675 Jahre Oberkochen - Schwäbische Post

schwaebischepost

675 Jahre Oberkochen - Schwäbische Post

675 JAHRE OBERKOCHEN Samstag, 4. Dezember 2010 2

„Arbeit und Urlaub zusammen“

Der Oberkochener Bürgermeister Peter Traub im Interview über Geschichte und Gegenwart der Stadt am Kocher

Es ist schon bemerkenswert, wenn

eine Kleinstadt mit rund 8000 Einwohnern

im Konzert mit den großen

Kreisstädten in der Region

mitspielt. Das betonte Bürgermeister

Peter Traub im Interview mit

Lothar Schell für unsere Sonderausgabe

zum Jubiläum.

Oberkochen. Herr Traub,wie und warum

feiertdie Stadt den 675. Geburtstag?

Es ist ein rundes Jubiläum, das auch

entsprechend gefeiert werden soll. Allerdings

wollen wir das nicht mit Mega-

Events tun, sondern in aller Bescheidenheit

mit mehreren kleinen Veranstaltungen,

zu denen die Bürgerschaft eingeladen

ist. Der 675. Geburtstag kam schneller

als erwartet, denn bis vor kurzem ging

man noch davon aus, dass Oberkochen

erstmals im Jahr 1337 urkundlich erwähnt

wurde. Auf Grund eines Hinweises

des Ellwanger Historikers Hubert Häfele

stieß jedoch der hiesige Heimatforscher

Dietrich Bantel auf eine alte fürstpröbstliche

Urkunde aus dem Jahr 1335,

in dem der Ort Oberkochen erwähnt

wurde, also schon zwei Jahre früher als

bisher angenommen.

Wiesehen Sieinder Gegenwartdie Stellung

der Stadt im Scharnier der großen

Kreisstädte?

Oberkochen befindet sich zwischen

den großen Städten Aalen und Heidenheim

natürlich zwischen zwei Magneten.

Das hat für die Bürgerschaft durchaus

Vorteile, denn sie hat die Auswahl

zwischen zwei großen Einkaufszentren.

Dagegen tut sich zum Beispiel der Einzelhandel

in Oberkochen schwer, der

sich diesem harten Wettbewerb um

Kunden stellen muss. Trotzdem kann

sich Oberkochen zwischen diesen Magneten

ganz gut behaupten.

Wodurch wirddas deutlich?

Dadurch, dass viele Schüler aus Königsbronn,

Unterkochen und Ebnat hier

her kommen. Das zeigt, dass auch Oberkochen

attraktiv ist und etwas zu bieten

Steuerberatungsgesellschaft mbH

Tel. (0 73 64) 96180·Fax (0 73 64) 96 18 18 –E-mail: mhs@mhs-stb-gmbh.de

Lenzhalde 18 -73447 Oberkochen

bauunternehmen

franz wingert

hat. Entscheidend ist letztlich die Qualität

des Angebots und daran arbeiten wir

in allen Bereichen.

Manche sagen, Oberkochen habe keine

Geschichte. Wassagen Sie?

Oberkochen hat eine sehr interessante

Geschichte, die sogar bis in die Hallstattund

La-Tène-Kultur in Europa zurückreicht.

Schon zur römischen und alemannischen

Zeit siedelten hier Menschen

und hinterließen ihre Spuren.

Dies zeigten Ausgrabungen im Dreißental,

wo ein großes alemannisches Gräberfeld

entdeckt wurde sowie im Zwerenberg,

wo eine Villa rustica, der so genannte

Römerkeller, freigelegt wurde.

Eine Besonderheit war auch der Umstand,

dass über mehrere Jahrhunderte

mitten durch Oberkochen nicht nur eine

territoriale, sondern gleichzeitig auch

Der Oberkochener Bürgermeister Peter Traub. (Foto: ls)

vertrauen durch

leistung beim bau

oberkochen ■ persönliche und fachgerechte Beratung

■ Neuanlagen/Umgestaltung Ihres Gartens

■ Pflasterarbeiten, Natursteinarbeiten

bühlstraße 30

telefon (0 73 64) 64 87

e-mail: wingert.bau.gmbh@t-online.de

baumaterial schwörzweg 7

Ein Blick auf das verschneite Oberkochen, das nun auf 675 Jahre bewegte Geschichte zurückblickt. (Foto: Peter Hageneder)

eine konfessionelle Grenze verlief, die

den Ort in ein römisch-katholisches

fürstpröbstliches Gebiet im Norden und

ein protestantisches württembergisches

Gebiet im Süden teilte.

Undinder Neuzeit?

Interessant war das Zeitalter der Industrialisierung

im späten 19. Jahrhundert,

wo in Oberkochen die Grundlage für die

zentrale Bedeutung der Werkzeug herstellenden

Industrie gelegt wurde. Stürmisch

war die Entwicklung Oberkochens

nach dem Zweiten Weltkrieg, als

man über Jahrzehnte hinweg die zuzugstärkste

Gemeinde Baden-Württembergs

war und sich zur heutigen Stadt

entwickelte. All dies sind für mich markante

Meilensteine in der Geschichte

unserer Stadt.

Vom Dorf zur Industriestadt – was

zeichnet Oberkochen heute aus?

Es ist schon bemerkenswert, wenn eine

Kleinstadt mit rund 8000 Einwohnern im

Konzert mit den großen Kreisstädten in

der Region mitspielt, sei es beim Haushaltsvolumen,

bei den Steuereinnahmen,

bei der zentralörtlichen Bedeutung

Oberkochens als Wirtschaftsstandort, als

Schulstandort oder als Photonikstandort.

Wir sind ein Zentrum der Werkzeuge

herstellenden und der optischen Industrie

mit mehreren tausend attraktiven

Arbeitsplätzen.

Dieoptische Industrie dominiert?

Wir haben das weltweit modernste

Werk für Lithografiesysteme zur Herstellung

von Computerchips. Ohne die optischen

Systeme der Carl Zeiss SMT AG

könnten die großen Chiphersteller weder

in den USA noch in Japan oder Korea

solche Computerchips, wie sie heute gebraucht

werden, herstellen. Demnächst

wird ein weiteres Werk zur Herstellung

medizinischer Geräte in Oberkochen ge-

baut. Daneben haben wir modellhafte

Betreuungs- und Bildungseinrichtungen.

Welches Gymnasium hat schon

Forschungsräume oder eine eigene

Sternwarte? Dies alles zeigt, dass Oberkochen

ein guter Standort zum Arbeiten,

Leben und Wohnen ist und die Beispiele

zeigen, dass unsere Stadt mit den großen

Kreisstädten in der Oberliga mitspielt.

Und dann wir ja auch die Stadt im Grünen.

Ein Mann aus dem Ruhrpott sagte

mir mal: „Mensch, ihr habt ja Arbeiten

und Urlaub in einem.“ Ich denke, das

trifft den Nagel auf den Kopf.

Welche „Zukunftsmusik“ wollen Sie in

Ihrer dritten Amtszeit den Menschen ans

Ohrbringen?

Ich könnte diese Frage mit verschiedenen

Visionen von Oberkochen beantworten,

über die die Schwäbische Post

schon ausführlich berichtet hat. Lassen

Sie mich die Frage aber anders beantworten.

Manchmal scheinen Politiker zu

vergessen, dass Politik für die Menschen

gemacht wird und nicht umgekehrt. Politiker

verlieren mitunter die Bodenhaftung

und den Kontakt zu den Bürgern.

Umgekehrt fehlt oftmals das Verständnis

und die Akzeptanzbereitschaft für

Entscheidungen, die demokratisch getroffen

wurden. Unsere Gesellschaft ist

egoistischer geworden. Ganz nach dem

Motto: Die anderen sind mir egal, ich

stehe im Mittelpunkt.

Waskann man dagegen tun?

Politik, ehrenamtliches Engagement,

soziale Wärme und ein gutes Miteinander

leben aber nicht von den Ich-Menschen,

sondern von den Wir-Menschen.

Wenn wir mehr füreinander da sind,

mehr Rücksicht aufeinander nehmen,

mehr gemeinsam machen und zusammenstehen,

dann werden wir alle Aufgaben,

die die Zukunft für uns in Oberkochen

und anderswo bereithält, meistern

können.

Fertigung von Holzverpackungen

CNC-Bearbeitung

EDITORIAL

Schreinergasse 1·73447 Oberkochen

Telefon: 07364/6484·Telefax: 07364/955466

E-Mail: info@holztechnik-grupp.de

Internet: www.holztechnik-grupp.de

Garten- und

Landschaftsbau

■ Dachbegrünung, Teiche/Biotope

■ Zäune aller Art sowie Sichtschutzwände

■ Pflanzungen

■ Schneiden von Obstbäumen sowie

Roden Ihrer Gehölze

Herschelweg 26 ·73447 Oberkochen

Tel./Fax (0 73 64) 54 23 ·Auto-Tel. (01 71) 6281030

Knitze Rekorde und

engagierte Bürger

Oberkochen feiert mit Stolz sein

Stadtjubiläum. Die Stadtväter

und Stadtmütter schauen zu Recht

auf eine Kommune,

deren Bedeutung

und Wahrnehmung

größer ist als

die Einwohnerzahl

von 8000 vermuten

lassen. Dies hängt

sicherlich vor allem

mit den großen Firmen

wie Zeiss, Leitz und LMT zusammen,

die ein Aushängeschild

der Region und Exportweltmeister

in ihren Bereichen sind. Sie strahlen

weit über die Ostalb Innovation,

Forschung und erfolgreiche Industrieproduktion

aus.

Für die Stadt sind sie ein Segen. Die

Gewerbesteuer sprudelt und ermöglicht

Errungenschaften wie ein

modernes und großes Kinderhaus

oder ein Gymnasium als Forschungslabor

suchen ihresgleichen.

Aber Oberkochen ist weit mehr. Es

lebt vom Engagement seiner Bürger,

von der Scheerermühle bis

zum Heimatverein, vom Sängerbund

bis zur alten Tradition des

Fußballvereins Oberkochen.

Die überaus engagierte, diskussionsfreudige

und wache Bürgerschaft

ist ein Kapital der Stadt, das

fast noch wichtiger ist als der finanzielle

Wohlstand. Zudem wird der

Schwerpunkt bei Industrie und

Wirtschaft durch eine herrliche

Lage im Grünen ausgeglichen, was

für eine hohe Lebensqualität in der

Stadt bürgt.

Die Stadt kann auf eine bewegte

Vergangenheit zurückblicken. Im

späten Mittelalter stand man zwischen

zwei Regionalmächten, dem

großen Kloster Ellwangen und dem

kleineren Kloster Königsbronn. So

wurde in der Reformationszeit zwischen

1536 und 1553 der Königsbronner

Teil des Ortes mit Württemberg

evangelisch, während der

Ellwanger Teil katholisch blieb.

Die Teilung des Ortes führte immer

wieder zu Streitigkeiten, die im

Jahr 1749 im sogenannten Aalener

Protokoll geklärt wurden, einem

Vertrag zwischen Ellwangen und

Württemberg. Nach dem Zweiten

Weltkrieg wuchs der Ort mit der

Ansiedlung von Zeiss dramatisch

an, womit viele neue Einwohner integriert

werden mussten.

Die Erhebung zur Stadt im Jahr

1968 ist dieser Entwicklung geschuldet,

wobei die eigentlich notwendige

Einwohnerzahl von

10 000 niemals erreicht wurde.

Doch auch hier haben die Oberkochener

clever ihren Status gesichert.

Auch sonst ist man nicht

sparsam mit knitzen Superlativen.

So kam man sogar einmal mit der

Tatsache ins Guiness-Buch der Rekorde,

dass sie als einzige Stadt in

Deutschland keine Verkehrsampel

hatte. Man wird noch einiges hören

von Oberkochen, bis das nächste

große Jubiläum gefeiert werden

kann. Rafael Binkowski

ERHARD

SCHOLL


675 JAHRE OBERKOCHEN Samstag, 4. Dezember 2010 3

Kirchenchor Pate der Städtepartnerschaft

Enge partnerschaftliche Bande zum Domchor in Montebelluna: Durch den Austausch sind familiäre Bindungen entstanden

Seit 183 Jahren besteht der katholische

Kirchenchor und er ist damit

der älteste Verein in Oberkochen.

