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the jazz-only-jazz magazine - autumn 2008 issue

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das EDITORIAL

lieber leser, liebe leserin,

in losen abständen werden wir (das jazz-only-jazz.ch

team) hier portraits und produkte

rund um die jazz-musik präsentieren.

diese erste ausgabe ist dem grossartigen

john coltrane gewidmet. teilt uns eure meinung

(oder eventuell auch beiträge über

jazzmusiker oder konzerte) mit; wir freuen

uns darüber.

euer jazz-only-jazz team

p.s. : dieses magazin ist in PDF druckstandard vorbereitet.

die web-ausgabe hat denselbenAufl¨¨osung wie die

Print-version.

stefan glauser im wald

der REDAKTOR

(und layouter)

die BIOGRAPHIE

John Coltrane(1926-1967)

Der Saxofonist John William

“Trane” Coltrane wurde am

23.September 1926 in Hamlet,

North Carolina geboren.

Sein Vater John Robert

arbeitete als Schneider und spielte verschiedene

Instrumente zum eigenen

Vergnügen. Die Mutter Alice Blair stammte

aus einer streng gläubigen Methodistenfamilie.

Kurz nach Geburt des Sohnes zog die

Familie in die benachbarte Industriestadt

High Point, wo der Junge bis zu seinem

zwölften Lebensjahr eine überwiegend

glückliche

Kindheit genoss. Im Jahr 1939 jedoch

starben sein Vater, sein Großvater

und Onkel, sodass die Familie sich von

da an ohne männliche Ernährer durchbringen

musste.

Coltranes Mutter suchte sich verschiedene

Jobs, der Junge zog sich in sich

zurück und begann, sich ausgiebig der

Musik zu widmen. Er hatte 1938 angefangen,

Klarinette zu spielen, wechselte

aber unter dem Eindruck von Jazzstars

wie Lester Young, Coleman

Hawkins und Johnny Hodges zum

Altsaxofon. Nach dem High-School

Abschluss zog er 1943 nach Philadelphia,

studierte an der Ornstein School

Of Music, dem Granoff Studio, arbeitete

in einer Zuckerraffinerie und jammte

gelegentlich in verschiedenen Bars und

Kneipen.

Der Militärdienst verschlug Coltrane

nach Hawaii (1945/46), wo er mit einer

Navy Band erste Aufnahmen machte.

Daraufhin hielt er sich mit Jobs in Bands

von Joe Webb (1946), King Kolax, Big

Maybelle und Eddie Vinson (1948) über

Wasser. Während eines Engagements

im Orchester von Dizzy

Gillespie wechselte

er um 1949 zum Tenorsaxofon, hatte

aber noch nicht genügend stilistische Eigenständigkeit,

um als markanter Solist

aufzufallen. Er lernte weiterhin in den

Ensembles von Earl Bostic (1952), Gay

Crosse (1952), Johnny Hodges (1954),

arbeitete sich ehrgeizig nach oben,

musste aber aufgrund seiner Drogenabhängigkeit

künstlerische Rückschläge

einstecken, als er etwa 1954 aus dem

Hodges-Orchester geschmissen wird.

1955 wendete sich das Blatt durch zwei

wichtige Ereignisse. Coltrane heiratete

am 3.Oktober seine erste Frau Naima

(1955-66) und nur wenige Tage danach

the jazz-only-jazz magazine - autumn 2008 issue page 2 the jazz-only-jazz magazine - autumn 2008 issue page 3


engagierte ihn der bereits als Star des

Szene geltende Miles Davis

in dessen Quintett. Während des folgenden

Jahres entstanden Hardbop-

Aufnahmen wie “Miles” (1955) und die

legendären “Relaxin’ / Workin’ / Steamin’

/ Cookin’ With The Miles Davis Quintet”-

Sessions (1956).

Es war eine der besten

Bands dieser Ära und Coltrane

nützte die Gelegenheit, um mit

Möglichkeiten der Loslösung von den

bislang dominierenden funktionsharmonischen

Grundlagen zu experimentieren.

Die Forschung prägte für diese Phase

den missverständlichen Begriff “Sheets

Of Sound” (“Klangflächen”), wobei es

weniger um die Erstellung von Flächen

als um die Auflösung von Akkorden und

die Relativierung der bisherigen Linienbildungen

des Hardbops ging.

Die Musiker strebten danach, die

als einengend empfundenen

harmonischen Prinzipien des

Quintenzirkels hinter sich zu

lassen und Coltrane modifizierte seine

melodisch geprägte Technik durch

Terzsubstitutionen

und andere Verschiebungen (1958-60).

