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Projet_Notre Vision DE 10/01/06 11:31 Page 199

Unsere Wege kreuzen sich

KROATIEN UND EUROPA IM JAHRE 2020

Abschließend möchte ich mich noch zu den Aufgaben äußern, die Kroatien

zu lösen hat, da sie meiner Meinung nach denen vergleichbar sind, vor denen auch

die EU steht. Die kurze Zeit, in der Kroatien jetzt unabhängig ist, hat uns vor

viele Herausforderungen gestellt. Möglicherweise ist das Schlimmste geschafft, doch

mit ruhigen Zeiten ist nicht so bald zu rechnen. Ich bin weder verantwortungslos

noch gefühllos, wenn ich sage, dass ich darüber nicht verzweifelt bin, denn

ich sehe den Weg meines Landes als unaufhörliche Verbesserung und

Vervollkommnung. Deshalb sind wir optimistisch, wenn unser administratives

und demokratisches System durch die Aussicht auf eine EU-Mitgliedschaft jetzt

vor der Herausforderung steht, in Bezug auf Effektivität, Transparenz, Demokratie

und Staatsführung im Allgemeinen immer besser zu werden.

Wenn sich heute die Mehrzahl der kroatischen Bevölkerung für die

Weiterführung dieser verschiedenen Projekte ausspricht, so beweist das den

guten Willen und die Beharrlichkeit unserer Bürger. Wir wollen voll und ganz zur

europäischen Familie gehören, das europäische Modell und die Normen akzeptieren,

die die Politik regulieren und leiten, sowohl die „hohe Politik“ als auch die

„Politik im Kleinen“. Es gibt allen Grund zu der Annahme, dass die Standhaftigkeit

des europäischen Integrationsprojekts und sein Erfolg seine Machbarkeit auch in

Zukunft unter Beweis stellen. Dennoch verschließen wir nicht die Augen vor

den Problemen der Union und den noch offenen Fragen, und wir hegen nicht

die Illusion, dass dieser Weg zu Ende ist, wenn wir erst in der Europäischen

Union sind.

Wenn die Europäische Union – wie auch Kroatien – auch weiterhin

Herausforderungen gern annimmt, braucht man sich keine Sorgen über Europas

Zukunft im Jahre 2020 und darüber hinaus zu machen. Das Rezept für den

Wandel ist klar und eindeutig: Man muss die eigenen Schwächen kennen und

bereit sein, daran zu arbeiten. Vor allem darf man nicht vergessen, dass das

Projekt „Europäische Integration“ genau das ist, was es bedeutet: ein Projekt.

Damit hat es weder ein vereinbartes Endziel noch einen vorgeschriebenen Weg,

den man gehen muss. Um ihre Bedeutung und ihren Mehrwert zu bewahren, muss

die Union offen und flexibel bleiben. In diesem Zusammenhang scheint es mir

angebracht, an die Worte des Willkommens zu erinnern, mit denen die EU in

der Vergangenheit oft die unter uns begrüßt hat, die noch draußen stehen, sozusagen

an der Türschwelle. Diese Worte bieten Stoff zum Nachdenken für die

Europäische Union selbst. Sie lauten in etwa: Wir freuen uns, dass sich unsere Wege

kreuzen, denn auch Sie haben ein großes Potenzial.

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April 2005

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