Soziale Stadt - Bergische Entwicklungsagentur Gmbh

bergischeagentur

Soziale Stadt - Bergische Entwicklungsagentur Gmbh

I N H A L T

Projektcluster

Stärkung des Einzelhandels Seite 122

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Stadtumbau / Quartiersentwicklung Seite 128

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Neues Wohnen Seite 150

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Seite 170

Kulturlandschaft und Stadtbild Seite 172

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Seite 178

Seite 180

Seite 182

Projekte mit eigenem Clusterpotenzial Seite 184

Seite 186

Projektanwärter Seite 188

Seite 190

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Projektbezeichnung

City 2013

Neugestaltung Döppersberg

SERVICE-PLUS Qualitätsgemeinschaft

Stadtumbau West - Stachelhausen, Blumental,

Honsberg und Kremenholl

Stadtumbau West - Bahnhofsumfeld Ohligs

Stadtumbau West - Elberfelder Nordstadt / Arrenberg

Stadtumbau West - Unterbarmen

Soziale Stadt - Rosenhügel

Soziale Stadt - Nordstadt

Soziale Stadt - Oberbarmen / Wichlinghausen

Soziale Stadt - Ostersbaum

Ölberger Hauseigentümer-Netzwerk [wISG]

Wuppertaler Quartiersentwicklungsgesellschaft

Stadtteilservice Wuppertal

Integrierter Standort Uellendahler Straße / Kemper Häuschen

Rangierbahnhof Wichlinghausen [„Bergisches Plateau“]

Revitalisierung ELBA-Fabrik

Mehrgenerationenpark Stollenstraße

Exklusives Wohnen in ehemaligen Schulgebäude

Service-Wohnen in denkmalgeschütztem Fachwerkhaus

Arrenberg´sche Höfe

Altes und neues Wohnen im Weeger Hof

Lebendiges Wohnen an der Wupper

Wuppertaler Wahlverwandtschaften

WohnQuartier 4

Graduiertenkolleg Demografischer Wandel

Zwischennutzungsagentur Wuppertal

Aufbruch am Arrenberg e.V.

Wasserwirtschaftliches Gesamtkonzept

Lebensader Wupper

Masterplan Baukultur

Evangelische Stadtkirche Solingen

Aktionsprogramm „Nachhaltige Entwicklung in

Solingen“

IKEA-Ansiedlung

Orientierung für das Bergische Städtedreieck

Entwicklung im Stadtteil Wald

Solarsiedlung Solingen

Wohnquartiere für Jung und Alt - Generationenübergreifendes

Wohnen im Stadtteil gestalten

Stadt- und Regionalentwicklu

120


V O R W O R T

Spätestens seit den Erfolgen der IBA Emscher Park

im Ruhrgebiet und dem Strukturförderprogramm der

REGIONALEN hat sich mehr und mehr herauskristallisiert,

dass Stadtentwicklung auch Regionalentwicklung

impliziert. In einer globalisierten Welt werden nur

ganze Regionen, nicht mehr einzelne Städte wahrgenommen.

Darum kommt der Gestaltung des Öffentlichen Raums,

der Wohnquartiere und des Wohnumfeldes auch im

regionalen Kontext eine besondere Bedeutung zu. Ein

attraktiver Wohnstandort ist Voraussetzung zur Rekrutierung

qualifi zierter Arbeitnehmer. Denn nur dort,

wo ein ausreichendes Kulturangebot, Einzelhandels-

und Dienstleistungsangebot, Nahversorgung, soziale

Infrastruktur, Freizeitmöglichkeiten etc. vorhanden

sind, werden sich diese umworbenen Arbeitnehmer

niederlassen.

Das Image einer Region nach Innen und Außen ist daher

außerordentlich wichtig. Um ein solches Image

aufzubauen, bedarf es einer regionalen Stadtentwicklungsstrategie

zukunfthoch³, die sowohl die harten,

als auch die weichen Standortfaktoren berücksichtigt

und stärkt.

Neu in diesem Zusammenhang ist das Thema Baukultur.

Es zeigt sich immer mehr, welch großer Wirtschaftsfaktor

durch die Baukultur aktiviert wird. Attraktive

Innenstädte, historische Zentren, qualitätvolle

Neu- und Umbauten, reizvolle Landschaften ziehen

nicht nur Architekturinteressierte an, sondern auch

weitere zahlungskräftige Klientele, die oftmals einen

ganzen Tag in der Stadt oder Region verbringen. Ein

Masterplan Baukultur, der sensible Bereiche festlegt,

Arbeitsstrukturen und Qualifi zierungsinstrumente

vorgibt sowie alle beteiligten Akteure mitnimmt, ist

von außerordentlicher Wichtigkeit und soll im Rahmen

der regionalen Stadtentwicklungsstrategie erarbeitet

werden. Eine besondere Rolle hierbei spielt auch die

alltägliche Baukultur.

Ein großes Betätigungsfeld in einer schrumpfenden

Region ist der Stadtumbau. Viele Quartiere fallen ab

und bedürfen einer Stabilisierung im Rahmen von

Stadtumbau West und Soziale Stadt. Zudem wandeln

sich die Lebensweisen der Menschen sehr stark

- Mehrgenerationenwohnen, altengerechtes und behindertengerechtes

Wohnen, fl exible Grundrisse und

die wachsende Anzahl von Einpersonenhaushalten

sind Anzeichen eines großen Umbaubedarfs. Somit

muss Wohnraum für eine große Bandbreite an gesellschaftlichen

Gruppen bereitgestellt werden.

Dies impliziert auch, dass die Zukunftsaufgaben der

Stadt- und Regionalentwicklung vorrangig in den

Stadtzentren zu suchen sind. Innen- vor Außenentwicklung

darf nicht nur ein Schlagwort, sondern muss

Maxime der künftigen Stadt- und Regionalentwicklung

werden.

Ein weiteres großes Thema der Stadt- und Regionalentwicklung

ist das Thema der Orientierung. Die bewegte

Topografi e des Bergischen Städtedreiecks und

die historische Entwicklung erschweren die Orientierung

- nicht nur für Autofahrer. Daher muss ein geeignetes

Konzept gefunden werden, das auswärtige

Besucher empfängt und zu den bedeutenden Orten

führt.

Die dargelegten Cluster verfolgen die Eckpunkte

der soeben skizzierten Zielrichtung und sind sowohl

räumlich als auch thematisch defi niert. Abhängig von

der Entwicklung weiterer Projekte ist die Bildung zusätzlicher

Cluster nicht ausgeschlossen, wie das Projekt

der evangelischen Stadtkirche in Solingen symbolisiert,

deren Umsetzung evtl. Einfl uss auf weitere

Kirchenbauten in der Region haben kann.

ng Bergisches Städtedreieck121


City 2013

Projektträger: Stadt Solingen

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Stärkung des Einzelhandels

Projektbeschreibung des Projektträgers:

„City 2013 – Kreativ- und Standortoffensive für die Solinger

Innenstadt“ will auf der Basis eines Integrierten

Entwicklungskonzeptes offensiv kreative Lösungen

für den öffentlichen Raum der Innenstadt entwickeln

und umsetzen und so die u.a. im Rahmen der Regionale

2006 erzielten positiven Effekte weiter stärken.

Die Stadt Solingen treibt zur Zeit parallel die Entwicklung

der Innenstadt und der innenstadtnahen Quartiere

[Südliche Innenstadt und Nordstadt] voran, mit

dem Ziel, die Attraktivität der gesamten Innenstadt

ganzheitlich zu erhöhen und urbane Strukturen zu

entwickeln. Dabei gilt es, die Innenstadt mit dem Kreativstandort

Südliche Innenstadt [wie z.B. Künstlerkolonie,

An-Institut der Universität Wuppertal, Forum

Produktdesign, Museum Plagiarius] und dem Entwicklungspotenzial

der Nordstadt als Stadtteil mit Zukunft

im Rahmen des Programms Soziale Stadt symbiotisch

zum Vorteil der Innenstadt zu verbinden. Vor allem die

vielfältigen Potenziale der Südlichen Innenstadt werden

dabei als Motor zur Belebung der City genutzt,

um die Entwicklung zu einem zukunftsfähigen Ort

der Multifunktionalität mit Handel, Wohnen, Freizeit

und Kultur voranzutreiben. Angetrieben durch die

positiven Impulse der Regionale 2006 soll eine neue

Identität geschaffen und City 2013 zugleich aktiv für

das Außenimage genutzt werden. Ziele sind dabei

die Erhaltung der Nutzungsvielfalt, die Stärkung des

Wohnstandortes Innenstadt, die Steigerung der Aufenthalts-

und Gestaltungsqualität, die Beseitigung von

Leerstand und die Schaffung von kreativen Milieus.

Negative Entwicklungen, v.a. im Bereich der Unteren

Hauptstraße vom „Stein“ bis zum „Entenpfuhl“

mit dem in die Jahre gekommenen Bachtor-Zentrum,

lassen schon seit Jahren einen kontinuierlichen Trading-Down-Prozess

feststellen, obwohl gerade dieser

Bereich ein wichtiger Teil des eigentlichen Rückgrates

der Innenstadt ist. Durch gestalterische Maßnahmen,

neue Standortkonzepte und -allianzen, insbesondere

122

Wuppertal Solingen Remscheid Region

durch die Einbindung der Immobilieneigentümer und

Händler, sollen Maßnahmen entwickelt und angegangen

werden, um diesen Teil der Innenstadt aufzuwerten

und in seiner Attraktivität zu steigern.

In naher Zukunft kommt es in erster Linie darauf an, die

beschriebenen, räumlich abgetrennten Bereiche und

den dazwischen liegenden Citybereich weiter zu qualifi

zieren und miteinander zu verknüpfen. Dabei soll

die Innenstadt als ein räumliches Netzwerk zwischen

kreativen Nutzungen der Knotenpunkte [Plätze, besondere

Orte] und ihren ansprechenden Verknüpfungsfäden

[den v.a. fußläufi gen Verbindungen] verstanden

werden, die unterschiedliche Ansprüche an den Ort

und ihre Nutzungen stellen. Engpässe in Bezug auf

Wegebeziehungen und Plätze müssen infrastrukturell

im Sinne der Lückenschließung optimiert und belebt

werden. Veränderte neue Wege- und Umsteigebeziehungen

sowie neu etablierende Einzelhandelslagen,

Kreativstandorte und Gastronomie- und Freizeitbereiche

sollen entwickelt, bewusst wahrgenommen und

somit in den Mittelpunkt gerückt werden.

City 2013 stellt sich schließlich auch der dringend erforderlichen

Herausforderung einer strategischen Positionierung

des Einzelhandelsstandortes „Bergisches

Städtedreieck“ gegenüber den großen benachbarten

Zentren. Dem deutlichen Kaufkraftabfl uss aus Solingen

vor allem in die großen Städte Düsseldorf und

Köln und den zugleich unbefriedigenden Zentralitätswerten

wird eine Attraktivitätssteigerung und Profi lierung

der gewachsenen Zentren entgegengesetzt, die

mit dem Konzept City 2013 gefördert werden soll.

Ziele, Handlungsfelder und Maßnahmen

Unter Einbeziehung der gesamten Innenstadt verfolgt

das Konzept City 2013 die Ziele:

den vollzogenen baulichen Wandel und die kon-

kret anstehenden Baumaßnahmen in der gesam-

ten Innenstadt wahrnehmbar und erlebbar zu ma-

chen.


die Identität aller Bevölkerungsgruppen mit der

Innenstadt zu erhöhen und die Kaufkraft der So-

linger verstärkt in der Stadt zu binden

die Lebens-, Aufenthalts- und Verweilqualität in

der Innenstadt insgesamt zu erhöhen.

Grundlage für City 2013 bildet daher ein strategisches,

integriertes Entwicklungskonzept, welches mehrere

Handlungsfelder und Maßnahmen enthält:

Städtebauliche, inhaltliche und thematische Ver-

knüpfung der Teilräume und Pole in der Innenstadt

[qualitätsvolle Wegebeziehungen]

Maßnahmen zur Gestaltung und Belebung des Öffentlichen

Raums [Umgestaltung Alter Markt und

Entenpfuhl, Neugestaltung angrenzender Wege,

punktuelle gestaltende Maßnahmen]

Entwicklung von kreativen Potenzialstandorten

[Halle 10, Bachtorzentrum, Omega-Gelände etc.]

Gebiets- und Kreativmanagement [Profilierung

thematischer Nutzungen, Vorbereitung und Um-

setzung einer Immobilien- und Standortgemein-

schaft für die Untere Hauptstraße, Koordinierung

des Gesamtprozesses, Entwicklung von Zwischennutzungen

etc.]

Profilierung und Vermarktung [Imagekonzept,

Workshops, temporäre Nutzungen und Veranstal-

tungen etc.]

Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Das Projekt City 2013 wurde als erstes Projekt der Region

in das Förderprogramm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“

aufgenommen.

Abgeleitet aus dem bestehenden Innenstadtkonzept

werden die drei Schwerpunktbereiche der südlichen

Innenstadt, der Nordstadt und der eigentlichen City

qualitativ hochwertig miteinander verknüpft und

auch in ihrer Funktionalität weiterentwickelt. Ein sehr

gelungenes Beispiel einer projektbezogenen Innenstadtentwicklung.

123


Neugestaltung Döppersberg

Projektträger: Stadt Wuppertal

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Stärkung des Einzelhandels

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Die Stadt Wuppertal weist durch ihre lang gezogene

Bandstruktur viele kleinere Stadtzentren auf. Die

in den letzten Jahren durchgeführten Investitionstätigkeiten

haben insbesondere die Elberfelder City

erheblich aufgewertet. Hervorzuheben sind hier u.a.

die Sanierung der historischen Stadthalle, die Sparkassenerweiterung,

Rathaus-Galerie, City Arkaden

und das Multiplexkino. Daneben haben verschiedene

kleinere Maßnahmen den Einzelhandels- und Wirtschaftsstandort

Elberfeld gefestigt und attraktiviert.

Noch in diesem Jahr werden in Elberfeld die Umbaumaßnahmen

der Neugestaltung Döppersberg – dem

wichtigsten Entwicklungsprojekt der Stadt Wuppertal

– starten.

Die wesentlichen Ziele der Neugestaltung Döppersberg

sind die oberirdische Anbindung des Hauptbahnhofes

an die Innenstadt, die Schaffung eines neuen

Bahnhofvorplatzes, fl ankiert von Geschäftsbebauung,

und der Bau eines modernen Busbahnhofes. Durch die

Umbaumaßnahmen wird die Elberfelder Innenstadt

als Zentrum von Wuppertal strukturell aufgewertet,

die städtebauliche Qualität des Döppersberges als

„Tor zur Stadt“ verbessert, die Verkehrsverhältnisse

optimiert und es werden Angebotsfl ächen für Privatinvestoren

geschaffen.

Durch eine Neuaufteilung der Verkehrsräume wird die

Leistungsfähigkeit im Individualverkehr gesteigert [u.

a. durch die Optimierung der Verkehrsanbindung von

Döppersberg und Bahnhofsstraße an die B7, die Entfl

echtung von Individualverkehr und dem ÖPNV und

der Neuordnung des ruhenden Verkehrs]. Darüber hinaus

wird ein zentraler, leistungsfähiger Busbahnhof

in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes entstehen, der

ein attraktives, sicheres, schnelles und komfortables

Umsteigen auf Busse und Bahnen ermöglicht.

124

Wuppertal Solingen Remscheid Region

Die bisher an der B7 endende Fußgängerzone wird

durch eine breite Fußgängerbrücke mit dem neu

entstehenden Bahnhofsvorplatz verbunden. Durch

diese lückenlos von Geschäften begleitete Verlängerung

der Fußgängerzone wird eine attraktive, fußläufi

ge und barrierefreie Verbindung der Innenstadt mit

dem Bahnhof hergestellt. Die Fußgängerzone wird bis

in die neu entstehende Mall erweitert, die den Eingangsbereich

des Bahnhofes bildet. Um topografi sch

bedingte Höhenunterschiede zu überwinden und um

die niveaugleiche Anbindung erst zu ermöglichen,

wird die B7 auf einem Teilstück um mehrere Meter

abgesenkt. Durch die Neugestaltung Wuppertal Döppersberg

wird sich so ein neues lebendiges Innenstadtquartier

entwickeln, das einen Nutzungsmix

aus Einkaufen, Gastronomie und Dienstleistungen

ermöglicht. Es wird buchstäblich „Platz geschaffen“

für Privatinvestitionen am Döppersberg. Mit einem

zentralen Baufeld neben dem zukünftigen Bahnhofsvorplatz,

dem Bau einer Tiergarage unter dem Bahnhofsvorplatz,

dem Bau der Geschäftsbrücke über die

B7 und dem Bau der Passage entstehen verschiedene

Optionen für eine Bebauung durch Private. Es handelt

sich um hoch interessante, zentral gelegene, und gut

erschlossene Flächen für Einzelhandel, Gastronomie,

Dienstleistungen und Büros. Das Baurecht hierfür

wurde bereits geschaffen.

Auf dem großzügigen Bahnhofsvorplatz entsteht auf

dem Dach der Mall eine zweite Platzebene, mit der

weitere topografi ebedingte Höhenunterschiede überwunden

werden. Dieser obere Platz grenzt direkt an

das historische Empfangsgebäude an und bietet weitere

vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Während der

untere Platz zum Flanieren und Einkaufen einlädt, ist

der obere Platz ruhig und bietet mit seinem reichen

Baum- und Pfl anzenbestand Raum zum Entspannen

und Verweilen.


Der neu entstehende Bahnhofsvorplatz mit der markanten

Natursteinfassade und die architektonisch anspruchsvolle

Nachverdichtung und Neuordnung mit

einem attraktiven Nutzungsmix werden der City eine

neue Qualität verleihen. Das Image der Gesamtstadt

wird durch das Projekt nachhaltig verbessert und eine

neue 1a-Lage für Wuppertal defi niert.

Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Die Umgestaltung des Döppersberg ist unbestritten

das bedeutendste Großprojekt der nächsten Jahre

im Bergischen Städtedreieck. Es entsteht ein ansprechendes

neues Eingangstor von der Rheinschiene

und dem Ruhrgebiet ins Bergische Land.

Besonders gelungen ist die Anbindung von Bahnhof

an die Elberfelder Innenstadt, die bisher eher unbefriedigend

gelöst war. Bedeutend ist das Großprojekt

aber auch für den städtischen und regionalen Einzelhandel,

der sich neue Impulse für die Innenstadt Elberfelds

erhofft.

Nach der Fertigstellung des Projektes wird ein Ziel der

Regionale 2006 – die Umgestaltung der Hauptbahnhofsbereiche

der Bergischen Großstädte – realisiert

sein.

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SERVICEPLUS-Qualitätsgemeinschaft

Projektträger: Rheinischer Einzelhandels- und Dienstleistungsverband

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Stärkung des Einzelhandels

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Anlass zur Gründung

Die Unternehmen des Einzelhandels und handelsnaher

Dienstleistungen bewegen sich seit langem unter

wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen, die

sich seit der Finanzkrise weiter verschärft haben.

Die Umsatzentwicklung pendelt seit 1992 um den

Nullpunkt.

Der Anteil des Einzelhandels am privaten Ver-

brauch fällt kontinuierlich von 38,5 Prozent in

1993 auf 28 Prozent in 2008.

Der Umsatzanteil der Betriebsformen, Fachmärk-

te, Discounter, Filialisten und Onlinehandel wird

weiter steigen.

Jedem zweiten traditionellen Fachgeschäft wird

in den kommenden fünf Jahren die Schließung

vorausgesagt.

Der Umsatzanteil traditioneller Fachgeschäfte ver-

änderte sich von 55,4 Prozent in 1980 auf jetzt

circa 28 Prozent.

Der Besucherrückgang in fast allen Zentren zu-

gunsten dezentraler Standorte wird im berg-

ischen Raum weiter sinken.

Einzelbetriebliche Handlungsansätze

Die meisten der kleinen und mittleren Unternehmen

[KMU] sind inhabergeführt und beschäftigen nicht

mehr als 20 Mitarbeiter. Im Wettbewerb behaupten

sie sich, weil sie sich in folgenden Bereichen strategisch

ausrichten:

126

Wuppertal Solingen Remscheid Region

Bei der Wahl der Zielgruppe stehen Qualität, Indi-

vidualität, Orts- und Kundennähe und Vertrauen

im Vordergrund.

Bei betrieblichen Lösungen wird auf Zusammenarbeit

in Einkaufsgemeinschaften, individuellen

Ladenbau, gut ausgebildete Mitarbeiter und

Anwesenheit der Inhaberin und des Inhabers ge-

setzt.

Bei der Standortwahl werden Fachgeschäftsstandorte

am Rand der City von Großstädten oder

aber in Klein- und Mittelzentren bevorzugt, die

entsprechenden Kundenservice durch Parkplätze

und gute Erreichbarkeit ermöglichen.

Gemeinschaftlicher Handlungsansatz

Aufgrund der Kontakte und Zusammenarbeit der inhabergeführten

Unternehmen im ehemaligen Bergischen

Einzelhandels- und Dienstleisterverband und

heutigem Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband

entstand die Idee, die einzelbetrieblichen

Instrumente durch eine Kooperation zu

ergänzen, um Synergieeffekte und Verstärkungsmöglichkeiten

im Bereich der Kommunikation und des

Marketing zu nutzen. Auf der Basis entsprechender

vorbereitender Arbeiten im bereits 1998 gegründeten

„Netzwerk für Dienstleister“ wurde deshalb die

„SERVICEPLUS-Qualitätsgemeinschaft“ gegründet.

Dieser Gemeinschaft liegt die Idee zugrunde, dass

inhabergeführte Fachgeschäfte und Dienstleister nur

dann am Markt erfolgreich seien können, wenn sie

entsprechende Anforderungen bei der Kundenorientierung

erfüllen und dies durch ein Marketingkonzept

mit folgenden Modulen dokumentieren:

Das Marketingkonzept

Qualitätsleitbild

Die Mitglieder der SERVICEPLUS-Gemeinschaft stellen

Qualität, Dienst am Kunden und individuelle Beratung

in den Mittelpunkt ihres Handelns. Sie richten alle unternehmerischen

Entscheidungen danach aus, wie

sie ihre Kundinnen und Kunden durch Leistung und

Service dauerhaft binden und begeistern können. Dieses

Leitbild wird in der sogenannten „SERVICEPLUS-

Checkliste“ konkretisiert.

Äußerer Auftritt

Das Kennzeichen der SERVICEPLUS-Geschäfte ist der

Schaufensteraufkleber, der die Funktion eines Gütesiegels

übernimmt. Dazu kommt eine Urkunde, mit

der das SERVICEPLUS-Mitglied ausgezeichnet wird.

Weiterhin werden die Kunden durch Flyer und einen

Internetauftritt aller SERVICEPLUS-Mitglieder unter

www.serviceplus-bergischland.de informiert.


Qualitätskontrolle

Um das notwendige Vertrauen in das Gütesiegel zu

ermöglichen, hat die SERVICEPLUS-Qualitätsgemeinschaft

dem Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband

die Qualitätskontrolle der

SERVICEPLUS-Partner übertragen. Dieser stellt durch

die Beauftragung eines Testkaufunternehmens sicher,

dass das SERVICEPLUS-Leitbild eingehalten wird.

Organisation

Die organisatorische und fi nanzielle Abwicklung erfolgt

über das Bildungs- und Dienstleistungszentrum

Bergisch Land e.V., das durch entsprechende Beiträge

und Umlagen die für die Finanzierung notwendigen

Mittel beschafft. Mitglieder der Gemeinschaft können

inhabergeführte Fachgeschäfte und Dienstleister werden,

wenn sie ihren Sitz im bergischen Raum haben

und sich den Kriterien der SERVICEPLUS-Checkliste

unterwerfen.

Nutzen für die Bergische Wirtschaftsregion

Die Gemeinschaft ist eine Selbsthilfeeinrichtung, die

inhabergeführte Klein- und Mittelbetriebe aus dem

Bereich der Fachgeschäfte und der handelsnahen

Dienstleistungen in der bergischen Region stärken

will. Damit ist für den hiesigen Wirtschaftsraum folgender

Zusatznutzen verbunden:

Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen

durch Modernisierung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit

Qualifi zierung von Unternehmen und Mitarbeitern

Schaffung eines lokalen Netzwerkes, welches der

Sicherung und Verbesserung der Situation des

Standortes, der Unternehmen sowie der Mitarbei-

ter dient.

Perspektiven

Augenblicklich besteht die Gemeinschaft aus ca. 60

Mitgliedern in den Städten Wuppertal, Remscheid

und Radevormwald. In einem nächsten Schritt wird

angestrebt, im Bergischen Raum eine sogenannte

„Qualitätsroute“ inhabergeführter Fachgeschäfte und

Dienstleister zu schaffen.

Hintergrund ist folgende Überlegung: Die bergische

Region und insbesondere das Bergische Städtedreieck

müssen sich im Standortwettbewerb mit den

Metropolen Köln und Düsseldorf und der besonders

starken Einkaufsstadt Essen behaupten. Aufgrund

der Verteilung der für die Standortqualität besonders

wichtigen inhabergeführten Fachgeschäfte auf die

vier Zentren Wuppertal-Elberfeld, Wuppertal-Barmen,

Remscheid und Solingen-City sowie weitere Stadtteilzentren

fehlt es den Kunden an Informationen über interessante

Fachgeschäfte und Dienstleistungen. Dies

führt dazu, dass die vermeintlich stärkeren Angebote

in den benachbarten Metropolen aufgesucht werden.

Ziel muss es deshalb in Zukunft sein, verstärkt über

das hiesige Angebot zu informieren.

Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass es in Zukunft

nicht mehr an jedem Standort ein hoch qualifi -

ziertes inhabergeführtes Fachgeschäft in den jeweiligen

Sortimentsbereichen geben wird. Es wird deshalb

sogenannten „Fachgeschäftstourismus“ geben. Auch

vor diesem Hintergrund muss es das Ziel der bergischen

Region sein, auf die vorhandenen Angebote aufmerksam

zu machen. Diesen Herausforderungen wird

sich die SERVICEPLUS-Qualitätsgemeinschaft auch in

Zukunft stellen. Der Nutzen für den Wirtschaftsstandort

Bergischer Raum könnte jedoch erheblich verstärkt

werden, wenn zusätzlich zu den bisher vorhandenen

Eigenmitteln Wirtschaftsförderungsmittel für

dieses Projekt eingesetzt werden könnten.

Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Das Vorhaben ist eine durch private Akteure getragene

regionale Initiative. Diese stellt sich den Herausforderungen,

vor denen der Einzelhandel der Region

steht. Das Engagement der Einzelhändler sollte weiter

gestärkt werden. Die Stellung des Einzelhandelsstandorts

kann durch die Hervorhebung von Qualitäten

nachhaltig gestärkt werden.

127


Stadtumbau West - Stachelhausen, Blumental, Honsberg und

Kremenholl

Projektträger: Stadt Remscheid

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Stadtumbau / Quartiersentwicklung

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Das Stadtumbaugebiet ist neben dem Zukunftsstandort

„Innovationszentrum Metall - Hbf Remscheid“ das

zentrale Stadtentwicklungsprojekt der Stadt Remscheid

der nächsten Jahre und wurde vor kurzem in

das Bund-Länder-Programm Stadtumbau West aufgenommen.

Die hier angestoßene notwendige Entwicklung besitzt

eine besonders hohe Ausstrahlung für die Gesamtstadt

und ist daher von herausragender Bedeutung.

Im Januar 2007 hat die Stadt Remscheid ein städtebauliches

Entwicklungskonzept in Auftrag gegeben.

Ziel war die fachliche Einschätzung der Eignung der

betreffenden Stadtteile zur Aufnahme in das Bund-

Länder-Programm Stadtumbau West und die Schaffung

einer geeigneten Basis. Ergebnis war, dass in

allen vier Stadtteilen geeignete Ansatzpunkte vorhanden

sind. Die Ost-West-Orientierung Stachelhausens

ist dabei von besonderer Bedeutung, denn der Stadtteil

fungiert als natürliche Verbindung zu den südlich

liegenden Stadtteilen Blumental, Honsberg und Kremenholl.

Zusätzlich verlaufen hier die Verkehrstrassen

der B 229 und der Bahn, die starke Barrieren darstellen.

Das städtebauliche Entwicklungskonzept hat aufgezeigt,

dass in den Stadtteilen in unterschiedlicher

Ausprägung Funktions- und Strukturmängel sowie

Segregationsprozesse vorherrschen, die einen dringenden

Handlungsbedarf offenbaren. Auch wenn

die Mängel unterschiedlicher Intensität sind und der

aktuelle Handlungsbedarf dadurch differiert, ist eine

Gegensteuerung in allen vier Stadtteilen notwendig,

um begonnene „Trading-Down-Prozesse“ zu mildern

oder aufzuhalten. Eine alleinige Konzentration auf die

akuten Problemlagen birgt die Gefahr der Verschärfung

beginnender Abwärtstendenzen. Die alsbaldige

Umsetzung städtebaulicher Impulsprojekte und die

Institutionalisierung eines Projektmanagements können

die positive Entwicklung in Gang setzen. Schwer-

128

Wuppertal Solingen Remscheid Region

punktgebiete sind die Stachelhauser Mitte [u.a.

Entdichtung, Durchgrünung, nutzungsverträgliche

Zonierung Wohnen/ Arbeiten, Aufwertung angrenzender

Flächen zur B 229] und der Honsberger Norden

[Imagewandel, Bevölkerungsmischung, differenzierte

Wohnangebote, Reduzierung des Leerstandes, Aufwertung

des öffentlichen Raumes].

Eine weitere Herausforderung der zukünftigen Entwicklung

liegt in der Umsetzung des Freiraumkonzeptes.

Die betrachteten, südlich gelegenen Remscheider

Stadtteile zeichnen sich aufgrund der umschließenden

Bachtäler und Waldfl ächen durch eine hohe landschaftliche

Qualität aus. Jedoch sind große gestalterische

und funktionale Mängel vorherrschend – ablesbar

in der mangelnden Zugänglichkeit. Eine Vernetzung

der Freiraumqualitäten und die Anbindung des Stadtteils

Stachelhausen über grüne Trittsteine sind somit

von besonderer Bedeutung.

Die beschriebenen öffentlichen Maßnahmen dienen

auch dazu, Entwicklungskorridore für private Investoren

zu generieren. Dies betrifft vor allem die Flächen

des Alexanderwerks, die Brachfl ächen des Thyssen-

Krupp-Geländes, die GEWAG-Wohnungsbestände im

Honsberger Süden sowie Wohnungsbestände südlich

der Freiheitsstraße. Treffen - wie in diesem Fall gegeben

- gleichgerichtete private und öffentliche Interessen

aufeinander, lässt sich eine Entwicklung anstoßen,

die auch zukünftig den sowohl industriell als

auch landschaftlich reizvollen Charakter Remscheids

erhält, ihn jedoch den heutigen Bedürfnissen der Bevölkerung

und der Wirtschaft anpasst.

Das Stadtumbau-West-Programm ist das zentrale Instrumentarium

zum Umgang mit den städtebaulichen

Problemen, die sich aus dem demografi schen Wandel

und dem wirtschaftlichen Strukturwandel sowie seinen

Auswirkungen auf die innerstädtischen Flächen-

und Immobilienmärkte ergibt. Es soll wesentlich dazu

beitragen, den Wohn- und Arbeitsstandort Remscheid

an die neuen Herausforderungen anzupassen und da-


ei private Investitionen zu initiieren. Auf diese Weise

werden die Quartiere innerhalb des städtischen und

regionalen Gefüges stabilisiert; Arbeitsplätze können

erhalten bzw. ersetzt und eine soziale Segregation

kann vermieden werden. Gleichzeitig liefern die

Bausteine des Remscheider Stadtumbau-Programms

durch ihren modellhaften Charakter wichtige Impulse

für die weitere Entwicklung der Umbaugebiete in den

anderen beiden Städten der Region.

Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Das fl ächenmäßig sehr große Stadtumbau-Gebiet der

Stadt Remscheid erfordert unterschiedliche Schwerpunktsetzungen.

Im Stadtteil Honsberg wurde bereits eine städtebauliche

Planungswerkstatt durchgeführt, deren Ergebnis

nicht nur die Bürger des Stadtteils, sondern auch die

Fachwelt erfreute: „Das Ergebnis ist einer der herausragendsten

Entwürfe in den Stadtumbaugebieten in

ganz NRW“ [Innovationsagentur Stadtumbau West

NRW]. Mit der erfolgreichen Umsetzung des Projektes

kann ein gutes Signal für das gesamte Stadtumbaugebiet

gegeben werden. Das hat Vorbildcharakter für

andere Stadtumbau-Gebiete im Städtedreieck.

