Konstruktive Kunst aus Ungarn Tibor Gáyor István Haász István ...

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Konstruktive Kunst aus Ungarn Tibor Gáyor István Haász István ...

3207_galj_bro_ung_v7.qxd:Layout 1 06.10.2008 11:53 Uhr Seite 10

István Haász

1946 geboren in Gönc / Ungarn

1964-68 Studium an der

Pädagogischen Hochschule in Eger

1975-79 Studium an der Akademie

für Bildende Kunst in Budapest

seit 1988 Dozent an der

Moholy-Nagy Universität für

Angewandte Kunst in Budapest

seit 1989 Mitglied der Alten

Künstlerkolonie in Szentendre

1990 Preis der Biennale Malych

Form Malarskich, Torun, Polen

1991 Stipendium der Pollock-

Krasner Foundation, New York

1992 DAAD-Stipendium,

Atelierhaus Worpswede

1994 Goldenes Verdienstkreuz

der Republik Ungarn

1994 Villa Waldberta Stipendium,

München-Feldafing

1996 Stipendium der Pollock-

Krasner Foundation, New York

1997 Preis der III. Pastell Biennale,

Esztergom, Ungarn

1999 Stipendium der Ungarischen

Akademie Rom

2002 Munkácsy-Preis

2004 Stipendium der Stadt

Frankfurt am Main

2005 Gastdozent der International

Academy of Arts, Bremen-Vallauris

Lebt und arbeitet in Budapest

Die Geometrie hilft mir als Formensprache, die

Welt zu deuten und die innere Gesetzmäßigkeit

der Dinge aufzudecken. Mich interessieren die

Axiome, die während des Arbeitsprozesses die

Möglichkeit und die Richtung der Materialisie-

rung bestimmen.

Die Sensibilität der Darstellung, die richtige Aus-

wahl der malerischen Mittel ist eben wegen der

geometrischen Ausdrucksweise von ausgespro-

chen großer Bedeutung. Letztlich gelangt das

Bild dadurch zum Einklang, gewinnt so an Stärke.

Bei den Kohlezeichnungen und den Pastellen

halte ich es für wesentlich, dass ich das Zusammen-

wirken der geometrischen Formen mit maleri-

schen Mitteln zum Ausdruck bringe; auch bei der

kalkulierten geometrischen Komposition ist mir

die Lebendigkeit des Materials, der Farbe wichtig.

Die Schönheit der Transparenz, die Harmonie

der Farbschichten mit den formalen Elementen

und etliche weitere Details machen die Bildfläche

lebendig und werden dadurch für den Betrachter

erlebbar. Das Unendliche kann ich so mit dem

Augenblicklichen verbinden und das ewig gesetz-

mäßige persönlich gestalten.

Ich habe für mich das Trapez und das Parallelo-

gramm entdeckt und konstruiere am häufigsten

aus diesen Formen. Sie tauchen in fast allen

meinen Arbeiten auf. Mich beschäftigt stark die

Proportion und wie man einzelne kompositori-

sche Elemente zueinander ordnen kann, ohne

dass die Spannung zwischen ihnen das Bild zer-

stört. Ich erstelle ein spezifisches System, das

das Bild nach seinen inneren Regeln ordnet und

deutet. Im Allgemeinen vertragen meine Arbeiten

proportionale Veränderungen gut. Ich arbeite

systematisch mit Maßstäben, die nicht empfind-

lich auf Änderungen der Formate reagieren und

in jeder Größe dieselben Stärken und Schwächen

haben. Deshalb benutze ich häufig das Quadrat.

Ich denke, die geometrische Formulierung ist nur

dann glaubwürdig, wenn sie über ein autonomes

Proportions- und Maßstabssystem verfügt.

In meinen Arbeiten beschäftigen mich eindeutig

die Oberflächen, die Räumlichkeit, die aus der

Beziehung der Flächen zueinander entsteht, die

Darstellung des Raumes anhand eines ausgewo-

genen Verhältnisses von kompositorischen und

malerischen Mitteln zu einander. Z.B. denke ich,

dass ein Fokussieren auf die Relation von Vorder-

grund und Hintergrund eine Zuordnung von

reduzierten formalen Elementen nicht zur Genüge

ausdrücken kann. Durch Farben steigern sich

meine Ausdrucksmöglichkeiten, und ein wahrer

Fortschritt ist die Integration der Licht-Schatten

Wirkung. Innerhalb der Grenzen der Fläche

besteht für mich die Möglichkeit einer Fortbewe-

gung des Raumes aus dem Realen in eine trans -

zendentale Richtung.

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