Das Handwerk 2010 - Schwäbische Post

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Das Handwerk 2010 - Schwäbische Post

DAS HANDWERK 2010 Dienstag, 30. November 2010 2

Handwerk heißt persönlicher Fortschritt

Die Handwerkskammer Ulm ist einer der größten Anbieter professioneller Weiterbildung

Zwei Bildungsakademien, in

Ulm und Friedrichshafen,

zweimal top in den Beruf: Die

Handwerkskammer Ulm gehört

mit ihrem umfangreichen

Bildungsangebot zu den

größten Anbietern professioneller

beruflicher Weiterbildung

im süddeutschen

Raum!

Mit über 200 Angeboten zur beruflichen

Qualifikation stehen den

jungen Menschen vielfältige Möglichkeiten

bei der Planung der beruflichen

Karriere offen – von der

Ausbildung bis hin zur Meisterschule.

Die Leistungen der Schweißtechnischen

Lehranstalt und der Akademie

für Gestaltung im Handwerk

decken eine ebenso große

Bandbreite zur beruflichen Qualifikation

ab.

In der Bildungsakademie Ulm

gab es im vergangenen Jahr 376

überbetriebliche Lehrgänge mit

Das Rathaus des Handwerks

Die Handwerkskammer Ulm ist ein modernes Dienstleistungsunternehmen

Die Handwerkskammer Ulm

ist eine Körperschaft des öffentlichen

Rechts und ein modernesDienstleistungsunternehmen.

Sie beschäftigt rund

130 Mitarbeiter. Die Kammer

hat ihre Hauptverwaltung

mit dem „Rathaus des Handwerks“

im Zentrum von Ulm

in der Olgastraße. Sie vertritt

knapp 18 000 Unternehmen

des Handwerks, in denen

rund 120 000 Menschen Arbeit

finden. Mit erbrachten

Leistungen im Wert von rund

sieben Milliarden Euro im vergangenen

Jahr stellt das

Handwerk in der Region einen

entscheidenden wirtschaftlichen

Faktor dar.

Vom Augenoptiker bis zum Zimmermann

umfasst die Betreuung

der Handwerkskammer 151 interessante

und innovative Berufe.

Sie begleitet die Jugendlichen

von der Erstausbildung bis zu der

Selbstständigkeit. Als direkter Ansprechpartner

für die Handwerksbetriebe

stehen die Berater der

Handwerkskammer Ulm bei allen

wirtschaftsrelevanten, technischen

und rechtlichen Fragen mit

Rat und Tat zur Verfügung.

Neben dieser individuellen Unterstützungstätigkeit

vertritt die

Handwerkskammer die Gesamtinteressen

des Handwerks gegenüber

den Gemeinden, Städten,

Kreisen, Regierungspräsidien und

der Landes- und Bundesregierung.

„Die Politik der Handwerkskam-

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Ein modernes Gebäude für ein modernes Unternehmen: der Neubau

der Handwerkskammer Ulm.

mer Ulm steht für verlässliche mittelstandsgerechteRahmenbedingungen“,

sagt Dr. Tobias Mehlich,

Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer

Ulm. Die Kammer

setzt sich für die Erfüllung der berechtigten

Forderungen des Handwerks

zur Stabilisierung der Handwerkswirtschaft

ein und drängt darauf,

dass die wirtschaftspolitischen

Vorstellungen, Forderungen

und Wünsche der Gremien der

Handwerkskammer Ulm von der

Politik umgesetzt werden.

Leistungen

der Handwerkskammer

Die Handwerkskammer Ulm ist

Dienstleistungsunternehmen mit

einem breiten Leistungsangebot.

Sie begleitet die Handwerker auf

ihrem Weg von der Ausbildung bis

zum Meister. Neben den hoheitlichen

Aufgaben für das Handwerk,

dem Führen der Lehrlingsrolle

und der Handwerksrolle bietet sie

umfangreiche Unterstützung

durch unsere Beratungsdienste zu

Fragen des Rechts, der Technik/

Technologie, des Umweltschutzes

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und der Betriebswirtschaft.

Ein breites Angebot in der Aus-,

Fort- und Weiterbildung sichert

den Erfolg der Betriebe und eröffnet

dem einzelnen Handwerker

den beruflichen Aufstieg. Die vielfältigen

Maßnahmen werden in

unseren Bildungsakademien in

Ulm und Friedrichshafen durchgeführt.

Eine Besonderheit in Süd-

Das Leistungsangebot der Handwerkskammer Ulm ist äußerst vielseitig.

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3132 Teilnehmern. Die Teilnehmerstunden

betrugen 148 160. Es

stehen in Ulm 220 Theorie- und

Werkstattplätze zur Verfügung.

