Der große in Deutschland

o2online

Der große in Deutschland

Mobilfunk

Der große

Netztest

in Deutschland

V

Mit zwei Messfahrzeugen, Handy-zu-Handy-Messungen und einer neuen

Methode zur Analyse der Breitbandversorgung hat connect die deutschen

Mobilfunknetze so hart getestet wie nie zuvor. Die alles beherrschende

Frage: Sind die Netzbetreiber dem Smartphone-Boom gewachsen?

on den hohen Geschwindigkeiten, die auf deutschen Autobahnen

gefahren werden dürfen, hat ein Fahrer wenig, wenn er im

Stau steht. Wobei für hohes Tempo gute Straßen nötig sind, die Ursache

für Staus ist meist der ausufernde Verkehr. Was das mit dem Netztest zu

tun hat? Nun, es gibt viele Analogien zwischen Deutschlands Straßenund

Mobilfunknetzen. Da ist zum einen der bei beiden im Prinzip gute

Ausbau, der hohe Maximalgeschwindigkeiten erlaubt. Doch zum anderen

tummeln sich auf den Autobahnen oft so viele Fahrzeuge, dass fast

nichts mehr geht. Und auch die Mobilfunknetze erleben seit Einführung

des iPhones ein beispielloses Wachstum bei Smartphones, die exzessiv

für Datenverkehr genutzt werden.

High-Speed-Internet überall oder Mobilfunknetze vor dem Kollaps?

Da stellt sich die Frage, was schneller wächst: Die Netzversorgung mit

immer neuen HSPA-Stufen von 3,6 über 7,2 bis zu mittlerweile 21,6

Mbit/s oder die Nutzerzahlen, die in immer mehr Bereichen des täg-

lichen Lebens vom Internet Gebrauch machen? Denn trotz aller Bemühungen

der Netzbetreiber scheint angesichts des steigenden Publikumsinteresses

der nächste Stau bereits programmiert. Doch im Gegensatz

zum Straßennetz, das es nur einmal in Deutschland gibt, stehen dem

Mobilfunknutzer vier Alternativen zur Verfügung. Und die Frage, bei

welchem Netzbetreiber die Techniker schneller die Bandbreite ausbauen

können als sie die Marketing-Leute verkaufen, beantwortet connect

im alljährlichen Netztest in Zusammenarbeit mit den Mobilfunkspezialisten

von P3 communications.

Dabei haben sich die Ingenieure 2010 einige generelle Neuerungen

einfallen lassen. So sind jetzt zwei Messfahrzeuge unterwegs. Damit

können Mobile-To-Mobile-Sprachmessungen, gezielte Überprüfungen

„staugefährdeter“ Hotspots und die Analyse der Breitbandverfügbarkeit

durchgeführt werden. Mehr zu den Messungen lesen Sie ab Seite 23.

Wie Deutschlands Netzbetreiber im Netztest 2010 abgeschnitten haben,

erfahren Sie ab der nächsten Seite. BERND THEISS

connect 12/2010

14 15

Fotos: © Peter Fenyvesi (5) Illustrationen: © ylq – Shutterstock.com (2)


16

Mobilfunk

Vodafone

Vodafone geht als Titelverteidiger

in den Netztest 2010. Dass der

eigene Anspruch hoch ist, macht

die Sache nicht einfacher. Schließlich

gilt es, alte Titelaspiranten

genauso auf Distanz zu halten wie

erstarkte Emporkömmlinge. Kann

das den Düsseldorfern ohne Wenn

und Aber gelingen?

Fazit

Die stark wachsende Verbreitung von Smartphones

zwingt alle Netzbetreiber ihre Netze

auszubauen, wenn sie nicht von der Entwicklung

abgehängt werden wollen. Das lässt sie näher zusammenrücken.

Und in einem eng beieinander liegenden

Feld im Mehrkampf siegt in der Regel der, der in den

meisten Disziplinen vorne mit dabei ist. Hier zeigt Vodafone

nach 2009 auch 2010 die überzeugendste Gesamtleistung.

Mag auch der eine oder andere Netzbetreiber in

einzelnen Bereichen besser abschneiden – das bringt nie

genug Punkte, um die vielen Kategorien zu kompensieren,

in denen Vodafone mit oder ganz vorne liegt. Das ist der

Lohn für ein sehr gut ausgebautes Netz. Es liegt aber

wohl auch an sehr viel Detailarbeit, die dafür sorgt,

dass sich in dem Netz keine Nadelöhre bilden.

Für das Beste unter Deutschlands Netzen gebührt

Vodafone erneut der Titel des Testsiegers im

großen connect-Netztest 2010.

connect 12/2010

„Im nächsten Jahr verteidigen wir

den Titel“ gab Vodafone-Technikvorstand

Hartmut Kremling 2009

zu Protokoll. Was aus manchem

Mund nach Anmaßung geklungen

hätte, brachte der CTO so selbstbewusst

zum Ausdruck wie ein

Kartenspieler, der die Blätter seiner

Konkurrenten kennt. Wobei

die Qualität von Mobilfunknetzen

wirklich besser abschätzbar ist als

das Blatt der Mitspieler bei einer

Partie Poker. Wer viel Geld mit viel

Verstand in Form einer kompetenten

Techniker-Truppe kombiniert,

hat gute Chancen vorn zu liegen.

Weit vorn landete Vodafone dann

auch bei der Stabilität von Sprachverbindungen

innerhalb der Städte.