Gemeinsam mit Miles Davis und dem

Pianisten Bill Evans entdeckte er die so

genannte Modalität für sich, eine auf den

Kirchentonarten des Mittelalters basierenden

Technik der Skalenimprovisation,

die der wiederum zugunsten einer nahezu

freien Spielweise während seiner

letzten Schaffensjahre hinter sich ließ.

So entwickelte sich Coltrane innerhalb

nur eines Jahrzehnts vom ehrgeizigen

Newcomer zu

einem der bestbezahlten

Jazzkünstler überhaupt.

Den ersten Aufnahmen unter

eigenem Namen wie “First Trane” (1957)

folgte eine immens arbeitsintensive

Phase in zahlreichen Studiobands des

‘Prestige’-Umfeldes. Coltrane löste sich

1957 erfolgreich von seiner Drogensucht,

wurde mit Thelonious Monk im

“Five Spot” umjubelt,

kehrte 1958 zu Miles Davis zurück und

nahm 1959 nahezu zeitgleich die beiden

legendären, aber stilistisch komplett

verschiedenen Alben “Kind Of Blue” (mit

Davis) und “Giant Steps” auf. Auf “My

Favourite Things” entdeckte er 1960

das Sopransaxofon neu für den Jazz

und nach dem Auslaufen des Vertrages

für die Plattenfirma Atlantic formte sich

1961/2 das klassischen Quartett mit Mc-

Coy Tyner (p), Jimmy Garrison (b) und

Elvin Jones (dr) als idealen Arbeitsbasis

heraus, das Coltrane in seiner Suche

nach neuen Ausdrucksformen unterstütze.

Mit der im Dezember 1964 aufgenommenen

Hymne “A Love Supreme”

machte Coltrane seine tiefe, religiös

geprägte Spiritualität, öffentlich und Alben

wie “Ascension” führten ihn im folgenden

Jahr schließlich zum freien Spiel.

Als er sich immer deutlicher

der kompletten

Auflösung der Form zuwandte,

veränderte sich

auch sein musikalisches

Umfeld. In der letzten Lebensphase

war er neben Garrison mit

seiner zweiten Frau Alice Coltrane

(p), Rashied Ali (dr) und Phaorah

Sanders (sax) auf der Bühne zu

erleben, späte Werke wie “Expression”

oder das Schlagzeug-Duo

“Interstellar Space” (beide 1967)

präsentierten ihn als introvertierten

Hermetiker mit Hang zur spirituellen

großen Geste. Am 17.Juli 1967 starb

John Coltrane an Leberversagen.

Sein markanter, harter und zugleich

flexibler Ton, die ekstatische Solistik

und Hinwendung zu Einflüssen

jenseits der afroamerikanischen Stiltradition

hinterließen ebenso wie die

Entdeckung des Sopransaxofons als

Ergänzung des Tenors viele Impulse

für die Klangentwicklung des modernen

Jazz.

“THE TRANe”

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* 1946 et 1954 : First Giant Steps - RLR Records

* 1951 : Trane’s First Ride - LP Oberon

* 1956 : Tenor Conclave - OJC

* 1957 : Dakar - OJC

* 1957 : Coltrane - OJC

* 1957 : Cattin’ with Coltrane and Quinichette - OJC

* 1957 : Wheelin’ and Dealin’ - OJC

* 1957 : Blue Train - Blue Note

* 1957 : Traneing In - OJC

* 1957 : Plays the Blues - OJC

* 1957 : The Believer - OJC

* 1957 : Lush Life - OJC

* 1957 : The Last Trane - OJC

* 1958 : Soultrane - OJC

* 1958 : Settin’ the Pace - OJC

* 1958 : Black Pearls - OJC

* 1958 : The Standard Coltrane - OJC

* 1958 : Bahia - OJC

* 1958 : The Stardust Session - Prestige

* 1958 : Coltrane Time - Blue Note

* 1959 : Giant Steps - Atlantic

* 1960 : Coltrane Jazz - Atlantic

* 1960 : The Avant-Garde avec Don Cherry - Atlantic

* 1960 : My Favorite Thing - Atlantic

* 1960 : Coltrane Plays the Blues - Atlantic

* 1960 : Coltrane’s Sound - Atlantic

* 1961 : Olé Coltrane - Atlantic

* 1961 : The Complete 1961 Village Vanguard Recordings

* 1961 : Live at the Village Vanguard: the Master Takes

* 1961 : The Complete Africa/Brass Sessions - Impulse!

JOHN COLTRANE die DISCOGRAFIE

* 1961 : The Complete Copenhagen Concert

* 1962 : Coltrane - Impulse!

* 1962 : Ballads - Impulse!

* 1962 : Bye Bye Blackbird - Pablo

* 1963 : John Coltrane and Johnny Hartman - Impulse!

* 1963 : Live at Birdland - Impulse!

* 1963 : Newport ‘63 - Impulse!

* 1963 : Afro Blue Impressions - Impulse!

* 1964 : Crescent - Impulse!

* 1964 : A Love Supreme - Impulse!

* 1965 : The John Coltrane Quartet Plays - Impulse!

* 1965 : Dear Old Stockholm - Impulse!

* 1965 : Transition - Impulse!

* 1965 : Living Space - Impulse!

* 1965 : Ascension - Impulse!

* 1965 : New Thing at Newport - Impulse!

* 1965 : Sun Ship - Impulse!

* 1965 : First Meditations - Impulse!

* 1965 : Live in Seattle - Impulse!

* 1965 : Om - Impulse!

* 1965 : Kulu Sé Mama - Impulse!

* 1965 : Meditations - Impulse!

* 1966 : Live at the Village Vanguard Again! - Impulse!

* 1966 : Live in Japan - Impulse!

* 1967 : Interstellar Space - Impulse!

* 1967 : Expression - Impulse!

* 1967 : Stellar Regions - Impulse!

* 1967 : The Olatunji Concert - Impulse!

available coltrane and impulse t-shirts :

the jazz-only-jazz magazine - autumn 2008 issue page 6 the jazz-only-jazz magazine - autumn 2008 issue page 7


La maison de John

Coltrane sur North

Thirty-Third Street

à Philadelphia.

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HN COLTRANE’s MEISTERWERK

PLATTENKRITIK - von JO

entstandeneAufnahme

der vierteiligen

Suite ‘A Love Supreme’

Coltranes wichtigstes auf Platte

dokumentiertes Werk”, meinten

Gert Filtgen und Michael Außenbauer

in ihrer beim Oreos-Verlag

erschienenen, aber längst vergriffenen

Coltrane-Biographie. “Coltrane

legt hier erstmals öffentlich

seine tiefe Religiosität

dar, welche die

Grund-

“A

Love Supreme”

ist laut dem

amerikanischen Kritiker John Ballon “vielleicht

das vollkommenste Kunstwerk, das

Gott gewidmet wurde, seit Michelangelos

Gestaltung der Sixtinischen Kapelle”.

Aber selbst wenn man der Meinung

ist, daß dieser Vergleich doch ein

bißchen zu gewagt sei, kommt

man nicht umhin zu konstatieren,

daß “A

Love

Supreme”

ganz zweifellos

eines der großartigsten

Jazzalben aller

Zeiten ist. “Nach Ansicht

fast aller Kritiker

ist die 1964

lage

seiner

Existenz und seines

Schaffens als Musiker

bildet.” Das 1965

erstveröffentlichte

Meisterwerk des

einflußre-

ichsten

Tenorsaxophonisten des modernen Jazz hat

bis heute nichts von seiner Magie verloren. Und um diesem Zauber

zu erliegen, muß man noch nicht einmal religiöse Anwandlungen

haben.

stimmen und kommentare

zu John Coltrane :

marianne gerber, 67, zürich

elliott denervaud, 33, payerne

annette lieuwen, 37, biel

daphnea agaroli & lisa simpseler,

(21 und 18) beide aus zürich

Josef Cadusch, 43, chur

“john coltranes’s saxophon hat mich immer verführt. in den

60 jahren war ich als studentin ein grosser fan. wir gingen

oft ins kongresshaus. ich habe mich übrigens dort verliebt,

weiss aber nicht mehr welche musik gerade lief...”

“ich stehe eigentich eher auf hard-rock und punk; die neue

AC/DC “black ice” ist echt “trop la classe”. letzte woche

habe ich aber in der Nacht die filmmusic “ascenseur pour

l’échafaud” von Miles Davis rauf und runter gehört... sehr

langsamer Jazz...” ich glaube dass Coltrane viel schneller

Jazz spielte, glaube aber er war auch cool und richtig

drauf...”

“ich habe zwar keine mühe mit dem alten jazz, höre aber

eher afrikanische musik...”. im früheren leben war ich

wahrscheinlich auch eine afrikanerin..

“john coltrane ?!? ist das ein schauspieler ?

- ja der hat doch der böse schwarze in “the fast and the furious

gespielt oder ... nein?”

- aha, das war ein jazzmusiker...

- jazz ist doch so ne altmodische musik... nicht einmal meine

eltern hören sowas...

- meine aber schon...

“ich spiele auch saxophon und weiss wie schwer dieses

instrument zu spielen ist. coltrane ist für mich der grösste

meister.”

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