Die Sänger von Sankt Peter und

Paul standen auch ganz direkt Pate

für die seit Juni 1992 bestehende

Städtepartnerschaft zwischen

Oberkochen und Montebelluna.

LOTHAR SCHELL

Oberkochen. Am Anfang dieser Partnerschaft

stand die persönliche Begegnung.

Begegnungen, die von Jahr zu Jahr

gewachsen sind und „schuld“ daran ist

der katholische Kirchenchor, der die

Bande nie abreißen ließ. „Inzwischen

sind wir enge Freunde geworden und

tiefe Verwurzelungen sind entstanden“,

sagt der Vorsitzende Klaus Müller.

Der damalige Leiter der Aalener Chorknaben,

Friedrich Hägele, war es, der

1974 bei einem Wettsingen europäischer

Chöre in Loretto Don Gildo Tessari und

seinen Domchor aus Montebelluna kennen

lernte. Montebelluna liegt in der

Provinz Treviso, die wiederum einen Teil

der Region Veneto bildet.

Als Hägele den katholischen Kirchenchor

Oberkochen übernahm, wurde das

Netzwerk verdichtet. 1988 und 1989 sowie

1990 und 1991 standen Besuche und

Gegenbesuche ins Haus. Fritz Hägele

plante seinerzeit eine große Konzertreise

und er stellte seinen Chor vor die Wahl:

„Polen, England oder Italien“.

„Italien war das kleinste Übel, nicht so

weit, für uns war das ja die erste große

Konzertreise“, erinnert sich Klaus Müller.

Man war gerade mal eine Stunde unterwegs,

da gab der Bus seinen Geist auf.

Spät in der Nacht traf man in Montebelluna

ein und wurde „mit allergrößter

Storchabeck-Brezla

Oberkochener Anekdoten vom Heimatverein (1)

Vor über 10 Jahren traf ich

eine Alt-Oberkochenerin,

die extra zu einem Schwätzle anhielt,

um mir die folgende Anekdote

von den „Brezla vom Storchabeck“

zu erzählen, „damit sie

nicht in Vergessenheit gerät“,

schickte sie voraus.

Früher, als diea Gmoidrät nach

dr Sitzong no äls grausig vrhockt

sen, dao isch amaol folgendes

bassiert: Die Mannt senn bis

omma Viere morgens en dr

„Gruab“ vrhockt. Wie se nao

beim Hoimganga beim „Storchabeck“

vorbeikomma senn,

hat dao scho s’Lieacht brennt -

die Bäckr mieaßat ja früh morgens

raus.

Ond weil se älle Luscht auf afrische

Brezel g’hett hant, hat dr

Feil, dr Amtmao, beim Storchabeck

geschellt; ond wie sellr nao

rausgschriea hat, was sei, häb dr

Feil neigschriea, ob mr, des

hoißt, ob d’Gmoidrät schon

Brezla hao kennat. Dr Storchabeck

häb drauf rausgschriea,

dass mr scho oine kriagt, on

daß’r glei aufschlieaßt -wodrauf

dr Amtmao Feil wiedr neigeschriea

häb: „Brauchsch fei net

aufschlieaßa – soo groß senn

Deine Brezla et –diea kasch ondr

dr Diear durchschieaba.“

Diese Geschichte gibt es auch

mit der Variante „Schlüsselloch“.

Egal ob „Schlüsselloch“

oder „ondr dr Diear“, handelt es

sich bei der Brezelgeschichte

wohl um einen alten auf die Person

bezogenen Schwabenwitz,

so wie bei der Geschichte vom

Höfers Bernhard und seinem

Güterwagen voll Brennholz. Sicher

hat sie sich aber einst in

ähnlicher wie der geschilderten

Form abgespielt.

Eine andere authentische Variante

dieser Anekdote erfuhr ich

erst kürzlich von einem, der’s genau

wissen muss:

Bei den Gemeinderäten, die

sich kurz vor Tagesanbruch von

der „Grube“ auf den Heimweg

machten, war auch der Schulthes.

Als man beim Storchabeck

vorbeikam, hatte dieser gerade

seine Briedr (Bretter) auf denen

Herzlichkeit empfangen“, pflichtet Joachim

Hug bei, der wie Klaus Müller damals

als Sänger mit dabei war und 1997

die Chorleitung übernahm.

Im selben Jahr hatte Klaus Müller das

Amt des ersten Vorsitzenden von Anton

Schaupp übernommen. Ein Fundament

war entstanden, das auch dann noch

trug, als es beim Montebelluneser Chor

kriselte. Im Gegenteil: die Freundschaft

wurde weiter ausgebaut, als Don Gildo

Tessaris Nachfolger Daniele Guiotto als

Chorleiter die Verantwortung übernahm.

Guiotto leitete auch den Chor im

benachbarten San Marco und über diesen

Chor gelang es quasi im Dreigestirn

die engen Bande weiter zu festigen.

Ansteckende Freundschaft

zwischen den Chören

Der Oberkochener Chor gab begeisternde

Konzerte in Montebelluna und in

San Marco. „Unvergesslich für uns alle

sind die vielen bunten Abende nach den

Konzerten“, sagt Joachim Hug. „Wir sind

dicke Freunde geworden“, setzt Klaus

Müller hinzu. Beispiele gibt es genügend.

So ist zum Beispiel Klaus Müller

Trauzeuge geworden bei der Hochzeit

von Vittorio Babini, und Evi Babini ist die

Patin von Müllers Tochter Carolin.

Vor einer Woche hatte Vittorios Sohn

Taufe, und selbstverständlich waren die

Müllers nach Montebelluna eingeladen.

Beim Erstkontakt im Jahre 1987 war jener

Vittorio Babini gerade mal 16 Jahre

alt und per Zufall bei den Eltern von

Klaus Müller zur Beherbergung eingeteilt.

„Ein Geheimrezept war sicherlich,

dass wir gegenseitig über weite Strecken

privat untergebracht waren“, sagt Joachim

Hug und Klaus Müller verdeutlicht:

die frischgeformten Brezeln lagen,

durch die Tür hindurch ins

Freie geschoben, damit der Teig

an der frischen Morgenluft abtrockne

und fester werde, auf

dass man die noch ungebackenen

Brezeln vor dem Backen belaugen

konnte, ohne dass sie

sich verformen.

Neben der Tür lag bereits die

noch druckfrische Zeitung des

jungen Tages. Der Schultes

packte die Zeitung und stellte

fest, dass sie bereits den Sitzungsbericht

vom Abend zuvor

enthielt, worauf er äußerte:

„Jetzt kommt dao scho dr Sitzongsbericht

en dr Zeidong, on

die Saubuaba von Gmoidrat sen

no netamaol drhoimt.“…wobei

er sich als „primus inter pares“

natürlich implizierte.

Welcher Geschichte man nun

mehr vertrauen soll, das bleibt

dem Leser überlassen. Vielleicht

sind beide wahr und geschahen

nur zu verschiedenen Zeitpunkten.

Übrigens: Der letzte „Storchabeck“

in der Ortsmitte hieß Karl

Wiedmann. An dem Gebäude, in

dem sich ab 1972 der Getränkemarkt

Weber befand und heute

(August 2006) das „Baumärktle

Mayer“ ist, befindet sich ein

Sgraffito mit der Abbildung eines

Storchs. Weshalb?

Ganz einfach deshalb, weil sich

früher, wohl bis zum Jahr 1945,

als das Haus kurz vor Kriegsende

durch eine Bombe zerstört wurde,

ein gut frequentiertes Storchennest

auf dem Dach dieses

Gebäudes befand. 1949 entstand

der Neubau und erst in jenem

Jahr das Sgraffito des Storchs.

Vor allem die Kinder warteten

jedes Jahr sehnsüchtig auf die

Rückkehr der Störche. Aber nach

dem Krieg kamen sie nicht wieder

–jedenfalls waren, als unser

Gewährsmann 1950 wieder

nach Oberkochen zurückkam,

weder Nest noch Störche auf

dem neuen Dach.

Seit die Störche ausbleiben ist

die Geburtenzahl in Oberkochen

empfindlich zurückgegangen...

Dietrich Bantel

Die beiden Chöre aus Oberkochen und Montebelluna im Jahr 2001 vor dem Dom in Montebelluna. (Foto: ls)

„Städtepartnerschaft wächst von unten

und wird so zu einem Völker verbindenden

Element“.

Ein weiteres Beispiel mit positiver Nebenwirkung:

Stefanie Schäfer, Sängerin

im katholischen Kirchenchor, machte

jüngst sechs Wochen lang ein Praktikum

im Rathaus von Montebelluna. Auch ein

reger Schüleraustausch mit dem Ernst-

Abbe-Gymnasium wurde schließlich auf

den Weg gebracht.

Erst in diesem Jahr über Himmelfahrt

weilten die Oberkochener wieder in

Montebelluna und präsentierten mit

großem Erfolg die Schumann-Messe im

Dom von Montebelluna. Auch wenn mit

Enrico Giacca als Chorleiter und Mario

Fenato als Vorsitzendem in Montebellu-

na nun neue Verantwortliche das Sagen

haben –die Freundschaft zwischen den

beiden katholischen Chören ist beständig

geblieben. „Die Beiden rühren die

Werbetrommel für unsere Freundschaft“,

sagt Klaus Müller und Joachim

Hug betont: „Die Herzlichkeit und das

Temperament ist einfach ansteckend.

Der Kontakt wird nie abreißen.“


675 JAHRE OBERKOCHEN Samstag, 4. Dezember 2010 4

Mühlen als Zeitzeugen der Stadtgeschichte

Mühlengeschichte: Die Scheerermühle wurde urkundlich erstmals im Jahre 1358 erwähnt und wird vom Verein erhalten

Wenn Oberkochen seine 675-Jahr-

Feier begeht, dann kann zeithistorisch

die Mühlengeschichte fast

mithalten. Die Ersterwähnung der

so genannten „Unteren Mühle“,

heute unter dem Namen Scheerer-

Mühle bekannt, stammt aus dem

Jahre 1358. Dank der Recherchen

des Lokalhistorikers Dietrich Bantel

weiß man, dass die Ersterwähnung

Oberkochens in das Jahr

1335 fällt.

LOTHAR SCHELL

Oberkochen. In der Tat prägten Mühlen

das Leben und die Landschaft in

Oberkochen über Jahrhunderte, wie der

Vorsitzende des Mühlenvereins, Herbert

Soutschek, berichtet. In der zweiten

Hälfte des 19. Jahrhunderts waren noch

vier Mühlen in Betrieb: die Öl- und Gipsmühle

am Ölweiher (heute Firma Leitz),

die 1498 zum ersten Mal erwähnt wurde,

die „Obere Mühle“ hinter dem Gebäude

Norma (1617), die Kreuzmühle am Kocher

zwischen Stadion und Bauhof auf

den „Kreuzwiesen“, die 1845 erst erwähnt

war.

Und eben besagte „Untere Mühle“

(Scheerer-Mühle) unterhalb der katholischen

Kirche, das älteste Mühlenanwesen

in weitem Umkreis aus dem Jahre

1358. Ab der Reformation, in Oberkochen

1553 von Herzog Christoph von

Württemberg durchgeführt, waren zwei

Drittel des Orts seinerzeit katholisch und

den ellwangischen Fürstpröpsten unterstellt

und ein Drittel –darunter die Untere

Mühle –war evangelisch und dem

württembergischen Kloster Königsbronn

unterstellt. Die Vorgängermühle

der heutigen Scheerer-Mühle war kleiner

als diese und hatte vier Wasserräder

aus Holz.

„Die Untere Mühle ist eine der wenigen

verbliebenen historischen Getreidemühlen,

die noch funktionsfähig sind“,

betont Herbert Soutschek. Die Besitzerverhältnisse

wechselten häufig, bis die

Untere Mühle 1862 von Kaspar Scheerer

erworben wurde. 1876 ließ Scheerer die

alte –imJahr 1715 errichtete Mühle abreißen

und 1877 an gleicher Stelle eine

völlig neue, nämlich die heute noch vorhandene

Mühle bauen.

Der Mühlenverein hält das

historische Gebäude am Leben

Gleichzeitig ersetzte er die vier kleinen

Holzwasserräder durch ein großes stählernes

Wasserrad, das eine Breite von

drei Meter und einen Durchmesser von

3,2 Meter aufweist. Die Mühle befand

sich über mehrere Generationen im Besitz

der Familie Scheerer, weshalb die

einstige „Untere Mühle“ heute als

„Scheerer-Mühle“ bekannt ist.

