Protokoll der Rückfragen (PDF 1,5mb) - luchterhandt

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Protokoll der Rückfragen (PDF 1,5mb) - luchterhandt

Fassadenwettbewerb Kreativ- und Klubhaus St. Pauli

Eingeladener, kooperativer Architektenwettbewerb

Protokoll des Rückfragenkolloquiums am 7. November 2011


Ausloberin

Aust Littmann Strehlitz GbR

Prof. Norbert Aust, Corny Littmann, Axel Strehlitz

In Kooperation mit:

urban space Immobilien Projektentwicklung GmbH

Tom Dziomba, Andre Schmidt

Große Elbstraße 10

22767 Hamburg

In Abstimmung mit:

Freie und Hansestadt Hamburg

Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt

Stadthausbrücke 8

20355 Hamburg

Bezirksamt Hamburg-Mitte

Klosterwall 8

20095 Hamburg

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Verfahrenskoordination

büro luchterhandt

stadtplanung.stadtforschung.stadtreisen

Wrangelstraße 18

20253 Hamburg

T. +49-40-707080-70

F. +49-40-707080-780

buero@luchterhandt.de

www.luchterhandt.de

Daniel Luchterhandt, David Senger

Hamburg, im November 2011

Titel: Panorama Spielbudenplatz Süd


Vorbemerkungen

Die Auslober weisen nochmals ausdrücklich auf die Bedeutung

der Fassade an diesem Ort in Hamburg hin:

St. Pauli ist weltweit bekannter als Hamburg, der Spielbudenplatz

wird jährlich von über 20 Millionen Besuchern

frequentiert. Mit dem Reeperbahnfestival ist zudem ein

Event ins Leben gerufen worden, das sich in die Geschichte

der Reeperbahn, die schon vor dem 2. Weltkrieg

eine Live-Musik-Tradition hatte, einreiht und diese fortführt.

In diesem Kontext ist die Bedeutung der Fassade nicht

nur als Gesicht des Kreativ- und Klubhauses, das auch

die Funktionen im Innern abbildet, zu verstehen, sondern

auch als Medium, das sich, wie die Haut eines „Chamäleons“,

situativ tags wie nachts, anpassen kann. Es wird

auf einen kunstvollen Fassadenentwurf Wert gelegt. Die

Teilnehmer sind daher aufgerufen, interdisziplinär zu

arbeiten und beispielsweise mit Künstlern oder Lichtplanern

zu kooperieren.

Oberhalb der Roof-Bar im 5. Obergeschoss befindet sich

zurückgestaffelt ein Technikgeschoss (siehe Grundriss

„158_SBP-FwBw_DA_111104.pdf“). Dieses Geschoss wird

aus der Fußgängerperspektive nicht sichtbar sein und ist

daher nicht Bestandteil dieses Fassadenwettbewerbs.

Die Kubatur des Gebäudes ist weitgehend entworfen und

ist nur mit hinreichender Begründung durch ein starkes

und überzeugendes Konzept modifizierbar. Dies betrifft

die Kubatur des Gebäudes mit seinem markanten Kubus,

wie die Lage und Sichtbarkeit des Fahrstuhls. Es wird keine

Gestaltungsidee im Sinne eines „Doppelhauses“ zum

Schmidt Theater angestrebt; vielmehr geht es um einen

starken eigenständigen Auftritt des neuen Hauses am

Spielbudenplatz.

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Beantwortung von Rückfragen

Frage 1: Muss eine Kostenschätzung in der gewünschten Detaillierung

nach DIN 276 für die Kostengruppen 300 und 400 vorgelegt

werden?

Nein, die Teilnehmer müssen eine stimmige Schätzung

der Gesamtkosten mit einem nachvollziehbaren Kostenansatz

pro Quadratmeter Fassade vorlegen.

Frage 2: Ist die Aufteilung der Kubatur im 5. Obergeschoss (geschlossene

Fassade für Roof-Bar, Dachterrasse, Fahrstuhl) unveränderlich?

Grundsätzlich sind die Auslober offen für überzeugende

Ideen. Die in der Ansicht angedeutete Gliederung der

Fassade ist ausdrücklich keine Vorgabe im Wettbewerb.

Die Umrisse der Kubatur stehen jedoch fest. Die Teilnehmer

müssen sich bei der Planung der Fassade zudem vergegenwärtigen,

dass die Dachterrasse fester Bestandteil

des Nutzungskonzepts für das Haus ist. Dort sollen Empfänge

und Feiern stattfinden, die sich auch dem Spielbudenplatz

präsentieren – die Gäste des Clubs sollen von

dort auf den Spielbudenplatz schauen können. Eine Verkleinerung

der Dachterrassenfläche, wie sie derzeit für

die Roof-Bar vorgesehen ist, sollte nicht erfolgen.

Frage 3: Inwieweit sind die Vorgaben zur Belichtung der hinter der

Fassade liegenden Räume zu beachten?

Die Vorgaben sind zu beachten. Um in dem sich anschließenden

Baugenehmigungsverfahren nicht eine

gute Entwurfsidee wieder aufzuweichen, sind die

Teilnehmer aufgerufen die Vorgaben der bestehenden

Richtlinien hinsichtlich der Belichtung von Büroräumen

einzuhalten. Abweichungen von diesen Vorgaben sind

textlich zu begründen.

Frage 4: An welche Zielgruppen richten sich die Angebote des

Kreativ- und Klubhauses?

Das Haus soll grundsätzlich offen für alle Zielgruppen

sein. Vornehmlich wird mit dem Clubangebot eine

Zielgruppe von 18 bis etwa 40 Jahren angesprochen.

Das Theater spricht eine breitere Zielgruppe an, die alle

Erwachsenengruppen und die Altersgruppen 65+ einschließt.

