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Gesellschaftsformen in Europa

Schweiz

tung stehen. Auch intern sollte sie çber eine gewisse kaufmånnische und wirtschaftliche

Selbståndigkeit verfçgen. Keine Zweigniederlassungen wåren daher

Fabrikationsstellen, Depots, Auslieferungsbçros etc.

Die Voraussetzungen werden vom kantonalen Handelsregisteramt geprçft. Heute

sind die Anforderungen an die Selbståndigkeit der Zweiniederlassung erheblich

gesunken und es wird nur noch verlangt, dass einige und nicht mehr alle der soeben

aufgezåhlten Kriterien erfçllt sind. Die anmeldenden Personen mçssen zum

Nachweis der Selbståndigkeit eine entsprechende Erklårung einreichen.

Die Zweigniederlassung muss am Ort ihres „Sitzes“ in das Handelsregister eingetragen

werden. Die Eintragung ist deklaratorisch. Die Zweigniederlassung muss

die gleiche Firma wie die Hauptniederlassung fçhren. Darçber hinaus enthålt die

Firma der Zweigniederlassung einer auslåndischen Gesellschaft den Ort der

Hauptniederlassung, den Ort der Zweigniederlassung und die ausdrçckliche Bezeichnung

als solche (Art. 70 HRegV).

Zu beachten ist, dass fçr die schweizerische Zweigniederlassung einer auslåndischen

Gesellschaft ein Bevollmåchtigter mit Wohnsitz in der Schweiz eingetragen

werden muss.

Auch bei internationalen Sachverhalten besteht am Ort der Zweigniederlassung

ein besonderer Gerichtsstand. Ferner unterliegt die Zweigniederlassung einer

auslåndischen Gesellschaft der selbståndigen Konkursbetreibung in der Schweiz.

Die Zweigniederlassung ist in der Praxis sehr verbreitet. Sie bietet eine kostengçnstige

und flexible Mæglichkeit auch fçr auslåndische Gesellschaften, ihre Tåtigkeit

auf das Gebiet der Schweiz auszudehnen. Die Errichtung einer Zweigniederlassung

ist erheblich einfacher und gçnstiger als die Grçndung einer Kapitalgesellschaft.

Es ist weder ein Grundkapital erforderlich noch fallen Stempelund

Verrechnungssteuer auf einen Gewinntransfer an. Allerdings muss man sich

bewusst sein, dass das auslåndische Mutterhaus fçr die Geschåfte der Zweigniederlassung

haftet. Der Zweigniederlassung fehlt es auch am schweizerischen

Charakter.

Eine denkbare Strategie wåre, mittels einer Zweigniederlassung in der Schweiz

erste unternehmerische Schritte zu wagen, um das Umfeld nåher kennen zu lernen.

Gelingen diese, kænnte der Unternehmer die Geschåftståtigkeit erweitern und die

Zweigniederlassung in eine zu grçndende Schweizer Tochtergesellschaft einbringen.

3. Tochtergesellschaft nach Schweizer Recht

Entscheidet sich der auslåndische Unternehmer fçr eine Tochtergesellschaft nach

Schweizer Recht, stehen ihm verschiedene Rechtsformen zur Verfçgung. Diese

werden nachfolgend im Einzelnen nåher erlåutert. Wichtig fçr die Entscheidung

ist, dass er eine Rechtsform wåhlt, die seinen individuellen Bedçrfnissen und

Mæglichkeiten entspricht.

In der Praxis ist es ein wesentlicher Vorteil der Tochtergesellschaft gegençber der

Zweigniederlassung, dass das auslåndische Mutterhaus fçr die Geschåfte der

Tochter in der Schweiz nicht haftet. Die Tochtergesellschaft ist rechtlich selbståndig

und erhålt damit mehr schweizerischen Charakter als eine Zweigniederlassung.

Seite 8/Drenckhan/Schweiz.

Leseprobe Seite 31

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