Sie ist durch eine Schenkung der Stadt

Oberkochen im Besitz des Mühlenvereins,

der es sich zur Aufgabe gemacht

hat, das unter Denkmalschutz stehende

Profitieren Sie von unserem

vielfältigen Angebot an

Qualitätswerkzeugen &Dienstleistungen.

Zeigen Sie schlechten Werkzeugen

die ROTE KARTE!

Ursprünglich hatte die Untere Mühle vier Holzwasserräder, wie dieser historische Plan zeigt. (Foto: ls/Mühlenverein)

Mühlenensemble zu restaurieren mit

dem Endziel, in Oberkochen eine Schaumühle

auf den Weg zu bringen. Zum

Mühlenensemble gehört das Mühlengebäude,

das ursprünglich „Ausding“ genannte

Wirtschaftsgebäude und die

Mühlenscheuer. Die Scheuer war 1954

nach Plänen von Architekt Kolb aus Aalen

neu errichtet worden, nachdem der

weit über 300 Jahre alte Vorgängerbau

baufällig geworden war. Die Dachkonstruktion

war das Meisterstück des damals

29jährigen Zimmermanns Willibald

Mannes aus Oberkochen.

„Mühlengeschichte ist Stadtgeschichte“,

sagt Herbert Soutschek, dessen Mitstreiter

vom Mühlenverein mit großem

Engagement an der Restaurierung des

Mühlenanwesens arbeiten, um in ein

paar Jahren das große Ziel einer Schaumühle

zu realisieren.

Die Mühlengeschichte ist damit sozusagen

ein Zeitzeuge der Stadtentwicklung.

Die Scheerermühle ist fast so alt

wie die Stadt selbst.

OWEMA Werkzeuge +

Maschinen GmbH

Heidenheimer Str. 104

73447 Oberkochen

Werkzeuge

Maschinen

Betriebseinrichtungen

So sieht die renovierte Scheerermühle

heute aus. (Foto :ls)

Telefon (07364) 294-0

Telefax (07364) 294-29

info@owema.de

www.owema.de

Die Ortsmitte mit Lindenbrunnen Blick in den „Katzenbach“. Links die große Nagelscheuer,

rechts der Ochsen. Das Bild entstand 1930. (Foto: Heimatverein)

Abos, Beilagen, Anzeigen und vieles mehr.

Telefon 07361/5 94-2 00

Telefax 07361/5 94-2 35

Bleib fit, fahr Rad!

Z WEIRAD ELMER

Inhaber: I. Elmer

Aalener Straße 64 ·73447 Oberkochen

Telefon (0 73 64) 65 07 ·Fax (0 73 64) 53 90

Fachm. Service –kompetente Beratung –alle Preisklassen –E-Bikes

Jetzt gratis testen:

www.schwaepo.de/probeabo

anzeigen@schwaebische-post.de

www.schwaebische-post.de


675 JAHRE OBERKOCHEN Samstag, 4. Dezember 2010 5

Baugeschäft in siebter Generation

Blick in die Historie des ältesten Handwerksbetriebs: Seit 228 Jahren sind die Wingerts im Geschäft

„Ich bin stolz darauf, was meine

Vorfahren geleistet haben, die Tradition

der 228-jährigen Geschichte

unseres Familienbetriebs ist Auftrag

und Verpflichtung, mit dieser

soliden Grundlage in die Zukunft

zu blicken“, betont Franz Wingert.

Er leitet das Baugeschäft Wingert

nun in siebter Generation.

LOTHAR SCHELL

Oberkochen. Franz Uhl belegt in seinem

Beitrag im Oberkochener Heimatbuch,

dass das Baugeschäft Wingert der

älteste noch bestehende Handwerksbetrieb

in Oberkochen ist. Als Maurermeister

Franz Anton Wingert vor 228 Jahren

seine ersten Bauten errichtete, war

Oberkochen ein Dorf mit gerade einmal

rund 800 Einwohnern.

Landwirtschaft und einige Handwerksbetriebe

prägten das Ortsbild. Wer bauen

wollte, musste die Steine dem heimischen

Jurakalk entnehmen. „Es gibt viele

mündliche Überlieferungen, welch

schwere Arbeit dies weit entfernt von der

heutigen Technik war“, sagt der heutige

Geschäftsführer Franz Wingert.

Die Ursprünge der Wingertschen Unternehmenstradition

gehen auf Johannes

Bartholomäus Wingert (1784 bis

1820) zurück, der neben seiner Landwirtschaft

in Oberkochen eine Steinhauerei

betrieben hatte.

Sein Sohn Franz Anton Wingert (1813

bis 1885), der im Ort unter dem Hausnamen

„Schmidkapper“ bekannt war,

führte nach dem unerwarteten Tod seines

Vaters dieses Geschäft weiter. Aus

den umliegenden Steinbrüchen wurden

die Steine heraus gebrochen und mit

Hammer und Meißel per Hand bearbeitet.

Steinerne Zeugnisse aus dieser Zeit

sind die mit Hand behauenen Sockelquader

im Fundament der katholischen

Kirche.

Franz Anton Wingert und sein Sohn Johannes

Wingert (1846 bis 1929) übten

Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!

Seit 675 Jahren ist Oberkochen ein Ort,

an dem sich seine Bürger wohl fühlen

können. Und seit 60 Jahren fühlt sich

auch Carl Zeiss an diesem Standort

wohl. Mechanische Präzision war hier

schon zu Hause –wir haben die Optik

dazu gebracht. Nun ist Oberkochen ein

führender Standort modernster Hoch-

technologien rund um Nanotechnologie

und Photonik. Innovationen aus Ober-

kochen haben weltweite Erfolge gefeiert.

Das Gewerbegebiet im Süden zeigt,

wie die Stadt und das Unternehmen

gewachsen sind.

Wir freuen uns auf die gemeinsame

Zukunft.

www.zeiss.de

228 Jahre alt ist das Bauunternehmen Wingert. Geschäftsführer Franz Wingert leitet

heute die Geschicke. (Foto: ls)

noch zusätzlich das Maurerhandwerk

aus. Der Mörtel bestand hauptsächlich

aus dem Straßenabraum, der äußerst

kalkhaltig war. Später wurden zur Mörtelaufbereitung

in Erdlöchern Kalksteine

mit Holzfeuerung gebrannt und dann

abgelöscht.

Die Bauarbeiten an der Bahnstrecke

waren ein wichtiges Projekt

Im Jahr 1854 zählte Oberkochen bereits

fast 1200 Einwohner, denn aus

kleinsten Anfängen war schon eine

Werkzeugindustrie entstanden, die Bohrer

und Fräser für die Holzbearbeitung

herstellte und durch ihr Wachstum auch

erhöhte Anforderungen an den Bausektor

stellte. Johannes Wingert beschäftigte

damals bereits zehn Gehilfen, berichtet

die Chronik der Familie Wingert.

Der Betrieb war an den Bauarbeiten

der Bahnstrecke, die 1886 in Betrieb genommen

wurde, maßgeblich beteiligt.

In den kalten Wintermonaten war Holzarbeit

in den Waldungen rund um Oberkochen

angesagt und –man höre und

staune –wenn an den Wochenenden

Musik zu Hochzeitsfesten gebraucht

wurde, dann holte man auch gerne

Mauerermeistergehilfen, die mit ihren

Blasinstrumenten zum Tanz aufspielten.

Im Alter von 83 Jahren starb Johannes

Wingert und Franz Anton Wingert (1888

bis 1956) übernahm die Verantwortung.

Er war es, der entscheidende Phasen auf

dem Gebiet des Bauwesens und gemeindlichen

Wachstums erlebt, trotz aller

Schwierigkeiten das Unternehmen

ausgebaut und durch Modernisierung

die Leistungsfähigkeit gesteigert hat.

Der Vater des heutigen Geschäftsführers

Franz Wingert, Franz Anton Wingert

übernahm den Betrieb und leitete diesen

bis 1985. Nach seiner Meisterprüfung

hatte er schnell erkannt, dass der

Betrieb in einer gewandelten Umwelt

dem technischen Fortschritt angepasst

und der Maschinenpark erneuert werden

muss. Zur Maurerarbeit trat nun der

Beton- und Stahlbau.

Eine mutige Finanzplanung war nötig,

um einen adäquaten Maschinenpark für

mehrgeschossige Bauten zu realisieren.

In Sachen kaufmännischer Abwicklung

kümmerte sich Franz Anton Wingerts

Schwester Hilde Wingert vier Jahrzehnte

lang um die Büroarbeiten, das Finanzwesen

und jeglichen Geschäftsverkehr.

„Ich weiß, dass ich meiner Schwester viel

zu verdanken habe“, lässt sich Franz Anton

Wingert in der Chronik zitieren.

Die heutige Generation ist stolz

auf die Leistung der Vorfahren

Im Jahr 1978 konnte die Firma Wingert

einen Bauhof im Gewerbegebiet

Schwörz am Kocher erwerben. Das Büro

befindet sich in der Bühlstraße 30. Der

heutige Geschäftsführer Franz Wingert,

der an der Technischen Universität

Stuttgart studiert hatte, übernahm 1985

den Betrieb des Vaters. „Mein Vater

machte mir klar, dass nur eine solide und

gute Vorbildung Grundlage zur Weiterführung

eines modernen Baubetriebs

sein kann“, erinnert sich Franz Wingert,

der –nicht ohne Stolz und höchste Anerkennung

–über die Leistungen der Altvorderen

in schwieriger Zeit berichtet.

Seine Erfahrungen im Geschäftsleben

und mit der Bürgerschaft brachte Franz

Wingert auch ins kommunale Geschehen

und in die Verbandsarbeit ein. 15

Jahre lang war Wingert Mitglied des Gemeinderats

und zehn Jahre leitete er als

Vorsitzender die Aalener Bauinnung.

Die Firma Wingert ist heute vornehmlich

im Wohnungsbau, aber auch im Industriebau

tätig. Viele Gebäude in Oberkochen

tragen ihre Handschrift.

Mit Gaul zum

Frühshoppen

Heimatverein-Anekdoten II

Die Scheerers, Mühlenbesitzer

zur Unteren Mühle in Oberkochen,

durfte man über drei Generationen

hinweg zum alten „Ortsadel“

rechnen. Im Gegensatz zum letzten

Scheerer, dem Hans Scheerer (gest.

1990) war dessen Vater Kaspar

Scheerer noch etwas wie ein kleiner

ungekrönter Ortskönig.

Er gehörte noch zu den „Berittenen“.

Er hatte, bedingt durch eine

Kriegsverletzung, Probleme mit einem

seiner Beine. Dennoch ließ er

das Reiten nicht sein. Täglich sah

man ihn hoch zu Roß mitten durch

den Ort zum Frühschoppen in die

„Grube“ reiten. Seinen Gaul bestieg

er aufgrund des kaputten Fußes auf

sehr außergewöhnliche Weise: Er

holte den Gaul aus dem Wirtschaftsgebäude

von gegenüber der Mühle

und führte ihn unten in den ebenerdigen

Mahlraum der Mühle.

Dort band er ihn neben seinem

Getreide-und-Mehl-Aufzug, in welchem

gelegentlich auch Kinder

durch die Mühlgeschosse reisen

durften –eine abenteuerliche Konstruktion,

die noch heute bewundert

werden kann. Alsdann bestieg er seinen

Aufzug und beförderte sich vermittelst

desselben in die zum auf

den-Gaul-steigen geeignete Höhe,

rutschte dann auf seines Pferdes Rücken

und ritt zur Mühle raus, das

Mühlbergele rauf und mitten durch

den Ort zum Frühschoppen in die

„Grube“. Dort angekommen dirigierte

er sein Pferd so weit an die

Stufen hinan, die zum Eingang zur

„Grube“ führen, dass er, wenn auch

nicht so bequem wie den Aufstieg,

auch den Abstieg vom Pferd schaffte.

Sodann band der sein Pferd an einen

der großen in der Hauswand der

„Grube“ eingemauerten Metallringe

und ging zum Frühschoppen, während

sein Pferd draußen etwas Hafer

geboten bekam. Dietrich Bantel


675 JAHRE OBERKOCHEN Samstag, 4. Dezember 2010 6

Als die Jenenser nach Oberkochen kamen

Aufbauarbeit in der Firma „Optische Werke Oberkochen“: Carl Zeiss ebnet den Weg zur Stadterhebung

Dass sich Oberkochen heute eine

Industriestadt nennen kann und

dass Oberkochen 1968 bei der

Stadterhebung eine prosperierende

Gemeinde war, verdankt sie

der geschichtlichen und industriellen

Entwicklung der Firma Carl

Zeiss. Ursächlich waren allerdings

Menschen aus Thüringen, die 1945

über Nacht in Jena ihre Arbeitsstätte

verlassen mussten.

LOTHAR SCHELL

Oberkochen. So hat Alt-Bürgermeister

Gustav Bosch bei der Stadterhebungsfeier

das Jahr 1946 völlig zu Recht als Geburtsjahr

der Stadtrechte bezeichnet. Jenes

Jahr also, als die Firma Carl Zeiss in

den leer stehenden Räumen der Fritz

Leitz Maschinen- und Apparatebau in

Oberkochen aufgenommen hatte.

Im Betrieb von Fritz Leitz war die Rüstungsindustrie

zu Hause, die nach dem

Krieg eingestellt werden musste. Die

Gründerjahre von Carl Zeiss gehen bis

ins Jahr 1846 zurück, als in Jena eine

Werkstatt für Feinmechanik und Optik

gegründet wurde.

Der Blick in die Historie zeigt deutlich

auf, dass Oberkochen zweifellos das Prädikat

„Stadt“ der hiesigen Industrie zu

verdanken hat. Ohne die Ansiedlung von

Carl Zeiss im Jahre 1946 und ohne die

sich nach der Währungsreform stark

entfaltende, einst von Christoph Jakob

Bäuerle begründete, alteingesessene

Werkzeugindustrie hätte die Gemeinde

Oberkochen wohl niemals nach Einwohnerzahl,

Siedlungsform und nach

ihren kulturellen und wirtschaftlichen

Verhältnissen das städtische Gepräge

entwickeln können, das nach der Gemeindeordnung

Voraussetzung für eine

Stadterhebung war.

Das Stadtprädikat hat Oberkochen

der Industrie zu verdanken

Man schreibt das Jahr 1945: die Jenaer

Werke wurden teilweise zerstört und

amerikanische Truppen nahmen 126

Führungskräfte und Wissenschaftler mit

in ihre Besatzungszone. Die Amerikaner

hatten Jena besetzt und Ende 1945 kamen

rund 80 Jenenser nach Oberkochen.

„Sie kamen nicht, weil sie nach

Oberkochen wollten, sondern sind vielmehr

gezwungen worden wegzugehen“,

so Thomas R. Zecher von der Firma Carl

Zeiss gegenüber der Schwäpo.

Über Nacht mussten die Leute gehen,

sie wurden einfach in Oberkochen abgesetzt

und es gab keine Option für eine

Rückkehr. In der neu gegründeten Firma

„Optische Werke Oberkochen“, später

Carl Zeiss, führten die deportierten Führungskräfte

den Stiftungsbetrieb weiter.

Über Nacht musste sich die Firma

verlagernund neu aufbauen

Im Jahr 1948 folgte die Enteignung der

Werke Zeiss und Schott der Carl-Zeiss-

Stiftung in Jena, beide Werke wurden

Staatsbetrieb. 1949 wurde Heidenheim

Rechtssitz der Carl-Zeiss-Stiftung. Die

Zeiss-Unternehmen in Ost und West

Mühlstr. 7

73447 Oberkochen

Tel. 07364/92 14 82

Fax 07364/41 01 90

Mobil 01 71/6 37 04 67

www.Estrich-Neubauer.de

Estrich-Neubauer@t-online.de

* Neubau

* Renovierung

* Industrie

* Sanierung

* Umbau

* Bautrocknung

Ihr Fachmann für Estriche aller Art

Das Zeiss-Stammwerk in Oberkochen, heute ein hochmoderner Standort der optischen Industrie. (Foto: Carl Zeiss)

entwickelten sich in ihren Hemisphären

zu den Technologieführern in der Optik.

„Das waren ganz schwierige Anfänge

und das war kein Geschäft mit laufenden

Einnahmen“, erinnert Thomas R. Zecher

an den Start in Oberkochen in den Räumen

von Fritz Leitz. Begonnen habe

man mit einem Reparaturservice von Instrumenten,

aber sehr bald wurden neue

Geräte entwickelt.

Die Vorzeichen waren auf Grund der

industriellen Entwicklung in Oberkochen

gut und Arbeitsflächen waren ja

vorhanden. Ein wichtiger Nebeneffekt

war auch, dass sich der Kamera-Hersteller

Zeiss Ikon in Stuttgart etabliert hatte.

Schnell nach dem Krieg konnten Kameras

auf dem Weltmarkt abgesetzt werden

und dies hat auch mitgeholfen, dass das

Unternehmen Zeiss im Westen die Aufbauphase

geschafft hat.

„Es war alles aber nicht so einfach, die

Amis hatten Pläne und Zeichnungen

mitgenommen, ein Neuaufbau der Produktion

war nötig“, berichtet Thomas R.

Zecher. Brillengläser mussten neu berechnet,

Mikroskope neu konzipiert

werden.

Das hohe Know-How gab Schubkraft.

So wurde bereits 1953 ein weltweit beachtetes

Operationsmikroskop entwickelt,

in den siebziger Jahren weltweit

die ersten Computer gesteuerten Koordinatenmessgeräte.

Zeiss als wichtiger

Standortfaktor für Oberkochen

„Die Entwicklung zum heutigen Weltunternehmen

ist hinlänglich bekannt“,

sagt Thomas R. Zecher. Zeiss hat sich in

seiner ganzen Fortentwicklung zum

Standort Oberkochen bekannt und dort

seine Konzernzentrale

installiert. Eine Erfolgsgeschichte

in

Oberkochen ist die

Halbleiter-Technik

bei SMT. Hier werden

optische Systeme zur

Herstellung von Halbleitern

gefertigt.

Die „Industrielle

Messtechnik“ ist eine

Oberkochener Erfindung.

Im Bereich Nano-TechnologySystems“

(NTS) werden

Elektronenmikroskope

gefertigt. Chirurgische

Geräte sowie die

Fertigung von Fotound

Filmobjektiven

sind in Oberkochen

zu Hause. Optronic

steht für die Verteidigungs-

und Sicherheitstechnik.

Nicht zu vergessen

hat die Konzernzentrale

mit all ihren

Teilbereichen ihren

Standort in Oberkochen,

um das Unternehmen

strategisch

weiter zu entwickeln

und auf Erfolgskurs

zu halten.

Wie sagte doch

Gustav Bosch bei der

Stadterhebung:

„Ohne Zeiss und die

industrielle Entwicklung

vor Ort hätte es

eine Stadt Oberkochen

wohl nie gegeben.“

Bade- und

Saunaspaß

im Freizeitbad

Täglich geöffnet

außer Montag

Denken Sie an Weihnachten!

Gutscheine sind schon da!

Das Familienvergnügen

in OBERKOCHEN Tel. (0 73 64) 92 10 21

��������� �������

„Tradition, Frische &

Qualität aus der

Region“

Blick auf Oberkochen von der Rothalde über Bahnlinie, Bahnhof mit Güterschuppen.

Ein Blick auf das historische Kochen, ohne Stadtstatus. (Fotos: Heimatverein)

���� ������� ����� ����� ��� ������

��� ��� ������� ����������� ��� ����

���� ������ ����� ������� ��� ����������

�������� ������� ��� ��� ��� ��� �����

����������� ������� ������ ������ ���

��� ��� ������������� ���� ��������� ���

����� ��� ����������� ��������������

��� ���������� ��� ��� �������� �����

���� ������ ��� ����� �� ����� �������

��� �������������������� �������� ����

��� ������ ��� ��� ����� �������

���

������� �������

��������������

��������� ����� ������ ���� ���� �������� ���

������� � ������������ ����������������

Wirreparieren

alle Nähmaschinen

Heidenheimer Str.4

73447 Oberkochen

� 07364/66 67

www.dersteckbauer.de

Ingrid Leins

GmbH

Bestattungsunternehmen

73447 Oberkochen, Tel. (07362) 410278

73441 Bopfingen, Tel. (07362) 3031

73434 Aalen, Tel. (07361) 943477

www.leins-bopfingen.de

Wissen schenken.

Die Schwäbische Post im Abo.

Telefon 07361/5 94-2 50


675 JAHRE OBERKOCHEN Samstag, 4. Dezember 2010 7

Oberkochen ist von Wald umschlossen, was der Industriestadt einen hohen Naherholungswert verschafft. (Foto:ls)

Mit den Rechten des Königs

Seit 144 Jahren besteht die Realgenossenschaft –Buche dominiert den Waldbestand rund um die Industriestadt

Wenn die Stadt ihr Jubiläum feiert,

dann spielt auch die Waldgeschichte

eine bedeutende Rolle.

Und dabei ist die Realgenossenschaft

mit den Geschicken um den

Wald eng verbunden“, sagt Bruno

Balle, seit 46 Jahren Vorsitzender

der seit 144 Jahren bestehenden

Genossenschaft.

LOTHAR SCHELL

Oberkochen. Die Stadt Oberkochen ist

zu mehr als 70 Prozent bewaldet. 1700

Hektar der Gesamtgemarkungsfläche

von 2400 Hektar obliegen dem Wald und

904 Hektar der gesamten Markungsfläche

gehören der Realgenossenschaft.

„Die Stadt proklamiert zu Recht, Stadt

im Grünen zu sein“, betont Bruno Balle

als deren Vorsitzender.

Die Realgenossenschaft ist damit der

größte Waldbesitzer in Oberkochen, gefolgt

vom Staatswald (Land Baden-

Württemberg), dem Stadtwald mit einer

Fläche von 100 Hektar und ein kleinerer

Teil ist Privatwald. Auf Grund der Hanglagen

und der Bodenbonität ist Laubwald

–vornehmlich Buche –zu70bis 75

Prozent dominierend. Maximal 25 bis 30

Herbst/Winter 10/11

MALERWERKSTÄTTE

IHR MEISTER DES MALERHANDWERKS

•Gerüstbau •Fassadenrenovierung

•Vollwärmeschutz •Dekorativbeschichtung

•Betoninstandsetzung •Tapezierarbeiten

Peter Stiebritz

73447 Oberkochen

Brunnenhaldestr. 68

Prozent sind Nadelwald. ie Realgenossenschaft

besteht in der heutigen

Rechtsform seit 1866. Die seinerzeitigen

Bürger der Gemeinde bzw. die landwirtschaftlichen

Hofstellen hatten durch

Verhandlungen mit der Gemeinde einen

Konsens und eine Basis gefunden, wonach

durch Ausgleichszahlungen, also

durch die Zahlung von entsprechenden

Gulden der Realberechtigten an die Gemeinde,

eine rechtliche Festlegung zustande

kam.

„Seine Majestät der König“ hat die

Rechte festgeschrieben

Dieser rechtlichen Festlegung folgte

schließlich am 14. Dezember 1911 die

Bestätigung „durch seine Majestät des

Königs“. Realrechte wurden in der langen

Tradition der Genossenschaft immer

wieder weiter vererbt. Viele Familientraditionen

stecken dahinter. Die 93

ganzen Realrechte stammen aus der

Gründerzeit von 1866 und durch die satzungsmäßige

Teilung auf Viertelrechte

hat die Genossenschaft heute noch genau

150 Mitglieder.

„Diese Mitglieder stehen für die Genossenschaft

und sie stehen hinter ihr“, sagt

Tel.: 07364-969920

peter@maler-stiebritz.de

Handy: 01 73 -9343647

Vorsitzender Bruno Balle. Gemäß Satzung

können die Rechte im freien Markt

verkauft und gekauft werden, wobei der

Genossenschaft selbst in bestimmten

Fällen ein Vorkaufsrecht zusteht. Seit

1956 hat die Realgenossenschaft Verträge

mit der Staatsforstverwaltung des

Landes über Bewirtschaftung und Beförsterung,

wobei der Verwaltungsrat

der Realgenossenschaft alle wirtschaftlichen

und vermögenspolitischen Entscheidungen

zu treffen habe, betont Balle.

Der Holzvertrieb erfolgt durch den

Revierleiter in Abstimmung mit der Realverwaltung.