Über 98 Prozent erfolgreich beendeter

Gespräche sind angesichts

des neuen, deutlich härteren Testverfahrens

ein Spitzenwert. Hier

hielt nur O2 mit. Mit dem Netzbetreiber

aus München tritt ein Konkurrent

nach vorn, der hungrig auf

Erfolg ist und sich diesen Hunger

in den letzten Jahren viel Geld hat

kosten lassen. Das macht sich bei

den Telefonie-Tests auf großen

Landstraßen und Autobahnen bemerkbar,

hier müssen sich die Düsseldorfer

den Münchnern geschlagen

geben. Immerhin verliert Vodafone

in dieser Disziplin nicht

allzu viele Punkte auf O2, auch

durch eine im Schnitt und nach Anzahl

der spürbar gestörten Samples

bemessen besseren Sprachqualität.

Die beiden anderen Konkurrenten

hält sich Vodafone vom Hals –

wenn schon nicht auf dem Land, so

doch wenigstens beim Telefonieren

insgesamt.

Die Netztests der letzten Jahre

wurden allesamt mit Datendiensten

gewonnen. Hier zeigt Vodafone

gleich in der ersten Disziplin, wo

der Hammer hängt: Die Erfolgsrate

beim Internet-Seitenaufruf

kommt auf ein Zehntelprozent an

die zuverlässigen Blauen ran, und

was den Speed angeht, ist Vodafone

einsame Spitze. Bei Downloadzeiten

von einer respektive drei

Sekunden für die schnell zu ladenden

Seiten fehlt für Ungeduld jede

Gelegenheit. Auch die dritte Seite

wird mit unter fünfeinhalb Sekunden

sehr schnell geladen, nur die

Telekom kommt hier in die Nähe.

Auch auf E-Mails versteht sich Vodafone:

Der IMAP-Download erreicht

mit 99,8 Prozent Erfolgsrate

bei 8,3 Sekunden Ladezeit Spitzenwerte,

vor denen Telekom bei der

Zuverlässigkeit, O2 bei der Geschwindigkeit

und E-Plus bei beidem

kapitulieren müssen.

Auch beim vom Mobilfunknetz

ganz andere Qualitäten verlangenden

SMTP-Upload ergab sich in

etwa das gleiche Bild: Hier wirkt

sich aus, dass es bei HSUPA nicht

ganz so weit auseinanderliegende

Ausbaustufen gibt und dass Vodafone

und T-Mobile im Gegensatz

zu O2 und E-Plus mit Optimierungs-Software

arbeiten. Dass Vodafone

auch bei einfachen Aufgaben

Muskeln spielen lässt, zeigt

der Datei-Download via HTTP-

Protokoll an belebten Plätzen. Hier

liefert der Netzbetreiber aus Düsseldorf

höchste Zuverlässigkeit,

die über gemittelte Zeitmessungen

erfassten Download-Transferraten

liegen deutlich über denen der Mitbewerber.

Beim für Kreative wie

Fotografen oder mobile Filmteams

wichtigen FTP-Upload an den Hotspots

der Städte liegen Rote und

Blaue annähernd gleichauf, wobei

Vodafone bei der Geschwindigkeit

die Nase vorn hat.

Eindeutiger Sieger ist Vodafone

in Sachen Bereitstellung von Breitbandverbindungen.

In den Städten

teilt man sich den Thron mit der

schnelleren, aber weniger breit

aufgestellten Telekom. Doch abseits

der Städte ist Vodafone in Sachen

Verfügbarkeit und Speed einsame

Spitze und damit der Tipp für

alle, die breitflächig auf Internet

angewiesen sind.

connect-Urteil

sehr gut (429 Punkte)


18

Mobilfunk

O2

Schon im letzten Jahr konnte O2

einen großen Schritt nach vorne

machen. Doch der Ehrgeiz des Netzbetreibers

aus München war damit

keineswegs gestillt. Schafft O2

mit kontinuierlichen und substanziellen

Investitionen ins Netz im

Jahr 2010 endgültig den Sprung

in die Top-Liga?

Fazit

Eine Investition von drei Milliarden Euro ist

auch dann kein einfaches Unterfangen, wenn

man mit Telefónica eines der weltgrößten Telekommunikations-Unternehmen

im Rücken hat. Doch

um in Deutschland mit den beiden bisherigen Platzhirschen

in den harten Wettbewerb zu treten, sind große

Anstrengungen nötig. Jetzt steht zumindest fest, dass

sich die auch gelohnt haben. 2010 kann O2 erstmals einen

Keil zwischen Telekom und Vodafone schieben und

sich den zweiten Platz im connect-Netztest erkämpfen.

Mehr noch: Bei der Telefonie erreicht O2 mit höchster Zuverlässigkeit

den ersten Platz. Auch bei der Datenübertragung

kommt nur Vodafone noch besser weg. Denn

die Münchner überzeugen in der Stadt und oft auch

auf dem Land mit hoher Zuverlässigkeit und einer

Geschwindigkeit, mit der es sich gut leben lässt.

connect 12/2010

Um die drei Milliarden Euro hat

O2 seit 2007 ins Netz investiert,

doch 2009 blieb den Münchnern

der Durchbruch noch verwehrt.

Indikatoren für den Erfolg des Investments

gab es aber schon damals,

etwa bei der Zuverlässigkeit

von Gesprächen im Stadtgebiet,

mit der sich O2 in dieser Disziplin

2009 knapp vor Vodafone und Telekom

platzierte. Das ist auch 2010

so. Zwar ist die Erfolgsrate etwas

unter den Wert vom Vorjahr gefallen,

doch das härtere Testverfahren

und die in allen Netzen gestiegene

Nutzungsrate setzen Vodafone, Telekom

und E-Plus noch mehr zu.

