Menschen Macher Märkte - Schwäbische Post

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Menschen Macher Märkte - Schwäbische Post

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D

29. NOVEMBER 2006 I MENSCHEN MACHER MÄRKTE ERFOLGSGESCHICHTEN

ie Firma Schlagenhauf GmbH

in Ellwangen steht für Elektronik.

Das Unternehmen betreibt große

Expert-Fachmärkte in Aalen, Ellwangen

und Feuchtwangen und

hat sich mit der Konzeption und

Installation hochkomplexer Elektronik

in einer ganzen Reihe von

Musiktheatern, Museen und anderen

überregional profiliert.

Gegründet hat das Unternehmen

Karl Schlagenhauf am 24.

April 1956, als er sich mit seinem

Elektrofachgeschäft selbstständig

machte.

Seitdem ist seine Firma stetig

gewachsen, auch baulich. Zunächst

entstand ein Neubau an der

Jagst, später ein weiterer Bau im

Gewerbegebiet Neunheim. Heute

führen Hildegard und Erich Schlagenhauf

das Unternehmen.

Im Bereich Elektroinstallation

sind derzeit rund 220 Mitarbeiter

beschäftigt. Sowohl im Bereich

Starkstrom, etwa mit Licht, Ton

und Bühnentechnik wie auch im

Bereich Schwachstrom (Brandmelde-

und Alarmanlagen, Lichtruf-

und Kommunikation, Zeiterfassung,

Vernetzung und Fluchttürsteuerungen)

steht Schlagenhauf

für Ideen, Qualität in der

Durchführung und hervorragenden

Service. Bei der Planung und

Installation von Großprojekten

kann man auf eine ganze Reihe

Elektronik für die Bühnen

Elektro Schlagenhauf ist erfolgreich bei der Installation von Großprojekten

namhafterReferenzen verweisen.

In Berlin am Potsdamer Platz

stattete Schlagenhauf 1997 bis

1999 das Daimler-Benz Areal, die

Spielbank, das Musical „Der

Glöckner von Notre Dame“ und

die Beleuchtung im Imax-Kino

aus.

Die Stuttgarter Liederhalle, der

Neubau der Landesbank Baden-

Württemberg (in Arbeitsgemeinschaft)

und das Festspielhaus Baden-Baden

waren weitere Großprojekte.

Das Kunstmuseum am

Stuttgarter Schloßplatz ist eine

starke Visitenkarte, ebenso das

Broker-Office in Frankfurt. Derzeit

arbeitet Schlagenhauf an der Elektroinstallation

der „Neuen Messe

Stuttgart“. Der Auftrag an Deutschlands

größter Baustelle wurde an

eine Arbeitsgemeinschaft badenwürttembergischer

Firmen vergeben.

Besondere Kompetenz hat

Schlagenhauf bei der Elektroinstallation

von Kliniken: Stauferklinik,

Albklinik Münsingen, Klinikum

Ludwigsburg, Virngrundklinik,

Klinik Bad Windsheim, Bethesda-

Krankenhaus Stuttgart, DRK-Pflegeheim

Aalen, Hauptklinik Bad

Cannstatt, Katharinenhospital

Stuttgart, Kreiskrankenhaus Böblingen

... Die Liste der Krankenhäuser

und Reha-Zentren ließe

sich noch weiter fortsetzen.

Schlagenhauf-Technik steckt auch inder „Neuen Messe Stuttgart“.

Im Bereich Verkehrsleittechnik

hat Schlagenhauf

mit dem versenkbaren Pollersystem

großen Erfolg.

Durch bedarfsorientierte

Steuerung mit Schlüsselschalter,

Magnet- oder

Chipkarten und Funk ist

eine kontrollierte Ein- und

Ausfahrt für definierte Bereiche

und berechtigte Personengruppen

möglich.

Gerhard Königer

Kunstmuseum inStuttgart.

LBBW in Stuttgart mit Elektronik aus Ostwürttemberg.

Gründungsjahr

Beschäftigte

Standorte

Firmensitz:

INFO

Schlagenhauf

GmbH

1956

Mitarbeiter

Rund 250

Expert-Elektrofachmärkte

in

Ellwangen, Aalen,Feuchtwangen,Elektroinstallation

in

Starkstrom,

Schwachstrom,

Verkehrsleittechnik

Ellwangen

P

rivat, da hat sie bisweilen eine

Schwertgosch. Wenn sie mit den

„Lästermäulern“ für die Bütt probt

zum Beispiel. Beruflich kann sie

sich die nicht leisten. Seit 18 Jahren

ist Susanne Behringer Sekretärin

des Vorsitzenden der Geschäftsführung

SHW Automotive GmbH

&CoKG.

Für Susanne Behringer ist ganz

klar: Die Position der Sekretärin ist

subsidiär. Was das heißt, weiß sie

seit ihrem 20. Lebensjahr. Seitdem

der Dozent ihres Sekretärinnenseminars

diesen Ausdruck bemüht

hat. Daheim hat Susanne Behringer

dann erst mal den Duden gewälzt.

Und ist fündig geworden:

subsidiär - zuarbeitend, dienend.

„Was für mich soviel heißt wie

den Chef bei seiner Arbeit entlasten“,

erklärt Behringer. Für sie

konkret bedeutet das alle Vorbereitungen

rund um die Terminplanung,

Reiseplanung, die gesamte

Vorbereitung des Chef-Arbeitstages.

Was volle Konzentration erfordert.

Immerhin bewegt sie sich

mit ihren beruflichen Kontakten -

hauptsächlich Aufsichtsräte und

Banker -stets auf der Chefebene.

Daneben muss Susanne Behringer

in Sachen Computer immer

auf dem neuesten Stand sein, aktualisiert

regelmäßig die Reports

und bringt sie in ansprechende

Form. Dass die 57-Jährige keine zu

100 Prozent geregelte Arbeitszeit

hat, versteht sich von selbst. „Ich

kann nicht um 16 Uhr in den Feierabend

gehen, wenn’s beim Chef

danach noch brennt“, sagt sie und

erzählt von Joint Ventures in Kanada

und Brasilien. Wohin man ja

wegen der Zeitverschiebung erst

am Spätnachmittag Kontakt aufnehmen

könne. Englisch spricht

die Fremdsprachenkorrespondentin

perfekt.

Es ist gerade der Allround-Job,

der sie so fasziniert. Der Nervenkitzel,

der den Arbeitsalltag interessant

macht. Wie damals, kurz vor

der Aufsichtsratssitzung im Bibliothekssaal

in Bad Schussenried. Mit

dem Laptop war sie eigens am

Abend zuvor angereist, hat den

Beamer aufgebaut, um dann feststellen

zu müssen, dass der Laptop

ihrPasswort nichtmehrerkennt.

Mit 14 Jahren war Susanne Behringer

die erste weibliche Schrift-

Tief- und Straßenbau

Nervenkitzel

Susanne Behringer, Chefsekretärin

setzerin im Kammerbezirk Heidenheim.

Aufgrund gesundheitlicher

Probleme schulte sie mit 20

um. Und war auch schon bei PWA

in Unterkochen Chefsekretärin des

Direktors, als sie 1980 in die Personalabteilung

zu SHW wechselte.

„Per Zufall“, durch eine Urlaubsvertretung,

kam sie acht Jahre später

ins Vorzimmer des Chefs.

Heute ist Dr. Lothar Hauck bereits

Behringers fünfter Chef bei

SHW. Mit ihrem großen Anpassungs-

und Einfühlungsvermögen

kann sie sich immer wieder auf

neue Führungscharaktere einstellen.

Immer wieder aufs Neue gilt

es zu lernen, was den Chef stört

und nervt.

Aufatmen kann Susanne Behringer

daheim bei ihrem Mann.

Chefsekretärin, Textchefin, „subsidiäres

Lästermaul“.

Seit eineinhalb Jahren ist er im Ruhestand

und sie genießt es jetzt,

wenn er sie bekocht. „Das ist richtig

schön.“ Hier sammelt sie Kraft

und auch Inspiration für ihr großes

Hobby, die Lästermäuler, für deren

Texte sie zuständig ist. Fremd

ist ihr das karnevalistische Metier

nicht, das sie bereits im 14. Jahr

betreibt. Hat doch ihr Vater, Kurt

Granelli, der „Aalener Spion“, die

Fasnachtszunft mitbegründet.

Und auch mit ihrem Mann zusammen

war Susanne Behringer

schon in der Bütt. Zwischen Weihnachten

und Dreikönig müssen

die Texte stehen. In der kommenden

Saison möglicherweise sogar

etwas früher. Denn über die Feiertage

hat das reisebegeisterte Ehepaar

einen Flug nach Ägypten geplant,

zu einem „richtig faulen

Schnorchelurlaub“. Ulrike Wilpert

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ERFOLGSGESCHICHTEN MENSCHEN MACHER MÄRKTE I 29. NOVEMBER 2006

Global, aber nicht heimatlos

G

Die Weltkonzerne mit Sitz in Ostwürttemberg haben in den vergangenen Jahren

„Bekenntniss in Stein“ zur Region abgegeben -Ein Überblick von Winfried Hofele

lobal Player sind große international

agierende und verflochtene

Konzerne mit großer Wirtschaftsmacht.

Und die „Zeit“ fügt

hinzu: Global Player sind Giganten

ohne Heimat, schlank und vernetzt.

Würde man die Zeit-Definition

(„heimatlos“) als richtig betrachten,

dann hätte in der Region Ostwürttemberg

kein Global Player

seinen Sitz. Der Wirtschaftsraum

der „Talente und Patente“ ist überwiegend

mittelständisch strukturiert

mit klarem Fokus auf den

Werkzeug- und Maschinenbau sowie

auf die Automobilzulieferindustrie.

Doch Ostwürttemberg hat auch

„big global players“ mit Leuchtturmfunktion

- und glücklicherweise

mit großer Heimatverbundenheit,

die sich gerade in den

letzten Monaten nicht nur mit verbalen

Bekenntnissen zum Standort

Ostalb, sondern mit millionenschweren

Investitionen in Neubauten,

Maschinen und Anlagen

sichtbar gezeigt hat. Zum Beispiel

Carl Zeiss AG, Oberkochen, Voith

AG, Heidenheim, Paul Hartmann

AG, Heidenheim und ZF Lenksysteme

GmbH, Schwäbisch

Gmünd. Als Global Players kann

man auch die Leitz-Gruppe, Oberkochen,

die Mapal-Gruppe, Aalen,

dieAlfing-WerkeinAalen, unddie

Weleda AG, Schwäbisch Gmünd,

bezeichnen.

Global tätig sind heute allerdings

auch die meisten kleinen

Mittelständler. Sie müssen, um im

internationalen Wettbewerb mit

den immer kleiner werdenden

Innnovationszyklen und dem

wachsenden Preisdruck bestehen

zu können, ebenso wie die „Großen“

vor allem innovationsstark,

flexibel, kunden- und serviceorientiert

qualitativ erstklassige Produkte

und/oder Dienstleistungen

liefern können.

Viele sehen heute durch die

Globalisierung die soziale Marktwirtschaft

bedroht. In der öffentlichen

Wahrnehmung werde, so

beklagt es zum Beispiel auch der

Oberkochener Leitz-Chef Dr. Dieter

Brucklacher, der Präsident des

Verbandes Deutscher Maschinenund

Anlagenbauer, die zunehmende

Intensivierung der weltwirtschaftlichen

Arbeitsteilung

häufig mit Arbeitsplatzabbau und

Standortverlagerung gleichgesetzt.

Es können aber, so Brucklacher,

„viele Unternehmen nur dadurch

massive Beschäftigungsverluste

vermeiden, wenn sie Teilbereiche

ihrer Produktion ins Ausland verlagern.“

Tatsächlich ist es so, dass die

großen ostwürttembergischen

Global Players in den vergangenen

Jahren die Zahl ihrer Beschäftigten

an ihren deutschen Stammsitzen

ausgebaut haben. Allerdings gibt

es immer weniger „einfache“ Arbeiten,

Stellen mit hoher Qualifikation

müssen sogar unbesetzt

bleiben. Carl Zeiss und Voith allein

suchen derzeit rund 400 Ingenieure.

Auch und gerade hinter Global

Players stehen in Ostwürttemberg

verantwortungsvolle Menschen

und Macher. Das sind bei der Carl

Zeiss AG die Vorstände Dr. Dieter

Kurz (Vorsitzender), Dr. Michael

Kaschke (Finanzen) und Dr. Hermann

Gerlinger (SMT-Chef). Sie

haben die Carl-Zeiss-Gruppe nach

der erfolgreichen Sanierung durch

Dr. Peter Grassmann zu einem

Technologie- und Weltmarktführer

in der optischen und optoelektronischen

Industrie geführt. In

fünf Unternehmensbereiche

(Halbleitertechnik, Medizintechnik,

Mikroskopie, Industrielle

Meßtechnik und Optisch-elektronische

Systeme) gegliedert bietet

die Carl Zeiss-Gruppe Produkte

und Dienstleistungen in den drei

strategischen Wachstumsfeldern

Medical and Research Solutions,

Lifestyle Products und Industrial

Solutions. Herausragende Beispiele:

Über 40000 Zeiss-Objektive

werden täglich verkauft, jede

zweite Operation des Grauen Stars

wird weltweit mit Zeiss-Mikroskopen

durchgeführt und jeder

zweite Waferstepper zur Chipherstellung

ist mit Zeiss-Optiken ausgestattet.

Die Carl-Zeiss Gruppe ist in

mehr als 100 Ländern der Welt mit

Produktionsstätten oder Niederlassungen

vertreten. Der Umsatz

dürfte im Geschäftsjahr 2005/06

bei etwa 2,4 Milliarden Euro liegen,

den über 11 500 Mitarbeiter

weltweit (Exportquote 80 Prozent)

erwirtschaften. Die Zeiss-Erfolgsgeschichte

basiert auch auf

der erfolgreich durchgeführten

Reform der Rechtsform (vom Stiftungsunternehmen

zur AG), wodurch

marktgerechte Ausgliederungen

und Joint Ventures flexibel

möglich wurden.

Profitiert haben davon - wenn

auch mit einem Arbeitsplatzabbau

in Aalen verbunden - die Markenoptik

mit der Bildung der Carl

Zeiss Vision GmbH. Dieses Joint

Venture mit der schwedischen Private

Equity-Gesellschaft EQT

kaufte den US-Konzern Sola und

wurde damit zur Nr. 2 der Welt in

der Brillenglasherstellung und insbesondere

die Carl Zeiss SMT AG.

Diese baute im Gewerbegebiet

Oberkochen mit einem Investitionsvolumen

von 450 Millionen

Euro das weltweit modernste Entwicklungs-

und Produktionszentrum

für Lithographieoptik, das

erst kürzlich erweitert und in Betrieb

genommen wurde.

Ein ähnlich bedeutendes „Bekenntnis

in Stein“ zum Standort

Ostwürttemberg gab in diesem

Jahr die Voith AG ab. Am 12. Mai

wurde das neue Paper Technology

Center am Stammsitz Heidenheim

eingeweiht - damit begann eine

neue Epoche des Papiermachens.

„Die Kraft zur Innovation zieht

Voith aus den festen Wurzeln und

der Philosophie eines Familienunternehmens“

sagte Dr. Hermut

Kormann. Kormann als Nachfolger

des früheren Präsidenten des

Bundesverbandes Deutscher Industrie

(BDI) setzt die Reihe der

großen Industriekapitäne bei

Voith fort. Er hat das Unternehmen

nicht nur von der Produktseite

und der Effizienz zu einem

enorm finanzstarken Global Player

geführt, sondern es auch in der

breiten Besetzung des Vorstandes

(Dr. Hermann Jung, Dr. Hans-Peter

Sollinger, Bertram Staudenmaier,

Dr. Hubert Lienhard, Peter

Edelmann und Martin Henrici) auf

die Anforderungen der Zukunft

ausgerichtet.

Voith beschäftigt weltweit fast

31000 Mitarbeiter und setzt über

3,5 Milliarden Euro um. Die Mitarbeiterzahl

in Heidenheim beträgt

4200 - Tendenz nach oben.

Das Voith-Geschäft ist gegliedert

in vier Konzernbereiche: Voith Paper,

Voith Turbo, Voith Siemens-

Hydro und Voith Industrial Services.

Mehr als ein Drittel der gesamten

Papierproduktion weltweit

wird auf Voith-Papiermaschinen

hergestellt. Ein Drittel der

weltweit aus Wasserkraft gewonnen

Energie wird mit Turbinen

und Generatoren von Voith Siemens

Hydro Power Generation erzeugt.

Antriebselemente von Voith

Turbo werden rund um den Globus

sowohl in industriellen An-

lagen als auch auf Schiene, Straße

und Wasser eingesetzt. Die größten

Unternehmen Europas vertrauen

auf technische Dienstleistungen

von Voith Industrial Services.

Unter die Überschrift „Folgen

der Globalisierung“ kann man die

Neuausrichtung des Heidenheimer

Verbandsstoff- und Hygienespezialisten

Paul Hartmann AG

stellen. Mit der Konzentration auf

das medizinische Kerngeschäft

(Inkontinenzprodukte, Wundversorgung,

OP-Bedarf, kundengerechte

Komplettlösungen) gelang

dem Vorstandsvorsitzenden Dr.

Rinaldo Riguzzi in den vergangen

zwei Jahren wieder die Rückkehr

in die Gewinnzone. Hartmann beschäftigt

weltweit über 9000 Mitarbeiter,

davon rund 3400 in

Deutschland, und setzte im vergangenen

Geschäftsjahr 1,22 Milliarden

Euro um.

Die schwierige Phase der Jahre

2002 und 2004 hat der Global

Player ZF Lenksysteme GmbH

(ZFLS) überwunden. Der Hersteller

von elektronischen und hydraulischen

Lenksystemen für Pkw

und Nutzfahrzeuge hat unter Egon

W. Behle die Rückkehr in den

„schwarzen Zahlenbereich“ wieder

geschafft. Der Umsatz dürfte in

diesem Jahr die 2,5-Milliarden

Euro-Grenze übersteigen. Die Mitarbeiterzahl

beträgt weltweit

9400, davon 5700 in Deutschland

und davon 4200 am Stammsitz

in Schwäbisch Gmünd. ZFLS

ist ein Joint Venture zwischen der

ZF Friedrichshafen AG und der Robert

Bosch GmbH, Stuttgart.

Global Players, die in Ostwürttemberg

nicht ihren Stammsitz,

aber Produktionsstätten oder Niederlassungen

haben sind u.a.:

Bosch-Siemens-Hausgeräte

GmbH (München) in Giengen,

Weleda (Schwarzach, Schweiz) in

Schwäbisch Gmünd, Epcos AG

(München) in Heidenheim, Osram

(München) in Giengen, Varta

(jetzt Global Equity Partners,

Wien) in Ellwangen, Munksjö


(Schweden) in Unterkochen,

TRW (Cleveland/USA) mit TRW

Automotive in Alfdorf, Imtech

(Holland, Hamburg) in Aalen,

Triumph International (Zurzach/

CH, München) in Heubach.

Winfried Hofele

MENSCHEN

MACHER

MÄRKTE

Rainer

Wiese

über dieses

Heft

ZUM BEISPIEL OSTWÜRTTEMBERG

EDITORIAL

Diese Beilage tut einen weiten Rundblick auf die-

Wirtschaft in Ostwürttemberg, auf die Menschen,

Produkte und Arbeitsweisen, schaut in Märkte, auf

denen sich hiesige Firmen als Global Player oder

heimliche Stars tummeln. Das Heft berichtet beispielhaft

über einzelne Firmen, wir zeigen Unternehmen

aus den verschiedensten Branchen, die auf

der Ostalb Erfolgsgeschichten schreiben.

Was die kommunale Wirtschaftsförderung zum Erfolg

der Unternehmen beitragen kann, zeigen Berichte

aus Aalen, Schwäbisch Gmünd und Ellwangen.

Unsere Reporter berichten von Menschen, die

in der zweiten Reihe dem Erfolg den Weg bereiten.

Männer und Frauen der ersten Reihe haben wir

nach dem Erfolgsrezept ihrer Arbeit und nach dem

Ostalbknigge gefragt: Wieviel Understatement darf

sein und wie sieht schwäbische Gastfreundschaft

aus.

Und wir wollten wissen, welche die größten Unternehmen

in Ostwürttemberg nach der Zahl der

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind, das Ranking

finden Sie in diesem Heft. Zum Beispiel.

Einer der ganz großen Leuchttürme in Ostwürttemberg: Global Player Carl Zeiss in Oberkochen

DIE BILDER DER TITELSEITE

Von rechts oben im Uhrzeigersinn:

Azubis in Aalen ★ Katharina Dietz-

Epple (siehe Seite 6) ★ Großbaustelle

Mapal ★ Marc C. Vogel betreut

die Innovationsleuchttürme bei

Zeiss ★ Theo Hageney erläutert

seine Meßstrategie ★ Büroszene im

Aalener Technologiezentrum

2 Städte, 1 Idee . . .

. . . das Interkommunale Industrieund

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3


Von links:

Empfangssekretärin Karin Füchsle,

Personalreferentin Stefanie Simonovski

und Geschäftsführerin

Ellen Heuser von der Firma Intecma

aus Aalen betreuen die Kunden in der

Region Ostwürttemberg.

Zeitarbeit – Flexibilität mit Sicherheiten!

Zeitarbeit gewinnt zunehmend an Bedeutung, denn sie bietet Arbeitnehmern und Arbeitgebern zahlreiche Vorteile.

Ein Bericht der Firma Intecma Personaldienstleister aus Aalen.

Zeitarbeit, Personalleasing, Arbeitnehmerüberlassung,Personalvermittlung,

. . . Trotz unterschiedlicher

Namen beschreiben

diese Begriffe eine Aufgabe:

Die Bereitstellung von geeigneten

Arbeitskräften. Bedingt

durch die gesamtwirtschaftliche

Lage ist vor allem in den

vergangenen Jahren die Branche

DIE ZEHN IRRTÜMER

DER ZEITARBEIT

Die tägliche Arbeit hat gezeigt, dass zum Thema Zeitarbeit viele,

völlig falsche Aussagen kursieren.

Deshalb die wichtigsten Irrtümer und der tatsächliche Sachverhalt:

Man bekommt nur einen befristeten Vertrag

(Zeitvertrag).

FALSCH – In der Regel bekommt man einen unbefristeten Vertrag.

Man muss jeden Tag woanders arbeiten

(Ständiger Einsatzwechsel).

FALSCH – Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Einsätze bei unseren

Kunden vor allem langfristig sind.

Man kann von heute auf morgen gekündigt werden.

FALSCH – Es gelten die tariflichen bzw. gesetzlichen

Kündigungsfristen wie bei jedem anderen Arbeitsverhältnis.

Zeitarbeit ist generell schlecht bezahlt.

FALSCH – Es wird je nach Qualifikation des Einzelnen nach dem

Tariflohn vergütet. Facharbeiter sind höher eingestuft als Helfer.

Es gibt lange Wartezeiten zwischen den Einsätzen, die

nicht bezahlt werden.

FALSCH – Wartezeiten zwischen den Einsätzen sind meist nur von

kurzer Dauer und werden bezahlt.

Die Übernahme durch den Kunden ist nicht möglich

oder wird durch die Zeitarbeitsfirma erschwert.

Eine Übernahme kommt selten vor, da dann eine hohe

Ablöse zu zahlen ist.

FALSCH – Eine Übernahme durch den Kunden ist bei Intecma

nach 6 Monaten Einsatzzeit möglich und es muss keinerlei Ablöse

gezahlt werden.

Man hat grundsätzlich weite Fahrstrecken

zu den Einsätzen.

FALSCH – Die Einsätze sind zum überwiegenden Teil in einem

30-km-Umkreis der jeweiligen Intecma. Zudem werden eventuell

entstehende Unkosten bei längeren Anfahrten ersetzt.

Zeitarbeit ist nur etwas für ungelernte Kräfte.

FALSCH – Es besteht genauso eine große Anfrage an

ausgebildeten Facharbeitern.

Zeitarbeit ist keine sozialversicherungspflichtige

Beschäftigung.

FALSCH – Es handelt sich, wie bei jedem Unternehmen,

um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Die Einsatzfirma ist der Arbeitgeber.

FALSCH – Intecma übernimmt die Arbeitgeberfunktion.

stark gewachsen, berichtet

Frau Ellen Heuser, Geschäftsführerin

der Firma Intecma aus

Aalen. Dabei ist Zeitarbeit keine

Erscheinung der jüngsten

Vergangenheit, sondern reicht

in Deutschland zurück bis in die

30er-Jahre. Seit 1931 wird die

Vermittlung und Bereitstellung

von Arbeitskräften gesetzlich

Dass Kunden und Mitarbeiter

mit den Leistungen der Intecma

Maschinen GmbH zufrieden

sind, zeigt ein kurzer Blick auf

Zahlen und Fakten.

Am Standort Aalen ist die

europaweit agierende Intecma-

Unternehmensgruppe bereits

seit über 10 Jahren erfolgreich

tätig. Gemeinsam mit Intecma

Schorndorf und Intecma

Michelfeld-Kerz werden weit

über 60 große und kleinere

Unternehmen mit einem

Personalstamm von über 300

Mitarbeitern in der Region

betreut, informiert Frau Heuser.

Unsere Mitarbeiter, die bereits

länger bei uns beschäftigt sind,

bilden einen unverzichtbaren

Stamm, um unsere Kunden

schnell mit fachlich gut ausgebildeten

Mitarbeitern versorgen

zu können. Zudem sind die

langjährigen Mitarbeiter für

unsere neuen Arbeitnehmer

kompetente Ansprechpartner

beim Kunden vor Ort.

Um die ständig steigende

Nachfrage decken zu können,

entstehen in nächster Zukunft

weitere Niederlassungen u.a.

im Großraum Stuttgart.