Angestrebt ist seitens der Auslober das übliche

St. Pauli und Kiezpublikum anzusprechen und zugleich

Anziehungspunkt für die Musikbranche zu sein. Die

Büro mieteinheiten werden vermutlich keinen nennenswerten

Publikumsverkehr aufweisen.

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Frage 5: Welcher Kostenansatz soll für die Fassade angenommen

werden?

Ein Kostenansatz kann nicht vorgegeben werden. In

der Kalkulation der Auslober ist derzeit eine konventionelle

Fassade mit ca. 520.000 Euro (netto) eingestellt.

Die Auslober sind sich bewusst, dass mit dem Anspruch

einer außergewöhnlichen Gestaltung und dem ggf. zusätzlichen

technischen Aufwand einer Medienfassade

Mehrkosten gegenüber einer konventionellen Fassade

verbunden sind. Für eine herausragende und überzeugende

Idee ist der Auslober bestrebt, eine Finanzierung

sicherzustellen.

Frage 6: Kann ein Belüftungs- und oder Reinigungskonzept für

die Flächen und Räume hinter der Fassade zur Verfügung gestellt

werden?

Die Belüftung der Büroetagen (2.-4.OG) muss zwingend

natürlich über die Fensterflächen erfolgen. Die Lüftungsanlage

in den Büroetagen ist nur für die innenliegenden,

am Erschließungskern befindlichen Bereiche und nicht

für die gesamte Geschossfläche ausgelegt. Die Clubs

erhalten eine mechanische Be- und Endlüftung. Die

Teilnehmer sind aufgefordert, ihr Fassadenkonzept so zu

gestalten, dass eine Reinigung der Fensterflächen hinter

der Fassade ohne erheblichen technischen Aufwand

möglich ist.

Frage 7: In der Auslobung finden sich zwei unterschiedliche Angaben

zu der lichten Breite des Entrées. 6,00 m und 6,05 m. Welche

Angabe gilt?

Es gilt, dass eine lichte Breite von mindestens 6,00 m für

den gesamten Entréebereich einzuhalten ist.

Frage 8: Gibt es ein Modell des Baukörpers im Ensemble (evtl. als

Foto)?

Nein, gibt es nicht. Eine Strichzeichnung der Kubatur im

Kontext der Nachbargebäude liegt vor und findet sich in

den Anlagen zu diesem Protokoll.


Frage 9: Gibt es seitens der Auslober bereits Vorstellungen zum

„Schutz“ des Entréebereiches (siehe Seite 4 der Auslobung)?

Nein. Zu beachten ist, dass es sich hierbei um einen

Fluchtweg handelt.

Frage 10: Kann auf die Balkone/Loggien Richtung Spielbudenplatz

im 1., 2. und 4. OG verzichtet werden? Sind diese in den Abmessungen

fix oder kann an dieser Stelle modifiziert werden? Für den

Fall der Beibehaltung der Balkone: Ist es möglich, die Fassade in den

Geschossen über den Balkonen an die Balkonvorderkante zu führen

(und somit eine Art „auskragende Box“ herzustellen) oder ist dies

ein zu großer Eingriff in den öffentlichen Raum? In diesem Fall ist

anzumerken, dass das 4. OG und 5 .OG in diesem Bereich ebenfalls

auskragen. Ist es möglich, Loggien zu schließen?

Grundsätzlich sollte den Vorgaben gefolgt werden. Die

Umsetzung von Abweichungen (auch Auskragungen in

den öffentlichen Raum) wird, soweit sinnvoll begründet,

auf Realisierbarkeit und Wirtschaftlichkeit geprüft.

Loggien sollten nicht geschlossen werden. Ausnahmen

müssen sinnvoll begründet werden und die Belichtung

der Räume hinter diesen Bereichen muss ausreichend

sichergestellt sein. Im 2. OG ist der Balkonbereich, wie in

der Ansicht dargestellt, freizuhalten, da der Radiosender

diesen Bereich für Live-Berichterstattung und Aktionen

benötigt. Grundsätzlich muss es in jeder Etage Bereiche

geben, aus der die Aussicht über den Spielbudenplatz

und dem Bereich direkt vor dem Haus gewährleistet ist.

Frage 11: Wenn die Gebäudeaußenkante fix ist, würde eine tiefer

aufbauende Fassade zu Lasten der Nutzfläche im Inneren gehen. Ist

das richtig?

Die Gebäudevorderkante zum Spielbudenplatz ist fixiert.

Ein tieferer Fassadenaufbau ist möglich, sofern sich dieser

gestalterisch und finanziell überzeugend darstellt.

Seitens der Auslober ist explizit gewünscht, dass die

nutzbaren/vermietbaren Flächen im Inneren des Gebäudes

nicht verringert werden.

Frage 12: Gibt es eine Planung für den östlich angrenzenden

Nachbarn?

Nein, eine Planung für das östliche Nachbargrundstück

liegt den Auslobern nicht vor.

Frage 13: Welcher Standpunkt ist für die geforderte Visualisierung

vorgegeben, bzw. kann man diesen selbst bestimmen?

Für den Standpunkt der Visualisierung wird ein Foto mit

entsprechendem Blickwinkel vorgegeben (siehe Anlage).

Für das Protokoll:

Prof. Norbert Aust, Axel Strehlitz

Aust Littmann Strehlitz GbR

Andre Schmidt, Tom Dziomba

urban space Immobilien Projektentwicklung GmbH

Hamburg, im November 2011

Anlagen:

• Standort Perspektive

• Strichzeichnung Kubatur mit angrenzenden Bauten

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Terminkette

30.11.2011 Abgabe der Entwürfe

07.12.2011 Präsentationskolloquium

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