Eine starke Gemeinschaft

mit 150 Mitgliedern

In den ersten 70 bis 80 Jahren nach der

Gründung der Genossenschaft könne

man grundsätzlich von festen Familientraditionen

sprechen, weil die Rechte auf

dem Haus bzw. beim Hof bleiben sollten

und deshalb eine Vererbung von Generation

zu Generation an der Tagesordnung

war. In der Gegenwart tätigt die Realgenossenschaft

jährlich einen Umsatz

von rund 350 000 Euro, der in aller Regel

aus Verkäufen der Waldprodukte zu-

Polaris Pol Po P Po Pol oolaris

aris

��� ���� ����������� ����

Nan NNanosphere osphere osphe Red

Sorgen Sie für mehr Produktivität –durch

Präzisionswerkzeuge mit Hochleistungsbeschichtungen.

Als Werkzeugspezialist entwickelt LMT

eigene Beschichtungen, die auf eine Anwendung

zugeschnitten sind. Sie garantieren zum Beispiel

deutlich längere Standzeiten. Neueste Beispiele:

Die Beschichtung Polaris für das Gewindebohren

von Guss und die weltweit erste beschichtete

Gewinderolle Protec.

stande kommt.

War die Zuwendung an die Genossenschaftsmitglieder

bis zur Mitte des 20.

Jahrhunderts durch Naturalien, also

Brennholz erfolgt, so erhalten die Mitglieder

heute eine finanzielle Zuwendung

aus dem wirtschaftlichen Gewinn

am Ende des Wirtschaftsjahrs ausbezahlt.

„Es gibt immer wieder Aspekte, wo

Realgenossenschaft und Stadt Berührungspunkte

haben“, sagt Bruno Balle.

Sei es bei der Benützung von Wegen

oder bei notwendigen Investitionen der

Stadt. Immerhin können die Bürger der

Stadt einen voll erschlossenen und mit

über 50 Kilometer befestigten Wegen

versehenen Wald als Naherholungsgebiet

in Anspruch nehmen.

„Die Realgenossenschaft ist bestrebt,

eine optimal gestaltete Waldwirtschaft

zu betreiben, um diesen Realwald als ein

Stück Heimat den kommenden Generationen

weitergeben zu können“, betont

Bruno Balle. Eine Herausforderung für

die Genossenschaft in der Zukunft werde

sein, den nachwachsenden Rohstoff

Holz (Balle: „Waldwirtschaft bedeutet

Nachhaltigkeit“) möglichst aus wirtschaftlichen

Gründen der immer knapper

werdenden Energiegewinnung zuzuführen.

Protec

Als Multi-Spezialist bietet Ihnen die LMT

Werkzeuglösungen, die optimal auf Ihre

Anwendung zugeschnitten sind. Unsere

Experten sind genau auf Ihre Anwendung

spezialisiert. Sprechen wir darüber.

Mehr über unsere neuen Beschichtungen

erfahren Sie unter:

www.lmt-tools.com

Nanolock Nanoloc

GutNaaacht,

Stock!

Heimatverein-Anekdoten III

Beim „Mühlenfest am Nußbach“,

das der Heimatverein im September

2001 in der Aalener Straße

auf dem Grundstück Rose/Weber

abhielt, erzählte mir der damals

93-jährige Paul Gold, den man in

Oberkochen unter seinem Hausnamen

„Engländers Paul“ (dr jong

Engländers Paul) kennt, eine Geschichte

vom Nußbach.

Der Engländers Paul arbeitete früher

beim WIGO (Wilhelm Grupp

Oberkochen). In den 20er-Jahren

des letzten Jahrhunderts kamen einmal

sein Chef, der Herr Zeller mit

seinem Fahrer, dem Herrn Stock, im

Auto von einer Geschäftsfahrt von

Aalen herauf nach Oberkochen zurück.

Autos konnten sich damals in

Oberkochen nur die wenigen Industriellen,

die man „Fabrikanten“

nannte, leisten.

Das Auto war ein störrischer aber

zu dieser Zeit natürlich hochmoderner

Kasten. Die Räder hatten noch

Holzspeichen, sagte der Engländers

Paul. Aber man konnte damit schon

ganz schön schnell fahren, für damalige

Zeiten.

Nach der Linkskurve hinter der Kocherbrücke

bog das Fahrzeug mit einem

solch dynamischen Schwung

in die gerade Straße ein, die vollends

nach Oberkochen hineinführt, dass

der Fahrer Stock das Gerät nicht

mehr so richtig auf die gerade Strecke

brachte.

Die Folge war so, dass es aus der

Kurve heraus im Bogen weiter nach

links den „Roinen“ hinab Richtung

Nußbach schoss –und in denselben

hinein.

Ein Auto steht verteilt

auf zwei Gewanne

Der Chef Zeller sagte, als das Auto

von der Straße abhob und den Abhang

hinab bachwärts holperte,

furztrocken „Gut Naaacht, Stock“.

Alsbald blieb das Gefährt in einer

so außergewöhnlichen Position stecken,

dass es sich in Windeseile im

ganzen Ort herumsprach: Fronträder

und Motorblock befanden sich

jenseits vom Nußbach im Gewann

Schwörz, Hinterräder und Heck

diesseits im Gewann Nussbach. Unter

den Sitzen rauschten die Fluten

des gewaltigen Nußbachs.

Der Chef, der Fahrer und auch das

Automobil sollen den Ausflug, das

heißt in diesem Fall wohl eher „den

Flug ins Aus“, sowie den abrupten

Halt relativ gut überstanden haben,

wie es heißt. Dietrich Bantel

Nanosphere/Nanotherm

�����������

���� ��� ���������������������������


675 JAHRE OBERKOCHEN Samstag, 4. Dezember 2010 8

lnternationale Bedeutung dank LMT-Gruppe

Führender Hersteller von Präzisionswerkzeugen und Tablettiermaschinen LMT-Gruppe mit Firmenzentrale in Oberkochen

LMT steht für „Leading Metalworking

Technologies“. Die Zentrale

der LMT hat ihr Domizil in der Heidenheimer

Straße 84 in Oberkochen.

Dort hat die auch die LMT

Tool Systems GmbH, Vertriebsgesellschaft

der Gruppe, ihren Firmensitz.

LOTHAR SCHELL

Oberkochen. Die Stadt Oberkochen

hat nicht zuletzt durch die Bedeutung

ihrer Werkzeugindustrie internationale

Anerkennung gefunden. Der Blick in die

Industriegeschichte stellt dies nachhaltig

unter Beweis. Die LMT-Gruppe wurde

1993 als Teil des Leitz-Firmenverbunds

gegründet. Seit 2009 ist die Gruppe

eigenständig und besteht aus der

LMT Technology Group mit den Unternehmen

Belin, Fette, Kieninger und

Onsrud sowie der internationalen Vertriebsgesellschaft

LMT Tool Systems

und Fette Compacting, Weltmarktführer

für Tablettenpressen.

Die Zentrale der LMT ist in der Heidenheimer

Straße 84 in Oberkochen. Von

hier aus wird der internationale Vertrieb

des Unternehmens und der Allianzpartner

Boehlerit und Bilz gesteuert. In mehr

als 20 Werken, Niederlassungen und Servicestützpunkten

arbeiten rund 1700

Mitarbeiter. Sie sorgen dafür, dass die

LMT Gruppe in allen relevanten Märkten

weltweit vertreten ist und ihren Kunden

ein umfassendes Portfolio von

Werkzeugen, Schneidstoffen und

Dienstleistungen zur Verfügung stellt.

Hauptgesellschafterin der LMT GmbH &

Co. KG ist Regine Bengel.

Präzisionswerkzeuge

Moderne Hochleistungswerkzeuge

machen Fahrzeuge sicherer, Flugzeuge

leichter und Motoren effizienter. Die

maschinelle Bearbeitung von Materialien

wie hochfesten Stählen, Legierungen

aus Aluminium, Magnesium oder

Titan, Kunststoffen und Verbundmaterialien

stellt jedoch höchste Anforderun-

Die LMT –„Leading Metalworking Technologies“ hat ihren zentralen Firmensitz in Oberkochen. Nicht zuletzt durch die ortsansässige

Werkzeugindustrie hat die Stadt auch internationale Bedeutung bekommen.

gen an die Werkzeugtechnik. Die LMT-

Gruppe bündelt als Multi-Spezialist die

Kompetenzen technisch führender Hersteller

von Präzisionswerkzeugen. Mehr

als 50 Prozent aller Werkzeuge legt die

LMT dabei als Sonderwerkzeuge aus, die

exakt auf die Anforderungen der Anwen-

Die Firma Seeling blickt optimistisch in die Zukunft!

„Wir haben unsereMarktposition gestärkt und schauen nach der Finanz- und Wirtschaftskrise

optimistisch in die Zukunft“, betonen Inhaber Michael Seeling und der Qualitätsmanagement-Beauftragte

Alexander Wolf. Die Firma Präzisionsteile Seeling, CNC Dreh- und

Frästechnik, hat in der Aalener Straße 44/1 in Oberkochen (ehemaliges Wannenwetsch-

Gebäude) einen gültigen Mietvertrag bis ins Jahr 2013 und will sich anschließend ortsnah

niederlassen, um die Transportwege zu den Kunden möglichst gering zu halten.

Die Firma Seeling fertigt qualitativ hochwertige Dreh- und Frästeile für die Industrie

zu konkurrenzfähigen Preisen. Die gefertigten Teile finden Verwendung in den Branchen

Optik, Elektrotechnik, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Automobil sowie dem klassischen

Maschinenbau. Die Zeit während der Wirtschaftskrise hat man genutzt, um den Level

des Qualitätsmanagements weiter auszubauen. Die Zertifizierung nach ISO 9001 wird

noch in diesem Monat durch die DEKRA erfolgen.

Qualität oberste Maxime

„Qualität und Qualitätsmanagement ist die Maxime unserer Firmenphilosophie“, betonen

die Verantwortlichen. Kundenzufriedenheit steht an oberster Stelle und das Unternehmen

strebt solide und langfristige Geschäftsbeziehungen an. Der Maschinenpark umfasst

unter anderem acht CNC gesteuerte Fräsmaschinen, ganz aktuell ein Hermle-Fünfachsen-Bearbeitungscenter

sowie sechs Drehmaschinen. Ein wesentlicher Faktor zur Unternehmenssicherung

ist eine starke Marktstellung. Die Firma Seeling ist durch eine aktive

Verkaufs- und Investitionspolitik bestrebt, diese zu erhalten und weiter auszubauen.

Aalener Straße 44/1

73447 Oberkochen

Tel. 07364/957705-0

www.praezision-seeling.de

der zugeschnitten sind. Während sich

die Leistungsfähigkeit von Werkzeugen

durch neue Schneidwerkstoffe und optimierte

Schneidgeometrien nur noch minimal

steigern lässt, ermöglichen innovative

Hochleistungsbeschichtungen

echte Leistungssprünge. Voraussetzung

dafür ist die optimale Abstimmung von

Werkstoffen, Geometrien und Schichtstoffen

auf die jeweilige Anwendung.

Der Trend geht dabei zu Schichtsystemen,

die spezifisch auf die jeweilige Anwendung

zugeschnitten sind. Dadurch

gewinnen die Kompetenzen der LMT-

Werkzeughersteller an Bedeutung, denn

sie bündeln das Know-how, um

Schneidstoffe, Werkzeuggeometrien

und Beschichtungen optimal auf die zu

bearbeitenden Werkstücke, Materialien

und Bearbeitungsverfahren abzustimmen.

Tablettiermaschinen

Die LMT Tochtergesellschaft Fette

Compacting in Schwarzenbek stellt als

Marktführer Tablettenpressen für alle

Industriezweige her und ist besonders

auf hochqualifizierte Maschinen für die

pharmazeutische und chemische Industrie

spezialisiert. Das international und

technologisch führende Unternehmen

versteht sich als Systemanbieter, der

vom Pressstempel über die computergesteuerte

Tablettenpresse, bis zum Isolator

alle Geräte und Werkzeuge zur Tablettenherstellung

im eigenen Haus entwickelt

und produziert. Eine breite Auswahl

an speziell geprüften Peripheriegeräten

rundet das Produktangebot ab.

Um den tiefgreifenden Veränderungen

der Pharmaindustrie immer ein gutes

Stück voraus zu sein und die neuen

Märkte in Südamerika und Asien optimal

betreuen zu können, arbeiten bei

Fette Compacting täglich 80 Ingenieure

an der Entwicklung neuer Maschinen

und Technologien.

Durch das neue und innovative Herzstück

für Tablettenpressen, den Pmax

Rotor, können mit einer 3090i bis zu 1,3

Millionen Tabletten pro Stunde hergestellt

werden. Die Tablettenpressen von

Fette Compacting sind somit die leistungsfähigsten

Pressen der Welt. Während

die durchschnittliche OEE einer

Tablettenproduktion bei rund 30 Prozent

liegt, erreichen Kunden von Fette

Compacting in der Regel Werte von

deutlich über 60 Prozent.

Unternehmenssitz und Hauptproduktionsstandort

von Fette Compacting ist

Schwarzenbek bei Hamburg. Mit über

60 Jahren Erfahrung und neusten Technologien

steht das Unternehmen seinen

Kunden als kompetenter und innovativer

Partner zur Seite.

Historische Spurensuche

Wer kannte den Luftfahrexperten Dr. Alfred Hildebrandt?

Heimatforscher Dietrich Bantel,

dessen Nachforschungen zu verdanken

ist, dass das 675-jährige

Bestehen der Stadt Oberkochen

zwei Jahre früher ins Haus steht

und nun am 4. Dezember gefeiert

wird, ist schon wieder auf Spurensuche:

Diesmal geht es um den

Luftfahrtexperten Dr. Alfred Hildebrandt,

einem der ersten Wegbereiter

der deutschen Luftfahrt.

LOTHAR SCHELL

Oberkochen. Alexander Kauther aus

Berlin arbeite derzeit an einem Lebensbild

des am 26. Februar 1949 in Oberkochen

im Alter von 79 Jahren verstorbenen

vielseitigen Luftfahrtexperten Dr.

Alfred Hildebrandt, erzählt der Heimatforscher

Dietrich Bantel. Nach Auskunft

des evangelischen Pfarramts an Kauther

sei Hildebrandt in Oberkochen bestattet

worden, das Grab sei aufgelöst.

„Es kann vermutet werden, dass er irgendwann

in den späten dreißiger Jahren

bis zum Ende des zweiten Weltkriegs

im Oberkochener Rüstungsbetrieb Fritz

Leitz gearbeitet hat“, so Dietrich Bantel.

Dort wurden damals Flugzeugteile gefertigt.

Da der Rüstungsbetrieb Fritz

Leitz nach dem zweiten Weltkrieg aufgelöst

wurde, seien entsprechende Nachforschungen

aber schwierig, erklärt

„Didi“ Bantel. Man wisse, dass Dr. Hildebrandt

Oberstleutnant und zudem als

Journalist und Buchautor tätig war. Ferner

sei er Luftschifffahrtexperte und

Freiballonfahrer, so Heimatexperte Bantel.

Bantels Aufruf

Am 8. September 1909 war Hildebrandt,

berichtet Alexander Kauther, als

erster Passagier in Deutschland auf dem

zweiten Sitz des Wright-Flugzeugs in

fünf bis zehn Meter Höhe über dem Berliner

Flugplatz Tempelhof gekurvt. Dr.

Hildebrandt habe laut Kauther gute Beziehungen

zu den Gebrüder Wright ge-

Auch in Oberkochen hat Dr. Alfred HIldebrand

Spuren hinterlassen.

pflegt.„Es kann durchaus sein, dass mich

die Leser dieses Artikels ein Stück weiter

bringen“, sagt Bantel.

Dietrich Bantel sucht Leute, die sich an

Dr. Alfred Hildebrandt erinnern, der mit

knapp 70 Jahren nach Oberkochen gekommen

sein muss. Bantel hätte auch

gerne Auskunft darüber, wo Dr. Hildebrandt

in dem damaligen Dorf Oberkochen

gewohnt hat. Ferner gelte es zu bestätigen,

dass dieser bei der Firma Leitz

beschäftigt oder zumindest tätig gewesen

sei. Vielleicht könne sich auch jemand

an Frau Erna Hildebrandt oder an

andere Familienmitglieder erinnern, so

Bantel weiter. Unter Umständen gebe es

auch Fotos von Alfred Hildebrandt und

seiner Familie aus dessen Oberkochener

Zeit. Auskünfte nimmt der Ehrenvorsitzende

des Heimatvereins, Dietrich Bantel,

gerne telefonisch unter Tel.: (07364)

7377 entgegen.


675 JAHRE OBERKOCHEN Samstag, 4. Dezember 2010 9

Stahl in Tüten als Erfolgsgeschichte

Mit einem Zwei-Mann-Betrieb begann die Erfolgsgeschichte –Blick in die Historie der Firma Günther +Schramm

Einer der Vorzeigebetriebe Oberkochens

ist im Jubiläumsjahr die

Firma Günther +Schramm in der

Heidenheimer Straße 65. Als Pioniere

gelten die beiden „Firmenväter“

Erich Günther und Emil

Schramm, die vor 70 Jahren das

Unternehmen gegründet haben.

LOTHAR SCHELL

Oberkochen. Beginnen wir aktuell in

der Gegenwart. Günther +Schramm ist

heute der führende Systemdienstleister

in den Bereichen Beschaffung, Lagerung

und Anarbeitung von Metallen und Sonderwerkstoffen

im süddeutschen Raum

und in den angrenzenden europäischen

Staaten. „Aus einer Hand“ lautet die Philosophie

der Firma, die im klassischen

Stahlhandel tätig ist und darüber hinaus

Anarbeitungsleistungen bis hin zu montagefertigen

Bauteilen bietet.

Ferner wird eine sehr breit gefächerte

Produktpalette bevorratet. „Das breite

Leistungsspektrum und ein intensives

Qualitätsmanagement komplettiert

Günther +Schramm mittels einer serviceorientierten

Unternehmenskultur“,

betonen die Geschäftsführer Hubert Baier

(Kaufmännische Geschäftsleitung),

Bernd Seibold (Vertriebs- und Einkaufsleitung)

und Wolfgang Dörr (Leitung der

Anarbeitung) unisono.

Neben dem dichten Service- und Vertriebsnetz

bietet die Firma Günther +

Schramm einen quasi Just-in-time-Service.

Voll automatisierte Lagertechnik

der neuesten Generation gewährleistet

zudem in vielen Produktionsbereichen

einen 24 Stunden-Service.

Erich Günther (1899 bis 1970) und Emil

Schramm (1902 bis 1979) gründeten am

1. Januar 1930 die Firma Günther +

Schramm mit dem Firmenhintergrund

Blankmaterialbedarf.

In Personalunion agierten die beiden

Pioniere anfangs als Lagerarbeiter, Verwaltungsangestellte,Handlungsreisende

und Geschäftsführer in kompletter

Version. Die Geschichte der Metallexperten

startete bewegt und dies in einem

zeitlichen Spannungsfeld von weltweiter

Wirtschaftskrise, Krieg und Wiederauf-

Anekdoten IV:die Wirte

Kürzlich waren zahlreiche Oberkochener

zu Gast im „Lamm“ in Itzelberg.

Es war sauheiß und das Wasser

lief stundenlang. Des nicht weggeflossenen

Restes der Gesellschaft bemächtigten

sich lästige Geschwader

von aufsässigen Mucken, einen kleinen

gerade noch lebensfähigen

menschlichen Stumpen der Gäste

freundlich übrig lassend.

Der lustige Wirt servierte, eingestreut

in die Aufnahme der Bestellungen,

größere Mengen kleinerer Witzles, die

auch ihm offenbar ziemlich gut gefielen.

Als jemand aus unserer Runde „russische

Eier“ bestellte, konnte ich mir’s

nicht verkneifen, den Itzelberger

Lammwirt zu fragen, ob er wisse, wie

der Oberkochener Pflugwirt Fischer

Rudolf, Gott habe ihn seelig, zu „Russi-

schen Eiern“ gesagt habe? Nein, sagte

der Itzelberger Lammwirt, das wisse er

nicht, er wolle es aber gerne wissen.

Also erklärte ich ihm, dass der alte

Oberkochener Pflugwirt zu „Russischen

Eiern“ „Molotowgehänge“ gesagt

hat.

Nachdem der Lammwirt einen kleinen

Schaltprozess hinter sich gebracht

hatte –außerdem hatte er in dieser

kleinen Pause, wie man gleich sehen

wird, erfolgreich überlegt, mit welchem

Witzle er dem Oberkochener

Pflugwirtswitzle begegnen könne, antwortete

er: „Ja, s’isch halt nex, wenn

s’Soil kürzer isch wie d’Glogga“.

So blieben sich die beiden würzigen

Wirte von diesseits und jenseits der

Europäischen Wasserscheide nichts

schuldig. Eins zu eins.

Dietrich Bantel

Heute die Aalener Straße,einst Kirchgass

Ein Blick in die Hauptstraße Oberkochens: Die „Kirchgass“, die heutige Aalener

Straße, wie sie Mitte der 20er Jahre aussah. Links vorne der „Hirsch“, die älteste

Wirtschaft Oberkochens, dahinter die evangelische Kirche mit dem alten Dachreiter-Turm.

Rechts vorne, rechts vom Telefonmast, der „Ochsen“, rechts hinten, links

vom Telefonmast, das „Lamm“. (Text/Foto: Dietrich Bantel)

Was vor 70 Jahren begann, ist heute ein florierendes Unternehmen. (Foto: ls)

����� ���������� ���������� ��������

��� ������������ ��������

����� ��� �������������������� ���������� ���

�������������������� ��������������������

��� ������������������ ����������������

��� ��� �������������� ����������� ��� ���������

��������������� ��� ����������������������

��� ������������������� ������� ����������

���������� ��� ��� ����������� ��� ���������

����������� ����������� ��� ���������������������

��� ����� ��������� ���������� ����������� ������

������� ��� ��� �������������������������������

��� �������������� ������������� ��� ����� ���������

���� ������� ����� ����� �������� ��� ��������������

��� �� ���� ��� ������� ��� �� ���� ��� �������

���������� ����� ������� ��� �� Produktions-,

������������ ���

�� ���������� ��� ����������������������

bau zwischen 1930 und 1955. Bereits

wenige Jahre nach der Firmengründung

nahm Günther +

Schramm sein erstes Freiflächenlager

auf dem Oberkochener Bahnhofsgelände

in Betrieb und die ersten

Mitarbeiter wurden eingestellt.

Bis 1944 erreichte man einen damaligen

Rekordumsatz von 1,5 Millionen

Reichsmark, der Inventurbestand

belief sich auf 222 Tonnen

Blankstahl.

Durch den Zweiten Weltkrieg

brach die gesamte deutsche Industrieproduktion

zusammen. Auch

für Günther +Schramm bedeutete

dies einen Neuanfang. Nach einem

Lagerbrand wurde der gesamte

Stahlvorrat wertlos. Harte Arbeit

und der eiserne Fleiß aller Mitarbeiter

führten erneut zum Aufschwung

in den Nachkriegsjahren.

Bereits 1950 hatte die Firma einen

Teil des heutigen Unternehmensgrundstücks

in Oberkochen erworben

und man errichtete die erste

Blankstahlhalle. Zwei Jahre später

bezog man ein eigenes Bürogebäude.

Es folgten die Jahre der Expansion

zwischen 1956 und 1980 mit der

Erschließung des südwestdeutschen

Markts. Der Aufschwung beflügelte

die Binnennachfrage auch

auf dem Stahlmarkt. Das Automobil

feierte seinen Siegeszug, der Maschinenbau

boomte, und von dieser

Entwicklung profitierte vor allem

die Firma G+S.

Neue Wege wurden in den letzten

30 Jahren beschritten „vom klassischen

Stahlhändler zum Metall-

Servicepartner.“ 2003 erweiterte

der Stahlspezialist seine Produktpalette

um ein umfassendes Kunststoff-

und Aluminiumsortiment.

Das heutige Erfolgsrezept: Der Metall-Servicepartner

bietet seinen

Kunden einbaufertige Artikel und

Fixlängen einzeln verpackt – auf

Wunsch auch direkt bis an die Produktionsmaschine.

