InfoRetica - RhB

rhb.ch

InfoRetica - RhB

fraujoch/Schilthorn bei den Dreharbeiten zu 007 usw.),

auf den Seen für die ganz grossen Feuerwerke wie früher

das Fête de Genève oder das Zürifäscht. In letzter Vergangenheit

waren es aber auch Anlässe wie ein Schaffusia,

wo wir eine Eisenbahnbrücke auf einer Länge von

ca. 80 Meter mit einem grossen Silberwasserfall bestückten,

welcher dann bis auf das Wasser runter fiel.

Für die Eröffnung des Nationalstadions in Bern haben

wir Tage zum voraus die Linien des Spielfelds mit kleinen

Blinklichtern bestückt und auf einen Schlag über

2000 Blinker gezündet, welche das Spielfeld nachgezeichnet

haben. Aber auch kleinere Anfragen sind für

uns manchmal schwierig umzusetzen, da der Kunde

zum Teil auch Wünsche einbringt, die wir unter Berücksichtigung

der Sicherheit versuchen entsprechend umzusetzen.

ER: Welches war das schönste Feuerwerk? Gibt

es Bilder davon? Wie lange dauerte das längste

Feuerwerk?

TH: Es gibt viele schöne Feuerwerke die wir im Verlaufe

der letzten Jahre gemacht haben. Je nach Szenario des

Ortes oder des Platzes wirken die Feuerwerke sehr unterschiedlich.

Wenn wir auf dem Wasser schiessen, dann

hat man oftmals Spiegelungen vom Effekt im Wasser,

was natürlich zusätzlich für schöne Stimmung sorgt. Wir

haben eine Vielzahl von Bildern und produzieren auch

jedes Jahr einen schönen Feuerwerkskalender mit den

aktuellsten Feuerwerksbildern. Das längste Feuerwerk,

das wir geschossen haben, dauerte ca. 40 Minuten Aber

für das Publikum sind solch lange Feuerwerke relativ

anstrengend zum Zuschauen. In der Regel dauern die

ganz grossen Feuerwerke nicht länger als 30 Minuten.

ER: Die Technik verbessert sich ja laufend. Welche

Entwicklung gab es bei den Feuerwerken? Was wird

in den nächsten Jahren noch umgesetzt?

TH: Seitens der Technik gibt es grosse Fortschritte im

Bereich des Zündmaterials d. h. mit den modernen

Rhätische Bahn InfoRetica, Nr. 2 / 2012

Funkzündanlagen ist man in der Lage, aus weiter Distanz

die Effekte auszulösen ohne Kabelverbindungen

herstellen zu müssen. Auf der Seite der Pyrotechnik

gibt es noch gewisse Wünsche, welche man versucht zu

erfüllen.

ER: Gab es schon Unfälle?

TH: Unfälle von professionellen Feuerwerken gab es in

den letzten Jahren in der Schweiz zum Glück keine. Unfälle

aus Fabriken in China gibt es trotz den erhöhten

Sicherheitsstandards und Qualitätskontrollen immer

wieder (im Schnitt alle zwei Jahre).

Unfälle mit herkömmlichen Kleinfeuerwerksartikeln gibt

es aber öfters, da die Leute oftmals die Sicherheitshinweise

nicht beachten oder irgendwelche Böller oder

ähnliches selber herstellen wollen.

ER: Welchen Tipp gibt es vom Fachmann für den

Besuch eines Feuerwerks? Wo sind die besten Standorte?

Was sollte sonst noch beachtet werden?

TH: Es gibt für jedes Feuerwerk einen Mindestabstand,

den der Feuerwerker gegenüber dem Zuschauer einhalten

muss. Ich empfehle jedem Zuschauer mindestens

400 Meter weit weg zu stehen, um das Feuerwerk aus

Sicht eines Weitwinkelobjektivs betrachten zu können.

Erst aus dieser Perspektive kann man die Gesamtheit eines

Feuerwerks erfassen und geniessen. Wenn ein Feuerwerk

alljährlich stattfindet, dann empfehle ich auch

den Standort zum Zuschauen mal zu wechseln, d. h.

vielleicht aus einer grösseren Entfernung auf einem erhöhten

Standort das Feuerwerk zu schauen etc.

ER: Licht und Feuerwerk, ist das die neue Formel?

In der Rheinschlucht sind ja auch Licht-Projektionen

geplant.

TH: Für uns im Speziellen werden wir vermehrt mit Pyrotechnik

und Projektionen arbeiten, weil wir ein zusätzliches

Element einbringen können welches eine schöne

Kombination darstellt.

15

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine