Projet_Notre Vision DE

arc.eppgroup.eu

Projet_Notre Vision DE

Projet_Notre Vision DE 10/01/06 11:31 Page 73

LETTLAND UND EUROPA FÜR DIE ZUKÜNFTIGEN GENERATIONEN

Die Aussicht auf Neuankömmlinge in der Europäischen Union ist ein guter

Anreiz, der es Lettland nicht erlaubt, untätig zu bleiben, und es anspornt, sich

schneller zu entwickeln und so weit wie möglich in die Europäische Union

zu integrieren.

Auch wenn wir auf der Liste zahlreicher Wirtschaftsindikatoren wie

Bruttoinlandsprodukt und Gehälter am unteren Ende der EU-Mitgliedstaaten rangieren,

dicht gefolgt von den potenziellen neuen Mitgliedstaaten, so besteht

unser gegenwärtiger Vorteil doch in dem Mitgliedsstatus.

Die Antwort Lettlands auf die Herausforderung der EU-Erweiterung könnte

demzufolge lauten: politische Sympathien für die potenziellen neuen

Mitgliedstaaten bei gleichzeitiger Beibehaltung der gegenwärtigen wirtschaftlichen

Entwicklungsdynamik Lettlands sowie Nutzung der Möglichkeiten als

Mitgliedstaat, sich weiter in die Europäische Union zu integrieren.

2. Verschlechterung der demografischen Situation und deren Einfluss auf

Wirtschaft und Gesellschaft

Eine weitere wesentliche Herausforderung sowohl für Europa als auch für

Lettland ist die Verschlechterung der demografischen Situation. Hier ist die

Zukunft bereits in der derzeitigen Altersstruktur und den Entwicklungstendenzen

in diesem Bereich zu erkennen.

Die Gesellschaft Europas altert, die Zahl der Einwohner, die nicht mehr im

erwerbsfähigen Alter sind, nimmt zu, die Zahl der Kinder und Jugendlichen geht

zurück. Diese demografische Tendenz kann sich sehr negativ auf die Wirtschaft

Europas auswirken. Die Einwohnerzahl Lettlands schrumpft bereits seit Beginn

des letzten Jahrzehnts ständig.

Sinkt der Anteil der erwerbsfähigen Bevölkerung, gehen auch die Ersparnisse

und die Ressourcen für Investitionen zurück, was wiederum zur Verringerung

des Wachstumstempos des Bruttoinlandsprodukts führen kann. Schätzungen von

Experten des Internationalen Währungsfonds zufolge kann Europa in den

nächsten Jahrzehnten durch die Verschlechterung der demografischen Situation

jährlich bis zu 0,4 % des Bruttoinlandsprodukts einbüßen. Bedenkt man, welch

große Streitigkeiten über den EU-Haushalt allein der Rückgang des

Bruttoinlandsprodukts um ein Zehntel Prozent auslöst, so sind das beachtliche

Beträge, zurzeit mindestens 40 Milliarden Euro jährlich.

Durch die Alterung der Gesellschaft verringert sich auch die Einkommenssteuergrundlage,

während die Ausgaben im sozialen Bereich und der medizinischen

Versorgung beträchtlich steigen, wodurch sich das Problem des

Haushaltsdefizits verschärft, das in den letzten Jahren bereits im Zusammenhang

mit dem EU-Stabilitätspakt zutage getreten ist.

Die Europäische Union sucht schon heute nach Lösungen, um die negati-

73

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine