Voith Paper Technology Center - Schwäbische Post

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Voith Paper Technology Center - Schwäbische Post

PAPER TECHNOLOGY CENTER

VOR ÜBER 175 JAHREN ARBEITETE J. MATTHÄUS VOITH DAS ERSTE MAL AN EINER PAPIERMASCHINE

Erfolgsstory: Voith und Papier

Im Jahre 1999 feierte die Papiermaschine

ihren 200. Geburtstag

– und seit 175 Jahren

ist Voith mit Papiermaschinen

verbunden. Mit der Papierherstellung

hatte Voith schon

vor der offiziellen Firmengründung

zu tun. 1824 überholte der

Schlosser und spätere Firmengründer

Johann Matthäus Voith

mit seinem Vater eine Heidenheimer

Papiermühle. 1830 arbeitet

J. Matthäus Voith dann

das erste Mal bei der Herstellung

einer Papiermaschine – damals

freilich besuchsweise in

Heilbronn, wo eine andere Firma

die Maschine für die Heidenheimer

Papiermühle Rau &

Voelter herstellte.

Eben jener Papierfabrikant

Heinrich Voelter war es, der mit

Johann Matthäus Voith die Papierherstellung

aus Holzschliff

auf industriellen Standard

brachte. Ab 1848 bauten Voelter

und Voith Holzschleifmaschinen

in Serie und Voith begann

schnell, eigene Patente weiterzuentwickeln.

Mit dem „Defibreur“

und dem „Raffineur“

entwickelte Voith zwei Geräte,

welche die Feinheit und Qualität

der Holzschliffmasse erheblich

verbesserten und dem Holzschliff

bei der Papierindustrie

zum Durchbruch verhalfen.

Der „Raffineur“ war 1869 übrigens

das erste Patent der Voith-

Firmengeschichte. Heute hält

Die PM 3 in Dagang ist mit 356 Metern dreieinhalbmal so lang wie ein Fußballfeld und die

längste Feinpapiermaschine der Welt.

ROHRLEITUNGEN UND BEHÄLTER FÜR DAS PTC

Von Althammer

Die Althammer GmbH

u. Co KG aus Heidenheim

wurde von der

Voith AG mit der Verrohrung

des gesamten Prozessleitungssystems

sowie der innen und

außen liegenden Behälter für das

Paper Technology Center beauftragt.

Die langjährigen Erfahrungen

und guten Referenzen

aus vielen anderen Großaufträgen

in der Papierindustrie

und für Voith waren ausschlaggebend

für die Vergabe an Althammer,

der Inhaber Helmut

Althammer ist Präsident der Industrie-

und Handelskammer

Ostwürttemberg.

Bereits im April 2005 wurde mit

der Fertigung der 50 Behälter

und Türme begonnen. Aus 250

Tonnen Edelstahl des Werkstoffs

„1.4404“ wurden bis Oktober

des gleichen Jahres die

Bütten zwischen einem und

1000 Kubikmeter, einer maximalen

Höhe von 16,5 Meter und

einem Einzelgewicht bis zu 40

Tonnen gebaut und montiert.

Die Konstruktion und der statische

Nachweis waren zuvor in

der hauseigenen CAD-Abteilung

erstellt worden. Aus dem

Werk in Heidenheim wurden

die Behälter teils fix und fertig

auf die Montagestelle angeliefert

oder als vorgefertigte Baugruppen

in größtmöglichen Teilen,

bis fünf Meter Breite geliefert

und vor Ort zusammengeschweißt.

Die Rohrleitungssysteme für

Stoffaufbereitung und die Pa-

Rohrleitungsbau – Althammer

war beim PTC dabei.

piermaschine wurden ebenso im

Werk in Heidenheim vorgefertigt,

so dass sich die Montage auf

das Einbringen der Spools und

das Schweißen der Montagenähte

beschränkte.

18 000 Meter Rohrleitungen aus

größtenteils eigener Produktion

in Werkstoffen 1.4404 / 1.4571

und Durchmessern zwischen

DN 8 und DN 800 sowie einem

Gesamtgewicht von 120 Tonnen

versorgen das „Herz“ des Paper

Valley. Zur Aufnahme der Leitungen

wurden 80 Tonnen Halterungen

aus Edelstahl konstruiert

und eingebaut.

Ein Kerngeschäft von Althammer:

Behälterbau.

1881: Voith lieferte die erste komplette Papiermaschine nach Gemmrigheim am Neckar an

die Papierfabrik Raithelhuber, Bezner und Compagnie aus.

Start der Werksvorfertigung war

im Juli 2005, Montagebeginn

auf der Baustelle im August und

Fertigstellung des Gesamtsystems

im Januar 2006 - rechtzeitig

vor der Inbetriebnahme.

Neben dem handwerklichen

Können der Behälterbauer und

Rohrleitungsmonteure sowie

der effizienten Steuerung und

Kontrolle der Abläufe und Termine

war auch die hervorragende

Zusammenarbeit mit dem

Voith-Projektteam ein Schlüssel

für ein erfolgreiches Projekt.

Durch das breite Leistungsspektrum

ist Althammer idealer

Partner der Papierindustrie.

Firmengeschichte:

1948 gründete Wilhelm Althammer

in Heidenheim eine

Kupferschmiede. Aus dem

Handwerksbetrieb entstand ein

mittelständisches Unternehmen,

das sich heute auf die Verarbeitung

von Edelstahl und anderen

hochwertigen Legierungen

spezialisiert hat. Geschweißte

Rohre, Behälter,

Apparate sowie komplette

Rohrleitungssysteme und deren

Montage sind die Erzeugnisse

und Leistungen, die Althammer

heute weltweit liefert. Sie werden

in der Prozesstechnik eingesetzt

– in der Papier- und Zellstoffindustrie,

der Chemie, der

Öl- und Gasindustrie, der Umwelttechnik,

der Wasser- und

Meerestechnologie, dem Schiffbau

und weiteren Feldern des

Maschinen- und Anlagenbaus.

www.althammer.de

allein Voith Paper rund 5000

Patente, im Durchschnitt kommen

pro Jahr über 200 neue Patente

dazu. Für die Forschung

weihte Voith 1871 erstmals eine

Versuchs-Holzschleiferei ein.

Das war quasi die „Urgroßmutter“

des Paper Technology Centers.

Im Jahre 1881 lieferte Voith

schließlich seine erste komplette

Papiermaschine aus. Die Papierfabrik

Raithelhuber, Bezner und

Compagnie in Gemmrigheim

am Neckar erhielt für gewaltige

70 000 Mark eine Maschine, die

in der Minute 34 Meter Tapetenpapier

herstellte. Nicht nur

die Gemmrigheimer Fabrik bestellte

schnell weitere Voith-Papiermaschinen

(und wird bis

heute von Voith beliefert): Im

Jahre 1900 lieferte Voith seine

25. Papiermaschine aus, eine

enorme Stückzahl für die Giganten,

die teils über 50 Jahre

lang in Betrieb bleiben können.

1913 startete Voith mit den ersten

weltweiten Rekorden: Mit

einer Breite von 5,20 Metern

galt eine nach Schweden gelieferte

Zeitungspapiermaschine

als größte ihrer Art. Voith baute

weiter: 1917 wurde die 200. Papiermaschine

geliefert, 1942 waren

es 570.

Bereits 1960 entwickelte Voith

mit dem Flotations-Deinking

ein verbessertes Verfahren, um

Altpapier von Druckfarben zu

befreien – ein Meilenstein auf

dem Weg, mehr Altpapier zu

verwenden. Die erste Papiermaschine,

die Zeitungspapier zu

100 Prozent aus Altpapier herstellte,

wurde 1993 in Schweden

in Betrieb genommen – und

stammt natürlich auch von

Voith.

Größer, schneller, mehr

Seit bald 100 Jahren stellt

Voith Papiermaschinenrekorde

auf. Die fangen bereits

mit der Größe an: 1961

reichten 8,30 Papierbreite zur

größten Zeitungspapiermaschine

Europas (Voith lieferte nach

Finnland), fünf Jahre später wa-

13

ren es schon neun Meter (Voith

lieferte nach Schweden), 1998

hatte die größte Feinpapiermaschine

der Welt schon 9,45 Meter

Breite zu bieten (Voith lieferte

in die USA).

Zurzeit liegt der Rekord bei 10,5

Meter breiten Papierbahnen –

und wird natürlich von Voith gehalten.

Für derartige Breiten

werden auch immer gewaltigere

Bauteile nötig: 1985 stellte

Voith den größten Glättzylinder

der Welt her – das 125-Tonnen-

Monster wurde in einem Stück

gegossen.

Fast noch wichtiger als die Breite

ist das Tempo der Papierbahn:

1881 schaffte die erste Voith-

Maschine 34 Meter pro Minute

– ein Wert, der sich bis zum

Zweiten Weltkrieg fast verzehnfacht

hatte. Aus 300 Metern

wurden 500 in der Minute, in

den 1970ern spuckten Papiermaschinen

erstmals einen Kilometer

Papier pro Minute aus.

Das Tempo wird immer höher

und die Rekorde purzeln immer

schneller:

1996 setzte Voith den Weltrekord

bei 1700 Metern/Minute,

schon ein Jahr später raste eine

Voith-Maschine auf 1912 Meter/Minute.

Die VPM 6 im Paper

Technology Center hat

schon in den ersten Wochen ihres

Betriebs gut 2000 Meter/Minute

geschafft – und ist in der

heutigen Form bis 3000 Meter/Minute

ausgelegt.

Immer breiter und immer

schneller summiert sich zu immer

mehr: Neben den 1996 in

Dagang/China gebauten Voith-

Papiermaschinen gilt die 1997

von Voith gebaute „Triple Star

Austria“ als leistungsfähigste Papiermaschine

der Welt. Sie

schafft 2605 Tonnen am Tag.

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