Dass O2 im Netzausbau nicht

stehen geblieben ist, zeigt sich

noch viel mehr bei den auf Landstraßen

und Autobahnen geführten

Testtelefonaten. Lag O2 im letzten

Jahr knapp vor E-Plus und deutlich

hinter den beiden Großen, ist dieses

Jahr der Sprung nach ganz vorn

gelungen. Wobei bei O2 stärker

noch als bei E-Plus ein wichtiger

Parameter einen hohen Wert einnimmt:

der Radio Link Timeout.

Der regelt, nach welcher Dauer

ein Gespräch bei sehr schlechter

Funkverbindung unterbrochen

wird. Bei O2 liegt er laut den Messprotokollen

von P3 communications

bei rund 18 Sekunden, T-Mobile

und Vodafone legen schon

nach etwa 12 Sekunden auf. Auch

durch Überbrückung längerer

Funkprobleme hält O2 also die Erfolgsrate

hoch. Doch dadurch gibt

es auch mehr schlechte Sprachsamples,

was sich auf Sprachqualität

und Anteil der Samples mit

MOS < 2,7 negativ auswirkt.

In Zeiten steigender Smartphone-Nutzung

kommen Internet und

Datentransfer stärkere Bedeutung

zu. Beim Herunterladen von Webseiten

zeigt O2 in der Zuverlässigkeit

mit nur 1,5 Prozent Fehlerrate

Stärke. Die Ladezeiten liegen bei

zwei der drei Seiten knapp anderthalb

Sekunden über der als schnell

empfundenen 3-Sekunden-Marke.

Das können Telekom und Vodafo-

ne noch etwas besser. Bei der langsameren

dritten Seite wächst der

Abstand noch. Beim E-Mail-

Download liegt O2 in der Geschwindigkeit

nahe an Telekom

und Vodafone, ohne sie überholen

zu können. Doch entscheidender

ist hier die mit 99,8 Prozent sensationell

hohe Erfolgsrate, mit der

O2 in dieser Disziplin insgesamt

auch die Telekom knapp schlagen

kann. Beim E-Mail-Upload zeigt

O2 höchste Zuverlässigkeit und

eine Geschwindigkeit nahe an der

von Telekom und Vodafone. Damit

bleiben die Münchner auch in dieser

vom HSUPA-Ausbau profitierenden

Disziplin auf Augenhöhe

mit den beiden früher auf erste und

zweite Netztest-Plätze abonnierten

Kontrahenten.

In den mit hohem protokollarischen

Aufwand verbundenen Übertragungsarten

zeigt O2 also Stärke,

wie sieht es bei vergleichsweise

einfachen Dateitransfers aus? Der

unter HTTP-Protokoll überwiegend

an belebten Plätzen einer

Stadt durchgeführte Dateidownload

bestätigt das Bild: Bei der Zuverlässigkeit

ist O2 spitze, bei der

Download-Geschwindigkeit liegt

die Telefónica-Tochter fast auf

dem Niveau von Telekom hinter

Vodafone. Mehr noch als E-Mail-

Upload ist der FTP-Upload eine

Stärke von O2: Wer sich an Flughäfen,

Bahnhöfen und anderen

Hotspots aufhält und große Dateien

verschicken will, bekommt bei

O2 die beste Kombination aus Zuverlässigkeit

und Geschwindigkeit.

Bei den Messungen der Verfügbarkeit

von Breitbandverbindungen

sieht es in Stadtgebieten nicht ganz

so rosig aus. Hier muss sich O2 der

schnelleren Telekom und der zusätzlich

zuverlässigeren Vodafone

geschlagen geben. Doch auf dem

Land liegt O2 in Sachen Verfügbarkeit

vor dem rosa Riesen.

connect-Urteil

gut (406 Punkte)


20

Mobilfunk

Telekom

Nach Kundenzahlen gehört die

Telekom neben Vodafone zu den

großen Netzbetreibern in Deutschland.

Jahrelang waren die beiden

Unternehmen auf einen Zweikampf

um den Netztest-Sieg abonniert.

Kann die Telekom angesichts eines

massiven Netzausbaus durch O2

den Status quo behaupten?

Fazit

Mit Vodafone war schon immer zu rechnen,

doch jetzt hat sich auch O2 mit massiven Investitionen

nach vorn katapultiert. Da darf sich die

Telekom eigentlich keine Schwäche erlauben. Doch

in diesem Jahr ist ihr das bei der Erreichbarkeit beim

Telefonieren und bei der Stabilität der aufgebauten

IP-Verbindungen passiert – und schon ist sie im Netztest

auf Platz 3 gerutscht. Die Messungen zeigen aber auch,

dass die Funkversorgung als solche stabil ist. Mit Spitzendatenraten

von 12 Mbit/s erreicht die Telekom zudem an

einzelnen Orten Rekordniveau, was sich auch bei den

Datentransferraten beim Breitbanddownload in der Stadt

niederschlägt. Doch kleine Schwächen werden in einem

sehr konkurrenzfähigen Umfeld sofort bestraft, deshalb

reicht es in diesem Jahr nur für Platz 3.

connect 12/2010

Dass die Telekom Erfolg hat, lässt

sich an den Kundenzahlen genauso

ablesen wie am jahrelangen iPhone-Exklusiv-Vertrag

mit Apple.

Zusammen haben beide Unternehmen

das mobile Internet hierzulande

in die Breite getragen. Ob damit

auch die Vorreiterrolle bei der Qualität

einhergeht? Bei der Telefonie

fallen die im Vergleich zu O2 und

Vodafone geringeren Erfolgsraten

in den Städten auf. Die Messdaten

zeigen, dass diese überdurchschnittlich

oft durch Fehler beim Gesprächsaufbau

zum Handy verursacht

werden. Da ein Handy für ein

ankommendes Gespräch zunächst

gefunden werden muss, sind beim

Mobilfunk eingehende Anrufe fehlerträchtiger

als selbst initiierte.

Der Fachmann spricht von MTC

(Mobile Terminated Call) und

MOC (Mobile Orginated Call). Im

neuen Testmodus mit Mobile-To-

Mobile-Verbindung besitzt naturgemäß

jedes Gespräch eine MTC-

und eine MOC-Komponente. Auf

dem Land liegt die Telekom in der

Zuverlässigkeit mit Vodafone und

E-Plus auf Augenhöhe, nur O2

kann sich absetzen. Wobei man die

höheren Erfolgsraten von O2 genau

wie die von E-Plus differenziert

betrachten muss: Ist bei einem

GSM-Gespräch die Verbindung

zwischen Basis und Handy bei der

Telekom für mehr als circa 12 Sekunden

stark gestört, wird sie unterbrochen;

E-Plus lässt sich dafür

etwa 14 Sekunden Zeit, O2 um die

18. So werden bei der Telekom öfter

Verbindungsabrüche registriert,

während bei den beiden anderen

längere Sequenzen gestörter Verbindung

zu verminderter Sprachqualität

füh ren. Qualitativ zeigt die

Telekom höchstes Niveau – doch

das ändert nichts an der Tatsache,

dass sie beim Telefonieren knapp

hinter Vodafone auf Platz 3 landet.

Können die Bonner den Rückstand

bei den Datendiensten aufholen?

Die Ergebnisse beim Internet-

Seitenaufruf sind typisch für das

Bild, dass die Netztester von der

Telekom gewannen. Da wären zunächst

die sehr schnellen Zeiten zu

nennen, in denen die Internet-Testseiten

geladen waren. Vodafone

war hier noch etwas flinker, doch

mit der Performance der Telekom

dürften auch ungeduldige Surfer

zufrieden sein. Wenn nicht eine hohe

Fehlerrate den Erfolg trüben

würde: Bei fast drei von hundert

Seiten ging der Download schief.

Auch bei den anderen Transfermessungen

sind geringe Erfolgsraten

zu beobachten. Nach Analyse

der Verbindungsprotokolle diagnostizierten

die Spezialisten von

P3 communications, dass der Verbindungsaufbau

zu dem für die

Datentransferoptimierung zuständigen

Proxy-Server zunächst meist

anstandslos klappte. Doch danach

wurde die IP-Verbindung sporadisch

einfach wieder gekappt. Ob

hier der Proxy-Server beteiligt war

oder etwa eine dahinterliegenden

Firewall, ist unklar. In sehr wenigen

Fällen führte die Unterbrechung

zu Folgefehlern, da nicht

vor jeder Einzelmessung ein Verbindungsab-

und -wiederaufbau

erfolgte. Für Telekom-Nutzer, die

blockierte Datentransfers bemerken,

empfiehlt sich genau dieser

Neuaufbau der Verbindung.

Ab gesehen vom Stabilitätsproblem

zeigte die Telekom bei allen

Tempomessungen außer beim

FTP-Upload in der Stadt höhere

Datenraten als etwa O2. Dabei fiel

auf, dass die Bonner mit Spitzenwerten

von 12 Mbit/s zum Teil auf

Rekordniveau agierten, gleichzeitig

wird bei vier Prozent der Messungen

nur UMTS mit weniger als

384 kbit/s erreicht; bei Vodafone

sind das weniger als 0,4 Prozent.

Das spiegeln auch die Messungen

der Breitbandverfügbarkeit wider,

wo sehr hohe Transferraten mit nur

durchschnittlicher Verfügbarkeit

einher gehen.

connect-Urteil

gut (378 Punkte)


22

Mobilfunk

E-Plus

Lange Zeit maßen die Verantwortlichen

von E-Plus dem mobilen

Internet nur geringe Bedeutung

bei. Wir werden erst investieren,

wenn der Bedarf da ist und die

Technik preiswert wird, lautete

sinngemäß der Tenor. Ist für E-Plus

jetzt die Zeit gekommen, von UMTS-

Basistechnik Abschied zu nehmen?

Fazit

In der Vergangenheit hat E-Plus dem Ausbau

der HSPA-Netze bei der Konkurrenz mit dem

Hinweis auf mangelnde Nachfrage zugeschaut.

Doch mittlerweile haben iPhone und Co. genauso

Nachfrage geschaffen wie Net- und Notebooks, die via

eingebautem Modem oder Datenstick online gehen. Es

ist möglich, dass diese Änderung im Nutzerverhalten

E-Plus nun zum Umdenken bewegt hat. Sollten die Grünen

in den nächsten Jahren kontinuierlich über 500 Millionen

Euro pro Jahr ins Netz investieren und sollten Thorsten

Dirks und seine Mannschaft bei den Verhandlungen mit

den Infrastrukturherstellern Geschick zeigen, so könnte

sich das Bild ähnlich wandeln wie es sich in den letzten

beiden Jahren bei O2 gewandelt hat. 2010 zeigt E-Plus

Ansätze des HSDPA-Ausbaus, hat ein ziemlich

konkurrenzfähiges Sprachnetz und bis zum Durchbruch

noch eine Menge Arbeit vor sich.

connect 12/2010

Es darf als Paradigmenwechsel gewertet

werden, was Thorsten Dirks,

der Chef von E-Plus, neulich verlauten

ließ: „Die Technologie ist da

und die Technologie ist günstig.

