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Positive Psychologie als Gesundheitsförderung

Die Positive Psychologie beschäftigt sich mit genau dieser zweiten Betrachtungsweise. Sie untersucht Umgebungs-

faktoren, Kommunikationsstile aber auch Eigenschaften einer Person, die es ihr ermöglichen, eigenes Wohlbefinden

zu steigern. Damit wird nicht die Perspektive der Beseitigung einer Krankheit (z.B. Depression) oder von Krankheits-

risiken (z.B. Reduktion von chronischem Stress) eingenommen, sondern vielmehr die Identifikation und Steigerung

von Gesundheitsressourcen und -potenzialen.

EXKURS

In den 1920er Jahren fanden Experimentalreihen in den

Hawthorne-Werken (Illinois USA) statt. Forschungsziel war

es, Faktoren zu identifizieren, die eine Auswirkung auf die

Produktivität der Fließbandarbeiter haben. Neben den vermuteten

Einflussfaktoren aus der Umwelt wie z.B. die Lichtverhältnisse,

fanden die Forscher ein unerwartetes Ergebnis.

Auch bei den Teilnehmern aus der Kontrollgruppe, die z.T.

Wissenschaftliche Studien unterstützen dabei die Wirksamkeit der Methoden aus der Positiven Psychologie. So führt

zum Beispiel schon eine einfache Aufgabe für die Mitarbeiter, jeden Tag drei positive Ereignisse zu notieren und zu

überlegen, wie sie ihre Charakterstärken bei anstehenden Problemlösungen anwenden können, zu einem statistisch

bedeutsamen Anstieg des Wohlbefindens und der Abnahme depressiver Symptome. Doch bereits das Bewusstsein

für die eigenen Charakterstärken allein ist schon verbunden mit einem höheren Wohlbefinden (Littman-Ovadia, H.

& Steger, M., 2010). Eigene Stärken im Arbeitsleben einzusetzen und sich als wirksam dabei zu erleben, steigert die

Motivation und das Engagement (Korunka et al., 2009), so dass glücklichere Personen erfolgreicher und produktiver

arbeiten und gesünder und damit länger im Arbeitsprozess bleiben (Lyubomirsky, S., King, L. & Diener, E., 2005).

Arbeitsengagement und Arbeitsleistung hängen dicht miteinander zusammen. Durch die Steigerung und v.a. den

Erhalt des beruflichen Engagements kann das wirtschaftliche Outcome erhöht und erhalten werden. So kann durch

eine ressourcenorientierte Führung mit den Schlagworten Respekt und Unterstützung wirksam dem Burnout vor-

gebeugt und die Produktivität des Unternehmens erhalten und gesteigert werden.

Auch die körperliche Gesundheit kann durch das Bewusstsein eigener Stärken und erlebtem Wohlbefinden deutlich

beeinflusst werden. Eysenck und Grossarth-Maticek (1991, in Schwarzer, R., 1996) zeigten, dass Personen, die Gefühle

auf sozial akzeptable Weise zum Ausdruck bringen und erfolgreich Stresssituationen überwinden, körperlich gesund

blieben. Zum Vergleich untersuchten sie Personen, die entweder von Hilflosigkeit oder von Ärger und Feindseligkeit

gestresst werden oder ihre Gefühle unterdrücken (hohes Risiko für Krebs- oder Herzerkrankungen oder Substanzab-

hängigkeit). Das Krankheitsrisiko konnte jedoch auch bei diesen Personen durch gezieltes Training deutlich verringert

werden.

auch unter verschlechterten äußeren Bedingungen arbeiteten,

war eine Verbesserung der Produktivität zu verzeichnen. Die

Forscher interpretierten diesen sog. Hawthorne-Effekt folgendermaßen:

Allein die Tatsache, dass die Arbeiter eine vermehrte

Aufmerksamkeit durch die Wissenschaftler bekamen,

steigerte ihre Motivation und die Produktivität.

(Quelle: Brockhaus, 2006)

© SpiegelneuronenAkademie für Positive Psychologie 2012 Seite 4

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