Naturschutzkonzept der Bayerischen Staatsforsten - Bayerische ...

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Naturschutzkonzept der Bayerischen Staatsforsten - Bayerische ...

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Naturschutzkonzept baysfintern der Bayerischen April 2009 Staatsforsten

II. Einteilung der Waldbestände in

naturschutzfachliche Klassen

Die Sicherung und Verbesserung der biologischen Vielfalt im

Staatswald ist der zentrale Ansatz in der Naturschutzstrategie

der Bayerischen Staatsforsten. Auf Grund der historischen

Entwicklung gibt es jedoch große Unterschiede in

den Strukturen und deshalb auch in der Vollständigkeit der

Artengemeinschaften. Alte, naturnahe Wälder beherbergen

meist noch ein recht umfangreiches Inventar an seltenen,

totholzgebundenen Spezies und sind die wichtigsten Spenderflächen

für die umliegenden Wälder. Diese Flächen gilt

es vordringlich zu identifizieren und entsprechend zu sichern

oder zu behandeln.

Zu diesem Zweck werden die Waldbestände im Staatswald

in 4 Klassen eingeteilt, abgestuft nach ihrer naturschutzfachlichen

Bedeutung.

Auf dieser Grundlage werden künftig naturschutzfachliche

Ziele und Leistungen der Bayerischen Staatsforsten formuliert

und dokumentiert. Insbesondere die Umsetzung des

Schutzes der alten Wälder sowie das Totholz­ und Biotopbaummanagement

erfolgen daher flächendifferenziert. Die

Kriterien zur Festlegung der Klassen stellen keinen starren

Rahmen dar und können je nach fachlicher Notwendigkeit

den örtlichen Verhältnissen des jeweiligen Forstbetriebs angepasst

werden.

Klasse 1: Alte naturnahe und seltene Waldbestände

Waldbestände, die aufgrund ihres hohen Alters oder wegen

ihrer Besonderheit eine naturschutzfachliche Ausnahmestellung

einnehmen, werden der Klasse 1 zugeordnet. Der

Schwerpunkt liegt bei den naturnahen alten Beständen, aber

auch seltene naturferne oder in der Vergangenheit besonders

bewirtschaftete Bestände (z.B. Nieder­ und Mittelwälder)

können ausgewählt werden. Naturwaldreservate gehören

grundsätzlich der Klasse 1 an.

Je nach Bestandesform gelten unterschiedliche Altersgrenzen.

Zum Beispiel gehören Buchenbestände, die älter als

180 Jahre alt sind, Eichenbestände über 300 Jahre und über

180­jährige autochthone Fichtenbestände und Bergmischwaldbestände

außerhalb des Hochgebirges (Wuchsgebiet 15)

der Klasse 1 an.

Seltene Waldbestände sind Bestände, die heute noch Waldaufbauformen

erkennen lassen, die stark vom Menschen

geprägt sind (z.B. Mittel­ oder Hutewälder). Auch sehr alte

Kiefernbestände, die aufgrund ihres hohen Alters und weiterer

Merkmale (z.B. Höhlenreichtum) einen besonderen Seltenheitswert

aufweisen, können in diese Klasse eingereiht

werden.

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