KV zÜriCh BuSineSS SChool: moTor der wirTschafT

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KV zÜriCh BuSineSS SChool: moTor der wirTschafT

quote erklärt sich unter anderem damit, dass die Maturität

prüfungsfreien Zutritt zu den universitären Hochschulen gewährt.

Die hohe Qualität unserer Zürcher Hochschulen, Universität

und ETH bedingt, dass die Qualität der Matura hoch

gehalten werden muss. Und ein hohes Qualitätsniveau der

Matura setzt eine starke Berufsbildung voraus.

Chancen der Berufsbildung. Im Kanton Zürich steigen zwei Drittel

der Jugendlichen über die Berufsbildung in die Arbeitswelt

ein. Ein Blick auf den Lehrstellenmarkt zeigt ein erfreuliches

Bild: Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage ist es gelungen,

das Lehrstellenangebot Jahr für Jahr zu erhöhen. 2011

wurden erstmals über 12 000 Lehrverträge abgeschlossen.

Gemäss aktueller Entwicklung dürfte diese Zahl 2012 übertroffen

werden. Per Ende Juni wurden rund 11 200 Lehrverträge

abgeschlossen, 1225 Lehrstellen waren noch offen. Ein Grund

für die hohe Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist die Tatsache,

dass sich die Berufsbildung für die Betriebe rentiert.

Gemäss der neusten Studie der Universität Bern lohnt sich

die Lehrlingsausbildung für die Schweizer Unternehmen, und

dies ist besonders in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ganz

wichtig. In den nächsten Jahren besteht für die Berufsbildung

die Herausforderung, dass sich weiterhin leistungsstarke Jugendliche

für eine berufliche Grundbildung beispielsweise

im KV-Bereich entscheiden. Mit der Einführung der Berufsmaturität,

der Passerellen-Prüfung, die den Zutritt an die universitären

Hochschulen öffnet, und des zweisprachigen Unterrichts

sind wichtige Schritte zur Attraktivitätssteigerung der

Berufsbildung gemacht worden. Doch noch sind diese Möglichkeiten

nicht allen bekannt. Insbesondere Eltern und Personen

aus einer anderen Bildungskultur verkennen das hohe

Anspruchsniveau und die Karrieremöglichkeiten der Berufsbildung.

Wirtschaft braucht beide Wege. «Die besten Schülerinnen und

Schüler gehen ins Gymnasium, für die übrigen gibt es die Berufslehre.»

Diese Vorstellung ist längst überholt und je mehr

Jugendliche in den Gymnasien wären, desto weniger würde

sie stimmen. Die Betriebe brauchen einen optimalen Mix unterschiedlicher

Talente. Deshalb ist die Kombination von

zwei starken Systemen, Mittelschule und Berufsbildung,

die grosse Stärke unseres Landes. Dank diesen zwei unterschiedlichen,

aber gleichwertigen Systemen erhalten die

Jugendlichen je nach Neigungen und Fähigkeiten optimale

Lernmöglichkeiten. Umgekehrt können die Betriebe auf unterschiedlich

ausgebildete Personen zurückgreifen. Dies zeigt

sich beispielsweise sehr gut im KV-Bereich: Wer eine kaufmännische

Grundbildung absolviert, lernt bereits mit 16 Jahren

die Anforderungen der Arbeitswelt kennen. Mit der gene-

ralistischen Ausrichtung des Berufs wird aber auch viel

Allgemeinbildung «getankt». Das anschliessende Angebot an

Höherer Berufsbildung und Fachhochschulen lässt dann eine

Spezialisierung auf hohem Niveau zu. Punkto Mobilität und internationaler

Anerkennung der Schweizer Berufsabschlüsse im

Ausland gibt es Aufholbedarf. Bund und Kantone sind hier auf

private Anbieter wie die KV-Verbände angewiesen, die mithelfen,

das System – beispielsweise bei von internationalem Management

geführten Unternehmungen – besser zu verankern.

Um die genannten Herausforderungen zu meistern, sind Information

und Kommunikation zentral. Wir müssen den

volkswirtschaftlichen Nutzen, die Leistungsfähigkeit des gesamten

Bildungssystems und der Bildungswege aufzeigen.

Genauso wichtig ist die Zusammenarbeit mit Wirtschaft und

Politik – auf der operativen und strategischen Ebene, wie wir

es im Kanton Zürich mit der jährlichen Lehrstellenkonferenz

oder der Konferenz Berufsbildung machen. Der KV Zürich ist

dabei immer mit von der Partie. Wir brauchen Spezialisten

und Generalisten. Die Talente von heute sind Voraussetzung

für den Unternehmenserfolg von morgen. Betriebe und Berufsfachschulen

tragen in hohem Masse zur Talentförderung bei.

Wer Jugendliche gewinnen will, braucht ein attraktives Berufsbild,

muss seine Lernenden gut betreuen und ermöglicht den

Besten die Berufsmaturität, die bilinguale Berufsfachschule

oder die Teilnahme an einer Berufsmeisterschaft.

Marc Kummer ist seit 2007 Amtschef

des Mittelschul- und Berufsbildungsamts

Kanton Zürich. Werdegang: Direktor am

Strickhof, Studium der Agrarwissenschaft an

der ETH Zürich sowie Nachdiplomstudium in Betriebswissenschaften

und Lehramt an Berufs-/Fachschulen und höheren Lehranstalten

ebenfalls an der ETH, vorher Kanto-nale Maturitätsschule

für Erwachsene und kaufmännische Lehre bei der Zürcher Kantonalbank.

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