Die Endgeräte sind da und die Endgeräte

sind günstig.“ Mit diesen

Worten läutete der CEO von E-Plus

den Einstieg ins Zeitalter des mobilen

Internet und damit in den

HSPA-Ausbau ein. Das bekräftigte

er mit dem Satz: „Wir wollen 2012

das beste Datennetz in Deutschland

haben.“ 550 bis 570 Millionen

will E-Plus dafür pro Jahr in den

Netzausbau investieren. Und gut

informierte Kreise sehen in ZTE

aus China einen Partner, der sehr

begierig ist, in Europa seine Kompetenz

für Mobilfunknetzwerktechnik

unter Beweis zu stellen.

Doch 2012 ist noch ein Weilchen

hin. Und vor die Datenkür haben

die Mobilfunkspezialisten von

P3 communications im connect-

Netztest das Pflichtprogramm der

Sprachtelefonie gestellt. Hier hatte

natürlich auch E-Plus unter den

deutlich härteren Bedingungen der

Mobile-To-Mobile-Messungen zu

leiden. Dennoch gelang es E-Plus

als einzigem Netzbetreiber sich in

der Zuverlässigkeit bei Stadtgesprächen

gegenüber 2010 zu verbessern.

Damit schließen die Grünen

zum rosa Riesen auf, der aber

noch etwas bessere Sprachqualität

liefert. Hier spielt wieder der bei

O2 schon ausführlich beschriebene

Radio Link Time out eine Rolle,

der auch bei E-Plus die Zuverlässigkeit

ein wenig auf Kosten der

Klangqualität hochschraubt. Auf

Landstraßen und Autobahnen liegt

E-Plus bei den Sprachverbindungen

sogar auf dem Niveau von Telekom

und Vodafone. Damit spielt

E-Plus beim Telefonieren praktisch

auf Augenhöhe mit Vodafone und

Telekom, nur O2 kann sich spürbar

distanzieren. Das sah im letzten

Jahr noch anders aus.

Doch die Königsdisziplin im

Mobilfunk sind heute Datendienste

– und hier hat E-Plus den mit den

Investionsplänen angedeuteten

Performance-Sprung noch vor

sich. Immerhin, die Zuverlässigkeit

beim Webseiten-Download

liegt auf dem Niveau der übrigen

Netzbetreiber. Doch die durchschnittlichen

Wartezeiten, bis eine

der drei Testseiten geladen ist, bemessen

sich zwischen 20 und einigen

100 Prozent länger. Ganz so

groß wie der Extremfall beim simulierten

Surfen sind die Unterschiede

beim E-Mail-Empfang

nicht – doch doppelt so lange wie

beim langsamsten und knapp viermal

so lange wie beim schnellsten

Mitstreiter dauert die Übung auch

hier. Noch extremer wird das Verhältnis

beim E-Mail-Upload, der

über siebenmal so lange dauerte

wie bei der untereinander ausgeglichenen

Konkurrenz. Zur niedrigen

Geschwindigkeit kommen hier

noch überdurchschnittlich hohe

Fehlerraten dazu. Beim Datei-

Download über das HTTP-Protokoll

liegen die Fehlerraten wieder

etwas niedriger. Die Transferraten

sind aber auch hier unterdurchschnittlich,

die Mitbewerber sind

doppelt bis dreimal so schnell.

Immerhin: Die Auswertung der

Messprotokolle, die nebenbei bemerkt

etwa 16 GB Daten pro Messtag

umfassten, zeigten Peak-Datenraten

von 2,5 Mbit/s und damit,

wohin bei fortschreitendem Netzausbau

die Reise gehen kann. Wäre

das zum Testzeitpunkt beste Modem

aus dem Programm von E-

Plus nicht auf 3,6 Mbit/s Brutto-

Datenrate beschränkt gewesen,

wären womöglich noch höhere

Spitzenwerte drin gewesen. Die

schlechten E-Mail-Upload-Resultate

bestätigen sich beim FTP-Dateitransfer

in Richtung Web. Die

neuen Messungen der Breitbandverfügbarkeit

können 2010 noch

nicht überzeugen, hier muss der

Netzausbau weiter voranschreiten.

connect-Urteil

ausr. (269 Punkte)

RUND-

REISE DURCH

DEUTSCHLAND

Der Netztest schloss die Städte

Berlin, Dortmund, Frankfurt, Hamburg,

Köln, München und Stuttgart

ein. Die beiden Fahrzeuge fuhren immer

in der gleichen Region, aber auf

unterschiedliche Routen. Insgesamt

wurden über 10 000 Sprach- und

55 000 Datensamples

erfasst.

SO TESTET CONNECT

Mobilfunknetze kommen heute an allen möglichen Orten für die unterschiedlichsten

Aufgaben zum Einsatz. Deshalb muss ein Netztest sehr

viele Parameter erfassen und über weite Gebiete verteilt messen.