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Stadtumbau West - Bahnhofsumfeld Ohligs

Projektträger: Stadt Solingen

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Stadtumbau / Quartiersentwicklung

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Der Hauptbahnhof ist für alle Bahnreisenden des Personenfernverkehrs

Zugangsort zur Stadt Solingen und

– im Nahverkehr - sowohl für Solingen als auch für

Remscheid die dringend notwendige Verbindung der

Region Bergisches Städtedreieck zu den Städten Köln,

Düsseldorf sowie dem Ruhrgebiet. Die wirtschaftliche

Entwicklung des Stadtteils Ohligs ist historisch und

aktuell unmittelbar mit der Eisenbahn verbunden,

auch die – trotz Randlage – große Bedeutsamkeit des

Stadtteils im innerstädtischen Gesamtgefüge hat hier

ihren Ursprung. Durch die Schiene rücken die Messestädte

Düsseldorf und Köln mit einer Fahrzeit von nur

20 Minuten in unmittelbare Nähe.

Gerade wegen seiner innerstädtischen Bedeutung

und der Nähe zu Köln und Düsseldorf besteht für den

Standort Ohligs mit dem Bahnhofsumfeld erheblicher

Entwicklungsbedarf, da seit der letzten baulichen Erneuerungsphase

in den 1960er/70er Jahren heute

gravierende städtebauliche Defi zite das Umfeld kennzeichnen.

Auf der Westseite des Bahnhofs mit dem Zugang zur

Einkaufsstraße Düsseldorfer Straße prägen Verkehrsfl

ächen das Gesamtbild. Dadurch wird die lebendige,

wirtschaftlich blühende Einkaufsstraße vom Bahnhof

aus kaum wahrgenommen, der Zugang zum Stadtteil

und zur Stadt ist negativ geprägt. Durch Neugestaltung

des Busbahnhofs, des Bahnhofsvorplatzes, des

Bahnhofsgebäudes und der Fußgängerunterführung

soll ein städtebaulich attraktives Entrée entstehen.

Die Ostseite der Bahntrasse wird u.a. geprägt durch

leer stehende Hallen, Brachfl ächen, eine Spedition

und einen Schrotthandel. Der Funktionsverlust – ausgelöst

durch Rückgang des Schienengüterverkehrs

aus der Fläche - ist hier augenscheinlich. Wegen

seiner exponierten städtebaulichen Lage [fußläufi ge

Nähe zum IC-/ICE-Bahnhof] bietet sich das Gebiet allerdings

für höherwertige Nutzungen, insbesondere

130

Wuppertal Solingen Remscheid Region

Dienstleistung und Wohnen an. Durch Überarbeitung

des Rahmenplans von 1996 mit Unterstützung der

Bahnfl ächenEntwicklungsGesellschaft NRW sollen aktuelle

Entwicklungspotenziale ermittelt und Konzepte

mit Anreizen für Investoren am Verkehrsknotenpunkt

zur Rheinschiene entwickelt werden.

Die Entwicklungschancen für das Gebiet werden unterstützt

und verbessert durch beabsichtigte Flächengestaltungen

und besondere Architekturelemente im

öffentlichen Raum am östlichen Bahnhofszugang sowie

den Ausbau eines Wegesystems zur Grünvernetzung

auch über die trennende Bahnanlage hinweg.

Die wirtschaftliche Situation in der Stadt ist durch

einen relativ hohen Anteil des produzierenden Wirtschaftssektors

gekennzeichnet. Solingen gehört zu

den Großstädten mit dem höchsten Anteil des sekundären

Sektors. Der notwendige Strukturwandel soll

durch eine vielfältige und nachhaltige Konzeption der

Wirtschaftsförderung erreicht werden, z.B. durch Ausweisung

neuer Gewerbefl ächen, die Sicherung bestehender

Gewerbestandorte und die Umnutzung von

Altstandorten durch neue gewerbliche Einrichtungen

beispielsweise im tertiären Bereich. Gerade in solch

typischen Gebieten wie dem Stadtquartier am Hauptbahnhof

in Solingen-Ohligs mit vorhandenen und klar

erkennbaren städtebaulichen Funktionsverlusten

kann durch entsprechende Projekte des Stadtumbaus

ein Strukturwandel mit beispielhafter Wirkung initiiert

werden. Mit der Aufwertung des Bahnhofsumfeldes

erschließen sich die vorhandenen schienennahen

städtebaulichen Potenziale, z.B. für die Ansiedlung

von zukunftsorientierten Dienstleistungsbetrieben

und hochwertigen Wohnanlagen. Auch steigt die

Chance für die Ansiedlung eines Hotels im unmittelbaren

Umfeld des Bahnhofs.


Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Im Rahmen der Regionale 2006 wurde die Gesamtentwicklung

des Bahnhofsbereiches angestoßen.

Solingen-Ohligs wurde zum Solingen Hauptbahnhof.

Unter anderem wurde das Bahnhofsgebäude erneuert

und ein neuer ZOB geplant, der sich mittlerweile

in der Umsetzung befi ndet. Nun liegt neben der Verbesserung

der Anbindung des Bahnhofsgebäudes an

die Fußgängerzone der Fokus auf der Westseite des

Bahnhofs.

Das Stadtumbau-Gebiet ist für die Region von äußerster

Wichtigkeit, da der Bahnhof das Einfallstor

der Region von der Rheinschiene her bildet. Hier gibt

die Region eine Visitenkarte ab, die einer besonderen

Gestaltung und eines hohen architektonischen Anspruchs

bedarf.

SD 621-2Or/Wa 3.05.2007 O:\Dat621-2\Corel\Ortmann07\Ohligs\Stadtumb_West\3_ Stadtumbau_West.cdr

Anlage 1

BV OA Me 04.06.2007

ASVU 11.06.2007

Rat 14.06.2007

Solingen - Ohligs

Stadtumbau West

Festlegung

des

Stadtumbaugebietes

Stadt Solingen

SD 621 Mai 2007

N

W O

S

131


Stadtumbau West - Elberfelder Nordstadt / Arrenberg

Projektträger: Stadt Wuppertal

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Stadtumbau / Quartiersentwicklung

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Ausgerichtet auf die Intention der EFRE-Verordnung

zur nachhaltigen Stadtentwicklung konzentriert sich

der Stadtumbau in Wuppertal auf die gründerzeitlichen

Quartiere entlang der Talachse.

Das Stadtumbaugebiet [23.000 Einwohner, ca. 6,4

Prozent der Gesamtbevölkerung Wuppertals, nördlich

und westlich direkt an die City Elberfeld anschließend]

ist geprägt durch erhebliche städtebauliche Funktionsverluste,

wie z.B. Wohnungsleerstände, unterlassene

Gebäudesanierungen und zahlreiche Brachen.

Die Eigentümer- und Bewohneraktivierung durch

qualifi zierte Beratungsangebote sind das zentrale

Element des Stadtumbaus. Ziel ist die Freisetzung

privater Investitionen in den Gebäudebestand. Die

Wuppertaler Quartierentwicklungsgesellschaft mbH

[WQG] - gefördert aus dem Programm Stadtumbau

West - berät Hauseigentümer und vernetzt sie mit anderen

Eigentümern [www.zukunftwuppertal.de]. Ein

besonderer Schwerpunkt ist die stadtteilorientierte

Energieberatung der WQG [www.stadtteilenergieberatung.de].

Mit der Zwischennutzungsagentur kommt neues Leben

in leerstehende Ladenlokale [www.zwischennutzungsagentur-wuppertal.de].

Das Hof- und Fassadenprogramm

komplettiert das Angebot.

2008 und 2009 entsteht in Trägerschaft der „Föderation

Türkischer Elternvereine in NRW e.V.“ ein landesweites

Schulungs- und Bildungszentrum an der

Markomannenstraße 9 – 11. Das Projekt wird vom

Landesbeauftragen für Integration besonders unterstützt,

da es richtungsweisend für die Integrationspolitik

ist. Der Stadtumbauprozess wird z.B. über die

Mitmachprojekte eng mit den beiden Stadtteilkonferenzen

vernetzt.

132

Wuppertal Solingen Remscheid Region

Für die leer stehende ehemalige Hauptschule Simonsstraße

im Arrenberg - ein markantes und wertvolles

Baudenkmal - ist eine neue Nutzung zu fi nden.

Das innerstädtische Quartier in direkter Citynachbarschaft

hat eine hohe historische Bedeutung und wirkt

identitätsstiftend für die Gesamtstadt und das Bergische

Städtedreieck. Es muss in der Zukunft weiterhin

wichtige Funktionen erfüllen, wie z.B. die Integration

sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen - oft mit

Migrationshintergrund - oder vielfältige Dienstleistungsangebote

für die Gesamtstadt und weit darüber

hinaus. Hier entwickeln sich kreative Milieus, aus denen

sich große kulturelle und ökonomische Entwicklungschancen

für die Region ergeben.

Mit dem historischem Bahnhof Mirke besteht eine

enge Vernetzung zum Projekt Rheinische Strecke.

Wichtig ist die attraktive, historische Achse von hier

zur Elberfelder City.

Projektträger

Stadt Wuppertal

Wuppertaler Quartierentwicklungsgesellschaft

mbH [WQG]

Wuppertaler Stadtwerke [WSW]

Stadtsparkasse Wuppertal

Gem. Wohnungsbaugesellschaft Wuppertal [GWG]

Barmer Wohnungsbaugesellschaft

Wuppertaler Bau- und Sparverein

Föderation Türkischer Elternvereine in NRW e.V.

Unternehmerinnen und Unternehmer für die

Nordstadt e.V.

Aufbruch am Arrenberg e.V.


Zur

ruitener Straße

Waldkampfbahn

Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Die Folgen des demografi schen Wandels zeigen sich

in Wuppertal besonders in den Gründerzeitvierteln.

Die Stadtumbau-West-Projekte leisten einen wichtigen

Beitrag zur Stabilisierung der Quartiere und zum

weiteren Umgang mit dem Problem des zunehmenden

Leerstandes.

Als besonders innovativ sind die Einrichtungen der

Wuppertaler Quartiersentwicklungsgesellschaft mbH

und der Zwischennutzungsagentur zu bewerten.

Düsseldorfer

Straße

Bahnstraße

Wiedener

Bahnstraße

Vohwinkel

Ladebühne

km 0

Straße

W

Kaiserstraße

Aprather

Straße

B224

Westring

Wuppertal

N

S

Weg

O

B224

Nordbahn

Kaiserstraße

Haeselerstraße

B224

Düsseldorfer

Nevigeser

Asbrucher Str.

Aprather

Sonnborner Ufer

A46

Weg

Pahlkestraß e

Elberfeld West

Sonnborner

Oberdüsseler

Straße

Straße

Straße

becker Straße

Varres-

Weg

Otto- Hausmann- Ring

Friedrich-

L418

In der Beek

Nevigeser Straße

Katern-

Bereich Zoo

In den Birken

Nützenberger Straße

Ebert-

Si n

ebe e

icker St a ße

r

Am Elisabethheim

berger

Bereich

Nützenberg

e

I bach r

Nevigeser Straße

Mühle

A46

Straße

Sambatrasse

Kiesbergtunnel

Siebenei cker St r aße

Straße

Uellendahl - Katernberg

Briller Str aße

Hochstraße

Westfalenwe g

Bundesallee

Friedrich- Ebert- Straße

Tannenbergstr.

Bereich

Arrenberg

Neviandtstraße

Elberfeld

Bereich

Elberfelder

Nordstadt Nordstadt

Alsenstr.

Hoeftstr.

Viehh ofst raße

Südstr.

Bahnhof-

Sü ds t r.

Steinbeck

Karlstraße

Neumarktstr.

Cronenberger Straße

Uellendahler Str.

Gathe

Mor i ans tr.

Kleeblatt

Südstr.

Saarstraße

Hofkamp

straßeDöppersberg

Ma x- Horkhei mer- Straße

Cronenberger Straße

Horather Straße

Blankstr.

Oberer Grifflenberg

Fuhlrottstraße

Jägerhofstraße

Opphofer Straße

Bundesallee

F

L418

Schwester-

Bereich

Ostersbaum

Neuenteich

u hlrotts raße

t

Jägerhofstraße

Westfalenweg

Uellendahler Straße

Hofkamp

Jägerhofstraße

Ronsdorfer

Höhenstraße

Hans- Böckler- Straße

straße

Ostersbaum

Weinberg

Bereich

Hardt

Bereich

Elberfelder Innenstadt

Islandufer Döppersberg

St raße

Har

Am Freudenberg

r

dt ufe

Dönberger

Ron o

Straße

Rudolfstraße

sd rfer St ra ße

Uell endahler

Hünefe ldstraße

Horather Schanze

L418

Straße

Am a

Herzkamper Straße

R uk amp

A46

Wittensteinstraße

Hatzfelder Straße

Hatzf elder

Schönebecker Str.

Nordbahn

Bereich

Unterbarmen

Zum Alten Zollhaus

Loher Str.

Wartburg-

Straße

Hatzfelder

straße

Straße

els- All

Friedrich- Engels- AlleeFriedrich- E n g ee

Unionstr.

Ober ber c

g s

i he Straße

Schützen-

Car naper

straße

Unter-

Barmen

Legende

Wittensteinstraße

Oberbergische Straße

St r a ße Steinweg

d ör nen

Obere

L417

Obere

Winklerstr.

Lichtenplatzer Straße

Staubenthaler Straße

Wettinerstraße

Lichtenplatzer

Straße

Märkische

Klingelholl

Haus der

Jugend

Mühlenweg

Fischertal

West-

Große Flurstr.

Am Clef

Höhne

M s

Bereich

Barmer Innenstadt

Oper

Engelspark

Hist. Zentrum

S r

t aße

ärki che

kott er St r aße

Bac hstr.

Parkstraße

Heckin

Untere

L ö nsstr aße

Straße

West-

M

ghauser r

Erbschlöer

Einern

üg g enb rg

u

A46

kotter Straße

Berliner Straße

S t aß

Bereich

Barmer

Anlagen

e

Straße

Lichtenplatzer

Straße

Brändströmstr.

Sch ubertstraße

Straße

Gennebrecker Straße Gennebrecker

Oberbarmen

Kreuzstraße

Ost straße

Bereich

Oberbarmen-

Wichlinghausen

Wichling-

hauser Straße

Heckinghauser Straße

Freilig-

ra ths traße

Am Diek

Berliner Straße

Waldeck-

Parkstraße

straße

Heckinghausen

R 101 - Stadtentwicklung und Städtebau

Schwarzbach

Heckinghauser

Blombacher Bach

Wer e

b i

Vor der Beule

s pen

Str.

Schee

km km 20

Mollenkotten

Höfen

Rauental er Bergstr. Rauenta l

Lenneper Straße

Bockmühle

Lenneper

A1

A1

Straße

Jä g erh s

au

Wittener

Öhder

Linde

Linderhauser

Dahler

Langerfelder Straße

Badische Straße

Straße

Be rg

yenbu

Straße

Straße

er a

St ße

r

Straße

A46

Kohlenbahn

Mit Genehmigung des Ressorts 102

laut Rahmenvereinbarung

Nächst ebrecker

Straße

Schmiedestraße

Wittener Straße

Lind erhauser

Jesinghauser Straße

Clausewitzstraße

Schwelmer Straße

Langerfeld -

Satzungsbereiche Stadtumbau West

Ressort 101 Stadtentwicklung und Städtebau

Satzungsbereich Soziale Stadt

Ronsdorf Projekt:

Entwicklungsgebiete

Satzungsbereich mit Bezug zur Regionale 2006

Projekte Regionale 2006

Übersichtsplan

Wupper / Talachse

Maßstab:

1:25000

Bearbeitet:

Middeldorf

Gezeichnet:

Friedrich

Datum:

Februar 2008

Rheinische Strecke

Plan - Nr.:

101.02_alle_daten\Sonstiges\Koordinierungsstelle Städtebauförderung\ 133

Übersichtsplan Entwicklungsgebiete_fr-2008-02-07.cdr

Straße

A1

Dies

B

-Be


Stadtumbau West - Unterbarmen

Projektträger: Stadt Wuppertal

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Stadtumbau / Quartiersentwicklung

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Ausgerichtet auf die Intention der EFRE-Verordnung

zur nachhaltigen Stadtentwicklung konzentriert sich

der Stadtumbau in Wuppertal auf die gründerzeitlichen

Quartiere entlang der Talachse.

Das Stadtumbaugebiet [7.600 Einwohner, 2,2 Prozent

der Gesamtbevölkerung, Verbindungskorridor zwischen

der City Elberfeld und der City Barmen, durchzogen

und bestimmt von der Hauptverkehrsache als

historische Allee, der Wupper und der Schwebebahn]

ist geprägt durch erhebliche städtebauliche Funktionsverluste,

wie z.B. Wohnungsleerstände, unterlassene

Gebäudesanierungen und einige Brachen.

Die Eigentümer- und Bewohneraktivierung durch qualifi

zierte Beratungsangebote sind das zentrale Element

des Stadtumbaus. Ziel ist die Freisetzung privater Investitionen

in den Gebäudebestand. Die Wuppertaler

Quartiersentwicklungsgesellschaft mbH [WQG] - gefördert

aus dem Programm Stadtumbau West - berät

Hauseigentümer und vernetzt sie mit anderen Eigentümern

[www.zukunftwuppertal.de]. Aktuell ist in

Unterbarmen ein Stadtteilbüro der WQG eingerichtet

worden. Ein besonderer Schwerpunkt ist die stadtteilorientierte

Energieberatung [www.stadtteilenergieberatung.de].

Mit der Zwischennutzungsagentur kommt

neues Leben in leerstehende Ladenlokale [www.zwischennutzungsagentur-wuppertal.de].

Das Hof- und

Fassadenprogramm komplettiert das Angebot.

Der Stadtumbauprozess wird z.B. über die Mitmachprojekte

eng mit der Stadtteilkonferenz vernetzt. Die

Qualifi zierung der Pauluskirche als profi lierter Kultur-

und Veranstaltungsort - getragen von einem engagierten

Förderverein - ist ein wichtiges Projekt des

Stadtumbaus. Die markante Lage des im Krieg unzerstörten

Baudenkmals mit Blickbezügen von und zur

Wupper sowie zur historischen Friedrich-Engels-Allee

steigert ihren Wert und verdeutlicht, wie wichtig es

ist, hier eine stabile öffentliche Nutzung sicherzustel-

134

Wuppertal Solingen Remscheid Region

len. Sie befi ndet sich in direkter Nachbarschaft zum

Standort der Bergischen Universität Wuppertal, an

dem die Fachbereiche „Architektur und Bauingenieurwesen“

und „Design und Kunst“ beheimatet sind.

Hieraus ergeben sich viele bereits bestehende und

ausbaufähige Kooperationsmöglichkeiten.

Im Stadtumbaugebiet Unterbarmen ist das Projekt

„Junior Uni“ angesiedelt, für das eine eigene Projektbeschreibung

vorliegt.

Das innerstädtische Quartier mit seiner zentralen

Lage an der Talachse zwischen den Citys Elberfeld

und Barmen hat eine hohe historische Bedeutung und

wirkt identitätsstiftend für die Gesamtstadt und das

Bergische Städtedreieck.

Es muss in der Zukunft weiterhin wichtige Funktionen

erfüllen, wie z.B. die Integration sozial benachteiligter

Bevölkerungsgruppen - oft mit Migrationshintergrund

- oder vielfältige Dienstleistungsangebote für die Gesamtstadt

und weit darüber hinaus. Hier entwickeln

sich kreative Milieus, aus denen sich große kulturelle

und ökonomische Entwicklungschancen für die Region

ergeben.

Projektträger

Stadt Wuppertal

Wuppertaler Quartierentwicklungsgesellschaft

mbH [WQG]

Wuppertaler Stadtwerke [WSW]

Stadtsparkasse Wuppertal

Gem. Wohnungsbaugesellschaft Wuppertal [GWG]

Barmer Wohnungsbaugesellschaft

Wuppertaler Bau- und Sparverein

Evangelische Kirchengemeinde Unterbarmen

und Förderverein Kulturzentrum Pauluskirche

Bürgerverein Unterbarmen


Zur

ruitener Straße

Waldkampfbahn

Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Die WQG leistet einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung

der Gründerzeitgebiete. Sie ist darüber hinaus

durch ihre Struktur als öffentlich geförderte, aber

privatwirtschaftlich getragene Initiative sowie dem

Anspruch, private Prozesse zur Problemlösung anzustoßen,

in besonderer Weise modellhaft.

Düsseldorfer

Straße

Bahnstraße

Wiedener

Bahnstraße

Vohwinkel

Ladebühne

km 0

Straße

W

Kaiserstraße

Aprather

Straße

B224

Westring

Wuppertal

N

S

Weg

O

B224

Nordbahn

Kaiserstraße

Haeselerstraße

B224

Düsseldorfer

Nevigeser

Asbrucher Str.

Aprather

Sonnborner Ufer

A46

Weg

Pahlkestraß e

Elberfeld West

Sonnborner

Oberdüsseler

Straße

Straße

Straße

becker Straße

Varres-

Weg

Otto- Hausmann- Ring

Friedrich-

L418

In der Beek

Nevigeser Straße

Katern-

Bereich Zoo

In den Birken

Nützenberger Straße

Ebert-

Si n

ebe e

icker St a ße

r

Am Elisabethheim

berger

Bereich

Nützenberg

e

I bach r

Nevigeser Straße

Mühle

A46

Straße

Sambatrasse

Kiesbergtunnel

Siebenei cker St r aße

Straße

Uellendahl - Katernberg

Briller Str aße

Hochstraße

Westfalenwe g

Bundesallee

Friedrich- Ebert- Straße

Tannenbergstr.

Bereich

Arrenberg

Neviandtstraße

Elberfeld

Bereich

Elberfelder

Nordstadt Nordstadt

Alsenstr.

Hoeftstr.

Viehh ofst raße

Südstr.

Bahnhof-

Sü ds t r.

Steinbeck

Karlstraße

Neumarktstr.

Cronenberger Straße

Uellendahler Str.

Gathe

Mor i ans tr.

Kleeblatt

Südstr.

Saarstraße

Hofkamp

straßeDöppersberg

Ma x- Horkhei mer- Straße

Cronenberger Straße

Horather Straße

Blankstr.

Oberer Grifflenberg

Fuhlrottstraße

Jägerhofstraße

Opphofer Straße

Bundesallee

F

L418

Schwester-

Bereich

Ostersbaum

Neuenteich

u hlrotts raße

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Jägerhofstraße

Westfalenweg

Uellendahler Straße

Hofkamp

Jägerhofstraße

Ronsdorfer

Höhenstraße

Hans- Böckler- Straße

straße

Ostersbaum

Weinberg

Bereich

Hardt

Bereich

Elberfelder Innenstadt

Islandufer Döppersberg

St raße

Har

Am Freudenberg

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Dönberger

Ron o

Straße

Rudolfstraße

sd rfer St ra ße

Uell endahler

Hünefe ldstraße

Horather Schanze

L418

Straße

Am a

Herzkamper Straße

R uk amp

A46

Wittensteinstraße

Hatzfelder Straße

Hatzf elder

Schönebecker Str.

Nordbahn

Bereich

Unterbarmen

Zum Alten Zollhaus

Loher Str.

Wartburg-

Straße

Hatzfelder

straße

Straße

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Friedrich- Engels- AlleeFriedrich- E n g ee

Unionstr.

Ober ber c

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Schützen-

Car naper

straße

Unter-

Barmen

Legende

Wittensteinstraße

Oberbergische Straße

St r a ße Steinweg

d ör nen

Obere

L417

Obere

Winklerstr.

Lichtenplatzer Straße

Staubenthaler Straße

Wettinerstraße

Lichtenplatzer

Straße

Märkische

Klingelholl

Haus der

Jugend

Mühlenweg

Fischertal

West-

Große Flurstr.

Am Clef

Höhne

M s

Bereich

Barmer Innenstadt

Oper

Engelspark

Hist. Zentrum

S r

t aße

ärki che

kott er St r aße

Bac hstr.

Parkstraße

Heckin

Untere

L ö nsstr aße

Straße

West-

M

ghauser r

Erbschlöer

Einern

üg g enb rg

u

A46

kotter Straße

Berliner Straße

S t aß

Bereich

Barmer

Anlagen

e

Straße

Lichtenplatzer

Straße

Brändströmstr.

Sch ubertstraße

Straße

Gennebrecker Straße Gennebrecker

Oberbarmen

Kreuzstraße

Ost straße

Bereich

Oberbarmen-

Wichlinghausen

Wichling-

hauser Straße

Heckinghauser Straße

Freilig-

ra ths traße

Am Diek

Berliner Straße

Waldeck-

Parkstraße

straße

Heckinghausen

R 101 - Stadtentwicklung und Städtebau

Schwarzbach

Heckinghauser

Blombacher Bach

Wer e

b i

Vor der Beule

s pen

Str.

Schee

km km 20

Mollenkotten

Höfen

Rauental er Bergstr. Rauenta l

Lenneper Straße

Bockmühle

Lenneper

A1

A1

Straße

Jä g erh s

au

Wittener

Öhder

Linde

Linderhauser

Dahler

Langerfelder Straße

Badische Straße

Straße

Be rg

yenbu

Straße

Straße

er a

St ße

r

Straße

A46

Kohlenbahn

Mit Genehmigung des Ressorts 102

laut Rahmenvereinbarung

Nächst ebrecker

Straße

Schmiedestraße

Wittener Straße

Lind erhauser

Jesinghauser Straße

Clausewitzstraße

Schwelmer Straße

Langerfeld -

Satzungsbereiche Stadtumbau West

Ressort 101 Stadtentwicklung und Städtebau

Satzungsbereich Soziale Stadt

Ronsdorf Projekt:

Entwicklungsgebiete

Satzungsbereich mit Bezug zur Regionale 2006

Projekte Regionale 2006

Übersichtsplan

Wupper / Talachse

Maßstab:

1:25000

Bearbeitet:

Middeldorf

Gezeichnet:

Friedrich

Datum:

Februar 2008

Rheinische Strecke

Plan - Nr.:

101.02_alle_daten\Sonstiges\Koordinierungsstelle Städtebauförderung\ 135

Übersichtsplan Entwicklungsgebiete_fr-2008-02-07.cdr

Straße

A1

Dies

B

-Be


Soziale Stadt - Rosenhügel

Projektträger: Stadt Remscheid

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Stadtumbau / Quartiersentwicklung

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Das Stadtgebiet Rosenhügel liegt innenstadtnah. Mit

einer Fläche von ca. 100 Hektar wird das Gebiet im

Norden durch den Verlauf der Bahnlinie, im Osten und

Süden durch die Bismarck- und die sich anschließende

Burger Straße und im Westen durch den Stadtteil

Papenberg begrenzt.

Zur Einwohnerschaft zählen rund ein Drittel Menschen

mit Migrationshintergrund. Der Stadtteil weist

die zentralen Probleme eines Brennpunktstadtteils

auf: Konzentration benachteiligter Bevölkerungsgruppen,

Wegfall von Arbeitsplätzen durch den Strukturwandel,

erhebliche städtebauliche und gebäudetechnische

Probleme und ein nicht zufriedenstellendes

Mit- bzw. Nebeneinander von deutscher und nichtdeutscher

Bevölkerung.

Seit Ende 2002 ist der Rosenhügel Teilgebiet des Programms

Soziale Stadt NRW. Die Arbeit des Stadtteils

ist zum einen auf die Bearbeitung des Integrierten

Handlungskonzeptes ausgerichtet, zum anderen aber

auch auf die Präsentation von besonderen Projekten

im Rahmen der Regionale 2006.

Auf der Grundlage der im integriertem Handlungskonzept

defi nierten Handlungsfelder sind Projekte

erwähnenswert wie die Verbesserung des Wohnumfeldes

durch das Hof- und Fassadenprogramm „Farbe

in den Stadtteil“, das Migrantinnenprojekt zur Sprachförderung

aus dem Handlungsfeld Kinder, Jugend und

Soziales sowie die vielfältigen Aktivitäten aus dem

Handlungsfeld „Miteinander Leben“, zu denen auch

das jährliche gemeinsame Stadtteilfest gehört.

Basis für die Bearbeitung des Handlungsfeldes „Städtebauliche

Entwicklung und öffentlicher Raum“ ist

der in 2005 erarbeitete Städtebauliche Rahmenplan.

Unter Berücksichtigung verschiedener thematischer

Felder wie den demografi schen und sozialen Verhältnissen,

der Eigentums- und Nutzungsstruktur sowie

136

Wuppertal Solingen Remscheid Region

der Bau-, Verkehrs- und Freiraumstruktur wurden

Handlungsempfehlungen zur städtebaulichen Erneuerung

formuliert.

Einer der wichtigsten Bausteine des Rahmenplans

ist die Empfehlung, das „Konsumgebäude“ abzureißen

und eine Park- und Spiellandschaft in Form eines

Spielterrassengartens anzulegen.

Das Gebiet Rosenhügel ist Teil eines zusammenhängenden

innerstädtischen Bereichs verschiedener

Entwicklungsmaßnahmen. Das Entwicklungsgebiet

Hauptbahnhof schließt unmittelbar an und wird nach

Westen mit den Stadtteilen Blumental, Stachelhausen,

Honsberg und Kremenholl fortgesetzt.

Die Wahl eines integrierten Handlungsansatzes für die

Entwicklung des Projektgebietes Rosenhügel ist als

positives Beispiel für die Handlungsansätze der anderen

Stadtteile gewertet worden.

Im Laufe der Regionale 2006 entstand eine intensive

Zusammenarbeit mit den Gebieten der Sozialen Stadt

in Wuppertal und Solingen. Hier gelang es, gemeinsame

Projekte zur Imageförderung, Integration und

Stärkung der lokalen Wirtschaft zu entwickeln und

umzusetzen. Die enge regionale Zusammenarbeit im

Bergischen Städtedreieck führte zu einer qualitativen

Verbesserung der Ergebnisse und wird nach Beendigung

der Regionale 2006 fortgesetzt.


Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Das Soziale-Stadt-Gebiet Rosenhügel grenzt unmittelbar

an das Stadtumbau-West-Gebiet der Stadt Remscheid

an. Das schon seit mehreren Jahren laufende

Projekt befi ndet sich in der Umsetzungsphase.

Zukünftig muss der Fokus weiterer Bemühungen insbesondere

in der Sicherstellung der Nachhaltigkeit

begonnener Projekte und Prozesse liegen.

137


Soziale Stadt - Nordstadt

Projektträger: Stadt Solingen

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Stadtumbau / Quartiersentwicklung

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Die Solinger Nordstadt weist als Eingangstor zur Solinger

Innenstadt beachtliche städtebauliche, soziale,

infrastrukturelle und funktionale Mängel auf. Dies gilt

besonders für die Konrad-Adenauer-Straße, die die

räumliche Mitte des Stadtteils bildet und an der sich

die Versorgungsfunktionen befi nden. Durch die hohe

Verkehrsbelastung stellt sich die Konrad-Adenauer-

Straße als Standort für Einzelhandel, Dienstleistungen

und Gastronomie schwierig dar. Der Standort zeichnet

sich heute durch Leerstände, eine hohe Fluktuation

und die Besetzung der Ladenlokale mit Nischenbetrieben

aus.

Im Stadtteil leben rund 4.700 Bewohner aus 30 verschiedenen

Nationen und mehr als doppelt so viele

Migranten wie im gesamtstädtischen Durchschnitt.

Die Arbeitslosigkeit unter den Migranten ist in der

Nordstadt mit 31,6 Prozent weitaus höher als in Solingen-Mitte,

wo 28,2 Prozent der Arbeitslosen ausländischer

Herkunft sind. Darüber hinaus ist die Jugendarbeitslosigkeit

ein weiteres soziales Problem im

Stadtteil.

Aufgrund der beschriebenen Situation ergibt sich in

der Nordstadt erhöhter Handlungsbedarf. Das Integrierte

Handlungskonzept und der Rahmenplan für

die Solinger Nordstadt sind die planerischen Grundlagen,

damit der Stadtteil als lebenswerter Wohn- und

Arbeitsstandort erhalten und aufgewertet werden

kann. Der Fokus liegt auf der ganzheitlichen Entwicklung

der Solinger Nordstadt, bei der die soziale, funktionale

und städtebauliche Situation gleichgewichtig

begutachtet wird und in den Bereichen Wohnen, Arbeiten,

Freizeit, Kultur, Soziales und Verkehr zu integrierenden

und strukturwirksamen Lösungsvorschlägen

führt.

138

Wuppertal Solingen Remscheid Region

Bei der Erstellung von Zielen und Maßnahmen werden

insbesondere die zukünftige demografi sche Entwicklung

und die u.a. daraus resultierenden realistischen

Entwicklungsperspektiven des Stadtteils berücksichtigt.

Ausgangslage in der Nordstadt sind anhaltende negative

Entwicklungen in ökonomischer, infrastruktureller

und sozialer Hinsicht, die das Gesicht des Stadtteils

lange Zeit deutlich veränderten. Strukturwirksam sind

neben der städtebaulichen Aufwertung des Stadtteils

vor allem die Verbesserung der ökonomischen Basis

der im Entwicklungsgebiet ansässigen Betriebe, die

Beseitigung stadträumlicher Funktionsdefi zite und die

Verbesserung der Bildungs- und Betreuungssituation.