In der Bildungsakademie Friedrichshafen

gab es im vergangenen

Jahr 159 Lehrgänge zur überbetrieblichen

Ausbildung mit 1415

Teilnehmern und 70 040 Teilnehmerstunden.

Die Akademie bietet

152 Werkstattplätze sowie zwei

EDV-Räume und vier Lehrsäle.

Die Ulmer Bildungsakademie aus

der Vogelperspektive bietet einen

imposanten Anblick.

deutschland ist die Akademie für

Gestaltung im Handwerk in Ulm.

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DAS HANDWERK 2010 Dienstag, 30. November 2010 3

Handwerk: Tradition und Modernität

Handwerk überrascht jeden Tag immer wieder neu

Wer weiß schon, dass jeder

vierte Arbeitsplatz in

Deutschland im Handwerk zu

finden ist? Noch überraschender:

Sogar jeder dritte Auszubildende

startet in den Beruf

durch eine Ausbildung im

Handwerk. Und noch erstaunlicher:

Viele nutzen den

Gesellenbrief und satteln

dann drauf, werden Meister,

gründen einen eigenen Betrieb

oder studieren. Das

Handwerk überrascht,

deutschlandweit wie ganz lokal.

Genau hier in unserer Region

sind alle Wirtschaftsunternehmen

gut aufgehoben, auch das Handwerk.

Im Kammerbezirk der

Handwerkskammer Ulm gibt es

knapp 18 000 Handwerksbetriebe

mit rund 120 000 Mitarbeitern die

jährlich einen Umsatz von 7 Milliarden

Euro erwirtschaften. Wow!

Handwerk, das ist die Wirtschaftsmacht

von nebenan, so heißt der

Slogan der Image-Kampagne, die

das Handwerk national gestartet

hat und die offenbar nun immer

mehr regional und ganz lokal ankommt.

Denn Überraschendes im

Handwerk gibt es nicht irgendwo

sonst, sondern genau hier.

Integration

Handwerk ist einer der Hauptintegrationsfaktoren

in der Region

wie in Deutschland insgesamt. Jeder

Fünfte, der im Handwerk arbeitet,

hat einen Migrationshintergrund.

„Da gilt es, gemeinsam zu

beweisen, dass die Integration in

Deutschland schon viel weiter ist,

als die aktuelle öffentliche Debatte

glauben machen will“, sagt Anton

Gindele, Präsident der Ulmer

Handwerkskammer. „Das Handwerk

heißt jeden willkommen, der

etwas leisten kann und leisten

will“, fügt Gindele hinzu. Es gelte

bereits in den Schulen, mangelnde

Ausbildungsreife, Sprachschwierigkeiten,

Unkenntnis über das

duale Ausbildungssystem zu beheben

– von ausländischen wie deutschen

Jungendlichen, betont Gindele.

Handwerk geht

mit allen Schulen

Handwerk geht mit allen Schularten.

Da gibt es auch den Abiturienten,

der in ganz traditionellen

Handwerksberufen eine Ausbil-

Bildungsakademie Ulm

Ihr Bildungspartner

Köllestr. 89077 Ulm

Information und Anmeldung:

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dung macht. Zum Beispiel ein

Maurer, der nun nach einer sehr

erfolgreichen Maurerlehre sein

Studium als Bau-Ingenieur an der

Hochschule Biberach beginnt. Stefan

Schnez heißt der, kommt aus

Baindt-Sulpach bei Ravensburg.

Der hat seinen Beruf von der Pike

auf gelernt. Und am Ende seiner

Ausbildung war er sogar an einem

europäischen Projekt „Go for europe“

beteiligt, das übrigens jedem

Handwerksbetrieb offen steht. Er

war für vier Wochen in Spanien für

ein Auslandspraktikum im Handwerk

und hat sich Fragen gestellt:

Wie machen die das, was können

die leisten, was leisten wir? Wer die

Welt kennt, kann sich seine eigene

Welt besser schaffen – und das

geht am besten im Handwerk.

Stefan Schnez beginnt nach der Lehre ein Studium als Bau-Ingenieur.

Weitere interessante Bildungsangebote:

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Maurermeister Hubert Neubrand (links) und Fabian Walter.

Handwerk heißt Vielfalt

Handwerk ist Zukunft, das bedeutet

für Jungen wie für Mädchen,

dass sie sich nach den eigenen

Wünschen und Stärken spezialisieren

können. Und bei einer

Auswahl von 151 Handwerksberufen

vom Anlagenmechaniker oder

Augenoptiker bis hin zum Zahntechniker

oder Zweiradmechaniker

ist für jeden etwas dabei. Gut ist

es, dabei nicht immer nur auf die

gängigen Berufe zu schielen, sondern

auch einmal über den Tellerrand

hinaus zu schauen. Dabei

helfen die Handwerkskammer, die

Kreishandwerkerschaft oder die

Arbeitsagentur.

Meister machen

Nirgendwo kann man sich zum

Beispiel einfacher selbstständig

machen und seinen eigenen Betrieb

gründen als im Handwerk.

„So wie mein Meister Hubert Neubrand

möchte ich später auch einmal

einen Betrieb gründen“, sagt

Fabian Walter aus Rottenacker bei

Ehingen. Man sieht, Handwerk ist

farbig, vielschichtig und zukunftssicher

und funktioniert im Kleinen

wie im Großen.

Denn im Handwerk gibt es Resultate.

„Man sieht sein Ergebnis

jeden Tag, es ist nicht virtuell, sondern

steht direkt vor einem“, sagt

der gelernte Maurer Fabian Walter.

Meisterkurse Teil Iund II im

Bäcker-Handwerk

Elektrotechnik-Handwerk

Feinwerkmechaniker-Handwerk

Friseur-Handwerk

Installateur- und Heizungsbauer-Handwerk

Klempner-Handwerk

Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk

Maler-Handwerk

Maurer-Handwerk

Metallbauer-Handwerk

Parkettleger-Handwerk

Rollladen- und Jalousiebauer-Handwerk

Tischler-Handwerk

Meistervorbereitung Teil III und IV

Ausbildereignungsprüfung

Techn. Fachwirt/in (HWK)

Kaufm. Fachwirt/in (HWK)

Technische Lehrgänge

Umgang mit Asbestzementprodukten

CNC, CAD, SPS, u.a.

Gebäudeenergieberater/in (HWK)

Techn. Regeln für Gasinstallation

Techn. Regeln für Trinkwasserinstallation

Schweißfachmann/frau

DVS Lehrgänge/Prüfungen

Und dann waren da

noch zwei Lamborghinis

Garagentor auf und hoppla! Da

stehen doch glatt zwei alte Lamborghinis

bei Stuckateur-Meister

Dietmar Götz aus Eberhardzell bei

Biberach. Die beiden Autos

braucht er, um seine Innovation

vorstellen zu können. Die Götz

GmbH mit ihren rund 50 Mitarbeitern

an fünf Standorten (u. a. auch

Ravensburg und Friedrichshafen)

stellt eine so genannte Klima-

Lounge für Oldtimer-Autos her.

Von diesem „Humidor fürs Auto“

hat sie im deutschsprachigen

Raum schon rund 400 Exemplare

verkauft. Dabei handelt es sich um

eine außergewöhnliche Garage

mit speziellem Innenputz und einer

neu entwickelten Steuerung

zum Heizen und Lüften des Raumes.

Resultat: Die Autos bleiben

bei gleichbleibendem Luftdruck

und Temperatur jederzeit einsatzbereit.

Wie anders als mit den beiden

Oldtimern ließe sich diese

überraschende Innovation vorstellen?

Stuckateurmeister Dietmar Götz stellt seine Innovation vor.


DAS HANDWERK 2010 Dienstag, 30. November 2010 4

„Wir brauchen Mutmacher, keine Panikmacher!“

Interview mit Anton Gindele, Präsident der Handwerkskammer Ulm

Mit knapp 18 000 Betrieben

und 120 000 Beschäftigten

und einem Kammergebiet

von Aalen bis zum Bodensee

gilt die Handwerkskammer

Ulm als eine der flächenmäßig

größten im gesamten

Bundesgebiet. Deren Präsident

Anton Gindele ist stolz

auf seine Handwerkskollegen.

„Was wir hier schaffen,

das macht mir Mut für die Zukunft“,

sagt Gindele im Interview.

Denn in der Region zwischen

Donau und Schwäbischer

Alb, Jagst und Bodensee

gilt der Bezirk mit seiner

prosperierenden Wirtschaft

auch für Handwerksbetriebe

als gutes Terrain.

Wie muss das Handwerk aufgestellt

sein, um erfolgreich zu sein?

Anton Gindele: Zunächst einmal

brauchen wir Mutmacher, keine

Panikmacher, dann haben wir alle

Chancen. Mit Zuversicht und Vertrauen

in die eigenen Fähigkeiten

können wir in die Zukunft blicken.

Und da wüsste ich nicht,

welche Berufsgruppe besser geeignet

wäre als wir Handwerker.

Denn der wirtschaftliche Erfolg

gründet allein auf Bildung,

Qualifikation und fachlichen

Fertigkeiten. Ressourcen, mit

denen ich die Wesensmerkmale

des Handwerks verbinde.

Was bedeutet dabei gute

Ausbildung?

Anton Gindele:

Sie ist das Rüstzeug

für den

Beruf und der

Start in ein gutes

und aus-

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kömmliches Berufsleben. Die Ausbildung

ist dabei kein Crashkurs

für den schnellen Weg ins Glück,

sondern sie basiert auf Wissen und

Kompetenz und erfordert von den

Auszubildenden wie den Meisterschülern

einen großen persönlichen

Einsatz. Dann ist man aber

gut gerüstet, um im Berufsleben

gut bestehen zu können.

Wie lässt sich auf eine gute Ausbildung

aufbauen?

Anton Gindele: Das ist ja gerade

die Stärke des Handwerks. Den

Der Präsident der Handwerkskammer Ulm, Anton Gindele (rechts), steht Rede und Antwort

zur Situation des Handwerks.

jungen Menschen

stehen

alle Möglichkeiten

der Weiterbildung

offen.

Wir haben erreicht,

dass der

Meisterbrief

auch als Zulassung

für eine

Hochschule gilt.

Es muss in allen

Schularten noch

besser bekannt

werden, dass es

im Handwerk

hervorragende

persönliche

Entwicklungsstufen

gibt.

Wird bei der

Ausbildung das

duale System

unterschätzt?

Anton Gindele:

Tief- und Straßenbau

Das stimmt absolut. Das Duale

System mit Berufsschule und Ausbildung

im Betrieb ist das beste der

Welt. Dafür werden wir rund um

den Globus beneidet. Nicht umsonst

sind oftmals Besuchergruppen

– jüngst aus Brasilien – in unseren

beiden Bildungsakademien

in Ulm und Friedrichshafen zu

Gast, um sich über das Duale System

zu informieren und es, wenn

möglich, zu übernehmen.

Wenn Politiker von Bildung sprechen,

ist meist die schulische oder

akademische Bildung gemeint.

Wir brauchen aber Menschen, die

nicht nur mit dem Kopf arbeiten,

sondern auch mit den Händen.

Aufgrund des Technologiefortschritts

im Handwerk

steigt der Bedarf

an Menschen

mit guter Bildung

ständig an. Bildung

geht also

durch alle

Schulformen

und unsere

berufliche Bildung

ist Bildung

nah am

echten Leben.

Wie läuft die Übernahme der Betriebe

durch die nächste Generation?

Gibt es hier Potenzial?

Anton Gindele: Es finden immer

weniger Übergaben innerhalb der

Familie statt. Das eröffnet Chancen

für alle interessierten Nachfolger.

Es ist eine tolle Herausforderung,

sein Wissen und seine Kreativität

einzusetzen, um am Markt

mit dem eigenen Betrieb Erfolg zu

haben. Nur im Handwerk kann

man sich so problemlos selbstständig

machen und damit selbst

verwirklichen. Nirgendwo anders

gibt es dafür so viel Spielraum.

Im Vergaberecht der öffentlichen

Hand zählt die Nähe eines Unternehmens

weniger als der günstigste

Angebotspreis?

Anton Gindele: Das war sicherlich

eine jahrzehntelange Fehlentwicklung.

In der ständigen Diskussion

mit der Landespolitik ist es

Wir schaffen Verbindungen,

von Ort zu Ort – von Mensch zu Mensch

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Anton Gindele blickt mit wachsamen Augen, aber guten Mutes, in

die Zukunft des Handwerks.

dem Handwerk jetzt gelungen, die

Grenzen des Konjunkturpakets II

im Vergaberecht vorübergehend

zu erhalten. Damit wird der Spielraum

für eine regionale Vergabe

ausgeweitet und mit weniger bürokratischem

Angebotsaufwand

und -vergleich. Diese Marge gilt es

beizubehalten. Und zu beachten

gilt: Mit der Gewerbesteuer kommen

durch das Handwerk vor Ort

wieder kräftig Steuereinnahmen

herein und Ausbildungsplätze für

unsere Jugend sowieso.

Wo drückt Sie aktuell der Schuh?

Anton Gindele: Der Beitragssatz

der Krankenkassen wird ab 1. Januar

2011 von 14,9 Prozent auf

15,5 Prozent steigen. Das führt

nicht zu einer gewollten Senkung

der Abgabenlast für die Unternehmen.

Im Gegenteil: Die Erhöhung

des Arbeitgeberbeitrags um 0,3

Prozent bedeutet eine weitere Verteuerung

der Lohnzusatzkosten.

Das belastet vor allem die arbeitsintensiven

Handwerksbetriebe

und auch die Einkommen unserer

Mitarbeiter. Wir müssen aufpassen,

dass die Betriebe ein gutes

Auskommen haben, um investieren

zu können und damit auf der

Höhe der technischen Entwicklung

zu bleiben. Denn nur wenn es

unseren Betrieben gut geht, geht

es den Menschen gut und wir können

unseren Wohlstand sichern.

Welchen Ausblick wagen Sie für

das kommende Jahr?

Druck

Anton Gindele: Handwerk ist vielfältig,

innovativ und modern. Das

müssen wir stärker zeigen. Bei der

Ausbildung junger Menschen haben

wir all die Jahre nicht locker

gelassen und werden das auch in

Zukunft nicht tun. Bei über 150

Handwerksberufen kann jeder

den passenden Beruf für sich finden

und seine Fähigkeiten frei entfalten.

Handwerk hat Tradition,

bietet aber auch gute Zukunftsaussichten

– wenn es solide, innovativ

und qualitativ gut ausgeführt wird.

Wir können unsere Welt nur mit

dem Handwerk weiterentwickeln.

Die großen Themen kommen nur

durchs Handwerk auf die Straße:

E-Mobilität fährt nur mit den pflegenden,

reparierenden und wartenden

Kfz-Berufen und die Kanzlerin

erreicht ihre Umweltziele nur

mit dem Handwerk durch energetisches

Bauen oder Sanieren. Der

Handwerker ist einer der obersten

Umweltschützer im Lande. Für die

kommenden Jahre ist mir mit unseren

hervorragenden Handwerksbetrieben,

die beispielsweise

in ihren Innungen permanent die

aktuelle Qualität sichern, also

überhaupt nicht bange.

Präsident

Gindele

Aus Horgenzell

Anton Gindele (62) ist im Ehrenamt

gewählter Präsident

der Handwerkskammer Ulm.

Der Schreinermeister kommt

aus Horgenzell bei Ravensburg

und hat einen Schreiner-

Betrieb mit zehn Mitarbeitern

und zwei Auszubildenden.

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DAS HANDWERK 2010 Dienstag, 30. November 2010 5

Ein starker Partner im Ostalbkreis

Die Kreishandwerkerschaft Ostalb sieht sich als Vertreter der angeschlossenen Betriebe

Die Kreishandwerkerschaft

Ostalb mit den Geschäftsstellen

Aalen und Schwäbisch

Gmünd versteht sich als

Dienstleister und Vertretung

der angeschlossenen Handwerksbetriebe.

Sie betreut

derzeit 29 Innungen, deren

Bezirk teilweise über den Ostalbkreis

hinaus geht, und gut

1100 Innungsfachbetriebe.

Handwerk im Ostalbkreis: Das

sind vor allem viele kleine und

mittlere Betriebe mit großem

handwerklichen Können und hoher

Dienstleistungsmentalität und

damit mit guten Zukunftschancen

und über 12 000 Beschäftigten.

Damit sie diese Chancen nutzen

und auch ihre hohen Standards sichern

und noch weiter ausbauen

können, bedürfen sie der Unterstützung

durch ihre Handwerksorganisation.

Auf örtlicher bzw. regionaler

Ebene sind dies die Kreis-

handwerkerschaft Ostalb und die

ihr angeschlossenen Fachinnungen,

denen sich die Handwerksbetriebe

(Innungsfachbetriebe) freiwillig

anschließen können. Diese

Innungsfachbetriebe stellen an

ihre Handwerksleistungen und

Beratungskompetenz besondere

Ansprüche. Sie engagieren sich

deshalb für ihre Kunden in besonderer

Weise in der Aus-, Fort- und

Weiterbildung, nutzen insbesondere

ihre Innung zum unverzichtbaren

Erfahrungsaustausch und

stehen für eine qualitativ hochwertige

Arbeit zu einem fairen Preis

sowie für eine fachlich einwandfreie

Beratung. Dies betonen

Kreishandwerksmeister Kolb und

Schneider sowie Geschäftsführer

Horn.

Über die Homepage der Kreishandwerkerschaft(www.handwerk-ostalb.de)

kann sich der

Kunde differenziert über das vielfältige

Leistungsangebot des örtlichen

Handwerks informieren. Die

Innungsfachbetriebe, Informatio-

nen zur Aus- und Fortbildung,

Dienstleistungen rund ums Handwerk,

Sachverständige und vieles

mehr sind hier übersichtlich zusammengefasst.

Standort

Aalen

KHS Ostalb

Kreishandwerkerschaft

Ostalb

Geschäftsstelle Aalen

Curfeßstraße 14, 73430 Aalen

Telefon: 0 73 61/63 56,

Fax 0 73 61/ 6 49 17

Kreishandwerksmeister:

Manfred Schneider

Geschäftsführer: Edgar Horn

Mail: khs-aalen@handwerkostalb.de

Gefüllte Auftragsbücher, positive Zahlen

Interview mit Kreishandwerksmeister Manfred Schneider und Geschäftsführer Edgar Horn

Der Kreishandwerksmeister

Manfred Schneider und der

Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft

Ostalb, Edgar

Horn, stehen Rede und

Antwort zum Handwerk im

Ostalbkreis.

Wirtschaftlich geht es stark aufwärts,

spürt das auch das Handwerk

vor Ort und Sie als Kreishandwerkerschaft?

Kreishandwerksmeister Schneider:

Viele unserer Betriebe melden

uns derzeit gut gefüllte Auftragsbücher.

Auch die durch die Wirtschaftskrise

gebeutelten Zulieferer

und Dienstleister gewerblicher

Kunden melden wieder positive

Zahlen. Bei aller Freude über die

gute Auftragssituation dürfen wir

jedoch nicht vergessen, dass das

Handwerk in den letzten Jahren

konjunkturbedingt Kapazitäten

verloren hat, die es nun wieder

aufzubauen gilt.

Wo drückt das Handwerk vor Ort

am meisten der Schuh?

Geschäftsführer Horn: Wir spüren

ganz aktuell, dass sich der Wettbewerb

um geeignete Auszubildende

vor dem Hintergrund

der demografischen

Entwicklung

massiv verschärft

hat. Folge

hiervon sind

sinkende Ausbildungszahlen

und vermehrt

unbesetzt gebliebeneAusbildungsplätze.

Offensichtlich

sind den Jugendlichen

die

großen Chancen

einer handwerklichenAusbildung

zu wenig

bekannt

bzw. wissen zu

wenig Schüler,

dass handwerkliche

Berufe modern

und zukunftsfähig

sind.

Darüber hinaus leiden wir und

auch die Verbraucher immer mehr

an den negativen Folgen der von

der Bundespolitik zu verantwortenden

Aushöhlung des Meisterbriefs.

Die Novellierung der Hand-

Jeden 1. Sonntag

im Monat

Schausonntag

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Edgar Horn, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft

Ostalb

werksordnung führte nicht wie

von der Politik erhofft zu mehr Arbeits-

und Ausbildungsplätzen,

sondern spülte mit all den negativen

Begleiterscheinungen eine

Vielzahl nicht marktfähiger Existenzgründer

und „Glücksritter“

auf den Markt.

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Man kann dem Kunden deshalb

nur raten, seine Partner sorgfältig

auszuwählen und einen für eine

qualitativ hochwertige Arbeit, einen

fairen Preis und eine fachlich

einwandfreie Beratung stehenden

Innungsfachbetrieb zu beauftragen.

Welche konkreten Vorteile hat ein

Innungsfachbetrieb?

Kreishandwerksmeister Schneider:

Innungsbetriebe genießen

nicht nur in sehr vielfältiger Weise

über ihre Fachinnung und Kreishandwerkerschaft

eine wertvolle

Unterstützung bei der Marktbearbeitung.

Ein aktuelles Beispiel ist

hierzu die Schulung zum Fachbetrieb

„leichter leben“. Wir zertifizieren

hier unsere Mitglieder für

die Anforderungen beim altersgerechten

Bauen und unterstützen

sie beim Marketing.

Sie erhalten darüber hinaus eine

professionelle, umfassende rechtliche

und betriebswirtschaftliche

Beratung und haben die Möglichkeit,

sich unabhängig von Großhändlern

und Herstellern produktneutral

fort- und weiterzubilden.

Gerade Letzteres dient in hohem

Maße unseren Kunden. Letzt-

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geldwerte

Vorteile, die den

zu entrichtendenInnungsbeitrag

in der

Regel deutlich

übersteigen.

Nicht zu vergessen

ist der große

Imagegewinn,

der mit einer

Mitgliedschaft

verbunden ist.

Die Innungsbetriebe

mit besondererQualität

sind bei Ihnen

als Kreishandwerkerschaftenzusammengefasst.

Wie

kann man beitreten?

Kreishandwerksmeister Schneider:

Im Idealfall erfolgt der Beitritt

zur Fachinnung mit der Eintragung

in die Handwerksrolle bei der

Handwerkskammer. Entsprechende

Innungsanträge werden

Kreishandwerksmeister Manfred Schneider

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ab

dem Antrag auf Handwerksrolleneintragung

beigefügt.

Bereits eingetragene Betriebe

wenden sich bitte direkt an eine

der Geschäftsstellen der Kreishandwerkerschaft

Ostalb.

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DAS HANDWERK 2010 Dienstag, 30. November 2010 6

Meisterfeier 2010

556 frischgebackene Meisterinnen und Meister feierten

556 Jungmeisterinnen und

Jungmeister aus 19 verschiedenen

Handwerksberufen

des Prüfungsjahres 2009/

2010 erhielten kürzlich in einer

Feierstunde im Congress

Centrum Ulm ihre Meisterbriefe

ausgehändigt. Den 20

Besten von ihnen wurden für

ihre Leistungen auch Preise

überreicht. „Ich wüsste nicht,

welche Personen besser geeignet

wären, für die Zukunft

und Chancen unseres Landes

zu stehen“, lobte Anton Gindele,

Präsident der Handwerkskammer

Ulm.

Unter Hinweis auf die mittlerweile

61-jährige Tradition der jährlichen

Meisterfeier – „Das schafft

nicht mal Bayern München“ – gratulierte

der Handwerkspräsident

den Jungmeisterinnen und Jung-

meistern zu ihrem großen Erfolg

und dankte auch ihren Eltern, ihren

Ehe- und Lebenspartnern und

ihren Ausbildern, „die Ihnen auf

dem steinigen Weg zur Meisterschaft

geholfen haben.“

Ivo Gönner, Oberbürgermeister

der Stadt Ulm lobte die Handwer-

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Die besten Junghandwerkerinnen und Junghandwerker des Jahrgangs

2010 zusammen mit dem Präsidenten der Handwerkskammer

Ulm Anton Gindele und dem Hauptgeschäftsführer Dr. Tobias Mehlich.

(Foto: Horst Kaden)

Kfz-Schiedsstelle

Für die Ostalb ist die Schiedsstelle in Ulm zuständig

Seit 40 Jahren gibt es Kfz-

Schiedsstellen in Deutschland.

Aus einer Initiative des

deutschen Kfz-Gewerbes, des

ADAC sowie der Deutschen

Automobil Treuhand (DAT)

gegründet, helfen die bundesweit

130 Anlaufstellen

Autofahrern bei Streitigkeiten

mit Werkstätten und

beim Gebrauchtwagenkauf.

„Es handelt sich um ein außergerichtliches

Verfahren, das für den

Kunden vollkommen kostenfrei

abgewickelt wird“, betont Edgar

Horn, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft

Ostalb. Voraussetzung

für diesen vorgerichtli-

chen Schritt ist lediglich die Mitgliedschaft

des betroffenen Meisterbetriebes

in der Kfz-Innung –

gut erkennbar an dem blau-weißen

Meisterschild.

Gibt es nun Probleme mit einer

Reparatur oder beim Kauf eines

gebrauchten Fahrzeuges kann der

Kunde über die örtlichen Kreishandwerkerschaften

Kontakt zu

den Schiedsstellen aufnehmen.

Für die Ostalb ist die Schiedsstelle

in Ulm zuständig.

Zunächst sollte der Autofahrer

den Sachverhalt schriftlich schildern

und einreichen – manche

Probleme können so schon in einem

Vorverfahren gütlich erledigt

werden. Erst danach landen die

Fälle vor der Schiedsstellen-Kom-

ker für ihre Bodenständigkeit, ihre

Innovationskraft und ihre Verlässlichkeit.

Man habe in den vergangenen

Jahren zum Beispiel von

Banken oft das Gegenteil erlebt.

Die Bedeutung des Meistertitels

umfasse dessen soziale Verantwortung

für das große Ganze.

mission und das Fahrzeug muss

dann tatsächlich in Ulm „vorgeführt“

werden.

Die Kommission setzt sich aus einem

zum Richter befähigten Vorsitzenden,

einem Vertreter des

Kfz-Gewerbes, des ADAC und einem

Kfz-Sachverständigen der

DAT zusammen.

Vielen Verbrauchern ist diese

Möglichkeit der außergerichtlichen

Einigung unbekannt, vor allem

bei den jüngeren Autofahrern

wissen weniger als 20 Prozent von

dem Nutzen der Schiedsstellen. So

gibt es bundesweit jährlich etwa

12.000 Schiedsverfahren, von denen

lediglich 1.700 auch von der

Schiedsstellen-Kommission bearbeitet

werden. ras

Karriere im Handwerk

Zahllose Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen

Die Berufswahl stellt eine

wichtige Richtungsentscheidung

im Leben eines jungen

Menschen dar. Das Handwerk

bietet ein attraktives

und breit gefächertes Angebot

an 151 Ausbildungsberufen.

Jeder dritte Lehrling in Deutschland

wird im Handwerk ausgebildet.

Handwerksberufe zeichnen

sich aus durch selbstständiges Arbeiten

und kreative Entfaltungsmöglichkeiten

– übrigens für Mädchen

wie für Jungs. Nicht zuletzt

stehen mit der Meisterprüfung

vielfältige Karrierewege offen.

Je nach Beruf dauert die Ausbildung

in der Regel zwischen drei

und 3½ Jahren, bis der Auszubildende

seinen Gesellenbrief in der

Tasche hat. Gelernt wird im Betrieb,

in der Berufsschule und bei

der überbetrieblichen Lehrlings-

Ausgezeichnetes Studium

Für beruflich Qualifizierte

An der Weiterbildungsakademie

der Hochschule Aalen

können seit September 2009

Studierende ihren Bachelor

im Allgemeinen Maschinenbau

bzw. der Mechatronik erwerben,

ohne ihr Unternehmen

verlassen zu müssen: sie

studieren berufsbegleitend.

Zielgruppe sind Berufstätige

mit Abitur, Fachabitur sowie

Meister und Techniker, die

durch ein Studium den nächsten

Karriereschritt anstreben.

Dabei werden in vier Jahren

exakt die gleichen Inhalte wie im

Vollzeitstudium vermittelt und geprüft.

Bewusst setzt das Aalener Pi-

unterweisung in den Bildungszentren

der Handwerkskammern und

Innungen. Voraussetzungen für

den Start im Handwerk sind Geschickte

Hände, technisches Verständnis,

Kreativität, Flexibilität,

Engagement und gutes Schulwissen

in Deutsch und Mathematik.

Nach dem Gesellenbrief kann

man den nächsten praxisbezogenen

Abschluss draufsatteln. Egal

ob man mehr auf Technik, Betriebswirtschaft,

Gestaltung oder

Restaurierung steht, Lehrgänge

gibt‘s bei Handwerkskammern,

Kreishandwerkerschaften oder

Landesinnungsverbänden und Innungen.

Wer im Handwerk etwas

werden will, kann mit einer Vielzahl

von Fortbildungsmöglichkeiten

bis zum Herzstück des Handwerks,

dem Meisterbrief, die Karriereleiter

nach oben steigen.

Auch der Einstieg mit Abitur ins

Handwerk ist sehr gut möglich.

lotprojekt auf Präsenzvorlesungen,

die Vorlesungen, Übungen

und Laborarbeiten machen den

Großteil des Vorlesungsplans aus.

Unter den mittlerweile 45 Studierenden

zweier Jahrgänge sind zwei

Drittel mit dem Meister- oder

Technikerabschluss. Durch eine

ganze Fülle von Maßnahmen hat

auch diese Gruppe eine realistische

Chance auf Studienerfolg.

Das Projekt trägt dazu bei, dem

Ingenieurmangel entgegenzuwirken.

Das im Rahmen der Fachkräftediskussion

aktuelle Thema

„Durchlässigkeit vom Facharbeiter

zum Bachelor“ wird in Aalen

praktisch umgesetzt. Damit will

man dem wachsenden Bedarf an

gut ausgebildeten Ingenieuren in

Wichtig: Die Berufsorientierung.

Zum einen kann man zunächst

eine Lehre machen und damit den

Beruf von der Pike auf lernen,

wenn man studieren will. Zum andern

gibt es auch im Handwerk so

genannte Verbundstudiengänge,

mit denen der Absolvent in verkürzter

Zeit sowohl den Gesellenbrief

als auch einen Abschluss an

der Hochschule erreichen kann,

zum Beispiel beim so genannten

„Ulmer Modell“.

der Region Ostwürttemberg gerecht

werden.

Das Konzept ist innovativ und

gut in andere Regionen übertragbar.

Daher wurde es mit dem Initiativpreis

Aus- und Weiterbildung

des DIHK 2010 ausgezeichnet. Unterstützt

wird das in Baden-Württemberg

erste und bisher einzige

Modell für berufsbegleitende Ingenieurstudiengänge

einer staatlichen

Hochschule von der IHK Ostwürttemberg,

dem Arbeitgeberverband

Südwestmetall sowie

dem Verein der Freunde und Förderer

der Hochschule Aalen. Eine

enge Kooperation besteht auch

zur Handwerkskammer Ulm, von

der derzeit fünf Meisterabsolventen

in Aalen studieren.

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