetzen; einer

Mission zu folgen, die ungeahnte Gefahren

in sich bergen kann.

not und elend

Agnes Heindl wuchs als eines von sieben

Kindern der Familie Schöner im katholischen

Glauben auf. Hubert Schöner, der beliebte

Regensburger Prälat, ist ihr jüngster Bruder.

Die stolze Seniorin ist selbst liebevolle Mutter

von einer Tochter und zwei Söhnen. Um

deren Erziehung und um den Haushalt hat

sich Agnes Heindl den Großteil ihres Lebens

fürsorglich und pflichtbewusst gekümmert.

Darüberhinaus hat sie zudem noch mittellose

Gäste beherbergt und diese ebenfalls

gütig umsorgt. Einer davon war ein afrikanischer

Theologie-Student aus Mombasa,

Kenia. 1985 wurde er zum Priester geweiht.

Zu diesem Zeremoniell hat er die Familie

Heindl eingeladen. Ein Ereignis, das den Anstoß

für Agnes Heindls ganz persönliche Berufung

gab. „Ein Jahr zuvor war mein Mann

verstorben. Ich bin also mit meiner Tochter

nach Mombasa geflogen. Wir waren dort

bei schwarzen Schwestern untergebracht,

die uns rührend umsorgt haben. Wir sind

öfter alle gemeinsam in den Busch gefahren

und was uns dort begegnet ist, war große

Not und Elend. Für uns war sofort klar: ´wir

müssen helfen!´ Tja, und dann ging´s los.“

Agnes Heindl war zu diesem Zeitpunkt 60

Jahre alt.

licht für den Busch

Ohne je zu zweifeln oder gar zu zögern hat

die taffe Frau ihr English an der VHS aufgefrischt,

Geld gespart und ist im folgenden

Jahr mit Koffern voller Kleidung nach Mombasa

zurückgekehrt. Seitdem besucht sie

das arme Land alle zwei Jahre; mit immer

größeren Koffern. „Wenn es Abend wurde,

sind die Schwestern im Busch im Dunkeln

agnes Heindl: „Das ist Bischof Martin Kivuva. Ich hab immer die alten Sachen, die wir hier ausrangiert hatten,

restauriert und mit nach afrika genommen. Hier hab ich ihm sogar ein Wappen in seine Mitra gestickt.“

gesessen. So kann man sich doch nicht um

die Notleidenden kümmern. Ich hab´ immer

überlegt und irgendwann gemerkt, dass

man mit Solar helfen kann.“ Licht durch

Solarenergie. Vor zwanzig Jahren hat sich

das in Deutschland kaum jemand vorstellen

können. Zugegeben… Agnes Heindl hatte

anfangs auch keine Ahnung. Daher tat

sie das, was sie in verzwickten Situationen

schon immer getan hat: sie betete. „Als ich

wieder einmal rüber geflogen bin, hab ich

eine Bekanntschaft im Flugzeug gemacht.

Neben mir saß ein Ingenieur, der Solarpaneelen

nach Mombasa verkauft hat. Das

nächste Mal bin ich also mit Geld hin und

hab Paneelen gekauft. Die funktionieren

heute noch.“ Bis zu diesem Erfolgserlebnis

ist sie ihrem hilfsbereiten Unterfangen ganz

alleine nachgegangen und hat alles aus

ihrer privaten Tasche finanziert. Doch mit

dem Projekt „Licht für den Busch“ konnte

sie nicht mehr länger im Stillen agieren.

Zumal ihr nun auch noch die Waisen- und

Straßenkinder so sehr ans Herz gewachsen

sind. Auch sie brauchten dringend Kleider

und Schulgeld.

ein Blümchen für Afrika

Das enorme Engagement der agilen Frau

Heindl hatte sich herum gesprochen. Vor

allem ihre Familie fing an sich Sorgen zu machen;

allen voran natürlich ihre Kinder und

14 Die Regensburger Stadtzeitung


Juli 2010 Nachgefragt

agnes Heindl: „Das ist das Priesterhaus. Es dient unter anderem für Wochenendseminare

und Exerzitien. So kann man den leuten helfen, sich selbst zu helfen.“

ihr Bruder, Prälat Schöner: „Sie hat enorm

viel Kraft rein gesteckt und die tollsten Unternehmungen

gemacht. Das war riskant

bis zum letzten. Nachdem wir aber gemerkt

haben, dass wir es ihr nicht austreiben konnten,

haben wir sie unterstützt. Heute haben

wir alle große Hochachtung vor meiner

Schwester.“ Unterstützung hieß auch Geld.

