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Projet_Notre Vision DE 10/01/06 11:31 Page 48

Der derzeitige Zustand der europäischen öffentlichen Finanzen ist weit entfernt

von den Zielen, die bei der Annahme der einheitlichen Währung im Vertrag

von Maastricht festgelegt wurden: Die öffentliche Verschuldung lag im Jahr 2003

bei 63,3 % des BIP in der EU-25 und 64,3 % des BIP in der EU-15. In der Eurozone

war das Schuldenniveau mit 70,7 % noch besorgniserregender, obwohl es sich

doch dabei um die Länder handelt, die das größte Interesse daran haben, den

Stabilitäts- und Wachstumspakt als Garanten für die Stabilität ihrer Währung einzuhalten.

Die Lage verschlechtert sich aber weiter mit einem durchschnittlichen

Defizit von – 2,7 % in der Eurozone und – 2,8 % in der EU-25.

Die Änderung der Anwendungsmodalitäten des Pakts müsste also mehr

Flexibilität in Krisenzeiten ermöglichen und zugleich die Mitgliedstaaten dazu

anhalten, in Zeiten des Wachstums ihre Schulden abzubauen und ihre öffentlichen

Finanzen zu sanieren. Nur unter dieser Voraussetzung können wir den künftigen

Generationen mit Blick auf das Jahr 2010 die finanziellen Mittel hinterlassen,

die es ihnen erlauben, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und eine

langfristige Stabilität des Euro zu sichern.

Der Platz Europas in der Welt

JACQUES BARROT

Auf dem internen Markt wettbewerbsfähig zu sein, wird den europäischen

Bürgern mehr Wachstum und mehr Arbeitsplätze bringen, zugleich aber Europa

dabei helfen, sich auf internationaler Ebene zu behaupten.

Die europäischen Handelserfolge sind die erste Illustration der Vorteile Europas.

Als erste Handelsmacht in der Welt mit etwa 20 % des Welthandels und weltweit

wichtigster Exporteur von Dienstleistungen (mit 324 Mrd. Euro im Jahr 2002, das

sind 25,8 % der Exporte weltweit) konnte die Europäische Union den Nachweis

erbringen, dass die Methode, die darin bestand, sich zusammenzuschließen, um

eine gemeinsame Handelspolitik zu betreiben und die Märkte zu öffnen, sich

bewährt hat. Das Vorgehen der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten

innerhalb der Welthandelsorganisation und die bilateralen Abkommen zwischen

der Europäischen Union und anderen Ländern (USA, Kanada usw.) sowie regionalen

Zonen (Mittelmeerländer, Asien, Golfstaaten, AKP-Länder) kam den europäischen

Exporten in hohem Maße zugute. Bis 2010 besteht eine der Ambitionen

darin, es den Europäern zu ermöglichen, dass sie weiterhin von den Vorteilen der

Liberalisierung des Handels dank der Fortsetzung der multilateralen Verhandlungen

innerhalb der Welthandelsorganisation profitieren. Der Erfolg der bilateralen

Abkommen im Verkehrsbereich ist Teil dieser Entwicklung: Die Wiederbelebung

der „Open Sky “-Luftverkehrsabkommen mit den USA, China und Russland wird es

den europäischen Fluggesellschaften ermöglichen, Aktivitäten auf diesen Märkten

zu entwickeln und besser von den weltweiten Auswirkungen der Zunahme des

Handels zu profitieren.

Wenn auch die Marktöffnung positive Auswirkungen hat, so erfordern doch

bestimmte Sektoren, vor allem der Kultur- und der Gesundheitsbereich, einen

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