Das Gebiet Ostkreuz

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Das Gebiet Ostkreuz

3 Historie

Boxhagen/Rummelsburg

Abb. 3.1: Boxhagen, Rummelsburg und Stralau im Jahre 1802

(SPITZER, ZIMMER 1989)

Abb. 3.2: Boxhagen, Rummelsburg und Stralau im Jahre 1902

(PHARUS-PLAN BERLIN 1991)

26

Ende des 16. Jahrhunderts entschloss

sich die Stadt Berlin auf dem Gutshof

Boxhagen einen Meier anzusiedeln, und

so entwickelte sich ein kleiner

landwirtschaftlicher Hof, der vor allem

der Milchwirtschaft diente. Da sich der

Hof jedoch nicht rentierte, wurde er nach

kurzer Zeit privatisiert und von dort an

ständig für etwa 6-12 Jahre verpachtet.

Aber auch die Pächter litten unter den

kargen Erträgen und so gaben viele von

ihnen das Gut vorzeitig zurück. So

lebten über Jahrhunderte nur wenige

Menschen in diesem Gebiet, bis

schließlich Ende des 18. Jahrhunderts

eine Änderung eintrat. Wie in vielen

Gegenden Deutschlands kam es auch in

Boxhagen zur Anwerbung von Personen,

die in ihrer Heimat religiös verfolgt

wurden oder unter wirtschaftlichen

Schwierigkeiten litten, um

Bevölkerungsverluste des Siebenjährigen

Krieges auszugleichen und das Land zu

entwickeln. Vorrangiges Ziel war es,

brachliegende Flächen zu kultivieren und

die Versorgung der Stadt Berlin mit

landwirtschaftlichen Produkten aufrecht

zu erhalten. Im Bereich Boxhagen war

dieses eine schwierige Aufgabe, bestand doch die karge Landschaft vor allem aus

Sandhügeln. So entstand nach 1771 auf Anordnung Friedrich II. schließlich die Gärtnerkolonie

Boxhagen, bestehend aus vier Kolonistenhäusern, in denen sich acht größtenteils böhmische

Gärtnerfamilien ansiedelten. Die Baukosten für die Häuser übernahm der König, ebenso wurden

die Reisekosten erstattet und jede Familie erhielt Geld für die Anschaffung von Obstbäumen,

Dünger und einer Kuh. Als zusätzlichen Anreiz wurden die Kolonistenfamilien in den ersten

sechs Jahren von sämtlichen Abgaben befreit. Nach dreißig beschwerlichen und mühsamen

Jahren verbesserten sich nach 1800 langsam die Lebensumstände der Kolonistenfamilien.

Kirschen aus Boxhagen waren zu einem Begriff geworden und sehr begehrt auf Berlins

Märkten. Das Gut Boxhagen war 1786 von dem Berliner Stadtverordneten Sonntag zur

Erbpacht erworben worden, und 1854 kauften es seine Erben endgültig der Stadt Berlin ab.

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