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Projet_Notre Vision DE 10/01/06 11:31 Page 231

EIN PROSPERIERENDES UND SICHERES EUROPA IM JAHR 2020

vor allem das administrative Umfeld in vielen Ländern der Europäischen Union,

anders als in den Vereinigten Staaten, dem freien Unternehmertum nicht eben

zugetan ist. Die Probleme, mit denen vor allem kleine und mittlere Unternehmer

bei der Errichtung von Handelsgesellschaften zu kämpfen haben, könnten sie

noch vor der Gründung ihrer Gesellschaft von diesem Vorhaben abhalten. Die

Bürokratie macht den europäischen Unternehmern auch im Zuge ihrer weiteren

Tätigkeit zu schaffen. Gerade bei der Herbeiführung geeigneter

Voraussetzungen für die Unternehmen besteht viel Spielraum, in den sich die

Mitgliedstaaten wie die ganze Union einbringen könnten. Dies gilt auch für die

Förder- und Zuschussprogramme. Ihre Konditionen sind häufig sehr unklar spezifiziert,

und die Gewährung von Zuschüssen aus EU-Fonds hängt oftmals nicht

von der Qualität eines Projektes als vielmehr vom Papierverbrauch ab, wozu

kleine oder mittlere Unternehmer bzw. Menschen mit guten Ideen weder Zeit noch

Lust und Ausdauer haben.

Europa hat somit in nächster Zeit im wirtschaftspolitischen Bereich zwei

Möglichkeiten. Wenn es an seiner derzeitigen Politik und der Kritik an den neuen

Mitgliedstaaten festhält und auch weiterhin verstärkte Investitionen in Wissenschaft

und Forschung unterlässt, jedoch eine einheitliche gesamteuropäische Besteuerung

einführt, dürfte es zu einer hochgradigen Umverteilung und progressiven

Versteuerung kommen und keiner sich an eine Reform des Sozialsystems und des

Arbeitsrechts heranwagen. Auf diese Weise wäre Europa im Jahr 2020 nicht nur

gegenüber den USA nicht wettbewerbsfähig, sondern auch gegenüber beispielsweise

dem in rascher Entwicklung begriffenen Asien. Die EU kann jedoch auch

einen anderen Weg gehen – den Weg wirtschaftlicher und sozialer Reformen,

der Entwicklung und Förderung von Bildung und Wissenschaft sowie der

Minimierung von Bürokratie und Unternehmensrichtlinien. Für kein Mitgliedsland

wären dann 2020 niedrige Steuern und billige Arbeitskräfte noch ein Anreiz, sondern

vielmehr die Wertschöpfung, nämlich die angebotene Technologie, Effizienz,

und Qualität, das Leistungsvermögen, und so könnte man auch mit den Vereinigten

Staaten in Wettbewerb treten. Man wäre in der Lage, etwas anzubieten, womit die

asiatischen und anderen Länder nicht aufwarten können. Ich bin froh, dass ich

im Europäischen Parlament ein Land vertrete, das sich für diese zweite Möglichkeit

entschieden hat. Nun kommt es darauf an, dass die gesamte Europäische Union

mit uns diesen Weg geht.

Ich habe bisher betont, dass Wettbewerb in der Wirtschaft unabdingbar ist. Die

Konkurrenz zwischen Firmen führt dazu, dass den Verbrauchern möglichst billig

Waren und Dienstleistungen in möglichst hoher Qualität angeboten werden.

Der Wettbewerb zwischen den Steuer- und Sozialsystemen der Staaten führt

dazu, dass diese ein bestmögliches Umfeld für die Unternehmen und mithin für

Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze erzeugen, was letztlich wiederum

den Bürgern der Europäischen Union nur zum Vorteil gereichen kann. In diesen

Bereichen ist Wettbewerb nützlich und durch nichts zu ersetzen.

Wirtschaftswachstum und Entwicklung sind jedoch nur in einem sicheren

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