Zu ihrem Geburtstag wünschte sie fortan

statt Geschenke „ein Blümchen für Afrika“.

Denn um richtige Spenden hätte sie sich

nie zu bitten gewagt. „Weil ich immer Angst

hatte, dass, wenn was nicht funktioniert,

ich fremde Gelder vertan hätte. So hab ich

zwar weniger auf dem Konto, dafür mehr

im Herzen.“

Die gießkanne von mombasa

Im Laufe der Jahre hat Agnes Heindl gute

Freundschaften in der „Dritten Welt“ geknüpft.

Vor allem die Zusammenarbeit mit

Bischof Martin Kivuva hat bestens funktioniert.

„Ich konnte in den Mann vollstes

Vertrauen haben. Jeder Pfennig kam genau

dort an, wo er mir wichtig erschien. Als er

dann Bischof wurde, hat er mich zur Seite

genommen. Er meinte, ich würde so viel für

seine Gemeinde tun, aber ich wäre wie eine

Gießkanne. Ich würde überall meine Tropfen

streuen und statt vereinzelt kleine Wohl-

agnes Heindl: „Da hab ich wieder Paneelen gebracht und alle haben sich gefreut und

viel gelacht. Es ist unglaublich wie fröhlich die Menschen trotz ihrer armut sind.“

Die Regensburger Stadtzeitung

taten zu säen, sollten wir doch was Großes

machen. Dann haben wir ein Haus gebaut.

Das war mit die schönste Zeit in meinem

Leben. Aber als das Haus dann stand, haben

wir festgestellt, dass wir gar kein Wasser

haben. Also haben wir gebohrt. Das war

die schlimmste Zeit in meinem Leben. Ich

musste ja wieder nach Deutschland fliegen

und wusste nicht ob aus dem Loch auch sauberes

Wasser kommt. Doch endlich hat er

mich angerufen und alle haben ins Telefon

gejubelt. Dieser Moment machte mich unendlich

glücklich.“ Wenn Agnes Heindl was

anpackt, zieht sie das auch durch. Komme,

was wolle.

Konsequente nächstenliebe

Augenblicke des Bangens, Zeiten der Sorge

und Momente des Missverständnisses und

der Missgunst anderer Menschen – all dies

kennt Agnes Heindl nur zu gut. Doch sie

stellt sich auch diesen Eigenschaften und

Gedanken entschlossen entgegen, wehrt

sich wenn nötig vehement. Die Kraft dazu

schöpft sie aus ihrer Religiosität. „Wenn man

aus dem Glauben heraus lebt, muss man

einfach für den Nächsten da sein. Natürlich

lauern Gefahren. In Afrika sollte man zum

Beispiel in kein fremdes Auto einsteigen

und auch kein Essen von Fremden anneh-

agnes Heindl: „Schauen Sie mal, wie sich diese Kinder freuen. Das war bei einem

meiner ersten Besuche, bei dem ich nur Kleidung dabei hatte.“

men. Es könnte vergiftet sein. Das passiert

manchmal, weil sie einen erst betäuben und

dann ausrauben wollen. Aber wenn man

das weiß, kann man diese Risiken umgehen.

Daher brauch ich auch keine Angst zu haben.

Ich fühle mich so sehr in Gottes Hand

geborgen, dass ich angstfrei durchs Leben

gehen kann. Nur so kann ich auch schwierige

Projekte angehen - und durchziehen.