Der sozialen Stabilisierung mit dem Schwerpunkt der

Integration und Förderung der ethnischen Ökonomie

kommt dabei eine besondere Rolle zu.

Im Rahmen der Regionale 2006 sind mit den Städten

Remscheid und Wuppertal in erfolgreicher Kooperation

viele gemeinsame Projekte zur Imageförderung,

Integration und Stärkung der lokalen Ökonomie in den

benachteiligten Stadtteilen entwickelt und umgesetzt

worden. Die enge und erfolgreiche regionale Zusammenarbeit

im Bergischen Städtedreieck führte zu

einer qualitativen Verbesserung der Ergebnisse und

wird auch nach Beendigung der Regionale 2006 fortgesetzt.

Projektträger

Stadt Solingen

Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Solingen

Wohlfahrtsverbände, ARGE, Vereine etc.


Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Die Stadt Solingen betreibt eine konsequente Entwicklung

ihrer Innenstadt - aufbauend auf dem Innenstadtkonzept

aus dem Jahr 1991. Die drei Projektbausteine

bzw. Gebietskulissen der Nordstadt [Soziale

Stadt], der City 2013 [Aktive Stadt- und Ortsteilzentren]

und der Südlichen Innenstadt [Stadtumbau West]

ergänzen sich dabei ideal und versprechen viele Synergieeffekte.

139


Soziale Stadt - Oberbarmen / Wichlinghausen

Projektträger: Stadt Wuppertal

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Stadtumbau / Quartiersentwicklung

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Das Gebiet Oberbarmen / Wichlinghausen liegt in der

Talsohle der Stadt im Osten Wuppertals. Rund 34.000

Einwohner/-innen aus 94 Nationen wohnen hier. Es

gibt große Gebiete mit gründerzeitlicher Bebauung,

aber auch Bereiche mit Nachkriegsbebauung. Städtebaulich

ist das Gebiet durch Bereiche extrem dichter

Bebauung geprägt, die nur in Richtung Norden und im

Bereich Hilgershöhe im Osten aufgelockert werden.

Aufgrund der hohen Verdichtung fehlt es an attraktiven

öffentlichen und privaten Freifl ächen. Gleichzeitig

sind die Umweltbelastungen, die sich durch die dichte

Bebauung, den Folgen der frühen industriellen Nutzung

und durch das Verkehrsaufkommen entlang der

Hauptverkehrsachsen ergeben, deutlich zu spüren.

Viele Eigentümer/-innen haben seit Jahren nicht mehr

in ihre Immobilien investiert, entsprechend weist die

Bausubstanz erhebliche Mängel auf, und das Wohnumfeld

ist an vielen Standorten vernachlässigt. Die

Einzelhandelslagen verlieren zunehmend an Attraktivität

und Angebotsvielfalt.

Das Gebiet ist von einer besonders hohen sozialen

und ethnischen Segregation gekennzeichnet. Dabei

ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen höher als

im gesamtstädtischen Durchschnitt. Inzwischen verlassen

sowohl deutsche als auch ausländische Familien

der Mittelschicht - sobald es ihr Einkommen

zulässt - bestimmte Teilquartiere, die als besonders

unattraktiv empfunden werden.

Um diese Negativspirale zu stoppen, wurde im Jahr

2007 ein integriertes Handlungskonzept mit der Beteiligung

zahlreicher Akteure aus dem Stadtteil entwickelt.

Darin sind unter den inhaltlichen Gesichtspunkten

„Wohnen und städtebauliche Entwicklung“,

„Öffentlicher Freiraum und Verkehr“, „Lokale Ökonomie

und Versorgungsstruktur“, „Kinder und Jugendliche,

soziale und kulturelle Infrastruktur“, „Integration

von Migranten“ und „Identität und Image“, Stärken

140

Wuppertal Solingen Remscheid Region

und Schwächen beschrieben. Daraus sind entsprechende

Strategien und mögliche Maßnahmen abgeleitet

worden.

In der Mittelanmeldung zum Städtebauförderprogramm

sind erste Startmaßnahmen beschrieben worden,

die ein deutliches Signal zum Beginn des Stadtentwicklungsprozesses

setzen sollen.

Das integrierte Entwicklungskonzept wird in den Folgejahren

ständig fortgeschrieben werden und dabei

Chancen aufgreifen und Anregungen aus dem Kreis

der Bewohner/-innen, der Politik und der handelnden

Akteure aufnehmen.

Im Laufe der Umsetzung des Projekts hat die Stadt

Wuppertal auf der Basis einer Sozialraumanalyse

die Gebiete benannt, die besondere Anstrengungen

unternehmen müssen, um die Konsequenzen des

wirtschaftlichen Strukturwandels und der demografi -

schen Entwicklung zu bewältigen. Das Projektgebiet

spiegelt exemplarisch die Herausforderungen wieder,

vor denen die Stadt Wuppertal angesichts des demografi

schen Wandels steht. Wuppertal ist eine der

Kommunen in NRW, die am stärksten vom Bevölkerungsrückgang

betroffen ist und auf absehbare Zeit

sein wird.

Im Laufe der Regionale 2006 kam es darüber hinaus

zu einer intensiven Zusammenarbeit mit den Gebieten

der Sozialen Stadt in Remscheid und Solingen.

Hier gelang es, gemeinsame Projekte zur Imageförderung,

Integration und Stärkung der lokalen Ökonomie

zu entwickeln und umzusetzen. Die enge regionale

Zusammenarbeit im Bergischen Städtedreieck führte

zu einer qualitativen Verbesserung der Ergebnisse

und wird auch nach Beendigung der Regionale 2006

fortgesetzt.


Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Ende 2007 wurde das Gebiet in das Programm Soziale

Stadt NRW aufgenommen und steht somit am Beginn

der Entwicklung. Bei der Umsetzung wird es vor allem

darauf ankommen, die Projekte so zu gestalten, dass

nachhaltig wirkende und privat getragene Prozesse in

Gang gesetzt werden.

141


Soziale Stadt - Ostersbaum

Projektträger: Stadt Wuppertal

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Stadtumbau / Quartiersentwicklung

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Wuppertal Ostersbaum ist ein innenstadtnahes Gebiet

mit sehr dichter – überwiegend gründerzeitlicher

– Bebauung. Cirka 12.000 Menschen leben im

Projektgebiet. Dabei ist der Anteil von Personen, die

auf Transferleistungen angewiesen sind, überdurchschnittlich

hoch. Insgesamt ist die Bevölkerung im

Vergleich zur Gesamtstadt jünger und der Anteil von

Bewohner/-innen mit ausländischem Pass bzw. mit

Migrationshintergrund liegt ebenfalls deutlich über

dem gesamtstädtischen Durchschnitt.

Wuppertal Ostersbaum wurde auf der Grundlage des

integrierten Handlungskonzepts Ende 1997 in das

NRW Programm für „Stadtteile mit besonderem Erneuerungsbedarf“

[heute Soziale Stadt NRW] aufgenommen.

Ende 1998 begann mit der Eröffnung des

Stadtteilbüros der Umsetzungsprozess.

Inzwischen sind eine Vielzahl von Teilmaßnahmen

umgesetzt worden, die wesentlich dazu beigetragen

haben, die Situation im Stadtteil und das Image des

Stadtteils zu verbessern. Dazu gehören z.B. die Umgestaltung

des Schniewindt’schen Parks, die Gestaltung

und Öffnung aller Schulhöfe im Quartier, Maßnahmen

zur Verkehrsberuhigung und der Umbau der Huppertsberg-Fabrik

mit der Realisierung eines anspruchsvollen

Konzepts zur Verbindung von lokaler Ökonomie

und des Engagements der Mieter/-innen im Stadtteil.

Im Jahr 2008 sind die letzten großen investiven Maßnahmen

[Umsetzung Treppenkonzept, Abriss Bunker

und Neugestaltung Platz der Republik] entweder in

der Umsetzung oder kurz vor der Realisierung. Darüber

hinaus eröffnet sich mit der Umgestaltung der

Rheinischen Strecke / Nordbahntrasse zum Fuß- und

Radweg eine weitere Möglichkeit, die Attraktivität des

Stadtteils zu steigern.

142

Wuppertal Solingen Remscheid Region

Neben der Ausfi nanzierung und Realisierung dieser

letzten Maßnahmen wird das Konzept zur Verstetigung

ausformuliert und in den nächsten zwei Jahren

umgesetzt, um den Entwicklungsprozess zu stabilisieren.

Im Laufe der Umsetzung des Projekts hat die Stadt

Wuppertal auf der Basis einer Sozialraumanalyse

die Gebiete benannt, die besondere Anstrengungen

unternehmen müssen, um die Konsequenzen des

wirtschaftlichen Strukturwandels und der demografi -

schen Entwicklung zu bewältigen. Wuppertal-Ostersbaum

war das erste Quartier in Wuppertal, für das

ein gebietsbezogenes integriertes Handlungskonzept

entwickelt und umgesetzt wurde. Nicht zuletzt wegen

der positiven Erfahrungen konzentrieren sich die

Bemühungen der Stadt Wuppertal auch in anderen

Bereichen auf die innenstadtnahen gründerzeitlichen

Gebiete entlang der Talachse.

Im Laufe der Regionale 2006 kam es darüber hinaus

zu einer intensiven Zusammenarbeit mit den Gebieten

der Sozialen Stadt in Remscheid und Solingen.

Hier gelang es, gemeinsame Projekte zur Imageförderung,

Integration und Stärkung der lokalen Ökonomie

zu entwickeln und umzusetzen. Die enge regionale

Zusammenarbeit im Bergischen Städtedreieck führte

zu einer qualitativen Verbesserung der Ergebnisse

und wird auch nach Beendigung der Regionale 2006

fortgesetzt.


Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Die meisten Projekte im Rahmen des Sozialen-Stadt-

Gebietes sind mittlerweile umgesetzt, so dass 2010

mit dem Abschluss gerechnet werden kann. Es bleibt

zu hoffen, dass die positiv angestoßenen Entwicklungen

auch nachhaltig im Stadtteil weitergeführt werden.

143


Barometer:

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Der Verein „Unternehmer/innen für die Nordstadt e.V.“

hat sich der aktiven Stadtteilförderung verschrieben.

Mitmachen kann jeder, egal ob selbstständig oder

nicht. So sind im Verein neben Selbstständigen viele

Hausbesitzer und interessierte Einzelpersonen aktiv.

[siehe: www.unternehmen-nordstadt.de]

Wir wollen die Attraktivität unseres Stadtteils erhöhen

und das Image nach innen und außen verbessern. Der

Verein stellt im Marketingbereich der Stadt ein Novum

dar. Er ist weder eine Interessengemeinschaft, die im

Wesentlichen Werbung für einen bestimmten Bereich

macht, noch ein Bürgerverein im klassischen Sinne.

Vielmehr arbeitet er mit einem Konzept eines „ganzheitlichen“

Marketingverständnisses und bezieht Aspekte

von Stadtteilentwicklung in seine Arbeit ein.

Ziel des Vereins ist, den Beitrag der Nordstadt zum

Profi l der Stadt Wuppertal zu defi nieren, zu verbessern

und nach außen erkennbar zu machen, denn Stadtteilmarketing

ist Standortmarketing auf der Stadtteilebene.

Ein erkennbares, scharfes Profi l der Stadt ist

ohne die Stadtteile Wuppertals nicht zu denken – die

Lebensqualität einer Stadt realisiert sich eben dort in

großen Teilen.

Über eine Imagekampagne, die der Verein seit 2002

betreibt, wird die Identifi kation der Bewohner/innen

mit „ihrem“ Stadtteil gestärkt, die Stärken und Potenziale

des Viertels werden ins Bewusstsein gerückt

und die verschiedenen Bewohnergruppen lernen sich

über die Aktionen und Veranstaltungen kennen.

Nach außen hin präsentieren die Bewohner/innen

das Quartier selbst über die Aktionen und Veranstaltungen

als einen lebens- und liebenswerten Ort. Sie

zeigen, dass in den Wohnquartieren der Charakter einer

Stadt lebendig und fühlbar bleibt: Hier schlägt das

Herz jeder Stadt; im Zentrum des Lebensalltags ihrer

Bewohner/innen. Die Stadtteile sind die Orte, an de-

144

Wuppertal Solingen Remscheid Region

Ölberger Hauseigentümer-Netzwerk [wISG]

Projektträger: Eigentümernetzwerk Ölberg

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Stadtumbau / Quartiersentwicklung

nen sozialer Austausch und Interaktion noch funktionieren

und Nachbarschaft gelebt wird. Dort entstehen

Bindungen zu Nachbarn, die zu Freunden werden.

Mehr und mehr engagieren sich inzwischen auch private

Hauseigentümer auf dem Ölberg aktiv in der Vereinsarbeit,

weil sie ein großes Interesse daran haben,

dass das Quartier sowohl nach innen als auch nach

außen sein gutes Image behält.

Im Januar 2008 grün-deten sie das Ölberger Hauseigentümer-Netzwerk.

Dabei stieß die Idee, sich zukünftig

zu vernetzen und eine gemeinsame Strategie

zur Sicherung und Aufwertung der Wohnbestände

auf dem Ölberg zu entwickeln, auf großes Interesse.

Vor dem Hintergrund des Schrumpfungsprozesses in

Wuppertal und sich verändernder Rahmenbedingungen

- Energiepass, Energiekosten, differenziertere

Nachfragergruppe nach Wohnraum usw. - erschien

vielen Immobilienbesitzern dieser Schritt schlüssig

und notwendig. Denn nur so kann man aus Sicht vieler

dafür sorgen, dass der Ölberg auch zukünftig ein

attraktives Wohnquartier bleibt.

Themen, die im Rahmen des Netzwerkes bearbeitet,

diskutiert und umgesetzt werden, sind beispielsweise

die Fassadengestaltung, energieoptimierte Wohngebäude,

Stadtteilmarketing, Verhandlungen mit

Banken, Denkmalschutz und die Zusammenarbeit

mit der Stadt Wuppertal als Empfängerin möglicher

Fördermittel der Wohnungs- und Städtebauförderung.

Konkret wird die Gründung einer Stadtteilgenossenschaft

diskutiert und über die Einstellung sogenannter

Stadtteil-Hausmeister beraten, die helfen sollen,

das Wohnumfeld zu verbessern.

Weitere denkbare Handlungsfelder sind Beratungen

für Eigentümer im Quartier z.B. in wohnungswirtschaftlichen

oder Fördermittel- und Finanzierungsfragen

oder auch Dienstleistungen im Bereich der Verwaltung

und Betreuung von Objekten.


Dieses Netzwerk hat Vorbildcharakter. Innovativ ist,

neben der nicht unbedeutenden Tatsache, dass sich

mehrere Einzeleigentümer zu einem Netzwerk zusammengeschlossen

haben, auch die Einbindung dieses

Netzwerkes in einen Verein, der sich in vielschichtiger

Weise um die Belange der Bewohner im Stadtteil

kümmert.

Die Mobilisierung und Vernetzung privater Wohnungs-

und Immobilieneigentümer spielt im Zusammenhang

mit der Aufwertung von Wohnungsbeständen eine

immer zentralere Rolle. Die Kooperation mit den Eigentümern

und deren Mobilisierung für Investitionen

in ihre Wohnungen bzw. Wohnungsbestände ist heute

von zentraler strategischer Bedeutung für das Image

und somit die Innen- und Außenwahrnehmung ganzer

Stadtteile. Während es schon vielfach gelungen

ist, Wohnungsbaugesellschaften in Aufwertungskonzepte

einzubinden, fehlt es bislang an erfolgreichen

Ansätzen, die vielen privaten Einzeleigentümer, denen

zumeist der größte Teil des Wohnungsbestandes

in einem Quartier oder Stadtteil gehört, für eine kooperative,

auf einer Strategie aufbauende Zusammenarbeit

mit den Kommunen zu bewegen.

Das Ministerium für Bauen und Verkehr NRW fördert

daher drei Modellprojekte in NRW beim Aufbau einer

„wohnungsbezogenen Immobilienstandortgemeinschaft“.

Grundidee ist, dass, ausgehend von einer

Initiative aus dem Quartier, von den Eigentümern

abgestimmte Maßnahmen für die Aufwertung eines

räumlich abgrenzten Gebietes nach einem zuvor abgestimmten

Plan umgesetzt werden. Die Finanzierung

erfolgt durch eine zeitlich befristete Abgabe der

Eigentümer.

Unterstützt durch das Ressort Stadtentwicklung und

Städtebau der Stadt Wuppertal bemühte sich der Verein

erfolgreich darum, als Modellprojekt aufgenommen

zu werden. Die Förderung des Landes besteht

darin, dass der organisatorische und strukturelle

Aufbau des Ölberger Eigentümernetzwerks fachlich

begleitet und moderiert wird durch das Büro Empirica,

dass auch Modellprojekte in Köln und Dortmund

betreut.

Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Das Ölberger-Hauseigentümernetzwerk ist ein hervorragendes

Beispiel für Aktivierung von Bürgerengagement

und den Umgang mit den Konsequenzen

des demografi schen Wandels.

Die Aufwertung von Wohnungsbeständen v.a. in den

Gründerzeitquartieren von Wuppertal stellt eine zentrale

Herausforderung der nächsten Jahre in Wuppertal

dar. Sollte eine Aufnahme als Modellprojekt einer

wISG in die Förderung des Landes gelingen, würde

das der bürgerschaftlichen Bewegung weiteren

Schub verleihen.

145


Barometer:

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Unsere Ziele

Die Wuppertaler Quartierentwicklungsgesellschaft

[WQG] arbeitet im Rahmen des Programms Stadtumbau

West in den Quartieren Arrenberg, Elberfelder

Nordstadt, Unterbarmen, Oberbarmen und Wichlinghausen.

Der Schwerpunkt liegt in der Startphase im

Quartier Arrenberg. Wenn dort erste Erfahrungen mit

durchgeführten Maßnahmen und erzielten Lösungen

vorliegen, wird die Arbeit auf die anderen Quartiere

ausgedehnt.

Projektziele im Rahmen der Förderung aus dem

Programm Stadtumbau West

Die Auswirkungen von Strukturwandel und Bevölkerungsentwicklung

bringen für die Stadt einen erheblichen

Handlungsbedarf mit sich. Der Schwerpunkt

liegt vor allem auf den besonders stark von Veränderungen

betroffenen Quartieren. Dies sind in Wuppertal

größtenteils typisch gründerzeitliche Quartiere wie

der Arrenberg, die Nordstadt, Unterbarmen, Oberbarmen

und Wichlinghausen-Süd.

Neben den Potenzialen, die diese Quartiere aufweisen,

sind schon jetzt viele Probleme wie Leerstände,

Substanzverfall und Wertverluste erkennbar. Sie

betreffen hier eine Vielzahl von Einzeleigentümern.

Während verstreut liegende, leerstehende Wohnungen

zumindest visuell weniger in Erscheinung treten,

sind leerstehende Ladenlokale, Brachfl ächen und mindergenutzte

Flächen ein Problem, das in der Wahrnehmung

der Bevölkerung als besonders gravierend

empfunden wird. Hinzu kommt, dass die Qualität des

öffentlichen Raumes häufi g durch punktuelle Zerstörung

und Verschmutzung starke Einbußen hinnehmen

muss.

Die Handlungsansätze des Programms „Stadtumbau

West“ konzentrieren sich auf die Stabilisierung und

Verbesserung der jetzigen Situation.

146

Wuppertal Solingen Remscheid Region

Wuppertaler Quartiersentwicklungsgesellschaft

Projektträger: Wuppertaler Quartiersentwicklungsgesellschaft

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Stadtumbau / Quartiersentwicklung

Förderung von Investitionen in den Wohnungsbestand

Die WQG berät Hauseigentümer in Bezug auf staatliche

Förderungen, um die Wohnungen in den einzelnen

Quartieren besser vermietbar und konkurrenzfähiger

zu machen. Weniger Leerstände und eine

höhere Wohnqualität tragen zu einer Verbesserung

der Situation im Quartier sowie zur Wertsteigerung

der Immobilien bei. Eine Datenbank soll den aktuellen

Zustand der Gebäude erfassen.

Die Hauseigentümer werden von der WQG durch Beratungsgespräche

und Informationsveranstaltungen

unterstützt. Hierbei geht es um Förderprogramme

sowie intelligente Sanierungs-, Modernisierungs- und

Instandhaltungskonzepte.

Durch Kooperation der Eigentümer bei Sanierungs- ,

Modernisierungs- und anderen Maßnahmen sollen

Sparpotenziale besonders genutzt werden.

Die Stadt Wuppertal sieht in Hauseigentümern mit

Migrationshintergrund einen wichtigen Faktor für die

Quartierentwicklung. Die WQG wird deshalb mit ihrer

Beratung auch gezielt auf den besonderen Informationsbedarf

dieser Eigentümergruppe eingehen.

Die WQG erarbeitet zusammen mit den Hauseigentümern

Möglichkeiten der Kooperation und Kosteneinsparung

bei der Hausverwaltung.

Mit der Unterstützung durch kompetente Partner, z.

B. der Energieagentur NRW, der Verbraucherzentrale

Wuppertal und den Wuppertaler Stadtwerken, entwickelt

die WQG für einzelne oder mehrere benachbarte

Gebäude Konzepte zur Senkung der Energiekosten.

Die WQG ist Partner des Projekts „Stadtteilorientierte

Energieberatung“.

Die WQG entwickelt Standard-Lösungen für häufi g

auftretenden Probleme [z.B. beim Denkmalschutz].


Ein Leitfaden dokumentiert Problemstellungen

und deren Lösungen

Entwicklung nachhaltiger Nutzungen für brachliegende

Flächen und Gebäude zur Verbesserung des

Wohnumfeldes.

In Zusammenarbeit mit privaten und öffentlichen Akteuren

werden wirtschaftlich tragfähige Neu- bzw.

Umnutzungen für Flächen und Gebäude entwickelt.

Die WQG fördert und begleitet den Austausch zwischen

Bürgern, Investoren, Projektentwicklern und

der Politik.

Die WQG arbeitet eng vernetzt mit der Zwischennutzungsagentur,

die im Rahmen des Stadtumbau West

das Projekt „Neunutzung von leerstehenden Ladenlokalen“

einrichten wird.

Ergänzung des Wohnungsbestandes durch bedarfsgerechten

Neubau oder Umbau

Die Bebauung von Brachen und die Schließung von

Baulücken soll unter Berücksichtigung neuer Wohnformen

und besonderer Zielgruppen erfolgen. Im

Zuge notwendiger Rückbaumaßnahmen können auch

wichtige urbane, private und öffentliche Freiräume

neu geschaffen werden.

Verbesserung des Images und Unterstützung der

Prokjekte durch Öffentlichkeitsarbeit

Das Image und das Identifi kationsgefühl der Anwohner

mit ihrem Quartier soll durch gezielte Aktionen

gestärkt werden. Unter anderem organisiert die WQG

zusammen mit Hauseigentümern und Mietern „Mitmachaktionen“

im Rahmen des Projekts „Stadtumbau

West“.

Die Quartiere sollen als chancenreiche Zukunftsstandorte

präsentiert und wahrgenommen werden.

Die WQG will deshalb die großen Potenziale des innenstadtnahen

Quartiers Arrenberg unterstreichen

und die Identifi kation aller Akteure mit ihrem Quartier

verbessern. Gemeinsam mit Eigentümern, ansässigen

Unternehmen, engagierten Projektentwicklern und

Bewohnerinnen und Bewohnern der Quartiere soll ein

Konzept für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit entwickelt

werden. Dabei sollen Strukturen entstehen,

die unabhängig von öffentlicher Förderung dauerhaft

und stabil Bestand haben können.

Entwicklung nachhaltiger privater Strukturen

Die WQG hat das Ziel, in den Quartieren nachhaltige

Strukturen zu entwickeln, die auf Dauer Handlungsräume

für die Akteure schaffen. Das kann beispielsweise

die Gründung von Eigentümervereinen oder

Interessengemeinschaften in den Stadtteilen sein.

Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Die Wuppertaler Quartiersentwicklungsgesellschaft

setzt genau am Grundproblem der gründerzeitlichen

Quartiere an - am hohen Investitionsstau, der Energieproblematik

und nicht zuletzt am Image dieser

über viel Potenzial verfügenden Stadtteile.

Die WQG kann durch ihr Engagement und ihre Beratung

mit dazu beitragen, dass die Talachse in Wuppertal

mit ihrem hohen gründerzeitlichen Besatz wieder

attraktiver und lebenswerter wird. Darüber hinaus ist

die Arbeit beispielgebend für einen nicht-öffentlichen-

Ansatz des Umgangs mit den wohnungswirtschaftlichen

Auswirkungen des demografi schen Wandels.

147


Stadtteilservice Wuppertal

Projektträger: ARGE Wuppertal

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Stadtumbau / Quartiersentwicklung

Projektbeschreibung des Projektträgers:

In Wuppertal starteten im Jahre 2007 zunächst vier

Stadtteilservices mit je 14 Arbeitsgelegenheitsstellen

[Mehraufwandsentschädigung] und drei Stellen im

Rahmen der Entgeltvariante als Anleiterstellen. Vier

verschiedene gemeinnützige Wuppertaler Träger bieten

in Kooperation mit der ARGE Wuppertal und der

Stadt Wuppertal langzeitarbeitslosen Menschen eine

Mitarbeit bei den Stadtteilservices an.

Ziele des Stadtteilservices sind

die Schaffung eines familienfreundlichen Wohn-

umfeldes

Steigerung der Aufenthaltsqualität in den einzel-

nen Stadtteilen

Öffnung von Freifl ächen und Plätzen

Aus- und Aufbau von Hilfenetzwerken

Erreicht werden diese Ziele durch eine Unterstützung

der sozialen Infrastruktur. Soziale Einrichtungen, Schulen

und Kindergärten werden bei der Ausrichtung von

Sommerfesten o.ä. unterstützt, kulturelle Ereignisse

im Stadtteil werden mit Unterstützung der Teilnehmer/innen

durchgeführt.

Durch tägliche Quartiersbegehungen mit Ansprachemöglichkeit

für die Stadtteilbewohner, Verschönerungen

im öffentlichen Raum, kleinere Säuberungsaktionen

in Kooperation mit Einrichtungen sowie

die Veranlassung der Reinigung auffällig vermüllter

Bereiche soll eine Verbesserung des Straßenerscheinungsbildes

und der Aufenthaltsqualität im Stadtteil

erzielt werden. Abgerundet werden die Aufgaben und

Tätigkeiten der Mitarbeiter/innen des Stadtteilservices

durch die persönliche Hilfestellung für bedürftige

Bewohner. Diese kann durch Begleitungen, einfache

Botengänge oder Gesellschaft für die Bewohner

erfolgen. Hier erfolgt eine enge Absprache mit dem

zuständigen Bezirkssozialdienst.

148

Wuppertal Solingen Remscheid Region

Der erste Stadtteilservice der Wichernhaus Wuppertal

gGmbH feierte im Mai 2007 gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt,

dem Internationalen Bund und dem

Nachbarschaftsheim Eröffnung. Seit dem 01.03.2008

ist das Wichernhaus mit zwei Stadtteilservices in

Wuppertal-Unterbarmen und Wuppertal-Oberbarmen

vertreten. Im Mai 2008 eröffnete die Diakonie Wuppertal

einen weiteren Stadtteilservice in Wuppertal

Vohwinkel.

Als Beschäftigungs- und Qualifi zierungsprojekt liegt

das Hauptaugenmerk auf der Qualifi zierung der TeilnehmerInnen.

So ist ein 20prozentiger Qualifi zierungsanteil

durch die Träger sicherzustellen. Jeder

Teilnehmer im Stadtteilservice erhält eine Standardqualifi

zierung, die die Bereiche Müllentsorgungsstruktur,

Sicherheitskontrolle für Spielgeräte, Erste-

Hilfe-Kurse, Konfl ikt- und Deeskalationstraining sowie

Informationen zu spielpädagogischen Möglichkeiten

im öffentlichen Raum abdeckt. Darüber hinaus werden

die Teilnehmer während der Maßnahmedauer in

von ihnen gewählten Bereichen qualifi ziert, um ihre

Konkurrenzfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu

erhöhen [z.B. Verbesserung der EDV-Kenntnisse, Staplerschein,

Holzverarbeitung, Lager / Handel etc.].

Projektursprung

Vertreter der Stadt Wuppertal erstellten gemeinsam

mit den oben genannten Trägern ein Konzept zur Verschönerung

und Verbesserung der Lebensqualität in

den Stadtteilen Wuppertals. Gemeinsam mit der ARGE

Wuppertal wurde hieraus eine Maßnahme entwickelt,

die sich an langzeitarbeitslose Menschen richtet. Die

Stadt Wuppertal hat die Projektkoordination inne. Eine

fl ächendeckende Ausweitung der Stadtteilservices

über das Stadtgebiet Wuppertal ist geplant. Die Teilnehmer/innen

werden nach eingehender Beratung

durch die Arbeitsvermittler der ARGE Wuppertal den

jeweiligen Trägern zugewiesen. Diese teilen die Mitarbeiter

dann in die jeweiligen Arbeitsgebiete ein und

garantieren den Qualifi zierungsanteil. Die Qualifi zierung

wird durch ausgebildetes Personal angeboten.


Projektfakten

01.05.2007 Eröffnung Stadtteilservice

Unterbarmen – Rehsiepen [Wichernhaus Wupper-

tal gGmbH]

Nordstadt [Arbeiterwohlfahrt]

Ostersbaum [Nachbarschaftsheim]

Südstadt [Internationaler Bund]

01.03.2008 Eröffnung Stadtteilservice

Oberbarmen – Schwarzbach [Wichernhaus Wup-

pertal gGmbH]

01.05.2008 Eröffnung Stadtteilservice

Vohwinkel [Diakonie Wuppertal]

mit insgesamt 75 Stellen als Arbeitsgelegenheiten

mit Mehraufwandsentschädigung und 16 Stellen im

Rahmen der Entgeltvariante

Projektpartner

Stadt Wuppertal

ARGE Wuppertal

Wichernhaus Wuppertal gGmbH

Arbeiterwohlfahrt Wuppertal

Diakonie Wuppertal

Internationaler Bund

Nachbarschaftsheim Wuppertal

Fotos

Jörg Lange

Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Der Stadtteilservice hat sich so positiv in Wuppertal

entwickelt, dass er auf das gesamte Stadtgebiet ausgedehnt

werden sollte. Dieses Modell wäre auch auf

das Gebiet des Bergischen Städtedreiecks insgesamt

anwendbar und könnte somit zu einer Steigerung der

Aufenthaltsqualität, aber auch der gefühlten Sicherheit

des näheren Wohnumfeldes beitragen.

149


Barometer:

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Wuppertal. Eine alte Dame ruht sich auf einer Bank

im Schatten eines Baumes von ihrem Nachmittagsspaziergang

aus. Eine junge Frau schiebt ihren Kinderwagen

heran. Ein rüstiger Rentner hat sich ihrer

schweren Einkaufstasche angenommen. Bei der alten

Dame bleiben beide stehen. Zeit für ein Schwätzchen

über das Wetter, über die Gesundheit, über das kleine

Boule-Turnier vom Wochenende und die Mieterversammlung

am morgigen Abend. Man kennt sich

– schließlich wohnt man in einem „Dorf“. So oder

ähnlich könnte es in wenigen Jahren mitten in Wuppertal

zugehen. Noch gibt es das „soziale Dorf“ erst

auf Plänen und im Modellformat. Doch immerhin: Der

Caritasverband Wuppertal und die Gemeinnützige

Wohnungsbaugesellschaft Wuppertal [GWG] sind fest

entschlossen, ihre Idee gemeinsam in die Tat umzusetzen.

Gelände eines ehemaligen Kinderheims

Seitdem das 125 Jahre alte Kinderheim St. Michael

auf dem Grundstück in Wuppertal-Elberfeld 2007

abgerissen wurde, ist das Baugelände im Besitz der

Wuppertaler Caritas. Neben einem Neubau für die

Verwaltung des Kinderhauses und einer Wohngruppe

stehen nun noch rund 8.300 Quadratmeter Baugrund

zur Verfügung. Nach vielen gemeinsamen Überlegungen

gab es bei Caritas und GWG die Vision vom

„sozialen Dorf“ mitten in der Stadt. Gemeint ist eine

barrierefreie Mehrgenerationenwohnanlage. Auf dem

großen Grundstück in Innenstadnähe soll eine Pfl egeeinrichtung

mit Wohngruppen, eine Mehrgenerationen-Wohnanlage

mit Schwerpunkt „Altengerechtes

Wohnen“, Wohneinheiten und Eigentumswohnungen

entstehen. Außerdem soll es alles geben, was die

Kommunikation fördert – vom Dorfplatz, auf dem man

sich trifft, über das Café oder die „Eckkneipe“ bis hin

zu einem Dorfmanager, der vieles regeln kann und

auch den Dialog fördern soll. Einkaufsmöglichkeiten

sind in der Umgebung des Grundstücks ausreichend

vorhanden und sollen auch genutzt werden, denn das

150

Wuppertal Solingen Remscheid Region

Integrierter Standort Uellendahler Straße / Kemper Häuschen,

Wuppertal

Projektträger: Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mbH Wuppertal; Caritas Wuppertal

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Neues Wohnen

Dorf möchte sich nicht „abschotten“, sondern in die

Nachbarschaft integrieren.

