Ökologische Bilanz - Bayerische Staatsforsten

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Ökologische Bilanz - Bayerische Staatsforsten

Die Bilanz der Bayerischen Staatsforsten

Geschäftsjahr 2011

Dr. Rudolf Freidhager, Reinhardt Neft

14. Oktober 2011


Die Bilanz der Bayerischen Staatsforsten – Geschäftsjahr 2011

Geschäftsjahr 2011 - Forstliche Rahmenbedingungen

- Keine größeren Stürme, geringe Schneebruchschäden im Dezember 2010

- Winter mit langen Frost- und Schneeperioden

- Trockenes Frühjahr und Spätfrost im Mai führten zu erhebliche Schäden vor

allem an jungen Pflanzen.

- Sehr geringe Borkenkäfer-Mengen (rd. 200.000 Fm, historisches Tief ) aufgrund

konsequenter Käferbekämpfung und feuchter Witterung im Sommer

2


Die Bilanz der Bayerischen Staatsforsten – Geschäftsjahr 2011

Schadholzmengen auf historischem Tief

Mio. Fm

5,0

4,0

3,0

2,0

1,0

0,0

1,2

Schadholzmengen

(vor allem durch Sturm, Schneebruch, Borkenkäfer)

3,9

2,4

2006 2007 2008 2009 2010 2011

1,2

Geschäftsjahre

0,7

0,4

3


Die Bilanz der Bayerischen Staatsforsten – Geschäftsjahr 2011

Geschäftsjahr 2011 – Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

� Das Ende der Wirtschaftskrise und die starke konjunkturelle Erholung der

deutschen Wirtschaft wirkten positiv auf die Holzwirtschaft:

- Starke Nachfrage nach Holz für die stoffliche und energetische Verwendung

- Steigende Holzpreise

� Die Bayerischen Staatsforsten nutzen nahezu die gesamte nachhaltig nutzbare

Holzmenge von 5,2 Mio. fm.

� Keine zufriedenstellende Vermarktungsmöglichkeiten für Laubholz guter Qualität.

� Beschluss der Energiewende in Deutschland hatte auch deutliche Auswirkungen

auf die Bayerischen Staatsforsten

4


Inhalt

1 Ökonomische Bilanz

2

3

Ökologische Bilanz

Gesellschaft

4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

5 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012

5


Ökonomische Bilanz

Umsatzstruktur

Geschäftsjahre

2011

2010

2009

2008

2007

2006

270,5

337,2

340,8

305,8

Umsatz

0,0 50,0 100,0 150,0 200,0 250,0 300,0 350,0 400,0

Mio. EUR

270,5

305,8

331,9

353,1

340,8

337,2

Umsatz Holz Umsatz Jagd Umsatz Weitere Geschäfte Besondere Gemeinwohlleistungen Sonstige Umsatzerlöse

6


Ökonomische Bilanz

Hohe Investitionen ins Unternehmen

Mio. EUR

16

14

12

10

8

6

4

2

0

3,4

3,7

Investionen und Abschreibungen in Mio. EUR

11,9

4,3

15,3

6,3

2006 2007 2008 2009 2010 2011

14,6

Geschäftsjahr

7,7

Investition Abschreibung

8,7

8,1

12,5

8,2

7


Ökonomische Bilanz

BilMoG: Neue gesetzliche Vorgaben mit Auswirkungen

� BilMoG* sieht die Neubewertungen von Rückstellungen für Pensions- und

Beihilfezahlungen vor (ab 01.07.2005)

� Dies hat klare Auswirkungen für die Bayerischen Staatsforsten:

� 41,3 Mio. EUR zusätzliche Rückstellungen bis 2026 (15 Jahre)

→ Daraus ergeben sich zusätzliche jährliche Rückstellungen von

2,755 Mio. EUR (1/15)

� Rückstellungen erfolgen zusätzlich zu den jährlichen Zahlungen in den

Altersicherungsfonds

→ Stand Geschäftsjahr 2011: 38,1 Mio. EUR, Zuführung 7,1 Mio. EUR

* Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts (BilMoG)

8


Ökonomische Bilanz

Mehr Rückstellungen als gesetzlich gefordert

71,3 Mio. EUR

- 8,3 Mio. EUR

63,0 Mio. EUR

Jahresüberschuss Geschäftsjahr 2011

vor Rückstellungen (inkl. 1/15 BilMoG)

Vorgreifende Rückstellungen für Pensionen

und Beihilfen (3/15 BilMoG*)

Jahresüberschuss Geschäftsjahr 2011,

kann aus dem Cashflow bedient werden

9


Ökonomische Bilanz

Jahresüberschuss und Dividende an den Freistaat Bayern

70

60

50

40

30

20

10

0

15

27,5

Dividende

Jahresüberschuss

45

35,1

in Mio. EUR

63,0

52,4

2006 2007 2008 2009 2010 2011

Kumulierte Ergebnisse seit 2005

Jahresüberschuss: 289,8 Mio. EUR

Ausschüttung: 238,0 Mio. EUR

Gewinnrücklage: 51,8 Mio. EUR

Der Jahresüberschuss wird ausgewiesen, nachdem alle Rückstellungen gebildet

und sämtliche Investitionen in Wald und Unternehmen getätigt wurden.

Liquidität, Geschäftsentwicklung und -erwartung lassen eine Vollausschüttung zu.

10


Inhalt

1 Ökonomische Bilanz

2

3

Ökologische Bilanz

Gesellschaft

4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

5 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012

11


Ökologische Bilanz

Holzernte: Einschlag nahezu auf nachhaltigem Hiebsatz

12

8

7

6

5

4

3

2

1

0

4,39

4,91

4,63

5,31

5,77

5,41

2000 2001 2002 2003 2004 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Z uwachs

7,06

4,96

4,66

4,92

Mio. Festmeter

Die Nachfrage nach Holz steigt auch durch Energiewende an:

Die Bayerischen Staatsforsten halten dennoch strikt am

Nachhaltigkeitsprinzip fest.

5,14

6,1

Nachhaltiger

Hiebsatz,

5,2 Mio. Fm

12


Ökologische Bilanz

Nachhaltigkeitsprinzip ist unantastbar: Nährstoffmanagement

1

möglich

2

zeitlich

beschränkt

möglich

3

sortenbeschränkt

möglich

4

ausgeschlossen

Grundsätzlich uneingeschränkte Nutzungsmöglichkeit

� Bei Kie-Bestockung auf ärmeren Standorten nur

eingeschränkt nutzen

� Humuserhaltung bzw. –neubildung sicherstellen

� max. 4 Vollbaumnutzungen im Bestandesleben

� möglichst auf 1 Kronennutzung bis Alter 60 beschränken,

da der volumenbezogene Nährstoffaustrag in

Jungbeständen deutlich höher ist

� keine Kronennutzung als EH

� Nutzung bis Derbholzgrenze (Zopf 7 cm) möglich

� Reisholz und Nadeln verbleiben im Wald

� keine Kronennutzung

� Kronenderbholz + Reisholz + Nadeln verbleiben im Wald

Kronennutzungskarte

Forstbetrieb Kelheim - Fichte

13


Ökologische Bilanz

Tsd. ha

Ziel: Aufbau klimatoleranter Wälder

140

120

100

80

60

40

20

0

Baumartenverteilung 2010

I II III IV V VI VII VIII IX

Altersklasse

Kiefer

Lärche

Douglasie

Tanne

Fichte

Sonst.Lbh.

Eiche

Edel-Lbh.

Buche

Vor allem natürliche Verjüngungsverfahren, zusätzlich aktiver Waldumbau durch Pflanzung.

→ 1/3 Kulturen : 2/3 Naturverjüngung

→ 80% Laubholz ↔ 20% Nadelholz in den Kulturen

→ Zusätzlich: Klimatolerante Nadelhölzer

14


Ökologische Bilanz

Hohe Strecken: Erfolgreiche Jagd sichert jungen Wald

Stück

50.000

40.000

30.000

20.000

10.000

Abschussentwicklung in der Regiejagd 2006 bis 2011

0

2005/06 2006/07 2007/08 2008/09 2009/10 2010/11

Rotwild

Gamswild

Rehwild

Schwarzwild

15


Inhalt

1 Ökonomische Bilanz

2

3

Ökologische Bilanz

Gesellschaft

4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

5 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012

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Gesellschaft

Brennholz – Energieträger für den ländlichen Raum

Festemeter

700.000

600.000

500.000

400.000

300.000

200.000

100.000

0

600.000 fm Brennholz + 300.000 fm Waldhackgut:

Das Potenzial ist ausgereizt!

2006 2007 2008 2009 2010 2011 Prognose 2012

Fichte Kiefer Eiche Buche Gesamtmenge

Geschäftsjahr

Prognose 2012:

Voraussichtlich

erstmals über 600.000

Festmeter

> Mehr als 42.000

Selbstwerber

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Gesellschaft

Leitlinien für die Umsetzung von Windenergieprojekten

Regionale Wertschöpfung

Die Bayerischen Staatsforsten forcieren

Bürgerwindräder, Genossenschaftswindräder,

gemeindeeigene Windräder sowie Stadtwerke

und deren Verbundprojekte. Die entstehende

Wertschöpfung soll in der Region verbleiben.

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Gesellschaft

Was der Staatswald für die Energiewende leisten kann

� Windenergie

Ziel: 1.500 neuen Windenergieanlagen (WEA) in Bayern, davon 1.000 im Staatswald.

1.000 WEA entsprächen einer Leistung von ca. 3.000 MW und würden jährlich

ca. 6 Mio. MWh Strom erzeugen (Versorgung von etwa 1,3 Mio. Haushalten).

� Energieholz

Die nachhaltig nutzbare Energieholzmenge entspricht: ca. 2,0 Mio. MWh jährlich

(Wärmeversorgung von rund 60.000 Haushalten).

� Zum Vergleich

Die elektrische Nettoleistung des AKW Grafenrheinfeld beträgt 1.275 MW. Im Jahr

2010 erzeugte die Anlage ca. 7,5 Mio. MWh elektrischen Strom.

(Quelle: e.on Energie AG)

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Inhalt

1 Ökonomische Bilanz

2

3

Ökologische Bilanz

Gesellschaft

4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

5 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012

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Gesellschaft

Personalstrategie 2020

� Nachhaltiges Personalkonzept vor dem Hintergrund des demografischen Wandels

� Folgende Zielsetzungen werden festgelegt:

- Lebensbegleitende Kompetenzentwicklung der Beschäftigten

- Systematische betriebliche Gesundheitsvorsorge

- Altersgerechte Gestaltung der Arbeit

- Angebote zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie

- Erhöhung der Mitarbeiterbindung (v.a. fast ausschließlich unbefristete

Arbeitsverträge)

� Unter Berücksichtigung der geltenden Personalabbauziele werden

Nachwuchskräften in erheblichem Umfang eingestellt

→ 2011: 29 Forstakademiker und 14 Forstwirte

� Erhöhung der Ausbildungsplätze, in 2011 erstmals 35 Auszubildende.

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Inhalt

1 Ökonomische Bilanz

2

3

Ökologische Bilanz

Gesellschaft

4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

5 Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012

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Ausblick auf das Geschäftsjahr 2012

Positive Prognose mit Unbekannten

- Weltwirtschaft kühlt langsam ab

- Auswirkungen auf Holzmarkt möglich, aber ungewiss

- Dennoch gute Holzmarktlage erwartet bei anhaltend geringen Schadholzmengen

- Nachhaltiger Holzeinschlag

- Waldumbau wird kontinuierlich weitergeführt (über 2.000 Hektar Kulturen)

- Investitionen in die Pflege der Wälder und Wege auf konstant hohem Niveau

- Für das Geschäftsjahr 2012 erwarten wir aus heutiger Sicht einen

Jahresüberschuss von über 70 Millionen Euro.

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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Die Bayerischen Staatsforsten sichern mit rund 2.800

Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen den wirtschaftlichen

Erfolg des Unternehmens. Dabei geht es um nachhaltiges

Wirtschaften, das auch Investitionen in die ökologische

Substanz unserer Wälder erlaubt.

Denn: Ökologie braucht den ökonomischen Erfolg.

Mehr unter www.baysf.de

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Rücklagen und Ausschüttung

Jahresüberschuss in Mio. €

Einstellung in Rücklagen in

Mio. €

Ausschüttung in Mio. €

Eigenkapital in Mio. €

Eigenkapitalquote in %

2006

25,1

10,1

15,0

135,0

38,3

2007

52,2

24,7

27,5

172,5

41,2

2008

62,0

17,0

45,0

207,0

47,3

2009

35,1

0

35,1

193,1

43,6

2010

52,4

0

52,4

210,4

44,7

2011 Kumuliert

63

0

63

221,0

62,1

• Seit Gründung konnte das Unternehmen hohe Gewinnrücklagen bilden.

• Vor diesem Hintergrund ist eine vollständige Ausschüttung des Jahresüberschusses an

den Eigentümer (Freistaat Bayern) möglich.

289,8

51,8

238,0

25

-

-

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