Das ist es mir schon wert. Man kann sich

gar nicht vorstellen, was für ein Gefühl das

ist, wenn etwas glückt. Denn dann erfährt

man einen unbeschreiblichen Reichtum in

seinem Herzen und man kann viel freier leben.“

Verständlich, dass es die Mitachzigerin

traurig stimmt, sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen,

dass sie nicht mehr so oft

in ihr geliebtes Afrika fliegen kann. Denn die

Gesundheit spielt selbst der Rüstigsten einmal

Streiche und die unverdrossene Kämpferin

ist mittlerweile doch schon 85 Jahre alt.

„Ich würd schon gern wieder rüber. Aber so

eine Reise ist körperlich immer eine Strapaze,

wenn auch seelisch eine Erholung. Deswegen

sagt der Kopf ´nein´, das Herz aber

schreit ´JA´. Ich bin hin und her gerissen.

Mal sehen, was ich mache. Aber Suaheli lern

ich jetzt bestimmt nicht mehr. Das Wichtigste

kann ich ja eh schon: ´Ahadi ni deni´“.

(Nicole Seidinger)

agnes Heindl: „Das sind Kinder, die auf der Straße leben. Ihnen kann geholfen werden,

indem man Schulgeld bezahlt oder eine Patenschaft übernimmt.“

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Nachgefragt Juli 2010

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1. BAyeriScHe meiSterScHAft

im BoulDern JugenD/Junioren

Samstag, 17. Juli im DAV Kletterzentrum Regensburg

Seit Oktober 2008 glänzt Regensburg mit

seinem DAV Kletterzentrum in Lappersdorf.

Die DAV Sektion Regensburg stellt

mit ca. 11.500 Mitgliedern den größten Verein

im Großraum dar und bietet zahlreiche Veranstaltungen

für Kletterfans. So findet zum

ersten Mal die Bayerische Meisterschaft im

Bouldern Jugend/Junioren in der Weltkulturerbestadt

Regensburg statt. Am Samstag, 17. Juli,

können sich alle Jugendlichen im Alter von 14

bis 19 Jahren in den Wettkampf begeben und

den Titel des ersten bayerischen Meisters in

Regensburg ergattern.

Hauptdisziplin für die Mädchen und Jungs

(14-17 Jahre m/w und 17-19 Jahre m/w) ist das

sogenannte Bouldern, das freie Klettern in Absprunghöhe.

Dabei müssen möglichst schwierige

Kletterprobleme bis zu 4,50 m Höhe ohne

Seil bewältigt werden. „Das Niveau unserer

jungen Kletterer ist sehr hoch“ so Walter Preis,

Betriebsleiter vom Kletterzentrum Regensburg.

„Bei einer Schwierigkeitsskala von 1-11,

wobei 11 den schwersten Grad belegt, bewegen

wir uns bei diesem Wettkampf zwischen

dem 8. und 10. Grad.“ Die Registration für alle

interessierten Teilnehmer findet am Tag der

Veranstaltung zwischen 8 und 9 Uhr morgens

im DAV Kletterzentrum, am Silbergarten 6 in

Lappersdorf/Kareth statt.

Wettkampfablauf

Samstag, 17. Juli 2010

8.00- 9.00 Uhr: Registration der Gruppen 14-17

Jahre m/w und 17-19 Jahre m/w

9.00- 9.15 Uhr: Teilnehmer-, Eltern- & Trainerbesprechung

9.30-11.00 Uhr: Qualifikation Jugend weiblich

11.15-12.45 Uhr: Qualifikation Jugend männlich

14.00-16.00 Uhr: Finale Jugend weiblich

16.30-18.30 Uhr: Finale Jugend männlich

anschließende Siegehrung

Als Rahmenprogramm zur Bayerischen Meisterschaft

findet das Sommerfest des DAV

Kletterzentrums Regensburg statt. Familien,

Freunde und Schaulustige können sich zwischendurch

und nach dem Wettkampf beim

Mitmachen und feiern bei der bayerischen Meisterschaft

im DaV Kletterzentrum mit Sommerfest.

Barbecue bedienen. An der Strandbar mixt

der Barmann erfrischende Cocktails. Für alle

Kleinen und Junggebliebenen steht zudem

ein Planschbecken bereit. Wer sich vom Können

der Teilnehmer anstecken lässt, kann außerdem

völlig kostenlos „Schnupperklettern“

oder auf der Slackline seinen Gleichgewichtssinn

testen. Absoluter Höhepunkt des Abends

wird eine „Feuer-Kletter-Show“ sein, die schier

unmögliche Kombinationen aus Feuerelementen

in luftigen Höhen Wirklichkeit werden

lässt. Der Eintritt ist frei.

infos: www.kletterzentrum-regensburg.de

16 Die Regensburger Stadtzeitung


Juli 2010 SchauSpiel compagNia regeNSburg

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Zack! Glück! Die Schauspielerinnen Meike Fabian und Bettina Schönenberg begeben sich auf realsatirische art und Weise auf die nie endende Suche nach „Mr. Perfect“!

BeSt of

„ZACK! – GLÜCK!“

29. Juli und am 4./5./6./8./und 15. August

Die Schauspielerinnen Meike Fabian und Bettina Schönenberg

waren mit ihrem musikalisch-kabarettistischen Showprogramm

inzwischen bundesweit auf der Suche nach Mr. Perfect und

kehren im Juli und im August in den wunderschönen Innenhof des

Museumscafés in Regensburg zurück. Was 2007 mit einer einzigen Vorstellung

begann ist inzwischen ein Dauerbrenner geworden und längst

spielen die Schauspielerinnen zum Beispiel auch in Bochum, Essen,

München und Österreich.

Mit einem BEST OF Programm mit Auschnitten aus den Programmen

der vergangenen drei Jahre verabschieden sich die beiden Diseusen

von ...ZACK! -GLÜCK!

Dass die Suche nach Mr. Perfect nicht immer einfach ist, weiß frau –

irgendwie haben die potenziellen Kandidaten immer einen Haken, der

das große Glück verhindert. Die Schauspielerinnen Meike Fabian und

Bettina Schönenberg haben die ewige Suche zum Thema ihres musikalischen

Kabarettprogramms gemacht.

In ihrem amüsanten und sehr direkten Showprogramm präsentieren die

Damen Popsongs, Lieder bekannter Kabarett-Kollegen und Eigenkompositionen

rund um die Suche nach dem Mann fürs Leben.

infos und Karten bei touristinfo/Altes rathaus, 0941/5075050,

www.zack-glueck.de

Die RSZ verlost für die Vorstellungen im Museumscafé 3x2 Karten, Kennwort

„Zack!Glück!“ bis 16.7.10 an die Redaktion (Rechtsweg ist ausgeschlossen)!

Die Schauspiel Compagnia Regensburg zeigt in Kooperation mit der

Akademie für Darstellende Kunst Regensburg und mit freundlicher

Unterstützung der PSD Bank Regensburg, auf Grund der großen Nachfrage,

eine Zusatzvorstellung des Kindermusicals „Ritter Rost und das

Gespenst“.

Die Geschichten rund um den Ritter Rost und das Burgfräulein Bö

erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit. Ein obdachloses Gespenst

erscheint auf der eisernen Burg des Ritter Rost und veran-

Die Regensburger Stadtzeitung

Schauspiel par excellence: Meike Fabian (li) und Bettina Schönenberg.

ritter roSt unD DAS geSpenSt

So, 18.7., Akademietheater der ADK im Schenkerturm - Kumpfmühler Str. 14, 16 Uhr

staltet mit Koks, dem Hausdrachen, eine gruselige Gespenstershow.

Während dessen muss Ritter Rost ein schwieriges Ritterturnier gewinnen,

um sein Ritterpatent nicht zu verlieren. Zu dem Turnier

sind natürlich auch das Burgfräulein Bö, Königin Bleifuß die Verbogene,

ihr Hofschreiber Ratzefummel und viele andere Blechritter

eingeladen. Das Turnier endet mit einer riesigen Überraschung.

infos und tickets: touristinfo/Altes rathaus, www.schauspielcompagnia-regensburg.de/ritterrost

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