Da es sich dabei

oftmals um nur wenige Zentimeter

große Werkstücke handelt,

war der Name des Konzepts schnell

kreiert: „Stahl in Tüten.“

��� ������ ��� �������

��� ���������������� ���� ��� ���� ��� ��������

��������� ����� ��� ���� �������� �� ��� �������

��������� ����� ��� ���������� ���� ���

������ ������ ����� ������ ��������������� ���

�� ���������� ����� ������� ������� ���������

��� ���� ����� ����� ���� ��� ������ ��� ������

���������� ��� ������� ����� �������� ��� ���

������ ������������

����� ���� ���� ��

����������� �

����� ����������

�������

���� ��� ��� ����������

���������������

�������������


675 JAHRE OBERKOCHEN Samstag, 4. Dezember 2010 10

Vonder Werkstatt zur Hightech-Schmiede

Die Holzbearbeitung hat in Oberkochen eine Tradition seit dem 19. Jahrhundert, heute steht die Firma Leitz dafür

Dass die Stadt Oberkochen heute

ein wichtiges Zentrum der Branche

für Holzbearbeitungswerkzeuge

ist, hat seine Ursprünge bereits

Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals

gab es schon mehrere Bohrermacherbetriebe.

Der Bohrermacherbrunnen

in Oberkochens

Stadtmitte ist Symbol dafür.

Oberkochen. Einen solchen Betrieb

gründete auch Albert Leitz. Im Jahre

1876 eröffnete er eine Werkstatt für

Handbohrer und Hobelmesser. Bereits

zur Wende zum 20. Jahrhundert bot

Leitz seinen Kunden ein breites Spektrum

an Maschinenwerkzeugen für die

Holzbearbeitung an.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, mit dem

Aufkommen von Span- und Faserplatten,

Holzverbundwerkstoffen und

Kunststoff, erweiterte Leitz sein Produktprogramm

erheblich. Die Ingenieure

entwickelten innovative Werkzeugtypen

mit Hartmetallschneiden und fast über

Nacht wuchs das Leitz-Fertigungsprogramm

auf den doppelten Umfang an.

Parallel wurde der Weltmarkt durch lokale

Präsenz und entsprechende Investitionen

in den wichtigen Ländern erschlossen.

Unter der Führung von Dr. Dieter

Brucklacher begann Leitz ab 1988 in den

Markt für Metallbearbeitungswerkzeuge

vorzustoßen: Die Eingliederung der Firma

Wilhelm Fette war der Auftakt zu einem

Diversifikationsprozess, der 1993

zur Gründung der LMT-Gruppe als Teil

des Leitz-Firmenverbandes führte. Auf

der Basis dieser Strategie setzte dann

2009 die Realteilung von Leitz und der

LMT-Gruppe in zwei eigenständige Unternehmensgruppen

auf.

Heute besteht die Unternehmensgruppe

Brucklacher aus der Leitz-Gruppe,

dem Schneidstoff-Spezialisten Boehlerit

mit Stammsitz in Kapfenberg (Österreich)

und der Bilz Werkzeugfabrik in

Ostfildern. Die Unternehmensgruppe

beschäftigt 4500 Mitarbeiter, die einen

Jahresumsatz von über 400 Millionen

Euro erwirtschaften.

Vorsitzender der Geschäftsführung der

Leitz GmbH & Co. KG ist Dr. Dieter

Brucklacher, der von 2004 bis 2007 Präsident

des Verbandes Deutscher Maschinen-

und Anlagenbauer (VDMA) war.

Die Geschäftsleitung komplettieren Jürgen

Boll, Wilfried Gehart und Michael

Voss.

Leitz ist heute ein weltweit führender

Hersteller von maschinengetriebenen

Präzisionswerkzeugen und Werkzeugsystemen

für die Bearbeitung von Vollholz,

Holzwerkstoffen und Kunststoffmaterialien.

Zum Kundenkreis zählen

Industrieunternehmen und Handwerksbetriebe

aus dem Bereich der Möbel-,

Fenster-, Türen- und Fußbodenfertigung

und dem Innenausbau.

Als produzierender Dienstleister liefert

Leitz seine Produkte und Dienstleistungen

regelmäßig in über 150 Länder. Mit

14 Produktions- und 37 Vertriebs- und

Servicegesellschaften sowie einem weltumspannenden

Netz von rund 200 Servicestationen

mit angeschlossenen

Schnellfertigungen in der Nähe seiner

Kunden ist Leitz auf allen fünf Kontinenten

präsent.

„Ständiges Streben nach Fortschritt

und Bereitschaft zu permanenter Verän-

Wir suchen:

� Ein- und Zweifamilienhäuser

� Doppel- und Reihenhäuser

� Eigentumswohnungen

� Grundstücke

zur Vermittlung an unsere Kunden.

Wir verkaufen Ihre Immobilie –

seriös und marktgerecht!

Rufen Sie uns an und informieren

Sie sich unverbindlich!

Der Bohrermacherbrunnen mit der Leitz-Belegschaft um die Jahrhundertwende, ein Symbol der Holzbearbeitungsindustrie in der Stadt. (Fotos: Leitz)

derung und neuartige Lösungen haben

Leitz zum Technologieführer seiner

Branche werden lassen“, erklärt Dieter

Brucklacher. Bei Leitz gingen Innovationen

mit Umweltschutz und Ressourcenschonung

Hand in Hand, da die Entwicklung

von Werkzeugen und Produktionsverfahren

hierauf ausgerichtet sei.

So wurde die Firma in diesem Jahr

beim Wettbewerb beim „IWF Challengers

Award“ der Fachmesse „IWF“ in Atlanta/USA

ausgezeichnet.

Dabei arbeitet Leitz eng mit Forschungsinstituten

und Hochschulen zusammen.

So zählen die Universitäten

und Hochschulen in Wien, Dresden,

Stuttgart, Nanjing, Ljubljana und Rosenheim

zu den Partnern des Unternehmens.

Auch mit der Hochschule Aalen

besteht auf verschiedenen Gebieten eine

…und was können wir für Sie tun?

� Wir bieten Ihnen Mietwohnungen zufairen Konditionen

� Wir bauen Ihr neues Zuhause

� Wir übernehmen die Verwaltung Ihrer Eigentumswohnung

� Wir helfen Ihnen Ihre Wunschimmobilie zufinden

� Wir kümmern uns gerne umden Verkauf Ihrer Immobilie

� Wir erstellen den Energieausweis für Ihr Haus

� Wir ermitteln den Wert Ihrer Immobilie

(Verkehrswertgutachten)

intensive Zusammenarbeit. So wurde

mit anderen Unternehmen ein Stiftungslehrstuhl

Spanende Fertigungstechnik

in Leben gerufen.

Die Erfahrung in der Holzbearbeitung

aus 135 Jahren Firmengeschichte führten

in den 80er Jahren zur Erstauflage

des Leitz-Lexikons, das inzwischen zum

Standardwerk in der Holzbearbeitungsbranche

aufgestiegen ist. So wird es beispielsweise

in der Aus- und Weiterbildung

an Berufs- und Fachschulen als

Lehrwerk verwendet.

Das Unternehmen ist bis heute ein Familienbetrieb,

mittlerweile in der fünften

Generation. Stetiges Wachstum ist

zu verzeichnen. „Die Erfolgsgeschichte

von Leitz haben vor allem die traditionellen

Tugenden des Familienunternehmertums

ermöglicht“, so Brucklacher.

Die Kreisbau steht für

� Qualität

� Sicherheit

� Verlässlichkeit

Telefon: 07361 9772-0

www.kreisbau-aalen.de

��������������������

�����

������� ������������

73430 Aalen –Johann-Gottfried-Pahl-Straße 3

Tel. 07361-96 01 01 ·Fax 07361-96 13 35

73430 Aalen –Nördl. Stadtgraben 16

Tel. 07361-8 80 93 61 ·Fax 07361-96 13 35

73447 Oberkochen –Heidenheimer Straße 24

Tel. 07364-95 71 81 ·Fax 07364-95 71 82

Als Familienunternehmen ist Leitz in der

Region verwurzelt. Ausdruck dieses

Selbstverständnisses ist etwa ein langfristig

angelegtes Bildungsabkommen

mit der Stadt Oberkochen und ortsansässigen

Schulen sowie die hohe Ausbildungsquote

des Unternehmens. „Über

zehn Prozent der Leitz-Belegschaft besteht

aus Auszubildenden“, heißt es. Daneben

werden Betriebswirtschaftler und

Ingenieure im praktischen Teil ihres Studiums

ausgebildet.

Auch kulturell und sozial engagiert sich

das Unternehmen. Anfang der 90er-Jahre

gründete Leitz die „Jazz Lights“, ein in

Ostwürttemberg jährlich stattfindendes

Jazz-Festival. Brucklacher: „Damit fördert

Leitz eine Kunstrichtung, die öffentlich

kaum finanziell unterstützt wird, obwohl

sie international jugendverbin-

Der Stammsitz von Leitz in Oberkochen. Was mit einer Werkstatt begonnen hat, ist nun ein Hightechunternehmen.

Seiler Optik

Wir gratulieren zum 675. Geburtstag!

Seiler Optik, Heidenheimer Str.17, 73447 Oberkochen

dend und kreativitätsfördernd große Bedeutung

besitzt.“

Auch an anderen Standorten engagiert

sich Leitz. So unterstützt das Unternehmen

das Holzmuseum „Lignorama“ im

oberösterreichischen Riedau. Hier werden

Fachinformationen und alles Wissenswerte

über das Thema Holz, Biologie

und Umweltschutz sowie die Abhängigkeit

des Menschen von der Natur anschaulich

und spannend vermittelt.

In Mosambik, Äthiopien, Indien, Brasilien

und Indonesien setzt das Unternehmen

auf nachhaltige Aufbauarbeit durch

Bildung junger Menschen sowie durch

die Unterstützung sozialer Projekte. Dabei

stellt das Unternehmen klar: Der

Standort Oberkochen bleibt das Standbein.

So hat Leitz hier erst kürzlich eine

neue Immobilie erworben.

Die SchwäPo gratuliert Oberkochen

herzlich zum 675-jährigen Bestehen.

Sie machen was los –

wir machen es bekannt!

Rufen Sie uns einfach an.

Wirsagen Ihnen wie!

Ihr Anzeigenberater

Franz Wenzl

Telefon: (0 73 61) 594-2 28


675 JAHRE OBERKOCHEN Samstag, 4. Dezember 2010 11

Zwei Fußball-Urgesteine erinnernsich

Auch der Fußball hat eine bewegte Geschichte –Anton Gutheiß und Hans Fuchs im Gespräch mit der Schwäbischen Post

107 Jahre alt ist der TSV Oberkochen.

80 Jahre alt ist der Fußball

und der alte Haudegen Anton

(„Done“) Gutheiß, der mit seinen

83 Lenzen noch immer Mitglied

des Hauptausschusses im TSV

Oberkochen ist. Er und sein ehemaliger

Goalgetter Hans Fuchs haben

ein gutes Stück Fußballgeschichte

miterlebt, vom TV Oberkochen

über den FC Oberkochen

bis hin zum TSV Oberkochen.

LOTHAR SCHELL

Oberkochen. Bereits 1923 machten

sich einige junge Männer daran, beim

damaligen TV Oberkochen eine Fußballmannschaft

zu gründen. Nach verschiedenen

Versuchen auf provisorischen

Untergründen gelang es 1930, am südlichen

Dorfeingang ein für einen Sportplatz

passendes Gelände zu pachten und

einzuzäunen. Die Fußballabteilung wurde

offiziell mit Anschluss an den Landesverband

gegründet.

Während der Kriegswirren kam der

Spielbetrieb zum Erliegen. 1946 erfolgte

die Neubelebung. Der Sportplatz war allerdings

verschwunden und auf Vermittlung

der Stadt gelang es, ein Grundstück

in den Katzenbachwiesen zu pachten,

das heute noch als Bolzplatz in Betrieb

ist und nun im Winter zur Natureisbahn

mutiert.

1956 erfolgte ein einschneidender Eingriff

als es durch Unstimmigkeiten zwischen

dem TV Oberkochen und der Fußballabteilung

zur Gründung des FC

Oberkochen kam. Alle erspielten Rechte

wurden dem FCO zugesprochen und der

TV Oberkochen wurde zum Zwangsabstieg

in die unterste C-Klasse verurteilt.

„Die Ära FCO ist unvergessen“, sagt Anton

Gutheiß, der noch heute als Fußball-

Institution in Oberkochen gilt. Immer

noch schart er jedes Jahr die „FCO-Altvorderen“

beim Stadtfest um sich, um in

Erinnerungen zu schwelgen und Kameradschaften

zu pflegen.