Architektenwettbewerb für Planung

Mit dem Abschluss eines Architektenwettbewerbs

wurde Ende Juni 2008 die erste Etappe auf dem Weg

zum ehrgeizigen Ziel erreicht. Sechs erfahrene Architekturbüros

wurden eingeladen, sich am Wettbewerb

für einen „integrierten Wohnstandort mit Dorfcharakter“

zu beteiligen. Wohnen für die verschiedenen Generationen

einschließlich pfl egebedürftiger Senioren,

eine Außenplanung, die ebenfalls sowohl Senioren

als auch Familien gerecht wird, Gemeinschaftsräume

und der zentrale „Dorfplatz“ als Dreh- und Angelpunkt

der Kommunikation – das waren die wesentlichen Parameter,

die den Architekten in die Agenda geschrieben

wurden.

Berliner Büro mit Siegerentwurf

Am besten gelöst hat diese Aufgabe das Architekturbüro

Feddersen aus Berlin. Darin war sich die Jury aus

Architekten, Stadtplanern, Sachverständigen, dem

Wuppertaler Caritasdirektor und dem Geschäftsführer

der GWG einig. Geschickt haben die Berliner das

hängige Areal beplant und attraktiven Lebensraum für

rund 150 Menschen entwickelt:

Auf höchstem Niveau ein Gebäude, in dem vier stationäre

Pfl egewohngruppen untergebracht werden

können. Von ihren Zimmern aus können die Bewohner

das ganze „Dorf“ überblicken. Dort nehmen mehrere

Wohnhäuser mit Wohnungen für Singles, Senioren

und Familien den zentral gelegenen Dorfplatz in

ihre Mitte. Leichte Rampen erschließen das Gelände

trotz seiner zwölf Meter Höhenunterschied vollständig

barrierefrei. Eine geschickte Erschließung und die

Anlage ausreichender Tiefgaragenplätze halten das

Wohnquartier weitestgehend frei von störendem Autoverkehr.

Alle Fußwege kreuzen den Dorfplatz. Hier

trifft man sich auf dem Weg nach Hause, auf dem Weg

zum Einkaufen, zu den Gemeinschaftseinrichtungen

wie einem Bistro und einem Kiosk oder beim Gang


zum Dorfmanager, der den zukünftigen Mietern helfen

soll, das Leben im Quartier zu gestalten.

Alt und Jung zusammen

Der preisgekürte Entwurf macht große Hoffnung, dass

unsere Idee von einem sozialen Leben, in dem Alt und

Jung für einander da sind, realisierbar ist,“ schätzt

Caritasdirektor Eckhard Arens den Plan der Berliner

Architekten ein. Und Harald Röllecke, Geschäftsführer

der GWG, hält die Planung für sehr geeignet, „gemeinsam

mit den zukünftigen Bewohnern Gestaltungsspielräume

zu nutzen.“

Nach der baurechtlichen Abwicklung könnten so vielleicht

schon 2009 die Bagger anrollen. Investitionen in

Höhe von neun bis zehn Millionen Euro sollen in das

neue Wohnquartier fl ießen. Ein Dorf in der Großstadt.

Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Das Projekt ist in vielerlei Hinsicht beispielgebend für

die Region.

Aus Sicht der Stadtplanung:

Eine bestehende Brache wird einer neuen zukunftsfähigen

Nutzung zugeführt und trägt als positives

Beispiel zur Innenentwicklung bei. Die Entscheidung

wird über ein Wettbewerbsverfahren herbeigeführt

und liefert somit auch einen möglichen Beitrag zur

Baukultur.

Aus Sicht des Wohnungsmarktes:

Die Bildung eines neuen barrierefreien Quartiers mit

der Integration verschiedenster Nutzergruppen von

Singles über Senioren verschiedenster Altersgruppen

und unterschiedlichen Graden der Pfl egebedürftigkeit

sowie Familien ist - v.a. aufgrund der Förderung

der Kommunikation durch den „Dorfmanager“ und

attraktive Nutzungen des öffentlichen Raumes in

dieser Form neu. Den künftigen Anforderungen des

demografi schen Wandels - die sich in Wuppertal als

besonders dramatisch darstellen - wird hierdurch in

besonderer Weise Rechnung getragen.

151


Rangierbahnhof Wichlinghausen [„Bergisches Plateau“]

Projektträger: aurelis GmbH

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Neues Wohnen

152

Wuppertal Solingen Remscheid Region

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Standort „Bergisches Plateau“ in Wichlinghausen

Die Stadt Wuppertal hat gemeinsam mit der aurelis

Real Estate GmbH & Co. KG in den vergangenen Monaten

die Weichen für die Entwicklung der Brachfl äche

des ehemaligen Rangierbahnhofs in Wichlinghausen

zu einem innerstädtischen Wohnstandort gestellt.

Das Gebiet zwischen Schwarzbach, Am Diek, Breslauer

Straße und Langobardenstraße stellt mit annähernd

14 Hektar eines der größten Entwicklungspotenziale

in Wuppertal dar.

Städtebauliches Konzept

Auf der Basis der stadtentwicklungspolitischen Zielsetzungen

der Stadt Wuppertal - u. a. Revitalisierung

vorhandener innerstädtischer Brachfl ächen und

Schaffung eines Angebots von familienfreundlichen

Baugrundstücken - wurde im Jahr 2005 eine moderierte

Bürgerbeteiligung und eine städtebauliche

Mehrfachbeauftragung für das Areal des ehemaligen

Rangierbahnhofs Wichlinghausen durchgeführt. Die

städtebauliche Konzeption des Preisträgers, die die

Anregungen aus der Bürgerbeteiligung aufnahm, wurde

anschließend in einem städtebaulichen Rahmenplan

und im Bebauungsplan konkretisiert. Ziel des

Entwurfs ist die Realisierung eines eingebundenen,

urbanen und grünen Stadtquartiers mit eigener Identität,

einer dem Standort angemessenen Bebauungsdichte

sowie einer möglichst breiten und vielfältigen

urbanen Nutzungsmischung. Im Herbst 2009 wird der

Erschließungsvertrag für den südlichen Teil geschlossen.

Qualitätsleitlinien

Innerhalb des neuen Wohngebiets sollen verschiedene

Investoren und Bauherren mit eigenem Anspruch

und eigenen Bedürfnissen an die neuen Gebäude

bautätig werden. Es stellt sich die Frage, wie trotz

individueller Vielfalt eine gemeinsame Identität, die

über die Grenzen des eigenen Grundstücks hinausgeht,

entstehen kann. Dem Stellenwert des Projekts

für die Stadt Wuppertal muss neben dem Nutz- und

Wohnwert mit gestalterischer Qualität und einem eigenständigen

Quartiercharakter Rechnung getragen

werden. Das städtebauliche Konzept bietet hierzu den

grundlegenden Rahmen mit gliedernden öffentlichen

Räumen, der Position von Gebäuden auf einem Grundstück,

der Zuordnung bestimmter Gebäudetypen und

der Höhenentwicklung der Gebäude. Darüber hinaus

werden in den Qualitätsleitlinien Gestaltungsspielregeln

aufgestellt für eine moderne und hochwertige

Architektur, die regionalen Bezug erkennen lässt. Die

vorliegenden Qualitätsleitlinien enthalten „Gestaltungsregeln“,

die sich mit den textlichen Festsetzungen

des Bebauungsplans decken und entsprechend

eingehalten werden müssen.

Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Innen- vor Außenentwicklung heißt das große Schlagwort

der künftigen Stadtentwicklung. Mit dem Projekt

Bergisches Plateau“ auf einer großen Brachfl äche in

Wichlinghausen kann diesem Anspruch gefolgt werden.

Auf dieser Fläche ist eine der wenigen innenstadtnahen

Wohnentwicklungen im Einfamilienhausbereich

möglich. Dies verschafft ihr ein besonderes

Alleinstellungsmerkmal.

In einem städtebaulich und sozialstrukturell nicht unproblematischen

Gebiet sollte darauf geachtet werden,

dass den Ansprüchen an Architektur, Gestaltung,

Wohnumfeld etc. in besonderer Qualität Rechnung

getragen wird. Durch die Festlegung von Qualitätsleitlinien

ist der erste Schritt in die richtige Richtung

getan.


153

Am Diek

Breslauer Straße

Liegnitzerstraße

Grafenstraße

Breslauer Straße

Langobardenstraße

Schwarzbach

Hügelstraße

Hagener Straße

Sonnenstraße

Weiherstrasse

Am Diek

Am Diek

Kreuzstraße

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RH

II

RH

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Terrassenhäuser RH

III

III

Terrassenhäuser RH

III

Service-Wohnen

III

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Service-Wohnen

EFH / DH

EFH

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RH

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DH

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II

II

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EFH / DH

EFH / DH

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II

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Spiel- und Grünfläche

Kleingärten

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III

Stadthäuser

Stadtvilla

III

III

III

EFH / DH

EFH / DH

EFH / DH

III

II

II

III

Mischnutzung

Mischnutzung

III

Betreutes Wohnen

Mehrgenerationenwohnen

Geschäft optional

III

Stadtvillen

III

Kleingärten

Abenteuerspielfläche

und Grünfläche

Kleingärten

Treffen "Forum"

Spielfläche / Bolzplatz

MFH

Einzelhandel

Anlieferung

Lager

80 Stpl.

Kleingärten

II

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Betreutes Wohnen

Stadtvilla

III

Stadtvilla

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III

III

III

II

RH

RH

III

Stadthäuser

Stadthäuser

EFH / DH

Carports oder

Stellplätze

Carports oder

Stellplätze

II

III


Revitalisierung ELBA-Fabrik

Projektträger: Arrenberg Entwicklungs- und Investitions- GmbH

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Neues Wohnen

Projektbeschreibung des Projektträgers:

2003 begann mit der Umnutzung des größten Teiles der

ehemaligen Ferdinand-Sauerbruch-Klinik nicht nur die

Revitalisierung der bestehenden Gebäude, sondern es

war vielmehr die Initialisierung eines Aufbruches des

gesamten Arrenbergs. Ende dieses Jahres werden fast

alle Bauarbeiten in den Arrenberg’schen Höfen abgeschlossen.

Es ist ein attraktives Lebenszentrum mit

einem vielfältigen Angebot entstanden: ein Zentrum

für elementare Gesundheit, eine traumhafte Parkanlage,

hochwertige Woh-nungen, ein Ärztezentrum,

Ateliers, ein Architektenbüro, Studentenwohnungen,

eine Kindertagesstätte und soziale Einrichtungen.

Weitere Baumaßnahmen und bereits realisierte Projekte

fördern die Dynamik des Aufbruches.

In der Bärenstraße geben sich die weltweit führenden

Designer und Hersteller von Stoffen die Klinke in die

Hand, in der Gutenbergstraße wurde Loftwohnen auf

einer Größe von über 2.000 m2 realisiert und im Tango-

und Ballettstudio werden geschmeidige Bewegungen

geübt, proviel ist weiterhin eines der größten

sozialen Unternehmen in Deutschland mit Stammsitz

am Arrenberg, die Bergische Diakonie eröffnete letztes

Jahr ein innovatives Vorzeigeprojekt im Bereich

betreutes Wohnen und auch kulinarisch ist ein Aufbruch

der Geschmacksempfi ndungen zu verzeichnen.

Der kultige Esstreff Zaunkönig wurde im Oktober von

Prenzlbergern eröffnet und die VillaMedia verwöhnt

tausende Gäste mit kulinarischen und kulturellen Leckerbissen.

Dieser Aufbruch soll nun mit der Entwicklung des

ehemaligen ELBA-Areals abgerundet werden. 1998

wurde der Betrieb eingestellt und die Gebäude waren

bis Anfang 2008 vom Leerstand betroffen. Nun

ziehen Künstler musizierend durch die Räume, schaffen

Rauminstallationen, spielen Theater, die Wuppertalachse

baut Wuppertal im Maßstab 1:87 nach

und junge Menschen der Bergischen Universität im

Bereich Kunst haben Ihre Ateliers eingerichtet und

154

Wuppertal Solingen Remscheid Region

beteiligen sich rege an Seminaren der plastischen

Skulpturgestaltung. Zwischennutzung begriffen als

Raum- und Zeitpioniere.

Möglichkeiten der Umnutzung wurden unter der

Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Peter Jung

von 20 Architektenbüros aus Berlin, Hamburg, Offenburg,

Wiesbaden, Kassel, Düsseldorf, Köln und Wuppertal

entwickelt. Aufgabe war die Schaffung eines

attraktiven Lebenszentrums mit einem vielfältigen

Angebot an Wohnen, Arbeiten, Freizeitmöglichkeiten

und Gastronomie unter der Einbindung der Lebensader

Wupper. Gestalterische Höhepunkte der eingereichten

Arbeiten sind u.a. Kunst- und Kulturzentren,

Promenaden, Wasserspiele, Wupperschwimmbäder,

Grachten, Alleen, Markthallen, Hochhäuser, Aussichtstürme

und begehbare Wupperufer. Eine hochkarätige

Jury – zusammengesetzt aus Professoren, Architekten,

städtischen Mitarbeitern, Wirtschaftsprüfern, Juristen,

Vermessern, Bauunternehmern, Designern und

Investoren zeichnete am Ende sieben Arbeiten aus.

Die Dr. Bodo und Petra Küpper ELBA GbR und die Arrenberg

Entwicklungs- und Investitions-GmbH analysierten

diese Ergebnisse des Wettbewerbes weiter,

arbeiteten einzelne Nutzungselemente heraus, führten

Machbarkeitsstudien und Marktanalysen durch

und testeten die Teamfähigkeit der einzelnen Architekturbüros,

um eine Architektengemeinschaft zu

gründen.

Eine Gemeinschaft aus fünf Architekten wurde im

April gegründet und entwickelt nun die Ergebnisse

zu einem einheitlichen, attraktiven und realistischen

Konzept weiter. Es entstehen Flächen von ca. 27.000

m 2 . Ein Quartier mit generationsübergreifenden Loft-

und modernen Familienwohnungen, Arbeitswelten,

begehbaren Flußöffnungen und Wupperalleen, hochwertiger

Gastronomie, kulturellen und sozialen Nutzungselementen,

lebenswerten Parkanlagen und vereinzelt

individuellem Einzelhandel steht nun kurz vor

Baubeginn.


In der Villa II, Friedrich-Ebert-Straße 107, können sich

Interessierte über den Fortgang der Planungen regelmäßig

bei Tagen der offenen Tür informieren. Gleichzeitig

dient die Villa als Kommunikationszentrum für

den Arrenberg. So fi nden hier generationsübergreifende

kostenlose Sprachunterrichte für Arrenberger

mit Immigrationshintergrund statt, Künstler gestalten

Werke und Ausstellungen fi nden statt - Quartiersentwicklung

begriffen als integrativer, kreativer und urbaner

Prozeß.

[weitere Infos: www.arrenberg-hoefe.de]

Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Die Entwicklung der ELBA-Fabrik zählt zu den bedeutendsten

städtebaulichen Projekten der nächsten

Jahre im Städtedreieck. Es ist beispielgebend für den

Umgang mit innenstädtischen Gewerbebrachen in einem

städtebaulich schwierigen Umfeld.

Das Projekt stellt die Lage an der Wupper als Standortfaktor

heraus. Dies kann als Beispiel angesehen

werden, die speziellen Potenziale einzelner Standorte

in der Region zu erkennen und zu nutzen.

155


Mehrgenerationenpark Stollenstraße

Projektträger: Pampus-Gärtnerei, Bauträger DIG-Immobilien

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Neues Wohnen

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Der Betreiber und Besitzer der alteingesessenen

Gärtnerei „Pampus“ in der Stollenstraße 22, Wichlinghausen,

beabsichtigt, seinen Betrieb in absehbarer

Zeit einzustellen. Um das, dann nicht mehr aktiv gewerblich

genutzte, Areal mit einer Gesamtfl äche von

13.059 qm anschließend einer sinnvollen Nutzung zuführen

zu können, wandte sich Herr Pampus an DIG-

Wuppertal und ARCHI-PLAN®.

Es bestanden seitens DIG - Kompetenz Center / AR-

CHI-PLAN® Pläne zur Errichtung eines Generationenwohnparks,

nachdem in jüngster Vergangenheit

erklärt wurde, dass der demografi sche und soziale

Wandel auch einen Wandel im familiären Alltag verursacht

und ein großer Bedarf an Wohnformen für die

„Dreigenerationenfamilie“ entstehen wird. Erste Gespräche

mit dem Besitzer ergaben, dass der Standort

der Gärtnerei die geforderten Voraussetzungen für

einen Generationenwohnpark erfüllt.

Die Einbeziehung des, nordwestlich gelegenen, kirchlichen

Geländes wurde in städtebaulicher Hinsicht als

sinnvoll angesehen. Diesbezüglich wurden Gespräche

mit der ev. Kirche aufgenommen.

Wie schon im „Solarpark Katernberg“ sollte von vorne

herein auch der „Generationenwohnpark Wichlinghausen“

ein regeneratives Energiekonzept verfolgen.

Hier gab die fast optimal zu bezeichnende Südausrichtung

des Areals mit einem von Nordwesten nach

Südosten einfallenden Hang den Ausschlag zugunsten

eines solaren Konzeptes. Anders als im „Solarpark

Katernberg“ soll der „Solare Generationenwohnpark“

Wichlinghausen ein solarthermisches Konzept verfolgen,

in dem die Gebäude Ihren Energiebedarf für

Warmwasser und Heizung bis über 80% mit Sonnenenergie

decken. Die restliche Energie soll ebenfalls mit

regenerativen Energien und vor allem CO 2 – neutral

gedeckt werden.

156

Wuppertal Solingen Remscheid Region

Die Konzeption der einzelnen Objekte wird in seinen

wesentlichen Teilen barrierefrei für Gehbehinderte

konzipiert. Erklärtes Ziel ist es, die Häuser auf die zu

erwartende Fluktuation in Wohnhäusern für große

Familien auszurichten, indem man fl exible Grundrisskonzepte

erstellt, die auf wechselnde Lebensphasen

anpassbar sind. Einzelne Lebenssituationen müssen

auch die Abtrennung kleiner Wohneinheiten ermöglichen,

um auch in Großfamilien ein Optimum an Privatsphäre

zu gewährleisten. Daher werden neben

den, für Familien mit kleinem Budget notwendigen,

kleinen Grundstücken auch größere Grundstücke in

ausreichender Zahl angeboten, die für genügend Gartenfl

äche sorgen.

Es soll ein zentraler Gemeinschaftsplatz mit Versammlungspunkt

der Generationen und Spielplatz für

die „Kleinen“ entstehen, der auch den umgebenden

Wohnhäusern zugute kommen soll. Daher ist geplant,

das Quartier fußläufi g so zu erschließen, dass Kinder

und Bewohner der Umgebung auf kurzen Wegen zum

Spielplatz oder durch das Wohngebiet hindurchgelangen

können. In sofern soll hier kein abgeschottetes

Quartier entstehen.

Vielmehr soll es deutlich integrative und verbindende

Elemente erhalten. Der Wohnpark soll kein Hindernis

für Fußgänger darzustellen, wohl aber für den Kraftverkehr

eine Sackgasse bilden, um für die zu erwartenden

Kinder optimale Sicherheit zu gewährleisten.

Dank der Kooperation mit dem Institut für Betriebsorganisation

und InformationsTechnik [InBIT] werden

durch das Projekt des „Solaren Generationenwohnpark

Wichlinghausen“ ca. 60 weitere Ausbildungsplätze

für Wuppertaler Jugendliche geschaffen. Die

Ausbildungsberufe sind der Nachfrage des regionalen

Arbeitsmarktes angepasst. Grundidee der beiden

Initiatoren der Kooperation, Uwe Kaletka [DIG-Wuppertal]

und Jürgen Wachs [InBIT-Rheinland] ist es, den

„Solaren Generationenwohnpark Wichlinghausen“

mit benachteiligten Jugendlichen und jungen Erwach-


senen zu erstellen. Vorgesehen sind Ausbildungen

u.a. in den Berufen Anlagenmechaniker für Sanitär-,

Heizungs- und Klimatechnik mit Zusatzausbildung Solarwärme,

Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme

mit Zusatzausbildung Solarstrom. Durch

den Einsatz von innovativen Techniken, wie zum Beispiel

der Kraft-Wärme-Koppelung und Solaranlagen,

werden die Auszubildenden von Anfang an mit neuen

zukunftsfähigen Möglichkeiten der Energiegewinnung

vertraut gemacht.

Im Vorfeld einer Konkretisierung fanden erste Gespräche

mit zuständigen Fachbereichen der Stadtverwaltung

statt.

Darüber hinaus wurde die Einbeziehung einzelner

Restgrundstücke an der Peripherie des Projekt-Areals

in Erwägung gezogen, um eine möglichst umfassende,

kompakte und schlüssige Stadtplanung realisieren

zu können, die keine Lücken hinterlässt.

Somit würde die zur Verfügung stehende Fläche ca.

17.790 m 2 groß. Davon entfallen 13.059 m 2 auf das

Gelände der jetzigen Gärtnerei Pampus, das ca. 27

Wohnhäuser beherbergen wird, ca. 3.463 m 2 auf das

Grundstück der ev. Kirchengemeinde, auf dem weitere

ca. 10 Wohnhäuser Platz hätten und ca. 1.265 m 2

auf freie Einzelgrundstücke der Plangebietsperipherie,

die ebenfalls ca. 4 Gebäude aufnehmen können.

Damit bietet das Areal des „Solaren Generationenwohnparks

Wichlinghausen“ Platz für bis zu 41 Familien,

private und öffentliche Stellplätze und Garagen

und einen Spiel- und Versammlungsplatz.

Das städtebauliche Konzept sieht hierbei eine Bebauung

mit Einfamilienwohnhäusern als freistehende

Häuser mit Einliegerwohnung oder als Doppelhäuser

bzw. mit maximal Dreierhäusern entsprechend dem

beigefügten Gestaltungskonzept vor. Es sollen Häuser

mit 3 Geschossen [UG,EG,DG] entstehen, wobei jedes

der Geschosse je nach Topografi e ein Vollgeschoss

werden kann. Es kann also zu maximal 3 Vollgeschos-

sen kommen. Um der Möglichkeit einer Solar unterstützten

Architektur zeitgemäß entgegen kommen

zu können, werden die Dachformen weitgehend frei

gelassen. Um dem erhöhten Stellplatzbedarf eines

Generationenwohnens gerecht zu werden, sollen zusätzlich

Parkplatz- und Garagenanlagen an benachteiligten

[Schatten, Verkehr...] Plätzen entstehen, die

ggfs. zur Vermietung oder zum Erwerb stehen sollen.

Mit dem geplanten Grad der Verdichtung in dem Revier

bleibt das Konzept bewusst hinter der umgebenden

Bebauung zurück. Auch die Grundstücksgrößen

wurden unter dem Kriterium der fi nanziellen Tragbarkeit

für die angesprochene Klientel so groß wie möglich

gewählt, um das gewünschte Wohnumfeld so familienfreundlich

wie möglich zu gestalten.

Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Die Projektidee des Mehrgenerationenparks Stollenstraße

ist aus vielerlei Hinsicht beispielgebend für die

Region.

Besonders zu erwähnen sind neben der eigentlichen

Idee des Mehrgenerationenparks das regenerative

Energiekonzept und die Einbindung von Jugendlichen

[Ausbildung] in den Bauprozess.

157


Exklusives Wohnen in ehemaligen Schulgebäude

Projekteinreichung: Stadt Solingen

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Neues Wohnen

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Das Gebäude Burgstraße 15 wurde im Jahr 1900 als

Außenstelle der Metallfachschule Solingen [Blumenstr.

93] errichtet. Das Gebäude ist massiv, zweigeschossig

mit fl ach geneigtem Satteldach erbaut. Im

zur Straße hin mittig im Gebäude gelegenen Nebengiebel

liegt ein Halbgeschoss unter dem Dach.

Bauzeitlich ist das Gebäude der Stilepoche des Historismus´

zuzuordnen. Die Fassade ist in Ziegel-Sichtmauerwerk

ausgeführt, ein anliegendes Nebentreppenhaus

zur ehemaligen Hausmeisterwohnung ist

verputzt. Die klare, harmonische Gliederung der Fassade,

die Betonung der waagerechten, der Wechsel

von rechteckigen und halbrunden Fensterformaten,

die Pilaster des Nebengiebels und auch dessen Halbgeschoss

sind den repräsentativen Bauten der Renaissance

nachempfunden.

Der Schulbetrieb wurde im Jahr 2002 vollständig eingestellt.

Das Gebäude wurde durch die Stadt Solingen

zum Verkauf angeboten.

Die Schule liegt im nördlichen Bereich der Solinger

Innenstadt, in der Nähe des Konzert- und Theaterhauses

in einer ruhigen Seitenstraße. Die Fußgängerzone

sowie alle wichtigen Infrastruktureinrichtungen sind

schnell zu erreichen.

Trotz der günstigen Lage konnte längere Zeit kein

Käufer gefunden werden. Die Umbaumaßnahmen

des als Schulgebäude konzipierten Bauwerks wurden

von den Interessenten als zu umfangreich und zu

kostenintensiv eingeschätzt. Konzepte, deren Veränderungen

die denkmalwerten Eigenschaften erheblich

beeinträchtigten, fanden keine Zustimmung der

Denkmalbehörden. Jede Nutzungsänderung löst zudem

eine neue Bewertung des Bestandes hinsichtlich

der baurechtlichen Zulässigkeit, der notwendigen Abstände

zur ebenfalls bestehenden Nachbarbebauung,

des Brandschutzes, des Schallschutzes etc. aus.

158

Wuppertal Solingen Remscheid Region

Das jetzt durchgeführte Projekt sieht exklusives Wohnen

in dem stadtbildprägenden Bauwerk vor.

Hier können die besonderen Qualitäten des in guter Innenstadtlage

freistehenden Gebäudes wie die außergewöhnliche

Fassade, die großen, lichtdurchfl uteten

Klassenräume mit den entsprechenden Geschosshöhen,

der höherliegende Eingangsbereich etc. weiterhin

zur Geltung kommen. Trotz der als denkmalverträglich

zu bewertenden neuen Nutzung wurden in

der Planungsphase von Seiten des Denkmalschutzes

weitreichende Zugeständnisse bezüglich notwendiger

Veränderungen gemacht. So wird die Erschließung

des Gebäudes vollständig verändert. Um mehr Wohnfl

äche zur Hauptsonnenseite zu erhalten und den Anteil

an kostenintensiven Nutzfl ächen zu verringern,

wird die vorher als Pausenhalle genutzte „Treppenhaushalle“

den Wohnungen zugeordnet. Damit muss

auch das Haupttreppenhaus mit der zweiläufi gen

Treppe entfallen. Es entsteht eine neue, dreiläufi ge

Treppenanlage mit zusätzlichem Personenaufzug, die

so angeordnet wird, dass sie vom neuen Gebäudeeingang

von der Straßenseite aus erschlossen wird. Zur

Hofseite erhalten die Wohnungen vor die Fassade gesetzte

Balkone oder hinter den Fenstern angeordnete

Wintergärten.

Häufi g wird bei Nutzungsänderungen, auch bei denkmalgeschützten

Gebäuden, der vorgefundene Bestand

von Bauherrn und Planern als notwendiges

Übel betrachtet, das umfassend zu verändern und in

Funktion und Erscheinungsbild der neuen Nutzung

möglichst entsprechen soll. Die ehemalige Metallfachschule

Burgstraße 15 ist ein gelungenes Beispiel

dafür, dass die besondere Qualität der neuen Wohnnutzung

aus einem geschickten Umgang mit dem Bestand

resultiert.


Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Das Beispiel aus Solingen zeigt eindrücklich, wie in

qualitativ hochwertiger Weise die Umnutzung von

nicht mehr genutzten, unter Denkmalschutz stehenden

öffentlichen Gebäuden vorgenommen werden

kann.

Hierdurch erwächst die Chance, qualitativ hochwertiges

Wohnen auch in den Innenstädten anzubieten.

Viele historisch bedeutende Gebäude im Städtedreieck

bedürfen in den nächsten Jahren einer zukunftsorientierten

Neunutzung.

159


Service-Wohnen in denkmalgeschütztem Fachwerkhaus

Projekteinreichung: Stadt Solingen

Barometer:

Regionale Bedeutsamkeit

Beispielcharakter

Alleinstellungsmerkmal

Projektstatus

Neues Wohnen

Projektbeschreibung des Projektträgers:

Das 1653 als Richterhaus erbaute Gebäude Eschbachstraße

31-35 ist das größte Fachwerkhaus in Unterburg

und steht vollständig unter Denkmalschutz.

Das zuletzt als Wohn-Geschäftshaus genutzte Gebäude

stand seit Mitte der 1990er Jahre leer und konnte

- nach längerer Suche - 2006 verkauft werden. Der

neue Eigentümer sieht hier in elf neu zu erstellenden

Wohneinheiten das Betreiben einer Seniorenwohnanlage

vor, die nach dem Konzept des „Service-Wohnens“

funktioniert.

Die geplante Wohnform ist eine Verbindung zwischen

Wohnung und Altenheim. Es handelt sich um eine

bedarfs- und altengerechte Wohnanlage mit einem

modularen Angebot an wohnbegleitenden Service-

Dienstleistungen.

Diese Service-Dienstleistungen sollen eine selbständige

Lebensführung ermöglichen, auch wenn körperliche

oder geistige Beeinträchtigungen eintreten.

Geplant sind hier z.B. die Versorgung durch einen ambulanten

Pfl egedienst, Unterstützung bei der Haushaltsführung,

24-Stunden-Notrufbereitschaft, Fahrdienste

etc.

Darüber hinaus ist das weitgehend selbständige Wohnen

eine Alternative zu den „normalen Nachbarschaften“,

die zunehmend ungünstige Bedingungen für

ältere Menschen bieten. Es schafft ein zusätzliches

Angebot, das zwischen der familiären Unterstützung

in der angestammten Privatwohnung und der stationären

Heimpfl ege angesiedelt ist.

Im Vordergrund des gemeinschaftlichen Wohnprojektes

stehen neue Formen von Selbständigkeit. Durch

gemeinsame Aktivitäten und gegenseitige Unterstützung

wird ein Gemeinschaftsleben angestrebt, das

über ein unverbindliches nachbarschaftliches Zusammenleben

hinausgeht.

160

Wuppertal Solingen Remscheid Region

Im Mittelpunkt stehen weniger familienähnliche als

familienübergreifende Strukturen.

Die Wohnungen [Wohnfl ächen von ca. 31 bis 46 Quadratmetern]

erfüllen die Forderungen an die nachhaltige

und bewohnerorientierte Reduzierung von Barrieren

im Wohnungsbau [DIN 18 025 Teil 2] und damit die

Voraussetzungen für behindertengerechtes Wohnen.

Die Umnutzung erfolgt in enger Abstimmung mit den

Denkmalbehörden. Nach dem Entkernen des Gebäudes

wurde durch das Rheinische Amt für Denkmalpfl

ege eine Bauforschung durchgeführt mit dem Ergebnis,

dass das Gebäude noch über besonders viel

der Originalsubstanz aus der Erbauungszeit und den

Erweiterungsbauten aus dem 17. Jahrhundert verfügt.

Die geplante Umnutzung zu einer Wohnanlage für

Senioren sieht einen besonders behutsamen Umgang

mit dieser Originalsubstanz vor. So sollen die

Tragekonstruktion, Deckenbalken, Ausfachungen von

Innen- und Außenwänden, Fenster etc. erhalten bleiben.

Die natürlichen Baustoffe wie Lehm, Stroh und

Holz sollen in dem alten Gebäude ein Wohlfühlklima

schaffen, wie es in neuzeitlichen Bauten nicht erreicht

wird.

Über den Einsatz hochwertiger Wärmedämmmaterialien,

Erdwärme, Niedertemperaturheizungen, Kastenfenstern

etc. werden die Anforderungen der EnEv für

Neubauten gemäß Planung noch übertroffen. Ein Umsetzen

dieser Maßnahmen ist sicher auch beispielhaft

für anstehende Energiesparmaßnahmen an anderen

Fachwerkbauten.


Einschätzung der Bergischen Entwicklungsagentur:

Der demografi sche Wandel verlangt neue Organisationsformen

des Wohnens. Das Beispiel aus Solingen

dokumentiert den Bedarf an hochwertigen neuartigen

Seniorenwohnanlagen, die über ein breit gefächertes

Zusatzangebot verfügen.

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