Konstruktive Kunst aus Ungarn Tibor Gáyor István Haász István ...

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Konstruktive Kunst aus Ungarn Tibor Gáyor István Haász István ...

3207_galj_bro_ung_v7.qxd:Layout 1 06.10.2008 11:53 Uhr Seite 8

Tibor Gáyor

1929 geboren in

Rákospalota, Ungarn

1951 Architekturdiplom an der

Technischen Universität, Budapest

1956 Emigration

wissenschafticher Assistent am

Institut für Baukunst der TU Wien

1964 Erste Ausstellung mit

lavierten Tuschstrukturen

1965 Entwicklung des WIENER

BAUKASTEN, modulare

Kinderspielplatzeinrichtungen

1970 Konzeptkunst mit

Dóra Maurer SUMUS Systema tische

Tektonik, seriale Faltungen

AMPHIGRAMME, d.h. zweiseitige,

gefaltete Objekte, Grafiken.

Postalische Kooperation mit

François Morellet

1985 Abschluss der Systematik –

gefaltete Schwebebilder

1989 Rückkehr nach Ungarn

2004 Farbige Raumgitter,

(DE)CONSTRUTIONES

2006 Gründung der »Open

Stuctures Art Society«, Budapest

mit Maurer, Molnar, Konok, Hetey,

Nádler, Harasztÿ, Nem’s

2007 Mitglied der Széchenyi

Akademie der Künste, Budapest

Das Phänomen Faltung charakterisiert meine

Arbeit seit den späten 1960ern bis heute. Mit

einem Stück flexiblem Material wie der weiß-

grundierten Malleinwand in der Hand, fühlt man

sich spontan aufgefordert auch die Kehrseite zu

betrachten, anzutasten, mit der Vorderseite zu

vergleichen, sogar eine Biegung, durch An -

drücken, in eine scharfe Kante zu verwandeln.

Solch ein gestalterisches Umgehen mit dem

traditionell für künstlerische Zwecke gebrauchten

Material erschien mir von Anfang an als natür-

lich, im Gegensatz zu dem konventionellen

Bemalen der Fläche, horribile dictu noch die

Illusion einer fremden Realität darauf zu werkeln.

Das Falten (Brechen) ist die primäre qualitative

Veränderung der blanken, planen Fläche. Es

ergreift auch das Zeitliche, indem der Moment

erschlossen wird, wo das Zweidimensionale in

Dreidimensionales übergeht. Werden die aus der

Basisfläche herausgehobenen Flächenteile in ihrer

Drehbewegung zwischen 0 und 180 Grad

im Raum gestoppt, entsteht ein Relief, – bei bei-

derseitigen Ausfaltungen eines in sich steifen

Materials, z.B. Stahlblech, sogar eine Rundplastik.

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