Sieben Mark Spielprämie für den

Torjäger

Sportlich begann für den FCO 1959 die

erfolgreichste Zeit. Höhepunkt war der

Aufstieg in die zweite Amateurliga, die

von 1961 bis 1966 gehalten werden

konnte. „Es war jene Zeit als wir auch

dem VfR Aalen das Fürchten lehrten“,

sagt Hans Fuchs, der derzeitige Vorsitzende

des TSV Oberkochen, der unter

„Eisenfuß Gutheiß“ in der zweiten Amateurliga

kickte. „Der Fuchs war der erste

Spieler in Oberkochen, der Geld fürs Kicken

bekam“, schmunzelt Anton Gutheiß.

Sieben Mark pro Spiel seien das gewesen,

eine einmalige Geschichte für die

damalige Zeit. „Dafür habe ich aber auch

die Dinger reingemacht“, gibt Fuchs zurück,

dem „Done“ Gutheiß die Cleverness

eines ausgefuchsten Stürmers und

Torjägers bescheinigt.

Anton Gutheiß hat in Sachen Fußball

viel erlebt. „Der Sport hat mich jung gehalten“,

sagt Gutheiß. Er begann als Jugendspieler

beim TVO und spielte dort

als Aktiver von 1945 bis 1956 auf der Liberoposition.

1956 gehörte Gutheiß zu

den Gründungsmitgliedern des FC

Oberkochen und drei Jahre lang schnür-

Ein Trainerlehrgang mit Sepp Herberger (Mitte stehend mit weißem Mantel) und Anton Gutheiß (in der Mitte kniend vor Herberger)

hat den Weg zu einer erfolgreichen Trainerlaufbahn geebnet. (Fotos: privat)

te er selbst noch die Stiefel für den legendären

FCO.

Erfolgreiche Karriereals Fußball-Trainer:

„Viel gefeiert, nie gefeuert“

Kurz vor dem Aufstieg in die zweite

Amateurliga hängte er die Stiefel an den

Nagel und stieg ein in eine überaus erfolgreiche

Trainer-Karriere. „Er war ein

Fußball-Kenner und Taktiker aus dem

Effeff und ein harter Hund –als Spieler

wie als Trainer“, sagt Hans Fuchs.

Nicht nur in Oberkochen war Gutheiß

als Trainerfuchs geschätzt, auch in Dorfmerkingen,

Unterschneidheim, Westhausen,

Röhlingen und Ebnat. „Viel gefeiert,

nie gefeuert“, schaut der „Done“

nicht ohne Stolz zurück. Nach dem Zusammenschluss

des TV Oberkochen

und des FC Oberkochen zum TSV Oberkochen

animierte man Gutheiß als Rette.

In der Saison 1986/87 verhinderte er

den Abstieg aus der A-Klasse.

„Dones“ häusliches Sportstudio in der

Sperberstraße quillt fast über vor Fußballerinnerungen.

Ganz besonders stolz

Kreissparkasse Ostalb. Gut für die Region.

s Kreissparkasse

Ostalb

675 Jahre Oberkochen. Zu diesem besonderen Jubiläum gratulieren wir sehr herzlich und freuen

uns auch in Zukunft auf ein partnerschaftliches Miteinander zum Wohle der Menschen in der Region.

Kreissparkasse Ostalb. Gut für die Region. Gut für Oberkochen.

ist er auf jenes runde Leder, das die Autogramme

einstiger Fußballlegenden wie

Fritz Walter, Barufka, Morlock, Liebrich

oder Erhardt ziert.

1966 trat eine verstärkte AH-Auswahl

des FC Oberkochen gegen eine süddeutsche

Traditionself an –und Gutheiß war

der direkte Gegenspieler von Fritz Walter.

„Der Done machte dem großen Fritz

die Hölle heiß“, erinnert sich Hans

Fuchs.

Auch wenn mit dem derzeitigen Fußball

in Oberkochen kein großer Staat gemacht

werden kann, so besuchen

Vertrauen Sie

auf den Profi

Stahl –Aluminium –Edelstahl

Günther +Schramm GmbH ·Heidenheimer Straße 65

D-73447 Oberkochen ·Tel. 07364 24-0 ·info@gs-stahl.de

Spielbesprechung mit Trainer Kurt

Rathgeb in Bartholomä.

Anton Gutheiß und Max Fuchs heute. (Foto: ls) Der Aufstieg in die Amateurliga in der Saison 1960/61 wird gefeiert.

„Done“ Gutheiß und Hans Fuchs doch

fleißig die Spiele im Carl-Zeiss-Stadion.

Vereinstreue ist eben Vereinstreue. Das

gilt für den ehemaligen Erfolgscoach wie

für seinen Lieblingsschüler, dem er dereinst

die sieben Märker in die Tasche

steckte.

Wir sind Systemdienstleister in den

Bereichen Beschaffung, Lagerung und

Anarbeitung von Metallen und

Sonderwerkstoffen.

klassischer Stahlhandel

Anarbeitungsleistungen

breit gefächerte Produktpalette

Vollautomatisierte Lagertechnik

24 Stunden-Lieferservice

www.gs-stahl.de


675 JAHRE OBERKOCHEN Samstag, 4. Dezember 2010 12

Der letzte Hafner von Oberkochen

Einst Hafnerei-Hochburg, dann vom Plastik ausgelöscht: Hafner Kurt Elmer verkörpert Oberkochener Handwerksgeschichte

Wenn die Stadt Oberkochen im

kommenden Monat ihr 675-jähriges

Jubiläum feiert, dann hat in

der Handwerks- und Kulturgeschichte

auch die Hafnerei ihren

besonderen Stellenwert –und damit

auch der 77-jährige Kurt Elmer,

der letzte Hafner von Oberkochen.

Elmer berichtet von Oberkochen,

der einstigen Hochburg der Hafnerei.

Diese hat auch im Heimatmuseum

im Schillerhaus in Wort, Bild

und vielen Exponaten einen besonderen

Raum gefunden.

LOTHAR SCHELL

Oberkochen. Eine Hobbywerkstatt ist

noch übrig geblieben im Haus der Elmers

im Kapellenweg. Reminiszenz der

guten, alten Töpferzeit, die in den fünfziger

und sechziger Jahren schlagartig beendet

wurde als Plastikschüsseln die

Töpferware aus den Häusern verbannten.

Das Hafner-Handwerk war schon vor

300 Jahren in Oberkochen bekannt.

Auch in Aalen, Essingen und Ebnat soll

es viele Hafner gegeben haben. Als Anfang

des 20. Jahrhunderts in Oberkochen

der Handwerkerverein als Vorgänger des

heutigen Gewerbe- und Handelsvereins

gegründet wurde, gab es in Oberkochen

sage und schreibe 25 Töpfer. Einer davon

war Johannes Paul Elmer, der Großvater

von Kurt Elmer. Eine lange Familiengeschichte

in Sachen Hafnerei nahm

ihren Lauf.

Frühe Erfahrung

mit der Töpferkunst

Bis zu seinem Tod im Jahre 1941 war

Kurt Elmers Großvater in der Hafnerei

tätig und auch Vater Hans erlernte das

Hafnerhandwerk. Nach Zwischenstationen

in einer Kunsttöpferei in Villingen-

Schwenningen und in Ulm kehrte Hans

Elmer 1936 nach Oberkochen zurück.

Während der Kriegszeit lag die Töpferei

still. 1945 startete Hans Elmer den Neubeginn.

„Schon als 12-jähriger Bub habe ich

Ton gewalzt“, erinnert sich Kurt Elmer.

Zwei Gusswalzen sind gegeneinander

gelaufen, der Ton wurde mit einer Walze

von Hand getrieben. „Schon frühmorgens

vor der Schule habe ich dem Vater

geholfen –eine sehr harte Arbeit“, erinnert

sich Kurt Elmer, der 1948 beim Vater

Bringen Sie neue Farbe in Ihr Leben!

Komplettrenovierung

vom Spezialisten

Heidenheimer Str.2173447 Oberkochen Tel.: 07364-919288

Unsere Alternative

zum Schneepflug!

Winterreifen inklusive

Volkswagen Reifen Garantie.

Preis pro Reifen

165/70R14 81T Firestone Winterhawk 2 47,00 €

195/65R1591T Dunlop WinterSport 3D 69,00 €

205/55 R16 91H Bridgestone Blizzak LM-30 99,00 €

Damit IhrVolkswagen ein Volkswagen bleibt.

Volkswagen Service.

Ihr Volkswagen Partner

Oberkochen –Kapellenweg 9

Tel. (0 73 64) 96 14-0

Der letzte Hafner von Oberkochen: Kurt Elmer. Das kleine Bild rechts in Schwarz-

Weiß zeigt seinen Großvater Johannes Paul Elmer. (Fotos: ls)

die Lehre als Töpfer begann und die Ausbildung

1951 in Aalen mit der Gesellenprüfung

abschloss.

Die Hafnerei im Kapellenweg hatte

ihre dritte Station erreicht. Groß war die

Konkurrenz in Oberkochen, sagt Kurt Elmer.

Für die Händler, die oft von weit her

angereist waren, waren formschöne Gestaltung

und vor allem der Preis entscheidend

für den Absatz. Und weil das

moderne Plastik immer mehr in Vordergrund

trat, blieben in Oberkochen zu

dieser Zeit gerade noch zwei Hafner übrig.

„Wir hatten einen originären Familienbetrieb,

jede Hand war gefragt“, sagt

Kurt Elmer.

Kurts Schwester Irmgard Müller, die

heute in Königsbronn wohnt, sorgte für

grazile Verzierungen der Töpfe und Va-

KAUFMANN

WOHNEN & SCHLAFEN

Ausräumen

Tapezieren

Boden/Parkett verlegen

Gardinen montieren

Einräumen

-auch während Ihres Urlaubs

Stadt Oberkochen

Eugen-Bolz-Platz 1

73447 Oberkochen

sen. Als Vater Hans Elmer 1964 starb, war

offiziell mit der Töpferei Schluss. „Es gab

keine Kundschaft mehr, ich musste meine

Brötchen anderswo verdienen“, sagt

Kurt Elmer. Die Hafnerei übte er noch

bis 1997 als Hobby aus.

Bürgermeister Traub

Telefon (0 73 64) 27-1 00

peter.traub@oberkochen.de

www.oberkochen.de

Eigenständiger Raum für Hafnerei

im Heimatmuseum

Dann ging Kurt Elmer in die Industrie,

arbeitete sechs Jahre bei der Firma Leitz

und 24 Jahre bei Zeiss. „Ich habe zwei

verschiedene Berufsleben erlebt und ich

freue mich, dass das Hafnerhandwerk

Eingang gefunden hat in unser Heimatmuseum“,

schaut Kurt Elmer zurück.

1988 wurde das Heimatmuseum im

Kinder-und familienfreundliche Stadt

����������

Hier kann man gut leben und arbeiten:

• Photonik- und Wirtschaftsstandort mit zahlreichen qualifizierten Arbeitsplätzen

• Umfassende Kleinkind- und Kinderbetreuung mit Ganztagesbetreuung, Sprachförderung

und bilingualer Erziehung

• Entgeltfreies drittes Kindergartenjahr

• Moderne Schulen bis hin zu Werkrealschule und Gymnasium

• Viel Grün und Natur zum Erholen und Wohlfühlen

• Zahlreiche Sport- und Wintersportmöglichkeiten

Schillerhaus eingerichtet und die Hafnerei

erhielt einen eigenständigen Raum.

Natürlich ist Kurt Elmer auch Gründungsmitglied

des Heimatvereins und

war Ausschussmitglied bis 2010.

Heimatverbundenheit und Ehrenamt

sind Kurt Elmer auf den Leib geschrieben.

Seit 1973 ist er zudem Mitglied im

Albverein und zusammen mit seiner

Frau Heidi, die Leiterin der Frauengruppe

im Albverein ist, zieht es ihn immer

wieder auf den Hausberg.

Besuchen Sie die Hafnerei

Öffnungszeiten: Wer die Hafnerei im

Schillerhaus oder die vielen weiteren

Exponate der Lokalhistorie in Augenschein

nehmen will, kann dies jeweils

am ersten Sonntag im Monat von 10

Uhr bis 12 Uhr tun.

Kurt Elmer ist stolz auf seine handwerklichen Reminiszenzen.

www.schwaebische-post.de Telefon 07361/594-200

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine