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Vergleich zweier Messverfahren zur ... - RWTH Aachen University

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2 Klinische Indikation

2 Klinische Indikation und Problemstellung 2.1.3 Indikation und Kontraindikation Bei der prothetischen Versorgung von teilbezahnten Patienten kann auf eine konventionelle Behandlungsmethode oder eine Methode unter Einbeziehung von Implantaten zurückgegriffen werden [STRUB ET AL. 1999]. Zu den konventionellen Methoden zählen die prothetische Versorgung mit Brücken und die Versorgung mit herausnehmbarem Zahnersatz (Prothesen). Eine prothetische Versorgung ist erforderlich, da ein Zahnverlust direkte Auswirkungen auf die Nachbarzähne und die Antagonisten (Zähne des Gegenkiefers) mit sich bringt. So können die Nachbarzähne kippen, wandern oder rotieren und die Antagonisten elongieren. Diese Änderungen wirken sich auf die statische und dynamische Okklusion (Biss) aus, woraus okklusale Frühkontakte, Gleithindernisse bei exzentrischen Kaubewegungen, erhöhte Attrition (Abnutzung) der betroffenen Zähne und Traumatisierung resultieren können. Weiterhin findet ein Umbau und Abbau des Zahnhalteapparats statt, was wiederum zu Zahnlockerungen bis hin zum Zahnverlust führen kann und sich in funktionellen Problemen von Kiefergelenk und Kaumuskulatur widerspiegelt. Durch die Veränderung der Kaufunktion und der Beeinträchtigung der Ästhetik insbesondere im kritischen Frontzahnbereich wird nicht zuletzt das Patientenbewusstsein beeinträchtigt, was nicht selten zu psychischen Problemen führt. Laut DGZMK ergibt sich folgende medizinische Notwendigkeit: „enossale Implantate können in bestimmten Behandlungsfällen erfolgreich in die zahnärztliche Implantologie einbezogen werden und sind bei entsprechender Abwägung unter Umständen anderen Behandlungsmethoden vorzuziehen“. Tabelle 2.1: Indikationen, Kontraindikationen und Risikoerhöhung für dentale Implantate [GRAF 2000, KOECK & WAHL 2004, WAHLMANN & WAGNER 2000, WATZEK & MAILATH-POKORNY 2000]. Indikationen Kontraindikationen Risikoerhöhung für Misserfolg Primäre Ziele: � Schonung dentaler Hartgewebe � Vermeidung einer konventionellen prothetischen Versorgung � Einschränkung von funktionsfähigem abnehmbaren Zahnersatz in seiner Kinematik � Verbesserung der Voraussetzungen für die prothetische (epithetische), d. h. kaufunktionelle Wiederherstellung Sekundäres Ziel: � Prophylaktische Funktionserhaltung durch Verminderung der Resorptionsprozesse -> Strukturerhaltung � Systemerkrankungen des Knochens � hämatologische Erkrankungen � path. Mundschleimhautveränderungen � Schwangerschaft � nicht abgeschlossenes kraniales Knochenwachstum � psychische Erkrankungen � Drogenabusus � schlechte Mundhygiene � orofaziale Dyskinesien (Knirschen, Pressen, Habits) � ungünstige Okklusionsverhältnisse in Statik + Dynamik (vertikale Dimension beachten) � Zustand vor / nach Radiatio � Diabetes mellitus � Parafunktion � Osteoporose � Nikotinabusus 7

2 Klinische Indikation und Problemstellung Tabelle 2.2: Indikationsklassen für die Insertion von dentalen Implantaten nach der neuen Klassifizierung durch die BDIZ von 1997 [BRINKMANN 2000, KOECK & WAGNER 2004]. 8 Klasse Indikation Versorgung I Einzelzahnersatz II Red. Restzahnbestand IIa: Freiendsituation IIb: Schaltlücke IIc: stark reduzierte Restbezahnung III Zahnloser Kiefer � Fehlen von bis zu vier Zähnen in der OK- / UK-Front � Nachbarzähne + Aveolarfortsatz klinisch intakt. � Berücksichtigung von Gegenkieferzahnung, Verwindung des Kieferknochens, Knochenqualität + -quantität � eventuell: augmentative Maßnahmen � OK: ein Implantat/fehlendem Zahn � UK: zwei Implantate � 1 bis maximal 8 Implantate, in Abhängigkeit von der vorliegenden Situation + der Position der vorhandenen natürlichen Zähne � Herausnehmbaren Zahnersatz: OK: 6 Implantate UK: 4 Implantate � Rein festsitzender Zahnersatzes: OK: 8 Implantate UK: 6 Implantate � gleichmäßige Verteilung der Implantatpositionen -> statische Gründe 2.1.4 Einteilung, Aufbau und Anforderungen an zahnärztliche Implantate Weltweit sind zurzeit etwa 300 verschiedene Implantatsysteme auf dem Markt erhältlich, die sich zumeist in vielfältiger Art und Weise unterschieden. Dennoch weisen die verschiedenen Implantatsysteme gemeinsame Kennzeichen auf, so dass eine Einteilung unter bestimmten Gesichtspunkten erfolgen kann. Jedes System muss allgemein gültige Anforderungen erfüllen, um einen bestmöglichen Erfolg des inserierten Implantats für den Patienten zu gewährleisten. Abb. 2.3.a: Blattförmiges Implantat (Linkow-Blattimplantat) zum Ersatz (meist) mehrerer Zähne [URL: http://www.dental-links.de/lexikon/linkow-blattimplantat.htm]. Aufgrund des nachteiligen Designs wird diese Implantatform üblicherweise nicht mehr verwendet, es entsteht ein größerer Knochenverlusts bei Gestaltung des Knochenbetts und im Falle einer Entfernung [RICHTER 2004]. Abb. 2.3.b: Auswahl moderner Implantate im zylindrischen oder konischen Design [modifiziert nach RICHTER 2004]. Die Implantatkonstruktion lässt sich nach folgenden anatomisch-konstruktiven Gesichtspunkten für die Suprakonstruktion unterteilen: � Enossaler Anker � Transgingivales Übergangsstück � Prothetischer Aufbaupfosten

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