Bei der generell steigenden

Nachfrage nach Arbeitnehmern

geht die Tendenz zu höher qualifizierten

Mitarbeitern. »Zu

Beginn unserer Tätigkeit in

Aalen waren unsere Kunden

hauptsächlich an Hilfs- und Anlernkräften

interessiert«, so Frau

Stefanie Simonovski, Personalreferentin

der Intecma. »Heute

beziehen sich die Kundenanfragen

zu einem großen Teil auf

qualifizierte Fachkräfte.

geregelt. Es besteht die volle

Arbeitgeberpflicht für den Vermittler.

Nach dem Zweiten Weltkrieg

waren es in erster Linie ausländische

Unternehmen, die in

den 60ern die Dienstleistung

Zeitarbeit in der Bundesrepublik

etablierten. Trotz zahlreicher

In der Region Ostwürttemberg

mit dem Schwerpunkt Metallverarbeitung

und Maschinenbau

stehen vor allem gelernte

Metallfachkräfte wie Schlosser,

Schweißer, CNC-Fachkräfte,

Elektriker und Elektroniker im

Fokus der Kunden. Darüber

hinaus sind es ebenso Fachkräfte

aus der Holzverarbeitung

sowie Maler und Lackierer, die

dringend benötigt werden.«

Ein Trend, der sich bundesweit

abzeichnet.

Mitarbeiter sind das Kapital

eines Personaldienstleisters.

Entsprechend intensiv sucht

Intecma konstant nach neuen,

den Anforderungen der Kunden

entsprechende Mitarbeiter.

Neben der Mitarbeitersuche

über Stellenanzeigen in der örtlichen

Presse steht vor allem die

enge Zusammenarbeit mit der

Bundesagentur für Arbeit im

Mittelpunkt der Personalsuche.

»Die Mitarbeiter der Bundesagentur

kennen die Berufsbilder

die wir laufend benötigen und

weisen die Arbeitsuchenden auf

unsere Angebote hin«, so Frau

Heuser, »viele Arbeitsuchende

finden über die Zeitarbeit den

Wiedereinstieg in ein Beschäftigungsverhältnis.«

Trotz der vielfachen,

positiven Erfahrungen

mit vielen Mitarbeitern, treffen

Personaldienstleister bei den

Arbeitsuchenden auf zahlreiche

Vorurteile und falsche Informationen

(siehe auch Informationsfeld

»Die zehn Irrtümer der

Zeitarbeit«). Dies hält viele

Arbeitsuchende davon ab, sich

bereits zu Beginn der

Arbeitslosigkeit bei einem

Zeitarbeitsunternehmen zu

bewerben. »Welchen Stellen-

deutscher Unternehmen, die

inzwischen ihre Leistungen

anbieten, liegt Zeitarbeit in

Deutschland im europäischen

Vergleich weit zurück. Zwar

konnte durch den enormen

Zuwachs der Branche aktuell

ein Anteil von 1% aller

Beschäftigten erreicht werden,

aber zum Vergleich: In

Großbritannien beträgt der

Anteil 3,7%, in den Niederlanden

gar 4,6%.

ZEITARBEIT BIETET

VIELE VORTEILE

Zeitarbeit bietet Arbeitnehmern

und Arbeitgebern Vorteile.

Unternehmen decken mit

Zeitarbeit Personalengpässe in

ihrem Unternehmen ab. Diese

resultieren insbesondere aus

unerwarteten Aufträgen oder

flexibleren Lieferzeiten. Außerdem

entstehen Engpässe durch

Urlaub oder längerer Krankheit.

Für Arbeitsuchende bietet die

Zeitarbeit zahlreiche, vielfach auf

den ersten Blick nicht sichtbare

Vorteile. Im Vordergrund steht in

aller Regel das sichere, meist

unbefristete Arbeitsverhältnis

mit tariflichen Leistungen und

sozialer Absicherung.

Intecma – seit über 10 Jahren in Aalen

wert diese Fehlinformationen

haben, erleben wir täglich bei

den Bewerbungsgesprächen«,

so die Intecma-Personalreferentin

Frau Simonovski, »Erstgespräche

mit Bewerbern sind oft

Aufklärungsgespräche über die

tatsächlichen Abläufe in einem

Zeitarbeitsunternehmen.«

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Darüber hinaus kann sich der

Arbeitnehmer zusätzlich fachlich

qualifizieren und einen

lückenlosen Lebenslauf bei

weiteren Bewerbungen vorweisen.

In vielen Fällen ist die Zeitarbeit

der Einstieg, »das

Sprungbrett« in ein Arbeitsverhältnis

direkt beim Kunden.

Zahlreiche Unternehmen stellen

Leiharbeiter, die bereits im

Unternehmen tätig sind, bei

länger anhaltenden Personalengpässen

bevorzugt ein.

Zum einen ist der zukünftige

Arbeitnehmer mit dem Unternehmen

und seinem Aufgabenfeld

bereits vertraut, zum

andern kennt das Unternehmen

die Leistungsfähigkeit

des zukünftigen Mitarbeiters.

Dass sie Mitarbeiter an ihre

Kunden »verliert«, ist für Ellen

Heuser, der Geschäftsführerin

der Intecma, Bestandteil der

Geschäftstätigkeit.

Wenn ein Kunde einen unserer

Mitarbeiter übernimmt, zeigt

dies, dass er mit unserer Auswahl

zufrieden war und kommt

beim nächsten Engpass wieder

auf uns zurück.

MEHR ALS NUR ZEITARBEIT.

Intecma als renommierter Personaldienstleister

in der Region

bietet von der klassischen

Arbeitnehmer überlassung auch

Personalvermittlung, On-Site-

Management und Outsourcing

an.


ERFOLGSGESCHICHTEN MENSCHEN MACHER MÄRKTE I 29. NOVEMBER 2006

E

in Projekt mit dem Stempel „zukunftsträchtig“

ist das Dienstleistungszentrum,

das im Herzen von Ellwangen eingerichtet

wurde. Starthilfe für junge Firmen einerseits

und Bereicherung für die Stadt andererseits:

Das nennt man zu Recht ein winwin-Geschäft..

Der agile Verein „Pro Ellwangen“ und die

Stadtverwaltung brüteten gemeinsam das

Projekt aus, das am 5. Oktober 2006 dem

Gemeinderat vorgestellt und – mit Ausnahme

einer einzigen Enthaltung – einstimmig

und freudig angenommen

wurde.

Wie kann man jungen Dienstleistungsunternehmen

und Existenzgründern auf

diesem Gebiet die beste Starthilfe geben?

Billige Räume in bester Lage gefällig? Beratung

in allen Lebenslagen durch Stadt und

erfahrene Unternehmer? Bitteschön, alles

da. Kann man das noch besser machen?

In diesem Gebäude direkt am Marktplatz liegen

im ersten Obergeschoss die Räume des

Dienstleistungszentrums. (Foto: Rathgeb)

Gut, das Projekt ist noch klein: Sechs Büroräume,

verteilt auf die 300 Quadratmeter,

die bis vor wenigen Jahren die Ellwanger

VR-Bank im ersten Obergeschoss

des schmucken Gebäudes in der Oberamtsstraße

1-3 genutzt hat, sind nicht die

Welt. Aber ein feiner Anfang, und ein späteres

Wachstum des Zentrums ist ja durchaus

machbar, wie Citymanagerin Verena

Kiedaisch sagt.

Die Lage ist dafür vorzüglich: Direkt neben

dem Marktplatz gelegen, geht es eigentlich

gar nicht mehr zentraler, Park-

INFO

Interessenten können sich informieren

und bewerben bei

Verena Kiedaisch, Citymanagerin der

Stadt Ellwangen, Spitalstraße 4,

73479 Ellwangen, Tel. (07961)

84-288, E-Mail verena.kiedaisch@ellwangen.de

und bei

Gerhard Senger, Wirtschaftsbeauftragter

der Stadt Ellwangen, Spitalstraße

4, 73479 Ellwangen, Tel.

(07961) 84-217, E-Mail gerhard.senger@ellwangen.de.

Famose Starthilfe für junge Firmen

Wie ein Bürozentrum für Unternehmensgründer und

Dienstleistungsfirmen mitten in der City entsteht

plätze gibt es, die Räume wurden

von der VR-Bank in bestem

Zustand und sehr repräsentativ

hinterlassen, und die Kosten

sind läppisch: Das billigste der

zwischen 15 und 30 Quadratmeter

großen Büros kostet gerade

mal 85 Euro pro Monat, inklusive

der Nebenkosten... Die

Räume sind sofort beziehbar.

Dazu kommen eine Art Ge-

meinschaftsraum, Toiletten,

Küche, Terrasse, Aufzug und

Multimedia-Anschlüsse, ohne

die ja nichts mehr geht. Auch

die Einrichtung eines zentralen

Sekretariats mit Telefonzentrale

für alle ist geplant.

Eine „Brainstorming-

Runde“ brütete die Idee aus, dabei

die Stadtverwaltung und

jede Menge erfahrene und er-

folgreiche Unternehmer, die

vielfach den jungen Existenzgründern

im Dienstleistungszentrum

auch künftig mit bestem

Rat zur Seite stehen wollen,

sozusagen als „Paten“. Gerade

letzteres ist eine eigentlich unbezahlbare

Hilfe: Von Fragen

der Finanzierung über steuerliche

Regelungen bis hin zur ganz

konkreten Vermittlung von Ge-

schäftspartnern stehen den ExistenzgründernalteHasen

zur Seite.

Wie Verena Kiedaisch sagt, haben

sich die ersten Interessenten

bereits gemeldet; schon einen Tag

nach der ersten Veröffentlichung

des Projekts in der Presse fragte der

erste an.

Auf weitere Bewerber hofft die

Stadt Ellwangen, unter deren

Ägide das Dienstleistungszentrum

5

seit dem Gemeinderatsbeschluss

steht (und die voraussichtlich etwa

10000 Euro pro Jahr zuschießen

muss).

Noch offen ist die Frage, ob einheimische

Bewerber bevorzugt

werden sollten. Die Citymanagerin

sieht das aber ganz pragmatisch:

„Wir schauen erst mal, wer

sich so alles meldet.“

Fred Ohnewald


6

29. NOVEMBER 2006 I MENSCHEN MACHER MÄRKTE ERFOLGSGESCHICHTEN

„Nur alles zusammen bin ich“

Wenn Frauen in zwei Berufen arbeiten, brauchen sie und ihre Partner ein

hohes Organisationsvermögen -trotz der gerade sehr aktiven Familienpolitik

D

ie Frau, die Mutter, ausgebildet

und wertvoll für das Wirtschaftsleben,

muss den Spagat

zwischen Familie und Beruf beherrschen.

Man kann und will

nicht mehr auf Fachkräfte verzichten

- und nicht auf Kinder. Die Gesellschaft

braucht sie und die Politik

schafft beispielsweise mit dem

Elterngeld Anreize, damit Frauen

ihn ihrem Beruf auch mit Kindern

weiter arbeiten können.

„Das ist bisher allerdings nur ein

Punkt, der die Berufstätigkeit der

Mutter anspornen kann“, sagt die

Frauenbeauftragte der Stadt Aalen,

Uta-Maria Steybe. Für sie gehören

viele andere Segmente in den großen

Kreis der oft komplizierten Berufstätigkeit

einer Mutter. Eines

davon ist in der Mentalität der

Deutschen verankert. „Wir müssen

weg kommen, von diesem Rabenmutter-Gedanken“,soSteybe.

Und sie geht noch weiter. „So

lange die Gebärmutter als Risikofaktor

in den Betrieben angesehen

wird, ändert sich an der Situation

gar nichts“. Deutschland sei nach

wie vor das Schlusslicht in Europa,

was die Kinderbetreuung betrifft.

Wohnortnahe Kindergärten werden

eher abgebaut, weil die Kommunen

zu wenig Geld dafür ausgeben

wollen. Und auch in den

Betrieben ist es nach wie vor Pri-

vatsache, wo, wie und wann Kinder

untergebracht werden. Dadurch

gehen Deutschland wertvolle,

gut ausgebildete Arbeitskräfte

verloren. „Die Entwicklung

geht nur sehr langsam in eine andere

Richtung“, resümiert die

Frauenbeauftragte.

„Man muss sich schon sehr

rechtzeitig um einen Platz in einem

Ganztageskindergarten bemühen“,

weiß beispielsweise die

Zahnärztin Katharina Dietz-Epple

aus Erfahrung. Bei ihr hat es glücklicherweise

geklappt und die beiden

Söhne mit zwei und fünf Jahren

sind im „Hokuspokus“ in

Wasseralfingen gut aufgehoben.

Sie und ihr Mann haben sich bewusst

für die Kinder entschieden

und beide haben dafür beruflich

zurück gesteckt. Ein relativ starrer

Wochenplan legt fest, wer wann

die Kinder vom Kindergarten abholen

muss.

„Alles eine Frage der Organisation“.

Katharina Dietz-Epple fühlt

sich wohl in ihrer Rolle als Mutter

und Zahnärztin. Sie kann beides

gut vereinbaren, weil ihr Mann

eventuelle Stresssituationen mit

trägt.

„Gemeinsam schaffen wir das

schon“, sagt auch die 32-jährige

Bürokauffrau Silvia Ammon aus

Fachsenfeld. Ein Jahr nach dem Er-

ziehungsurlaub hat sie wieder

im Ostalbklinikum zu

arbeiten begonnen. Sie

brauche ihren Beruf für ihre

persönliche Bestätigung. Er

ist für sie eine Art Ausgleich

zur Hausarbeit. Allerdings

räumt sie ein, dass sie nur

mit öffentlichen Einrichtungen

nicht klar kommen

würde. „Die beiden Omas

springen oft ein“.

Dass das Angebot an

Ganztagesbetreuungen, in

Schule und Kindergärten zu

gering ist, findet auch Michaela

Drengenberg, Leiterin

der Kontaktstelle Frau

und Beruf Ostwürttemberg

und Mutter von drei Kindern.

Ihre Berufstätigkeit

orientiert sich am Tagesablauf

ihrer Kinder, sie versucht,

Termine auf Schulzeiten

zu legen. Ansonsten

hat sie sich ein gutes Netzwerk

aus Haushaltshilfe,

Nachbarn und Freunden

aufgebaut. „Immer doppelt

abgesichert, das vermeidet

Stress“, rät die Mutter. Ihren

Beruf liebt sie, ihre Kinder

ebenso. „Nur alles zusammen

bin ich - ich brauche

beides zum Leben“.

Sibylle Schwenk

Wer Erwerbstätigkeit und Familie vereinen will, muss gut organisieren. Zahnärztin

und Mutter Katharina Dietz-Epple: „Die Betreuungsangebote der Kinder unter drei

Jahren sind sehr dünn und man muss sich rechtzeitig darum bemühen.“

(Foto: opo)


ERFOLGSGESCHICHTEN MENSCHEN MACHER MÄRKTE I 29. NOVEMBER 2006

W

eleda begann 1921 als pharmazeutischer

Laborbetrieb mit eigenem

Heilpflanzengarten in

Schwäbisch Gmünd. Heute ist das

Unternehmen mit Stammsitz im

Schweizer Arlesheim führender

Hersteller von ganzheitlichen Körperpflegeprodukten

und Arzneimitteln

für die anthroposophische

Therapierichtung. Mit mehr als

700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

ist der deutsche Forschungs-

und Produktionsbetrieb

auf der Ostalb der größte weltweit.

Ein dritter Kernbetrieb ist in Frankreich

angesiedelt.

In der 85-jährigen Geschichte

bestätigten die Verantwortlichen

den Standort Gmünd immer wieder

und bauten ihn aus. Das

jüngste Kind ist das Erlebniszentrum

in Wetzgau-Wustenriet, das

als Weleda Naturals GmbH, Heilpflanzenanbau

auf 20 Hektar Fläche,

Pflanzenverarbeitung und internationale

Beschaffung mit dem

Besucherzentrum zusammenfasst.

Hier wachsen im biologisch-dynamischen

Anbau rund 200 Pflanzen,

die sozusagen vom Feld direkt

in die Tube kommen.

Das Sortiment umfasst über 90

Produkte für die Körperpflege und

Naturkosmetik, 3500 Fertigarzneimittel

und rund 100 Arznei-

INFO

● Über 90 Produkte für die

Körperpflege inklusive Naturkosmetik

sind im Weleda-Sortiment.

Weleda produziert außerdem

2.500 Fertig-Arzneimittel.

● Der firmeneigene Heilpflanzengarten

ist das Herz von

Weleda. Auf 20 Hektar wachsen

mehr als 200 verschiedene

Pflanzenarten.

● Zur Unternehmenskultur

gehört bei Weleda die Vereinbarkeit

von Beruf und Familie.

Für ihre rund 600 Mitarbeiter

unterhält das Unternehmen

eine betriebseigene Waldorf-

Kindertagesstätte.

● Die Weleda Gruppe umfasst

neben der Muttergesellschaft

in Arlesheim (Schweiz)

und der deutschen Niederlassung

in Schwäbisch Gmünd

insgesamt 17 Mehrheitsbeteiligungen

der Weleda AG.

Marktplatz für Schönheit und Gesundheit

Bis zudreißigtausend Besucher kommen zu den jährlichen Weleda-Tagen nach Schwäbisch Gmünd. Dann wird deutlich,

wie international das Unternehmen agiert, welche Netzwerke zusammenwirken und welche Philosophie es weltweit lebt

Rudolf Frisch.

mittel zur Selbstmedikation (OTC-

Produkte) zum Beispiel gegen Erkältungskrankheiten.

Mehr als vier Millionen Euro investierte

das Unternehmen erst im

vergangenen Jahr in die Abteilung

zur Herstellung steriler Arzneimittel.

Eines der wichtigsten dort hergestellten

Präparate ist Iscador, ein

Mistelpräparat zur Krebsbekämpfung.

Weleda sucht und pflegt die

enge Zusammenarbeit mit den

Anwendern, mit Ärzten, Hebammen,

Pflegekräften.

Erstmals und in Folge alle zwei

Jahre lobte Weleda 2005 den Hebammenforschungspreis

aus. Im

gleichen Jahr wurde sie von der

Bundesregierung mit dem Innovationspreis

für das „Weleda Generationennetzwerk“

ausgezeichnet,

in dem ehemalige Mitarbeiter den

jüngeren Kolleginnen und Kollegen

Hilfe im Alltag anbieten. Die

Familie hat eine hohen Stellenwert

im Unternehmen, was sich nicht

nur im betriebseigenen Kindergarten

zeigt sondern auch in der

Einstellung, dass insbesondere die

junge Familie Türöffner zu den

Weleda-Produkten ist.

Der Weleda-Slogan „Im Einklang

mit Mensch und Natur“ umfasst

neben dem Umweltengagement

auch die ganzheitliche Sicht-

Mathieu van den Hoogenband.

weise auf Kunden und Mitarbeiter.

Darüber hinaus wird der Mitarbeiter

in einem sozial-künstlerischen

Prozess gesehen und damit in die

Wertekultur des Unternehmens

eingebunden.

Während eine englische Mehrheitsbeteiligung

der Gruppe schon

seit 80 Jahren angehört, entstand

2005 der jüngste Standort in Brasilien.

Rund um den Globus von

Australien bis Russland und von

Südamerika bis Ägypten ist die

Weleda AG mit rund 1800 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern in

51 Ländern vertreten.

Über Unternehmen und Produkte

informieren die Weleda-

Nachrichten weltweit in einer Jahresgesamtauflage

von 6,5 Millionen.

Obwohl die einzelnen Unternehmen

ihre Märkte individuell

bearbeiten, werden die Marktstrategien

aufeinander abgestimmt.

Wachstumspotentiale ergeben

sich für das Unternehmen durch

die Osterweiterung der EU, wo

sich ein verstärktes Bewusstsein für

ökologische einwandfreie Produkte

entwickelt. Andererseits

sind Länder wie Tschechien und

Polen oder die Türkei Hauptlieferanten

für die wertvollen, nach

EU-Richtlinien Bio-zertifizierten

Rohstoffe wie Birkenblätter oder

Rosenblüten. Die Abnahmegarantie

gibt den Bauern langfristig Sicherheit.

In Partnerschaften mit „Fair-

Trade“-Projekten, wie dem Anbau

von Bio-Pfefferminze in den Anden,

wird der Gedanke der Nachhaltigkeit

unter dem Aspekt der

Unternehmensphilosophie bis ins

Detail realisiert. „Der Weg in die

Globalgesellschaft ist unumkehrbar.

Er wird von Brüchen gekennzeichnet

sein, aber auf diesem

Weg werden immer mehr Menschen

unterschiedlicher Herkunft

zusammenfinden, sich in der Zusammenarbeit

schätzen lernen

und aus Verantwortung für die gesamte

Welt handeln“, blickt Mathieu

van den Hoogenband, Vorsitzender

der Weleda Gruppenleitung

in die Zukunft.

Das wertbeständig agierende

Unternehmen öffnet sich aber

auch zunehmend modernen Marketingformen.

In Paris wurde der

erste Weleda Shop Europas eröffnet

und Weleda USA hat dem Unternehmenssitz

einen Präsentationsraum

hinzugefügt, in dem neben

dem gesamten Sortiment auch

Massagen und Gesichtsbehandlungen

angeboten werden.

Hanna Meid

Das neue Weleda-Erlebniszentrum inWetzgau-Wustenriet für Kunden und Besucher aus aller Welt.

Hightech imTraditionsbetrieb: Die Tunkenproduktion bei Weleda in Schäbisch Gmünd.

7


8

D

29. NOVEMBER 2006 I MENSCHEN MACHER MÄRKTE ERFOLGSGESCHICHTEN

er Gügling, sagt Oberbürgermeister

Wolfgang Leidig, ist die

„großeErfolgsstory inGmünd“.In

den vergangenen fünf Jahren habe

dieses Gewerbegebiet im Südosten

Gmünds „erheblichen Zuwachs“

erfahren. Eine Tatsache, die Leidig

nicht allein auf die Förderung dieses

Gewerbegebietes durch Land

und Europäische Union zurückführt.

Sondern auf aktive städtische

Wirtschaftsförderung.

Den Grundstein für diesen Erfolg

habe sein Vorgänger Dr. Gerhard

Rembold gelegt, sagte Leidig.

Gewerbegebiet mit Blick

In dessen Amtszeit erfolgte die Ansiedlung

von Voestalpine PolynormGrau.Maßstabfür

denErfolg

dieses Gewerbegebietes sind „die

Flächen, die wir brauchen“, sagte

der Oberbürgermeister. Von drei

Baufeldern, die die Erweiterung

Gügling-Nord ausmachen, ist das

erste voll, für das zweite laufen

zurzeit die Planungen, die Grundstücke

werden momentan erworben.

„Wir brauchen Flächen auf

Vorrat, denn wir wollen etwas anbieten,

wenn Interessenten sich

melden“, sagte Leidig zum dritten

Drei Baufelder -der Gügling im Südosten von Schwäbisch Gmünd.

Schwäbisch Gmünds Industrie wächst im Gewerbegebiet Gügling im Südosten der Stadt mit Blick auf die Zukunft

und die schöne Landschaft am Fuße der Drei-Kaiser-Berge

Baufeld.Insgesamt umfasst das Gewerbegebiet

Gügling 140 Hektar

Fläche. Etwa 100 Hektar sind zwischenzeitlich

bebaut, etwa 60 Firmen

haben sich dort niedergelassen.

Zum Beispiel „Erhard automotive“.

Das Unternehmen ist aus der Innenstadt

auf den Gügling gezogen.

„Erhard automotive“, europaweit

führender Hersteller von Tanksystemen,

brauchte mehr Platz für

seine Neuausrichtung. Den gibt es

auf dem Gügling, mit der Option,

noch mehr Fläche zu erwerben.

Denn dies ist ein Plus des Güglings,

dass die Stadt dort für die Unternehmen

Platz für eine Expansion

vorhält.

Weitere Unternehmen, die erst

in jüngster Zeit dazu gekommen

sind, sind die Firma Mechanische

Werkstätten Franz Maier, Lakner

Spedition &Logistik, VRW Eisenund

Stahlhandelsgesellschaft und

LST Süd GmbH aus Paderborn.

LST Süd GmbH, Kunde von

„voestalpine Polynorm Grau“,

wollte im Süden einen zweiten

Standort und entschied sich für

Schwäbisch Gmünd. Hierbei spielt

immer mehr der nun im Bau befindliche

Tunnel eine Rolle, sagte

Leidig. Mehr und mehr Unternehmen

würden danach fragen. Was

Leidig außerdem für wichtig hält:

Zulieferer für die Autoindustrie, Speditionen, hochspezialisierter Maschinenbau - das Gewerbegebiet Gügling ist

eine Erfolgsgeschichte der kommunalen Wirtschaftsförderung.

„Wir besuchen die Unternehmen

regelmäßig, um zu erfahren, wo

der Schuh drückt.“ Dass der Gügling

im Strukturförderprogramm

der Europäischen Union ist und

auch vom Land Baden-Württemberg

kräftig gefördert wird − insgesamt

hat Gmünd für das zweite

und dritte Baufeld 3,1 Millionen

Euro erhalten −, begrüßt der

Oberbürgermeister.

Dadurch erhalten die Investoren

entweder einen Zuschuss oder einen

günstigen Zinssatz bei Kreditaufnahme.

So gefördert werden

kleine und mittlere Unternehmen

bis 250 Mitarbeiter.

Leidig sieht diese Förderung je-

doch nicht als alleinigen Erfolgsfaktor

für das Gewerbegebiet.

„Wir kümmern uns um die Firmen,

bieten Sicherheit für Investitionen,

ermöglichen Wohnen

über die Straße, und wir haben die

richtige Mischung“, nannte der

Oberbürgermeister die Faktoren,

die für ihn den Erfolg ausmachen.

Außerdem sei die Stadt bei den

Baugenehmigungen schnell und

versuche, den Unternehmen entgegen

zu kommen. „Das klare Profil

des Güglings ist der Erfolgsfaktor“,

sagte auch der städtische

Wirtschaftsbeauftragte Klaus Arnholdt,

der ebenfalls einen engen

Kontakt zu den Unternehmen hält.

Das Gewerbegebiet Gügling ist

1967/68 ausgewiesen worden.

Ritz Pumpen gehörte zu den ersten

Unternehmen, die sich dort ansiedelten.

Ursprünglich waren kleinere

Gewerbe die Zielgruppe des

Güglings. Später, insbesondere

mit der Ansiedlung der ZF Lenksysteme,

änderte sich dies. Das war

Ausgangspunkt für den heutigen

Gügling mit großflächigen Unternehmen.

Die, und auch das unterstreicht

Leidig, sich in schöner Landschaft

mit faszinierendem Blick auf die

Drei-Kaiser-Berge niederlassen.

Michael Länge


ERFOLGSGESCHICHTEN MENSCHEN MACHER MÄRKTE I 29. NOVEMBER 2006

S

ollten Sie demnächst in Tokio aus dem

Zug steigen und den Blick hilfesuchend

auf’s nächste Hinweisschild heften oder

auf der Suche nach dem Ausgang durch

den Great Court des British Museum in

London schlendern oder - was am wahrscheinlichsten

ist - im Fernsehen den „Siemens

mobile“-Schriftzug auf den Trikots

der Spieler von Real Madrid lesen - dann

sehen Sie Schwäbisch Gmünder Gestaltungskunst

aus dem Hause Baumann &

Baumann.

Dass hier eines der international gefragtesten

Grafik-Design-Büros residiert,

sieht man dem äußerlich schlichten weißen

Zweckbau in der Taubentalstraße

nicht an.

Die ehemalige Seifenfabrik unweit des

Schwäbisch Gmünder Bahnhofs betritt

man - das Ungewöhnliche ist hier Programm

- über einen Aufzug, der den staunenden

Besucher zwei Stockwerke später

ins Reich der Baumannschen Farben und

Formen entlässt. Hell und licht und ohne

Der Hausherr hat gut lachen: Mit Farben und

Formen von Baumann & Baumann schmeckt

das Leben nicht nur bei WMF schön.

(Foto: Frank Bühl)

Zwischenwände öffnet sich der hohe,

weite, weißwandige, mit dunklem Parkett

belegte Raum dem Gast. An den Wänden

gerahmte Plakate und meterweise Design-

Literatur, auf den Tischen zwischen Flachbildschirmen

Schablonen und Entwürfe,

in der Ecke, neben der ausladenden Kochlandschaft,

ein Fahrrad, dazwischen

Krimskrams und Zierrat, augenscheinlich

aus Ostasien, beiläufig zur Schau gestellte

Flaschen mit edlen Tropfen - und „der

Chef“, Barbara und Gerd Baumanns

ebenso riesiger wie genügsamer Boxer.

Ein Ort zum Arbeiten und zum Wohlfühlen.

Hier hat der Geist viel Platz zum

Wehen. Und das braucht er auch. „Wir

sind ein Konzeptionsbüro, kein Planungsbüro“,

sagt der Hausherr. Der 55-Jährige,

leger in Grau-Schwarz gekleidet, wirkt mit

seinem markanten weißen Rundbart, seinem

väterlichen Lächeln, seiner sonoren

Stimme und seinen ruhigen, geschmeidigen

Bewegungen wie ein erfahrener, weltläufiger

Seemann. Vor 29 Jahren sind er

und seine Frau nach ihrem Studium an der

Schwäbisch Gmünder FH für Gestaltung

und einem kurzen Abstecher nach Berlin

„in die süddeutsche Provinzstadt zurückgekehrt“

(Internet-Kurzvita) und haben

dort das Büro „Baumann & Baumann“ gegründet

- heute eine der ersten Adressen

im internationalen Design-Business. Arbeitsproben

gefällig? Siemens, DaimlerChrysler,

die Bankenmetropole Frankfurt,

Projekte in London, Moskau und Tokio,

der neue Bonner Bundestag und, ganz neu,

WMF-Motto: „Das Leben schmeckt

schön“.

Stararchitekt Lord Norman Foster („mit

dem haben wir schon öfters zusammengearbeitet“)

wollte die Gmünder als Supervisor

für die Gestaltung des neuen

Reichstages. „Erst in der abschließenden

Abstimmung hat sich der Bundestag für

ein anderes Büro entschieden“, erzählt

Gerd Baumann. Auch in der Region haben

Das Ungewöhnliche ist hier Programm

Leben und arbeiten in Schwäbisch Gmünd, Unterrichten in Tokio

und grafische Spuren auf der ganzen Welt: Baumann&Baumann

Baumann & Baumann ihre Spuren hinterlassen,

am deutlichsten in und um die

Internationale Musikschulakademie

Schloss Kapfenburg, deren markantes

schwarz-weißes Erscheinungsbild sie seit

1998 gegen viele Widerstände geprägt

haben. Neu und noch gar nicht öffentlich

ist das Plakat zur Verleihung des „Salzburger

Stiers“. Der bedeutendste Kabarettpreis

im deutschsprachigen Raum wird

2007 erstmals auf der Kapfenburg verliehen.

Seit 2000 unterrichtet das Gestalterpaar

an der Musashino Art University in Tokio.

„September und Oktober in Japan“,

schwärmt Gerd Baumann, „das ist die

schönste Jahreszeit, das ist der Wahnsinn“.

Den Japanern attestiert er „ein

ganz, ganz hohes Verständnis für das, was

wir tun und wie wir’s tun“. Seit 1985, als

Tochter Clara geboren wurde (die inzwischen

Architektur studiert, während

Sohn Léon sich für den steinigen BWL-

Weg entschieden hat), haben die Bau-

manns die Vier-Tage-Woche eingeführt:

„Freitag um 12 ist Schluss“, sagt Gerd

Baumann. „Schöpferische Pausen sind

wichtig, da reicht es oft schon aus, zwei

Tage nichts zu tun.“ Wie lange er und

seine Frau von Montag bis Donnerstag arbeiten?

„Fragen Sie michnicht“,sagter.

Im nächsten Jahr beziehen Baumann &

Baumann zum 30-jährigen Bestehen ein

neues Domizil - eine 1871 erbaute klassizistische

Villa, direkt neben der Gmünder

Bahnhofsapotheke gelegen. „Wir höhlen

9

das ganze Haus aus, entfernen alle nichttragenden

Wände“, schildert der passionierte

Architekturliebhaber mit leuchtenden

Augen. Eine visuell überbordende

Werkschau bietet der liebevoll gestaltete

Prachtband „Spiel Räume“, der wie alle B

& B-Publikationen im Hantje Cantz Verlag

erschienen ist. Liebhabern außergewöhnlicher,

origineller Gestaltungskunst

sei zudem ein Besuch auf www.baumannandbaumann.com

ans Herz gelegt.

Frank Bühl


10

S

29. NOVEMBER 2006 I MENSCHEN MACHER MÄRKTE ERFOLGSGESCHICHTEN

ie sind robust, leistungsfähig

und fruchtbar: die Hybrid-Kaninchen

des Zuchtbetriebs Dr. Zimmermann

in Untergröningen.

Verkauft werden sie hauptsächlich

ins Ausland - von Frankreich bis

Asien.

1972 hat er begonnen, auf dem

Schweizerhof in Untergröningen

Hybrid-Kaninchen zu züchten.

Zur gleichen Zeit entwickelte ein

Studienkollege des Diplom-Landwirts

und Tierzüchter das deutsche

Hybrid-Schwein - ein Produkt aus

mehreren spezialisierten Zuchtlinien.

Lange habe man bei der

Zucht nur auf die Größe des Tieres

geachtet, nicht aber auf die

Fleischqualität.

Beim Hybrid-Zuchtverfahren

werden enge Linien miteinander

gekreuzt. Das ergibt den so genannten

Heterosiseffekt. Die

Nachkommen seien vitaler, größer,

widerstandsfähiger und anpassungsfähiger,

schildert der

Fachmann.

Die Qualität vom Kaninchenfleisch

ist nicht nur sehr hoch, sondern

Hasen sind sehr fleischträchtige

Tiere. Dr. Erich Zimmermann

rechnet vor: Eine Häsin, die vier

Kilos wiegt, wirft rund 50 Jungtiere

im Jahr. So produziert sie

jährlich 150 Kilo Fleisch. Sie erzeugt

das 37,5-fache ihres Körpergewichtes.

Eine Kuh, die rund

500 Kilogramm wiegt, bringt im

In Deutschland werden Hasen gestreichelt

Warum die Hybrid-Kaninchen vom Schweizerhof in Untergröningen ein rassiger Exportschlager sind

und in Deutschland weniger stark nachgefragt werden

Der Exportschlager aus Untergröningen: Hybridkaninchen. Dr. Judith Weirich und ihr Bruder André Zimmermann

haben von ihrem Vater Dr. Erich Zimmermann den Zuchtbetrieb übernommen. (Fotos: Eva Gaida)

Jahr einen Nachkömmling mit

rund 400 Kilo auf die Welt.

Züchter in Belgien, Luxemburg,

Frankreich, Österreich und Asien

versorgt der Betrieb mit einer Häsin,

die gute Muttereigenschaften

hat und einem Bock, der Gewicht

bringt. Auch in der Entwicklungs-

hilfe in Afrika kommen die Vorzüge

der relativ günstigen Hasenzucht

zum tragen. „Die Universität

Obervolta führt das Projekt weiter.

Es ist zum Selbstläufer geworden“,

beschreibt der Firmengründer.

Inzwischen hat er die Firma an

seine Kinder Dr. Judith Weirich

Massenweise Discountpreise.

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Samstag, 7 – 14 Uhr

und André Zimmermann übergeben,

die beide Diplom-Agraringenieure

sind. Sein Sohn kümmert

sich um die Aufzucht in Rötenbach

und seine Tochter ist für die

Vermehrungszucht auf dem

Schweizerhof verantwortlich. In

beiden Betrieben wird das „Meka-

Programm“, das Marktentlastungs-

und Kulturerhaltungsprogramm

umgesetzt.

„Wir versuchen in Entwicklung

und Tierschutz den Vorschriften

voraus zu sein“, betont Judith

Weirich.

Das ist auch bei einer Kommission

der Europäischen Union angekommen,

die Richtlinien für die

Kaninchenhaltung in Europa festschreiben

will. Der Besuch aus Dänemark,

Portugal, Spanien, der

Schweiz, Großbritannien und

vom Bundesministerium für Verbraucherschutz

im Sommer sei

„sehr beeindruckt“ gewesen.

Und so sieht Kaninchenhaltung

aus, auf die die Kommission als

Grundlage ihrer Richtlinie baut:

Der Stall hat zwei Ebenen. Einen

Balkon, auf den sich das Muttertier

zurückziehen kann. Der Stall ist

hoch, so dass die Tiere stehen können,

ist um einen Nistkasten erweiterbar

und aus Metallgittern.

„Man muss zwischen gemütlich

und gesund unterscheiden“, sagt

die Fachfrau. Der Anblick der Käfige

sei ein optisches Problem für

den Menschen, nicht für die Hasen.

Für den Kaninchenmarkt ist

Deutschland eigentlich der „falsche

Standort“, findet Erich Zimmermann,

weil es hier keinen

Markt für Kaninchen als Gourmet-

Fleisch gibt und weil die Produktion

teuer ist. Aber die „verlässlichen

Arbeitskräfte“ und die

„hohe Datenpräzision“ seien von

anderen Ländern nicht zu schlagen.

Anja Rettenmaier

Die Geschwister Weirich und Zimmermann am Hasenstall: Der Drahtkäfig sei optisch ein Problem für den Menschen,

aber keins für den Hasen, „gemütlich“ und „gesund“ seien zu unterscheiden.

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ERFOLGSGESCHICHTEN MENSCHEN MACHER MÄRKTE I 29. NOVEMBER 2006

Für den riesigen Erweiterungsbau der Weltfirma Mapal an der Oberen Bahnstraße musste sogar eine Straße verlegt werden -angewandte Kooperation zwischen Kommune und Industrieunternehmen.

O

hne Förderung geht es nicht.

Wirtschaftsförderer Hartmut Bellinger

und Citymanager Reinhard

Skusa arbeiten in Aalen Hand in

Hand, um neuen Firmen die Ansiedlung

zu ermöglichen oder

Existenzgründern den Sprung in

die Selbstständigkeit zu erleichtern.

Durch Rat und Tat, Hilfe bei

Krediten und Zuschüssen, moralische

Unterstützung, oder durch

die Suche nach einem neuen

Standort. Aber auch beim Papierkrieg

mit Behörden und dem Rathaus,

der das ohnehin knappe

Zeitbudget der Existenzgründer

oft stark inAnspruch nimmt.

Zum Beispiel:

Pumpentechnik Strauß

in Waldhausen

Ein Beispiel für gelungene Wirtschaftsförderung

ist die Firma

Strauß Pumpentechnik in Waldhausen.

„Ich habe die Firma 1997

gegründet“, erzählt Günther

„Wir haben uns willkommen gefühlt“

Strauß. Er war zuvor beim KSB-

Pumpenservice beschäftigt und

hat sich selbstständig gemacht. Die

Firma hat kräftig expandiert,

schnell wurde der Platz in der Wellandstraße

zu eng. „Auf unseren

70 Quadratmetern konnten wir

uns nicht entwickeln“, berichtet

Strauß. Aufträge habe es in Hülle

und Fülle gehabt, aber zu wenig

Räumlichkeiten.

Hier wurde die Wirtschaftsförderung

der Stadt aktiv. „Man hat

uns gut geholfen, einen neuen Firmensitz

zu finden“, erklärt Strauß.

Schnell wurde ein neuer Standort

im Industriegebiet Beurener Straße

in Waldhausen gefunden, ein

Werkstatt- und Bürogebäude für

Verkauf und Reparatur von Pumpen

gebaut.

Der Erfolg ließ nicht lange auf

sich warten. „Im ersten Jahr nach

dem Umzug 2005 wurde der Umsatz

von 50 bis 60 Prozent gesteigert“,

berichtet Strauß. In die-

DasblaueHaus in derAalenerZeiss-Straße:Domozil derSchnäppchenjäger.

Die kommunale Wirtschaftsförderung hilft bei den großen und kleinen Themen des

Standortes Aalen -spektakulär sind die Erfolgsgeschichten nur selten

sem Jahr habe man sich noch einmal

um 25 Prozent gesteigert im

Vergleich zum Vorjahr. Inzwischen

gibt es vier Mitarbeiter, das

Betreuungsgebiet reicht von Stuttgart

bis nach Ulm. Der Vertragspartner

KSB Pumpen garantiert

eine gute Auftragslage. Strauß:

„Ohne die neuen Räumlichkeiten

hätten wir uns nicht entwickeln

können.“

Zum Beispiel:

Die Neue Tanzschule

in der alten Post

Die erste Saison ist vorbei. Die

„Neue Tanzschule“ in Aalen hat

sich etabliert. „Wir sind zufrieden

mit dem Zulauf“, erklärt Claudia

Röck, die zusammen mit ihrem

Mann Armin Röck im September

den Sprung in die Selbstständigkeit

gewagt hat. Zunächst galt es, einen

geeigneten Standort zu finden.

„Citymanager Reinhard Skusa und

die Wirtschaftsförderung der Stadt

waren uns sehr behilflich“, berichtet

Claudia Röck.

Auch sonst sei man bei der Stadt

immer an die richtigen Ansprechpartner

gekommen. Egal, ob es um

die Baugenehmigung oder sonstige

Formalitäten gegangen sei.

Wichtig sei auch eine „moralische

Unterstützung“ gewesen. Röck:

„Wir haben uns willkommen gefühlt,

wir haben viel Unterstützung

erhalten.“ Man habe in der

Stadtverwaltung alle an einen

Tisch gebracht, um schnell voran

zu kommen. Der Erfolg gibt dem

Projekt Recht. „Vor allem bei Kindern

und Jugendlichen haben wir

großen Zulauf“, berichtet Claudia

Röck. Die beiden decken den Standardtanzbereich

komplett selbst

ab, dazu kommen noch Tanzlehrer

auf Honorarbasis für Hiphop,

Tango Argentino und Jazz/ Musical.

Die Alte Post direkt am Bahnhof

wurde durch die Tanzschule

mit neuem Leben gefüllt, dadurch

war auch die Sanierung des Gebäudes

möglich.

Zum Beispiel:

schnaeppchenjagd.de

in Aalen

Eine Erfolgsgeschichte ist auch

die Firma schnaeppchenjagd.de

GmbH in Aalen. Angefangen hat

alles mit einer Idee und einem

Büro im Wirtschaftszentrum WiZ

in Aalen. „Als wir 1998 begonnen

haben, gab es in den Onlineshops

meistens nur Produkte, die teurer

waren als im Geschäft“, erinnert

sich Alexander Hornung. So kam

die Idee auf, auf einer Website alle

günstigen Produkte anderer Onlineshops

aufzulisten und so ein

leistungsfähiges Portal aufzubauen.

Inzwischen hat die Firma zwischen

15 und 20 Mitarbeiter, je

nach Saison. Am Anfang wurden

die Produkte noch selbst zusammengesucht

oder durch Meldungen

von Internetnutzern eingestellt.

Inzwischen läuft das alles

über eine selbst programmierte

Software.

Die Zahlen sind beeindruckend:

Über 2000 Onlineshops arbeiten

mit der Aalener Firma zusammen,

fünf Millionen Artikel werden

über Server in Nürnberg verwaltet.

Monatlich zwei bis drei Millionen

Kunden sprechen eine deutliche

Sprache.

Da liegt es auf der Hand, dass

der Platz im WiZ der expandierenden

New-Economy-Firma schnell

zu eng wurde. Hartmut Bellinger,

der Wirtschaftsbeauftragte der

Stadt, half beim neuen Firmengebäude.

„Er hat eine Förderung

11

durch die L-Bank erreicht“, erzählt

Alexander Hornung. Die Zuschüsse

wurden in einen besonders

zinsgünstigen Kredit umgewandelt,

womit das neue Firmengebäude

in der Carl-Zeiss-Straße

finanziert werden konnte. So hat

die Stadt zweimal Hilfestellung geleistet:

Erstens mit einer repräsentativen

Adresse inklusive Infrastruktur

im WiZ.

Hornung: „Da wusste sofort jeder,

wo wir waren.“ Später dann

bei der Suche nach einem neuen

Firmenstandort. Rafael Binkowski

Da tanzten sie noch durch die Baustelle: Das Ehepaar Röck, Neue Tanzschule.

Wir sind für Sie da –

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12

C

29. NOVEMBER 2006 I MENSCHEN MACHER MÄRKTE ERFOLGSGESCHICHTEN

omputerfirmen fangen in bescheidenen

Verhältnissen an. Bill

Gates, der Gründer von Microsoft,

hat in der Garage seiner Eltern die

Basis für Windows geschaffen.

Auch von Bill Hewlett und Dave

Packard heißt es, sie hätten aus einer

einfachen Garage heraus mit

ihrenIdeendieArbeitswelt revolutioniert.

Facility Network Technology

(FNT) hat wohl aus schwäbischer

Sparsamkeit heraus recht beengt

damit begonnen, eine Firma

aufzubauen.

„In der Anfangszeit drängten

wir uns zu fünft auf 30 Quadratmetern“,

erinnert sich Joachim Eiberger.

Heute hat das Systemhaus

eigene, großzügige Büroräume,

90 Mitarbeiter und baut bereits das

zweite Gebäude direkt neben dem

alten, im Industriegebiet Neunheim.

FNT hat schon Mitte der 90er

Jahre erkannt, dass für die Geschäftsprozesse

in Unternehmen

zunehmend die Informationstechnologie

(IT) entscheidend wichtig

wird. FNT arbeitet im Bereich IT

ServiceManagement.Mit denSoftwaretools

aus der Firma lässt sich

die Qualität und Quantität des IT

Service überwachen und steuern.

So sorgen die Programme des Unternehmens

beispielsweise dafür,

dass ein IT-Mitarbeiter in der Zentrale

von Daimler Chrysler auf

Knopfdruck herausfindet, warum

der Händler in Aalen keinen Zugang

mehr ins Händlernetz hat

und deshalb auch keine Bestellun-

Aus der Gründerenge in die IT-Welt

Facility Network Technology (FNT) entwickelt und vertreibt Software für reibungslose Informationstechnologie. Zu den Kunden des

Systemhauses zählen alle Automobilhersteller und die großen Flughäfen Deutschlands

gen für einen Neuwagen aufgeben

kann. Mit der FNT-Software funktioniert

das genauso beim Händler

in Buenos Aires, Singapur oder auf

Neuseeland.

FNT wurde 1994 von fünf ehemaligen

Mitarbeitern der Ellwanger

Firma Isicad, heute Inneo, gegründet.

Grundlage der Geschäftsidee

ist ein Produkt gewesen, das

es seit einigen Jahren in den USA

bereits gab und für das der Markt

in Deutschland nun reif war. FNT

hat in den ersten Jahren Software

Die beiden Geschäftsführer von

FNT: Joachim Eiberger (stehend)

und Nikolaus Albrecht (sitzend).

(Fotos: Ilg)

entwickelt, um Gebäude zu verwalten,

Facility Management heißt

das auf Neudeutsch. Ein Facility

Management umfasst alle Dienstleistungen

rund um eine Immobilie

über den gesamten Lebenszyklus

betrachtet.

Horst Haag, Rainer Funk, Johannes

Stegmeier, Nikolaus Albrecht

und Joachim Eiberger waren

die fünf Mann, die vor zwölf

Jahren bei Isicad aus- und in die

Apothekergasse einzogen. Drei

Jahre haben sie dort programmiert

und neue Software entwickelt.

Über eine kurze Zwischenstation

in der Priestergasse - immerhin

waren es dort 70 Quadratmeter -

fanden sie auf dem Hotelkomplex

„Roter Ochsen“ für weitere drei

Jahre eine neue berufliche Heimat.

Doch die Firma wuchs und wuchs,

hatte zeitweise bis zu fünf Außenstellen

verteilt über die ganze Stadt.

„Um die ganze Firma zusammen

zu bringen, haben wir uns entschlossen,

im Industriegebiet

Neunheim zu bauen“, begründet

Albrecht.

Der Maschinenbauingenieur ist

neben Eiberger Geschäftsführer

der Firma und für die Technik zuständig.

Sein Kollege, studierter Informatiker,

kümmert sich um alle

betriebswirtschaftlichen Themen.

Entscheidend für den Standort

an der Röhlinger-Straße war die

Nähe zur Autobahn.

FNT hat keine Kunden im Umkreis,

sie sind allesamt weiter weg.

Dazu gehören alle großen deutschen

Flughäfen wie München,

Frankfurt am Main, Köln und

Hamburg sowie die deutschen

Automobilhersteller. „VW, BMW

und Daimler setzen unsere Produkte

sogar konzernweit ein“, sagt

Eiberger voller Stolz.

Er geht davon aus, dass in den

nächsten Jahren Umsatz-Steigerungsraten

in der Größenordnung

von 25 bis 30 Prozent realistisch

sind. Neue Mitarbeiter will das

Unternehmen genau so konsequent

und kontinuierlich wie seit

seiner Gründung einstellen: acht

bis zehn pro Jahr.

Mittlerweile ist es für die Firma

auch nicht mehr schwierig, qualifizierte

Mitarbeiter zu bekommen.

Seit Jahren bildet FNT seinen

Nachwuchs zum Teil selbst aus.

Zudem arbeitet die Firma mit der

Fachhochschule Aalen zusammen.

Im IT-Bereich seien hochqualifizierte

Mitarbeiter ausschlaggebend

für den Erfolg einer Firma.

Deshalb sorgt die Geschäftsführung

bewusst dafür, dass sich die

Mitarbeiter wohlfühlen, um produktiv

sein zu können: Die Arbeitsräume

sind hell, das Arbeitsklima

entspannt, in der Kantine

stehen Getränke und Obst bereit.

„Unsere Leute müssen schon ordentlich

Leistung bringen“, sagt

Eiberger. Und die steige durch den

gelebten kollegialen Umgang untereinander.

Die entscheidende Messgröße

dafür, dass sich die Mitarbeiter

wohl fühlen, ist für Eiberger die

Fluktuationsrate.

In zwölf Jahren haben vier Mitarbeiter

gekündigt, darunter ehemalige

Kollegen, die geheiratet

hatten und deshalb weggezogen

waren. Peter Ilg

Die Firma FNT residiert jetzt im Industriegebiet Neunheim.

DR.

DIETER

KRESS

Mapal

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Was mir wichtig erscheint, ist mit wenigen Sätzen

zu umreißen:

Gründliche und umfassenden Ausbildung.

Begeisterung für Technik und für die Arbeit, Tag

für Tag.

Der Glaube an den Erfolg - den eigenen und den

Erfolg der Menschen im Unternehmen.

Freude am Kontakt zu den Menschen im Unternehmen

und im Markt.

Neugierde, aufgeschlossen sein für neue Entwicklungen.

Vorbildfunktion bewusst und ständig wahrnehmen.

Konzentration auf das Wesentliche.


ERFOLGSGESCHICHTEN MENSCHEN MACHER MÄRKTE I 29. NOVEMBER 2006

Z

urzeit setzen sie auf die „Wilden

Kerle“. Oder auf die Flitzer aus dem Hollywood-Streifen

„Cars“. Echte Renner für

die Spraitbacher Firma „Bullyland“, die

mit diesen jüngsten Produkten auf der Erfolgswelle

schwimmt. Der Spielzeugfigurenhersteller

ist seit dem Besitzerwechsel

dabei, die Märkte vor allem in den USA

und Osteuropa auszubauen.

Ein Blick zurück: Das im Jahr 1973 von

Volkmar Klaus gegründete Unternehmen

ist vor etwa einem Jahr an Thomas Fischer

aus Schalksmühle als Mehrheitsgesellschafter

verkauft worden. Mit der Zusicherung,

dass die Arbeitsplätze erhalten werden

und Spraitbach Firmensitz bleibt.

Diese Zusagen hat „Bullyland“ eingehalten,

versichert der jetzige Vorstandsvorsitzende

Alexander Haller. „Wir haben

viel modernisiert und umgebaut, neue

EDV aufgebaut, sind offener, transparenter

Der Vorstandsvorsitzende der „Bullyland

AG“, Alexander Haller, der Olga Maier gerade

einen Dino gibt. (Fotos: Tom)

geworden“, erzählt er, was er allein räumlich

am Spraitbacher Hauptsitz seit dem

Besitzerwechsel angepackt hat. Das ist die

eine Seite. Um den wirtschaftlichen Erfolg

zu sichern, geht Haller neue Märkte an.

Hatte „Bullyland“ früher nur Lizenzgeschäfte

in Deutschland, Österreich und der

Schweiz, so ist das Unternehmen mittlerweile

europaweit aktiv. Und diese Lizenzgeschäfte

− wie die Herstellung von

Figuren aus „Die Wilden Kerle“ für

Deutschlandoder aber Disney-Figuren wie

Winnie Puuh, Peter Pan oder Aschenputtel

für den europäischen Markt − sind erfolgreich.

„Bullyland“ ist mittlerweile nicht

mehr nur auf der Nürnberger Spielzeugmesse,

sondernauchaufMesseninMadrid

und Paris präsent.

Bis eine Spielzeugfigur fertig entwickelt

ist, ist’s ein langer Weg. Sowohl bei den

Standard-Figuren wie Tieren vom Bauernhof,

Indianern, Cowboys oder Dinos als

auch bei den Lizenzfiguren beginnt die

Entwicklung in Spraitbach. Dort sitzen

nach wie vor die meisten Mitarbeiter,

nämlich 70.

Designerin Johanna Dörner beispielsweise

entwirft die Figuren nach Vorlage

der Lizenzgeber oder nach eigener Idee am

Computer. Danach werden erste Entwürfe

aus Wachs modelliert und die Proportionen

überprüft:SinddieArme zu lang, steht

oder kippt die Figur? Die Figur geht oftmals

ein paar Mal hin und her, zwischen

Modelleur undDesignerin,bis sie stimmig

ist. Dann folgt ein erster Musterabguss,

und jetzt erhält die Figur Farbe. Die geben

ihr entweder Olga Maier mit feinen Pinselstrichen

oder aber die Mitarbeiterinnen

inder Spritzereials Farbnebel.Dabeifolgen

sie den Entwürfen der Designerin.

Sind Form und Farbe einer Figur einmal

entschieden, werden Formen für diese

hergestellt. Dies passiert in Ronsberg im

Allgäu, wo weitere 50 Mitarbeiter von

„Bullyland“ beschäftigt sind. Dort kann

das UnternehmenFigureninkleinenMengen

spritzen. Die breite Masse jedoch wird

in der Slowakei, in Tunesien, in Sri Lanka

und China hergestellt.

Neben Europa ist „Bullyland“ auch in

den Vereinigten Staaten und in Asien aktiv.

InAsheville,NorthCarolina, undinHongkong

hat das Unternehmen seine Büros

vergrößert,mit mittlerweileersten spürbar

Bullyland ist alles andere als abgebrannt

Wie bei dem Spielfiguren-Hersteller in Spraitbach der Besitzerwechsel vollzogen wurde

und das Unternehmen auf Expansionskurs gehalten wird

wachsenden Absätzen. Der Umsatz im

Jahr 2006 ist etwas höher als im Jahr

2005. „Wir führen dies durchaus auf die

Ausweitung der Märkte zurück“, sagt

dazu Haller.

Trotz dieser internationalen Ausrichtung

ist Haller die regionale Verwurzelung

des Unternehmen besonders wich-

tig. Die Mitarbeiter stammen aus der Region.

Bullyfest und Bullymuseum stoßen

nach wie vor auf ungebrochen gute Resonanz

bei den Menschen aus der Region.

Und das soll auch so bleiben, sagt

Haller, der einen freundschaftlichen

Draht zu den Gründern Volkmar und

Jane Klaus pflegt und von ihnen auch

mal einen Rat bekommt und annimmt.

Dies ist für ihn Bestandteil eines funktionierenden

Besitzerwechsels und Voraussetzung

für eine „Aufbruchsstimmung

unter den Mitarbeitern“, die er

selbst deutlich spürt auf dem Weg zu

neuen Märkten und steigenden Absätzen.

Michael Länge

13

Mal werden die „Bullyland“-Figuren fein bemalt,

mal bekommen sie in der Spritzerei die

Farben durch einen Farbnebel verpasst, wie

hier durch Gerlinde Kisters.


14

G

29. NOVEMBER 2006 I MENSCHEN MACHER MÄRKTE ERFOLGSGESCHICHTEN

ut 50 Mitarbeiter stark ist das

Team, das sich im SDZ-Gebäude

an der Aalener Bahnhofstraße immer

wieder neue Lösungen ausdenkt.

Der boomende Markt für

Druckerzeugnisse ist ständig in Bewegung.

„Früher haben Werbekunden

eine große Auflage an Prospekten

bestellt und die dann das

ganze Jahr über verwendet“, erklärt

Benjamin Rund, Marketingleiter

von Digitaldruck und SDZe-

COM. Heute wolle man niedrigere

Schnell, digital, persönlich

DigitalDruck und SDZeCOM können noch viel mehr als D rucken. Mit individualisierten Werbeprospekten,

ständig aktualisierbaren Katalogen oder persönlichen Bildkalendern präsentieren sich die Aalener in einem umkämpften Markt

Auflagen für immer aktuelle Verkaufsunterlagen.

Und genau hier haben die Aalener

angesetzt. Anstatt wie früher

Kataloge, Datenbanken für Produkte

und Werbung getrennt anzubieten,

gibt es nun alles aus einer

Hand. „Der Kunde kann im Internet

seine Produkte verwalten,

per Knopfdruck aktualisieren, den

Katalog zusammenstellen und sofort

den Druckauftrag geben“, erklärt

Benjamin Rund. Damit werde

Der Drucksaal in den SDZ-Gebäuden in Aalen ist die „Herzkammer“ des Digitaldrucks.

Aalen

Nördlicher Stadtgraben 6

Tel. (0 73 61) 52 56-0

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Internet: www.fpkaiser.de

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• Arbeitnehmerüberlassung

Zeit und Geld gespart. Das unterstreicht

Prokurist Michael Uhl:

„Wer Lagerkosten einsparen will,

ist mit kurzfristigen Druckaufträgen

gut beraten.“

Individuelle Produkte sind das

Schlagwort. „Schon heute sind

persönliche Ansprachen State of

the Art“, sagt Franz Schwarz, Bereichsleiter

von SDZeCOM und

Geschäftsführer von DigitalDruck

Aalen, „wir bieten genau auf die

Kunden zugeschnittene Produkte.“

So könnten die beworbenen

Artikel in den Prospekten genau

auf die Kunden und deren Interessen

zugeschnitten werden.

Wenn der Adressat lieber Golf

spiele als Fußball, könne man

dementsprechend die Prospekte

umgestalten. Und das jederzeit, an

jedem Ort mit Internetzugang und

binnen Minuten.

Auch für private Kunden gibt es

persönliche Lösungen. Ein innovatives

Beispiel ist der individuelle

Kalender. „Ein persönlicher

Schriftzug wird so professionell in

ein Bild eingefügt, dass man den

Eindruck gewinnt, er gehöre zu

dem Bild selbst“, erklärt Benjamin

Rund. So steht zum Beispiel auf

dem Reichstagsgebäude dann

nicht „Dem deutschen Volke“,

sondern „Peter for President“.

Oder die Leuchtreklame vom Piccadilly

Circus in London zeigt ver-

• Personalvermittlung

• On-Site-Management

• Outsourcing

• Personalentwicklung

Filialen in Göppingen, Ulm, Nürnberg

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 8.00 bis 17.00 Uhr

In diesem Bild vom Reichstagsgebäude wurde der Schriftzug „Dem deutschen Volke“ durch einen eigenen Satz ersetzt.

Die Firma DigitalDruck Aalen sorgt dafür, dass der Schriftzug täuschend echt aussieht.

steckte Grußbotschaften, im

Schnee auf einem geparkten Auto

ist eine Nachricht. So kann sich jeder

einen ganz persönlichen, optisch

perfekt gestalteten Kalender

zusammenstellen.

So genanntes Direct Mailing ist

eine Kernkompetenz von Digital-

Druck Aalen unter dem Dach von

SDZ Druck und Medien. Davon

konnten auch große überregionale

Kunden überzeugt werden, zum

BeispieldieTelegateAG,besser bekannt

durch die Rufnummer

11880 und die Werbung von Verona

Feldbusch („Hier werden Sie

geholfen“).

Die Zeichen stehen jedenfalls

auf Wachstum am Kocher. Die

neue Digitaldruckmaschine iGen 3

von Xerox trägt der Entwicklung

Rechnung, sie schafft 6000 Blätter

pro Stunde und kann sogar währenddes

Betriebs neu beladen werden.

So verbinden sich moderne

Technologie mit pfiffigen Ideen.

Neue Großkunden sind schon in

Sicht, und auch neue Ideen. Zum

Beispiel das Drucken auf außergewöhnlichen

Substraten, Neobond

genannt, die selbst nach drei Tagen

im Wasser ihre Farbe nicht verlieren

und extrem reißfest sind.

Dass der Markt nicht einfach ist,

gibt man bei SDZeCOM und Digitaldruck

zu, aber Franz Schwarz

sieht das als Herausforderung:

„Wir werden uns schon immer

wieder was Neues einfallen lassen.“

Rafael Binkowski

Franz Schwarz, Geschäftsführer von

DigitalDruck und SDZeCOM-Leiter.


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16

M

29. NOVEMBER 2006 I MENSCHEN MACHER MÄRKTE ERFOLGSGESCHICHTEN

an stelle sich vor, wichtige

Geschäftspartner aus Hamburg

oder China sind zu Gast, es geht

um große Aufträge, haarige Verhandlungen.

Lässt sich der Knoten

vielleicht beim gemeinsamen Glas

Wein im edlen Restaurant durchschlagen?

Beim Theaterbesuch

oder gar gemeinsam auf einem

Pistenbully einer Ostalb-Rallye mit

anschließendem Grillabend auf einer

Hütte?

Die Realität sieht oft ganz anders

aus. „Je höher die Delegationen,

desto weniger Zeit haben sie“, erzählt

Marc Cyrus Vogel, Sprecher

der Carl Zeiss AG. Die Zeiten großer

Rahmenprogramme seien vorbei,

immer dichter würden Meetings

und Anschlusstermine gelegt.

Das hat auch Alexander Asbrock

beobachtet, der im Goldenen

Lamm Unterkochen oft Geschäftsleute

auswärtiger Großfirmen be-

„P

lop“ der vertraute Klang

verkündet: eine neue Rohrpostsendung

ist angekommen. Das ist

keine Museumswirklichkeit, sondern

Realität in Krankenhäusern,

Banken und Industriebetrieben auf

der ganzen Welt. Hersteller der

modernen, elektronisch gesteuerten

Rohrpostsysteme ist Dr. Wolfram

Pfitzer, Inhaber des Weltmarktführers

Aerocom aus Schwäbisch

Gmünd.

Erfunden wurde die Rohrpost

1810 von dem dänischen Ingenieur

George Medhurst, gebaut

zum ersten Mal 1853 in London.

1865 nahm eine Leitung in Berlin

den Verteilerverkehr zwischen

dem Telegrafenamt und der Börse

auf. Hundert Jahre lang diente die

Rohrpost dazu, Schriftstücke und

Lieferscheine, Telegramme und

Arbeitsaufträge zwischen den Abteilungen

und Gebäuden großer

Unternehmen und einzelnen Telegrafenämtern

hin- und herzuschicken.

Der Ursprung von Aerocom

geht auf zwei schwäbische Firmengründungen

im Jahr 1956 zu-

„Mit Arabern gehen wir einen heben“

Alles ist auf Effizienz gestellt, die Konferenzen kurz, die Begegnungen nüchtern, die Tagungsprogramme so zusammengestrichen, dass

keine Zeit für informellen Austausch bleibt. Der ist manchmal aber auch genau geplant und inszeniert

treut. „Bei Fachtagungen und Seminaren

sind die Zeiten gestrafft

worden“, sagt er, „weniger Seminartage

und weniger Übernachtungen

werden eingeplant.“

Kleine Firmen haben selten Gäste,

die übernachten müssen. Das sieht

bei Großfirmen wie Carl Zeiss anders

aus. „Mit internationalen Besuchern

geht man schon mal gemeinsam

ins Restaurant oder in

die Limesthermen in Aalen“, berichtetSprecherMarcCyrus

Vogel.

Manchmal ist auch trotz engen

Zeitbudgets ganz gezielt eine informelle

Begegnung eingeplant.

Das hat Alexander Asbrock beobachtet:

„Die global player wissen

genau, wann sie ihre Leute wohin

schicken.“ Scheinbar zufällig um

einen halben Tag verlängerte Aufenthalte,

ein mondänes Essen oder

ein kleines Ausflugspaket. Vor allem

bei amerikanischen Firmen sei

das unverzichtbar: „Da trifft man

Ein Plop geht umdie Welt

Wie bei Aerocom auf dem Gmünder Gügling

eine ganz alte technische Idee auf Hightech-Standard gehalten wird

rück: Airfix und Aeropost. Letzterer

gelang 1963 der richtungsweisende

Durchbruch mit der Entwicklung

des Sendespeichers: Die

Rohrpostbüchse fährt dabei nach

Abschluss eines laufenden Sendevorgangs

automatisch zu dem gewählten

Ziel. „Eigentlich hat sich

in den letzten 25 Jahren mechanisch

nicht sehr viel geändert. Alle

fünf Jahre müssen wir uns aber bei

den Steuerungen auf einen elektronischen

Technikwandel einstellen“,

sagt Firmeninhaber Pfitzer,

der 1981 als Geschäftsführer die

Geschicke des damals in den roten

Zahlen stehenden Lindacher Unternehmens

Grau Communications

Technology übernahm.

Grau hatte Aeropost geschluckt

und versuchte mit der Exporterfahrung

von Airfix auf den Weltmarkt

zu drängen. Pfitzer veränderte

die Vertriebsstrukturen, startete

mit neun eigenen Niederlassungen,

verbesserte Design und

Technik und führte das Unternehmen

in die Gewinnzone. 1996

übernahm er als Gesellschafter

selbst den Betrieb und machte ihn

sich fast nur privat, macht Ausflüge

mit der Familie, und erst kurz

vorm Flughafen im Taxi fragt man

dann: Machen wir das Geschäft

jetzt?“

Damit das informelle Gespräch

überhaupt erst entstehen kann,

muss natürlich das Umfeld professionell

sein. Manche Gastronomen

bieten daher Ausflugspakete

wie eine Schlittenfahrt übers

Härtsfeld oder Sightseeing. Oft

werden aber auch Eventagenturen

beauftragt.

Ein Beispiel ist die „trends creative

incentive GmbH“ im Existenzgründerzentrum

WiZ in Aalen.

„Wir bieten alles von der Rundfahrt

über die Ostalb bis zum

Abenteuerwandern mit anschließendem

Grillen auf dem Aalbäumle“,

sagt Wolfgang Beisswenger.

Für den schwäbischen Mittelständler,

der meistens Kunden und

Dr. Wolfram Pfitzer begutachtet das Einsetzen eines Magnetstiftes für die

Positionierung der Weiche.

zum Weltmarktführer. Im Jahr

2000 überschritt er erstmals die

Umsatzmarke von 20 Millionen

Euro. Heute beträgt der Exportanteil

75 Prozent. In 65 Ländern ist

Aerocom präsent.

Der Umzug auf den Gmünder

Gügling erfolgte 2001 mit dem

Ziel, ebenerdig produzieren zu

können und sich Expansionsmöglichkeiten

zu öffnen. Hier werden

Systeme, Steuerungen und Werkzeuge

entwickelt, Transportstrecken

berechnet und die verschie-

Geschäftspartner aus der Region

hat, gibt es meistens kein spektakuläres

Rahmenprogramm. Hier

gilt es eher, viele Verhandlungspartner

zu großenVeranstaltungen

zusammen zu bringen. Bei der

Bullyland AG in Spraitbach verweist

man auf das „Bullyfest“ und

Messepartys. Auch Holger Kreuttner,

Sprecher der Kreissparkasse,

berichtet vom Rahmenprogramm

der Bank: „Für unsere Kunden

sind Konzert- und Vortragsveranstaltungen

gedacht, zum Beispiel

mit Reinhold Messner, oder die

Abende der Volksmusik.“ Persönliche

Kontakte zu Kunden werden

oft durch kleine Geschenke gepflegt.

Wichtig ist jedenfalls, auf die

Wünsche der Gäste einzugehen.

„Wenn ein Araber kommt, der zu

Hause keinen Alkohol trinken

darf, gehen wir einen heben“, sagt

Peter Renz, Chef der Chr. Renz

densten Aggregate moniert. Von

hier aus beobachtet der Betriebswirtschaftler

die Märkte und

schafft neue Kundenverbindungen.

Die Anforderungen haben sich

geändert, seit der PC den Datentransfer

übernahm. Aber der Computer

kann noch nicht empfindliche

medizinische Proben, Warenteile

und Geld durch die Datenleitung

schicken. Besonders im

Krankenhausbereich ist die Aerocom-Technik

gefragt.

Beim gemeinsamen Abendessen können manche Verhandlungen erfolgreich

abgeschlossen werden. Gerade große Firmen planen gezielt solche

scheinbar zufälligen Begegnungen. (Foto: Eva Gaida)

GmbH in Heubach, die Weltmarktführer

für Bindesysteme ist.

Chinesen zeige er gerne Nördlingen

oder Dinkelsbühl. Es gebe aber

auch Grenzen. „In das Animierlo-

Weichen und eine beliebige

Anzahl von Stationen machen den

Transport zwischen Alt- und Neubauten,

über Flüsse und Straßen

möglich. Dazu kommt, dass pneumatische

Dämpfungssysteme das

Transportgut besonders schonend

behandeln. Bei empfindlichen Gütern

kann auch mit halber Geschwindigkeit

gefahren werden.

Das Prinzip von Luftverdichtung

durch Druck und Sog, das die

Büchse bewegt, wurde beibehalten.

Als Rohrmaterial wird überwiegend

PVC verwendet. „Wir

können inzwischen Büchsen in

Rohren von 63 bis 315 Millimeter

Durchmesser und mit bis 28 Kilogramm

Gewicht auf die Reise schicken“,

erklärt Pfitzer. Das größte in

Deutschland installierte Rohrpostleitungsnetz

befindet sich in der

Uniklinik Heidelberg mit 14 Kilometern.

Die Anlage mit den meisten

Rohrpoststationen, nämlich

190, gibt es im Krankenhaus Motol

in Prag. Längst hat Aerocom

sich einen guten Namen in der

Welt gemacht. Die Referenzliste

weist Industrieanlagen nahezu al-

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Franz Häußler

Steuerberater

Dipl.-Finanzwirt (FH)

Gertraude Bretzler-Groß

Steuerberaterin

kal Tabula in Gmünd gehen wir

nicht“, meint Renz augenzwinkernd,

und schmunzelt: „Zumindest

nicht mehr, man ist ja auch älter

geworden.“ Rafael Binkowski

ler Automobilhersteller aus bis

zum Parlament in Canberra, Pillen

werden durch die Krankenhausröhren

gesaugt in Kuala Lumpur,

Bangkok oder Santiago de Chile,

übrigens auch in Mutlangen. Ein

wichtiger Bereich ist der Geldtransfer

bei Banken und im Handel.

Vor allem die USA sind ein

Wachstumsmarkt, wo von den

Kassen der Supermärkte das Bargeld

direkt in den Zähl- und Sicherheitsbereich

wandert.

Um die Anlagen zu warten,

sorgt Aerocom für einen schnellen

Service und bildet auch standorteigene

Leute zur ersten Hilfe aus. Dabei

sind die 75 Mitarbeiter am

Standort Schwäbisch Gmünd nur

ein kleiner Teil der insgesamt 206

Beschäftigten. Zu fünf europäischen

und neun deutschen Werksniederlassungen,

kommen vier

zusätzliche Vertretungen in

Deutschland. Wachstumspotential

liegt nach Meinung des Rohrpostexperten

Pfitzer in Asien, denn

dort entwickle sich der Gesundheitsmarkt

in großen Schritten.

Hanna Meid

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Josef Bretzler

Steuerberater


ERFOLGSGESCHICHTEN MENSCHEN MACHER MÄRKTE I 29. NOVEMBER 2006

Polo oder Porsche

Wieviel Wohlstand und Erfolg darf man im

schwäbischen Ostwürttemberg öffentlich zeigen?

S

chaffen statt Schwätzen“: Das ist für

viele schwäbische Unternehmer ein Lebensmotto.

Darf man im Schwäbischen

seinen Erfolg nicht zeigen, muss man den

Porsche in der Garage verstecken? Die Meinungen

und Verhaltensweisen dazu sind

in Ostwürttemberg geteilt.

Dass die Schwaben im Allgemeinen

nicht unbedingt mit ihren Erfolgen hausieren

gehen, sondern ihr Licht lieber schön

unterm Scheffel aufbewahren, ist inzwischen

Allgemeingut. Aber wie machen das

erfolgreiche, dynamische Unternehmer

wie der typische schwäbische Mittelständler,

der Weltmarktführer in seiner Branche

ist und gut verdient?

Die Antwort ist einfach: Es gibt solche

und solche. Das eine Ende der Skala markieren

beispielsweise die Abtsgmünder

Unternehmer Grimminger von Kessler &

Co., die jährlich 25000 schwere Achsen

herstellen und weltweit exportieren.

Gleichzeitig sind die Brüder höchst öffentlichkeitsscheu

und reden am liebsten gar

nicht über ihre gut laufenden Geschäfte.

In die selbe Richtung äußern sich viele

Unternehmer. So Roland Kirschner, der

Gründer der Firma Kirschner GmbH in

Unterschneidheim: „Bodenhaftung steht

im Vordergrund.“ Er fahre ein „vernünftiges

Auto“ vor allem aus Gründen der Sicherheit.

Noch deutlicher wird Alexander

Haller, Vorstandschef der Bullyland AG in

Spraitbach: „Es kann eigentlich nicht genugUnderstatement

sein.Wir sindSchwaben,

denen ist es wichtig, dass am Ende

mehr dahinter steckt als auf den ersten Anschein.“

Diese Haltung findet auch Widerhall im

politischen Raum. Aalens früherer OB Ulrich

Pfeifle meint: „Mir ist es zehnmal lieber,

wenn die Unternehmer gut wirtschaften,

als wenn sie ihren Wohlstand öffentlich

zeigen.“ Natürlich müsse man

über seine Erfolge sprechen, aber wichtiger

sei die Verantwortung für die Betriebe.

Beispiele wie Mapal zeigten, dass die Mitarbeiter

stolz auf ihre Chefs seien, und das

zu Recht.

Andere wie der Aalener Steuerberater

Lothar Kiesel wollen zwar nicht protzen,

sagen aber: „Kollegen Unternehmer, zeigt

euren Erfolg.“ Reichtum und unternehmerischer

Erfolg seien per se keine

schlechten Eigenschaften. Das Problem sei

nur, dass man in Deutschland sofort den

Neid der Mitmenschen hervorrufe, wenn

man sich als Unternehmer selbst belohne

und mit schönen Dingen umgebe. In den

USA sei das ganz anders. Kiesel: „Das ist die

calvinistische Prägung der angelsächsischen

Welt: Reichtum ist eine Gnade Gottes.“

Offensiv und mit Stolz geht auch Peter

Renz mit seinem Erfolg um. Der Geschäftsführer

und Inhaber der Chr. Renz GmbH

in Heubach, dem Weltmarktführer für

Bindesysteme, sagt: „Ich fahre gerne meinen

Mercedes 500 SL.“ Das habe nichts mit

Protzerei zu tun, er halte nur nichts vom

übertriebenen schwäbischen Understatement.

Renz: „Das Erscheinungsbild eines

erfolgreichen Unternehmers darf schon

der Stellung in der Gesellschaft angemessen

sein.“

Sekt oder Selters - die Fragen ist für die meisten

Unternehmer sooder soentschieden.

Den Mittelweg stellt Roland Spiegler

dar, Partner des Lautsprecherbauers Nubert

Speaker-Factory. „Wir sind bescheiden,

aber wir reden über Erfolge und zwar

gerne und auch mal ausführlich.“ Es gebe

allerdings keine „Wir-sind-die-Größten-

Mentalität“. Hier sei man geprägt vom

schnellen Aufstieg und Fall der New Economy.

Gustav Wabro, der Elder Statesman der

Ostalb, sagt zwar einerseits: „Wir müssen

mehr mit unseren Erfolgen werben, sonst

werden wir in Stuttgart nicht wahrgenommen.“

Der ehemalige Landrat und Staatssekretär

warnt aber auch: „Es muss Substanz

haben, sonst bleibenalles hohleSprüche.“

Rafael Binkowski

Der Aalener Steuerberater Lothar Kiesel fährt zwar keinen Porsche, aber auf seinen Luxusoldtimer Citroen Cabrio DS ist er schon ein wenig

stolz, und das zeigt er auch mal gerne. (Foto: privat)

17


18

G

29. NOVEMBER 2006 I MENSCHEN MACHER MÄRKTE ERFOLGSGESCHICHTEN

erd und Edwin Gross wagten

1991 mit ihrem Fahrradgeschäft

den Schritt in die Selbstständigkeit.

„Wir haben damals in der Stadt

noch Marktpotential gesehen“, erzählt

Gerd Gross, eigentlich gelernter

Bauzeichner, heute in erster

Linie für den kaufmännischen Bereich

des stetig wachsenden Familienbetriebs

verantwortlich.

In der Oberen Straße fingen er

und sein Bruder als klassische Einzelhändler

an, verkauften im ersten

Jahr zwischen 400 und 500

Rädern.

Ein ordentlicher Umsatz, mit

dem sich das Brüderpaar aber nicht

zufrieden geben wollte. Und so

stiegen sie in den Fahrradgroßhandel

ein. Palettenweise wurden

Drahtesel und Fahrradteile an- und

verkauft. Ein Geschäft, das Risiken

birgt. Das haben auch die Brüder

Gross erfahren müssen. Zum Beispiel,

als es mit der Zahlungsmoral

eines Geschäftspartners nicht zum

Besten bestellt war. „Wenn unsere

Eltern uns nicht immer so bedingungslos

unterstützt hätten, wäre

es da ganz schnell mit unserer

Vom Ladengeschäft zum Powerseller

Selbstständigkeit wieder vorbei

gewesen“, erinnert sich Gerd

Gross.

Doch man hielt durch und

wurde belohnt: das Radhaus

wuchs weiter und und erzielte immer

größere Umsätze. Schnell

reichten die Lagerräume in der

Oberen Straße nicht mehr aus.

1993 wurden deshalb Flächen im

Mühlgraben hinzugekauft. Nur

zwei Jahre später musste auch hier

schon weiter angebaut werden.

1997 gab die Familie schließlich

ihren Laden in der Innenstadt

auf und zog ganz in den Mühlgraben,

wo man zwischenzeitlich

ein Büro und einen Verkaufsraum

eingerichtet hatte. „Wir waren

überzeugt, dass unser Umsatz im

Einzelhandel nach diesem Umzug

aus der Innenstadt ein Stück weit

einbrechen wird. Erstaunlicherweise

war genau das Gegenteil der

Fall“, berichtet Gerd Gross.

Rund 800 Räder gehen seit dem

Umzug alljährlich über die Ladentheke

des „Radhauses“ − und das,

obgleich die eigentlichen Schwerpunkte

des Betriebs im Großhandel

und Internetgeschäft liegen.

Der Einzelhandel läuft als „Restund

Sonderpostenverkauf“ quasi

nur noch mit: an fünf Tagen die

Woche öffnet das Geschäft für fünf

oder vier Stunden seine Pforten für

Unscheinbar, aber oho: der kleine Verkaufsladen vom „Ellwanger Radhaus“

im Mühlgraben.

Warum esseit 1998 auch Fahrradleasing gibt und wie aus dem Ellwanger Radhaus

ein Top 200-Verkäufer bei Ebay und ein florierender Großhandel wurde

die Ellwanger Laufkundschaft, die

dieses Angebot dankend annimmt.

„Wir wollen uns auch

nicht ganz aus dem Einzelhandel

zurückziehen. Das sind unsere

Wurzeln, die werden wir beibehalten“,sagtGerdGrossbestimmt.

Doch das Hauptaugenmerk des

Unternehmens liegt ohne Wenn

und Aber auf einem neuen Geschäftszweig:

dem Internetauktionshandel.

Im Jahr 1999 entdeckte Edwin

Groß, ein leidenschaftlicher Uhrensammler,

die Verkaufsplattform

Ebay im Internet und erkannte

sofort die Chancen dieses

Verkaufsmodells. Kurzerhand

stellte das „Radhaus“ selbst einige

ausgemusterte Ladenhüter wie alte

Schaltungen ins Internetauktionshaus

und erzielten überraschend

hohe Erlöse für die bereits ausgemusterten

Teile. Der erste Schritt

auf dem Weg zum geprüften

„Ebay-Powerseller“ war getan.

Schnell baute man den Ebay-

Verkauf professionell aus. Einer

der ersten größeren Posten waren

hier Einräder, die man für 45 Euro

anbot − 35 Euro unter dem üblichen

Ladenpreis. Die Ware ging

weg wie warme Semmeln.

Diese günstigen Preise sind übrigens

nur machbar, weil Gross

gleich containerweise Ware einkauft,

vornehmlich im asiatischen

Raum. Aber nicht nur das lässt das

Unternehmen am Markt bestehen,

sagt Gerd Gross: „Wir hatten viel

Glück, dass wir im richtigen Moment

an die richtigen Partner geraten

sind.“

Mittlerweile verkauft Gross

über das Internet alles: vom Trampolin

über Kinderfußballtore bis

hin zum klassischen Fahrrad. Absoluter

Renner derzeit sind übrigens

Rollen-Trainer. Ein am Fitnessrad

installierter Rollentrainer

mit DVD-Player sorgt hier beim

Hobbysportler zu Hause für die

richtige Kulisse: Er kann wählen,

ober er virtuell beispielsweise lieber

die Flandern-Rundfahrt abstrampelt

oder den Mailand-San

Remo-Klassiker.

Bis zu 800 Auktionen hat das

„Radhaus“ ständig laufen. Zwei

der insgesamt neun Beschäftigten

kümmern sich deshalb ausschließlich

um die rund 500 eingehenden

E-Mails täglich.

Ein eigenes Logistikzentrum

sorgt für den reibungslosen Ablauf

beim Verpacken

und Versand der

Ware. Gerd Gross

ist stolz auf seine

Radhaus-Familie:

„Ohne unser tolles

Mitarbeiterteam

hätten wir das alles

nicht aufbauen

können. Die geben

hier alle 200 Prozent.“

Wie gut es beim

Ellwanger Radhaus

läuft, kann jeder sehen:

Derzeit wird

gerade eine weitere

Lagerhalle, mit

rund 600 Quadratmeter

neuer Lagerfläche

im Mühlgraben

gebaut. Januar

2007 soll sie fertig

gestellt sein.

Geht es nach den

Gebrüdern Gross

wird das Geschäft

auch künftig weiter

wachsen. Ein nächstes, spannendes

Geschäftsfeld soll erschlossen

werden. Ebay plant in naher Zukunft

die Einrichtung eines neuen

Express-Handels. In diesem neu

kreierten „Online-Kaufhaus“ dürfen

dann ausschließlich die großen,

geprüften Ebay-Topverkäufer

Erfolgreiches Duo: Die Brüder Gerd und Edwin Gross. (Fotos: Rimkus)

anbieten und verkaufen. Jeder in

seiner Sparte − und die Gebrüder

Gross werden dabei sein mit ihren

Freizeit- und Sportgeräten.

Aber auch mit einer eigenen

kreativen Geschäftsidee kurbeln

die Gebrüder Gross ihre Umsätze

immer wieder an: Sie sind bei-

Derzeit entsteht auf dem Betriebsgelände des Ellwanger Radhauses eine neue Lagerhalle.

spielsweise die Erfinder des Fahrrad-Leasings.

Seit 1998 stellen sie

großen Hotels Räder im Leasing-

Verfahren zur Verfügung. Damit

haben sie eine Marktlücke aufgetan

− rund 800 geleaste Räder sind

seither alljährlich imUmlauf.

Alexandra Rimkus


ERFOLGSGESCHICHTEN MENSCHEN MACHER MÄRKTE I 29. NOVEMBER 2006

T

elegraph road“. Wer bei Nubert

am Telefon verbunden wird,

der hört die Dire Straits. Kein Zufall.

Günther Nubert, Boxenbauer

aus Leidenschaft, liebt eben auch

perfekte Musik − und die persönliche

Note. Denn so unverwechselbar

Mark Knopflers Gitarrenspiel

ist, so unverkennbar präzise

ist auch der Sound einer Nubert-Box.

Klar, dass Nubert den Klang seiner

Lautsprecher an seiner Lieblingsmusik

testet. Dass deren

Sound über jeden Zweifel erhaben

sind, beweisen aktuell über 270

positive Produktbewertungen der

Fachpresse.

Gründungsjahr

Beschäftigte

Standorte

INFO

NUBERT

1975

70, in Handel,

Service und Produktion

Fachmarkt in Aalen;

Fachmarkt und

Produktionsstätte

in Schwäbisch

Gmünd

Akustik in der Champions League

Wie sich die Perfektionisten Günther Nubert und Roland Spiegler mit ihrer Nubert Speaker Factory

durchgeboxt haben und der internationalen Konkurrenz locker die Stirn bieten

Rückblende: Bereits im Jahr

1973 hatte Günther Nubert mit

Grundlagenarbeiten zur Akustik

und Chassisverbesserung begonnen

und in der heimischen Garage

in Gmünd die ersten Boxen zusammengeschraubt.

„Um diesen

Zustand zu legalisieren“ (Günther

Nubert), wurde das Garagenunternehmen

1975 offiziell zur Nubert

Electronic GmbH. Gegenstand

der unternehmerischen Tätigkeit:

Das Betreiben eines Einzelhandelsgeschäfts

zum Verkauf von

Geräten aus der Unterhaltungselektronik

sowie die Entwicklung

und der Bau von Lautsprecherboxen.

In dieser Zeit traf Roland Spiegler,

damals Bau-Ingenieur-Student

und bis heute „Klang-Freak“, auf

Günther Nubert und nebenbei auf

einen Weg, sein Studium zu finanzieren.

Lautsprecher wanderten

aus der Nubert-Garage in

Spieglers Studentenbude, der die

Geheimtipps per Aushangzettel an

der Uni Stuttgart „vertrieb“. Die

Sache lief gut. So gut, dass sich

Spiegler später entschloss, statt Autobahn-Lärmschutzwände

fortan

hauptberuflich Klanggenuss unters

Volk zu bringen. Aus dem kleinen

„HiFi-Studio“ wurden im

Laufe der Jahre zwei Nubert-Fachmärkte

in Schwäbisch Gmünd und

Aalen, die sich bis heute gegen die

Branchenriesen behaupten.

Die Ingenieurleistung von Günther

Nubert aber blieb lange all jenen

vorbehalten, die davon wussten

und dann auch willens waren,

auf die Ostalb zu pilgern. Das Jahr

1995 bedeutete daher einen Wendepunkt

für die Firmenentwicklung.

Das Unternehmen entschloss

sich zum bundesweiten Direktvertrieb

der Nubert-Lautsprecher.

Endlich waren große Fachmagazine

bereit, die Boxen zu testen, da

diese nun Kunden in ganz

Deutschland problemlos kaufen

konnten. Auf breiter Ebene sickerte

nun durch, was die Fachpresse

bei ersten Hörproben andeutete:

Die Nubert Speaker

Factory hat das Zeug für einen Spitzenplatz

in der Champions League

der Lautsprecherhersteller. In Sachen

Preis-Leistungsverhältnis rasten

die Gmünder ohnehin von

Null auf Eins. „Gute Boxen, faire

Preise und ein enger Kontakt zum

Kunden. Das ist bis heute unsere

Philosophie. Schön, dass wir Erfolg

hatten“, freut sich Spiegler.

Gute Boxen garantiert die tech-

Günther Nubert (links) und Roland Spiegler beim Boxenstopp für den Fotografen. (Foto: Tom)

nische Virtuosität von Günther

Nubert. Die „fairen Preise“ ermöglicht

der Direktvertrieb ohne

Zwischenhandelsspanne. Den

Kontakt zum Kunden hält Günther

Nubert inzwischen am liebsten im

„nuforum“ viaInternet.Dessen rasante

Verbreitung half nebenbei

beim kometenhaften Firmenaufstieg

kräftig mit.

Im 32. Geschäftsjahr mit inzwischen

rund 70 Mitarbeitern in

Handel, Service und Produktion

und nach über 270 Testsiegen

oder Kauf-Tipp-Empfehlungen -

ist die Boxen-Technik da inzwischen

nicht ausgereizt? „Nein, im

technischen Bereich endet es nie,

wenn man nach Perfektion strebt.

Gerade im Bassbereich haben wir

in den vergangenen Jahren wieder

große Verbesserungen erzielt“,

meint Spiegler.

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Sich auf dem Erreichten auszuruhen

ist für Nubert ohnehin

keine Option. „Wir haben die Nu-

Box-Linie upgedatet. Wir reden

über Design, wir versuchen stets in

jedem Segment die beste und

preiswerteste Box auf den Markt zu

bringen. Ansporn gibt’s da täglich“,

fasst Spiegler zusammen. Mit

Businessplänen tut sich Spiegler

aber schwer.„Wir bauenLuxusgüter,

damit hängen wir stark von der

Konjunktur ab. Defizite in Bereichen

wie Car-HiFi konnten wir

zwar durch neue Felder wie Heimkino

oder Cocooning kompensieren.

Aber langfristige Zielplanung,

darauf haben wir nie gesetzt“, erklärt

der kaufmännische Chef. Auf

eines aber verlässt er sich: „Harte,

ehrliche Arbeit und stets am Ball

bleiben, damit lässt sich Erfolg realisieren.

Zeitlich planen allerdings

lässt er sich nicht.“ Martin Simon

DIETER

HEBEL

Gmünder

Ersatzkasse

GEK

ZIELE SETZEN, MUT HABEN,

ZUVERLÄSSIG SEIN

In meiner Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der

GEK sehe ich eine Voraussetzung für den Erfolg

darin, dass ich mir stets Ziele setze und diese,

auch gegen Widerstand, durchsetze.

Ein weiteres Erfolgsrezept besteht darin, Mut

zu haben. Wer neue Wege gehen will, weiß

auch, dass Erfolg und Misserfolg manchmal eng

beieinander liegen. Aber wer zu ängstlich ist,

scheut das Risiko und die Kreativität bleibt auf

der Strecke.

Eine Tugend, die mir stets am Herzen liegt, ist

die Zuverlässigkeit. Wenn man Vereinbarungen

getroffen hat, ist es für das Vertrauen gegenüber

seinen Partnern wichtig, zu seinem Wort zu stehen.

19


20

„K

29. NOVEMBER 2006 I MENSCHEN MACHER MÄRKTE ERFOLGSGESCHICHTEN

onsequentes ökologisches

Bauen und Wohnen“, dieser Slogan

des Adelmannsfelder Zimmereibetriebes

„Die Werkstatt Kiesel“

ist keineswegs nur ein Lippenbekenntnis.

Denn ob kompletter

Hausbau, Sanierung oder Innenausbau,

wo immer die Firma Kiesel

Hand anlegt, kommen ausschließlich

umweltfreundliche

Materialien und Produkte zum

Einsatz.

Und zwar ohne Kompromisse.

Darauf legt Zimmermeister und

Chef Werner Kiesel großen Wert.

Wer etwa Tropenholz wünscht

oder Glaswolle und PU-Dämmung

bevorzugt, der wird davon

überzeugt, dass Lärche, Fichte

oder Douglasie beziehungsweise

zellulose Holzfaserplatten, Flachs

oderHanfdiebessereWahlwären.

Oder er muss, falls unbelehrbar,

eben weiterziehen. Was jedoch

kaum vorkommt. Denn wem vielleicht

die Erhaltung des Regenwaldes

nicht unmittelbar am Herzen

liegt, der beugt sich schließlich

dem Argument, dass Wohnen in

ökologisch gebauten vier Wänden

schlichtweg gesünder ist.

Aus der Taufe gehoben wurde

„Die Werkstatt Kiesel“ 1990, als

Werner Kiesel, gewissermaßen auf

Freiersfüßen, nach Adelmannsfelden

kam. Aus der anfänglich kleinen

Zimmerei mit zwei Mitarbeitern

entwickelte sich rasch ein großes

mittelständiges Unternehmen:

„Ist machbar“, aber ohne Kompromisse

Die Werkstatt Kiesel läßt lieber einen Kunden ziehen

als ihre ökologischen Grundsätze außer Kraft zusetzen

Eine Fertigungshalle wurde gebaut,

deren Größe von 36 mal 24

Metern es erlaubt, ganze Haushälften

vorzuproduzieren. Die Zahl

der Mitarbeiter wuchs auf heute

elf, acht davon Zimmerleute. Auf

die so manche Fortbildung wartet,

denn wer bei Kiesel „schafft“,

muss halt auch in der Lage sein, einen

Lehmputz anzubringen.

Womit bereits gesagt ist, dass

„die Werkstatt“ keine Fremdfirmen

oder billige Arbeitskräfte einsetzt.

Das Credo lautet nach wie

vor: Familienunternehmen, alles

aus einer Hand. Wovon Gattin Birgit

ein Lied zu singen weiß, die

sich nicht nur um Büro und Buchhaltung,

sondern auch um den

Verkauf von Naturfarben und

-ölen kümmert, die das Öko-

Rundumpaket ergänzen. Darüber

hinaus hat Birgit Kiesel als Mutter

der Kompanie und kommunikative

Anlaufstelle stets ein ordnendes

und beruhigendes Wort für

die Bauherren parat, von denen

sich manch einer wie ein werdender

Vater gebärde.

Wozu jedoch kein Anlass besteht.

Denn bei Kiesel ist der Kunde

durchaus noch König, erst recht in

der Hauptdisziplin, dem Hausbau.

Wer es richtig bequem mag, kann

Werner Kiesel (links), zwei seiner Mitarbeiter und Hündin Bella sind sich einig:

Öko-Bau ist toll.

dem hauseigenen Architekten

seine Wünsche mitteilen, sich

beim Chef eingehend über die zu

verwendenden Materialien informieren

und ihm sämtliche Behördengänge

überlassen. Dann heißt

es nur noch warten, bis der Schlüssel

zum neuen (ökologischen) Eigenheim

überreicht wird. Wer

selbst mit anpacken will, kann alle

erdenklichen Ausbaustufen vereinbaren.

Und natürlich gibt es für einen

Zimmereibetrieb daneben zahlreiche

kleinere Aufgaben, von der

Umgestaltung einer Terrasse über

ein neues Dach bis hin zur umfassenden

Altbausanierung.

Wer eine wirklich marode

Hütte sein eigen nennt, die erst

einmal entkernt werden muss,

wird von Werner Kiesel, selbst in

fast hoffnungslosen Fällen, zumeist

den Satz hören: „Ist machbar.“

Das gilt auch für Sonderwünsche

und skizzierte „Konstruktionszeichnungen“

Marke „Wolkenkuckucksheim“,

die, fachliche

Einschränkungen vorbehalten,

willig umgesetzt werden.

Sogar jenseits von Bauberatung

und -leistung (deren Güte im übrigen

via Kundenfragebogen überprüft

wird) gehört „Service“ zu

den Themen, an denen der Chef

unablässig weitertüftelt. So hat er

sich etwa zum Gebäudeenergieberater

ausbilden lassen und bietet,

von der Heizung bis zur Wär-

Die Montagehalle; hier werden die Häuser in großen Teilen vorgearbeitet.

medämmung, eine umfassende

Bestandsaufnahme mit Verbesserungsvorschlägen.

Wenn die Energieeinsparverordnung

im nächsten

Jahr verabschiedet und ein

„Energiepass“ beim Hausverkauf

Pflicht wird, dürfte er viel zu tun

bekommen.

Noch in der Projektphase ist dagegen

die Idee, Hausbesitzern eine

jährliche Wartung ihres Eigenheims

zu offerieren, bei der Balken,

Dach, Außenfassade und

mehr kontrolliert und kleinere

Schäden gleich behoben werden.

Damit ließe sich besagter „maroder

Hütte“ wirkungsvoll vorbeugen

und letztlich eine Menge Geld

sparen.

Und wie beurteilt Werner Kiesel

Entwicklung und Zukunftsaussichten

des ökologischen Holzbaus?

„Die Nachfrage wächst. Dass

allmählich ein Umdenken stattfindet,

ist deutlich spürbar. Die Leute

bauen bewusster und legen mehr

Wert auf Wohn- und Lebensqualität

ohne Gifte.“

Unterstrichen wird diese Einschätzung

von der Auftragslage:

Momentan baut „Die Werkstatt

Kiesel“ zwischen acht und zwölf

Häuser pro Jahr. Und das ist nur

noch ein „Muggaseckale“ von der

derzeitigen Zielvorgabe entfernt.

Christiane Schacke


ERFOLGSGESCHICHTEN MENSCHEN MACHER MÄRKTE I 29. NOVEMBER 2006

D

ie Abgasnachbehandlungsanlage an einem

der kleineren und trotzdem gewaltig

wirkenden Nutzfahrzeugmotoren sieht

aus wie eine riesige Zigarre. Ein Gewirr

von zahllosen farbigen Schläuchen verschiedenenDurchmessers,einRohrsystem

für konditionierte Luft, eine Lasermesseinheit,Hebel,Düsen

undStellschrauben umgeben

Motor und Motorbremseinheit in

der vier mal acht Quadratmeter großen

Prüfstandzelle. Ein volltransienter Motorenprüfstand

mit komplexer Abgasmesstechnik.

13 dieser Motoren-, Fahrzeug- und

Komponentenprüfstände gibt es in Schechingen,

zehn davon sind vollautomatisierte

Motorenprüfstände. Auf einem Dau-

Prüfstandästhetik bei Ricardo.

erlaufprüfstand zum Beispiel ist Rund-umdie-Uhr-Simulation

möglich, sieben Tage

die Woche. Hier wird die Haltbarkeit oder

die Wirksamkeit neuer Motorenkomponenten

geprüft, Verbrennungssysteme

werden entwickelt, Emissionsverursacher

und Emissionsvernichter angeschaut.

Beim Transient-Test geht es um Schub und

Beschleunigung. Auf dem Schwenkprüfstand

werden sogenannte Ölhaushaltsentwicklungen

zum Beispiel für Sport- und

Geländefahrzeugmotoren mittels extremer

Kipp-Schwenk-Bewegungen durchgeführt.

„Wir können nahezu alles simulieren“,

erklärt der Diplomingenieur für

Maschinenbau, Hendrik Buhr. Ab- und

Anfahrvorgänge nicht nur beim LKW sondern

auch beim Motorboot und beim Audi

RS8, sind im Programm genauso wie Autobahntests,

das Verhalten des Kühlkreislaufs

bei extremen Temperaturschwankungen

oder die Lastverteilung im Motor

bei einer Berg- und Tal-Überlandstrecke

mit Bremsen, Anfahren und Beschleunigen.

Spezialeinrichtungen wie ein Partikelwägeraum

oder die Aufbereitungsanlage

für konditionierte Luft auf dem Hallendach

sind für die Verfahren erforderlich.

Um vergleichbare Messergebnisse zu bekommen,

muss unter anderem die Meereshöhenlage

eines Prüfstandes berücksichtigt

werden. Außerdem müssen die

Ansaugluftzustände variabel sein:befeuchtet,

gekühlt oder beheizt.

Für Bernd Danckert, den Leiter der Abteilung

für schwere Dieselmaschinen, sind

die Versuche, die hier gefahren werden

und die Entwicklungs-Unterstützung für

den Kunden pure Leidenschaft. Daher

spielt es für ihn auch eine große Rolle, was

die Politik an Verordnungen vorgibt. Vieles,

vor allem die Bestrebungen zur Vereinheitlichung

der weltweiten Verordnungen

und Prüfnormen bedeutet für ihn

Fortschritt. Derzeit gibt es außer den

EURO-Normen noch die Verordnungen

der amerikanischen Emissionslimitierungsbehörde

(EPA) und die japanischen

Verordnungen, die für straßengebundene

Fahrzeugegelten.„EntsprechendeSysteme

befinden sich schon in der Serieneinführungsphase

für die EURO 5-Verordnung,

die ab 2007 eingeführt werden soll. Für

die EURO 6-Verordnung, die

2009/2010 kommen soll, stehen Vorseriensysteme

bereits zur Wintererprobung

an. Dazu fährt eine Flotte von mehreren

LKW durch Finnland oder demnächst

auch durch die Sierra Nevada. Das heißt,

wir arbeiten hier auf vollen Touren, denn

einMotor muss bereits einJahr vor der Einführung

serienreif sein.“

Aber nicht mit allem geht der erfahrene

Motoren- und Abgasspezialist konform.

Wenn die Rede auf die Pflicht zum Einbau

von Rußpartikelfiltern und gleichzeitige

Herausforderung Nutzfahrzeug

Das deutsche Herz der englischen Ricardo-Gruppe in Ostwürttemberg: Auf dem

Gmünder Gügling ist der Hauptsitz, in Schechingen seit Juli das Prüfzentrum.

Reduzierung von CO2 Ausstoß

geht, schüttelt er denKopf:„Das

geht nicht zusammen, denn mit

dem Rußpartikelfilter ist ein

Mehrverbrauch an Kraftstoff

notwendig und für die Reduktion

von Stickoxiden zusätzlich

ein zweiter Stoff, der bei unserem

Kunden Daimler-Chrysler

Adblue heißt. Wir müssen uns

also sowohl mit der Brennverfahrensentwicklung

als auch

mit der Abgasnachbehandlung

beschäftigen und uns wieder

mehr um Kraftstoffreduktion

bemühen.“

In enger Zusammenarbeit

mit den Experten der weltweit

agierenden Ricardo-Gruppe

und den Entwicklungsingenieuren

der Kunden wie MTU

Friedrichshafen, Liebherr oder

MAN, versuchen die Ricardo-

Prüfer durch ihr Know-how

trotz aller Vorschriften den besonderen

Kundennutzen herauszuarbeiten.

Die nächste Herausforderung

steht schon an: Die sogenannte

Tier 4 Vorschrift betrifft die Off-

Highway-Fahrzeuge wie Bagger

und Kräne, für die es bisher

noch keine Vorschriften gab

und die zum Teil noch richtige

Dreckschleudern seien. „Bis

2014 gehen uns die Ideen nicht

aus“, prophezeit er. Und auch

die bisher 25 Arbeitsplätze in

Schechingen sind somit gesichert.

Erweiterung von Prüfständen

und Personal nicht ausgeschlossen.

Hanna Meid

CHARLOTTE

HELZLE

Inhaberin

Hema

Elektronik

in Aalen

ZIELE HARTNÄCKIG VERFOLGEN UND

SICH ÜBER ERFOLGE GEMEINSAM FREUEN

21

Ich bin in der Elektronik und Optoelektronik tätig,

einem sehr jungen Geschäftsfeld, ein Inbegriff

der Innovation.

Ich bin seit jeher fasziniert von neuen Ideen,

neuer Technik, neuen Möglichkeiten, Aufgaben

zu lösen, die wir vor kurzem noch gar nicht

kannten.

Das erfordert jedoch auch ständig den Mut,

neuen Herausforderungen entgegen zu treten,

die Ungewißheit und das damit verbundene Risiko

auf sich zu nehmen.

Der Erfolg wird erreicht durch die Arbeit mit einem

qualifizierten und engagierten Team von

Mitarbeitern, die von der selben Begeisterung

getragen werden. Mir ist es wichtig, unterschiedliche

Menschen mit unterschiedlichen Begabungen

im Team mitzunehmen, unsere Ziele

hartnäckig zu verfolgen und am Ende jedes Projekts

uns gemeinsam über den erreichten Erfolg

zu freuen.


22

S

29. NOVEMBER 2006 I MENSCHEN MACHER MÄRKTE ERFOLGSGESCHICHTEN

eit 36 Jahren machen sich die

Ingenieure und Techniker des

Mutlanger Büros Lackner, Köder &

Partner für ihre Auftraggeber auf

die Suche nach der besten, individuellen

Lösung in Sachen Straßenbau,

Wasserversorgung, Kläranlagen

und vielem mehr. Über 20

Städte und Gemeinden aus der Region

arbeiten seit Jahrzehnten mit

LK&P zusammen.

Architekt Peter Lackner gründete

1970 das Büro in Mutlangen.

Bereits 1977 schloss er mit Ingenieur

Peter Köder eine Partnerschaft.

Seit 1994 gehört Ingenieur

Stefan Kalmus zum Führungsteam,

und nach dem Ausscheiden

des Gründers realisierte man eine

Partnerschaft zwischen Köder und

Kalmus (Foto). Mittlerweile beschäftigt

das Ingenieurbüro einen

20köpfigen Mitarbeiterstab.

Zahlreiche Baugebiete tragen

die Handschrift des Büros ebenso

wie Kläranlagen, sowie zahlreiche

gewerbliche und Industrieanlagen.

„Wir wollen Partner in der

Region sein“, unterstreichen die

Ingenieure Stefan Kalmus und Peter

Köder ihren Bezug zum Ostalbsowie

Rems-Murr-Kreis. Dadurch,

dass das Ingenieurbüro quasi vor

der Haustür agiert, wird es immer

wieder mit Folgeaufträgen, etwa

beiFirmenerweiterungenoder Bebauungsplänen

beauftragt.

Individuelle Lösungen

Ingenieurbüro Lackner, Köder &Partner, Mutlangen

plant seit 36Jahren in der Region

Pläne werden archiviert, besonderer

Wert wird im Büro auf modernste

Technik gelegt. Insgesamt

15 CAD-Arbeitsplätze und die Anwendung

des Geographischen Informationssystems

(GIS) sowie

moderne Visualisierungstechnik

(Fotomontagen) ermöglichen

fundierte Planungen. Ob es nun

um Kanaldimensionen oder Erschließungsstraßen

samt Wasserund

Abwasserversorgung geht,

per Mausklick werden in Sekundenschnelle

die nötigen Daten auf

dem Computer sichtbar.

Bei Bauleitplanungen, Bauleitungen

und kompletten Projektabwicklungen,

also von der ersten

Skizze bis zur Übergabe, sind sie

Ansprechpartner für den Auftraggeber.

Und nicht nur für ihn, sondern

natürlich auch für die Fachbehörden

wie das Amt für Umweltschutz

oder auch das Wasserwirtschaftsamt.

Individuelle Lösungen, etwa bei

Kläranlagen-Sanierungen, sind die

Stärke des Ingenieurbüros. Was

sich erst kürzlich bei der Anlage in

Lorch-Waldhausen zeigte. Hier

konnte durch den Einsatz von Spezialtauchern

die Belüftung in einem

Klärbecken trotz laufenden

Betriebs ausgetauscht werden.

„Die Spezialtaucher sind normalerweise

bei Schleusen, in Häfen,

oder auch bei Schiffsbergungen

im Einsatz“, erklärt Peter Köder.

Deren Arbeit unter Wasser ersparte

der Gemeinde große Summen

für ansonsten nötig gewordeneAbwasserbeseitigungsprovisorien.

Denn solche hätten installiert

werden müssen, um das Klärbecken

für die Sanierung entleeren

undaußer Betriebnehmen zu können.

Ein von der Bundeswehr ausrangiertes

Ponton kam als Arbeitsplatz

auf dem Wasser zum Einsatz.

Unter Wasser schweißten und

bohrten die Taucher, zuvor sorgten

sie für die Reinigung des Beckens.

Schließlich demontierten

sie die alte und installierten die

neue Belüftung. Anja Jantschik

Redaktion

Anzeigen

Layout

Herstellung

und Druck

IMPRESSUM

Rainer Wiese

Andrea Reinhardt,

Franz Wenzl

Marion Haberstroh

SDZ.Druck und Medien

M

ichael Jast hat als ausgebildeter

Ergotherapeut 1995 seine erste

Praxis eröffnet. Nach knapp zehn

Jahren ist daraus ein Unternehmen

mit drei Praxen, einem Tochterunternehmen

für Unternehmensberatung

sowie dem dritten Geschäftszweig„Gesundheitsmanagement

am Arbeitsplatz“ entstanden.

Eine ungewöhnliche Entwicklung,

denn bundesweit haben

es die Ergotherapiepraxen

schwer bei Umsatzrückgängen

von bis zu60Prozent.

Michael Jast reagierte in seiner

Praxis auf Veränderungen der Gesellschaft

und hat damit frühzeitig,

noch vor dem heutigen Massensterben

von Ergotherapiepraxen,

seiner persönlichen Rezession vorgebeugt.

So hat Jast zunächst bei

seinen Patienten die Prävention in

den Vordergrund gerückt und dies

dann auf die Führung seiner Praxis

übertragen.

Die Behandlung bestehender

körperlicher Störungen ist nunmehr

der zweite Ansatzpunkt, erklärt

Jast. Wer die demografische

Entwicklung sieht, der wird erkennen

müssen, dass in Zukunft

nicht nur der Kranke, sondern gerade

auch der Gesunde zum Arzt

oder Therapeuten gehen muss.

Der Staat ziehe sich aus Gesundheitsfragen

weiter zurück - mehr

und mehr sei die Eigenverantwor-

Gegen den Trend

Wie der Ergotherapeut Michael Jast in Bopfingen,

Dinkelsbühl und Lauchheim der Rezession trotzt

tung des Einzelnen gefragt. Zudem

bietet Jast seine Erkenntnisse heute

auch den Unternehmen der Region

als Beratungsleistung an.

Denn nur ein gesunder Mitarbeiter

kann produktiv wirken. „Und gesund

ist, wer sich auch an seinem

Arbeitsplatz wohl fühlt“, sagt Jast.

Diese Erkenntnis hat der Ergotherapeut

zuerst an seinen eigenen

Mitarbeitern praktiziert. Somit ist

auch schon die Frage beantwortet,

wie ein Ergotherapeut zum Unternehmensberater

wird.

„Führe ich meine Praxis richtig?“.

Mit dieser Frage hat sich Jast

2002 zu einer zweijährigen Fortbildung

für Unternehmensberater

angemeldet. Inmitten von knapp

20 hochrangigen Managern und

Betriebswirten war Jast allein

schon an seiner Kleidung als Sonderling

erkennbar. Am Ende des

Kurses wurde er durch die Teilnehmer,

gerade wegen seiner therapeutischen

Ausbildung, an

zweiter Stelle als beliebtester Geschäftspartner

gewählt.

Im richtigen Leben ergaben sich

daraus tatsächliche Synergien. Sein

drittes Tochterunternehmen

ERGO, aus Therapiepraxis und

Unternehmensberatung heraus

entstanden, führt zusammen, was

bisher in dieser Form nur wenige

bieten. „Der freie Markt liefert alles,

was dazu nötig ist“, sagt Jast. So

Eleganz vereint mit Kraft.

Das neue BMW 3er Coupé fasziniert mit inneren und äußeren Werten.

analysiert ERGO Arbeitsplätze wie

auch die Gewohnheiten der Mitarbeiter

und stellt in Folge die richtigen

Tische, Bürostühle oder Beleuchtungen

zusammen. Immer

den einzelnen Menschen und

seine Gesundheit im Blick: „Es

muss nicht der teuerste Stuhl auch

der Beste sein - es muss einfach nur

der Richtige sein“, sagt Jast. Bundesweit

agieren heute gerade einmal

15 von 4500 niedergelassenen

Ergotherapeuten in ähnlicher

Form. Jast kennt diese Zahlen nicht

nur durch seine Leistungen als

Existenzgründungsberater. Jast ist,

wie er nebenbei noch erwähnt,

auch Landesvorsitzender des Verbands

der Ergotherapeuten.

Mit Rückgängen von bis zu 60

Prozent haben selbständige Therapeuten

derzeit zu kämpfen und die

Gesundheitsreform verspricht hier

keine Genesung. Wenn Jast nach

der künftigen Entwicklung seines

eigenen Unternehmens gefragt

wird, sagt er: „Ich bin noch nicht

fertig“. So genau könne er die Entwicklung

aber auch nicht vorhersehen,

denn selbst die Fortschritte

der vergangenen Jahre entstammen

der Kombination unterschiedlichster

Geschäftszweige.

Zunächst aber will er sein visionäres

Unternehmensgebilde weiter

festigen, „dann erst geht’s weiter“.

Gerold Wenzel

Kann ein Fahrzeug kraftvoll sein und elegant? Das neue BMW 3er Coupé macht die Antwort leicht.

Die Coronaringe für edles Tagfahrlicht, die dynamische Seitenlinien und das anmutige Heck sichern ihm überall

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ERFOLGSGESCHICHTEN MENSCHEN MACHER MÄRKTE I 29. NOVEMBER 2006

„W

enn wir damals länger

über die hohen Investitionskosten

und Risiken nachgedacht hätten,

dann hätten wir das wahrscheinlich

nicht gemacht“, sagt Klaus

Banzhaf heute, gut 13 Jahre nach

damals und zwölf Monate nach

dem Start des neuen Unternehmens,

der Metrys GmbH, das er

gemeinsam mit Theo Hageney auf

den Weg gebracht hat.

Damals erkannten die beiden

Ingenieure Klaus Banzhaf und

Theo Hageney, beide im gesicherten

Anstellungsverhältnis bei Carl

Zeiss, die Nische, im Zuge der Einführung

der Qualitätsnorm ISO

9000 Mess- und Kalibrierdienstleistungen

für die Industrie anzubieten.

Hierzu zählten auch

Zeiss-Kunden, die bei dem Oberkochener

Weltunternehmen Koordinatenmessgeräte

kauften.

Diese teuren Investitionsgüter sind

in vielen Firmen wichtige Bausteine,

um in Produktion und Entwicklung

die Qualität der produzierten

Teile sicherzustellen.

Die Anwender dieser Geräte

brauchten Unterstützung wie anwendungstechnische

Beratung,

das Erstellen von Messprogrammen

oder spezielle Überwachungsverfahren

für die eingesetzten

Messgeräte. Aus diesen Anfängen

entwickelte sich über Jahre

hinweg ein umfassendes Dienstleistungskonzept,

das den Anwendern

ermöglichte, gemeinsam mit

nur einem Ansprechpartner, alle

Anforderungen rund um die Koordinatenmesstechnikabzudecken.

In den Nischen wachsen die Märkte

Wenn Ingenieure Unternehmer werden und Firmen gründen, entsteht eine besondere Unternehmenskultur -

Theo Hageney und Klaus Banzhaf wandern erfolgreich zwischen Konzern und Selbstständigkeit

Dieses Konzept hatte Erfolg und

den Kundenforderungen nach

schnellen Reaktionszeiten wurde

durch die Gründung weiterer Niederlassungen

in der Nähe der großen

Automobilhersteller Rechnung

getragen. So entstanden zusätzliche

Dienstleistungszentren

für die Koordinatenmesstechnik in

Peine, Stuttgart, Köln und München.

Ein eigener Entwicklungsund

Produktionsstandort für Prüfkörper,

Aufspannvorrichtungen

und Tasterkomponenten wurde

mit weiteren Partnern in Essingen

bei Aalen gegründet.

Mit 3D Control besetzen die

beiden Gründer die Nische, die

sich bald als attraktiver Markt

zeigte. Hageney, der Messtechniker,

Banzhaf, der Marketing- und

Vertriebsmann, legten einfach los.

Damals noch ohne ausgetüftelte

und abgesicherte Investitions- und

Businessplanung. Die Gehälter der

Mitarbeiter und die Investitionen

in die Mess- und Kalibriertechnik

wurden kreditfinanziert und das

Sparbuch musste bei Engpässen

herhalten. Etwas zeitversetzt verließen

damals beide die Sicherheit

der Konzernanstellung.

„Über den ersten Berg waren

wir Mitte 1995“, erinnert Theo

Hageney.

Die junge Firma durfte bei

neuen Kunden darauf verweisen,

dass sie Teile der Prüfmittelkalibrierung

im Auftrag für die PWT

Prüf- und Werkstofftechnik

GmbH bei Voith in Heidenheim

durchführt. Andere namhafte

Kunden kamen über die Jahre

dazu.

Auch von Zeiss war man nicht

im Streit geschieden, im Gegenteil.

Das Unternehmen konnte auf Basis

einer engen und partnerschaftlichen

Zusammenarbeit mit Zeiss

weiter wachsen. Die Hierarchien

wurden flach gehalten, man war

per Du und hatte ein sehr vertrauensvolles

Verhältnis zu den Mitarbeitern.

Teamgeist wurde großgeschrieben

und die Arbeitsteilung

erfolgte nicht nach Rang,

sondern nach Begabung und Neigung.

So entstand eine nicht alltägliche

Firmenkultur, die auf Mitarbeiter

und Geschäftsleitung außerordentlich

motivierend wirkte

und die aus Sicht von Banzhaf und

Hageney einer der wesentlichen

Erfolgsfaktoren für die positive

Entwicklung des Unternehmens

war. In wenigen Jahren entstehen

so auch die Niederlassungen an

den genannten Standorten in der

Nähe der Produktionswerke der

Theo Hageney.

Autoindustrie, Büros und Messräume,

eigene Profitcenter, 75

Mitarbeiter insgesamt.

Im Laufe der Jahre wird es für

Carl Zeiss immer wichtiger sich

von seinen Wettbewerbern durch

Komplettlösungen in der Koordinatenmesstechnik

abzuheben. So

wird das, was sich in der vermeintlichen

Nische entwickelt

hat, eine wichtige Ergänzung für

den Vertrieb der eigenen Messgeräte.

Zeiss steigt bei 3D Control

ein. In mehreren Schritten kaufte

der Konzern alle Geschäftsanteile.

Präzision im Detail: Dreidimensionaler

Meßpunkt

Hageney und Banzhaf sind als Geschäftsführer

wieder Zeissianer,

arbeiten an der erfolgreichen Fusion

der zusammengeführten Bereiche

und dem weiteren Ausbau

des Dienstleistungsgeschäfts mit

zuletzt 150 Mitarbeitern - und machen

sich dann wieder selbstständig.

Ende 2005 gründen sie die Metrys

GmbH, ein Referenzlabor für

Längenmesstechnik in den Räumen

des Technologiezentrums in

der Aalener Gartenstraße. Wieder

eine Nische im High-End Bereich

der Koordinatenmesstechnik.

Theo Hageney tüftelt und entwickelt

an neuen Verfahren zur Genauigkeitssteigerung

von Messungen

auf Koordinatenmessgeräten,

erreicht Niveaus, die über

Deutschland hinaus einmalig sind.

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt

in Braunschweig akkreditiert

derzeit die Metrys GmbH als

DKD-Kalibrierlabor für verschiedene

Messgrößen in der Längenmesstechnik.

Damit ist die Metrys GmbH in

Aalen eine von ganz wenigen Topadressen,

die für die Industrie Kalibrierungen

von Referenznormalen

und Referenzwerkstücken für

höchste Anforderungen durchführt.

Die Metrys GmbH setzt Präzisions-Koordinatenmessgeräte

von Carl Zeiss ein und erreicht

durch sehr gute klimatische Umgebungsbedingungen,

innovative

Klaus Banzhaf.

Messstrategien und aufgabenspezifische

Korrekturverfahren die

hohe Genauigkeit für neue messtechnische

Bestmarken.

Neben der Messtechnik der Metrys

GmbH ist Klaus Banzhaf mit

weiteren Kollegen als Business-

Partner von Carl Zeiss für den Vertrieb

messtechnischer Dienstleistungen

im südwestdeutschen

STEFAN

BRUCKER

Geschäftsführer

Spedition

Brucker

in Aalen

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23

Raum aktiv. Zurzeit hat das Unternehmen

sechs Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, die zum Teil im

angestellten und zum Teil im freiberuflichen

Verhältnis für das Unternehmen

tätig sind. An Geschäftsideen,

um weitere Nischen

zu besetzen, mangelt es den beiden

Geschäftsführern offenbar

nicht. Rainer Wiese

ES KANN DOCH NICHT NUR UM

GEWINNMAXIMIERUNG GEHEN

Am Wichtigsten ist mir, qualifizierte Mitarbeiter

zu haben, die sich wohlfühlen, denen

wir Freiräume lassen können bei der Gestaltung

der Arbeitszeit.

Mein persönliches Erfolgsrezept: Jeden Tag

mit viel Antrieb in den Betrieb zu kommen und

zu wissen, dass man noch ganz viel in diesem

Land bewirken kann, dass man viel bewegen

kann durch Kreativität. Am meisten motiviert

mich jeden Tag sagen zu können, man hat Arbeitsplätze

geschaffen und gesichert.

Wir haben doch auch eine gesellschaftliche

Verantwortung, es kann nicht nur um Gewinnmaximierung

gehen.

Wir stellen ein:

Produktionshelfer/in

Lager-/Versandarbeiter/in

Staplerfahrer

WIG-Schweißer

CNC-Fräser/Dreher

Industriemechaniker

Heizungsmonteure

Elektriker

• im Schichtdienst

• auf Vollzeit

• mit Pkw

Wir bieten unbefristete Arbeitsverträge und soziale Leistungen.


24

P

29. NOVEMBER 2006 I MENSCHEN MACHER MÄRKTE ERFOLGSGESCHICHTEN

eter Koblank ist ein bescheidener

Mann. Das Wort Zufall kommt

ihm fast selbstverständlich über

die Lippen. Fragt man ihn, wie sich

eine Firma in der hitzigen IT-Branche

schon über 20 Jahre behaupten

könne, fügt er zum Zufall noch

das Wörtchen Glück hinzu. Seine

Frau Monika, Geschäftsführerin

der Koblank GmbH, lächelt leise.

Man müsse halt immer am Ball

sein, meint sie. Als sie anfingen,

war ihre Firma in Deutschland allein

auf weiter Flur; heute ver-

Gründungsjahr

Beschäftigte

Geschäftsidee

Produkte

INFO

1989

7

Auf IdeenmanagementspezialisiertesBeratungs-

und Softwareunter

nehmen

ideeOffice (für

Windows)

ideeNet (Intranet

software)

Hier hat der Zufall System

Vom Betrieblichen Vorschlagswesen zum Ideenmanagement inklusive

kontinuierlichem Verbesserungsprozess und Qualitätszirkeln: die Koblank GmbH organisiert Kreativität

suchen rund ein Dutzend Anbieter,

mittlere und große Unternehmen

im Ideenmanagement fit zu

machen.

Früher hieß das Betriebssegment,

auf dessen Verbesserung

sich die in Aalen ansässige Firma

konzentriert hat, Betriebliches

Vorschlagswesen (BVW). Das ist

eine Möglichkeit für Arbeitnehmer,

Produkte und Arbeitsprozesse

kreativ mitzugestalten. Heute

nennt sich das „Ideenmanagement“.

Klingt besser, bedeutet

aber nichts anderes. Und schon gar

nicht, Ideen jeglicher Art zu managen,

wie der 54 Jahre alte Peter Koblank

klarstellt. Man hat den Begriff

schlicht aus dem Englischen

übernommen. Er dient als Oberbegriff

für Systeme, bei denen sich

jeder Mitarbeiter einer Firma mit

Verbesserungsvorschlägen am betrieblichen

Geschehen beteiligen

kann. Und die kleine IT-Schmiede

der Koblanks wiederum verklickert

ihren Kunden, auf welchen

Wegen diese Beteiligung den

größten Nutzen bringt. Die selbst

entwickelte Software, um Abläufe

zu standardisieren, spielt dabei

eine wichtige Rolle.

Zufall kann es wohl kaum sein,

dass inzwischen hunderte mittlere

und große Unternehmen aus dem

deutschsprachigen Raum, die international

tätig sind - wie Zeiss,

SHW und die ZF in Gmünd, um

nur einige Beispiele aus der Region

zu nennen - zu den Stammkunden

der Beratungsfirma zählen.

Monika und Peter Koblank helfen seit 20Jahren, Ideen zu entwickeln und zu verwalten

Der Zufall hat vermutlich ebenfalls

keine Rolle dabei gespielt, dass

Peter Koblank als erster Absolvent

das Studium zum Wirtschaftsingenieur

an der FH Aalen gleich mit

einer Eins abgeschlossen hat. Das

war 1980.

Drei Jahre später hat er sich

selbstständig gemacht. Zu dem

Zeitpunkt war er schon vier Jahre

mit seiner Frau Monika verheiratet,

die als gelernte Industriekauffrau

und Werbeassistentin in der

medizinisch-technischen Marketingabteilung

der Firma Carl Zeiss

tätig war. Und jetzt kommt tatsächlich

der Zufall ins Spiel: Zeiss

hatte damals „einen sehr kreativen

BVW-Leiter“, erinnert sich Peter

Koblank. Der Mann hieß Dr. Ottmar

Kling „und hat die Mitarbeiter

bei Zeiss mit großem Erfolg für das

BVW motiviert“. Er erkannte die

Bedeutung des IBM-PCs, der Anfang

der 1980er Jahre auf den

Markt gekommen war, für seinen

Bereich. Gemeinsam mit dem jungen

IT-Experten stellte er die Weichen

für eine PC-Standard-Software.

In einer Zeit, als ein Personal

Computer noch ein wahnsinnig

teueres Teil mit ausladenden Dimensionen

war, spielte die Beratung

des Kunden über den Um-

gang mit der gelieferten Software

eine wesentliche Rolle. Als der rasante

technische Fortschritt den PC

zur Massenware machte, konzentrierte

sich die Firma Anfang der

Neunzigerjahre auf die Unternehmensberatung

für Ideemanagement.

Neue Optimierungsverfahren

wie Qualitätszirkel und Verbesserungsteams

(als Fortschreibung

des KVP: des Kontinuierlichen

Verbesserungsprozesses)

wurden integriert. Wie sich herausstellen

sollte, ein ebenso weites

wie lukratives Feld. Denn so

nützlich es für ein Unternehmen

sein mag, das Know-how seiner

Mitarbeiter für den Geschäftserfolg

dienstbar zu machen, so widerstrebend

versuchte man häufig

diese interne Ressource anzuzapfen,

„um das Gute durch das Bessere

zu ersetzen“. So müssen die

Koblanks - „ganz ohne missionarischen

Eifer“, betonen sie - noch

viel Überzeugungsarbeit leisten.

Ergänzende Instrumente neben

der ständig aktualisierten Software

sind ein E-Mail-Newsletter und Seminare.

Der Erfolg gibt ihnen

Recht. Mit ihrer Software ideeNet

sind sie im deutschsprachigen

Raum Marktführer.

Auch kein Zufall: 1994 hat die

Koblank GmbH die Eureka-Akade-

mie mitbegründet, eine Initiative

zur Förderung des Ideenmanagements.

Deren Seminare, berichtet

Peter Koblank, hätten schon Tausende

von Fachleuten aus Ideen-

MARIETTA

KUBELLA

Goldschmiedin

und

Schmuckdesignerin

in Aalen

management,Qualitätsmanagement und

Personalwesen besucht.

Dass sie das betriebliche

Vorschlagswesen

in Unternehmen fit

machen können, haben

die Koblanks mit

ihren sieben Mitarbeitern

zur Genüge bewiesen.

Über dem

ökonomischen Erfolg

haben sie die gesellschaftlicheVerantwortung

nie aus den Augen

verloren.Peter Koblank

hat zusammen

mit Schulklassen Websites

für bildende

Künstler wie den Lorcher

Hans Kloss und

den Gmünder Eckhart

Dietz entworfen. Das

jüngsteProjekt:DieIT-

Firma sponsert ein virtuelles

Netzwerk für

die deutschen Georg-

Elser-Initiativen. Die

Homepage hat Peter

Koblank selbst entworfen.

Der Mann aus

Königsbronn hatte bekanntlich

im November

1939 versucht, im

Münchner Bürgerbräukeller

den Diktator

Adolf Hitler mit einer Zeitbombe

ins Jenseits zu befördern.

Doch der Führer räumte zu früh

das Feld. Ein echter Zufall.

Wolfgang Nußbaumer

DIE FREUDE AM

SCHÖPFERISCHEN GESTALTEN

Bei allen Hoch und Tiefs im Privaten und im

Beruf hat überwogen die Freude am individuellen

schöpferischen Gestalten, das Gespräch mit

dem Kunden und die Herausforderung durch

seine individuellen Wünsche.

Die Freude am Handwerklichen, das Herstellen

und Vollenden vom Materialschmelzen

bis zum Endfinish und dann das Lob und die Anerkennung,

wenn ein Schmuckstück viel getragen

wird und optimal zum Typ passt.


ERFOLGSGESCHICHTEN MENSCHEN MACHER MÄRKTE I 29. NOVEMBER 2006

D

amals, als sie Betriebswirtschaft

studierte, dachte sie noch

nicht daran, einmal ein Immobilienbüro

zu eröffnen. Mittlerweile

führt Erika Haaga ihre Immobilien

GmbH im 37. Geschäftsjahr.

„1969 habe ich in Aalen das erste

Immobilienbüro gegründet“, erklärt

die 65-Jährige nicht ohne

Stolz.

Eigentlich begann alles mit einem

Umzug. Das Ehepaar Haaga,

beide gerade mit dem Studium

fertig, wollten von Stuttgart nach

Aalen übersiedeln. Das war Anfang

der 60er. Doch wer hatte eine

Wohnung anzubieten? Und um

welchen Preis? Eine Frage, auf die

es erstmal keine Antwort gab.

„Denn in Aalen gab es bis dato keinen

Makler, kein Immobilienbüro“,

erinnert sich Erika Haaga.

Doch sie wäre eine schlechte Betriebswirtin

gewesen, hätte sie sich

diese Marktlücke nicht zu Nutzen

gemacht. Sie fing ganz klein an,

DR.

DIETER KURZ

Vorstand

Carl Zeiss

Oberkochen

Ab 600 000 Euro wird der Markt dünn

Weicher Standortfaktor Wohnen: Erika Haaga, Maklerin in Aalen, berichtet, wie sich Trends und Moden,

gesellschaftliches Bewusstsein und Bedürfnisse auf dem Wohnungs- und Immobilienmarkt verändern

ihre erstes Immobilienbüro war

sozusagen ihr Wohnzimmer. Die

GmbH beschäftigt sich mit Verkauf,

Vermietung und Verwaltung

von Immobilien, wobei der Verkauf

den deutlich größten Teil einnimmt.

Den Jahresumsatz beziffert die

Firmenchefin auf 400 000 bis

600 000 Euro pro Jahr. Mittlerweile

hat die Firma 1358 Objekte

seit 1985 verkauft. Worauf Erika

Haaga besonders stolz ist: Sie registriert

Nachfragen aus allen sozialen

Schichten. „Wir bedienen genauso

den Asylbewerber wie den

Zeiss-Manager.“ Besonderes Augenmerk

hat Erika Haaga auf alleinerziehende

Mütter. „Denn

die“, betont sie, „haben es auf dem

Wohnungsmarkt schon schwer

genug“. In der Regel wird sie auch

fündig, nutzt ihre guten Verbindungen

zur Wohnungsbau, zur

AWO.

Allgemein registriert Haagaeine

EINMAL GESETZTE ZIELE

KONSEQUENT VERFOLGEN

Mein Erfolgsrezept?

Vor allem Neugier. Schon als Kind war ich ein

„Forscher und Entdecker“ und wollte Dingen

auf den Grund gehen. Manchmal zum Leidwesen

meiner Eltern, wenn meine Experimente

mit dem Elektrobaukasten dafür sorgten, dass

bei uns zu Hause die Sicherungen rausgeflogen

sind.

Von diesen Rückschlägen habe ich mich aber

nicht beirren lassen. Das ist vielleicht die zweite

entscheidende Erfolgskomponente: konsequent

und gradlinig seine Ziele verfolgen.

Ich habe mich für ein Physikstudium entschieden,

weil ich dabei meinen Forscherdrang am

intensivsten ausleben konnte. Die Neugier auf

neue Erkenntnisse war auch einer der Gründe,

warum ich später Carl Zeiss als Arbeitgeber gewählt

habe. Denn bis heute fasziniert es mich,

wissenschaftliche Spitzenleistungen in marktfähige

Produkte umzusetzen. Gleichzeitig versuche

ich, immer offen für Neues zu sein und

einmalgesetzteZiele konsequentzuverfolgen.

deutlich nachlassende Bereitschaft,

in die weiter abgelegenen Ortsteile

wie Waldhausen oder Ebnat zu

ziehen. „Mittleres und oberes Management

zieht am liebsten in ein

Haus am Stadtrand oder in eine der

seltenen Villen in Aalen.“ Da werden

horrende Preise gezahlt, erzählt

die Maklerin. Am meisten

nachgefragt werden heute Dreieinhalb

bis Viereinhalb-Zimmer-

Wohnungen. Die Zwei-Zimmer-

Wohnung ist nach Aussage Erika

Haagas heute für Kapitalanleger

nicht mehr interessant, weil sie mit

hoher Fluktuation belegt ist. Und

seit dem Neubau des Studentenwohnheims

im Burren habe auch

die Nachfrage nach Ein-Zimmer-

Wohnungen stark nachgelassen.

Indes habe sich unter den Jung-

Akademikern ein neuer Interessenkreis

gebildet. „Plötzlich sind

wieder die Altbauwohnungen mit

großen Wohnküchen beliebt.“

Reißenden Absatz fänden gerade

aus diesem Grund die Wohnungen

in den Sechs-Familienhäusern

in der Ludwigstraße aus den 50er

Jahren.

Zwischen 300 000 und

400 000 Euro geben heute Familien

für den Kauf eines Hauses aus.

„Ab einem Preis von 600 000

Euro allerdings wird der Markt

sehr dünn.“ Angestellte in leitender

Position zahlen auch Monatsmieten

zwischen 1000 und 2 000

Euro. Ab den 60er Jahren seien

Leuten in gehobenen Positionen

lange Jahre repräsentative Neubauten

mit Schwimmbad, offenem

Kamin und Sauna wichtig gewesen.

Heute habe sich das Gesellschaftsbild

gewandelt. „Diese

Häuser“, so Haaga, „will heute aus

wirtschaftlichen Gründen niemand

mehr“. Ihrer Erfahrung

nach zeigen die Leute heute nicht

mehr, was sie haben. Das wiederum

verdeutliche sich in den

Wohntrends. „Wenn’s sein muss,

leben die Leute heute noch mit 50

in ihren Ikea-Möbeln.“

Die Familie Haaga bewohnt

selbst einen „ganz klassischen

Winkelhausbungalow“ in Fachsenfeld.

Allerdings zieht es sie auch

Erika Haaga, seit 37Jahren Maklerin in Aalen.

in Stadtnähe. Aus diesem Grund

haben sie mit einem Grundstück

im Grauleshof vorgesorgt. „Darauf

wollen wir noch einmal ein ganz

klassisches einfaches funktionelles

Haus bauen.“

Ulrike Wilpert

� (0 7171) 6 20 03

telefonisch 24 Stunden erreichbar

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E-Mail: info@concordia-bestattungen.de

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26

D

29. NOVEMBER 2006 I MENSCHEN MACHER MÄRKTE ERFOLGSGESCHICHTEN

ie älteste Baufirma Baden-

Württembergs findet man nicht in

Stuttgart und nicht in Karlsruhe,

weder in Mannheim noch in Freiburg:

Ganz und gar unstädtisch residiert

der Betrieb im ländlichen

Adelmannsfelden. Gerade darin

sieht der Firmenchef auch das Rezept

dafür, einen Betrieb 240 Jahre

alt werden zu lassen – und an ein

Aufhören denkt man noch lange

nicht.

Wolfram Reck konnte in diesem

Jahr ein für baden-württembergische

Baufirmen einmaliges

Jubiläum feiern: Sein Bauunternehmen

wurde 240 Jahre alt und

ist damit die älteste im Fachverband

eingetragene Baufirma des

EUGEN

und

OTTO

SCHIEBER

Schieber

Werkstätten

in Bopfingen

Schwäbisch-solide durch die Jahrhunderte

Die älteste Baufirma Baden-Württembergs ist traditionell bodenständig und hat sich inAdelmannsfelden seit 240 Jahren etabliert

Landes.

Anhand alter Kirchenbücher

wurde als Gründungsdatum der

26. April 1766 eruiert. Michael

Röck, geboren im Jahre 1713,

nach einer Namensänderung Michael

Reck, lernte damals den

Maurerberuf und machte sich

selbstständig. Damit begründete er

eine echte Familientradition, denn

nicht nur der Betrieb selbst blieb

bestehen, sondern er wurde auch

nie aus der Hand gegeben. Seit

neun Generationen wird er jeweils

von den Söhnen fortgeführt. Erst

jetzt, im 21. Jahrhundert, kommt

vielleicht endlich einmal ein Mädchen

zum Zug – Wolfram und

Monika Reck (sie ist für Buchhaltung

und Personal zuständig;

mache sagen auch einfach: der

gute Geist der Firma) haben zwei

kleine Töchter, und wer weiß...

Zurück zur Firmengeschichte.

Aus der Frühzeit ist nicht allzu viel

überliefert, Maurer hatten andere

Sorgen, als Chroniken zu verfassen.

Ursprünglich residierte der

Betrieb jedenfalls mitten im Dorf

in der Hauptstraße 77; etwa dort,

wo heute der Siebmacherbrunnen

steht. Erst 1966 wurde in der Schillerstraße

33, wo heute die gesamte

Firma untergebracht ist, eine erste

Halle gebaut, 1971 kam das

Wohnhaus dazu, 1994 zwei weitere

Hallen. Das war auch die Zeit,

GEHT NICHT, GIBT’S NICHT

Wir sind unseren handwerklichen Wurzeln treu

geblieben. Deshalb gibt es bei uns eine starke eigene

Produktion, Werkstätten eben und keine

Alibi-Schreinerei wie bei manchen anderen Einrichtern.

Durch die Verbindung: Einrichtungshaus mit

internationalen Möbelkollektionen und modernsten

Werkstätten und motivierten Mitarbeitern

können wir (fast) alle Kundenwünsche

erfüllen. Geht nicht gibt’s nicht bei uns.

Uns beide verbindet die gleiche Firmenphilosophie:

Kundenorientiertes Handeln. Über anstehende

Fragen wird gemeinsam entschieden,

auch über die Kleinigkeiten.

Wenn man konsensorientiert ist, diskutiert man

die Themen aus. Einen richtigen Streit gab es

noch nicht in den 33 Jahren, die wir jetzt schon

erfolgeich zusammen arbeiten.

Wolfram Reck vor einem von seiner Firma erstellten Haus.

als Wolfram Reck in das Geschäft

seines Vaters Karl eintrat. 1995

wurde von Vater und Sohn die

Reck GmbH gegründet und 1999

übernahm der Junior den Betrieb

als alleiniger Geschäftsführer.

Sein Vater Karl war es, der den

Betrieb erst zu seiner jetzigen

Größe brachte, berichtet Wolfram

Reck.

Was zuvor stets ein echter

Kleinbetrieb war, wuchs ab 1962

unter seinen Händen zu mittelständischer

Größe.

Heute sind es recht konstant 19

Mitarbeiter, die für die Reck

GmbH tätig sind; konstant heißt,

dass hier nicht mal Personal eingestellt,

dann wieder abgebaut wird:

Kontinuität ist den Recks wichtig,

schwäbisch bedächtig und vorausschauend

wird hier gewirtschaftet

und nicht jeder konjunkturellen

Welle nachgegeben. Wichtiger ist

Reck allemal, dass seine Mitarbeiter

jede Chance zur Fortbildung

haben.

Größer möchte Wolfram Reck

Seit über 20Jahren ist die Rolf Plümer GmbH als Personaldienstleister

erfolgreich imsüddeutschen Raum tätig.

Unsere Kunden sind ortsansässige kleinere und mittlere Handwerks- und

Industrieunternehmen aus den verschiedensten Branchen.

Wir bieten rund um den kompletten Bereich des

Personals eine langfristige und flexible Partnerschaft.

Der Schwerpunkt hierbei ist der bedarfsgerechte Einsatz

unseres Leihpersonals als qualifizierte Fachkräfte.

Für Rückfragen stehen Ihnen Frau Ulmer oder Herr Rogowski unter der

Rufnummer (0 7361) 963 40 gern zur Verfügung.

Sie können sich auch imInternet über uns informieren!

www.rolf-pluemer.de

den Betrieb übrigens ohnehin

nicht haben: Solidität ist ihm

wichtiger als Expansion. Und wer

diese Einstellung in der heutigen,

aggressiven Managerwelt für zu

bieder hält, sei nochmals daran erinnert:

Der Betrieb ist in dieser

schwäbischen Ruhe und Bodenständigkeit

240 Jahre alt geworden

und steht kerngesund da – falsch

kann RecksRezeptalsonichtsein.

Was die Firma den Kunden verspricht,

ist mithin auch genau das,

was man sich von einem bodenständigen

Bauunternehmen erwartet:

alles was mit dem Bau zu

tun hat, „vom Keller bis zum

Dach“, wie der Firmenslogan lautet.

Rohbau, An- und Umbauten,

Sanierungen, alles rund ums Einfamilienhaus

und kleine Firmenbauten.

Hier zieht Reck auch weiterhin

die Obergrenze; Wohnbauten mit

einem Dutzend Wohnungen oder

mehr sind nicht Sache seiner

GmbH, er bescheidet sich mit Ein-

familien-, Doppel- und auch mal

Reihenhäusern und kleineren gewerblichen

Bauten.

Und auch dieses Rezept hat was:

Die Firma ist niemals in ihrer langen

Geschichte in wirtschaftliche

Bedrängnis geraten, folgte dem

konjunkturellen Auf und Ab in

recht unspektakulärem Ausmaß,

blieb immer obenauf – auch

wenn’s als Bezahlung, etwa während

der Kriege, vielleicht mal Lebensmittel

vom Bauern gab statt

Bares.

Die Planung der Bauten übernehmen

firmenfremde Architekten,

allerdings pflegt die Reck

GmbH seit rund 20 Jahren auch

enge Kontakte zur Garber GmbH

in Fachsenfeld.

Zirka 300 Häuser gehobenen

Stils haben die beiden sehr gerne

kooperierenden Betriebe miteinander

verwirklicht.

Darüber hinaus hat die Reck

GmbH noch ein zweites, zeitgemäßes

Standbein, bleibt dabei aber

natürlich auf gewohntem Terrain:

Häuslebau für Selbermacher. Reck

bietet als Franchise-Unternehmer

Ytong-Bausatzhäuser an, hilft den

Bauherren mit Rat und Tat und

bringt damit auch weniger Betuchte

in die eigenen vier Wände.

Rund 15 Prozent des Umsatzes

macht die Firma Reck damit. 75

Prozent verdient die GmbH mit

Neubauten (etwa 15 bis 20 Häuser

im Jahr), den Rest mit Um- und

Anbauten.

... Nicht in Stuttgart, nicht in

Karlsruhe, nicht in Mannheim

oder Freiburg, wie gesagt. Dort

wäre ein Betrieb, der ganz bewusst

auf Expansion verzichtet, wohl

kaum denkbar – jedenfalls nicht

240 Jahre lang. Apropos Tugenden:

Wolfram Reck baut seinen

Mitbürgern nicht nur neue Häusle.

Er ist auch gleich zur Stelle, wenn

im wahrsten Sinn des Wortes

Feuer unter’m Dach ist oder der

Keller vollläuft: als Kommandant

der Freiwilligen Feuerwehr Adelmannsfelden.

So muaß sei’.

Fred Ohnewald

§

Tätigkeitsschwerpunkte:

Hans-Werner Boecker Arbeitsrecht, Familienrecht,

Rechtsanwalt Insolvenzrecht

Interessenschwerpunkt: Gesellschaftsrecht, Bankrecht, Grundstücksrecht

Matthias Weber Privates Baurecht, Werkvertragsrecht,

Rechtsanwalt Schadensersatzrecht

Interessenschwerpunkte: Architektenrecht, Wettbewerbsrecht, Landwirtschaftsrecht

Ingrid Kursch-Druwe Fachanwältin für Familienrecht

Rechtsanwältin Familienrecht, Erbrecht

Interessenschwerpunkt: Versicherungsrecht, Betreuungsrecht, Immobilienrecht

Andreas Druwe Fachanwalt für Straf- und Verkehrsrecht

Rechtsanwalt Strafrecht, Verkehrsrecht, Schadenersatzrecht

Interessenschwerpunkte: AGB-Recht, Sozialrecht

Kristina Neumann Fachanwältin für Verwaltungsrecht

Rechtsanwältin Öffentliches Baurecht, Mietrecht,

Arzthaftungsrecht, Erbrecht

Interessenschwerpunkte: Ausländerrecht, Erschließungsrecht

Susanne Fleischer Interessenschwerpunkte:

Rechtsanwältin Allgem. Zivilrecht, Privatversicherungsrecht,

Reise- und Speditionsrecht

Tobias Unfried Interessenschwerpunkte:

Rechtsanwalt Insolvenz-, Arbeits- u. Gesellschaftsrecht,

Zwangsversteigerungsrecht

Jörg Schulle Allgem. Zivilrecht, Familienrecht,

Rechtsanwalt Strafrecht, Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht

BOECKER, WEBER & KOLLEGEN

Spitalstraße 35 · Grüner Hof und Heidenheimer Straße 9

73479 Ellwangen/Jagst 73447 Oberkochen

Telefon (0 79 61) 9 85 00, Fax (0 79 61) 98 50 50 Telefon (0 73 64) 95 59 50, Fax (0 73 64) 95 59 55

E-Mail: bwk@enmail.de · Internet: www. Boecker-Weber.de

In Kooperation mit Dipl.-Kfm. Willi Böltz

Wirtschaftsprüfer · Steuerberater

Schloßvorstadt 4, 73479 Ellwangen

Tel. (0 79 61) 9 25 00 · Fax (0 79 61) 92 50 50


ERFOLGSGESCHICHTEN MENSCHEN MACHER MÄRKTE I 29. NOVEMBER 2006

C

hrista Apprich ist Unternehmerin

aus Leidenschaft. Dabei ist

die Chefin des Böbinger Baufachhandels

und Baumarktes Apprich-

Hagebaucentrum in einer Branche

tätig, die eigentlich als typische

Männerdomäne gilt.

Im Arbeitsbereich Büro hat sich

Christa Apprich schon immer am

wohlsten gefühlt. „Mein Vater

führte mich wohl in diese Richtung“,

vermutet die gebürtige

Heubacherin, die als junge Frau im

elterlichen Betrieb mitarbeitete.

Als sie 1970 mit 22 Jahren Josef

Apprich heiratete, war für sie vollkommen

klar, dass sie in dessen

Familienunternehmen mit einsteigen

würde.

A

ngefangen hat alles in einer

engen Garage in der Hohenroder

Straße in Lautern. Wenn heute der

Name „Primalat“ fällt, denkt jeder

sofort an knackigen Salat, geputzt,

geschnitten, gewaschen. Über 800

Einzelangebote, vom Obstsalat bis

zur Gemüsemischung, werden bei

„Primalat“ verarbeitet und zu den

Kunden transportiert.

Große Tüten mit gewürfelten

Paprika, Gurken und Karotten,

Blattsalate, geschnittenes Gemüse

für den Wok oder Äpfel und Kiwi

als Obstsalat im Frischebeutel −

bei der Lauterner Firma „Primalat“

geht’s um Knackfrisches und Gesundes.

Und das Ganze kommt tellerfertig

aufden TischderKunden.

„Unsere Produkte sind sehr sensibel“,

sagt Firmenchef Thomas

Schmid. Werde der Salat zu warm

gelagert oder das Gemüse zu

feucht aufbewahrt, bringe das erhebliche

Qualitätsverluste mit

sich, erklärt er. Das könne sich ein

Betrieb wie „Primalat“ nicht leisten.

„Es gibt Kunden, die wir bis zu

sechs Mal pro Woche beliefern“,

erklärt Schmid weiter. Es sei eine

sehr gute Logistik notwendig, um

Kopfsalat und Küchenkräuter

frisch auf den Tisch oder in die

Theke zu servieren. „Wir können

nahezu immer alles liefern“, meint

„Allzu sensibel darf man nicht sein“

Wie Christa Apprich inBöbingen ihren Baumarkt als Familienbetrieb

führt und bei der Industrie- und Handelskammer und in der Kommunalpolitik mitmischt

Die Firma Apprich war schon

damals ein alteingesessener Betrieb

in Böbingen: 1891 wurde

das ursprüngliche Betonwarenund

Maurergeschäft gegründet.

Später entwickelte sich der Betrieb

zu einem Baustoffhandel und

schloss sich als selbstständiges Mittelstandsunternehmen

der hagebaugruppe

an.

Die Idee, an den Baustoffgroßhandel

noch einen Baumarkt anzugliedern,

sei aus dem Wunsch

entstanden, alle Kundenwünsche

abdecken zu können, erzählt sie.

Sowohl Bauunternehmen als auch

Heimwerker sollen im Apprich-

Hagebaucentrum gleichermaßen

zufrieden gestellt werden. Deshalb

legt Christa Apprich größten Wert

Grün und knackig und in enormem Tempo: Bis zu einer

Tonne Salat verarbeiten die Mitarbeiter bei „Primalat“

pro Stunde. Firmenchef Thomas Schmid

(Mitte): „Qualität ist oberstes Ziel.“ (Fotos: Tom)

auf kundenfreundlichen Service

mit kompetenter Beratung. „Unser

Spektrum ist so weitläufig, dass

Fachleute notwendig sind“, erklärt

sie.Als Josef Apprich 1984 tödlich

verunglückte, stand seine Frau vor

der schwierigen Entscheidung,

wie alles weitergehen sollte. „Unsere

Mitarbeiter waren sehr in

Sorge, ob es ihren Arbeitsplatz am

nächsten Tag noch geben würde“,

erinnert sich Christa Apprich.

Doch ans Aufgeben dachte die Geschäftsfrau

keineswegs. „Ich betrachte

unseren Betrieb als große

Familie“, schildert sie ihre persönliche

Firmenphilosophie. Die

Verantwortung für die Mitarbeiter

und deren Familien trägt die Chefin

gerne - trotz mancher Nöte und

Sorgen, die unweigerlich dazu gehören.

Heute beschäftigt sie 35 Mitarbeiter

und bildet zur Zeit vier

Lehrlinge aus. 1994 zog die Firma

aus der Böbinger Ortsmitte ins Gewerbegebiet

Süd zwischen Böbingen

und Heubach.

Zwar sei es nicht immer ganz

einfach gewesen, als Frau in einer

typischen Männerdomäne den

Ton anzugeben.

„Allzu sensibel darf man da

nicht sein“, räumt Christa Apprich

lächelnd ein. Doch sie hat sich als

Unternehmerin und Geschäftsfrau

längst Respekt verschafft. „Man

muss sich mit seiner Arbeit identifizieren“,

sagt sie. „Ich bin noch

nie ungern ins Geschäft

gegangen“.

Neben ihrem Betrieb,

in den vor zwei Jahren

auch Sohn Josef Andreas

Apprich mit eingestiegen

ist, engagiert sich Christa

Apprich in der IHK-Vollversammlung.

Außerdem

sitzt sie bereits in ihrer

dritten Amtsperiode für

die Christdemokraten im

Kreistag. Über 20 Jahre

war sie im Böbinger Gemeinderat.

Nur fürs

Heimwerken selbst habe

ihr immer die Zeit gefehlt,

räumt die Baumarktchefin

augenzwinkernd ein.

Angelika Wesner

Knackfrisches Grün liegt voll im Trend

Aus einem Garagen-Betrieb wird ein mittelständisches

Unternehmen mit 120 Mitarbeitern

Schmid. Oberstes Ziel? „Hochwertige

Qualität auf mittlerem Preisniveau“.

Nur so könne das Unternehmen

in Zukunft marktfähig

bleiben.

„Primalat“-Salat kommt nicht

nur bei der Gmünder ZF, bei der

GEK, bei Zeiss in Oberkochen oder

Voith in Heidenheim auf den

Tisch. Die Daimler- und Porsche-

Kantinen in Stuttgart und Sindelfingen,

Krankenhäuser von Aalen

bis Ulm, Gastronomen in Tirol

und am Bodensee bestellen die tellerfertigen

Produkte in Lautern.

Die Gmünder Fleiga und Omega

in Aalen zählen ebenfalls zu

Schmids Großhandelspartnern.

Chicoree, Endivie, Tomate und

Co. werden nicht mehr in Lautern

angepflanzt. Das war einmal:

„Hier waren früher überall Gewächshäuser“,

blickt Schmid auf

die Anfänge im Jahr 1986 zurück.

Die gibt es nicht mehr. Dafür aber

große Hallen, Lager, Verwaltungsräume

und Platz für die Anlieferung

− insgesamt rund 5000

Quadratmeter überbaute Fläche.

Etwa 120 Mitarbeiter kümmern

sich um die Logistik, Verarbeitung,

Verpackung und Transport

der frischen Ware. Im Sommer

kauft Schmid Salat und Gemüse

aus Deutschland, im Winter muss

er auf Produkte aus Südfrankreich,

Spanien und Marokko zurückgreifen.

Das seien aber alles Vertragspartner,

zertifizierte Betriebe, die

eine entsprechende Qualität liefern

müssen und können.

Als „dauerhaft anstrengend“,

beschreibt der Firmenchef

die Marktsituation.Konkurrenz

sei durchaus

vorhanden, die Produkte

seien extrem

empfindlich und

hätten eine sehr

kurze Haltbarkeit.

Schmid sieht aber

im gesunden Grün

genau die Zukunftschance

für sein Unternehmen:„Fitness,

Wellness und

Gesundheitsvorsorge werden immer

wichtiger.“ Außerdem verbreitert

und verbessert „Primalat“

seine Produktpalette ständig: Kartoffelgratin,

küchenfertige Spätzle

oder italienische Antipasti werden

an die Kunden ausgeliefert.

Denn: Möglichst wenige Lieferanten

und eine Produktbündelung

seien das Ziel vieler seiner

27

Christa Apprich ist die Geschäftsführerin des

Apprich-Hagebaucentrums in Böbingen.

Vor zwei Jahren ist ihr Sohn Josef Andreas

mit eingestiegen. (Foto: Wesner)

Kunden. Außerdem müsse

Schmid die Auslastung seiner

Firma optimieren und die steigenden

Energiekosten kompensieren.

Marie Hönl


28

„W

29. NOVEMBER 2006 I MENSCHEN MACHER MÄRKTE ERFOLGSGESCHICHTEN

ir schaffen Raum, wo immer

er benötigt wird“, sagt Gerhard

Neff, Geschäftsführer der

Grinbold-Jodag GmbH in Eglingen,

die mobile Raumsysteme fertigt

und vermietet. Vor über 100

Jahren wurde in einer Schmiede

der Grundstein gelegt für ein erfolgreiches

Unternehmen, das

heute über 120 Mitarbeiter auf

dem Härtsfeld beschäftigt.

Auf dem rauen Härtsfeld, dicht

an der Grenze zu Bayern, im kleinen

Dischinger Teilort Eglingen ist

der Sitz der Unternehmensgruppe

Grinbold-Jodag. Von dort gehen

mobile Raumsysteme in Städte in

ganz Deutschland, aber auch in die

Schweiz, nach Österreich und Belgien.

„Wir haben für jeden Kunden

die passende Lösung für seine

Raumprobleme“, verspricht Geschäftsführer

Gerhard Neff. Ob

Büro- oder Werkstatträume, ob

Seniorenwohnheim oder Schule,

ob Baucontainer oder Sanitäreinrichtungen,

auch für ein normales

Wohnhaus habe die Grinboldgruppe

die passende Lösung parat.

Zu den Kunden zählt die Puma

AG in Herzogenaurach, für die in

diesem Jahr bereits ein Bürogebäude

erstellt wurde. Auch der

Fahrzeughersteller BMW setze auf

die Schnelligkeit und Qualität des

Unternehmens, meint Neff. Während

die ersten drei Geschosse bereits

aufgebaut wurden, soll Anfang

kommenden Jahres in einem

zweiten Bauabschnitt ein viertes

Stockwerk hinzugefügt werden.

„Mit beiden Gebäuden konnten

wir unsere enorme Flexibilität und

Schnelligkeit unter Beweis stellen“,

sagt Geschäftsführer Neff.

Beide Gebäude stehen aber auch

für eine qualitativ hochwertige

Bauweise als Dauerlösung. Diese

wird in der Regel über den individuellen

Modulbau erzielt. „Die

Module sind weiterentwickelte

Container, die allen bautechnischen

Erfordernissen, wie Brandoder

Schallschutz, entsprechen“,

erläutert der Geschäftsführer.

Im Legosteinprinzip werden die

Module nebeneinander, hintereinander

und bei Bedarf auch auf-

Prinzip Legostein

Vier Unternehmen der Grinbold-Gruppe produzieren

auf dem Härtsfeld Bauten in Modulstruktur

Gerhard Neff, Chef von drei der vier Grinbold-Firmen.

einander gestapelt. Ausgestaltet

werden sie nach den Wünschen

der Kunden, so Neff, für den die

konsequente Dienstleistung am

Kunden im Vordergrund steht.

Von tapezierten oder gefliesten

Wänden, Steckdosen, Klimaanlagen

bis zum festinstallierten Beamer

reicht der Service. „Im Modulbau

können wir 2000 Quadratmeter

in sechs bis acht Wochen

realisieren“, betont der radsportbegeisterte

Manager. An einem

Wochenende nur wurde gar für die

adidas-Salomon AG das bereits zuvor

von Grinbold-Jodag erstellte

zweistöckige Bürogebäude in Herzogenaurach

mit einem weiteren

Stockwerk versehen. So etwas

funktioniere nur mit motivierten,

gut ausgebildeten Mitarbeitern, die

sich einbringen, auch in einen

Drei-Schicht-Betrieb oder am Wochenende.

Die finde man durchaus

auf dem Härtsfeld.

„Wir fühlen uns der Region verbunden,

weshalb wir vor sechs Jahren

hier entsprechend investiert haben“,

konstatiert der Vertriebsexperte,

der die Konkurrenz aus den

Ostblockländern nicht fürchtet. „In

den nächsten drei, vier Jahren verlieren

diese durch steigende Löhne

und entsprechenden Kosten für die

Logistik ihre Wettbewerbsvorteile.“

Der 50-jährige Neff leitet drei

der vier Firmen, die zur Grinbold-

Gruppe zählen: die Grinbold-Jodag

GmbH, die Grinbold Container sowie

Grinbold Modulbau mit über

100 Mitarbeitern.

Der Geschäftsführer der Firma

Grinbold Metallbau ist Matthias

Herrmann, die 20 Mitarbeiter beschäftigt.

Die Familie Grinbold hält

die meisten Anteile der Firmengruppe,

die einen Jahresumsatz

von 21 Millionen Euro erwirtschaftet.

Ulrike Schneider

I

n Aalen-Ebnat ist sie aufgewachsen

und geblieben. Die

Härtsfelder Robustheit hilft Marlene

Kotulek in ihrem Job als Assistentin

der Geschäftsleitung bei

Leitz in Oberkochen. Seit 22 Jahren

managt sie das Büro von Dr.

Dieter Brucklacher.

Früher gab es die klassische Sekretärin.

Heute sind sie Assistentinnen

der Geschäftsleitung. Eine

„hervorragende Informationsbasis“

müssen sie schaffen, interne

und externe Quellen aufarbeiten

und die Informationsflut von außenfiltern,beschreibtMarleneKotulek.

Was ist für den Chef wichtig,

was kann man an die Fachabteilungen

delegieren, was ist für den

Papierkorb? „Ich habe eine Vertrauensposition.

Mein Vorgesetzter

muss die Sicherheit haben, dass

ich das Fingerspitzengefühl habe,

Sachen richtig einzustufen“, sagt

die 45-Jährige.

Es ist ein verantwortungsvoller

Job, der Einiges voraussetzt. Zum

Einen: Man sollte wissen, wie der

Chef tickt und wie er handelt und

was das Zimmer nicht verlassen

darf. Zum Anderen sind Schnelligkeit,

Organisationstalent, selbstständiges

und strukturiertes Denken,

Flexibilität, starke Nerven,

kommunikative Freude, ein Gespür

für Menschen und Zahlen erforderlich.

Verbindlich müsse

man sein, in der Sache hart und

korrekt sowie gewissenhaft in der

Umsetzung. „Und die Termine

darf man nie aus den Augen ver-

Fingerspitzengefühl

Marlene Kotulek ist die Assistentin der

Geschäftsführung bei Leitz in Oberkochen

lieren“, zählt sie auf.

Marlene Kotulek hat bei Erlau

eine Lehre zur Industriekauffrau

gemacht. Nach zwei Jahren Ausbildung

war sie noch fünf Jahre

dort im Export, in der Messe- und

Marketingabteilung tätig. 1984

wechselte sie zu Leitz ins Chefsekretariat.

An der Verwaltungs- und

Wirtschaftsakademie hat sie sich in

drei Jahren zum Betriebswirt qualifiziert.

Ihre erste Arbeit am Tag ist:

Kommunikationsquellen abschöpfen.

Das sind vor allem

E-Mails. „Die Informations- und

Kommunikationsgeschwindigkeit

hat sich in vergangenen Jahren

sehr gesteigert“, schildert die Ebnaterin,

die noch Briefe mit der

Schreibmaschine getippt und mit

Tipp-Ex korrigiert hat und Fernschreiben

mit Lochstreifen gefunkt

hat.

Aber nicht nur die Technik hat

ihre Tätigkeit verändert. Auch die

Entwicklung der Firma. 1984 waren

es noch 2 800 Mitarbeiter und

Tochtergesellschaften in zehn Ländern.

Heute sind es 33 Firmen und

6500 Mitarbeiter als Ergebnis von

Internationalisierung und der Ausdehnung

in den Bereich der Metallbearbeitungswerkzeuge

(Leitz

Metalworking Technology Group

− LMT). Der Umsatz ist von 100

Millionen auf 600 Millionen Euro

gestiegen. Inzwischen ist das Unternehmen

ein Holding und Dr.

Dieter Brucklacher, auch Präsident

des VDMA (Verband Deutsche

Maschinen Anlagenbau), hat sich

aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen.

„Wir sind im Umbruch.

Wenn alle Prophezeihungen eintreten,

dann wird’s ruhiger“.

Zu ihren Aufgaben gehört auch

die Organisations-Spitze der Jazz-

Lights, die Leitz zusammen mit der

Stadt Oberkochen jedes Jahr auf

die Beine stellt.

Was die Arbeitszeiten betrifft,

so ist Marlene Kotulek da, wenn

ihr Chef auch da ist. Da er viel unterwegs

ist, müsse man die „geringe

Kontaktzeit“ ausnutzen. „Ich

arbeite eigenverantwortlich. Und

ich kann auch nur sorglos nach

Hause gehen, wenn ich meine

Aufgaben und Projekte abgeschlossen

habe.“

Und wie lässt sich ihre Arbeit

mit ihrer Familie, ihrer siebenjähriger

Tochter vereinbaren? „Man

braucht Organisationstalent und

liebe Engel im Hintergrund“, beschreibt

sie. „Mein Mann, meine

Mutter, liebe Freundinnen“.

Nach der Geburt des Kindes hat

die Chefsekretärin an zwei Vormittagen

gearbeitet. Nach sechs

Monaten wieder voll. „Meine

Tochter ist robust. Sie ist es gewöhnt,

bei anderen Bezugspersonen

zu sein“. Zeit für zeitaufwändige

Hobbys hat die 45-Jährige

nicht. Musikhören kann sie nebenher

und Zeit zum Reisen und Skifahren

muss sein. Anja Rettenmaier

Ihre Position hat mit viel Vertrauen zu tun: Marlene Kotulek ist Assistentin der Geschäftsleitung bei Leitz in Oberkochen.

(Foto: Oliver Giers)


ERFOLGSGESCHICHTEN MENSCHEN MACHER MÄRKTE I 29. NOVEMBER 2006

M

it ihren innovativen Entwicklungen

und individuellen Lösungen

nimmt die Kirschner Maschinenbau

GmbH in Unterschneidheim

im Bereich der Herstellung

und Reparatur von HolzundStahlbearbeitungswerkzeugen

national und international

eine Spitzenstellung ein. Das renommierte

Familienunternehmen

feierte in diesem Jahr sein 25jähriges

Firmenjubiläum.

„Ich wollte Maschinen bauen,

wie ich sie mir für die Herstellung

von Holzbearbeitungswerkzeugen

gewünscht hätte.“ Mit dieser

Vision, seiner Fachkompetenz als

leitender Mitarbeiter eines führendenHolzbearbeitungswerkzeugherstellers

und einer gehörigen

Portion Ehrgeiz machte sich Roland

Kirschner1980selbstständig.

Daheim im Keller baute er die

weltweit erste Kreissägen-Lötmaschine

mit automatischer Be- und

Mit der Lötmaschine fing alles an

Wie in 25 Jahren aus einer Idee, aus Ehrgeiz und Können ein solider mittelständischer Betrieb in Unterschneidheim wurde

Entladung, die er 1983 auf einer

Fachmesse in Hannover per Video

präsentierte. Selbst Kenner hätten

denErfolgdes Lötvollautomatenin

Frage gestellt, aber als Rationalisierungsfachmann

wusste Kirschner

„man muss die Mannanteile an einem

Produkt so gering wie möglich

halten, um wirtschaftlich zu

sein“.

Der Erfolg gab ihm recht. Den

Prototyp kaufte sein ehemaliger

Arbeitgeber. „Das war meine beste

Referenz“. Die erfolgreiche Technologie

übertrug der Maschinenbauer

auf andere Maschinentypen

wie Sandstrahlanlagen, Poliermaschinen

und Schleifautomaten.

1986 baute er neue Büro- und Produktionsräume.

Bis Anfang der

90er Jahre wurde aus dem Ein-

Mann-Betrieb ein florierendes Unternehmen

mit achtzehn Mitarbeitern.

Da Kirschner vor allem die steigende

kaufmännische Arbeit und

Organisation allein nicht mehr bewältigen

konnte, nahm er das Angebot

einer Firma an, als Partner

mit einer Finanzspritze und Aufträgen

in die Firma einzusteigen.

„Ein Fehler,“ räumt Kirschner

rückblickend ein. Der „Partner“

wollte nur das Know-how und

trieb die Firma an den Rand des

Ruins.

Mit Hilfe der Familie gelang der

Neustart. Sohn Jürgen Kirschner

als Maschinenbautechniker ist seither

Geschäftsführer, Tochter

Heike Mulzet übernahm den kaufmännischen

Bereich, Schwiegersohn

Johannes Mulzet als Mechanikermeister

leitet die Werkstatt

und den weltweiten Kundendienst.

Der Senior übernahm eine

beratende Funktion.

Im Team ging es steil bergauf.

Der Maschinenbauer beschäftigt

derzeit 22 Mitarbeiter. Hohe Fachkompetenz

und Einsatzbereitschaft

zeichne die ganze Belegschaft

aus, „unser wertvollstes Kapital“.

Die technische Entwicklung

verlief ebenso rasant. Mittlerweile

baut die Kirschner GmbH die

dritte Generation von Lötautomaten

mit integrierten CNC-Achsen.

Dabei zeichnet sich der Familienbetrieb

durch große Flexibilität sowohl

in der Entwicklung als auch

bei der Produktion aus. „Wir gestalten

unsere Produkte so, als ob

wir selbst Anwender wären,“ sagt

Roland Kirschner. 25 Prozent der

Maschinen werden innerhalb

Europas, 75 Prozent weltweit abgesetzt.

Bei stetigen Umsatzwachstum

von acht bis zehn Prozent in den

vergangenen Jahren blickt der Ma-

Kirschner Maschinenbau in Unterschneidheim, eine typische Säule der mittelständischen Wirtschaft

schinenbauer zuversichtlich in die

Zukunft. Einziges Problem des

ständigen Wachstums für den Mittelständler

ist wegen der langen

Ländliches Anwesen auf dem Härtsfeld.

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die Liquidität. Bei stetigem

Wachstum müssten hier die Banken

aufgeschlossener agieren,

Im Schubar thaus

29

etwa bei der Erhöhung des Finanzrahmens,

wünscht sich der

erfolgreiche Unternehmer.

Gabi Neumeyer

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30

E

29. NOVEMBER 2006 I MENSCHEN MACHER MÄRKTE ERFOLGSGESCHICHTEN

r ist ruhig, gelassen, aber auch

streng. Ralf Stütz aus Pommertsweiler

legt als Geschäftsmann

Wert auf Ehrlichkeit und Vertrauen

gegenüber seinen Kunden.

Der Elektrotechniker übernahm

die Firma seines Chefs, als der von

Aalen nach Ulm zog. Aus den anfangs

drei Mitarbeitern sind inzwischen

14 geworden. Aus 40

Schauen, wo die Lücken sind

Ralf Stütz fing mit drei Mitarbeitern auf 40Quadratmetern an,

jetzt hat er 14 Leute imGeschäft auf 800 Quadratmetern

Quadratmeter Verkaufs- und

Werkstattfläche wurden 800.

„Wir Arbeiter wären ohne Job dagestanden“,

erinnert sich der

36-Jährige Unternehmer Ralf Stütz

an den Beginn seiner Selbstständigkeit.

„Als mein Chef überlegt

hat, wer die Firma übernehmen

könnte, habe ich mir gedacht: Jetzt

fange ich an.“ Gesagt, getan. Er ließ

sich mit drei Kollegen in seiner

Heimatgemeinde Pommertsweiler

nieder. Erst hat er nicht alle

übernehmen können. Ein halbes

Jahr später dann schon.

In Pommertsweiler hatte sein

Vater eine Schreinerei und einen

Möbelhandel. Das war 1996. Ralf

Stütz ergänzt sein Sortiment um

Möbel: Küchen.

Ralf Stütz ist ein ruhiger Mensch, der gelassen in die Zukunft schaut. Das kann er, denn er hat sich mit der Vergrößerung

seiner Firma für die nächsten zehn Jahre gerüstet. (Foto: Oliver Giers)

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Bereits 1997 sind die Räumlichkeiten

in Pommertsweiler mit 80

Quadratmeter zu klein. In Hüttlingen

zieht er in die Räume des

ehemaligen Elektrogeschäfts Vaas.

1998 eröffnet er eine Filiale in der

Abtsgmünder Hauptstraße, erst in

der Nummer 43, und als Elektro

Funk aufhört, in die Nummer 54.

Das war 2002.

„2005 habe ich mich entschlossen

zu bauen“, erzählt der Elektro-

Fachmann. Nicht nur weil die

Mieten überall stiegen. Auch weil

er auf dem Markt in den kommenden

zehn Jahren bestehen

wollte. „Die Kunden wollen Auswahl“,

sagt er. Mit dem Neubau

hat sich Ralf Stütz auf 800 Quadratmeter

Verkaufs- und Werkstattfläche

vergrößert. Vier neue

Arbeitsplätze seien entstanden.

Tendenz: „ausbaufähig“. Die Entwicklung

sei „sehr, sehr positiv“.

Auch die Koordination des Betriebs

in einem Haus sei wesentlich

besser als mit drei Filialen.

Ralf Stütz ist kein Träumer. „Ich

habe mich nie groß in Dinge gestürzt,

sondern immer weitergemacht,

so wie sich die Entwicklung

geboten hat“, sagt er. Sein

Tipp: „Man muss sich die Branche

genau anschauen und schauen,

wo die Lücken sind.“

Schon von Kindesbeinen an hat

er mitbekommen, wie es in einer

Firma zugeht. Er baut auf die Erfahrung

seiner Mitarbeiter und auf

die „starke Rückendeckung“ seiner

Familie. Seine Frau arbeitet

vormittags in der Firma, seine

Schwester, sein Bruder und Neffe

auch. Sein 14-jähriger Sohn macht

am Elektro-Ausbildungszentrum

in Aalen seinen Elektro-Techniker.

Zeit für die Familie und für

seine Hobbys nimmt er sich. Mit

seinem silberfarbenem Manta

fährt er Rallyes und bei den Heimspielen

des VfB ist er anzutreffen.

Er ist Ortschaftsrat und Gemeinderat.

Was unter seinen beruflichen

Verpflichtungen gelitten habe, sei

die Musik. Sein Waldhorn spielt er

nicht mehr beim Musikverein

Pommertsweiler, sondern nur

noch ab und zu Zuhause.

Anja Rettenmaier

International

Warum der Mann aus Marseille

in Oberkochen arbeitet

Dr. Alexandre Gatto, Wissenschaftler bei Zeiss in Oberkochen.

Z

um Beispiel Alexandre Gatto.

Über Jena ist der junge Franzose

nach Oberkochen gekommen.

Hier füllt der Wissenschaftler (Mathematik,

Physik, Optik) die Forschungspipeline

des Konzerns, arbeitet

internationale Forschungsergebnisse

auf, Monitoring für

den Innovationsprozeß, die aktive

Zukunftsarbeit von Zeiss.

Eine europäische Karriere: Studium

in Lyon und Marseille, Promotion

über photothermische Mikroskopie

an der Universität Marseille,

Postdoc-Stelle beim Fraunhofer-Institut

in Jena. Von dort

kommt er zu Zeiss. Nebenbei

macht er in Bonn den internationalen

MBA der Bradfort Universität.

Nein, dass er jetzt in Oberkochen,

dass er nicht in Frankreich

arbeitet, das sei kein notgedrungenes,

vorübergehendes Ausweichen,

das sei doch ganz normal.

Zurück nach Frankreich? Kein

Thema zur Zeit. Sicher, das Jobangebot

in Thüringen sei schon

eine Herausforderung gewesen.

Für Nathalie war das keine wirklich

gute Nachricht. Das Wetter

stimmt nicht, die schwere fremde

Sprache und Jena ist nicht Marseille,

nicht wahr. Nathalie ist mittlerweile

Madame Gatto. Sie hatte

als promovierte Chemikerin eine

Stelle in einem Max-Planck-Insti-

tut in Jena. Die beiden Kinder des

Ehepaares Gatto werden in Jena

(Lucie) und Aalen (Louis) geboren.

Die ältere Tochter geht mit anderthalb

Jahren in die Kinderkrippe

wegen der Sprache, nicht

wahr, sonst kommt sie später in

der Schule nicht mit. Mama Nathalie

werde in ein, zwei Jahren

wieder in ihrem Beruf arbeiten

wollen. Schon wegen der eigenen

Balance, selbstverständlich, meint

Dr. Gatto.

Fremd in Deutschland? Nein,

nein, sagt Gatto in nahezu akzentfreiem

Deutsch. Das erste kritische

Jahr, damals in Jena sei lange vorbei.

Jetzt lebe man hier, eine

Chance für die Eltern, eine Chance

für die Kinder. Sicherlich, die Kulturen

seien unterschiedlich. In

Deutschland rede man immer zunächst

über die Struktur eines Projektes,

über notwendig Ressourcen

und voraussichtlichen Aufwand.

In Frankreich stürze man

sich erst einmal auf Ideen und Inhalte,

bevor man sich über die Bedingungen

Gedanken mache. Und

hierzulande könne man direkter

sein und brauche nicht so viel Diplomatie

beispielsweise in den

Hierarchien des Unternehmens.

Das gefällt mir gut, sagt Alexandre

und lässt die Augen blitzen.

Rainer Wiese

Edel, würzig,

frisch gezapft.


ERFOLGSGESCHICHTEN MENSCHEN MACHER MÄRKTE I 29. NOVEMBER 2006

Die 60 größten

Unternehmen

Ostwürttembergs

E

r sitzt in der oberen Etage der

Kreissparkasse Ostalb. Und wenn

er zwischen Diskretion und Loyalität

seinen kühlen Kopf bewahren

will, genügt ihm ein Blick aus dem

Fenster hinüber ins sonnige Kochertal.

Dann mag er sich in Gedanken

an seinen nächsten Marathon

für Sekunden vergessen.

Denn viel mehr Zeit bleibt Helmut

Ilzhöfer nicht bei seiner täglichen

„Jonglage“ zwischen Kunden-,

Vorstands- und Kollegeninteresse,

um kurz abzuschalten.

Seit 1973 bei der KSK-Ostalb,

bezeichnet sich der Leiter des Vorstandssekretariats

mittlerweile

selbst als „Hausgewächs“. Dezent

sein Auftreten - dunkelblauer Nadelstreifenanzug,

Hemd und Krawatte

Ton in Ton. Besonnen und

ruhig sein Tonfall.

Nein, auffallen will Ilzhöfer

nicht. Er zählt sich schließlich auch

nicht zu den Machern, sondern zu

jenen, die zuarbeiten, hinter den

Kulissen agieren. Zu jenen, die koordinierend

und regulierend die

Fäden in die Hand nehmen dort,

wo es um die Verbesserung der

Qualität der Sparkasse geht: Dazu

gehört zum Beispiel die weitere

Bearbeitung von Kundenanregungen,

von Beschwerden.

Oder die Anpassung von Verträgen,

die nicht mehr der Rechtslage

entsprechen. Aber auch die

Optimierung und Positionierung

der Vertriebsformen, wozu das

Geschäftsstellennetz zählt, die Beraterstrukturen

und der Internetvertrieb.

Das ist der eine Teil seiner Arbeit.

Der andere bezieht sich auf

die Gremien. Ilzhöfer arbeitet dem

Vorstand zu, bereitet Verwaltungsratssitzungen

vor, begleitet

sie. Und darin hat der 50-Jährige

innerhalb der vergangenen 21

Jahre einige Routine entwickelt.

Denn nach der Lehre zum Bankkaufmann,

dem Betriebswirt-Studium

an der Sparkassen-Akademie

Stuttgart und dem Diplom-Betriebswirt

an der Sparkassenakademie

Bonn ist Ilzhöfer direkt ins

Vorstandssekretariat gewechselt.

Ein kühlerKopf,diskretund loyal

Helmut Ilzhöfer leitet das Vorstandssekretariat der Kreissparkasse

Helmut Ilzhöfer.

Und hatte mit den Jahren noch einige

zusätzliche Funktionen inne:

Personalleiter oder Bereichsleiter

für Vorstandssekretariat und Marketing.

Stets bemüht, als eine Art

ausgleichender „Puffer“ zwischen

Kunden-, Vorstands- und Kollegeninteresse

zu agieren. Stets bemüht,

die nötige Distanz und Contenance

zu wahren. „Man sagt mir

immer, dass ich ruhig wirke. Aber

in mir sieht’s manchmal doch anders

aus“, schmunzelt Ilzhöfer.

Klar, von der Hektik vor Vorstandssitzungen

bleibt natürlich

auch er nicht ganz unberührt.

Doch die Grundvoraussetzung für

seine Arbeit ist ihm immer bewusst:

Loyalität. „Und dazu gehört,

dass man zu Beschlüssen

steht, die im Haus gefasst worden

sind. Auch wenn man persönlich

dazu eine andere Meinung hat.“

Das bedeutet natürlich nicht, dass

Ilzhöfer seine Meinung nicht auch

kund tut. Aber immer im geeigneten

Rahmen, bei angemessener

Gelegeneheit. Schließlich begreift

er sich auch ein Stück weit als Bera-

ter des Vorstands, als Übermittler

von Kundenmeinung.

Ilzhöfers Büro wirkt aufgeräumt,

übersichtlich. Wird dominiert

von zwei Kunstwerken: Da ist

zum einen der Prototyp des „Ostalb-Oskar“,

eine Skulptur des

Gmünder Künstlers Eckart Dietz.

Auf die ist Ilzhöfer besonders stolz.

Darüber prangt großflächig der

„Nestraub“, ein Bild der Waldstetter

Künstlerin Ada Buonocore.

Jeglicher Rückschluss auf den Büroinhaber

aber wäre unpassend.

Denn dessen „Nest“ ist stimmig.

Seine beiden Kinder sind mittlerweile

erwachsen.

Und „Nachwuchs“ in Form eines

kleinen Münsterländers ist

eben angekommen. Ein Jagdhund,

ebenso lauffreudig wie sein Herrchen

und dessen Frau, die sich gegenseitig

puschen. Und beide ziehen

weite Kreise. Vom heimischen

Essingen über Tauchenweiler

Richtung Böhmenkirch oder entgegengesetzt

Richtung Aalbäumle.

Gelaufen wird jeden Tag, bei

Wind, Wetter und Dunkelheit. Da

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ist Ilzhöfer eisern. Und ehrgeizig.

„Wenn ein Marathon ansteht,

laufe ich schon an die 30 Kilometer

am Tag.“ Denn den Marathon

über drei Stunden zu laufen,

ist unter seiner Würde. Daneben

trainiert der Leichtathlet des

TSV Essingen auf Kreismeisterschaften,

Deutsche und Europäische

Meisterschaften.

Auch andere Sportarten hat er

bereits durchexerziert. Viele Jahre

war Ilzhöfer Übungsleiter beim

Skiclub Essingen, war nach dessen

Vereinsgründung 25 Jahre Schatzmeister.

Und viele Sommer lang

musste die Familie dorthin in Urlaub

fahren, wo der Wind für den

begeisterten Windsurfer am besten

blies.

Heute ist dem Leiter des Vorstandssekretariats

sehr wohl bewusst,

dass er sich beruflich in einer

„Sackgasse“ befindet. „Doch

wenn ich weiter auf Karriere gesetzt

hätte, wäre Sport und Familie

zu kurz gekommen. Und das wäre

mir wirklich schwer gefallen“.

Ulrike Wilpert


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29. NOVEMBER 2006 I MENSCHEN MACHER MÄRKTE ERFOLGSGESCHICHTEN

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