Im Gegensatz zu den letzten Jahren schickte unser seit vielen Jahren bewährter

Messpartner P3 communications diesmal zwei vollständig ausgestattete Messfahrzeuge

auf die Tour durch Deutschland. Zwischen den Städten folgten die

Wagen unterschiedlichen Routen auf Landstraßen und Autobahnen, in ihnen fuhr

ein Fahrzeug nach einer jeweils kurz vorher vom Netztest-Team in Aachen festgelegten

und ins Navigationssystem eingespeisten Zielpunktliste kreuz und

quer durch die Innenstadt. Bildlich gesprochen sammelte dieser Wagen

Daten über die Netzabdeckung in der Stadt. Das andere Fahrzeug hatte

hingegen die Aufgabe, nacheinander besonders interessante Stellen

der Stadt anzufahren, um dort stationäre Messungen durchzuführen.

Sinn dieser Maßnahme ist es, an stark frequentierten Plätzen

Daten darüber zu sammeln, wie ein großer Teil der Mobilfunkkunden

die Netzqualität wahrnimmt. Dabei sind auch Effekte von

übermäßiger Netzauslastung mit dadurch verursachten Problemen

an solchen Orten besonders gut zu beobachten.

Dass der Einsatz von zwei Fahrzeugen weitere Vorteile

bringt, zeigt sich schon bei den Sprachmessungen.

Denn die konnten diesmal von einem auf ein anderes computergesteuertes

Messhandy geführt werden – so wird auch in der Realität häufig


24

Mobilfunk

telefoniert, etwa wenn sich Freunde in der belebten Stadt treffen möchten.

Für die Messungen von Audioqualität und Zuverlässigkeit riefen sich die

Systeme der Messwagen dabei abwechselnd gegenseitig an. Gemessen

wurden die gleichen Kenngrößen wie 2009, wobei die Messung von einem

Handy zum anderen statt zum Festnetz diesmal für deutlich verschärfte Bedingungen

sorgte. So steigt die Fehlerrate bei sonst gleichen Bedingungen

theoretisch fast auf das Doppelte. Und auch die Sprachqualität nahm durch

die nun zweimal vorhandenen Mobilfunkverbindungen merklich ab. Gemessen

als MOS-LQO (Mean Opinion Score Listening Quality Objective) waren bei

diesjährigen Mess-Setup selbst bei optimalen Verbindungen maximal Werte

von 3,4 möglich, im letzten Jahr lagen schon die Durchschnittswerte aller

Netzbetreiber höher als das, die Maximalwerte bewegten sich sogar oberhalb

von 4. Mit der begrenzten Maximalqualität geht freilich ein höherer Anteil an

Sprachsamples unterhalb eines MOS-Wertes von 2,7 einher. Ab diesem Wert

beginnt die Verständlichkeit zu leiden.

Neben den Sprachmessungen standen natürlich die immer wichtiger

werdenden Datenmessungen auf dem Programm.

Dabei analysierte das an belebten Plätzen eingesetzte Fahrzeug in regelmäßigen

Intervallen alle üblichen Dienste mit ihren speziellen Protokollen.

Hierzu gehörte der Upload über FTP, der HTTP-Download, die Nutzung von

E-Mail über IMAP und SMTP sowie das Surfen im Netz (siehe auch connect

11/10, Seite 85). Jeder Netzbetreiber wurde dabei mit seinem hochwertigsten

USB-Surfstick sowie der zugehörigen Dashboard-Software gemessen.

Nur so kommen etwa netztypische Flusskontrolloptimierungen zum Tragen.

Damit das bewegte Fahrzeug unter sich sehr schnell ändernden Bedingungen

mehr Messpunkte erfassen konnte, beschränkte es sich auf Download-Messungen.

Ein weiterer Aspekt moderner Mobilfunkdatennetze wird ebenfalls

berücksichtigt. An einzelnen Standorten erreichen Netzbetreiber extreme

Geschwindigkeiten. Das kann bei reiner Betrachtung der durchschnittlichen

Datenraten Schwächen an anderen Stellen überkompensieren. Um solche

verfälschenden Effekte zu vermeiden, bestimmten die Tester bei den Dienstemessungen

die Zeiten für die jeweilige Aufgabe. Dann mittelten sie über alle

Einzelwerte. Die bei der Aufgabe übertragenen Datenmenge geteilt durch die

so bestimmte Zeit ergibt eine realistische durchschnittliche Datenrate, die

nicht von einzelnen Extremwerten verzerrt wird. Die Messung der prozentualen

Verfügbarkeit von Highspeed-Verbindungen ergänzt das Bild. Für den

Kunden ist breitflächige Verfügbarkeit schließlich wichtiger als singuläre

Spitzenleistung.

connect 12/2010

EIGENENTWICKLUNG

Im P3-communications-

Labor bekommen die von

Mercedes mit verstärktem

Rahmen ausgestatteten

Kombis die Mess-Hard-

und Software eingebaut.

Jedes Handy und Datenmodem

wird von einem

eigenen PC gesteuert.

Städtemessung

Berlin

100,0%

97,5%

95,0%

92,5%

90,0%

Erfolgsrate

Vodafone O2 T-Mobile E-Plus

Dortmund

100,0%

97,5%

95,0%

92,5%

90,0%

Vodafone O2 T-Mobile E-Plus

Frankfurt

100,0%

97,5%

95,0%

92,5%

90,0%

Erfolgsrate

Vodafone O2 T-Mobile E-Plus

Hamburg

100,0%

97,5%

95,0%

92,5%

90,0%

Köln

100,0%

97,5%

95,0%

92,5%

90,0%

Erfolgsrate

Erfolgsrate

Vodafone O2 T-Mobile E-Plus

Erfolgsrate

Vodafone O2 T-Mobile E-Plus

100,0%

80,0%

60,0%

40,0%

20,0%

0,0%

100,0%

80,0%

60,0%

40,0%

20,0%

0,0%

100,0%

80,0%

60,0%

40,0%

20,0%

0,0%

100,0%

80,0%

60,0%

40,0%

20,0%

0,0%

100,0%

80,0%

60,0%

40,0%

20,0%

0,0%

Breitband Anteil > 1 Mbit/s

Vodafone O2 T-Mobile E-Plus

Breitband Anteil > 1 Mbit/s

Vodafone O2 T-Mobile E-Plus

Breitband Anteil > 1 Mbit/s

Vodafone O2 T-Mobile E-Plus

Breitband Anteil > 1 Mbit/s

Vodafone O2 T-Mobile E-Plus

Breitband Anteil > 1 Mbit/s

Vodafone O2 T-Mobile E-Plus

Netzbetreiber können Vorlieben für Städte

haben. Das zeigt der Vergleich einzelner

Sprach- und Datenmessungen.

München

100,0%

97,5%

95,0%

92,5%

90,0%

Erfolgsrate

Vodafone O2 T-Mobile E-Plus

Stuttgart

100,0%

97,5%

95,0%

92,5%

90,0%

Erfolgsrate

Vodafone O2 T-Mobile E-Plus

100,0%

80,0%

60,0%

40,0%

20,0%

0,0%

100,0%

80,0%

60,0%

40,0%

20,0%

0,0%

Breitband Anteil > 1 Mbit/s

Vodafone O2 T-Mobile E-Plus

Breitband Anteil > 1 Mbit/s

Vodafone O2 T-Mobile E-Plus

In den Erfolgsraten der Sprachanrufe

liefern sich alle Netzbetreiber in den Städten

ein Kopf-an-Kopf-Rennen im oberen

90-Prozent-Bereich. Nur in Dortmund

liegen E-Plus und Telekom deutlicher

zurück. E-Plus zeigt zusätzlich in Köln

Schwäche, die Telekom in Hamburg und

dem generell schwach versorgten Stuttgart.

Bei dem Anteil an Breitbandverbindungen

oberhalb 1 Mbit/s ergibt sich ein

differenzierteres Bild: Netztestsieger Vodafone

liegt bei Werten um die 90 Prozent

überall vorn – außer in Berlin und München.

Bei E-Plus hingegen rollt der HSPA-

Netzausbau erst langsam an, was sich in

einer nur rund 50-prozentigen Breitbandverfügbarkeit

in Städten widerspiegelt,

wobei Dortmund erneut hinten ansteht.

Zwischen den beiden Extremen haben sich

die Telekom und O2 eingerichtet, die Verfügbarkeitsraten

von etwa 80 Prozent erreichen.

Dabei kann die Telekom in Berlin

eine Spitzenplatzierung für sich reklamieren,

O2 in der Heimatstadt München.

In den Städten ist die HSPA-Versorgungslage

auf einem insgesamt guten Niveau,

auf dem Land bleibt Raum für Fortschritt.


26

Mobilfunk

NETZTEST 2010

ANBIETER Vodafone O2 T-Mobile E-Plus

TELEFONIEREN

DRIVETEST STADT

Erfolgsrate 98,2% 98,7% 97,0% 96,3%

Rufaufbauzeit (s) 7,55 6,13 7,06 6,64

Sprachqualität (MOS-LQO) 3,24 3,14 3,23 3,09

Anteil MOS per Sample < 2,7

DRIVETEST LAND

4,8% 10,8% 5,7% 10,8%

Erfolgsrate 91,4% 95,5% 91,5% 92,0%

Rufaufbauzeit (s) 8,58 7,32 7,35 8,21

Sprachqualität (MOS-LQO) 3,09 3,08 3,18 3,07

Anteil MOS per Sample < 2,7

DATENTRANSFER

14% 18% 11% 14%

INTERNET-SEITENAUFRUF (WEB/STADT)

Erfolgsrate (Mittelwert) 98,5% 98,6% 97,4% 98,3%

Session-Zeit Seite 1 (s) 1,04 4,47 1,55 8,50

Session-Zeit Seite 2 (s) 5,36 9,41 7,06 11,78

Session-Zeit Seite 3 (s) 2,53 4,25 4,10 6,62

E-MAIL-DOWNLOAD (IMAP/STADT)

Erfolgsrate 99,8% 99,8% 96,5% 97,7%

Session-Zeit (s) 8,3 14,8 10,2 31,0

E-MAIL-UPLOAD (SMTP/STADT)

Erfolgsrate 99,9% 99,9% 96,5% 94,0%

Session-Zeit (s) 9,1 11,1 10,5 76,2

DATEI-DOWNLOAD (HTTP STADT)

Erfolgsrate 98,8% 99,4% 96,7% 96,7%

Datentransferrate (time equivalent) (kbit/s) 2826 1768 1838 901

DATEI-UPLOAD (FTP STADT)

Erfolgsrate 98,9% 99,7% 95,4% 96,1%

Datentransferrate (time equivalent) (kbit/s) 1148 1095 894 271

BREITBAND DOWNLOAD (STADT)

Anteil > 1Mbit/s 91,2% 83,5% 84,2% 46,0%

Datentransferrate (kbit/s) 3509 2120 4351 1092

BREITBAND DOWNLOAD (LAND)

