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Gesellschaftsformen in Europa

Schweiz

ist sie weder Mitglied der Europåischen Union (EU) noch des Europåischen Wirtschaftsraums

(EWR). Die Schweiz versteht sich als außenpolitisch neutral und ist

Mitglied der EFTA, des Europarates, der Welthandelsorganisation und der UNO.

Das Land arbeitet eng mit seinem wichtigsten Handelspartner, der EU, im Wege

bilateraler Vertråge zusammen. Dieses Vertragswerk wurde seit dem Freihandelsabkommen

von 1972 kontinuierlich ausgebaut. Insbesondere die Bilateralen I und

II schaffen einen praktisch freien Austausch von Waren und Dienstleistungen und

sind Grundlage fçr eine enge Kooperation im politischen, umwelttechnischen und

kulturellen Bereich. Mit diesen Abkommen ist die Schweiz einerseits voll integriert

und wahrt andererseits zugleich ihre politische Unabhångigkeit.

Zu dem bilateralen Abkommen I gehært unter anderem das Freizçgigkeitsabkommen,

das am 1.6.2002 zwischen der EU und der Schweiz in Kraft trat. Bis

dahin gab es kein gegenseitiges Recht auf freie Niederlassung und Erwerbståtigkeit.

Heute kænnen sich EU-/EWR-Bçrger in der Schweiz niederlassen. Ihnen und

ihren Angehærigen werden nahezu dieselben Aufenthaltsrechte und Beschåftigungsmæglichkeiten

gewåhrt wie Schweizer Bçrgern. Ihr Aufenthalt ist nicht mehr

zwingend an eine Erwerbståtigkeit gebunden.

Nach der Ablehnung des Abkommens çber den EWR beschloss der Gesetzgeber

dennoch, bestimmte Bereiche des schweizerischen Rechts dem europåischen im

Wege des autonomen Nachvollzugs anzupassen. Dazu gehæren insbesondere Regelungen

çber den Arbeitsvertrag und das eidgenæssische Mitwirkungsgesetz.

Im Vergleich zu anderen europåischen Staaten ist die Besteuerung von Gewinnbzw.

Einkommenselementen von Unternehmen und Privatpersonen in der Schweiz

moderat. Ûberdies bestehen verschiedene steuerliche Gestaltungsmæglichkeiten.

Zusåtzliche Anreize bietet die fæderalistische Struktur, die zu einem gesunden

Wettbewerb zwischen den Kantonen fçhrt. Um nur ein Beispiel zu nennen: Noch

immer ist die Schweiz wegen des kantonalen Holdingprivilegs als Holdingstandort

international sehr attraktiv.

Die Schweiz eignet sich aber nicht nur wegen ihrer vergleichsweise niedrigen

Steuern, sondern besonders auch wegen ihrer multikulturellen Tradition und einem

liberalen Wirtschaftsumfeld als Standort fçr auslåndische Investoren. Neben

den vier Amtssprachen, Franzæsisch, Deutsch, Italienisch und Råtoromanisch wird

vielfach auch Englisch zur Verståndigung innerhalb des Landes gesprochen.

Die Schweiz ist traditionell besonders bekannt fçr ihre Uhrenindustrie. Heute haben

aber auch andere Industriezweige, wie beispielsweise die Chemie- und Pharmaindustrie

und die Medizintechnik çber die Landesgrenzen hinaus Bedeutung

erlangt. Inzwischen sind das Banken- und Versicherungswesen sehr dominant und

die Schweiz ist zu einem der græßten Finanzplåtze der Welt geworden. Daneben

spielt auch der Handel eine bedeutende Rolle, wobei der wichtigste Handelspartner

Deutschland ist.

Darçber hinaus gehært die Schweiz zu den forschungsaktivsten Standorten weltweit

und verfçgt çber eine ausgezeichnete Infrastruktur. Einen Anreiz zu Investitionen

in der Schweiz bieten nicht zuletzt das vergleichsweise flexible

Arbeitsrecht und die gut qualifizierten Arbeitskråfte. An dieser Stelle soll nicht unerwåhnt

bleiben, dass die Schweiz außerdem mit einem sehr hohen Lebensstandard

lockt. Fçr viele Unternehmer kann dies mitentscheidend sein.

Seite 4/Drenckhan/Schweiz.

Leseprobe Seite 27

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