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Projet_Notre Vision DE 10/01/06 11:31 Page 37

UNSERE VISION VON EUROPA

wie die Union 2010 aussehen soll. Mit unserem kombinierten Ansatz wollen wir ein

stärkeres Wachstum fördern und neue Arbeitsplätze schaffen, aber die sozialen

Grundlagen des europäischen Wirtschaftsmodells erhalten. Daher baut dieser Ansatz

auf die zusammenhängenden und sich gegenseitig verstärkenden Ziele des

Wohlstands, der Solidarität und der Sicherheit auf.

Wohlstand: Bereits im Jahr 2000 griffen wir in der Lissabonner Strategie mit

großer Hoffnung und viel Ehrgeiz die Herausforderung auf, die das Thema

„Wohlstand“ mit sich bringt, und versprachen, die EU bis zum nächsten Jahrzehnt

zum wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum zu machen. Das Ergebnis dieser Initiative

sollte nicht unterschätzt werden: In den meisten Mitgliedstaaten sind Reformen in

die Wege geleitet worden, einige Märkte wurden weiter liberalisiert, während die

Erweiterung dazu beigetragen hat, neue Möglichkeiten für Investoren zu schaffen.

Diese Bemühungen haben sich jedoch nicht als Wendepunkt erwiesen. Ein neues

Konzept für Wachstum sollte auf einem gesunden makroökonomischen Umfeld, einer

stabilen Währung, mehr Unternehmertum und einer besseren Regulierung aufbauen.

Zu diesem Zweck benötigen wir für die Lissabonner Strategie einen unverbrauchten

Neustart sowie einen erheblichen Einsatz, um ihre überfrachtete Agenda

zu verkleinern und für eine sachgerechte Koordinierung zu sorgen. Erstens sollten

Ziele einer rigorosen Neuausrichtung von Prioritäten folgen, so dass der Weg für

neues Wachstum und neue Arbeitsplätze frei ist. Zweitens sollten die Mitgliedstaaten

die wichtigsten Befürworter dieser Strategie werden und sich bemühen, die breite

Öffentlichkeit über diese Herausforderungen zu informieren. Die Lissabon-Strategie

sollte zu einem wesentlichen Bestandteil der politischen Debatte auf einzelstaatlicher

Ebene werden. Drittens und letztens sollte ein vereinfachtes, klareres

Berichtswesen vorgesehen werden, um den Prozess verständlicher zu gestalten.

Wenn man diese weiter gefassten Ziele vor Augen hat, so können die Bedenken

wegen der angeblich Starrheit des Stabilitäts- und Wachstumspakts nicht isoliert

angegangen werden, sondern müssen in eine kohärente Strategie zur Erneuerung

der Lissabonner Strategie eingebettet sein. Es gibt zahlreiche, gut begründete

Forderungen nach Reformen, jedoch nur im Zusammenhang mit unseren langfristigen

Zielen kann ein dauerhaftes Engagement zugunsten bedeutender wirtschaftlicher

Reformen garantiert werden. In den Schlüsselsektoren sollten Forschung und

Innovation gefördert werden. Die Wirtschaft von Heute braucht kostspielige, langfristige

Investitionen, die Europa tätigen muss. Unsere Konzentration auf Arbeitsplätze

und Wachstum bliebe rein rhetorisch, würde sie nicht durch konkrete Bemühungen

um Investitionen in den Bereichen, die das Rad antreiben und die Grundlage hierfür

bilden, untermauert. Daher stehen Forschung und Entwicklung ganz oben auf

der Liste. Die Mitgliedstaaten sollten mehr Mittel für die Forschung vorsehen, da diese

für die Art einer gerechten und integrativen Gesellschaft, die wir schaffen möchten,

nach wie vor zu gering sind. Auch die Dienstleistungsmärkte können einen wertvollen

Beitrag zur Ankurbelung von Beschäftigung und Wachstum leisten: Sie sollten

zu einem wichtigeren Bestandteil unseres Binnenmarktes werden.

Seiner Geschichte folgend, darf sich das heutige Europa nicht von seiner Berufung

zurückziehen, die Kluft zwischen den armen und den reichen Teilen seines

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