Anteil > 1Mbit/s 69,1% 52,7% 41,1% 13,9%

Datentransferrate

TESTERGEBNISSE

(kbit/s) 2414 1360 1736 452

TELEFONIEREN MAX. 200 152 163 149 142

Drivetetest Stadt 100 87 87 81 75

Drivetest Land 100 65 76 68 67

DATENTRANSFER MAX. 300 277 243 229 127

Internet-Seitenaufruf 75 70 60 63 41

E-Mail-Download 35 35 30 29 17

E-Mail-Upload 30 29 29 23 7

Datei-Download (HTTP Stadt) 20 17 14 12 9

Datei-Upload (Stadt) 40 35 36 25 16

Breitbandverfügbarkeit Stadt 50 45 39 45 24

Breitbandverfügbarkeit Land 50 46 35 32 13

LEXIKON

>Dashboard Wörtlich übersetzt ist

dies ein Armaturenbrett, gemeint ist beim

Mobilfunk aber die Einstell- und Treibersoftware,

die den Zugriff des Datenmodems

aufs Netz regelt. Sie kann bei

schlechter Optimierung einiges an Geschwindigkeit

kosten.

>Mobile-to-Mobile Bei der Messung von

Mobilfunkverbindungen wurde in der Regel

der Übertragungsweg von einem Handy

zu einem Festnetzanschluss betrachtet.

Die steigende Handynutzung macht aber

Handy-zu-Handy-Gespräche immer wahr-

connect 12/2010

URTEIL max. 500

429

sehr gut

406

gut

scheinlicher. Daher ist es sinnvoll, diese

kritischere Verbindungsart zu messen. Das

geschieht natürlich mit beiden Endgeräten

im gleichen zu messenden Netz. Erwähnenswert

ist, dass mit diesem Messaufbau

bei optimalen Mobilfunkverbindungen

MOS-Werte von 3,4 gemessen werden.

>MOS Der Mean Opinion Score ist eine

mathematische Abbildung der von vielen

Menschen empfundenen Sprachqualität.

In der Telekommunikation dient er zur Bewertung

von Verbindungen. Niedrige Werte

stehen für schwere Verständlichkeit.

378

gut

269

ausreichend

>Sprachsample Das für den Test der

Sprachqualität deutscher Mobilfunknetze

benutzte Sprachfragment ist ein Standardsatz

von fünf Sekunden Länge, der zur

Hälfte von zwei verschiedenen Frauen und

zur anderen Hälfte von zwei verschiedenen

Männern gesprochen wird.

>IP-Verbindung Das Internet-Protokoll

stellt die unterste Protokoll-Schicht des

Internet dar und regelt somit grundsätzlich

die Kommunikation. Andere Protokolle wie

TCP und darüber HTTP und FTP bauen auf

IP auf, brauchen also IP-Verbindugen.

FAZIT

Bernd Theiss,

connect-Redakteur

Es ist schon erstaunlich, wie klar das neue

Testverfahren Unterschiede aufzeigt. Dank

Mobile-To-Mobile-Messungen, den ausführlichen

Datentransfer-Tests an belebten

Plätzen und der Evaluation der Flächenverfügbarkeit

breitbandiger Datenverbindungen

kann sich jeder selbst ein Bild

machen, wo die Stärken und Schwächen

einzelner Netzbetreiber liegen.

E-Plus etwa zieht bei der Gesprächsstabilität

zumindest auf Autobahnen und

Landstraßen mit Vodafone und T-Mobile

gleich. Zudem spiegeln sich erste An zeichen

des HSDPA-Ausbaus in den Messwerten.

Nach der Ankündigung von CEO

Thorsten Dirks ist hier schon im nächsten

Jahr ein Sprung zu erwarten.

Die Telekom liegt mit insgesamt gutem

Resultat natürlich weit davor. Punktuell

erreicht der rosa Riese sogar die mit Abstand

höchsten Spitzendatenraten. Doch

gegenüber dem Vorjahr rutschen die Bonner

wegen Erreichbarkeitsproblemen bei

der Telefonie und einem ungewöhnlichen

Stabilitätsproblem bei den für Datenübertragung

wichtigen IP-Verbindungen ab.

Doch auch an O2 ist die Telekom gescheitert.

Der Netzbetreiber aus München

hat kräftig ausgebaut und überzeugt mit

guten Datenraten bei schon sehr guter

Verbindungsstabilität, unter der nur die

Sprachqualität sporadisch etwas leidet.

Diese Probleme kennt Vodafone nicht,

lediglich beim Telefonieren abseits der

Städte laborieren die Roten an ähnlichen

Erreichbarkeitsproblemen wie T-Mobile.

Ansonsten liefert Vodafone Spitzenwerte

am laufenden Band. Für diese überzeugende

Vorstellung bekommen die Düsseldorfer

auch 2010 das Testsieger-Logo.

>Datentransferraten Um die Verfälschung

der Durchschnittswerte durch einzelne

Spitzenwerte zu verhindern, nutzt

P3 communications zwei Methoden: Für

die Dienste-Messungen werden zunächst

nur die Zeiten der Up- oder Downloads

gemessen und später gemittelt. Teilt man

die übertragene Datenmenge durch die so

berechnete Zeit, kommt ein weitgehend

bereinigter Mittelwert heraus. Bei den

Breitbandmessungen wird alternativ die

in einem festen Zeitfenster übertragene

Datenmenge gemessen und gemittelt.

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine