ISSN-0931-5659 34. Jahrgang - THW Schwandorf

thwschwandorf

ISSN-0931-5659 34. Jahrgang - THW Schwandorf

ISSN-0931-5659

34. Jahrgang


Liebe THW-Kameraden und –Kameradinnen,

liebe Leserinnen und Leser,

Anerkennung - spontan und glaubwürdig – ist

Glücksmoment für denjenigen, der sie bekommt.

In Zeiten akuter Not, wie sie Naturkatastrophen

verursachen, geschieht das auf die unterschiedlichste

Weise. Ein Blick, ein Wort, eine Geste –

viele Variationen gibt es.

Das Hochwasser ist so eine Situation und deshalb

stehen hier zwei besondere Beispiele für

spontanen Dank.

Herausgeber

Der Landesbeauftragte für Bayern der

Bundesanstalt Technisches Hilfswerk

Hedwig-Dransfeld-Allee 11

80637 München

Tel. 089 - 159151 - 110

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Siglinde Schneider-Fuchs

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Redaktionsinformation

Manuskripte und Bilder nur an

Redaktion oder Regionalredakteure.

Mit Namen gezeichnete Beiträge

THW-Journal Bayern 1/2013

Das erste Beispiel ist die Kinderzeichnung. „Liebes

THW, ich bedanke mich für die Hilfe – Pascale R.“

kann man darauf lesen und einen Radlader erkennen

– vielleicht hat das Kind gesehen, wie damit der dicke Schlamm weggeschoben worden ist. „Danke, dass ihr uns helft,

ohne Euch wären wir alle schon ertrunken. Hoffentlich helft Ihr uns weiterhin. Eure Sara.“ Das Bild, auf dem der Satz stand, zeigte

viel Wasser, zur Hälfte in Rot und zur Hälfte in Blau gemalt. Aber es gab auch eine Sonne und viele rote Herzen.

Die Dankeschön-Worte, die Bundesinnenminister Dr. Friedrich den Menschen im THW bei seinem Besuch in Deggendorf mitgegeben

hat, gibt es auch als Audiospur: „Sagen Sie allen ganz herzlichen Dank, vorbildlicher Einsatz. Wir sind alle ganz stolz auf

unser Technisches Hilfswerk und all das, was wir im Grunde an löblichen Dingen über die Jahre gesagt haben, hat sich in diesem

Hochwasser bewahrheitet.“

Mit sehr viel Vertrauen in alle, die helfen, bedankte sich ein Kind, das einen Stern sprechen ließ (gemalt in Rot und Blau und Gelb):

„Wir glauben an Euch, ohne Euch wäre es noch schlimmer. Danke“.

Die Hilfsbereitschaft ist stark. Bleibt zu hoffen, dass nicht nur den Hochwasseropfern geholfen wird,

sondern dass auch dafür mehr vorgesorgt wird, was das Ehrenamt braucht, um helfen zu können:

Ausstattung, Ausrüstung, Ausbildung.

In diesem Sinne wünsche ich allen im und am THW eine gute Zeit

geben die Meinung der Verfasser wieder.

Nachdruck einzelner Beiträge,

auch im Auszug, nur mit Quellenangabe

und mit Genehmigung der

Redaktion gestattet. Kürzungen

eingesandter Manuskripte bleiben der

Redaktion vorbehalten.

Erscheinungsweise

Zweimal jährlich im 34. Jahrgang

Anmerkung

Obwohl abgebildete Personen nicht

immer mit vorschriftsmäßiger

persönlicher Schutzausrüstung

bekleidet sind, hält die Redaktion

den Druck der Bilder zur Illustration von

Berichten für erforderlich.

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Gestaltung Bernhard Münch

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THW-JOURNAL BY 1/2013 3


Der Landessprecher für Bayern, Rudolf Skalitzky

Liebe bayerische THW-Familie,

4 THW-JOURNAL BY 1/2013

THW

die Aussetzung der Wehrpflicht hat im THW einen Wandlungsprozess in Gang gesetzt, der unsere Einsatzorganisation grundsätzlich

verändern wird. Insbesondere bezüglich der Mitwirkung jedes Einzelnen haben sich große Veränderungen ergeben. Jede

Helferin, jeder Helfer übt freiwillig das wichtige Ehrenamt als Beitrag zur inneren Sicherheit unseres Staates aus.

Unser Augenmerk muss sich jetzt auf den Helfererhalt konzentrieren. Die hervorragende Jugendarbeit unserer bayerischen

THW- Jugend bietet uns zwar eine gute Basis, aber wir müssen unseren Organisationsangehörigen den Aufenthalt in unserer

Bundesanstalt so attraktiv wie möglich gestalten.

Besonders bei der Ausbildung sind Ausbilder und Führungskräfte gefordert, zum einen gute Kenntnisse zu vermitteln, zum

anderen aber auch einen gewissen „Unterhaltungswert“ zu erreichen, der Spaß am Dienst und damit eine gewisse Bindung an

das THW bringt. Externe Anerkennung der Qualifikationen, aber auch die Einbindung in das lokale Einsatzgeschehen und die

Möglichkeit, gelegentlich in anderen Ländern zu helfen und tätig zu sein, sind weitere attraktive Anreize, die aber auch eröffnet

werden müssen.

Auch die Kameradschaftspflege, die die Zusammengehörigkeit in der Einheit und im Ortsverband stärkt, ist ein wichtiger Faktor

im Themenkreis Motivation und Helfererhalt. Auch hier sind wir gefordert, Ideen zu entwickeln, bürokratische Hindernisse aus

dem Weg zu räumen und unseren HelferInnen nicht nur „Unterkunft“, sondern in gewissem Sinne auch eine soziale Heimat im

THW-Heim“ zu bieten und an den „Heimat-OV“ zu binden, ohne das Gesamt-THW aus den Augen zu verlieren.

Der gesetzliche Auftrag des THW wird sich nicht grundsätzlich ändern, aber die Möglichkeiten der Mitgestaltung, die Formen

der Mitwirkung in der Organisation müssen sich ändern und dem Engagement unserer mündigen Staatsbürger gerecht werden.

Die Neufassung der THW-Richtlinie ist bereits initiiert. Dabei wird im Einsatz sicher weiterhin die Auftragsabarbeitung im Vordergrund

stehen. Bei der Gestaltung unserer Organisation, ihrer Strukturen und Abläufe muss dem Ehrenamt mehr Mitsprache,

ja Mitbestimmung eingeräumt werden.

In den bisherigen beratenden Gremien, allen voran der „Landessprecherkonferenz“ und dem Bundesausschuss, ist eine demokratische

Basis für die ehrenamtliche Mitwirkung nicht gegeben. In allen künftigen Gremien müssen sich die Vertreter der Länder

entsprechend der mitwirkenden HelferInnen einbringen und für deren Anforderungen und Bedürfnisse durchsetzen können und

dies muss in Richtlinien und Verordnungen umgesetzt werden.

Das THW braucht Demokratie!

Es gibt weiterhin viel zu tun!

Trotzdem viel Spaß in unserem bayerischen THW.

Rudi Skalitzky

Landessprecher für Bayern

Email: Rudolf.Skalitzky@THW.de


Der Landesbeauftragte für Bayern, Dr. Fritz-Helge Voß

Liebe bayerische THW-Familie,

6 THW-JOURNAL BY 1/2013

THW

Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe befindet sich unserer Landesverband nach wie vor stark im Einsatz. Seit dem 30. Mai bekämpfen

wir gemeinsam mit allen Partnern in der Gefahrenabwehr eines der größten Hochwasser in der bayerischen Geschichte

und seine Folgen.

Aktuell haben wir gerade 67 Ortsverbände unmittelbar im Einsatz. Auf die Einsatzzeit verteilt waren 111 Ortsverbände eingebunden,

wenn auch manche nur in Alarm-Bereitschaft gewesen sind. Die Einsatzschwerpunkte sind Schadensbewältigung in der

Stadt Passau und im schwer betroffenen Landkreis Deggendorf, in dem immer noch Katastrophenalarm herrscht.

In den letzten Tagen habe ich so oft wie möglich mich unmittelbar an die Orte des Geschehens begeben. Ich war immer unwahrscheinlich

stolz darauf und bin es auch noch, wenn unsere Farben gemeinsam mit den Partnern überall an den Brennpunkten zu

sehen waren. Und sie waren überall zu sehen! Es waren die Leistungen jedes Einzelnen und der Wille, die anstehenden Aufgaben

gemeinsam anzupacken, die die Grundlagen für den Einsatzerfolg gelegt haben. Das Können und die Entschlossenheit, sich den

schwierigen Herausforderungen zu stellen, zeichnen uns aus. So konnten wir immer zuverlässig unseren Teil tun, um unsere

Heimat zu schützen.

An vielen Einsatzstellen habe ich gespürt, wie die Menschen, denen wir helfen konnten, dankbar waren und Zuversicht gewonnen

haben. Ich weiß, dass wir unzählige Kuchen, Wurstsemmeln und Kaffes als Zeichen der Dankbarkeit bekommen haben. Es tut

gut, dies so zu sehen. Diese Anerkennung ist aus meiner Sicht hochverdient.

In der schwer betroffenen Stadt Passau hatte ich am 4. Juni die Gelegenheit, der Bundeskanzlerin unseren Einsatz in Bayern zu

erläutern und konnte ihr auf Nachfrage versichern, dass wir in der Lage sind, trotz hoher Einsatzeinbindung weitere Kräfte zu

mobilisieren, und ihr so unser hohes Leistungspotenzial zu verdeutlichen.

Ministerpräsident Horst Seehofer ließ es sich nicht nehmen, mir in einem kurzen persönlichen Gespräch für den Einsatz des

bayerischen THW zu danken. Besonders beeindruckt zeigte er sich davon, mit welcher Ruhe, Souveränität und Zuverlässigkeit

wir die uns gestellten Einsatzaufträge erfüllen.

Jeder von uns weiß, wie viel er oder sie geleistet hat und hat damit erfahren, was in uns steckt. Dies ist für alles Weitere ein

gutes Fundament.

Treu Helfen Wir

Dr. Fritz-Helge Voß

Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt sich von Oberbürgermeister Jürgen

Dupper, Passau, die Lage der Menschen und der Stadt schildern. Ministerpräsident

Horst Seehofer, Bundesinnenminister Dr. Friedrich und THW-

Landesbeauftragter Dr. Voß haben sie begleitet. Umringt sind alle von

Berichterstattern der unterschiedlichsten Medien.


Hochwasser und

seine Folgen – das

beherrschende

Thema im Frühsommer

2013.

Bei Drucklegung dieser Ausgabe

war es noch nicht abgearbeitet

- die Berichte stellen

entweder Momentaufnahmen

zu einem Stichtag (bayerische/

bundesweite Einsatzstatistik)

und/oder Einsatzbilanzen einiger

der beteiligten THW-Ortsverbände

dar.

Die Herausforderungen für tausende

von Einsatzkräften werden

andauern – nicht nur im

Zusammenhang mit Wetterlagen.

Auch die notwendige Hilfeleistung,

die aus der Situation

entsteht, die das Wasser zurücklässt,

wenn es abgeflossen ist,

werden noch viel Zeit und Kraft

beanspruchen.

Den Frauen und Männern, die

aus ihrem persönlichen Alltag

heraus in diesen Einsatz

gegangen sind, waren neben

aller Konzentration auf den jeweiligen

Auftrag und die körperliche

Belastung, die daraus

erwächst, Not und Verzweiflung

im und nach dem Hochwasser

theoretisch bewusst. In der Praxis

bedeutet das eine besondere

Art von Miterleben und damit

auch Mitfühlen.

8 THW-JOURNAL BY 1/2013

Wasser in der Stadt - vieles erinnerte

an vergangene Jahre - doch so

weit reichte keine Erinnerung: 1501

gab es am Himmelfahrtstag auch

ein „schröckliches Wasser“ . Einen

Vergleich gibt es nicht, nur die

Erkenntnis, dass Wasser sich immer

noch seinen Weg sucht...

Die gemeinsamen Erfahrungen

aus den ersten elf Einsatztagen

beinhalten auch sehr viel positive

Empfindungen neben aller

Sachlichkeit und angewandter

Kompetenz. Die spontane Dankbarkeit

der Menschen, denen die

Hilfe galt, ist groß. Das äußerte

sich in vielfältiger Weise – von

einer Tasse Kaffee – wenn möglich

– über die tätige Mithilfe bis

zu den rührenden Kinderzeichnungen,

die an Auto fenstern

oder Türen von Einsatzfahrzeugen

befestigt waren.

Eindrucksvoll ist das Einsatz-Bild

das in den Medien gezeigt wird

und die Fotos sprechen eine

deutliche Sprache. Sie berichten

auch, dass Hochwasser sehr verschieden

wahrgenommen werden

kann.

Zahlen und Daten

Die Statistik sagt aus, dass zum

Stichtag 10. Juni über 7.000

THW-Einsatzkräfte aus dem

ganzen Bundesgebiet in den

THW

Hochwassergebieten im Einsatz

waren. Bedingt durch die

notwendigen Ablösungen der

Einsatzkräfte liegt die Zahl derer,

die schon in den ersten zehn

Tagen aktiv an der Bewältigung

der Naturkatastrophe beteiligt

waren, natürlich um ein Vielfaches

höher.

Die Aufgabenvielfalt reichte von

der Ölschadenbekämpfung über


Unterstützung der Einsatzstäbe

auf unterschiedlichen Ebenen

mit Fachberatern, Unterstützung

von Evakuierungsmaßnahmen,

Einsatz von mobilen Hochwasserpegeln,

Stromversorgung,

Abstützmaßnahmen und Stegebau

bis zur Versorgung von

Einsatzkräften und allgemeinen

Hochwasserschutzmaßnahmen.

Die Unterstützung von Einsatzsicherungssystemen

gehörte

ebenso dazu.

Die Lagemeldung im Leitungs-

und Koordinierungsstab (LuK)

des THW-Landesverbandes

hielt fest: „Aufträge für Organisationseinheiten

aus eigenem

Verantwortungsbereich:

Komplette Sandsacklogistik,

Treibgutbeseitigung, Häuserschutz,

Dammsicherung, Pumparbeiten,

Sicherungs- und

Unterstützungsmaßnahmen,

Räumarbeiten, Beleuchtung der

Einsatzstellen, Abstütz-System-

Holz ASH, Ölschaden / Ölwehr.

Insgesamt sind in diesen Tagen

111 bayerische THW-Ortsverbände

beteiligt gewesen – so

viele gibt es in Bayern. Die Einsatzschwerpunkte

in Bayern

lagen im Süden und Osten. 21

Kreisverwaltungsbehörden hatte

nach Angaben des Innenministeriums

den Katastrophenfall

festgestellt.

Das Bayerische Staatsministerium

des Innern benannte die

Zahl der evakuierten Personen

mit ca. 13.600. Die Evakuierungen

dauerten unterschiedlich

lange, je nach Bewohnbarkeit

der betroffenen Häuser.

Bei der Menge der eingesetzten

Kräfte steht selbstverständlich

die Feuerwehr an der Spitze,

gefolgt von den Sanitätsorganisationen

und dem THW. Die

Bayerische Polizei und die Bundeswehr

hatten vergleichbare

Stärkemeldungen, gefolgt von

der Wasserwacht, der Bundespolizei

und der Bergwacht sowie

der DLRG. In absoluten Zahlen

ausgedrückt bedeutet das

ca. 54.000 ehrenamtliche und

6.300 berufliche Einsatzkräfte.

10 THW-JOURNAL BY 1/2013

Die Notwendigkeit der Ablösungen

ergibt sich nicht nur aus

den persönlichen Belastungsgrenzen

und Ruhezeitvorschriften

sondern auch daraus,

dass Ehrenamtliche in der Regel

einen Arbeitgeber haben, der

seine Mitarbeiter nicht beliebig

lange entbehren kann. sf

THW in Passau

weiterhin im

Einsatz

Die nachstehende Einsatzbetrachtung

ist vom 7. Juni:

In Passau sinken die Pegel

von Donau und Inn langsam.

Er hatte die Höchstmarke von

2002 überschritten. Jetzt muss

aufgeräumt werden. Die Frauen

und Männer des THW helfen zusammen

mit den Einsatzkräften

von Feuerwehr, Rotem Kreuz,

Malteser, Bundeswehr und unzähligen

freiwilligen Helfern der

Bevölkerung, damit die Stadt

schnellstmöglich wieder zum

Normalzustand zurückkehren

kann.

Mehrere THW-Ortsverbände

rückten im Laufe der Woche an,

um mit schwerem Räumgerät die

Straßen wieder frei zu machen,

vollgelaufene Tiefgaragen und

Keller mittels Hochleistungspumpen

zu entwässern und

betroffenen Haushalten beim

Ausräumen ihrer Habe aus den

unteren Stockwerken der Häuser

zu helfen. Die THW-Kräfte

mit ihren blauen Fahrzeugen er-

fahren dabei eine große Dankbarkeit

aus der Bevölkerung.

Öl in Kellerräumen erfordert

spezielle Behandlung

In vielen Kellern sind die Öltanks

beschädigt worden und

der Inhalt ergoss sich in das eindringende

Wasser. Mittels großer

Ölabscheider, sogenannter

Seperationscontainer, wird das

kontaminierte Wasser vom Öl

befreit.

Die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen,

von der sechs

Einheiten in Passau sind, ist in

diesen Tagen sehr gefragt. Die

Donau musste erst zu einem

Pegel von etwa neun Meter sinken,

damit Pumparbeiten in der

Passauer Innenstadt begonnen

werden konnten. Seitdem sind

sämtliche Hochleistungs- und

Tauchpumpen des THW und der

Feuerwehren im Einsatz.

2 Meter hohe Schlammberge

Vor allem der Inn brachte mit

dem Wasser auch viel Schlamm.

Das Wasser zog sich zurück,

doch die Schlammberge blieben

in den Straßen Passaus

zurück. Mehrere Einheiten der

Fachgruppe Räumen mit ihren

schweren Radladern sind

dabei, die bis zu zwei Meter

hohen Berge zu räumen. Die

Schlammberge werden dabei

immer wieder befeuchtet, um

ein Aushärten zu verhindern.

Als Anlaufstelle für sämtliche

Einsatzkräfte sowie die Übernachtungs-

und Verpflegungsstelle

dient die Dreiländerhalle,

die Messehalle von Passau.

THW

Hier wurden mehrere hundert

Feldbetten aufgestellt und eine

große Küche für 24 Stunden Essensausgabe

eingerichtet. Duschen

wurden für die Helfer von

einem anliegendem Hotel und

einem Schwimmbad zur Verfügung

gestellt.

Das Engagement des THW in

Passau läuft im Moment noch

auf Hochtouren. Wann der Einsatz

beendet wird ist zurzeit

noch nicht klar.

Konstantin Wamser - reda

koordinierte Hilfe im Chaos


Obernburger Fachgruppe Ölschaden im ersten Einsatz dieser Ausstattung

„Ihre Spezialausstattung und

ihre Fachkompetenz sind immer

dann gefragt, wenn in

Hochwasserlagen oder bei Ölschäden

erheblichen Ausmaßes

Gefahr für Mensch und Umwelt

besteht. Doch auch in der alltäglichen

Gefahrenabwehr stellen

die Fachgruppen Ölschaden

des THW mit ihrer spezialisierten

Ausstattung einen wesentlichen

Beitrag dar.“

Dienstag, 4. Juni, um 11.29 Uhr,

Alarm über die Integrierte Leitstelle

Untermain für die Fachgruppe

(FGr) Ölschaden des

Ortsverbands Obernburg: „Einsatz

der Fachgruppe in Passau.

Marschbereitschaft herstellen“.

Im Juni 2011 wurde die amtliche

Ausstattung der FGr Obernburg

nach über zwölf Jahren „Platzhalterlösungen“

ausgeliefert.

Seitdem betrieben die Helferinnen

und Helfer um Gruppenführer

Benedikt Heyder intensiv

Ausbildung mit dem umfangreichenGerät.

Im Hochwasser an der Donau

bot sich die erste Möglichkeit,

das Erlernte unter Beweis zu

stellen und das Konzept der

Fachgruppe im Einsatz auf Herz

und Nieren zu testen.

Die erste Herausforderung war,

den Transport der Ausstattung

12 THW-JOURNAL BY 1/2013

in das Schadensgebiet zu organisieren.

Problematisch ist die

Tatsache, dass vom THW für die

drei Wechselbehälter, in denen

Gerät und Ausstattung untergebracht

sind, nur Transportkapazitäten

für zwei Behälter zur

Verfügung stehen. Es ließ sich

kurzfristig organisieren, dass

(über Geschäftsstelle und Landesverband)

ein zusätzlicher

Anhänger der FGr Öl in Frankfurt

zur Verfügung gestellt worden

ist.

In Passau eingetroffen, hat das

Obernburger Team unter Leitung

von Zugführer (ZFü )Andre

Stark zunächst in der Stadt

Ölschäden erkundet und in

Zusammenarbeit mit den Einheiten

der Feuerwehr Teisnach

und Zwiesel unter KBI Johann

Achatz beseitigt und das abgepumpte

Öl-Wassergemisch

der FGr Ölschaden aus Kelheim

zugeführt.

Nachdem im Bereich Deggendorf

die Pegel gefallen waren,

wurde auch dort der Einsatz einer

FGr Ölschaden notwendig.

Nach Erkundung der Schadenslage

und Fachberatung des

diensthabenden Örtlichen Einsatzleiters

(ÖEL) in Deggendorf

durch ZFü Andre Stark wurde

die Obernburger Mannschaft

nach Deggendorf verlegt. Stark

Das Öl-Wassergemisch wird

mit gewerblichen Saugwagen

angeliefert und in offene Tanks

zur Beruhigung eingefüllt. Von

den Tanks aus wird das Öl-Wasser

Gemisch in die Separationsanlage

(Sepcon) (rechts) gepumpt.

wurde in die Arbeitsgruppe Ölschaden

berufen, die vom Deggendorfer

Stadtbrandmeister

Bernd App geleitet wurde und

die sich verantwortlich um alle

Ölschäden im Landkreis Deggendorf

zu kümmern hatte.

Nach dem Aufbau der SEPCON,

einer Separationsanlage, die

bundesweit im THW nur achtmal

vorhanden ist, konnte mit

der Separierung des Öl-Wasser-

Gemisches begonnen werden,

welches von den Einsatzkräften

im überfluteten Schadensgebiet

abgepumpt und mittels 15

Pumpsaugwagen zur Separationsanlage

transportiert wurde.

Für Koordination der Saugwagen

sowie der eingesetzten

Trupps vor Ort wurde ein Führungstrupp

der FGr FK (Führung

und Kommunikation) Marktheidenfeld

angefordert, der unter

Leitung von FK-Führer Kai Müller

das Obernburger Team hervorragend

unterstützte.

Fachinformationen zur Anlage

Innerhalb der ersten vier Tage

(bis Redaktionsschluss) wurden

mehr als 560.000 Liter Öl/Wassergemisch

separiert und dabei

ca. 35.000 Liter (Heiz-)Öl zurückgewonnen.

Das Wasser, welches

vom Herzstück der Ausstattung,

des Separationscontainers (Sepcon)

gereinigt wurde, hat einen

nahezu 100%igen Reinheitsgrad

und kann somit direkt in

das öffentliche Abwassernetz

bzw. in freies Gewässer eingebracht

werden. Dieses belegen

laufende Messungen, die von

den Fachkräften dieser Einheit

durchgeführt werden. Weiter-

THW

gehend werden zur Nachweisführung

sog. Rückstellproben

gezogen, die auf Anforderung

den Wasserschutzbehörden

übergeben werden können.

Mit der Großseparationsanlage

SEPCON 40 verfügt das THW

über eine vielseitige Komponente

im Bereich der Ölunfallbekämpfung.

Die Anlagen sind

dafür ausgelegt, auch viskosere

Öl-Wasser-Gemische zu trennen.

Bei einem maximal verbleibenden

Ölgehalt von 15ppm

(parts per Million - in 1.000.000

Teilen Auslaufwasser sind max.

15 Teile Restöl im Rücklaufwasser)

werden so manuelle Anlagen

deutlich übertroffen.

Das Funktionsprinzip der Anlage

entspricht einer computerüberwachtenSchwerkraftabscheidung

mit einer

Koaleszenz-Komponente. Dabei

wird das Öl-Wassergemisch in

einem Prozesstank durch ein

Koaleszenzmaterial durchgeführt.

Aufgrund der begrenzten

Löslichkeit und unterschiedlichen

Dichte von Wasser und

Öl erfolgt hier die Trennung. Unterstützt

von Sensoren erfolgt

anschließend die Abtrennung

in den beiden Öl-Domen. Um

Effekte der Emulgation zu verringern,

erfolgt die Zuführung

des Gemisches ausschließlich

mit Drehkolbenpumpen.

Es gibt drei Fachgruppen-Typen:

Die Fachgruppe Ölschaden


Das per Pumpwagen angelieferte Öl-Wassergemisch hat hohe Anteile von

Heizöl, was die Farbe deutlich zeigt.

Fotos: Andre Stark

Typ C bekämpft und beseitigt

Ölschäden, füllt Öle um, fängt

ausgelaufenes Öl auf und separiert

Öl-Wassergemische hauptsächlich

im Bereich der Binnengewässer.

Sie unterstützt die

Fachgruppen Typ A und B.

Resümee

Als Resümee hat sich die Konzeption

dieser Fachgruppe im

Einsatz hervorragend bewährt.

THW-Präsident Albrecht Broemme

war gemeinsam mit Bundesinnenminister

Dr. Friedrich

nach Deggendorf gekommen.

Zunächst besuchten sie, gemeinsam

mit dem THW-Landesbeauftragten

Dr. Fritz-Hel-

Jedoch wurde festgestellt, das

einige Ergänzungen in der Ausstattung

dringend erforderlich

sind. Diese Erkenntnisse

wird Gruppenführer Benedikt

Heyder, der auch Mitglied in der

FAG (Facharbeitsgemeinschaft)

Ölschaden ist, in den nächsten

Sitzungen mit einbringen, um

in Zukunft noch effektiver für

Mensch und Umwelt eingesetzt

werden zu können.

Andre Stark

Persönliche Eindrücke der Lage in

Deggendorf sammelte Bundesinnen-

minister Dr. Friedrich bei seinem Besuch

ge Voß die von der Fachgruppe

Führung und Kommunikation

aus dem Ortsverband Kempten

geführte Einsatzabschnittsleitung

in Deggendorf.

Hier bekam er einen kurzen

Lagevortrag und sammelte

Eindrücke von den dort eingesetzten

Einsatzkräften. Anschließend

begab er sich, begleitet

von Albrecht Broemme

und Dr Fritz-Helge Voß, in den

am Schlimmsten vom Hochwasser

betroffenen Ortsteil Fischerdorf.

THW

Dort nutzten sie auch die Gelegenheit,

um unter anderem mit

den direkt vor Ort eingesetzten

Kräften des THW zu sprechen.

Der Bundesinnenminister begrüßt seine ehrenamtlichen THW-Mitarbeiter

mit Handschlag: oben Markus Preisinger, der für Personal/Innerer Dienst/

Psychosoziale Betreuung zuständig ist und unten Matthias Grath, der sich

um Versorgung/Logistik kümmert. Beide kommen aus der Fachgruppe

Führung und Kommunikation in Kempten.

Landrat Christian Bernreiter zwischen Bundesinnenminister Dr.

Friedrich und THW-Präsident Broemme. In der zweiten Reihe rechts

hat THW-Landessprecher Rudolf Skalitzky Platz genommen.

THW-JOURNAL BY 1/2013 13


Bericht aus Deggendorf aus der örtlichen

Übersicht des Ortsverbandes in

einer Art Tagebuch zusammengefasst.

Samstag, 1. Juni

Evakuierung von Wakeboardern und

Freestylekanuten

Die Feuerwehren des Landkreises Deggendorf,

die Wasserwacht und das Bayerische

Rote Kreuz sowie die THW-Ortsverbände

Deggendorf und Straubing wurden

am Samstag, 1.6. alarmiert. Grund der ersten

Alarmierung waren eingeschlossene

Personen an der Solschwelle bei Plattling

- zwischen dem Isardamm und der Isar.

Dass das Wasser in kürzester Zeit um einen

halben Meter angestiegen war, hatten

die Wakeboader und Freestylekanuten aus

Großbritannien und Norddeutschland unterschätzt.

Die Zufahrt war überflutet, die

Sportler samt Pkws eingeschlossen. Das

THW Deggendorf und Straubing rückte

mit Fahrzeugen mit Ladekran an. Die örtliche

Feuerwehr organisierte von einem

Abschleppdienst ein Aufhängegeschirr.

Mit Hilfe dessen war es möglich, die eingeschlossenen

Pkws auf die Lkws mit Ladekränen

zu verladen. Die hohe Wattiefe

der Fahrzeuge der Fachgruppe Wassergefahren

ermöglichte ein reibungsloses

Passieren der überfluteten Fläche. An Land

angekommen wurden diese wieder abgeladen.

Doch dies war nicht der einzige Einsatz

des THW Deggendorf. Die Kameraden der

Freiwilligen Feuerwehr Deggendorf holten

die Helfer zur Hilfeleistung. Die aufgeweichten

Böden waren der Grund, dass ein

Baum auf die Fahrbahn gestürzt war. Das

THW hob den Baum an, damit die Freiwillige

Feuerwehr ihn besser zerlegen konnte.

Die Einzelteile wurden mit dem Ladekran

auf den Lkw verladen – die Fahrbahn war

wieder frei.

14 THW-JOURNAL BY 1/2013

Sonntag, 2. Juni

Evakuierung eines Campingplatzes

Der Pegel stieg am Sonntag auf Meldestufe

4. Das THW Deggendorf wurde zur

Evakuierung eines Campingplatzes an

der Donau alarmiert. Die Wohnmobile

der Dauercamper drohten vom Wasser

eingeschlossen zu werden. Die Wege waren

durch die langanhaltenden Regenfälle

aufgeweicht und teilweise nicht mehr befahrbar.

Mit Hilfe des Bergeräumgerätes

wurde ein Behelfsweg angelegt. Aufgeschütteter

Kies sollte beim Transport das

Versinken der Wohnmobile verhindern.

Das Bergeräumgerät schleppte die Wohnmobile

aus dem Gefahrenbereich. Dann

war es möglich, diese mit Zugfahrzeugen

auf einen naheliegenden Parkplatz zu

schaffen. Weitere Helfer beseitigten die

angrenzende Baustelleneinrichtung, die

wegen der Landesgartenschau aufgestellt

worden war. So konnte - vorrausschauend

für den weiteren Anstieg des Pegels - eine

Behelfs-Slipstelle für die Einsatzboote geschaffen

werden.

Montag, 3. Juni

Katastrophenalarm wurde ausgelöst

Am Montag um 8.40 Uhr wurde Katastrophenalarm

ausgelöst, weil der Pegelstand

der Donau bereits auf sieben Meter angestiegen

war Der Durchschnittspegel von

2000 bis 2010 liegt bei 3,8 Metern.

Die Dämme mussten verstärkt werden.

Dafür wurden Sandsäcke gefüllt. Neben

anderen Gabelstaplern und kleinen

Ladern verlud auch ein Helfer mit dem

Gabelstapler des Deggendorfer Ortsverbandes

die Sandsäcke in der Flussmeisterstelle

in Deggendorf auf Fahrzeuge. Der

Lkw mit Ladekran bewährte sich einmal

mehr als gutes Einsatzfahrzeug. Ohne seine

Geländegängigkeit wäre es unmöglich

gewesen, die teilweise durch den Regen

stark aufgeweichten Wege zu den Einsatzorten

zu passieren.

In der zentralen Einsatzleitung der örtlichen

Feuerwehr richtete der Zugtrupp

des THW-Deggendorf eine Zugbefehlsstelle

ein. Von dort wurden die einzelnen

Einheiten zu verschiedenen Einsatzorten

abgerufen.

Die Evakuierung von Fischerdorf beunruhigte

die Deggendorfer Bürger. Neben

den Anwohnern mussten auch die Tiere

aus dem Gefahrengebiet geschafft werden.

Hierbei musste schnell gehandelt

THW

werden. Der Pegel war bei acht Metern

und stieg. THW-Helfer trieben die Rinder

zum Viehtransporter. Ihr Abtransport verzögerte

sich durch die gesperrten Straßen

und Aufstauungen.

Mittwoch, 5. Juni

Besuch durch den Landesbeauftragten

Landesbeauftragter Dr. Fritz-Helge Voß

besuchte regelmäßig Deggendorf und

war immer informiert und bereit zu unterstützenden

Gesprächen. Auch THW-

Geschäftsführer Matthias Daszko (Geschäftsstelle

Straubing) machte sich ein

Bild vom Ausmaß des Hochwassers und

der Entwicklung der Helferstärke. Im

Gespräch mit dem Deggendorfer Stadtbrandinspektor

Alois Schraufstetter und

dem Ortsbeauftragten Johann Jungtäubl

sicherte Dr. Voß weitere Hilfe von Seiten

des THWs zu. Schraufstetter erklärte mit


Die großen THW-Pumpen schaffen viel Wasser schnell weg.

Hilfe einer Lagekarte, wo sich

die Kräfte aller Hilfsorganisationen

befanden.

Donnerstag, 6. Juni

Einrichtung einer Führungs-

und Kommunikationsstelle

Da sich die Anzahl der Einsätze

in Deggendorf erhöhte und

mehrere Ortsverbände zur Unterstützung

angefordert waren

und/oder sich bereits im Einsatz

befanden, wurde der OV

Kempten mit der Fachgruppe

FK (Führung und Kommunikation)

beordert. Am späten

Donnerstagnachmittag fand

die Übergabe zwischen dem

Zugtrupp Deggendorf und der

FK statt. Im Deggendorfer THW

wurde eine Koordinationsstelle

eingerichtet. Im Schichtbetrieb

wurde sie durch die OVe Regen

und Deggendorf betrieben.

Freitag, 7. Juni

Die Jugendgruppe des OVs

unterstützt die Helfer

16 THW-JOURNAL BY 1/2013

Die Jugendgruppe des Ortsverbandes

Deggendorf ließ es

sich nicht nehmen, den Helfern

unter die Arme zu greifen.

Die Ausstattung der einzelnen

Fahrzeuge, welche bereits von

einer Einsatzstelle zurückkamen,

wurde durch den Kraftfahrer

überprüft. Hierbei waren

die Kids mit Eifer dabei. Auch

bei der Reinigung waren die

Heranwachsenden mit Freude

aktiv. Gemeinsam mit dem Ortsverband

Regen halfen sie beim

Aufräumen fleißig mit.

Samstag, 8. Juni

Sinkende Pegel - Aufräumarbeiten

beginnen

Am Samstag konnte bereits mit

ersten Aufräumarbeiten begonnen

werden. Während verschiedene

Ortsverbände mit Pumpen

das Wasser aus den Kellern

beförderten, betrieben andere

OVs Hochleistungspumpen, die

das Wasser, welches nicht von

selbst abfließen konnte, in die

Donau zurück pumpten. Verunreinigtes

Wasser wurde durch

die Fachgruppe Ölschaden mit

einer sogenannten SEPCON -

Anlage (Wasser- und Öl-Separationsanlage)

gereinigt. (siehe

eigener Bericht zur SEPCON)

Sonntag, 9. Juni

Aufräumen auch auf der

Autobahn

Am Sonntag konnten bereits

die BigPacks (flexibler Schüttgutbehälter

mit einem Fassungsvermögen

von ca. 1-1,3

m³) von der Autobahn wieder

beseitigt werden. Die BAB 92

war überflutet worden. Mit

Hilfe von BigPacks wurde ein

künstlicher Damm als Randbegrenzung

erstellt. So konnte

das Wasser von der Fahrbahn

abgepumpt werden, ohne dass

neues Wasser nachlief. Die Sperrung

der Autobahn erschwerte

die Einsätze, da die Einsatzwege

sehr lang waren. Durch die gute

Zusammenarbeit der einzelnen

THW

Organisationen konnten die

bisherigen Einsätze erfolgreich

abgearbeitet werden. Die Aufräumarbeiten

dauern weiter

an und werden einiges an Zeit

und Kraft in Anspruch nehmen.

Andrea Lindner - reda

Fotos aus dem Einsatzgebiet:

Marcel Holler

Katrin Brendolise

Andrea Lindner

André Boerner

Christian Berger

Levent Weber

Sebastian Habersetzer

Stefan Mühlmann

Andreas Fleischmann

Konstantin Wamser

Andreas Duschner

Dominik Haselkuss

Feuerwehr Deggendorf Pammer

Andre Stark

Die Fachgruppe WP (Wasserschaden

/ Pumpen) konnte mit ihrer Technik

dazu beitragen, dass das Wasser

hinter dem überflutet gewesenen

Deich wieder zurück in den Fluss

gepumpt wurde. Die Pumpen liefen

Tag und Nacht.


Hochwassereinsatz in Erding

Starke Niederschläge führten

in Altenerding, einem Stadtteil

von Erding, zur Überflutung

eines Gewerbegebietes. Zahlreiche

Straßenzüge und Einzelhandelsgeschäfte

standen unter

Wasser. Ebenfalls betroffen

war eine IT-Firma, welche ein

Rechenzentrum mit sensiblen

Daten betreibt.

Montagmorgen um 1.30 Uhr

wurde Alarm für zwei Technische

Züge mit den Fachgruppen

Wassergefahren und Infrastruktur

des Nürnberger THWs

ausgelöst. Der Einsatzauftrag:

Unterstützung und Ablösung

im Hochwassergebiet mit zusätzlichen

Pumpen. Erstes Ziel

– das Feuerwehrgerätehaus

der Stützpunktfeuerwehr in Altenerding.

Gegen 6.00 Uhr erreichten die

Nürnberger Einheiten die Einsatzleitung,

um den Einsatzauftrag

entgegenzunehmen. Mit

einem Lotsenfahrzeug ging es

zum eigentlichen Einsatzort.

Die IT-Firma wurde zu diesem

Zeitpunkt schon von den Ortsverbänden

Augsburg, Markt

Schwaben und Schwabmünchen

ausgepumpt. Die vorhandenen

Wassermassen und die

Gefährdung des Rechenzentrums

erforderten einen größeren

Pumpeneinsatz.

Die Nürnberger setzten Tauchpumpen

an mehreren neuralgischen

Punkten des sehr verschachtelten

Gebäudes, welche

das Wasser in ein entstandenes

Wasserbecken im Anlieferungsbereich

der Firma pumpten.

Von dort aus beförderte der OV

Schwabmünchen das Wasser

mit einer Hochleistungspumpe

auf ein angrenzendes Feld.

Der OV Augsburg wurde noch

in der Anfangsphase ausgelöst.

Am frühen Abend galt das Rechenzentrum

als gerettet. Die

Pumparbeiten wurden mehr in

Richtung Tiefgarage verlegt. In

dieser Phase des Einsatzes wurden

auch das THW Erlangen

und Sonthofen hinzugezogen.

Parallel war eine Bergungsgruppe

damit betraut, den

Keller eines weiteren Nachbargebäudes

leer zu pumpen. Wegen

der Wassermassen auf den

umliegenden Feldern, die in das

Gebäude drückten, konnte mit

den Tauchpumpen nur der Wasserspiegel

konstant gehalten

werden, um größere Schäden

zu vermeiden.

Der Ortsverband Nürnberg wurde

von Einheiten aus München

abgelöst und stellte nach einer

dreistündigen Heimfahrt die

Einsatzbereitschaft in der Unter-

Die Nachtaufnahmen zeigen den Einsatzort von der vorhergehenden Seite.

kunft wieder her – das bedeutet

alles wieder in den Zustand versetzen,

dass sofort der nächste

Einsatz bewerkstelligt werden

kann.

THW

Zwei Tage später rückte die

Fachgruppe Führung/Kommunikation

nach Passau aus.

Stefan Mühlmann

THW-JOURNAL BY 1/2013 17


K-Alarm in Stadt und Landkreis Landshut

Die bayerischen Hochwassertage bis zum 8. Juni aus der Sicht

der THW-Ortsverbände Landshut und Ergolding

Der Freitagabend begann ganz

normal - die Fachgruppe Wassergefahren

im Ortsverband

Landshut trommelte eine Truppe

zusammen, um die geplante

Verlegung eines Biergartenfloßes

für eine Gaststätte an der

Isarpromenade noch vor dem

angekündigten Hochwasser

abzuarbeiten. Obwohl die Pegel

schon langsam stiegen und die

Fließgeschwindigkeit zunahm,

wurde die Aktion ohne große

Probleme mit zwei Halbpontons

und zwei Mehrzweckbooten

zur Sicherung erfolgreich

durchgeführt.

Nur wenig später am selben

Abend rückte aber schon ein

Teil der Fachgruppe Räumen

- zusammen mit dem Nachbarortsverband

Ergolding - in den

Landkreis nach Bruckberg aus,

um dort den Einsatzkräften der

Feuerwehr die in den THW-Ortsverbänden

bevorrateten Sandsackpaletten

zu liefern.

Die Führung beider Ortsverbände

entschied sich sofort in den

Fahrzeughallen des OV Landshut

mit der Befüllung und Bevorratung

weiterer Sandsäcke

zu beginnen.

Auch eine erst vor drei Wochen

bearbeitete Einsatzstelle

im Ortsteil Schweinbach

wurde wieder akut, denn der

gleichnamige Bach konnte die

Wassermassen durch den tagelangen

Regen nicht mehr abtransportieren

und stieg über

die Ufer. Zwei Gruppen des

zweiten Technischen Zuges

erledigten Sicherungsmaßnahmen

mit Sandsäcken und

Pumpen, Der Zweischalengreifer

am Kran des Dreiachsers der

Fachgruppe Wassergefahren

wurde zum Beseitigen von gestautem

Treibgut eingesetzt.

Alle Arbeiten und Einsätze

konnten gegen 23.30 Uhr beendet

werden.

Noch wusste niemand, was die

nächsten Tage alles bringen

sollten.

Am darauffolgenden Tag wurde

im THW-Ergolding die Sandsackbevorratung

weiter vorangetrieben

und erbrachte als

Ergebnis über 20 Paletten mit

mehr als 1500 Sandsäcken.

Für die Landshuter läuteten

gleich nach dem Pokalfinale

erneut die THW-Alarmglocken.

Viele Einsatzkräfte rechneten

hier schon mit Hochwassereinsätzen.

Jedoch alarmierte die

Integrierte Leitstelle zur Personenrettung

in der Isar. Bereits

nach wenigen Minuten stellte

sich der Einsatz als Fehlalarm

heraus.

Auch der nächste Tag verlief für

Landshut noch ziemlich normal.

Während bayernweit die Einsatzzahlen

des THW´s stiegen,

pumpten in Landshut erst mal

nur die Feuerwehren an und

in unzähligen Häusern. Einige

Helferinnen und Helfer des

Ortsverbandes sicherten eine

Probe einer Gruppe der „Landshuter

Hochzeit“ mit Pferden in

der Innenstadt ab.

Da für die Nacht ein Wasserstand

für die Isar von knapp

unter Meldestufe 4 angesagt

wurde, entschied sich die Feuerwehreinsatzleitung

um Stadtbrandrat

Erich Gahr und Stadtbrandinspektor

Martin Dax zum

Aufbau der neu angeschafften

mobilen Hochwasserwand

entlang der Isarpromenade.

75 Einsatzkräfte der Löschzüge

Frauenberg, und Schönbrunn

sowie des THW Landshut bauten

in eindreiviertel Stunden

THW

den Hochwasserschutz auf.

Parallel entsandte der Ortsverband

Ergolding einen kompletten

technischen Zug ins

Binatal. Im Gemeindebereich

Bodenkirchen koordinierte der

Zugtrupp des THW-Ergolding

zusammen mit der Feuerwehreinsatzleitung

auch die Hilfe für

die betroffenen umliegenden

Ortschaften. Die Nacht über

übernahmen Feuerwehr und

THW daneben die Logistik des

Sandsacktransports und –verbaus

sowie die Beleuchtung an

sechs Einsatzstellen und diverse

Pumparbeiten.

THW-JOURNAL BY 1/2013 19


Mit Beginn der Arbeitswoche

am Montagmorgen wurde

auch das Einsatzaufkommen in

Stadt und Landkreis höher. Zuerst

musste zu einer Suche nach

einem vermissten Kind in der

vollgelaufenen Flutmulde zur

Unterstützung von Feuerwehr

20 THW-JOURNAL BY 1/2013

und Wasserwacht ausgerückt

werden. Im weiteren Verlauf

des Tages, nach dem Einsatz

von mehreren Booten und zwei

Hubschraubern stellte sich dieser

Einsatz als Fehlalarm heraus.

Nur kurze Zeit später fanden

Passanten ein Fahrzeug im Alt-

Einsatzstelle Schweinbach: Ausbau/

Entfernen einer Dammbalkensperre

zum Umleiten des Bachverlaufs und

Entfernen von Treibgut durch Einsatzkräfte

der Feuerwehr und THW.

Bilder: Dominik Zehatschek

(Presse Feuerwehr Landshut);

Katharina Forstner, Mathias

Plonka (THW Ergolding); Mathias

Krampfl, Michael Sepp, Sven

Böhlke, Stefan Huber (THW

Landshut)

heimer Stausee und so rückten

weitere THW-Kräfte mit Boot,

Tauchern, Kran und einem GKW

zur Erkundung und späteren

Bergung dieses Fahrzeuges aus.

Glücklicherweise stellte sich heraus,

dass sich keine Insassen in

dem Fahrzeug befanden.

THW

Im Landkreis spitzte sich die

Lage neben Bodenkirchen auch

in Bruckberg und Piflas an den

Isardämmen gefährlich zu. Und

so rief Landrat Eppeneder um

17.30 Uhr den Katastrophenfall

aus. Die Stadt Landshut

schloss sich 15 Minuten später

an, da mittlerweile im Stadtgebiet

knapp 500 Haushalte

ohne Strom waren. Fachberater

der THW-Ortsverbände integrierten

sich nun umgehend in

den Führungsstäben Katastrophenschutz

der Stadt und im

Landratsamt.

Die vollgelaufenen Keller und

Tiefgaragen konnten kaum

noch gezählt werden. Besonders

schlimm war der untere

Stadtteil von Mitterwöhr betroffen,

wo ganze Straßenzüge

nicht mehr befahrbar waren.

Hier mussten die Einsatzkräfte

Die Hochwasserschutzwand wurde für die Isarpromenade in Landshut 2012 beschafft. Sie ist bei normaler Isarpegelhöhe im Bauhof eingelagert. Die

Hochwasserschutzwand trägt auf einer Länge von ca. 250 Metern dazu bei, das Wasser aus der Altstadt fernzuhalten. Die Schutzhöhe beträgt einen Meter.

Die einzelnen Elemente sind drei Meter lang und 20 Zentimeter hoch.


von Feuerwehr und THW die

aussichtslosen Pumparbeiten

sogar abbrechen. In den Abendstunden

verstärkten Deichfachberater

aus Landshut, Ergolding

und Simbach am Inn die Sicherungsmaßnahmen

am Bruckberger

Isardamm auf Anforderung

des örtlichen Einsatzleiters

Karl Hahn.

Während des Dienstags versuchten

Einsatzgruppen von

Feuerwehr und THW im Stadtgebiet

trotz anhaltendem

Höchststand der Isar möglichst

viele Keller zu sichern

und wieder trockenzulegen.

Der Katastrophenschutzführungsstab

in der Hauptfeuerwache

beratschlagte derweil

die zu treffenden Maßnahmen

für die ernste Situation in Mitterwöhr.

Über den Tag verteilt

hielten zwei Wasserrettungsalarmierungen

die Landshuter

Hilfsorganisation zusätzlich zu

der angespannten Hochwasserlage

in Atem. Verursacht

wurden diese ohne Ausnahme

von unvernünftigen und sich

mehr als dumm verhaltenden

Jugendlichen – sie fuhren mit

dem Schlauchboot im Überflutungsgebiet.

Eine Notfallalarmierung holte

die Einsatzkräfte zur Ellermühle.

Eine gemauerte Bachböschung

in der Ellermühle drohte einzustürzen.

Teile der historischen

Mühle drohten abzurutschen.

Die Gefahr wurde durch eine

Holzabstützung gebannt.

Am späten Abend, als sich eine

leichte Verbesserung des Pegelstandes

der Isar einstellte,

wurde die Wiederaufnahme

der Pumparbeiten in Mitterwöhr

durch den Krisenstab angeordnet.

Von EON-Kernkraft

im KK Isar 1 holte sich das THW

acht Hochleistungspumpen

mit insgesamt 22600 Liter

Pumpleistung pro Minute und

fast deren gesamten Schlauchvorrat.

Zum Betreiben dieser

und weitere großer Tauchpumpen

von THW und Feuerwehr

wurde vom Ortsverband

Landesbeauftrager Dr. Voß besuchte auch die Einsatzstellen in Landshut.

Hier freut er sich gemeinsam mit Zugführer Stefan Simnacher und Ortsbeauftragtem

Michael Saller über das gute Ende der nächtlichen Aktion.

Ergolding noch das 320 kVA

Aggregat hinzugezogen. Ab

Mittwochmorgen begannen

die Pumparbeiten und die Absenkung

des Wasserstandes

im Bereich der Hauptzufahrtstraße.

Binnen weniger Stunden

waren deutliche Erfolge

zu erkennen und so wurden

die Pumparbeiten, die in der

Spitze über 30.000 Liter in der

Minute erreichten, auch über

Nacht fortgeführt.

Je weiter das Wasser absank,

desto mehr besserte sich die

Stimmung der betroffenen Bevölkerung,

denn viele Evakuierte

konnten bereits am Abend

wieder ihre Häuser und Wohnungen

betreten.

Am Donnerstag begannen die

Landshuter Stadtwerke, unterstützt

von Firmen und Elektrofachkräften

des THW mit der

Überprüfung und Freischaltung

der Straßenzüge. Am ersten

Tag konnten noch 102 der 137

Haushalte in Mitterwöhr wieder

an das Netz angeschlossen

werden. Innerhalb von 32 Stunden

stand Strom wieder in allen

Wohneinheiten zur Verfügung.

In die logistische Koordination

war das THW mit seinen Elektrofachkräften

stark eingebunden.

Mit dem Rückgang des Isarhochwassers

wurde das nachdrückende

Grundwasser im Katastrophengebiet

in Stadt und

Landkreis ein Problem. Viele

bereits abgearbeiteten Einsatzstellen

wurden so erneut Schadenslagen

und forderten die

Einsatzkräfte.

Besonders betroffen war die Fa.

Efaflex, die nach dem Hochwasser

nun mit dem Grundwasser

erneut ein zentraler Einsatzschwerpunkt

für Feuerwehr

THW

und THW-Ergolding im Landkreis

darstellte. Bereits abgebaute

und abtransportierte

Sandsäcke und Pumpen mussten

erneut verbaut und betrieben

werden. Hier unterstützte

zweimal das THW-Eggenfelden

mit Manpower und Pumpen die

Ergoldinger Einsatzkräfte.

Erfolgreich abgeschlossen werden

konnten die Einsatzstellen

am Freitagabend (7. Juni).

Während die Einsatzstelle Mitterwöhr

zurückgebaut wurde,

verteilten sich die Pumpen bereits

wieder an viele kleine Einsatzstellen

über das Stadtgebiet

zum Abpumpen von Kellern

und das Freilegen vollgelaufener

Tiefgaragen.

Es ist den Einsatzkräften ein

wichtiges Anliegen, der Bevölkerung

herzlich für die Unterstützung

und Versorgung während

dieser kräfteraubenden

Einsatzwoche zu danken.

Stefan Huber, reda

THW-JOURNAL BY 1/2013 21


Spannungsfeld Beruf und Ehrenamt

Der Mehrwert von ehrenamtlich im THW

engagierten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen

für die Unternehmen ist offensichtlich.

Diese Erkenntnis in breiteren

Schichten der Unternehmer zu verankern

war eines der Ziele des Forums, zu dem

Bundesinnenminister Dr. Friedrich nach

Berlin eingeladen hatte.

„Ehrenamtliches Engagement stärkt soziale

Kompetenzen wie Verantwortungsbereitschaft,

Improvisationsgeschick, Teamfähigkeit

und Charakter“, sagte Minister

Friedrich in seiner Eröffnungsrede. „Das

sind Schlüsselqualitäten, auf die es in der

Arbeitswelt ankommt. Er stellte auch die

Bedeutung für die Gesellschaft heraus:

„Im THW wird Ehrenamt noch richtig gelebt.

Ohne die Unterstützung der Arbeitgeber

wäre dieses freiwillige Engagement

allerdings nicht möglich.“

Diese Plattform, die das Thema Ehrenamt

im Bevölkerungsschutz aus der Perspektive

derer beleuchtet, die ihre Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter im Ernstfall für

den Katastropheneinsatz freistellen – die

Arbeitgeber - hatte in der Bayerischen

Landesvertretung in Berlin ihre Auftaktveranstaltung.

Ziel ist, die Win-Win-Situation

möglichst vielen Arbeitgebern bewusst

zu machen.

Ihre Bereitschaft, das THW nachhaltig zu

unterstützen, unterstrichen die Arbeitgeber,

die der Einladung gefolgt waren,

zusammen mit dem Bundesinnenminister

und dem THW-Präsidenten Albrecht

Broemme im Wortsinn - Sie unterzeichneten

im Anschluss an die Podiumsdiskussion

eine gemeinsame Erklärung.

„Damit sind wir dem Ziel, Bedenken und

Vorbehalten gegenüber ehrenamtlichem

Engagement im Bevölkerungsschutz abzubauen

und die Zusammenarbeit mit

den Arbeitgebern zu verbessern, einen

großen Schritt näher gekommen“, erklärte

Minister Dr. Friedrich. Eine Veranstaltung

wie das THW-Unternehmerforum sei

zudem wichtig, um Arbeitgeber für eine

Förderung des Ehrenamtes zu sensibilisieren.

Vor dem Hintergrund sich verändernder

gesellschaftlicher Rahmenbedingungen

- dazu zählen neben der demografischen

22 THW-JOURNAL BY 1/2013

THW

Bundesinnenminister Dr. Friedrich startete THW-Unternehmerforum in Berlin

Podiumsdiskussion (v.l.n.r): Dr. Thomas Koenen (Bundesverband der Deutschen Industrie e.V.), Dr.

Ingo Luge (E.ON SE), Präsident der THW-Bundesvereinigung e.V. Stephan Mayer (MdB), Bundesinnenminister

Dr. Hans-Peter Friedrich, Prof. Gerd Neubeck (Deutsche Bahn AG), THW-Präsident Albrecht

Broemme und Cherno Jobatey (Moderator). Fotografen. Nicolas Hefner, Joachim Schwemmer

Entwicklung insbesondere ein verändertes

Freizeitverhalten sowie die Vereinbarkeit

von Ehrenamt und Beruf - gewinne

die Unterstützung des Ehrenamtes

im Bevölkerungsschutz von Seiten der

Arbeitgeber zunehmend an Bedeutung.

Das THW-Unternehmerforum stelle daher

die Themen in den Mittelpunkt, die im

Spannungsfeld Arbeitgeber, Gesellschaft

und ehrenamtlich Engagierten besondere

Bedeutung haben.

In der Gesprächsrunde zu dem Themenkreis

saß neben dem Bundesinnenminister

Dr. Friedrich und THW-Präsident Albrecht

Broemme auch Stephan Mayer, MdB, Präsident

der THW-Bundesvereinigung, auf

dem Podium in der Bayerischen Landesvertretung.

Stellvertretend für die Arbeitgeberseite

nahmen Dr. Thomas Koenen

(Bundesverband der Deutschen Industrie

e.V.), Prof. Gerd Neubeck (Deutsche Bahn

AG) und Dr. Ingo Luge, Vorsitzender der

Geschäftsführung der E.ON Deutschland,

an der Gesprächsrunde teil, die von Cherno

Jobatey moderiert wurde. Seit einem

Jahr existiert im Rahmen von Corporate

Social Responsibility (CSR) eine Kooperation

zwischen der E.ON AG und dem

THW. Weitere Vertreter auch kleiner und

mittelständischer Unternehmen, für die

die Abwesenheit ehrenamtlich tätiger Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter während

der Arbeitszeit zuweilen eine besondere

Herausforderung darstellen kann, füllten

das Auditorium.

Wertschöpfung durch Wertschätzung

„Erhöhte Sozialkompetenz, die Bereitschaft

Verantwortung zu übernehmen,

Teamfähigkeit und im THW erworbene

Zusatzqualifikationen sind hier nur einige

Beispiele für den Mehrfachnutzen eines

THW-Engagements“, so THW-Präsident

Albrecht Broemme. Gleichzeitig steigere

eine Förderung des ehrenamtlichen Engagements

die Attraktivität der Arbeitgeber

und bringe eine nachhaltige Bindung an

das Unternehmen mit sich.

Bundesinnenminister Dr. Hans-Peter Friedrich

und THW-Präsident Albrecht Broemme sowie

zahlreiche Arbeitgeber (hier: Dr. Ingo Luge, E.ON

SE) unterzeichneten eine Absichtserklärung zur

Förderung des ehrenamtlichen Engagements

beim THW.


Der Text der gemeinsam unterzeichneten Erklärung lautet:

Die Urkunde der Erklärung kann künftig

auch von weiteren Arbeitgebern angenommen

und signiert werden.

Das Ehrenamt im Bevölkerungsschutz ist

eine besondere Form des bürgerschaftlichen

Engagements in der Bundesrepublik

Deutschland.

Dieses System zu fördern und in Zeiten

des demografischen Wandels zu bewahren,

ist eine gesamtgesellschaftliche

Aufgabe. Die rund 80.000 Helferinnen

und Helfer des THW engagieren sich

ehrenamtlich in ihrer Freizeit für den

Schutz der Bevölkerung und die Katastrophenhilfe

im In- und Ausland. Dieses

Ehrenamt ist ein Bekenntnis zu unserem

Gemeinwesen. Helferinnen und Helfer

des THW investieren Zeit, Kraft und

Energie, um selbstlos Menschen in der

Not zu helfen.

Brüssel im Visier des THW

24 THW-JOURNAL BY 1/2013

WIR unterstützen das ehrenamtliche Engagement

im THW, um somit einen Beitrag

für die Sicherheit der Bevölkerung zu

leisten.

WIR sehen im ehrenamtlichen Engagement

der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

auch einen besonderen Wert für die

Unternehmen.

Viele der Fähigkeiten und Qualifikationen,

die im THW erworben werden, sind auch

im Beruf gefragt. Hierzu gehören wertvolle

Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit,

Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung,

Motivation und Flexibilität.

WIR stellen fest, dass die Förderung von

Ehrenamt die Attraktivität als Arbeitgeber

steigert und ehrenamtlich tätige Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter nachhaltig

an ihre Unternehmen bindet.

Subsidiarität und Solidarität - zwei Basisvorausetzungen für den Bevölkerungsschutz,

die THW-BV-Präsident Stephan Mayer erneut einforderte.

THW-BV-Präsident Stephan Mayer stellte

die beiden Begriffe ins Zentrum beim

Besuch der THW-BV-Delegation in Brüssel.

Die Reise diente der Information für

die Europa-Politiker und für die Delegation

der THW-Bundesvereinigung sowie

der THW-Bundesanstalt. Ziel der von der

THW-Bundesvereinigung initiierten Fahrt

war, die Positionierung des THW in der Sicherheitsarchitektur

in Deutschland und

Europa zu festigen.

Unter der Leitung von THW-BV-Präsident

Stephan Mayer, MdB, waren Gerd Frey, Kuratoriumsvorsitzender

der THW-Stiftung,

und Peter Weiler, Schatzmeister, zwei Tage

im Gespräch mit Abgeordneten des Euro-

THW

WIR zeigen in der Praxis, dass die Herausforderungen

im Spannungsfeld von Beruf

und Ehrenamt gemeinsam mit Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern lösbar sind.

WIR schätzen die wertvolle Arbeit, die

in der „THW-Jugend“ geleistet wird. Sie

vermittelt Kindern und Jugendlichen bereits

früh Schlüsselqualifikationen, die für

eine Ausbildung in den Unternehmen der

deutschen Wirtschaft von Vorteil sind.

Als Ausdruck sozialer Verantwortung sehen

wir es als unsere gemeinsame Aufgabe

an, das Potenzial ehrenamtlichen Engagements

zu entwickeln, zu fördern und

zu nutzen. Die Zusammenarbeit zwischen

dem THW und den Arbeitgebern, seiner

Helferinnen und Helfer soll zum Vorteil aller

Beteiligten gestaltet werden. Wo sich

fachliche Kompetenzen von THW und Unternehmen

ergänzen, wollen wir der inhaltlichen

Zusammenarbeit Raum geben.

paparlaments und der Generaldirektion

für internationale Zusammenarbeit, humanitäre

Hilfe und Krisenreaktion.

Sie wurden begleitet von THW-Bundessprecher

Frank Schulze, von THW-Präsident

Albrecht Broemme und seinem Vize

Gerd Friedsam sowie von Klaus Buchmüller,

der das Auslandseinsatzreferat leitet.

Einige der Teilnehmer des abendlichen Gesprächskreises in der Bayerischen Vertretung. v.l. Gerd Frey, Kuratoriumsvorsitzender der THW-Stiftung, Frank

Schulze, THW-Bundessprecher, Albrecht Broemme, THW-Präsident, die Abgeordneten im Europäischen Parlaments Christa Klaß, Ismail Ertug, Dr. Renate

Sommer, Albert Deß und Wolf Klinz; Stephan Mayer, MdB, THW-BV-Präsident, Gerd Friedsam, stv. THW-Präsident.


Das Gespräch mit Kristalina Georgieva,

der EU-Kommissarin für internationale

Zusammenarbeit, humanitäre Hilfe und

Krisenreaktion, war neben zahlreichen

Gesprächen mit Mitgliedern des Europäischen

Parlaments der Höhepunkt der

Mission. Präsident Stephan Mayer, MdB,

der die Kommissarin von gemeinsamen

Podiumsdiskussionen in Deutschland

kennt, weiß sich mit ihr einig, dass die Hilfeleistungsresourcen

der Länder gefördert

werden müssen. „Dieses Ziel ist jedoch nur

über Subsidiarität und Solidarität zu erreichen.

Mit diesen beiden Grundfesten

europäischer Zielsetzungen machte Präsident

Mayer, MdB, deutlich, dass daran

gearbeitet werden müsse, die richtigen

Rahmenbedingungen für alle zu schaffen.

THW-Vizepräsident Gerd Friedsam und

THW-Bundessprecher Frank Schulze, die

ebenfalls an dem Gespräch mit der Kommissarin

teilnahmen, sehen dies in gleicher

Weise.

Die Abläufe im EU-Gemeinschaftsverfahren

sind optimierungsfähig

Über das EU-Gemeinschaftsverfahren

werden die Einsätze der Bevölkerungsschutzdienste

bei Katastrophen großen

Ausmaßes bzw. schweren Notfällen koordiniert.

Dazu zählen Natur- und Technologiekatastrophen,

Terrorakte sowie

Meeresverschmutzung, die sich innerhalb

oder außerhalb der Europäischen Union

ereignen.

Kernstück dieses Gemeinschaftsverfahrens

ist das Informations- und Beobachtungszentrum

(MIC-Monitoring and

Information Centre), angesiedelt in der

Generaldirektion Umwelt der Europäischen

Kommission. Dieses Zentrum, das

von Peter Billing geleitet wird, besitzt

eine Ausstattung, die es erlaubt, auch

mehreren Krisenstäben entsprechende

Arbeitsbedingungen zu liefern. Das groß

angelegte Lagezentrum, das auch mit den

nationalen Lagezentren zusammenarbeitet,

bündelt die An forderungen aus den

notleidenden Gebieten.

Wenn dann im EU-Gemeinschaftsverfahren

gehandelt werden soll, so gibt es

eine klare Position aus Deutschland: Ein

Kompromiss, der dem Parlament von der

Kommission vorgeschlagen werden soll,

lautet: Keine Vollfinanzierung von EUeigenen

Einheiten, nur Teilfinanzierung

von Engpassresourcen; Mitgliedsstaaten,

die Hilfe anfordern,

müssen den Einsatz

bezahlen, Deutschland

stimmt einer

Erhöhung des

Transportkostenzuschusses

von 50 auf

70 Prozent zu.

THW-Präsident Albrecht

Broemme verwies

nicht nur bei

der abendlichen

Begegnung mit den

Abgeordneten des

Europaparlaments

darauf, dass in der

Neuorganisation

des europäischen

Gemeinschaftsverfahrens

auch die

operativen Abläufe

optimierbar sind.

Ebenso wie sein Vizepräsident

setzte

er auf Prozessoptimierung

und auf

eine Lösung der Probleme

mit den sehr

unterschiedlichen

Standards der EU-

Katastrophenhilfe.

Eine Verbesserung

des Ausbildungssystems

wäre ebenso

angezeigt.

Aus THW-Sicht böte

sich eine Generalrevision

an.

Eine problematische

Entwicklung wird

auch in der zunehmenden Privatsierung

von Katastrophenschutzleistungen gesehen,

wie sie im Rahmen von Capacity-

Projekten zu erkennen ist.

Die abendliche Begegnung fand im gastfreundlichen

Haus der Bayerischen Vertretung

in Brüssel statt.

THW - Leistungsbereit für diverse operative

Unterstützung

Nach der Erkenntnis des THW beteiligen

sich die Mitgliedsstaaten noch nicht in

ausreichendem Maße an den notwendigen

Entwicklungen. Gleichwohl sei das

Technische Hilfswerk jederzeit leistungsbereit

für diverse operative Unterstützung.

Im Gespräch mit EU-Kommissarin Kristalina Georgieva

THW

und mit Dr. Angelika Schlunck, der Leiterin der Bayerischen Vertretung in

Brüssel. in der Mitte Gerd Friedsam, stv. THW-Präsident.

Fotos: Johann Schwepfinger

Eine Fotostrecke mit einigen Abgeordneten

im Europäischen Parlament und der

zuständigen Kommissarin Kristalina Georgieva

steht auf der Homepage der THW-

BV. sf

www.thw-bv.de

THW-JOURNAL BY 1/2013 25


Lebensmittel Trinkwasser produziert

THW-Fachgruppen Trinkwasserversorgung übten gemeinsam

Wasser zum Trinken ist lebensnotwendig.

Um es im Notfall – zum Beispiel aus einem

Fluss – „aufbereiten“ zu können, ist Wissen,

Können und die notwendige Technik beim

THW vorhanden. Fünf THW-Fachgruppen

Trinkwasserversorgung trainierten in einer

mehrtägigen Übung in der Nähe von

Speyer diese Aufgabe. Sie kamen aus den

THW-Ortsverbänden Starnberg, Rotenburg

a. d. Fulda, Rüsselsheim, Tübingen

und Wörstadt. Mit eingebunden waren

auch Einsatzkräfte aus den THW-Ortsverbänden

Viernheim, Speyer und Bensheim,

die für die logistische Unterstützung

sorgten.

Die Einsatzkräfte kamen aus drei THW-Landesverbänden,

die für fünf Bundesländer

(Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland

und Baden-Württemberg) stehen. Daran

wurde einmal mehr das bundesweit kompatible

modulare System der THW-Einsatzeinheiten

deutlich.

Ziel der viertägigen Übung war, eine neu

im THW eingeführte Aufbereitungstechnik

unter realen Bedingungen und im Dauereinsatz

zu betreiben, die Zusammenarbeit

zu intensivieren und den Erfahrungsaustausch

zu ermöglichen. Dafür bot

das Übungsgelände der Bundeswehr bei

Speyer gute Rahmenbedingungen.

Wasser aus dem Rhein

für 60.000 Personen

Übungs-Szenario war die Aufbereitung

von Wasser aus dem Rhein, um die Versorgung

von 60.000 Personen sicherzustellen.

Die Anreise war an einem Mittwochabend.

Am Donnerstag (Feiertag Christi-Himmelfahrt)

fand das erste Briefing statt. Es wurden

eine bestmögliche Wasserentnahme,

Aufbau und Verfahrenstechnik der Trinkwasseraufbereitung

festgelegt.

Eine effektive und effiziente Aufbereitung

von Roh- zu Trinkwasser erfolgt in mehreren

Verfahrensschritten. Zunächst wird

das Flusswasser mit einem Flockungsmittel

versetzt, wodurch ungewollte

Wasserinhaltsstoffe in Flocken gebunden

werden, sedimentiert und besser gefiltert

werden können. Durch eine Belüftung

26 THW-JOURNAL BY 1/2013

kann die Wasserqualität weiter verbessert

werden. Alle Maßnahmen der verfahrenstechnischen

Optimierung erfolgten

in ständigem Austausch mit dem Trinkwasserlabor.

Nach der chemischen Vorbehandlung

erfolgt die eigentliche Filterung

als so genannte Ultrafiltration. Eine

Filterschärfe von einem zehntausendstel

Millimeter stellt bereits eine Barriere für

Bakterien und viele Krankheitserreger dar.

Das anschließend glasklare Wasser wird

mittels einer UV-Licht-Bestrahlung desinfiziert.

Die Zugabe von Chlor dient als

redundante Desinfektion und zum Schutz

gegen Wieder-Verkeimung bei der Wasserverteilung

und -abgabe. Auch die Reinwasserqualität

wird vom THW-eigenen

Trinkwasserlabor ständig kontrolliert.

Die Trinkwasserproduktion erfolgte im

Schichtbetrieb rund um die Uhr. Neben

der Optimierung der neuen Aufbereitungstechnik

stand auch der Erfahrungsaustausch

zwischen den einzelnen Ortsverbänden

im Vordergrund.

Ehrenamtlich tätige Einsatzkräfte haben

begrenzte zeitliche Freiräume

Vergangene Einsätze haben gezeigt, dass

die Einsatzdauer der Fachgruppe durchaus

mehrere Wochen betragen kann.

Dies bringt für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte

die Notwendigkeit mit sich,

dass Einsätze ortsverbandsübergreifend

realisiert werden müssen. Daher sind ein

gemeinsamer Ausbildungsstand und ge-

THW

meinsame Übungen von essentieller Bedeutung.

HW-Präsident Albrecht Broemme stattete

den Übungsteilnehmern einen Besuch

ab. Er informierte sich umfassend über

die neue Trinkwasseraufbereitungsanlage.

Darüber hinaus wurde die Einsatztaktik

der Fachgruppen Trinkwasser und die

damit verbundene Logistik diskutiert. Ihm

war es wichtig, den persönlichen Kontakt

zu den Übungsteilnehmern herzustellen.

Die Verpflegung wurde durch Mitglieder

der Auslands-Logistik sichergestellt, welche

nur einen Teil ihres breiten Einsatzspektrums

unter Beweis stellten. Je nach

Einsatzbedingungen im Ausland kommen

unterschiedliche Module zum Einsatz.

Mit einer Anlage können bis zu 20.000

Personen versorgt werden.

Vier der fünf Fachgruppen Trinkwasserversorgung

der teilnehmenden Ortsverbände

verfügen bereits über eine neue

Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA)

Typ Ultrafiltration15 und können damit

pro Stunde 15.000 Liter Trinkwasser produzieren

und somit die Versorgung von

bis zu 20.000 Personen sicherstellen. Bis

zum Übungsende wurden über eine Million

Liter Trinkwasser produziert, von dessen

Qualität sich sowohl THW Präsident

Albrecht Broemme als auch viele weitere

interessierte Vertreter von Politik, Wasserversorgern

und Feuerwehren bei einem

Probeschluck überzeugen konnten.

Einsatz-Fachkräfte für Trinkwasseraufbereitung aus den THW-Ortsverbänden Starnberg, Rotenburg a.

d. Fulda, Rüsselsheim, Tübingen und Wörstadt.


Der letzte elementare Teil der Übung bestand

in der fachgerechten Reinigung,

Trocknung und Verlastung (Verstauen

auf den Fahrzeugen) der eingesetzten

Gerätschaften. Dies stellt sicher, dass die

Anlagentechnik für den nächsten Einsatz

in hygienisch einwandfreiem Zustand bereit

steht. Künftig ist die Einführung einer

überarbeiteten Trinkwasserlaborausstattung

geplant, welche der technischen

Entwicklung Rechnung trägt und flächendeckend

im THW eingeführt werden soll.

Auch diesbezüglich wurden erste neue

Geräte bei der Übung erstmalig im Labor

eingesetzt. Alexander Steinruck - reda

28 THW-JOURNAL BY 1/2013

Die vier Starnberger

Einsatzkräfte: Peter

Schmidt, Adrian

Degwert, Michael

Deininger und

Philipp Hennen.

Fotos: Alexander

Steinruck

Unterstützung syrischer Flüchtlinge in Jordanien

Jordanien-Einsatz - so hat ihn ein THW-Mann

aus Bad Kissingen erlebt

„Viele bleibende Eindrücke habe

ich aus Jordanien mitgebracht,

vor allem - trotz großer Not - Bilder

mit dankbaren Menschen.

Ich habe viele strahlende Kinderaugen

gesehen“, erzählt Michael

Geßner, der als Fachkraft

im Rahmen des THW-Einsatzes

in Jordanien, wo das THW seit

April 2012 hilft, sechs Wochen

den Aufbau eines Flüchtlingslagers

nahe der Grenze zu Syrien

unterstützte.

Der Bad Kissinger Michael Geßner

leitete vor Ort die Verbesserung

der Infrastruktur mit

dem Schwerpunkt der Wasser-

Ver- und –Entsorgung. Seine

THW

Markus Mann, Gruppenführer

Fachgruppe Trinkwasserversorgung

aus

Wörstadt hat an Wasser-

Einsätzen in Ghana und

Haiti teilgenommen. Er ist

bei der SEEWA (Schnelle

Einsatzgruppe Wasser

Ausland), erläutert

THW-Präsident Albrecht

Broemme Aufbau und

Verfahrensabläufe der

Trinkwasseraufbereitung.

Die Starnbergerr Trinkwasserspezialisten

haben

ebenfalls im Rahmen der SEEWA-Einsätze schon in Haiti, Sri Lanka und nach der Tsunami-Katastrophe

im fernen Osten geholfen, die Menschen mit Trinkwasser zu versorgen.

Erinnerungen vermitteln einen

Einblick in die Situation eines

THW’lers im Auslandseinsatz.

„Mit einem weinenden und

einem lachenden Auge kehrte

ich zurück: Lachend, wieder zu

Hause bei der Familie zu sein,

weinend, angesichts der angespannten

Lage der Flüchtlinge,

resümiert der 51-jährige, der

beruflich bei der Firma „Imtech“

in Frankfurt als Bauleiter für die

technische Ausstattung von

Gebäuden Sorge trägt. Dem

THW-Ortsverband Bad Kissingen

gehört der gelernte Heizungs-

und Lüftungsmonteur

seit 1993 an und bringt sich als

Kraftfahrer und Bereichsausbilder

für den Umgang mit THW-

Fahrzeugen ein.

„Es war dies mein erster Auslandseinsatz.

Trotz manch offener

Fragen hatte ich keine

Angst. Ich freute mich auf diese

Herausforderung“, blickt Geßner

zurück.

Voraussetzung:

Ein starkes Fundament aus

Wissen und Können

Seit zehn Jahren steht er auf

der Liste der THW-Auslandsdatenbank

als Einziger des THW

Bad Kissingen. In der Liste sind

die Kräfte nach ihren Spezialgebieten

erfasst. Zu den Kriterien

zählen fachliche Qualifikation,

Englischkenntnisse und Impfstatus

für Tropentauglichkeit.

Diese Bedingungen erfüllte

Geßner als Mechaniker der

„SEEWA, der Schnelleinsatzeinheit

Wasser im Ausland“ und

als Spezialist für Aufbau einer

Infrastruktur mit Schwerpunkt

Wasser- und Sanitärinstallation.

Dieser Aufgaben-Bereich erwartete

ihn im Flüchtlingslager

el Za`atari, 25 Kilometer von der

Grenze zu Syrien entfernt. Es

war ursprünglich für ca. 40.000


Gemeinsame Mittagspause

Menschen geplant und beherbergte

im April 2013 bereits

rund 85.000.

Mit der Menge der Menschen

wächst die Not

Das THW berichtete auf seiner

Homepage u.a. dazu: „Im

Auftrag von UNICEF führt das

THW in al Za’atari die Wasserversorgung

sowie den Bau

und die Wartung von Sanitäranlagen

und Toiletten durch.

Zudem wurden unter Aufsicht

der eingesetzten THW-Kräfte

im Auftrag von UNHCR die Gemeinschaftsküchen

im Camp

errichtet. Um das Lager vor

Überflutungen zu schützen,

wurde außerdem ein Drainagesystem

gebaut. Die Helferinnen

und Helfer übernehmen im

Lager ebenfalls Gebäudereparaturen

und unterstützen

UNICEF bei dem Management

eines Lagers für Hilfsgüter. Seit

Juli 2012 wurden insgesamt

106 THW-Kräfte in Jordanien

eingesetzt. Bei ihren Arbeiten

werden sie von rund 70 lokalen

Kräften unterstützt. UNHCR hat

nach eigenen Angaben rund

200.000 Flüchtlinge seit Eröffnung

des Camps registriert.

Zehntausende warten noch

auf eine Registrierung. Zurzeit

leben etwa 85.000 Menschen

im Flüchtlingslager. Viele der

Registrierten sind mittlerweile

in die umliegenden jordanischen

Städte gezogen.“ Das

war Anfang Mai. Bis zum Ende

des 2. Quartals rechneten die

Medien damit, dass mehr als

500.000 Flüchtlinge registriert

sein werden.

Jeden Tag neue Herausforderungen

„Das Areal ist riesig. Wir kümmerten

uns um das Wasser. Es

fehlte Versorgung für Küchen,

Duschen und Toiletten. Abwasser

sammelte sich in Pfützen“,

blickt Geßner zurück und ergänzt:

„Jeden Tag kamen wir

ein Stück weiter, um die Lage

zu verbessern. Mir zur Seite

stand ein Team mit arabischen

Helfern, darunter ein Dolmetscher.

Wir erstellten Konzepte,

vergaben kleine Aufträge selbst

und fertigten Ausschreibungen

für größere Maßnahmen“. Das

habe ganz gut geklappt.

Täglich fuhren wir THWler - wir

waren neun Kräfte – von unserem

Appartement in Amman

nahe der Deutschen Botschaft

zum 80 Kilometer entfernten

Lager und abends zurück. Der

12-Stunden-Tag verging wie

im Flug“, geht Geßner auf den

Ablauf ein. Im Lager habe sich

mehr und mehr eine Eigendynamik

entwickelt. An der

Hauptstraße seien Geschäfte

und Lokale entstanden. Die

Menschen – kreativ und mutig

- wagten einen Neuanfang.

„Deutsche und THW erfahren

große Anerkennung. Die Menschen

schätzen unser Können,

erklärt Geßner, der betonte,

dass er nicht nur technische,

sondern auch soziale Dienste

für Menschen voller Dankbarkeit

einbrachte. „Die Menschen

haben nicht viel, sind aber immer

herzlich und laden zu einer

Tasse Tee oder Kaffee ein.“

Im Lager gebe es noch viel zu

tun: Weitere Wasserleitungen,

THW

neue Installationen, Abwassertanks,

Drainagen. „Meinen

Nachfolger habe ich eingearbeitet.

Deshalb kam ich auch

ein paar Tage später zurück.

Wenn ich gebraucht werde,

kann ich mir einen neuerlichen

Einsatz wegen der freundlichen

und dankbaren Menschen vorstellen“,

denkt er an die Zukunft.

Mehr Infos: www.thw.de.

Stefan Geiger - reda

THW-JOURNAL BY 1/2013 29


Bundesversammlung der THW-Bundesvereinigung in Freising

Fragestunde mit Bundesinnenminister Dr. Friedrich - Erfahrungsaustausch der Länder-Repräsentanten

Bei der 28. Bundesversammlung

der Bundesvereinigung

der Helfer und Förderer des

Technischen Hilfswerkes e.V.

hat Bundesinnenminister Dr.

Hans-Peter Friedrich in Freising

den ehrenamtlichen Förderern

des vom Ehrenamt getragenen

Technischen Hilfswerkes seinen

Respekt bekundet. Das Technische

Hilfswerk sei, so zitierte

er den Hohen Flüchtlingskommissar

der Vereinten Nationen,

ein „tolles Aushängeschild für

Deutschland“. Die THW-Bundesvereinigung

nannte er „den

politischen Arm des THW“.

Herzliche Genesungswünsche

gingen vom Minister und von

den Rednern und Teilnehmern

der Jahresveranstaltung an den

Präsidenten der THW-Bundesvereinigung,

Stephan Mayer,

der die Folgen eines Verkehrsunfalles

auskuriert.

Professor Dr. Hermann Heiler,

der Präsident der Fachhochschule

Weihenstephan, hieß

die Teilnehmer der Bundesversammlung

in der Anlage willkommen

und beeindruckte mit

der interessanten Geschichte,

die er mit dem THW zu verknüpfen

wusste: Der Auftrag,

dem Land Gutes zu tun, treffe

sich mit dem Ziel des THW, den

30 THW-JOURNAL BY 1/2013

Menschen zu helfen. Wer über

Weihenstephan mehr wissen

möchte: www.hswt.de.

Landrat Michael Schwaiger,

Franz Obermeier, MdB, und

Oberbürgermeister Tobias

Eschenbacher

gaben ihrer

Freude Ausdruck,

dass annähernd

100

Personen aus

dem ganzen

Bundesgebiet

nach Weihenstephangekommenwaren,

um hier ihr

Jahrestreffen zu veranstalten.

Sinngebung für eigenes Tun

Bundesinnenminister Dr. Friedrich

machte deutlich, wie wichtig

ihm dieses Engagement der

Menschen

im und für

das THW ist

– nicht nur

im Hinblick

auf die Hilfeleistungsfähigkeit,sondern

auch im

Zusammenhang

mit der

Sinngebung

THW

Hohe Aufmerksamkeit war Bundesinnenminister Dr. Friedrich bei seinem Vortrag in der Freisinger Hochschule vor

THW-Fachkundigen aus ganz Deutschland gewiss.

für eigenes Tun, insbesondere

bei der Jugend.

Er erläuterte die Anstrengungen

des Ministeriums zugunsten

des THW – insbesondere bei

den Haushalts-Vorbereitungen

– und anerkannte die intensiven

Bemühungen der THW-

Bundesvereinigung, bei den

Abgeordneten des Deutschen

Bundestages die hohe Bedeutung

des THW zu verankern.

Der Bundesinnenminister würdigte

in seiner Rede auch den

aktuellen THW-Einsatz in Jordanien,

wo eine unvorstellbare

Flüchtlingsmenge viele vor

FH-Präsident Prof. Dr. Heiler mit dem Willkommensgruß für die Vizepräsidenten Lambrecht, MdB, und Jakesch. - Christine Lambrecht, MdB, dankte Susanne

Wüst, der Frau des THW-Ortsbeauftragten von Freising, für die tatkräftige Unterstützung bei der Vorbereitung der Veranstaltung und der Ausgestaltung

der Räume. Den Blumenschmuck hatte Susanne Wüst, bei den Blumenkünstlern des Studienbereiches Weihenstephan erbeten. Susanne Wüst ist im

Vorzimmer des Kanzlers der FH tätig.


große Herausforderungen stelle.

Die von THW-Präsident Albrecht

Broemme genannte Vergleichszahl

(Flüchtlingsaufkommen im

Verhältnis zur Einwohnerzahl)

läge für Deutschland bei 14

Millionen Menschen.

Im Anschluss an seine Ausführungen

forderte der Bundesinnenminister

die Delegierten

aus den Landes(helfer)vereinigungen

zu einer Frage- und

Ant wort runde auf.

Die Chance wurde genutzt und

im Mittelpunkt stand vieles, was

dem THW dienen würde.

Was sind „Anreize“ für das

Ehrenamt?

Die Spanne der nachdrücklich

geforderten „Anreize“, sich ehrenamtlich

zu betätigen, war

groß. Dazu zählen die Menschen

im THW an vorderer Stelle

die Zufriedenheit, die sich

aus der richtigen finanziellen

Ausstattung ergäbe für Liegenschaften,

Ausstattung, Ausrüstung

und Ausbildung.

Aber auch die Möglichkeit von

Rentenpunkten für ehrenamtliche

Leistungen wurde diskutiert

und die Tatsache, dass das

THW aus der Verbesserung für

die steuerliche Behandlung von

sogenannten Übungsleiterpauschalen

keinen Nutzen ziehen

kann – die Aufwandsentschädi-

THW-BV-Vizepräsident

Rüdiger Jakesch

heißt den Minister

willkommen. Im

Hintergrund rechts

Stephan Stracke, MdB,

der Vorsitzende der

THW-Landesvereinigung

Bayern und BMI-

Referatsleiter Jürgen

Weidemann, der im

Mai verstorben ist. Er war dem THW gegenüber sehr aufgeschlossen.

gungen in der Einsatzorganisation

des Bundes sind zu gering.

Der Bevölkerungsschutz in Europa

war ebenfalls ein Diskussionspunkt.

Vizepräsident THW Gerd Friedsam, THW-Bundessprecher Frank

Schulze,Abteilungsleiter Krisenmanagement im Bundesinnenministerium,

Norbert Seitz, BMI-Referatsleiter Jürgen Weidemann.

Unverzichtbar: Subsidiaritätsprinzip

für Bevölkerungsschutz

Bundesinnenminister Dr. Friedrich

machte deutlich, dass er

das Subsidiaritätsprinzip für

unverzichtbar halte. Diejenigen

Länder, die Fachkompetenz in

der Hilfe für die Bevölkerung für

internationale Einsätze beisteuern,

müssen diese Einheiten in

der eigenen Verfügung behalten.

Dass eine stärkere Internationalisierung,

wie sie für die

Zukunft auch von ihm prognostiziert

wird, mit der technischen

Dynamik einhergeht und somit

mehr finanzielle Mittel braucht,

wurde deutlich.

Zu der umstrittenen Arbeitszeitverordnung,

in die von der

Europäischen Kommission auch

die ehrenamtlichen Zeiten eingerechnet

werden sollten, stellte

der Bundesinnenminister in

Aussicht, dass das konsequente

Vorgehen aller von deutscher

Seite erwarten lasse, dass die

Kommission das ehrenamtliche

Engagement auf diese Weise

nicht gefährden könne.

Generationen - Frage

Auch die Frage der Generationen

im Ehrenamt – von Jugend

bis Senioren – war ein

umfangreicher Diskussionspart,

der von der Aufmerksamkeit für

die Jugend bis zu notwendigen

Veränderungen reichte, die notwendig

sind, weil auf Erfahrung

So schnell arbeitet das THW: Bundesinnenminister

Dr. Friedrich kann

die Fotos von seinem Besuch bei der

THW-Bundesvereinigung sofort auf

einem Rennauto-Stick mitnehmen.

Henning Hofmann vom THW-Landesverband

Bayern hat sie ihm

zusammengestellt.

THW

und Mitwirkungsbereitschaft

der älteren Menschen nicht

verzichtet werden kann.

Arbeitgeber haben wichtigen

Anteil am wirkungsvollen

Schutz der Bevölkerung

In diese Richtung zielte auch

das Unternehmerforum, zu

dem Bundesinnenminister Dr.

Friedrich am 24. April in die Vertretung

des Freistaates Bayern

in Berlin eingeladen hat.

Es war Teil der Bemühungen,

den Arbeitgebern die Bedeutung

der Unterstützung des

ehrenamtlichen Engagements

im Bevölkerungsschutz näher

zu bringen.. Dabei spielen auch

die Kompetenzen – im sozialen

und im fachlichen Bereich – die

Ehrenamtliche erwerben, eine

wichtige Rolle.

Einzelheiten zu der Unterzeichnung

der Absichtserklärung von

Bundesinnenminister Dr. Friedrich

und den Vertretern der Arbeitgeber

siehe: „Spannungsfeld

Beruf und Ehrenamt.“

Erfahrungsaustausch:

Wie funktioniert es in den anderen Bundesländern?

Die 28. Bundesversammlung

der THW-Bundesvereinigung

diente auch dem erweiterten

Erfahrungsaustausch über die

Ak tivitäten in den Bundesländern.

Es wurde anhand von Beiträgen

aus sechs Landes(helfer)vereinigungen

deutlich, dass

die Wege zu den Zielen und

die Schwerpunkte, die dabei

gesetzt werden, unterschiedlich

sind. Letztlich dienen alle

Anstrengungen dem Ziel, die

Sympathieträger für das THW

zu mehren und somit Menschen

an die Organisation zu

binden, neue zu finden und die

Akzeptanz in der Bevölkerung

zu erhöhen.

Siglinde Schneider-Fuchs

Fotografen waren:

Johann Schwepfinger, Sepp Fuchs

Fotobearbeitung: Henning Hofmann

THW-JOURNAL BY 1/2013 31


Barbara-Empfang 2013

Barbara-Empfang des THW-Bayern – ein

Termin im ersten Quartal eines Jahres, der

der Begegnung und dem Austausch gewidmet

ist. In diesem Jahr fand er erstmals

im Hubertussaal des Nymphenburger

Schlosses statt, wo bereits im 18. Jahrhundert

festliche Begegnungen die Menschen

zueinander brachten.

THW-Landesbeauftragter Dr. Fritz-Helge

Voß freute sich über die Gäste aus Politik

und Wirtschaft, aus dem Bereich der Blaulicht-Organisationen

und weiteren Partnern

des THW-Landesverbandes Bayern.

Noch einmal stieg das Mosaik der Erinnerung

an die Eindrücke in THW’lern und

auch vielen Gästen auf, die erlebt hatten,

was ein Bundesjugendlager der THW-Jugend

bedeutet. 2012 hatte sich die THW-

Jugend aus Deutschland ( annähernd 5000

Teilnehmer) in Landshut getroffen, ihren

Wettbewerb in Hilfeleistungstechnik ausgetragen

und zur Freude des Oberbürgermeisters

den Altersdurchschnitt der Stadt

(während dieser Zeit) drastisch gesenkt.

Zwei Highlights – Bundesinnenminister

Dr. Friedrich nahm sich in Landshut viel

Zeit für sein THW (in allen Altersklassen)

und die bayerische Mannschaft (aus Karlstadt)

wurde Bundessieger.

Die Leistungsfähigkeit und den Einsatz des

Leiters Vorbereitungsstab, Tilman Gold,

Dr. Wolf-Dieter Remmele, wurde im festlichen

Rahmen des Barbara-Empfanges

mit dem Ehrenzeichen des THW in Gold

geehrt.

Der Landesbeauftragte für Bayern, Dr.

Fritz-Helge Voß, würdigte die konsequente

Integration des Bundesinstrumentes

THW in die Sicherheitsarchitektur

des Freistaates. Joachim Herrmann, Bayerischer

Staatsminister des Innern und ehemaliger

Chef des Ministerialdirigenten a.D.

im bayerischen Innenministerium, ging in

seiner Gratulation sogar den Schritt über

bayerische Grenzen: „ Mit dieser besonderen

Ehrung, der höchsten Auszeichnung

des THW, werden Ihre Verdienste um das

Technische Hilfswerk sowie für die sicherheitspolitische

und vor allem auch die

gesellschaftspolitische Bedeutung des

Vor den Plakatmotiven

des Bundesjugendlagers

erinnerte Dr. Voß

an die Höhepunkte.

Gemeinsam mit allen

bayerischen Kräften

werden die Höhepunkte

der Zukunft

erarbeitet.

Fotos: Johann

Schwepfinger

Ehrenzeichen in Gold für Dr. Remmele

Referent im THW-Landesverband, stellte

Dr. Voß stellvertretend für begeistert Aktive

heraus.

Als weitere Höhepunkte nannte er den

Blauen Löwen (die jährliche THW-Übung

des Landesverbandes) und die Führungskräftetagung

in Nürnberg.

Für 2013 warb er für die Ziele des THW-

Landesverbandes, die auch in noch stärkerer

Integration liegen - das sei alleine

nicht zu bewerkstelligen. Er stellte auch

die fünf Motive der Awareness-Kampagne

des Landesverbandes vor, die dazu beitragen

soll, das THW stärker im Bewusstsein

der Bevölkerung zu verankern.

Freude auf beiden Seiten

- Dr. Remmele mit

dem eben verliehenen

Ehrenzeichen und Dr.

Voß bei der Präsentation

der Urkunde.

THW

Barbara – die Schutzpatronin der

Bergleute seit dem 14. Jahrhundert,

wird seit vielen Jahren auch

vom THW als Schutzheilige angenommen.

In vielen Ortsverbänden

stehen schon Figuren von ihr. Sie ist

in manchen europäischen Gegenden

auch die Patronin der Glockengießer,

Baumeister und Turmwächter.

THW-JOURNAL BY 1/2013 33


Ehrenamts und der von Ehrenamtlichkeit

geprägten Organisationen

anerkannt.

Lieber Herr Dr. Remmele, diese

Auszeichnung würdigt darüber

hinaus verdientermaßen

auch Ihren Beitrag zu einem

deutschlandweit vorbildlich abgestimmten

System eines integrierten

Katastrophenschutzes

in Bayern. Hierüber freue ich

mich sehr und gratuliere Ihnen

dazu herzlich.“

Dr. Remmele war überrascht

und erfreut. Das THW sei eine

leistungsstarke Einsatzorganisation,

die in der bayerischen

Gefahrenabwehr ihren festen

Platz habe.

Wenn es in Relation zu Einzelauszeichnungen

auch Ehrungsmöglichkeiten

für Einsatzorganisationen

gäbe, würde er dafür

eintreten, dem THW in Bayern

die höchstmögliche Auszeichnungsmöglichkeit

zukommen

zu lassen. Das hätte das THW

verdient.

sf

Innenminister Herrmann dankte für Engagement

Die THW-Delegation beim Blaulichtempfang für die Oberpfalz

„Ich möchte allen danken, die

sich in der Oberpfalz tagtäglich

mit großem Engagement um

die Sicherheit, den Schutz und

die Hilfe für unsere Bürgerinnen

und Bürger kümmern. Sie alle

sorgen gemeinsam dafür, dass

die Oberpfalz und Bayern eine

Spitzenstellung bei der Sicherheit

haben.“

Neben Polizei und Feuerwehren

konnte Herrmann bei dem

Empfang das Bayerische Rote

Kreuz (BRK), den Arbeiter-Samariter-Bund

(ASB), die Johanniter-

Unfallhilfe (JUH), den Malteser

Hilfsdienst (MHD), die Deutsche

Lebens-Rettungs-Gesellschaft

(DLRG), die Luftrettungsstaffel

Bayern und das Technische

Hilfswerk (THW) begrüßen.

Die Empfänge finden in allen

bayerischen Regierungsbezirken

statt - die Oberpfalz steht

hier stellvertretend für die anderen

bayerischen Bezirke.

Ministerpräsident Seehofer besuchte das THW in Mühldorf

Der bayerische Ministerpräsident

Horst Seehofer hat den

THW-Ortsverband Mühldorf

besucht. Unterkunft, Technik

und Fahrzeuge vermittelten

Seehofer ein anschauliches Bild

von den vielfältigen Einsatzoptionen

des THW und dem Alltag

seiner Helferinnen und Helfer.

Ihn begleiteten der Präsident

der THW-Bundesvereinigung,

Stephan Mayer, MdB, der bayerische

Staatsminister für Umwelt

und Gesundheit, Marcel

Huber, und der THW-Landesbeauftragte

für Bayern, Fritz-Helge

Voß.

In einem Podiumsdialog zum

Thema „Ehrenamtliches Engagement

– ein wertvoller

Faktor für die Region“, an der

sich THW-BV-Präsident Mayer,

THW-Landesbeauftragter Dr.

Voß und Floran Ganserer, THW-

Helfersprecher in Mühldorf, von

Seiten des THW‘s beteiligten,

wurde auch der Mehrwert, der

aus dem ehrenamtllichen Engagement

erwächst, beschrieben.

THW-Präsident auf dem Weg

ins Feuerwehrmuseum

Wenige Monate später stattete

Albrecht Broemme, der THW-

Präsident, dem OV einen Besuch

ab. Er kam auf Einladung

von Stephan Mayer, MdB, THW-

BV-Präsident, und diskutierte in

offener Runde mit Führungs-

kräften und Verantwortlichen

aus THW-Ortsverband und

THW-Geschäftsstelle.

Die Zukunft des THW wird wesentlich

von der kreativen und

zielgenauen Ansprache junger

Leute zur Mitarbeit abhängig

sein. THW-Präsident Broemme

zeigte großes Interesse an der

Kooperation mit der Mittelschule

Mühldorf, die in den nächsten

Jahren noch intensiver fortgeführt

werden soll. Die Ölwehr an

Inn und Chiemsee stellt einen

Schwerpunkt der Einsatzaufträge

des THW-Mühldorf dar. Hier

erweist sich immer wieder, dass

neben zeitgemäßem Fuhrpark

und moderner Technik insbesondere

die Zusammenarbeit

THW

Herrmann unterstrich, dass

eine enge Zusammenarbeit aller

zuständigen Behörden und

Institutionen von wesentlicher

Bedeutung für die innere Sicherheit

sei. Bayern verfüge

hier über ein hervorragendes

Netzwerk der Kommunikation,

Kooperation und Koordination.

Dazu diene auch der ‚Blaulichtempfang‘.

Er ist ein Forum zum

Austausch zwischen allen, die

mit Sicherheits- und Rettungsaufgaben

betraut sind.

der Hilfskräfte – innerhalb und

außerhalb des THW – der Garant

für erfolgreiches Helfen sind.

Aus diesem Grund ist geplant,

dass der THW-Bundesausschuss

im Herbst die Chiemsee-Übung

besuchen wird.

Die Eröffnung des bayerischen

Feuerwehrmuseums in Waldkraiburg

mit Übergabe eines

historischen GKW´s war das

nächste Reiseziel des THW-Präsidenten

bei seinem Besuch in

Bayern.

Über das Museum, das auch

einen THW-Anteil beherbergt,

berichtet das Bayern-Journal in

seiner nächsten Ausgabe.

THW-JOURNAL BY 1/2013 35


Parlamentarischer Abend im Maximilianeum

Der Parlamentarische Abend, den die THW-

Landesvereinigung für das THW initiiert hat,

erfreut sich großer Beliebtheit. In entspannter

Atmosphäre können sich die Abgeordneten

des Bayerischen Landtages mit dem THW beschäftigten

und Informationen bekommen.

Fast 40 Parlamentarierinnen und Parlamentarier

waren der Einladung gefolgt.

Stephan Stracke, MdB, der Landesvorsitzende

der THW-Landesvereinigung Bayern, hieß zu

dem Abend willkommen und stellte die Wichtigkeit

des Kontaktes zwischen THW und Politik

heraus. THW-Landesbeauftragter Dr. Fritz-Helge

Voß machte in seiner Rede deutlich, dass

Bayern beispielhaft sei in der Einbindung des

Instrumentes des Bundes. Dieses THW stelle

ein Leistungspotenzial dar, für das das Land

keine eigenen Vorhaltekosten habe. In manchen

Bereichen funktioniere die Integration

und Zusammenarbeit hervorragend, punktuell

seien noch Verbesserungen möglich.

Abschied von

Träger des THW-Ehrenzeichen in Silber

Walter Mayr

1955 kam Walter Mayr als ehrenamtlicher Helfer zum THW und integrierte sich im damaligen Ortsverband München

II, wo er sich bald zum Ausbildungsleiter qualifizierte.

Walter Mayr war Gründungsmitglied des THW-Ortsverbandes München-Land.

1966 technischer Sachbearbeiter, machte er damit seine Leidenschaft THW zum Beruf. Er war anschließend Sachbearbeiter

Einsatz in der Dienststelle des Landesverbandes und ab 1977 Geschäftsführer für den GFB München.

Walter Mayr hat das heutige, leistungsstarke und anerkannte Technische Hilfswerk in München, in Bayern und auch

bundesweit mit vielen innovativen Ideen und Projekten maßgeblich mit entwickelt.

Herausragende Bereiche seines Engagements waren der Aufbau des Wasser übungsplatzes an der Ifflandstr, die verantwortliche Mitwirkung bei der Olympiade 1972, die wegweisende

Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr München, der Aufbau des THV-Dienstes in Bayern und die Entwicklung eines EDV-gestützten Abrechnungsprogrammes für THW-Einsätze-

Als 1996 aus ehemals 22 THW Geschäftsführerbereichen in Bayern 11 neue geformt wurden, hat Geschäftsführer Mayr mit der Betreuung von 11 Ortsverbänden mit 15 Technischen

Zügen noch mehr Verantwortung übertragen bekommen und das Amt bis zum Ruhestandsbeginn 1999 äußerst erfolgreich ausgefüllt. Danach ist er ehrenamtlich in seinem Gründungsortsverband

zur Verfügung gestanden.

Walter Mayr hat sich für sein THW zu jeder Zeit mit voller Kraft eingesetzt und dabei persönliche Interessen stets hinten angestellt.

Der THW-Landesverband Bayern und viele Weggefährten werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Dr. Fritz-Helge Voß

Der THW-Landesbeauftragte für Bayern

THW

THW-JOURNAL BY 1/2013 37


Die THW-Jugend Bayern auf neuem Kurs unter neuer Führung

Die Höhepunkte des Landesjugendausschusses

im Mai in Gunzenhausen betrafen

Vergangenheit, Gegenwart und

Zukunft.

Mehr als 120 Delegierte aus 111 bayerischen

Ortsverbänden trafen sich, um

die Weichen für den Kurs des kommenden

Jahres zu stellen - aber auch, um das vorige

Jahr Revue passieren zu lassen. Insbesondere

die Eintragung der THW-Jugend

Bayern als Verein, das Bundesjugendlager

in Landshut, die Neuwahl des Landesjugendleiters

Thomas Sigmund mit seinen

Vertretern und die Verabschiedung von

André Stark als Landesjugendleiter Bayern

prägten das Treffen.

Nun ist es amtlich – die THW-Jugend

Bayern ist ein eingetragener Verein

Mit der Bestätigung der Gemeinnützigkeit

vom Finanzamt für Körperschaften und

der Eintragung der Vereinssatzung durch

das Amtsgericht München geht ein langes

Kapitel zu Ende. Die THW-Jugend Bayern

ist nun als e.V. unter neuen Segeln an den

Start.

Alle Rekorde gebrochen – das Bundesjugendlager

in Landshut

Mit über 4.300 Teilnehmern und 450 Funktionskräften

aus den verschiedenen Gremien

und Arbeitskreisen hat das Bundesjugendlager

2012 sämtliche Erwartungen

übertroffen und neue Rekorde aufgestellt.

Als Höhepunkt des Lagers stand der Bundeswettkampf

im Mittelpunkt des Geschehens,

den letztlich die Jugendgruppe

Karlstadt für sich entscheiden konnte

- nochmals herzlichen Glückwunsch.

Aber auch der fachliche Austausch und

Spaß der Jugendgruppen kam nicht zu

kurz. Zum Beweis dafür verbuchte der

Facebook-Auftritt mit ca. 60.000 Klicks

ebenfalls eine neue Bestmarke. Die THW-

Jugend Bayern dankte erneut allen haupt-

und ehrenamtlichen THW’lern, die dieses

„Rekordlager“ zu einem unvergesslichen

Erlebnis gemacht haben und hofft, dass

diese Motivation und Einsatzbereitschaft

auch beim nächsten Bundesjugendlager

dafür sorgen wird, neue Superlative aufzustellen.

38 THW-JOURNAL BY 1/2013

Von Kapitän

zu Kapitän -

André Stark

übergibt das

Steuer an

seinen Nachfolger

Thomas

Sigmund.

Foto: Dominik

Backfisch

Mit frischer Führung in die Zukunft – die

Wahl in der Landesjugendleitung Bayern

André Stark stand nach langen Jahren erfolgreicher

Jugendarbeit nicht mehr für

das Amt des Landesjugendleiters Bayern

zur Verfügung. Thomas Sigmund ist mit

überwältigender Mehrheit zu seinem

Nachfolger gewählt worden. Die Stellvertreter

Sebastian Gold und Steffen Eyrich

sind im Amt bestätigt. Neu im Team ist

Monika Herr aus dem Ortsverband Lohr,

die sich bereits als stellvertretende Bezirksjugendleiterin

der THW-Jugend in

Unterfranken verdient gemacht hat.

Nach der Bestätigung des Wahlergebnisses

übergab André Stark mit symbolischem

THW-Jugend

Humor Steuerrad, Trillerpfeife und Kompass

an seinen „frisch gebackenen“ Nachfolger.

Dazu bekam die neue Crew auch

noch deutliche Worte für die künftige Jugendarbeit

mit auf den Weg. Zum Beispiel,

dass man sich in den Ortsverbänden darüber

im Klaren sein müsse, wie wichtig eine

konsequente Förderung der Jugendarbeit

sei und dass die OV-Führung auch die Voraussetzungen

dafür schaffen müsse, dass

eben diese Förderung möglich wird.

Vor allem an den THW-Präsidenten richtete

er klare Worte. Niemand engagiere sich

freiwillig, ehrenamtlich und unentgeltlich

im THW, wenn er nur ein kleiner Teil in der

großen THW-Bürokratie ist.

Diese Vier führen die THW-Jugend Bayern weiter in die Zukunft. Foto: Michael Mrugalla


Aus diesem Grund müsse es in Zukunft

eine Ehrenamtsverträglichkeitsprüfung

geben, die nicht von der Bürokratie beeinflusst

wird, sondern frischen Wind in

die Büros des THW’s bringe. Nur so könne

den Aufgaben einer besonderen Behörde

innerhalb des BMI entsprochen werden.

Der neue Landesjugendleiter Thomas

Sigmund plädierte in seiner Antrittsrede

für noch Mehr Anstrengung bei der Gewinnung

neuer Mitglieder, der Sicherung

der Qualität in der Jugendarbeit und für

die kameradschaftliche Zusammenarbeit

von Verband und Mitgliedern. Viele guten

Wünsche begleiten ihn auf seinem Weg.

Der Kapitän verlässt das Schiff – die

Verabschiedung von André Stark als

Landesjugendleiter Bayern

Nach Abschluss des offiziellen Teils des

Landesjugendausschusses fand die Verabschiedung

von André Stark an dem Ort

statt, wo er damals als Landesjugendleiter

Bayern gewählt wurde. In einer emotionalen

Rede blickte er auf 24 Jahre Landesvorstand

und 12 Jahre Landesjugendleiter

zurück. Mit damals 16 Jahren wurde er

als jüngstes Mitglied überhaupt im Landesjugendausschuss

1989 in den Landesvorstand

gewählt und startete eine

bis dahin einmalige Karriere innerhalb

des THW’s. Ronny Baumüller - der in der

gleichen Sitzung zum Landesjugendleiter

gewählt wurde - begleitete ihn als Mentor.

Drei Jahre nach seiner Wahl zum ersten

Bezirksjugendleiter der THW-Jugend Unterfranken,

gab André Stark diesen Posten

zugunsten der Position des stellv. Landesjugendleiters/Kassiers

wieder ab. Zu diesem

Zeitpunkt vertrat er bereits Ronny

Baumüller im Bundesvorstand der THW-

Jugend Bayern, ehe er am 19. Mai 2001 in

Gunzenhausen die Nachfolge von Ronny

Baumüller als Landesjugendleiter antrat.

In diesen 12 Jahren hat er die THW-Jugend

wie kein Zweiter maßgeblich beeinflusst.

Ob es in Berlin um zusätzliche Haushaltsmittel

für das THW ging oder das erste

Handbuch der THW-Jugend, viele haben

den Löwen schnurren aber auch brüllen

hören. Selbst die Androhung von disziplinarischen

Maßnahmen bei einer Demonstration

gegen die Sparpolitik der

bayerischen Staatsregierung im Jahr 2003,

konnte ihn nicht davon abhalten, für die

Belange der Jugend zu kämpfen. Stets

war er um den Ausbau der Jugendarbeit

bemüht, hat sich unermüdlich für die Ju-

gendgruppen eingesetzt und dabei immer

ein offenes Ohr für die individuellen Bedürfnisse

und Probleme der Jugendlichen

gehabt. So schuf er alle Voraussetzungen

für eine erfolgreiche Jugendarbeit, von

denen „wir als THW“ heute profitieren.

„Mach‘s gut, lieber Andre“

In seiner Abschiedsrede bedankte er sich

bei den vielen Partnern, Kolleginnen und

Kollegen, die ihn in seiner täglichen Arbeit

unterstützt und getragen haben.

Besonderes Augenmerk legte er auf die

wichtigste Veranstaltung der THW-Jugend

Bayern – das Landesjugendlager. Insgesamt

sechs Mal richtete André Stark das

Jugendlager als Lagerleiter und Chef-Koordinator

aus und verzeichnete von Jahr

zu Jahr steigende Teilnehmerzahlen.

„Wir verabschieden Kopf und Herz der bisherigen

THW-Jugend Bayern und bedanken

uns für viele Jahre wertvoller Jugendarbeit,

Engagement und Menschsein! Wir

wünschen dir alles erdenklich Gute für

THW-Jugend

die Zukunft in deiner Position als stellvertretender

Landessprecher Bayern, in deiner

Tätigkeit im Ortsverband Obernburg

und nicht zuletzt auch als „Privatperson“.

Mach’s gut, lieber André!“

Diesen herzlichen Wünschen schließt sich

auch das THW-Journal an, das die gute Zusammenarbeit

mit dem stv. Landessprecher

und Zugführer im THW-Ortsverband

Obernburg gerne weiter pflegt.

THW-JOURNAL BY 1/2013 39


Hersbruck wird sich (vorübergehend) verjüngen

Von 3. August bis zum 10. August findet

in Hersbruck das 16. Landesjugendlager

der THW-Jugend Bayern statt. Mehr als

70 Jugendgruppen mit knapp 1.200 Teilnehmern

aus ganz Bayern haben sich

angemeldet, um eine ganz spezielle Woche

in Mittelfranken zu erleben. Sie werden

den Landkreis Nürnberger Land, die

nahe Oberpfalz und die Metropolregion

Nürnberg erkunden und viel Spaß haben.

„Gastgeber“ ist der THW-Ortsverband Lauf

– Nürnberger Land. Ein Landesjugendlager

am Standort ist eine Aufgabe, die den

Menschen in einem OV viel Kraft und Ausdauer

abverlangt. Einer der Höhepunkte

wird der Landeswettkampf der THW-Jugend

Bayern sein, der am 4. August 2013

direkt neben dem Lagergelände ausgetragen

wird. Zahlreiche prominente Zuschauer

haben sich bereits angesagt. Der

Sieger dieses Wettkampfes hat die Ehre

die bayerischen Landesfarben beim Bundeswettkampf

im Jahr 2014 zu vertreten.

Nach der Siegerehrung wird auf einem

nahegelegenen Parcours das traditionelle

40 THW-JOURNAL BY 1/2013

Eselrennen stattfinden, das bei jedem

Wetter unzählige Besucher aus dem Landkreis

anlockt. Auf den THW-Nachwuchs

aus ganz Bayern, der Anfang August für

eine Woche seine Zelte am „Plärrer“, dem

Festplatz in Hersbruck, aufschlägt, wartet

ein interessantes und abwechslungsreiches

Rahmenprogramm – mit vielen

Sehenswürdigkeiten und unzähligen

Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Ein

besonderes Highlight ist das Altstadtfest

Hersbruck am ersten Augustwochenende.

Die komplette Innenstadt verwandelt

sich in eine einzige große interkulturelle

Feier – mit fränkischen und internationalen

Spezialitäten sowie Live-Musik in allen

Straßen. Das Lagergelände ist hervorragend

für das Zeltlager geeignet: zentral

in Hersbruck gelegen, sind es nur wenige

Laufminuten in die Innenstadt und man

erreicht bequem zu Fuß die beiden Bahnlinien

Nürnberg-Bayreuth und Nürnberg-

Amberg. Ein idealer Spaziergang bietet

sich auch zum nahen Baggersee an. In der

Unterkunft im zehn Kilometer entfernten

THW-Jugend

Lauf können die Junghelferinnen und

-helfer das Bundesleistungsabzeichen in

Bronze, Silber und Gold ablegen. Für Essen

und Trinken wird in bewährter Form

die Küchenmannschaft der THW-Jugend

Bayern sorgen. Fazit - planerisch sind die

besten Voraussetzungen für eine wunderbare

Woche geschaffen. Wetter ist nicht

planbar – Stimmung ist menschenabhängig

– aber da hat die THW-Jugend Bayern

schon bewiesen, dass sie in der Lage ist,

aus jeder Situation das Beste zu machen

– Hitze oder Nässe spielen dabei nur eine

Nebenrolle. Weitere Informationen www.

landesjugendlager.

Michael Mrugalla – Joachim Süß – reda


Aus dem Regierungsbezirk Oberbayern

Bundesinnenminister Dr. Friedrich und die Menschen im THW-OV Freising

Im Zusammenhang mit der Bundesversammlung

der THW-Bundesvereinigung,

die in der Freisinger Hochschule stattfand

- der THW-Ortsverband hat sich stark in

der Vorbereitung und Durchführunge engagiert

- war Gelegenheit, Bundesinnenminister

Dr. Friedrich „nah“ zu erleben. Er

ließ sich erklären, was den OV-Freising

ausmacht: Seine starke Helferschaft.

Ortsbeauftragter Michael Wüst stellt Bundesinnenminister

Dr. Friedrich seine Mannschaft

vor. Im Hintergrund links Landessprecher Rudi

Skalitzky, in der Mitte THW-Vizepräsident Gerd

Friedsam.

sf

Fotos: Johann Schwepfinger

Die Freisinger Mannschaft mit ihrem obersten Dienstherren, Bundesinnenminister Dr. Friedrich und

den THW-Oberen Präsident Broemme, Vizepräsident Friedsam und Landesbeauftragter Dr. Voß.

Franz Bretz als OB verabschiedet

Seit 40 Jahren engagiert sich

Franz Bretz im THW. 20 Jahre hat

er die Verantwortung als Ortsbeauftragter

getragen und den

THW-Ortsverband Fürstenfeldbruck

entwickelt und gestaltet

– gemeinsam mit vielen Kameradinnen

und Kameraden.

Franz Bretz sieht das THW in seinem

großen Zusammenhang

engagiert sich deshalb auch

über Fürstenfeldbruck hinaus

– im Landesausschuss Bayern

und bei der THW-Landesvereinigung

– er ist 1. Vorsitzender des

örtlichen Fördervereins – und

bei der THW-Bundesvereinigung

als Bundesdelegierter.

Er pflegt auch den Kontakt in

die Politik. Gerda Hasselfeld,

MdB, Vorsitzende der CSU-Landesgruppe,

war zu seiner Verabschiedung

gekommen und

Ramona Sauer, stv. Ortsbeauftragte, überreichte

Alt-OB Franz Bretz als Abschiedsgeschenk einen

Bilderrahmen voller Erinnerungen - Fotos aus seiner

Amtszeit.

dankte ihm für die sachkundige

Arbeit im Rahmen des THW und

des Bevölkerungsschutzes.

In seiner Amtszeit

als Ortsbeauftragter

hat

er sich auch intensiv

um gute

Zusammenarbeit

mit befreundetenHilfsorganisationengekümmert.

Ausdruck

des Dankes dafür

war bei seiner

Verabschiedung

die Plakette des

Malteser Hilfsdienstes

für die

langjährige Part-

nerschaft, die ihm Dr. Mi chael

Frieß, Leiter Einsatzdienste

MHD, Kreisgeschäftsstelle Gröbenzell,

überreichte. Andreas

Lohde, Feuerwehrreferent der

Stadt Fürstenfeldbruck, dankte

Franz Bretz im Namen der Stadt

für sein bürgerschaftliches Engagement.

Landrat Thomas Karmasin ehrte

Franz Bretz mit der Verdienstmedaille

des Landkreises Fürstenfeldbruck

und wusste sich

einig mit den Mitgliedern des

Kreistages und den Bürgermeistern

umliegender Städte und

Gemeinden, die zur Verabschiedung

gekommen waren.

reda

THW-JOURNAL BY 1/2013 41


Bahnstrecke zwischen Fürstenfeldbruck

und Emmering war blockiert

Nach dem schweren Bahnunfall

an einem Mittwoch, in den ein

Lkw und ein Zug verwickelt waren,

wurde gegen 10.00 Uhr das

THW-Fürstenfeldbruck von der

Deutschen Bahn alarmiert und

mit der Räumung der Bahntrasse

beauftragt.

Die Helferinnen und Helfer

rückten mit Gerätekraftwagen

und Kipper mit Ladekran an

die Einsatzstelle aus, um die

Unfallstelle in Kooperation mit

der Deutschen Bahn wieder befahrbar

zu machen.

Nach dem Entfernen größerer

Trümmerteile konnten die um-

42 THW-JOURNAL BY 1/2013

geknickten Strommasten der

Oberleitung entfernt werden,

die mittels Trennschleifer und

Schneidbrenner von ihrem Fundament

getrennt und anschließend

in kleinere, transportable

Stücke zerlegt wurden. Diese

wurden dann zur weiteren Verwahrung

und unfalltechnischen

Analyse nach Freiham transportiert.

Nach acht Stunden war die

Strecke soweit geräumt, dass sie

an die Deutsche Bahn zur weiteren

Instandsetzung übergeben

werden konnte. Die letzten

ehrenamtlichen Helfer rückten

gegen 18 Uhr wieder in die Unterkunft

ein. Stefan Seitz

Aus dem Regierungsbezirk Oberbayern

Erinnerung

Aufräumungsarbeiten an der

Bahnstrecke.

Fotos: Philipp Renoth

Der THW-Ortsverband Fürstenfeldbruck trauert um seinen langjährigen Helfer und guten Kameraden

Horst Neitz

Träger des THW-Ehrenzeichens in Bronze

Er gehörte seit dem 5.4.1967 zum THW - 0V Fürstenfeldbruck und war der kompetente Mann für Fahrzeuge. Bereits im Juni 1968 nahm er an einem Lehrgang für Kraftfahrer an der Landesausbildungsstätte

für Bayern des Luftschutzhilfsdienstes in Wolfratshausen mit Erfolg teil. Mit Schreiben vom 16.12.1969 vom Referat für Kreisverwaltung und öffentliche Ordnung der

Landeshauptstadt München wurde Horst Neitz zum 1.12.1969 als Kraftfahrer mit der Wartung und Pflege des Fahrzeuges M-84281 bestellt.

Zum Schirrmeister G und K, wie es damals hieß, wurde Horst Neitz in der Zeit vom 3.5. bis 14.5.1971 an der Katastrophenschutzschule des Bundes erfolgreich ausgebildet und war für den

Ortsverband einige Jahre Schirrmeister. Als es galt einen Ausbilder für Kraftfahrer am Standort zu finden, war für alle im OV klar: Das kann nur Horst Neitz sein. Also hat er auch noch den

Lehrgang ,Ehrenamtlicher Kraftfahrerausbilder am Standort“ an der Katastrophenschutzschule Bayern in Geretsried in der Zeit vom 20.2. bis 24.2.1984 mit Erfolg besucht. Nachdem die

Standortausbildung beim THW wieder das A + 0 wurde, betätigt sich Horst Neitz auch wieder in seiner Funktion als Standortausbilder für Kraftfahrer.

Aus seiner Erfahrung mit Maschinen und technischem Gerät heraus war Horst Neitz bereits seit Jahren für den Ortsverband als Sicherheitsbeauftragter tätig.

Bereits ein Jahr nach seinem Eintritt in‘s THW war Horst Neitz im Auslandseinsatz. In der Zeit vom 27.11. bis 14.12.1969, noch dazu während seines Geburtstages, war Horst Neitz im

Katastropheneinsatz in Banja Luka im ehemaligen Jugoslawien. Hierfür wurde ihm das THW-Zeichen für Humanitäre Hilfe im Ausland verliehen

Für seine außergewöhnlichen Leistungen wurde Horst Neitz 1996 das THW-Ehrenzeichen in Bronze überreicht.

Immer in den vergangenen 45 Jahren, in denen Horst Neitz dem THW Ortsverband Fürstenfeldbruck angehörte, war er dabei, wenn es zu helfen galt.

Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Die Menschen im THW-Ortsverband Fürstenfeldbruck und im Verein zur Förderung des Technischen Hilfswerkes


Aus dem Regierungsbezirk Oberbayern

THW-BV-Präsident Stephan Mayer, MdB; Ingrid Heckner, MdL; Bayerischer Staatsminister des Innern, Joachim Herrmann; ehemaliger Bayerischer Staatsminister

des Innern, Gerold Tandler; THW-Präsident Albrecht Broemme, THW-Landesbeauftragter für Bayern, Dr. Fritz-Helge Voß - die Gruppe auf dem

linken Bild kennt sich von zahlriechen Begegnungen mit dem Ziel, dem Ehrenamt zu dienen. Bei der Podiumsdiskussion konnte das Publikum mitreden.

THW-BV-Präsident Mayer, MdB, hört aufmerksam zu. Rechts diskutiert THW-Präsident Broemme mit Annemarie Lechner, Mitarbeiterin von BV-Präsident

Mayer, und dem THW-Ortsbeauftragten Matthias Müller.

Wie kann Ehrenamt in Zukunft attraktiver werden?

Altöttinger Runde diskutierte Möglichkeiten der praktischen Anerkennung für Ehrenamt im Blaulicht-Bereich

„Blaulicht“ lautete das Thema

der 8. Altöttinger Runde.

Die hochkarätige Besetzung

spannte in der Podiumsdiskussion

den Bogen von der Polizei

zu den Hilfsorganisationen.

THW-BV-Präsident Stephan Mayer,

MdB, sprach sich für mehr

Anreize für ehrenamtliches Engagement

aus und hält auch

„unorthodoxe Vorschläge“, wie

die Verbesserung bei Rentenpunkten

oder einen Bonus bei

der Bewerbung für einen Stu-

dienplatz für denkbar.

Der Bayerische Staatsminister

des Innern, Joachim Herrmann,

Ingrid Heckner, MdL, Bürgermeister

Herbert Hofauer und

VR-Vorstandsvorsitzender

Wolfgang Altmüller waren sich

mit dem THW-BV-Präsidenten

Stephan Mayer einig, dass ehrenamtliches

Engagement als

persönlicher Wertzuwachs „von

Kindesbeinen an“ vermittelt

werden müsse.

„Die Gesellschaft wäre ärmer

ohne Polizeikräfte und den ehrenamtlichen

Einsatz tausender

Helfer in den Rettungsdiensten“

formulierte der „Anzeiger“ am

folgenden Tag und brachte damit

die Zielsetzung der achten

Altöttinger Runde, zu der die

Raiffeisenbank eingeladen hatte,

auf den Punkt. Dass für diejenigen,

die diese Dienste beruflich

oder ehrenamtlich leisten,

noch wichtige Verbesserungen

der Rahmenbedingungen mög-

lich und nötig sind, darüber bestand

ebenfalls Konsens.

Der Einladung zu der Podiumsdiskussion

im Kultur- und

Kongressforum waren etwa 600

Besucher gefolgt, unter ihnen

auch der ehemalige bayerische

Innenminister Gerold Tandler,

THW-Präsident Albrecht Broemme

und THW-Landesbeauftragter

für Bayern, Dr. Fritz-Helge

Voß.

THW-JOURNAL BY 1/2013 43

sf


Im Zuge des Hochwassers wurde

das THW Fürstenfeldbruck

im Laufe des Sonntagnachmittages

(2. Juni) von der Kreiseinsatzzentrale

der Feuerwehr

zur Unterstützung alarmiert.

Einsatzschwerpunkt war das

Abpumpen von vollgelaufenen

Kellern und Tiefgaragen, insbesondere

in Puchheim-Bahnhof

und Überacker. Besonders betroffen

war die Krokusstraße in

Puchheim, wo zwei Tage gepumpt

werden musste. Erhebliche

Mengen Sand und Sandsäcke

transportierte das THW zu

Generationenwechsel im THW

Förderverein Dachau

Sven Langer ist der neue Vorsitzende

des THW-Fördervereins

Dachau. Bei der Jahreshauptversammlung

in Günding machte

Georg Leitensdorfer deutlich,

dass er bereit sei, künftig in der

zweiten Reihe mitzuwirken. „Es

ist Zeit für einen Generationenwechsel

im Vorstand“ war seine

Einleitung dazu.

44 THW-JOURNAL BY 1/2013

den verschiedenen Einsatzstellen

im Landkreis. In der Nacht

zum Montag organisierte das

THW-Fürstenfeldbruck die Beschaffung

und den Transport

von 60.000 leeren Sandsäcken

aus einem Depot in Freising

zum Notfalllager in Eichenau.

Durchweichter Boden ließ in

Emmering einen größeren

Baum auf die Oberleitung der

Bahnstrecke stürzen. Das Notfallmanagement

der DB Netz

AG forderte die Hilfe des THW-

Fürstenfeldbruck an. Der Baum

Aus dem Regierungsbezirk Oberbayern

Dauerregen und steigende Pegel - Einsatzursache für Viele

Georg Leitensdorfer führt den

Verein seit seiner Gründung

vor 26 Jahren. Sein bisheriger

zweiter Vorsitzender, Martin

Buchner, ist seit über 20 Jahren

im Förderverein engagiert. Er

wollte sich aus dem aktiven Vereinsgeschehen

zurückziehen.

Mit großer Mehrheit wurde

hatte sich in der Oberleitung

verfangen, die Einsatzstelle war

mit Fahrzeugen nicht erreichbar.

Die Einsatz-Technik musste

über ca. 700 Meter auf den

Bahngleisen getragen werden.

Das THW Fürstenfeldbruck war

mit 30 Helferinnen und Helfern

nahezu 48 Stunden im Einsatz.

Zeitweise waren sämtliche im

Ortsverband vorhandenen

Fahrzeuge und Pumpen ausgelastet.

Nachdem sich die

Lage im Landkreis zunehmend

entspannte, konnten einige

Sven Langer zum 1. Vorssitzenden

und Georg Leitenstorfer als

2. Vorsitzenden des Dachauer

THW Fördervereins gewählt. Andreas

Kraut (Kassier), Manfred

Leitenstorfer (Schriftführer) und

die beiden Kassenprüfer Fabian

Illmann und Theo Weinbacher

wurden von den Mitgliedern

in ihren Ämtern bestätigt. Die

Haus explodiert, Ingolstädter Hilfsorganisationen im Großeinsatz

Gegen 3 Uhr ein Einfamilienhaus

war explodiert. Nach

Rücksprache mit der Einsatzleitung

löst der Leiter des Ingolstädter

THW-Ortsverbands

Vollalarm für den Ortsverband

aus. Zusätzlich wurde der Baufachberater

des THW Neuburg

hinzugezogen. Das THW rückte

nach kurzer Zeit mit 25 Helfern

zum Einsatzort aus.

Mit Polizei, Berufsfeuerwehr

und THW, Rettungsdienstorganisationen

sowie dem Leitenden

Notarzt und dem Organisatorischen

Leiter Rettungsdienst

(OrgL) waren rund 145 Einsatz-

kräfte aller Organisationen und

Behörden vor Ort. Der örtliche

Versorgungsbetrieb wurde angefordert,

um die Gasleitung zu

sperren und so die Sicherheit

der Einsatzkräfte zu gewährleisten.

Die Anwohner und Helfer

wurden durch das „KrisenInterventionsTeam“

des Bayerischen

Roten Kreuzes während des Einsatzes

betreut.

Die Lage beim Eintreffen des

THW: Ein Einfamilienhaus in

einem eng bebauten Wohngebiet

ist explodiert und eingestürzt,

die Trümmer brennen.

Auf der Straße und den benach-

barten Grundstücken liegen

Trümmerteile verstreut. Einige

der angrenzenden Häuser sind

beschädigt, viele Fenster und

Türen sind zerborsten oder aus

ihren Angeln gehoben, Dachziegel

wurden von den Dächern

gedrückt.

Die Einsatzleitung, die ihre Führungsstelle

in Einsatzleitcontainern

der Berufs- und einer

benachbarten Werkfeuerwehr

eingerichtet hatte, ordnete zunächst

die wichtigsten Löscharbeiten

an. Ferner wurden vier

Rettungshundeteams des Arbeiter

Samariter Bundes (ASB)

Fahrzeuge und Einheiten in der

Unterkunft wieder „Einsatzbereitschaft“

herstellen. Ein Teil

sollte in den frühen Morgenstunden

des Dienstags nach Erding

verlegt werden. Nachdem

sich dort die Lage jedoch ebenfalls

entspannte, war ein Einsatz

des THW Fürstenfeldbruck nicht

mehr nötig.

Gegen 10 Uhr am Dienstag (4.

Juni) rückten die letzten Einheiten

ein.

Mitglieder, unter ihnen die stellvertrende

Landrätin Eva Rehm

und Petershausens Bürgermeister

Günter Fuchs, gratulierten

der neuen Vorstandschaft und

wünschten gutes Gelingen in

den nächsten drei Jahren.

eb-reda

eingesetzt, um den Trümmerkegel

des Gebäudes abzusuchen –

noch immer wurde eine Person

in den Trümmern vermutet.

Das THW war in dieser ersten

Phase des Einsatzes mit dem

Ausleuchten der Einsatzstelle,

dem Beseitigen von Trümmern

mit schwerem Gerät (Bergungsräumgerät

und Ladekran) sowie

verkehrsleitenden Maßnahmen

im Auftrag der Polizei beauftragt.

Einen weiteren Schwerpunkt

bildete die Beseitigung

mehrerer Bäume, um die Zufahrt

der schweren Bergungsgeräte

zum Trümmerkegel zu


ermöglichen. Darüber hinaus

fungierte der Baufachberater

des THW als ständiger Berater

der Einsatzleitung; das Gebäude

war vom Einsturz bedroht

und eine ständige Gefahrenquelle

für die Einsatzkräfte.

Schwierige Bergung

Da das Gebäude aufgrund der

Einsturzgefahr durch die Einsatzkräfte

nicht betreten werden

konnte, versuchte sich die

Einsatzleitung von der Drehleiter

der Feuerwehr aus einen Einblick

in das Haus zu verschaffen.

Auch so konnte der Vermisste

nicht gefunden werden. Ein Po-

Der Kindergarten Marienheim

wandte sich mit einem nicht alltäglichen

Problem an das THW

Ingolstadt: es galt einen alten

Gelenkbus abzutransportieren,

der dem Kinderheim vor einigen

Jahren übergeben wurde

und seitdem auf einem Außengelände

seinen Dienst als „überdachter

Spielplatz“ tat.

Nach einer ersten Ortsbegehung

war klar, dass dies kein

einfaches Unterfangen werden

würde. Die THW-Helfer sagten

dennoch gerne zu. An mehreren

Ausbildungstagen diente

der Bus zunächst als willkommenes

Übungsobjekt (www.

thw-ingolstadt.de), an denen

46 THW-JOURNAL BY 1/2013

lizeihubschrauber mit Wärmebildkamera

wurde eingesetzt.

Dieser erkannte eine Person

im ersten Obergeschoss des

Hauses. Mit Hilfe eines Geländeteleskopgabelstaplerskonnte

der Tote geborgen werden.

Während der gesamten zweiten

Einsatzphase flammten immer

wieder Glutnester auf, so dass

die Feuerwehr ständig nachlöschen

musste.

Um sicherzugehen, dass sich

zum Zeitpunkt der Explosion

nicht noch weitere Personen im

Haus befanden, wurde die Einsatzstelle

abschließend noch-

Gelenkbus entsorgt - Kindergarten sagt „Danke“

der Bus zerlegt und schließlich

mit dem Bergungsräumgerät

(Radlader) und Tieflader der

Fachgruppe „Räumen“ abtransportiert

wurde.

Der Kindergarten Marienheim

bedankte sich beim THW. „Wir

sind dem THW sehr dankbar

für die Unterstützung. Der Abtransport

des Busses lag uns die

letzten Monate doch sehr im

Magen und verlief schließlich

unkomplizierter als erwartet“,

so Stefanie Schillinger vom Kindergarten

Marienheim.

Und auch das THW zieht ein

positives Fazit: „Wann“, so der

THW Ortsbeauftragte Christian

Aus dem Regierungsbezirk Oberbayern

mals durch die Rettungshunde

durchsucht.

Während ein großer Teil der

Hilfs organisationen den Einsatz

am frühen Abend beenden

konnte, ging die Arbeit

für das THW weiter: Die letzten

Trümmerteile wurden zur Seite

geräumt und das Gelände abgesperrt.

In einem der Nachbarhäuser

zeigten sich Risse in Fassade

und Kellerdecke. Hier empfahl

der Baufachberater eine

provisorische Gebäudeabstützung,

bis an einem der Folgetage

eine umfassende Ge-

Ott „haben wir schon einmal

die Möglichkeit, unsere umfangreichen

Gerätschaften unter

Realbedingungen an einem

Bus zu testen? Und auch die Zusammenarbeit

mit dem Kindergarten

hätte nicht besser sein

können.“

Rainer Straszewski

Tipi für Jugend aufgebaut

bäudebegutachtung erfolgen

konnte.

Gegen 22 Uhr – nach 18 Stunden

Einsatz bei winterlichen

Temperaturen – rückten die

THWler (eingesetzt waren der

Technische Zug sowie die Fachgruppe

Räumen) in ihre Unterkunft

ein und beendeten einen

– zum Glück eher seltenen –

Einsatztag.

Rainer Straszewski

Eines der Tipi-Zelte des Stadtjugendrings (SJR) am Baggersee war abgebrannt.

Nun sollte ein neues Zelt aufgebaut werden – aber wie? Das THW-

Ingolstadt half. Mit Hilfe von Hubwagen, Ladekran bauten zwei THWler

und mehrere Helfer des Stadtjugendringes das Zelt auf.


Rettung verschütteter Personen geübt

Die Erkundung eingestürzter

Gebäude und die fachgerechte

Rettung verschütteter Personen

ist eine der Kernaufgaben des

Technischen Hilfswerks. Ein

altes Wohnhaus diente dem

THW und der THW-Jugend im

Rahmen einer gemeinsamen

Übung als Ausbildungsobjekt.

„Einsturz eines Wohngebäudes.

Mehrere Bewohner werden unter

den Trümmern vermutet“,

so das Übungsszenario. Auch

wenn – und gerade weil - derartige

Unglücksfälle glücklicherweise

nur sehr selten vorkommen,

wollen die richtigen

Maßnahmen regelmäßig geübt

sein. Eine perfekte Übungsmöglichkeit

bot sich den Helfern in

einem Wohnhaus, das abgerissen

wird.

Zugführer Anton Dorner rückte

mit dem gesamten Technischen

Zug (Zugtrupp, 1. Bergungsgruppe,

2. Bergungsgruppe,

Fachgruppe Räumen) an einem

Samstagmorgen zum Übungsobjekt

aus. Mit dabei waren

auch die Jugendlichen (älter als

14 Jahre) der THW-Jugend und

vier angehende THWler, die

diese Übung als Generalprobe

für die Abschlussprüfung ihrer

Grundausbildung nutzten.

Anton Dorner stellte seine Helfer

vor unterschiedliche Herausforderungen:

Zunächst galt es – wie in jedem

tatsächlichen Einsatz auch – die

„Unglücksstelle“ zu erkunden.

Welche Situation liegt vor? Welche

Gefahren drohen den Einsatzkräften

und Anwohnern?

An welchen Stellen kann mit

der Suche der „Vermissten“ begonnen

werden?

Nach Abschluss der Erkundungsmaßnahmen

begannen

die Helfer mit der Suche nach

„verschütteten“ Personen. Diese

konnten nach kurzer Zeit (in

Form von zwei lebens großen

Puppen) gefunden werden.

Während eine Person im Keller

des Hauses gefunden wurde,

konnte die zweite Person auf

dem Dachboden ausfindig gemacht

werden. Unter Einsatz

des „Schleifkorbs“ (eine Art Trage)

und der „schiefen Ebene“

(einer Rampe bestehend aus

Leitern, auf denen der Verletzte

abgelassen werden kann)

konnten die beiden Puppen

mit tatkräftiger Unterstützung

der THW-Jugend gerettet und

erstversorgt werden.

Nachdem die Rettung der „Verschütteten“

abgeschlossen war,

stand im nächsten Ausbildungsabschnitt

das Abstützen des

Gebäudes auf dem Programm.

Hierzu begann die 2. Bergungsgruppe

mit dem Abstützen der

Decke im Untergeschoss, gefolgt

von der 1. Bergungsgruppe,

die an den gleichen Positionen

im Obergeschoss Stützen

setzte. Den Abschluss dieser

Übung bildete die Durchführung

eines Deckendurchbruchs

(durch den im Ernstfall zum

Beispiel Verletzte aus verschlossenen

Räumen gerettet werden

können).

Die Fachgruppe Räumen konnte

unterdessen mit ihrem Kompressor

und ihren umfassenden

Aus dem Regierungsbezirk Oberbayern

Rettungsgeräten dem Wohnhaus

„zu Leibe rücken“.

Da Retten aus Höhen mit erheblichen

Gefahren für die Helfer

verbunden ist (Absturz), wurden

zur Absicherung der THWler die

Höhenretter des SRHT (Spezielle

Rettung aus Höhen und Tiefen)

Teams Straubing e.V., Ortsgruppe

Ingolstadt hinzugezogen. Die

Höhenretter sorgten mit einem

Seilgeländer am Gebäude dafür,

dass die Helfer jederzeit sicher

arbeiten konnten.

Ein weiteres Highlight war der

Einsatz der Rettungshundestaffel

der Johanniter Unfallhilfe.

Ziel war es, die Hunde an die

vielen Helfer und den Lärm zu

gewöhnen, der an einer Einsatzstelle

herrscht. Die Hunde

ließen sich nicht ablenken und

folgten unbeirrt ihrer Aufgabe.

Nur als das Mittagessen der

Helfer ausgeteilt wurde, machte

sich leichte Unruhe bei den Helfern

auf vier Pfoten breit...

Neben den reinen Rettungsarbeiten

stand ein weiteres Thema

auf dem Ausbildungsplan:

die Kommunikation zwischen

der Einsatzleitung und den

Führungskräften mittels Funk.

Eine vor allem bei starkem Lärm

nicht immer einfache Aufgabe.

Rainer Straszewski

THW-JOURNAL BY 1/2013 47


120 Einsatzkräfte übten auf dem Inn

Rund 120 Einsatzkräfte und 15

Boote von Technischem Hilfswerk

(THW), Feuerwehren und

Wasserwacht waren an einem

Samstag zu Beginn des zweiten

Jahresquartals bei einer Großübung

auf dem Inn dabei – niemand

ahnte, wie schnell der Inn

reales Einsatzszenario aufbauen

würde.

Ziel dieses Tages war, das Zusammenspiel

der einzelnen Einheiten

bei einem Auslaufen von

stätt und Attel, sowie der Wasserburger

Wasserwacht eine

360 Meter lange Barriere in den

Inn ein. In Schechen waren das

THW Rosenheim, die Feuerwehr

Pietzing sowie die Wasserwacht

Bad Aibling aktiv. Und in Than-

Trotz eisiger Temperaturen war

der Jahresstart für die Aktiven

des OV Pfaffenhofen buchstäblich

heiß. Sie wurden zu drei

Großbränden in den ersten

Wochen des Jahres gerufen.

Der erste Alarm kam am 23. Januar

kurz vor Mittag. Der Fachberater

wurde zu einem Wohnhausbrand

in Münchsmünster

alarmiert. Um die Statik des

brennenden Gebäudes zu beurteilen,

wurde der Baufachberater

des THW Neuburg hinzugezogen.

Dieser stellte fest, dass

ein Teil des Dachfirstes einsturzgefährdet

ist und auf die Straße

fallen könnte. Zum Abstützen

wurde der Technische Zug des

THW Pfaffenhofen eingesetzt,

der zusammen mit Helfern des

THW-Neuburg die Fassade abstützte.

Zur Eigentumssicherung

wurden die Türen und Fens ter

provisorisch verschlossen. Die

Einsatzstelle wurde großflächig

ausgeleuchtet.

Weiter ging es am 31. Januar.

Um 11.34 Uhr wurde der Fach-

48 THW-JOURNAL BY 1/2013

Öl aus der Transalpinen Pipeline

(TAL) zu üben. Über die Pipeline

kommen jährlich mehrere Millionen

Tonnen Rohöl von Triest

über die Alpen nach Bayern.

Im Ernstfall würden nach dem

am Wochenende geübten

Alarmplan insgesamt drei Ölsperren

auf dem Inn eingezogen.

In Attel bei Wasserburg

beispielsweise brachte das THW

Mühldorf, gemeinsam mit den

Feuerwehren Ramerberg, Gries-

sau wurden von den Feuerwehren

Rosenheim, Rohrdorf und

Thansau, dem THW Bad Aibling

und der Wasserwacht Rosenheim

eine Sperre errichtet.

Sehr zufrieden mit der Übung

Heißer Jahresstart in Pfaffenhofen

berater zu einem Brand nach

Strobenried alarmiert. In einem

etwa 20 mal 10 Meter großen

Schweinestall brannte der

Dachstuhl mitsamt den Photovoltaik-Paneelen

zum Großteil

ab. Die Feuerwehren konnten

durch einen massiven Löschangriff

ein weiteres Übergreifen

verhindern. Auch die Schweine

konnten im Stall bleiben. Der

Fachberater rückte in Abstimmung

mit der Einsatzleitung

gegen 12.15 Uhr wieder ab. Um

Aus dem Regierungsbezirk Oberbayern

zeigte sich Florian Seemann,

Zugführer des THW Mühldorf.

Er sagte, dass es absolut egal sei

ob im Ernstfall Einsatzkräfte von

THW, Feuerwehr oder der Wasserwacht

anpacken. Auch Gemeindegrenzen

sind irrelevant.

13.35 Uhr wurde der Ortsverband

erneut nach Strobenried

gerufen. Es musste schnellstmöglich

eine Stromversorgung

errichtet werden, damit die

Temperatur im Schweinestall

gehalten werden konnte. Es

rückten sofort der ELW und der

GKW 1 mit 40 KVA-Aggregat aus.

Wenige Minuten später folgte

der LKW mit 100 KVA-Aggregat,

Elektro-Verteilung und diversen

Heizstrahlern. Die Stromversorgung

konnte gesichert werden.

„Um effektive Hilfe nach Ölunfällen

auf Gewässern leisten zu

können, ist jede geübte Hand

gefragt. Es gilt den Schaden für

die Umwelt so gering wie möglich

zu halten.“

Matthias Müller

Außerdem wurden die Feuerwehren

von THW-Einsatzkräften

unter Atemschutz beim

Ausräumen des verbrannten

Futters unterstützt und das nicht

abgebrannte Getreide provisorisch

mit Planen geschützt. Bei

Einbruch der Dunkelheit wurde

die Einsatzstelle ausgeleuchtet.

Zwei Wochen später, am 13.

Februar, brannte im äußersten

Norden des Landkreises eine

Halle in Menning. Durch das

schnelle Eingreifen der Feuerwehren

aus Vohburg, Menning

und dem benachbarten

Landkreis Eichstätt konnte ein

Übergreifen auf die unmittelbar

angrenzenden Gebäude

verhindert werden. Auf Wunsch

der Einsatzleitung blieb der Ansprechpartner

des THW Pfaffenhofen

beratend bis 11.15

Uhr vor Ort. Man entschied sich

aus Sicherheitsgründen gegen

ein Abstützen des Gebäudes,

ein Dieseltank wurde durch die

Feuerwehr aus dem Gebäude

geborgen.

Andreas Englbrecht


Gemeinsames Erleben verbindet

Straubinger THW-Familie traf Ernst Hinsken, MdB, in Berlin

Der Einladung von Ernst Hinsken,

MdB, zum Besuch des

Parlaments in Berlin folgten 16

Frauen und Männer des THW-

Straubing. Ernst Hinsken, MdB,

zeichnet eine große Verbundenheit

zum Technischen Hilfswerk,

besonders zum Ortsverband

Straubing aus.

Den einwöchigen Aufenthalt in

Berlin organisierte THW-Ortsbeauftragter

Manfred Rüth sehr

abwechslungsreich. Begonnen

wurde bei der Fahrt am Montag

in Dresden mit einer aufschlussreichen

Stadtrundfahrt

und Stadtführung. In Berlin angekommen,

nahm man sofort

an einem sehr interessanten

Vortrag auf den Besucherrängen

des Parlaments teil. Hier

erfuhren die Teilnehmer, einiges

über die Geschichte des

Reichstages, den Ablauf und

die Sitzordnung des Parlaments

und über den Umzug von Bonn

nach Berlin. Am nächsten Tag

waren die THW`ler Gast in der

Bayerischen Vertretung und

bekamen Wissenswertes über

die Arbeit der Bayerischen

Aus dem Regierungsbezirk Niederbayern

Die Regionalredaktion Straubing im THW-Journal Bayern, die Helfer und Förderer der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk

Ortsverband Straubing und der THW Ortsverband Straubing trauern um

Dipl. Ing. Franz-Xaver Schmid

Franz-Xaver Schmid war seit Gründung der Regionalredaktion Straubing 1998 immer ein Förderer der Öffentlichkeitsarbeit

regional und überregional.

Als Gründungsmitglied des Vereins der Helfer und Förderer der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk Ortsverband Straubing

legte er den Grundstein mit für einen aktiven und starken Helferverein. Als Vorsitzender leitete er viele Jahre sehr umsichtig

die Geschicke des Helfervereins Straubing.

Dem Ortsverband Straubing gehörte er seit März 1965 an. Er besuchte und hielt zahlreiche Lehrgänge und stärkte mit seinem

Wissen und seinem Engagement nicht nur den Ortsverband Straubing. In seiner Zeit als Geschäftsführer von 1972 - 2008 war

er Tag und Nacht für alle Ortsverbände im Geschäftsführerbereich Straubing einsatzbereit und immer erreichbar.

Dr. Gerhard Schmid, Vizepräsident des Europäischen Parlaments a.D., würdigte das vielfältige Engagement im Inland und

Ausland bei der Verabschiedung von Franz-Xaver Schmid.

Franz Xaver Schmid lebte den Gedanken der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk. Er wird ein Teil der THW-Familie bleiben.

Josef Fuchs, Regionalredakteur

Martin Lauer, 1. Vorsitzender Helferverein Manfred Rüth, THW-Ortsbeauftragter

Vertretung in Berlin und die

Geschichte des Gebäudes vermittelt.

Stadtrundfahrt aus

zwei Perspektiven: Auf der Auto-Straße

und auf der Wasserstraße.

Bei einer zweistündigen

Fahrt auf der Spree zeigte sich

Berlin „vom Wasser aus“. Beim

Termin mit Ernst Hinsken, MdB,

im Paul-Löbe-Haus berichtete

der erfahrene Politiker über

seine Arbeit. Nach einer kurzen

Diskussion erlebten die THW‘ler

als Zuschauer eine Debatte im

Plenarsaal.

Nach der politischen Information

gab es bei der Rückfahrt

auch Technik zu sehen: Im

BMW-Werk Leipzig hatte Manfred

Rüth eine Besichtigung organisiert

– Presswerk, Lackieren

der Fahrzeuge, Montage.

Auf der Heimfahrt waren sich

die Teilnehmer einig: 2012

Papst audienz in Rom, 2013

Berlinfahrt, 2014 braucht ebenfalls

ein gut geplantes Highlight.

Sepp Fuchs

Auf der Treppe

des Paul-Löbe-

Hauses mit

Ernst Hinsken,

MdB in der

Mitte und am

Eingang zur

Bayerisschen

Vertretung

- Die Niederbayern

fühlen

sich wohl in

Berlin.

Fotos: Sepp

Fuchs

THW-JOURNAL BY 1/2013 51


Neue Führung im OV Landshut

Der Jahresempfang des OV Landshut

stand ganz im Zeichen des Führungswechsels.

Ein Merkmal dafür war der besondere

Ort, der festliche Prunksaal im

Rathaus der Stadt Landshut, der schon

zur Amtseinführung von THW-Direktor

Gerd-Jürgen Henkel einen besonderen

THW-Moment erlebt hatte, und ein gut gelaunter

Landesbeauftragter Dr. Fritz-Helge

Voß der beschwingt durch die Musik der

„Geisenhausener Turmpfeifer“ durch den

Abend führte.

Rudolf Skalitzky gab nach 20 Jahren sein

Amt als Ortsbeauftragter an seinen langjährigen

Stellvertreter Michael Saller ab.

Rudi Skalitzky hatte in den 20 Jahren

seiner Amtszeit als OB mit vielen Widrigkeiten

zu kämpfen. Er versuchte die Sicht

der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer

auch den hauptamtlichen Mitarbeitern

zu veranschaulichen und mit ihnen einen

Kompromiss zu finden. So wurde er auch

zum bayerischen THW-Landessprecher

und zum stellvertretenden Bundessprecher

gewählt.

Im Ortsverband zählte zu seinen größten

Herausforderungen, der Umzug des Ortsverbands

von der kleinen Unterkunft in

der Schützenstraße in das großzügigere

ehemalige Katastrophenschutzzentrum

an der Alten Regensburger Straße. Es

wurde viel Eigenleistung der THWler an

den Bedarf des THW angepasst. Unter

seiner Leitung entwickelte sich der THW-

OV Landshut zu einem der größten Ortsverbände

in Bayern, mit zwei Technischen

Zügen, vier Fachgruppen und einer zusätzlichen

Tauchgruppe. Der größte Event

war das Bundesjugendlager in Landshut

im vergangenen Jahr.

Hans-Joachim Derra (Beauftragter für das

Ehrenamt, THW-Leitung) und THW-Bundessprecher

Frank Schulze erwiesen Rudi

Skalitzky ebenso die Referenz, wie Ludwig

Zellner im Namen der Stadt Landshut und

Stadtbrandrat Erich Gahr. Viele befreundete

Ortverbände, Hilfsorganisationen,

Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft

zeigten durch ihre Anwesenheit die Verbundenheit

mit Rudolf Skalitzky und dem

THW Landshut.

Vor der Berufung des neuen Ortsbeauftragten

musste der Form halber auch der

Stellvertreter abberufen werden. Kurzwei-

52 THW-JOURNAL BY 1/2013

Aus dem Regierungsbezirk Niederbayern

lig fragte sich Dr. Voß selbst, ob er denn

nach der Abberufung der Ortsverbandsführung

neben dem Landesverband Bayern

nun auch den Ortsverband zu leiten

hätte. Dies zu schaffen bedürfe eines

großen Engagements, das er Rudolf Skalitzky

zusprach und von Michael Saller und

seinem Team wisse, dass sie es erbringen

können und wollen.

Die neue Spitze mit Michael Saller und seinen

beiden Stellvertretern Paul Emmler

und Fabian Kühn werden den Ortverband

gemeinsam führen und auf der Arbeit von

Skalitzky aufbauen. Sie wollen weiterhin

dafür sorgen, dass der Ortsverband ein

zuverlässiger und kompetenter Partner

für die Organisationen in Stadt und Land-

kreis aber auch überregional im ganzen

Bundesgebiet bleibt.

Symbolisch überreichte Rudi Skalitzky ein

übergroßes Dienststellungskennzeichen

an seinen Nachfolger.

Abschließend dankte Ortsbeauftragter

Michael Saller für die Unterstützung und

gab seiner Freude auf die gemeinsame

Arbeit für die bevorstehenden Aufgaben

Ausdruck. Die erste Großveranstaltung für

die sich der Ortsverband stark engagiert

ist die Landshuter Hochzeit. Mit diesem

Ausblick ging die Veranstaltung in den abschließenden

Stehempfang über.

Paul Emmler jun. , Stefan Huber, reda

Bilder: Frank Schulze, Michael Huber, Michael

Ebner, Stefan Huber


Aus dem Regierungsbezirk Niederbayern

Dank und Anerkennung für großes Engagement - auch bei den Aktiv-Senioren

Der festliche Rahmen des THW-Empfangs

im Prunksaal des Rathauses machte die

Ehrungen für mehrere verdiente Helferinnen

und Helfer ebenfalls zu etwas Besonderem.

Landesbeauftrager Dr. Fritz-Helge Voß verlieh

das Helferzeichen in Gold an Daniela

Rau, Janine Märkl, Dominik Kindsmüller,

Katharina Wintersberger, Florian Domakowsi,

und Markus Frischholz.

Mit dem Helferzeichen in Gold mit Kranz

wurden die Truppführer Thomas Bergmeier

und Markus Obermeier geehrt.

Jeden der Ausgezeichneten würdigte er

mit einer kurzen Laudatio zu Person und

Engagement.

Generationen arbeiten zusammen

Wie groß die Generationen-Bandbreite des

Ortverbands ist, zeigte sich bei der Verleihung

der Jahresurkunden. Hans-Joachim

Derra (Beauftragter für das Ehrenamt, THW-

Leitung), Dr. Fritz-Helge Voß (THW-Landesbeauftragter

für Bayern) und Klaus Labitzke

(THW-Geschäftsführer in Mühldorf) dankten

gemeinsam für die Treue zum THW.

Besonders stolz ist der Ortsverband, dass

drei Urkunden zur 50-jährigen Mitgliedschaft

im THW überreicht werden konnten

- an Sebastian Steck, Erich Fischerauer,

Helmut Königbauer (GF a.D.) und Jakob

Limmer.

Die Urkunden für 40 Jahre erhielten Walter

Meier, Josef Obermeier und Manfred Ziegler.

Für 30 Jahre gab es das Dankeschön für

Friedrich Fischer und für 20 Jahre an Ralf

Bormann, Jan Bovensiepen, Markus Brunner,

Claudius Haller, Bernhard Holl und

Martin Maier.

Seit zehn Jahren gehören Sven Böhlke,

Florian Domakowski, Tobias Grigat, Rainer

Göbl, Mathias Krampfl, Christoph Langmeier,

Andres Pichl, Maximilian Schubert,

Martin Trebstein, Markus Obermeier und

Florian Zenk zu THW-Ortsverband Landshut.

Dr. Fritz-Helge Voß war beeindruckt davon,

dass sich alle Jubilare aktiv in den Ortsverband

einbringen, auch die vermeintlichen

Rentner mit 50 Dienstjahren.

Paul Emmler jun. , Stefan Huber, reda

THW-JOURNAL BY 1/2013 53


2,5 km Ölspur auf der A 6

Ein „geplatzter“ LKW- Motor war die Ursache für eine 2,5 km

lange Ölspur auf der A 6. Über 100 Säcke Ölbinder waren notwendig,

um Abhilfe zu schaffen.

Bei Ursensollen war der Motor kaputt gegangen, der Fahrer bewegte

den LKW noch bis zur Rastanlage Oberpfälzer Alb. Regen

verteilte den Ölfilm über den Seitenstreifen und die rechte Fahrbahn.

Gegen 18.00 Uhr wurden die Freiwilligen Feuerwehren

Ursensollen, Illschwang, Hohenkemnath, Amberg, Hahnbach

und Hausen sowie das Technische Hilfswerk Amberg alarmiert.

Bis ca. 23 Uhr musste der rechte Fahrstreifen in Richtung Nürnberg

für die Reinigungsarbeiten durch die Einsatzkräfte gesperrt

werden.

Das THW Amberg sorgte mit Verkehrssicherungsanhängern und

Vorwarnern für die Absperrung und unterstützte mit dem Radlader

sowie Kehrmaschinen-Anbau die Reinigung der Fahrbahn,

zu der auch eine Kehrmaschine von einem örtlichen Abschleppunternehmen

angefordert worden war, um die lange Strecke zu

säubern. Die Autobahnmeisterei stellte Geschwindigkeitsbegrenzungs-

und Ölspur-Schilder auf.

Christian Birner - reda

Drei Tage später: Feuerwehr und THW

wieder wegen ausgelaufener Treibstoffe im Einsatz

Die Ölspur (oben) -wurde am

Mittwoch beseitigt. Drei Tage

später walzte ein LKW auf der

Autobahn A6 nach der Anschlussstelle

Amberg-West in

Richtung Nürnberg 13 Leitplankenfelder

nieder und floh.

Bei dem Unfall wurde der Tank

beschädigt und Diesel trat aus.

Die Polizei entdeckte den Lkw

mit Fahrer auf der Rastanlage

Oberpfälzer Alb. Nach Angaben

der Polizei zeigte ein Alkohol-

Test 1,8 Promille an.

Wieder gehörte der Abend für

die Einsatzkräfte der Feuerwehren

Amberg, Hausen, Hohenkemnath,

Ursensollen und

des Technischen Hilfswerks

Amberg der Arbeit auf der Autobahn.

Sie waren von ca. 19 -

22 Uhr im Einsatz.

Die Fahrbahn musste wegen

der ausgelaufenen Treibstoffe

von der Unfallstelle bis zum

Rastplatz gereinigt werden. Das

THW übernahm mit Verkehrssicherungsanhängern

die Absperrung

sowie mit dem Radlader

und Kehrmaschinen-Anbau

die Reinigung der Autobahn.

Die Feuerwehren pumpten den

Tank des Lkws ab, reinigten den

Rastplatz und bauten Ölsperren

am Kanal und Rückhaltebecken

auf. Christian Birner - reda

Aus dem Regierungsbezirk Oberpfalz

THW-JOURNAL BY 1/2013 55


Aus dem Regierungsbezirk Oberpfalz

THW-Ehrenplakette für verdiente Feuerwehr-Führungskräfte

Bilanz zogen der THW-Ortsverband Cham

und der Förderverein in ihrer gemeinsamen

Veranstaltung, bei der erstmals in

Cham im Zeichen der positiven Zusammenarbeit

mit der Feuerwehr THW-Ehrenplaketten

verliehen wurden.

Ehren-KBI Max Muhr und KBM a. D. Ludwig

Kalz wurden damit geehrt. THW-Geschäftsführerin

Ilona Knecht-Jesberger erinnerte

in ihrer Laudatio an die gemeinsamen Bemühungen

um eine fundierte und solide

Zusammenarbeit. Die Ehrung verkörpere

Wertschätzung und Würdigung für die

vorbehaltlose Einbindung und Unterstützung

der Kameraden des THW.

Zahlreiche Ehrengäste, Gönner und

Freunde hatten den Menschen im Chamer

THW anlässlich der Veranstaltung in der

Unterkunft des Ortsverbandes ihre Reverenz

erwiesen.

Freude über engagierte und interessierte

Mannschaft

Karl Holmeier, MdB, würdigte die gesamte

Arbeit des THW-Ortsverbandes und der

Bundesanstalt THW. Er freue sich eine so

interessierte und engagierte Mannschaft

in Cham zu haben. Dem schlossen sich

stv. Landrat Michael Dankerl und stv. Bürgermeisterin

Christa Strohmeier-Heller an.

Stv. KBR Anton Ruhland überbrachte die

Grüße von KBR Weber und zeigte sich positiv

beeindruckt über die Leistungen und

das gegenseitige Wohlwollen. Eine Auszeichnung

verdienter Feuerwehrkollegen

durch das THW hatte er noch nicht erlebt.

Es komme auf die Menschen an, welche

hinter der jeweiligen Organisation stehen.

Alle Hilfsorganisationen dienen dem einen

Zweck: Helfen. Für die Polizeidienststellen

bedankte sich EPHK Alfons Windmaißer

für die reibungslose Zusammenarbeit.

Einsätze und Übungen

im In- und Ausland

THW-Ortsbeauftragter Dominik Schmidt

rief die knapp 30 Einsätze und Hilfeleistungen

ebenso in die Erinnerung, wie die

Lehrgänge und Übungen, z.B. bei der Fa.

Heidelberger Zement, die Einsatzgerüst-

Übung verschiedener Ortsverbände, das

Übungswochenende in Rödlberg und eine

grenzüberschreitende Übung mit den

tschechischen Feuerwehren.

Aktiver Förderverein

Fördervereinsvorsitzender Ludwig Althammer

konnte auf umfangreiche Aktivitäten

zurückblicken. Im Vordergrund stand die

Anschaffung einer Transportkomponente

für den Radlader, für die der Förderverein

16.600 Euro investiert hat. Zur Refinanzierung

musste ein Spendenkonzept erarbeitet

werden, welches in dankenswerter

Weise von Firmen, Behörden, Banken u. a.

unterstützt worden ist..

Kassier Schmidt konnte trotz der großen

Ausgaben einen positiven Kassenstand

melden: Dank der umfangreichen Spenden

und nach Abzug der Ausgaben für

z.B. die Gruppenunfallversicherung bleibt

Die ausgezeichneten Feuerwehrmänner mit den Ehrengästen.

Die aktive Mannschaft des Fördervereins nach den Wahlen.

ein Bestand von rund 7.000,00 €. Die Kassenprüfer

Michael Paulus und Christian

Mühlbauer bestätigten einwandfreie Kassenführung.

Das Ergebnis der Wahlen hat die Vorsitzenden

des Helfervereins, Ludwig Althammer

und Ewald Schmidt in ihren Ämtern bestätigt.

Neu gewählt wurden Hubert Pierler

als Kassier, Jenny Schmidt als Schriftführerin

und Florian Schuhmann als Kassenprüfer.

hp-reda

THW-JOURNAL BY 1/2013 57


Wertschätzung für großes Engagement in Weiden

Eine positive Jahresbilanz ist

ohne engagierte Mitwirkende

nicht möglich. Diejenigen, die

sich besonders in das Leben des

THW-Ortsverbandes Weiden

eingebracht haben, erhielten

eine Würdigung ihrer Leistung.

Zusammen mit Dittmar Heidel

von der THW-Geschäftsstelle

Hof zeichnete THW-Ortsbeauftragter

Andreas Duschner vier

THW-Kameraden für besondere

Verdienste aus.

Zugführer Heiko Engelbrecht

erhielt das Helferzeichen in Gold

mit Kranz für seine Leistungen

als Motivator der Mannschaft

und unermüdlicher Bauleiter

während der Umbauphase der

THW-Unterkunft.

Sein Stellvertreter, Zugtruppführer

Patrick Strobl, hat sich als

Optimierer der Führungsarbeit

und hervorragender Ausbilder

einen Namen gemacht. Dafür

erhielt er ebenfalls das Helferzeichen

in Gold mit Kranz.

Ausbildungsbeauftragter Tobias

Steiner wurde für sein intensives

Engagement mit dem Helferzeichen

in Gold ausgezeichnet.

Florian Wirth erhielt das Helferzeichen

in Gold, da er, trotz

seiner beruflichen Tätigkeit als

Hubschrauberpilot bei der Bundeswehr,

dem THW überdurchschnittlich

und zuverlässig zur

Verfügung steht und sich bereits

vorher als Jugendbetreuer

verdient gemacht hat.

Alle haben

Lebenszeit investiert

Mit Urkunden drückt das THW

seine Anerkennung für die langjährige

Mitwirkung aus.

In Weiden war die Spanne diesmal

besonders groß - sie reichte

von zehn bis fünfzig Jahre.

Seit zehn Jahren sind Jan Diehl,

Wolfgang Duschner, Christian

Kneidl, Markus Koller und Jür-

Aus dem Regierungsbezirk Oberpfalz

Jeder für sich ein Gewinn für die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk, Ortsverband Weiden. Fotos: THW

gen Thoma im THW ehrenamtlich

tätig. Sie bekamen dafür die

Urkunde und das Zeichen für

die Dienstbekleidung.

Für 25 Jahre aktiven Dienst am

Nächsten wurde der stellvertretende

Schirrmeister Martin

Schwabl ausgezeichnet.

Georg Götz gehört dem THW-

Ortsverband Weiden seit 40

Jahren an - auch dafür gibt es

die entsprechende Urkunde, die

ihm den Dank übermittelt.

Höhepunkt war die Auszeichnung

für Hans Wieland.

Andreas Duschner - reda

Ein halbes Jahrhundert mit dem THW: Alt-OB Hans Wieland

Seit 50 Jahren gehört Hans Wieland zum THW Weiden. Er hat den

THW-Ortsverband als Ortsbeauftragter geprägt und gefördert.

Nun bekam er die Dank-Urkunde für seine 50jährige Zugehörigkeit.

Dittmar Heidel von der THW-Geschäftsstelle und THW-

Ortsbeauftragter Andreas Duschner würdigten sein Engagement.

THW-JOURNAL BY 1/2013 59


Abwasser-Pumpstation in Gefahr

Auch in der Oberpfalz stiegen

die Pegel immer weiter. Ein

Brennpunkt war dabei die Donau

in Regensburg und deren

nördliche Zuflüsse. Naab und

Regen führten an zahlreichen

Messstationen die höchste

Meldestufe vier mit weiter steigender

Tendenz.

Das THW Schwandorf wurde

am ersten Junisonntag um

19.18 Uhr zur Unterstützung

der örtlichen Feuerwehren

nach Steinberg am See gerufen.

Dort stieg der Wasserstand des

Schreckerbaches so hoch, dass

der komplette Ortskern vollzulaufen

drohte. Besonderes

Augenmerk galt einer Pumpstation,

am tiefsten Punkt von

Steinberg, die für das komplette

Abwassersystem der Ortschaft

zuständig ist.

Dort arbeiteten die THW-Einsatzkräfte

aus Schwandorf zusammen

mit der Fachgruppe

Wasserschaden/Pumpen des

THW-Nabburg mit einer Pumpenleistung

von 25.000 Liter

pro Minute. Mit den Pumpen

der Feuerwehr schaffte man

eine Gesamtpumpenleistung

60 THW-JOURNAL BY 1/2013

von 32.000 Liter pro Minute. Da

es unaufhörlich regnete, konnte

man den Wasserstand bis Mitternacht

nur auf gleichem Niveau

halten. Erst als der Regen

nachließ, konnte ein fallender

Pegel verzeichnet werden. Pro

Stunde fiel der Pegel um ca.

drei Zentimeter. Die Pumpenbetreuung

durch Feuerwehr

und THW war im Schichtdienst

organisiert.

Andreas Fleischmann

Aus dem Regierungsbezirk Oberpfalz


Aus dem Regierungsbezirk Oberfranken

Am Anfang: Jahresübung Quasi über Nacht: Einsatz

So lautete das Fazit für den

THW-Ortsverband Kirchehrenbach

zum Hochwasserbeginn

2013.

Einen Tag vor der viertägigen

Jahresübung des THW Kirchehrenbach

änderten die Einheitsführer

den Zielort von einem

Ausbildungsgelände der Bundespolizei

in Deggendorf, auf

die THW Unterkunft in Kirchehrenbach,

da in Deggendorf, wie

auch im Landkreis Forchheim,

massive Regenfälle erwartet

wurden. Bei diesen Wetterverhältnissen

wäre der Übungsplatz

nicht nutzbar gewesen.

Die Organisatoren entschieden

sich, die Übungen auf zwei verschiedenen

Geländen in Franken

- einem THW-Übungsplatz

in Bayreuth und im Steinbruch

der Schotterwerke Bärnreuther-

Deuerlein bei Lilling - durchzuführen.

Sowohl die Kollegen

des THW Bayreuth, als auch die

Betreiberfirma des Steinbruchs

gaben äußerst kurzfristig ihre

Zustimmung für die Planungen

des THW Kirchehrenbach, die

einen Tag vor Beginn der Jahresübung

komplett überarbeitet

wurden.

So ging es am Donnerstag in der

Kolonne zu den Kollegen nach

Bayreuth auf den Übungsplatz,

wo auch einige Übungshäuser

stehen. Hier konnten die Hel-

Noch ist es die Übung, dann kam das Hochwassser.

fer der Bergungsgruppen und

die Junghelfer ihr Wissen im

Bau von Brücken und Abseilen

von Personen vertiefen und

gegenseitig auch Erfahrungen

weitergeben. Zudem übernahm

die Fachgruppe Logistik Materialerhaltung

eine Auffrischung

im fachgerechten Umgang mit

dem Rangieren von Großfahrzeugen

mit Anhängern.

Am späten Nachmittag kehrten

sie mit neuen Erfahrungen zurück

und schlugen in der heimischen

Unterkunft ihre Lager

auf.

Lang wurde die Nacht für die

Helfer nicht. Um vier Uhr mor-

Sandsäcke für den Landkreis

In der Nacht vom 1. auf den 2.

Juni wurden die Helfer des THW

Forchheim und Kirchehrenbach

alarmiert, um weitere Sandsäcke

bereitzustellen. In den Tagen

waren fast alle gefüllten

Sandsäcke für Hochwassereinsätze

an verschiedenen Orten

verteilt worden.

Am Samstagabend stieg der

Pegel der Aisch bei Schlammersdorf

und Hallerndorf sehr

schnell an, so dass kurzfristig

weitere Sandsäcke gebraucht

wurden. Das THW Kirchehren-

gens wurden alle aus dem Schlaf

gerissen. Durch die Regenfälle

waren Bäche über die Ufer getreten

und hatten in verschiedenen

Ortschaften Straßen und

Keller überflutet.

Während die Junghelfer so

einmal von der Unterkunft aus

miterleben durften, wie Alarmierung

und Einsatz beim THW

ablaufen, machten sich die aktiven

Helfer –ausgestattet mit

Sandsäcken und Pumpen – auf

den Weg nach Neunkirchen

und Gosberg, um die Kollegen

des THW Forchheim und die

Feuerwehren zu unterstützen.

Die Sandsäcke für Neunkirchen

wurden als Hochwasserschutz

Sandsäcke füllen und verteilen hieß die Aufgabe.

bach konnte um 22.00 Uhr noch

die letzten eigenen gefüllten

Sandsäcke dort abliefern. Alle

anderen Sandsäcke des THW

Forchheim, Kirchehrenbach,

verschiedener Feuerwehren

und die vorbereiteten Sandsäcke

aus den beiden Ausgabestellen

Forchheim und Ebermannstadt

waren bereits in

anderen Ortschaften seit Freitag

früh verteilt worden.

So wurde das THW Forchheim

alarmiert, um in der nahe lie-

für eine Grundschule benötigt,

die Sandsäcke für Gosberg wurden

nach Angabe der örtlichen

Feuerwehr an verschiedenen

Orten verteilt. Zudem stellte

das THW Kirchehrenbach noch

verschiedene Pumpen mit einer

gesamten Pumpleistung von

12.000 Liter pro Minute.

Am frühen Nachmittag entspannte

sich die Lage in den

betroffenen Gebieten etwas,

so dass die Helfer aus Kirchehrenbach

vorerst in die Unterkunft

zurückkehrten. Da keine

grundsätzliche Entwarnung

gegeben werden konnte, entschieden

sich die Einheitsführer

die Jahresübung abzubrechen.

Die geplante Einsatzübung im

Steinbruch fiel aus.

Karoline Kötter

genden Sandgrube weitere,

gefüllte Sandsäcke bereitzustellen.

Das THW Kirchehrenbach

wurde kurz vor Mitternacht

dazu alarmiert, um die Kollegen

aus Forchheim bei der Sandsackfüllung

zu unterstützen.

Fahrzeuge des THW und der

Feuerwehr Pretzfeld fuhren die

gefüllten Sandsäcke in die Einsatzgebiete.

Karoline Kötter

THW-JOURNAL BY 1/2013 61


Toten Bauarbeiter aus 15 Meter Tiefe geborgen

Ein 49jähriger Bauarbeiter wurde

von herabfallendem Erdreich

in einem Baustellengraben verschüttet.

Der Unfall ereignete

sich an einem Freitagvormittag.

Der Notarzt, der kurz nach der

Feuerwehr an die Unglücksstelle

kam, konnte nur noch den Tod

des Bauarbeiters feststellen. Mit

der Feuerwehr war der Fachberater

des THW alarmiert worden.

Für eine sichere Bergung des

Opfers wurde der ca. fünf Meter

tiefe und 15 Meter lange Graben

unter Federführung des THW

fachmännisch abgesichert, um

die Einsatzkräfte nicht zusätzlich

zu gefährden. Dazu wurde

auch der Baufachberater und

THW-Geschäftsführer Rüdiger

Maetzig aus Hof alarmiert. Gegen

15 Uhr konnte – nach den

Absicherungsarbeiten – mit der

eigentlichen Bergung des Opfers

begonnen werden. Auch

dies gestaltete sich äußerst

mühselig, da das abgerutschte

Erdreich sehr kompakt war.

Nach dem Freilegen der Leiche

wurde mittels Schleifkorb und

Aus dem Regierungsbezirk Oberfranken

Teleskopradlader die Bergung

abgeschlossen.

Die Feuerwehr Naila und das

THW arbeiteten vorbildlich zusammen.

THW Bad Staffelstein wirbt mit Ausstellung im Thermalbad

Mit einer Ausstellung im Eingangsbereich

der Bad Staffelsteiner

Obermain-Therme warb

der THW-Ortsverband Bad

Staffelstein um Menschen, die

mitwirken wollen. Er zeigte die

Möglichkeiten für ehrenamtlich

Engagierte auf.

In enger Zusammenarbeit mit

der Geschäftsstelle Bamberg

verwandelten Bad Staffelsteiner

Helferinnen und Helfer den

Eingangsbereich des Thermalbades

in eine kleine „Einsatzstelle“.

Die Aufmerksamkeit der

Badbesucher soll durch diesen

Blickfang auf die zusätzlich auf-

gestellten Plakate und Flyer mit

vielfältigen Informationen zum

THW gelenkt werden.

Da die Therme nicht nur von

Kurgästen, sondern auch von

Einheimischen gerne besucht

wird, erhofft sich der Ortsverband

von der vierwöchigen

Ausstellung einen größeren

Bekanntheitsgrad und „Zuwachs“

neuer Helferanwärter

oder Junghelfer für seine Jugendgruppe.

Daniel Schell

Um das Erlebte besser verarbeiten

zu können, gab es zwei

Tage später eine Einsatznachbesprechung,

die vom THW-Ortsbeauftragten

Gerhard Wolfrum

geführt wurde.

Benjamin Kolodziej

Teamwork: Der Aufbau der „Einsatzstelle“ ist für die Bad Staffelsteiner THWler

eine Gemeinschaftsaufgabe.

Foto: Frank Neumann

THW-JOURNAL BY 1/2013 63


Sandsäcke für Reichertshofen

In den frühen Morgenstunden

des 3. Juni (Montag) forderte

die THW Geschäftsstelle Ingolstadt

bei der THW Geschäftsstelle

Bamberg Unterstützung

von ca. 40 Helfern an. Die THW

Geschäftsstelle Bamberg stellte

aus den zu ihrem Bereich gehörenden

Ortsverbänden in ca.

eineinhalb Stunden eine Mannschaft

von acht Einsatzkräften

zusammen, die mit weiteren

Ortsverbänden aus dem Geschäftsführerbereich

Bamberg,

sich auf den Weg in Richtung

Süden machte.

Vor Ort wurden die Helfer an

verschiedenen Orten eingesetzt,

wobei die Helfer aus

Kirch ehrenbach ihren Einsatzort

nahe der Paarhalle in Reichertshofen

(Landkreis Pfaffenhofen)

bekamen. Hier drohte die Paar

Großangelegte Evakuierung nach

Bombenfund

Ca. 4.000 Menschen mussten

an einem Sonntag in Bamberg

ihre Häuser für mehrere Stunden

räumen. Es galt, zwei amerikanische

Splitterbomben zu

entschärfen.

Zahlreiche Einsatzkräfte von

Feuerwehr, Rettungsdiensten,

verschiedenen Hilfsorganisationen

und der Stadt Bamberg

halfen zusammen, um die Aufgabe

zu bewältigen. Mit dabei

waren mehr als 60 Helferinnen

und Helfer des Technischen

Hilfswerks Bamberg und Kirchehrenbach.

Während die Polizei die Autobahnen

A70 und A73 sowie

mehrere Straßen sperrte, wurden

die Feuerwehren, die Rettungsdienste,

das THW und

weitere Hilfsorganisationen mit

den Evakuierungsmaßnahmen

beauftragt.

Die Bewohner hatten sich auf

die Evakuierung, die einige

Tage vorher angekündigt wurde,

gut vorbereitet. Die Evakuierungsmaßnahmen

konnten

eine halbe Stunde vor Beginn

der Entschärfungsarbeiten abgeschlossen

werden.

Auch die Arbeiten an den beiden

Bomben verliefen nach

Aussagen der Polizei ohne be-

sondere Vorkommnisse. Die erste

Bombe war nach zehn Minuten

entschärft. Zwar konnte die

zweite Bombe nicht entschärft

werden, aber sie war soweit sicher,

dass sie zu einem Sprengplatz

nach Feucht transportiert

werden konnte, um dort gesprengt

zu werden. Zusätzlich

wurde bei den Arbeiten noch

eine Granate gefunden, die

ohne Schaden kontrolliert gesprengt

wurde.

Viel früher als gedacht konnte

eine Stunde nach Beginn

der Entschärfungsarbeiten die

Sperrung des Gebietes um den

Fundort aufgehoben werden.

Erleichterung bei den Einsatzkräften

und den Bewohnern,

Aus dem Regierungsbezirk Oberfranken

„Helfen fühlt sich gut an“

THW-Werbekampagne im GFB Bamberg

Gemeinsam mit den Ortsverbänden

des THW im Geschäftsführerbereich

(GFB) Bamberg

geht die Geschäftsstelle neue

Wege um das THW bekannter

zu machen und Mitwirkende zu

finden.

Seit etwas mehr als einem Jahr

veranstalten sie Ausstellungen

in öffentlichen Einrichtungen

sich an einer niedrigen Eisenbahnbehelfsbrücke

zu stauen,

was eine Überflutung des angrenzenden

Wohngebietes zur

Folge gehabt hätte.

Die Helfer des THW füllten vorsorglich

zusammen mit den örtlichen

Feuerwehrleuten Sandsäcke.

Da der Pegel der Paar bis

zum Ende der Sandsackfüllarbeiten

stetig weiter stieg, wur-

den die Sandsäcke zu einem

Wall verbaut, um Gebäude zu

schützen.

Karoline Kötter

Es sieht aus wie eine harmlose Sandform und ist doch ein lebensgefährlicher

Fund - eine der Fliegerbomben. Foto: Polizei Bamberg

die somit den Sonntagnachmittag

wieder in ihren vier Wänden

wie beispielsweise der Stadtverwaltung

Schweinfurt, dem

Landratsamt Forchheim oder

der Obermaintherme Bad Staffelstein.

Stellwände, Flyer und Rollups

bilden den festen Bestandteil

der Ausstellungen. Auf diesen

wird die Aufgabenvielfalt des

THW erklärt. Je nach Platzmög-

verbringen konnten.

Karoline Kötter

lichkeiten werden auch kleine

Einsatzstellen aufgebaut.

Die Organisation der Ausstellungen

im Vorfeld übernimmt

federführend die THW-Geschäftsstelle

Bamberg: mögliche

Partner ansprechen,

Termine vereinbaren und Ausstellungseröffnungenorganisieren

gehört dazu. Den Aufbau

unterstützt der jeweils örtlich

zuständige THW-Ortsverband

mit Menschen und Technik.

THW-JOURNAL BY 1/2013 65


Bundesverdienstkreuz für Wolfgang Allstadt

Wolfgang Allstadt hat für sein intensives

Engagement das Bundesverdienstkreuz

am Bande verliehen bekommen. Bayerns

Innenminister Joachim Herrmann zeichnete

ihn im Auftrag des Bundespräsidenten

Joachim Gauck in Erlangen aus.

Die Familie von Wolfgang Allstadt und

der Beirat des Fördervereins für den THW-

Ortsverband Erlangen nahmen an der Ordensverleihung

teil.

Wolfgang Allstadt ist seit 1981 ehrenamtlich

im Technischen Hilfswerk (THW) engagiert

und war in der Zeit von 1996 bis 2012

Ortsbeauftragter des THW Erlangen.

Staatsminister Herrmann würdigte in der

Laudatio das intensive Wirken von Wolfgang

Allstadt, der in der Einsatzeinheit

Bergung früh Führungsverantwortung

übernommen hat. Während der Gruppenführerzeit

war er 1986 bei der Gründung

der ersten Jugendgruppe involviert, die

er zusätzlich noch als aktiver Jugendbetreuer

unterstützte.

1989 übernahm er die Leitung der Führungsgruppe

„Technische Einsatzleitung“.

Darüber hinaus stellte er als Ausbildungsbeauftragter

den Ausbildungsstand der

Helfer und die Einsatzbereitschaft des

Ortsverbandes kontinuierlich und nachhaltig

sicher. 1996 gründete er die zweite

Jugendgruppe in Erlangen.

Als Ortsbeauftragter hat Wolfgang Allstadt

mit großem Engagement das Ansehen

des THW gefördert und für eine gute und

vertrauensvolle Zusammenarbeit sowohl

THW-intern wie auch mit Feuerwehr, Polizei,

Rettungsdienst und kommunalen Behörden

in Stadt und Landkreis gesorgt.

Joachim Herrmann unterstrich besonders

die Bedeutung dieser Kontaktpflege, die

keineswegs selbstverständlich sei.

Während seiner Amtszeit als THW-Ortsbeauftragter

für Erlangen trug Wolfgang

Allstadt die Verantwortung mit für eine

Vielzahl von Einsätzen an denen das THW

Erlangen nicht nur im Stadtgebiet sondern

auch bundesweit und weltweit beteiligt

war.

Viele Hilfsgüterlieferungen in das ehemalige

Jugoslawien und in die heutigen GUS-

Staaten wurden durchgeführt. Trinkwas-

Aus dem Regierungsbezirk Mittelfranken

ser für Afrika, Hochwasser

in Polen, Erbeben in Indien

und Tsunami in Südasien

sind nur einige der weltweiten

Highlights.

Auch in Stadt und Landkreis

hat sich das Erlanger

THW als zuverlässiger

Partner bei Einsätzen wie

Hochwasser in Baiersdorf,

Ausfall der Erlanger Kläranlage,

Kohlebunkerbrand

bei den ESTW (Erlanger

Stadtwerke) und zahlreichen

Sturmeinsätzen

etabliert.

Wolfgang Allstadt war, in

Kooperation mit Politikern aus Stadt und

Landkreis, Mitinitiator bei der Gründung

der Erlanger „Blaulichtrunde“. Hierbei

entstand eine Plattform für Erfahrungsaustausch,

zu dem sich regelmäßig Ver-

Wasserschaden im Wasserwerk

Ein massiver Wasserschaden im Wasserwerk

Unterschöllenbach hat den Einsatz

der THW Ortsverbände Baiersdorf und

Erlangen notwendig gemacht.

Das Wasserwerk versorgt den Markt Eckental

und die Gemeinde Kleinsendelbach (ca.

16.500 Einwohner).

Alarmiert durch eine automatische Störmeldung,

bemerkte der Wasserwart gegen

5.50 Uhr, dass der Keller des Wasserwerkes

durch ein gebrochenes Rohr ca. 1,6 Meter

unter Wasser gesetzt worden war. Zunächst

wurden die Feuerwehren

Oberschöllenbach

und Brand alarmiert. Durch

die Feuerwehren wurde die

Einsatzstelle ausgeleuchtet

und mit dem Abpumpen

begonnen.

Aufgrund der Wassermassen

von geschätzten

400.000 Litern wurde um

6.15 Uhr der Fachberater

des THW-Ortsverbandes

Baiersdorf alarmiert. Nach

Erkundung an der Einsatz-

Geehrt für Engagement: Staatsminister Herrmann bei der Ordensverleihung

an Wolfgang Allstadt im Erlanger THW.

treter aus Organisationen und Behörden

mit Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben

zusammen mit Politikern aus Stadt- und

Landkreis treffen.

ebreda

stelle wurden die Großpumpe Hannibal

(Fördervolumen von 5.000 Liter pro Minute)

des Ortsverbands Erlangen sowie die

100 kVA Netzersatzanlage des THW-Baiersdorf

zum Einsatz beordert. Durch den

Einsatz der Großpumpe konnte das Wasser

schnell abgepumpt werden. Nun galt es,

die Elektromotoren des Pumpwerks wieder

instand zu setzen. Das THW demontierte

einen der Motoren und übergab ihn zum

Mit dicken Saugrohren wird das Wasser aus dem

Maschinenhaus entfernt.

THW-JOURNAL BY 1/2013 67


Trocknen einer Spezialfirma. Um

den Betrieb des Wasserwerks

innerhalb kurzer Zeit wieder

aufnehmen zu können, musste

der zweite Hauptmotor vor Ort

durch das THW getrocknet werden.

Hierzu wurde das Gehäuse

geöffnet und mit Druckluft und

Heißluftgebläsen das Wasser

aus den Motorwicklungen gedrückt.

Der Motor konnte gegen

Abend wieder montiert werden

und den Betrieb aufnehmen.

Zeitgleich wurden zwei weitere

Motoren an der neuen Pumpanlage

abgebaut und gegen Ersatzmotoren

ausgetauscht. Am

folgenden Tag konnte auch der

in Nürnberg getrocknete Motor

wieder montiert und betrieben

werden.

68 THW-JOURNAL BY 1/2013

Aus dem Regierungsbezirk Mittelfranken

Fabian Wedler -red Der Abbau und Einbau der Motoren verlangte viel Geschick.

Hochwasser in Nürnberg

Durch die anhaltenden Regenfälle

am 1. Juni konnte der Fischbach

die Wassermassen nicht

mehr fassen und trat im Bereich

der Schultheißallee/Hainstraße

weit über das Bachbett. Selbst

über die Grundplatten drückte

das Wasser in die angrenzenden

Gebäude.

Das Kanalnetz war zeitweise

nicht mehr in der Lage die Wassermassen

aufzunehmen, Kanaldeckel

wurden abgehoben.

Die Sicherungsmaßnahmen

der Nacht durch die Feuerwehr

mussten insbesondere im Bereich

der nahen Schule noch

massiv ergänzt werden.

Samstagvormittag wurde zu

diesem Zweck das Nürnberger

THW mit Bergungsgruppen

sowie den Fachgruppen Infrastruktur

und Wassergefahren

alarmiert. Die Einsatzkräfte

setzten zahlreiche Pumpen ein,

um das Bachbett zu entlasten.

Für das THW wurde ein eigener

Einsatzabschnitt gebildet.

Rund 8000 Liter in der Minute

leisteten die eingesetzten Pum-

pen und trugen so maßgeblich

zum späteren Einsatzerfolg bei.

Ein weiterer Abschnitt war speziell

für die Gebäudesicherung

des Martin-Behaim-Gymnasiums

gebildet worden. Hier waren

THW- und Feuerwehrkräfte

gemeinsam im Einsatz, um mit

einem Sandsackverbau das

heranfließende Wasser am Eindringen

in das Schulgebäude zu

hindern.

In diesem Einsatz bewährte sich

der neue Kran der Fachgruppe

Wassergefahren erneut. Mit

dem Kranausleger wurde eine

Großpumpe zu Wasser gelassen,

die die Pumpleistung des

THWs deutlich erhöhte.

Stefan Mühlmann

Technische Hilfe bedeutet nicht Knopf drücken, sondern anstrengende körperliche Arbeit, wenn es um den praktischen Einstz geht. Fotos: Mühlmann


Pilotprojekt FAG Räumen: Teleskoplader

Der Ortsverband Lauf – Nürnberger Land

erprobt für die FAG (Facharbeitsgemeinschaft)

Räumen einen Teleskoplader der

Firma Liebherr. Der seit 2012 laufende

Probebetrieb konnte im ersten Jahr schon

bei vielen Übungen, Ausstellungen und

Einsätzen seine Einsatzfähigkeit unter Beweis

stellen. Mit und durch den Liebherr

TL 441-13 sind Bergungsarbeiten auch

unter schwerem Atemschutz möglich.

Der geländegängige und sehr wendige

Lader vereint die Vorteile von Radlader,

Stapler, Hebebühne/Hubsteiger und Kran

in einem gut einsetzbaren Gerät mit hoher

Hubleistung.

Ausgeliefertes Anbaugerät:

• Arbeitskorb inklusive Fernbedienung

zum sicheren Arbeiten in der Höhe

• Schaufel 2 m² mit hydraulischem Niederhalter

• 4-in-1-Schaufel 1 m²

• Hydraulische Seilwinde

• Palettengabel

Aus dem Regierungsbezirk Mittelfranken

Technische Daten

Stufenloser hydrostatischer Fahrantrieb,

exakt und feinfühlig steuerbare

Arbeitshydraulik, elektronische Litronic-Steuerung.

Max. Hubhöhe 13 m

Max. Traglast 4,1 t

Max. Reichweite 9 m

Motorleistung 74 kw / 101 PS

Einsatzgewicht 9,75 t

Kosten ca. 190 T €

Mehr Informationen unter www.thw-lauf.de

Fotos Werner Behringer

THW-JOURNAL BY 1/2013 69


Der kontinuierliche Verbesserungsprozess

Wer im THW mitarbeitet kann sich sicher

sein, dass seine Arbeit nicht nur gegen

die Auswirkungen von Naturkatastrophen

sondern auch immer gegen den Verschleiß

und die Mangelwirtschaft zu wirken hat.

Das war vor sechzig Jahren so und wird

sich durch aktuelle Herausforderungen

– demographischer Wandel, Wegfall des

Ersatzdienstes und stark umkämpfte Freizeit

– nicht ändern, sonder eher noch

verschärfen. Gleichzeitig wissen THW-

Helfer aber auch, welchen unschätzbar

wichtigen Dienst sie leisten und jeder Realeinsatz

zeigt wie wichtig das Ehrenamt

für den Katastrophenschutz ist und spornt

zum Weitermachen an. Jeder Einsatz zeigt

aber auch, an welcher Stelle noch Ver- oder

Ausbesserungsbedarf besteht.

Peter Döth kämpft seit mehr als 25 Jahren

unablässig darum, sein THW zu stärken, zu

verbessern und die stets knappen Mittel

an den richtigen Stellen einzusetzen. Fast

20 Jahre diente er dabei als Ortsbeauftragter

für den Ortsverband Lauf – Nürnberger

Land. Er engagierte sich lange Jahre

als stellvertretender Landessprecher und

war als „Vorbenannter örtlicher Einsatzleiter

des THW“ für den Katastrophenschutz

des Landratamts im Nürnberger Land eingesetzt.

Als Leiter der Facharbeitsgruppe Räumen

bemüht er sich auch um kontinuierliche

Verbesserungen in der materiellen Ausstattung

und für mehr Sicherheit der Helfer

bei der Arbeit mit schwerem Gerät. Drei

Neuer ÖEL

Der Landkreis Nürnberger Land hat einen neuen

vorbenannten Örtlichen Einsatzleiter THW.

Bernd Müller, Führer der Fachgruppe Führung

und Kommunikation, erhielt von Landrat Armin

Kroder im März seine Ernennungsurkunde.

70 THW-JOURNAL BY 1/2013

Aus dem Regierungsbezirk Mittelfranken

Auslandseinsätze

und eine

wochenlang

betreute Notunterkunft

nach der Deutschen

Wende

im Ortsverband

zeugen vom

hohen sozialen

Verantwortungsbewusstsein

Döths.

Auch nach der

Übergabe des

OB-Amtes 2010

an Marcus Sperber und seine drei Stellvertreter,

steht Döth allen Helfern des

Ortsverbands mit Hilfe und Kritik zur Verfügung

und übernahm bis vor wenigen

Wochen die Position des Gruppenführers

B2 und damit die Ausbildung junger Führungskräfte.

Über den Orden freuen sich LB Dr. Voss, Peter Dörth und OB Marcus Sperber (vl)

Im vergangenen Jahr brachte sich Döth

für die Optimierung des Hallenneubaus im

OV Lauf ein und ermöglichte mit seinem

Einsatz die ideale Verwendung der bereitgestellten

Mittel und durch gezielten

Druck einen mustergültigen Zweckbau für

die Einsatzorganisation.

Der Landesbeauftragte für Bayern, Dr.

Fritz-Helge Voss, würdigte diesen manchmal

nötigen Druck und die enorme Beharrlichkeit

in seiner sehr persönlichen

Ehrenamt, Förderverein, Hauptamt, Politik

und Wirtschaft arbeiten beim Katastrophenschutz

im Nürnberger Land

zusammen. Und dass der THW-OV Lauf

hervorragende, hochmotivierte und engagierte

Helfer hat, liegt nicht zuletzt an

diesem Faktum. Im Dezember wurden

deswegen drei Personen gewürdigt, die

sich besonders um das THW verdient gemacht

haben.

Mit Jürgen Bleisteiner, Sachgebietsleiter

in der Fachgruppe Führung und Kommunikation

würdigte Tilman Gold vom

THW-Landesverband einen langjährigen

und verdienten Helfer, der bei Einsätzen

im In- und Ausland Wissen und Erfahrung

Rede zur Ordensverleihung genauso wie

die außerordentliche Mitwirkung und seine

Verdienste für den Ortsverband, das

THW Bayern und alle blauen Einsatzkräfte

aber nicht zuletzt auch für die organisationsübergreifende

Zusammenarbeit mit

Feuerwehren, der Polizei und den Rettungsorganisationen.

Peter Döth erkennt Probleme im Ablauf

und kümmert sich in kleinen Schritten um

die Korrektur der Ursachen und lebt damit

seit 25 Jahren einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess

für das gesamte Technische

Hilfswerk.

Am 5. Mai wurde Peter Döth mit dem Ehrenzeichen

in Gold der höchste Orden der

Bundesrepublik Deutschland für das THW

verliehen.

Alle Laufer Texte: Joachim Süß

Auszeichnungen für hohes Engagement

Völlig überrascht: Jürgen Bleisteiner


Kurt Eckstein, MdL, (2ter v. r.) ist neuestes

Ehrenmitglied im Laufer THW und erhielt für sein

Engagement die THW-Plakette

gesammelt hat, die er nun in seiner gut

30 jährigen Arbeit nutzt aber noch wichtiger:

unaufdringlich weitergibt. Bleisteiner

wurde durch die Ordensverleihung

mit dem Ehrenzeichen in Bronze genauso

überrascht wie vom plötzlichen Erscheinen

seiner Frau und seiner beiden Söhne.

Aus dem Regierungsbezirk Mittelfranken

Ähnlich gerührt war der Landtagsabgeordnete

Kurt Eckstein,

der zum sechsten Ehrenmitglied

im OV Lauf ernannt wurde. Auch

MdB Marlene Mortler und MdL Dr.

Thomas Bayer freuten sich über

die Ehrung für Eckstein der sich

über viele Jahre hinweg immer

für eine Zusammenarbeit aller

Organisationen und Behörden im

Sicherheitsbereich stark gemacht

hatte und ein Fürsprecher für den

Einsatz des THW auf Landesebene

z. B. beim sogenannten THV-

Einsatz, also der Technischen Hilfeleistung

auf Verkehrswegen ist. Ihm wurde für sein

politisches Wirken für das THW die Ehrenplakette

verliehen.

Ungewöhnlich ist die Auszeichnung, die

anschließend Marcus Gstader verliehen

wurde. Der Helfer aus Lauf unterstützt

seit mehr als 20 Jahren Helfer in Berlin bei

der Feuerwehrbereitschaft und OB Oliver

Schulz vom OV Tempelhof-Schöneberg.

THW-Intern gibt es aber keine Möglichkeit,

den Helfer für sein OV-überschreitendes

Engagement durch die Berliner Kameraden

zu ehren. Deswegen wurde auch

Marcus Gstader die THW-Plakette verliehen

da er für den Berliner OV ein Außenstehender

ist.

OB Oliver Schulz zeichnet Marcus Gstader für

mehr als 20 Jahre Hilfe aus

Eiskalt kombiniert: Denkmalschutz, Zusammenarbeit und Einsatzübung

Beeindruckt, aber auch voller Mitleid

zeigten sich viele Bürger aus Lauf bei

der Bergung von Treibgut aus der winterlich

kalten Pegnitz. Bei nur wenigen

Plusgraden waren die Kameraden der

Wasserwacht in der Pegnitz nicht zu beneiden.

Die Altstadtfreunde Lauf hatten

vergeblich beim zuständigen Wasserwirtschaftsamt

um Entfernung von zum Teil

ganzen Baumstämmen aus dem Wehr vor

der historischen Reichelschen Schleifmühle

gebeten. Die Anfrage bei

Wasserwacht und Technischem

Hilfswerk fiehl dagegen

positiv aus. Für die

Fachgruppe Räumen war

dies ein interessanter Test

für das Bergen aus Tiefen

und damit ein Einsatz für

das Erprobungsfahrzeug

Teleskoplader mit seinem

vielfältigen Anbaugerät.

Die Reichweite des Laders

erstaunte viele Schaulustige

und mit Hilfe der

Seilwinde konnte zügig

diverser Zivilisationsmüll

wie ein Fahrrad und ein

Einkaufswagen sowie das

angeschwemmte Treibgut

geborgen werden. Trotz

der Stärken des Teleskopladers kam auch

wieder der LKW-Kipper mit seinem vom

Förderverein nachgerüsteten Ladekran

zum Einsatz. Es ist kaum vorstellbar, dass

es Pläne gab diesen unersetzbaren und

für das Budget des THW nicht zu Buche

schlagenden Mehrwert, an künftigen Kipper-Generationen

nicht mehr zuzulassen.

Viele Ortsverbände können damit weder

ihr Material sinnvoll verlasten noch Einsätze

im Katastrophenschutz und in der ört-

lichen Gefahrenabwehr in der gewohnten

Schlagkraft abarbeiten.

Neben der Dienstleistung für den Denkmalschutz

und der guten Zusammenarbeit

mit der Wasserwacht war der Einsatz

Öffentlichkeitsarbeit der wirksamsten

Sorte. Viele Schaulustige blieben stehen,

schauten kurz oder länger zu und riefen

teilweise per Handy Freunde und Bekannte

dazu.

Eine gute Zusammenarbeit: Wasserwacht und THW aber auch Teleskoplader und Kipper mit Ladekran

THW-JOURNAL BY 1/2013 71


Unwetter brachten Chaos in die Haßberge

Gewitter, Sturm und Regen richteten

im Mai in den Haßbergen

hohe Schäden an. An der Paßmühle

wurden Autos und landwirtschaftliche

Geräte weggespült.

Viele Anwesen standen

unter Wasser.

Ein Unwetter ist am Pfingstsonntag

über die Haßberge hinweggezogen

und hat vielerorts

massive Schäden verursacht.

Personen wurden nach Erkenntnissen

der Polizei nicht verletzt.

Am schlimmsten traf es ein

landwirtschaftliches Anwesen

an der Paßmühle nahe Breitbrunn.

Dort rauschte ein bis

zu 1,5 Meter hoher Sturzbach

durch ein Gehöft und beschädigte

Autos und landwirtschaftliche

Geräte. Die Kreisstraße war

tagelang gesperrt. Örtlich fielen

bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter,

Sturmböen bliesen

mit 90 km/h.

Es war kurz nach 18.00 Uhr, als

über die Paßmühle die Naturkatastrophe

hereinbrach. „Hier

sieht es aus wie nach einem

Bombenangriff“, beschriebt ein

Polizeibeamter seine Eindrücke.

Auch ein Teil des geteerten

Waldweges war komplett weggerissen.

Zentnerschwere Geröllbrocken,

angetrieben von

der Wassergewalt spülten aus

dem landwirtschaftlichen Anwesen

fünf Autos aus dem Hof

mehrere Meter ins Tal hinunter.

Auch eine tonnenschwere Ballenpresse

wurde den Hang hinuntergerissen

und prallte auf

die Autos. Das aus mehreren

Gebäuden bestehende Anwesen

selbst stand unter Wasser.

Auch an anderer Stelle auf

der Kreisstraße zwischen Neubrunn

und Gleisenau kam es zu

Erdrutschen. Boden und Geröll

blockierten die Fahrbahn. Dort

gelang es der Feuerwehr mithilfe

und Unterstützung von

Landwirten die Straße nach

kurzer Zeit wieder passierbar

zu machen. Mit Frontladern

72 THW-JOURNAL BY 1/2013

Aus dem Regierungsbezirk Unterfranken

wurden Schlamm und Steine

zur Seite geschoben. Zwischen

Ebelsbach und Breitbrunn kam

ein Auto aufgrund des Wassers

von der Straße ab. Der Unfall

verlief aber glimpflich, verletzt

wurde niemand.

Stark betroffen waren auch die

Ortschaften Breitbrunn und

Neubrunn. Während in Breitbrunn

Keller voll liefen, ergossen

sich Geröll und Erde über

die Ortsdurchfahrt und zerstörte

einige Gärten. Verzweifelt

versuchten die Bewohner, die

Wassermassen mit Holzbohlen

umzulenken. Die Feuerwehr

Neubrunn, die zur Hilfeleistung

alarmiert worden war, konnte

nur bedingt helfen. Auch das

Feuerwehrhaus stand unter

Wasser. Mit Schaufeln und Besen

beseitigten die Neubrunner

den Unrat und säuberten die

Straßen. „Was will man anderes

machen, da muss man zusammenhalten“,

sagte ein älterer

Herr, der eifrig Geröll von einer

Seitenstraße schaufelte.

Zeitweise ging auf der Straße

zwischen Ebern und Haßfurt in

Höhe von Altershausen nichts

mehr. In einer Senke lief bis zu

40 Zentimeter hoch das Wasser

über die Straße, so dass ein

Passieren nicht möglich war.

Ein paar Meter weiter im Dorf

herrschte Chaos: Die Ortsdurchfahrt

wurde fast auf gesamter

Länge von Schlamm überspült.

Bis zu zehn Zentimeter hoch sei

die Straße mit Boden verunreinigt

gewesen, der von Äckern

ins Tal geschwemmt wurde, berichteten

Anwohner. Das THW

aus Haßfurt lieferte Sandsäcke

an. Zeitweise drohte das aus

dem Wald kommende Wasser

eine Gemeinschaftsheizanlage

zu überfluten.

Im Zeiler Stadteil Krum spitzte

sich die Lage gegen 19 Uhr

zu. Die Wassermassen ließen

den Krumbach auf eine Höhe

anschwellen, wie sie die Bewohner

noch nicht gesehen

hatten. „So hoch war der noch

nie“, berichtete ein Bewohner.

Das Wasser überstieg ehemalige

Hochwassermarkierungen

bei Weitem. Gärten liefen voll

und die Straße „Vorstadt“ wurde

überschwemmt. Das Wasser

drohte in zahlreiche Häuser zu

laufen. Mit Sandsäcken, die eilig

vom THW aus Haßfurt herbeigebracht

wurden, konnte

das Schlimmste verhindert

werden. Dennoch liefen etliche

Garagen, Höfe und Wohnanwesen

voll. An der Brücke in der

Ortsmitte staute sich allerhand

Treibgut bis zur Oberkante. Vor

Ort sah sich auch Bürgermeister

Thomas Stadelmann um.

THW und Feuerwehr halfen wo

und wie sie konnten

Aus vielen anderen Dörfern

wurden überflutete Straßen

und Keller gemeldet, beispielsweise

aus Stettfeld, Jesserndorf,

Fischbach, Rudendorf, Geroldswind,

Leuzendorf, Pettstadt,

Dörflis, Voccawind, Marbach,

Kleinmünster, Ditterswind,

Pfarrweisach, Kleinsteinach

und Humprechtshausen. Kreisbrandrat

Ralf Dressel war zwischen

den Einsatzstellen unterwegs

und machte sich vielerorts

ein Bild von der Lage.

Sandsackarbeit ist Knochenarbeit - vom Füllen über den Transport bis zum Verbau sind die Einsatzkräfte körperlich

gefordert.


Am späten Sonntagabend gab

es für die Feuerwehren in Ebelsbach

und das THW nochmals

Alarm. Das Wasser hatte sich seinen

Weg durch das Ebelsbachtal

gebahnt und drohte nun Teile

der Gemeinde zu überfluten.

Nahe des Sportplatzes musste

der „Schwarze Weg“ gesperrt

werden, weil die Fluten meterhoch

den Ebelsbach hinunter

rauschten und über die Ufer

getreten waren. Auf der Südseite

errichteten Feuerwehr

und THW Spundwände, um ein

Positive Jahresbilanz

Für besondere Verdienste und

für langjährige Treue zeichnete

der THW-Ortsverband Aschaffenburg

mehrere THWler und

einen Feuerwehrmann aus.

Wolfgang Kunkel von der Aschaffenburger

Feuerwehr wurde mit

dem THW-Helferzeichen in Gold

geehrt, gemeinsam mit den

THW-Kameraden Martin Kirsch,

Christian Schmitt, Christian Reis

und Carsten Billinger.

Michael Ruppert und Frank

Arnold wurden für ihr großes

Engagement mit dem Helferzeichen

in Gold mit Kranz geehrt.

Seit Jahrzehnten

dem THW treu

Für 40 Jahre Mitgliedschaft er-

Aus dem Regierungsbezirk Unterfranken

Überschwappen ins Dorf zu

verhindern. Gefährdete Häuser

in der „Schützenstraße“ und im

„Rosengässchen“ wurden durch

Sandsack-Barrieren geschützt.

Insgesamt hatte das THW Haßfurt

für mehrere Einsatzstellen

mehr als 1600 Sandsäcke gefüllt

und bereitgestellt.

Hochbetrieb herrschte stundenlang

auch in der Integrierten

Leitstelle (ILS) Schweinfurt, die

für die Alarmierung und Koordinierung

von Rettungsdienst-

hielt Wolfgang Buchner eine

Auszeichnung, Michael Sauer

für 30 Jahre und Rainer Gastaldo

für 20 Jahre. Seit zehn Jahren

sind Markus Bognowski, Lukas

Trägner und Stefan Brinkemper

dabei.

Neben dem Vorsitzenden des

Helfervereins, Dr. Ralf Nagel,

dankte Landesbeauftragter Dr.

Fritz-Helge Voß den Aschaffenburger

THW´lern für ihr Engagement

und stellte auch die

Einsatzfähigkeit heraus. Sowohl

Dr. Voß, wie auch der Leiter der

Führungsgruppe Katastrophenschutz

der Stadt Aschaffenburg,

Dr. Meinhard Gruber, gingen

auf die Bedeutung des Ehrenamtes

im Katastrophenschutz

ein. Beispielsweise bei flächen-

und Feuerwehreinsätzen zuständig

ist. Zur Bewältigung der

zahlreichen Notrufe und Abarbeitung

der Einsätze war die ILS

mit 15 Mitarbeitern besetzt.

An der Bewältigung der Unwetter-Einsätze

arbeiteten unter

anderem folgende Feuerwehren

mit: Eltmann, Ebelsbach,

Uchenhofen, Mechenried, Hafenpreppach,

Neubrunn, Stettfeld,

Ebern, Humprechtshausen,

Krum, Voccawind, Kleinsteinach,

Leuzendorf, Königsberg, Zeil,

deckenden Stromausfällen könne

rasch auf die Unterstützung

des THW gebaut werden.

Insgesamt konnten die Aschaffenburger

THW-Helfer auf

15.367 geleistete Einsatz- und

Übungsstunden zurückblicken.

2249 Bereitschaftsstunden

seien auf der Autobahn geleistet

worden, berichtete Zugführer

Guido Franz im Rückblick auf

Einsätze und Übungen.

Steffen Abel habe bei zwei Auslandseinsätzen

stolze 893 Stunden

für das THW geleistet.

Für die Jugend sei das Bundesjugendlager

in Landshut das

Highlight des Jahres gewesen.

Limbach, Geroldswind, Kirchlauter,

Prappach, Eyrichshof,

Haßfurt, Lußberg, Rudendorf,

Weisbrunn, Steinbach und

Gleisenau alarmiert. Ausgerückt

waren auch die Feuerwehren

Altershausen, Pfaffendorf,

Pfarrweisach, Breitbrunn, Unterpreppach,

Jesserndorf und

Burgpreppach.

Michael Will - reda

Die Fachgruppe Logistik habe

im September die Besucher bei

der Kunst am Grenzweg mit Essen

und Trinken versorgt und

dabei ihre Leistungsfähigkeit

unter Beweis gestellt.

Im Oktober sei der Aschaffenburger

Ortsverband Schauplatz der

Grundausbildungsabschlussprüfung

des Geschäftsführerbereiches

Karlstadt gewesen und

insgesamt 20 Helferanwärter,

darunter auch acht Helfer aus

Aschaffenburg, hätten die Prüfung

bewältigt.

Ralf Hettler

Der Vorsitzende des Helfervereins,

Dr. Ralf Nagel (rechts) und der

Landesbeauftragte des THW Dr.

Fritz-Helge Voß (von links) zeichneten

Michael Ruppert, Frank Arnold,

Martin Kirsch, Christian Schmitt,

Wolfgang Buchner, Christian Reis

und Wolfgang Kunkel für ihre besonderen

Verdienste und langjährige

Treue zum THW aus. Foto: Ralf Hettler

THW-JOURNAL BY 1/2013 73


Eine Sicherheitsoption in der Region

Lob und Ehre für das THW Bad Kissingen zum 60jährigen Jubiläum

Zum Festakt anlässlich des

60-jährigen Bestehens des

THW-Ortsverbandes Bad Kissingen

kamen viele Helfer und

Ehrengäste. Ortsbeauftragter

(OB) Helmut Rink konnte Vertreter

der Sicherheitsbehörden,

Polizei, Feuerwehren und Rettungsdienste,

sowie Kameraden

aus den THW-Ortsverbänden

des Geschäftsführerbereichs

Bamberg aus Ober- und Unterfranken

begrüßen. Vom THW-

Landesverband Bayern hieß

er die Referatsleiterin Zentrale

Diens te/Ehrenamt, Andrea Hildebrand,

willkommen.

Grußworte sprachen die Vizepräsidentin

des Bezirkstags

Unterfranken, Karin Renner; Sabine

Dittmar,MdL; Bürgermeister

Wolfang Back, Markt Bad

Bocklet; Polizeirat Markus Hack

für das Polizeipräsidium Unterfranken;

Erster Polizeihauptkommissar

Stefan Haschke für

die Polizeiinspektion Bad Kissingen;

Bereitschaftsleiter Thomas

Menz, BRK-Bad Kissingen und

Pfarrerin Christel Mebert, Bad

Kissingen.

Nach der Präsentation der

Chronik durch OB Helmut Rink

und stv.OB Andreas Kiesel, hielt

Schirmherr und Landrat Thomas

Bold die Festrede. Landrat Bold

würdigte die Arbeit der THW’ler

und dankte allen ehrenamtlichen

Helfern dafür, dass sie

sich und ihre Freizeit zum Wohle

der Allgemeinheit einsetzen.

Bad Kissingens 2. Bürgermeister

Prof. Dr. Dr. Peter Deeg formulierte,

das THW sei eine Sicherheitsoption

in der Region. Das

THW leiste hervorragende Hilfe

in Notsituationen.

Im Anschluss an ihre Worte an

die Gäste und die THW-Familie

hatte Andrea Hildebrand noch

die ehrenvolle Aufgabe, verdiente

Helfer auszuzeichnen.

74 THW-JOURNAL BY 1/2013

Aus dem Regierungsbezirk Unterfranken

Der Festakt zum 60-jährigen Jubiläum des THW-Ortsverbandes Bad Kissingen bildete den würdigen Rahmen,

verdiente Helfer auszuzeichnen: Mit Ehrennadeln des THW zeichnete Andrea Hildebrand vom THW-Landesverband

(v. l.) Sebastian Sebald, Georg Bauer, Heiko Rink und Stefan Geiger aus. Foto: Peter Klopf

Das Helferzeichen in Gold erhielt

Sebastian Sebald. Er engagiert

sich über seine Ausbildung

und Mitwirkung in den

Einsatzeinheiten hinaus stark

im technischen Bereich und hat

auch an der Instandsetzung des

Gerätekraftwagens mitgewirkt.

Die erfolgreiche Organisation

und Realisierung des Tages der

offenen Tür hat er mit seinem

Team bewerkstelligt.

Das Helferzeichen in Gold mit

Kranz erhielten Georg Bauer

und Heiko Rink.

Georg Bauer, der zum Gruppenführer

Bergung ausgebildet

ist, engagiert sich im Ortsverband

insbesondere in der

Unterhaltung der Haustechnik

und als stellvertretender Koch.

Er gehört seit 2009 dem Ortsausschuss

an. 1984 erhielt er

das Helferzeichen in Gold, im

Januar 2012 die Urkunde für 40

Jahre Mitwirkung im THW.

Heiko Rink war einer der ersten

Junghelfer der Jugendgruppe

des THW-OV. Nach der Grund-

und Fachausbildung folgte

die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger

und zum

Sprechfunker. Heiko Rink engagiert

sich außergewöhnlich

im Ortsverband, insbesondere

im Kraftfahrerwesen, der Gerätetechnik

und der Haustechnik

der Unterkunft. Die Schirrmeisteraufgaben

mit all den Erneuerungen

wie Elektroprüfkoffer,

Codierung der Gerätschaften

und Durchführen von Dienstveranstaltungen

für Kraftfahrer/Gerätewarte

erledigt er

vorzüglich. Er wurde 2005 zur

befähigten Person Elektroprüfung

und 2007 zum Schirrmeister

berufen.

Heiko Rink erhielt die Bundesflutmedaille

2002 für den

Hochwassereinsatz in Sachsen-Anhalt,

im Januar 2006 die

Jahresurkunde für 10 Jahre Mitwirkung

im THW und 2007 das

Helferzeichen in Gold.

Für Besondere Verdienste im

Engagement für das Technische

Hilfswerk erhielt Stefan

Geiger, Oerlenbach, die THW-

Ehrenplakette. Stefan Geiger

ist pensionierter Lehrer, war

Gemeinderat in Oerlenbach

und Leiter der Volkshochschule

Oerlenbach. Als freier Mitarbeiter

der Regionalpresse Saale

Zeitung und MAIN-POST macht

er die Berichterstattung, die

teilweise auch von den Blättern

Kissinger Anzeiger und MARKT

übernommen werden. Seit über

20 Jahren berichtete er über

das Technische Hilfswerk Bad

Kissingen. Zum ersten Mal erschien

das Kürzel „kwh“ bei der

Indienststellung und Segnung

des GKW I am 19.7.1992.

Die THW Ehrenplakette wurde

im Ortsverband Bad Kissingen

erstmals an den ehemaligen

Landtagsabgeordneten und

Altlandrat Herbert Neder verliehen.

Er nahm auch an der

Festveranstaltung zur 60-Jahr-

Feier teil.

Ein Quintett des Bad Kissinger

Rot-Kreuz-Orchesters, unter

Leitung von Alexander Wachsmann,

umrahmte das Fest.

Autor


„Über 50 Jahre Mitglied im

Technischen Hilfswerk, technischer

Sachverständiger und

Funksachverständiger, Bootsführer

aus Passion, Einsatzzeichen

für humanitäre Hilfe im

Ausland, Ehrenurkunde des

Innen minis teriums, Ehrenpreis

des Landkreises, all das hat Hermann

Schneider schon. Jetzt

kam noch eine Auszeichnung

dazu: das Ehrenzeichen in Silber

der Bundesanstalt Technisches

Hilfswerk.“ Mit dieser Feststellung

leitete der Bote vom Untermain

zum Inhalt der Laudatio

über: „Siegfried Schymala, Referatsleiter

Einsatz im THW Landesverband

Bayern berichtete

bei der Verleihung im Pfarrheim

Breitendiel erstaunlich viele Details

von Hermann Schneider.

So habe Schneider sein großes

Interesse an der Technik dem

Geburtsort in der Nähe des Miltenberger

Hauptbahnhofs und

den Beruf seines Vaters, der bei

der Bahn beschäftigt war, zu

verdanken.“

Aus dem Regierungsbezirk Unterfranken

Hohe Auszeichnung für den »Technischen Hermann«

Hermann Schneider bekam das THW-Ehrenzeichen in Silber verliehen

Herrmann Schneider hat erfolgreiche

Abschlüsse als Maurer

und Baumaschinenschlosser

und fand schon mit 17 Jahren

seine sinnvolle Lebensergänzung

im THW. Ab 1965 war er

– nach der entsprechenden

Ausbildung - Kraftfahrer und

Schirrmeister beim THW Miltenberg.

1972 machte er sein

Hobby zum Beruf und arbeitet

seitdem als hauptamtlicher

Kraftfahrer und Gerätewart

beim THW.

Er hat sich im Kollegenkreis,

im Landesverband und im gesamten

THW einen guten Ruf

als kompetenter Fachmann erworben.

Das Ehrenzeichen in Silber ist

nach der Aussage von Siegfried

Schymala im Kreise der beruflichen

Mitarbeiter im THW eine

seltene Auszeichnng.

Bürgermeisterin Ruth Schöyen

überbrachte die Glückwünsche

der Stadt. Hermann Schneider

sei ein Paradebeispiel für die

tätige Menschlichkeit und habe

es verdient, in dieser besonderen

feierlichen Weise geehrt zu

werden. Auch Joachim Hörst

als Vertreter des Landratsamtes

bestätigte Hermann Schneider

ein hohes Maß an Zuverlässigkeit

und Kompetenz. Er sei als

»technischer Hermann« oder

als „THW-Schneider“ überall bekannt

und überzeuge wegen

THW-Helfervereinigung: Förderer des THW Miltenberg

Beschaffung eines Stromerzeugers mit Lichtmast beschlossen

Neben der Jahreshauptversammlung

des Ortsverbands

Miltenberg des Technischen

Hilfswerks (THW) war im Pfarrheim

zu Breitendiel auch die

Mitgliederversammlung der

THW-Helfervereinigung e.V.,

welcher Ruthard Zipf vorsteht.

Zu Beginn der Veranstaltung

gab die Jugendgruppe des Ortsverbands

eine kurze Show-Einlage

mit dem Bühnenstück »Der

Arzt der helfen wollte, aber nicht

konnte«. Anschließend betonte

Zipf, die Jugend eines Vereins sei

die Saat von heute und die Ernte

von morgen – Jugendarbeit sei

für das Fortbestehen einer funk-

tionierenden Gesellschaft heute

wichtiger denn je.

Im Anschluss informierte

Ruthard Zipf in seinem Rechenschaftsbericht

über die Arbeit

des Vorstandsausschusses im

vergangenen Jahr. Er erinnerte

an die verschiedensten Aktivitäten

des Vereins, wie die beliebte

Winterwanderung und

den Ammersee-Ausflug. Auch

berichtete er über die getätigten

Neuanschaffungen, wie die

Dauerstrom- und Druckluftversorgung

in der Fahrzeughalle,

Bezuschussungen und div.

kleinere, weitere Fördermaßnahmen.

Hermann Schneider und seine Frau, eingerahmt von Siegfried Schymala,

Ref.Ltr. Einstz vom THW-Landesverband und Michael Wasserer, dem THW-

Ortsbeauftragten von Miltenberg nach seiner Ehrung.

Vorsitzender Zipf stellte das Beratungsergebnis

der Vorstandschaft

– u.a. zu Beschaffung

eines Stromerzeugers dar:

Derzeit stehen dem THW Miltenberg

zwei Stromaggregate

mit je 25 kvA aus den Baujahren

1962 und 1964 zur Verfügung.

Die Qualität des Stromes ist für

die heutige Technik unzureichend,

aufgrund Spannungsschwankungen

und veralteter

Technik – eine Einspeisung bei

medizinischen Geräten oder

elektronischen Steuergeräten

ist undenkbar, wegen fehlender

Isolationsüberwachung und

Sicherheitseinrichtungen, ggf.

seines ausgeglichenen Wesens,

seiner sprichwörtlichen Zuverlässigkeit

und Gründlichkeit.

Kreisbrandrat Lebold Meinrad

überbrachte die Glückwünsche

der Kreisbrandinspektion.

THW-Ortsbeauftragter Michael

Wasserer gestaltete mit seinem

Helferkreis den würdigen Rahmen

des Ehrenabends.

Bote vom Untermain - reda

auch für das Betriebspersonal

nicht ganz ungefährlich.

Auf dieser Basis ist es unausweichlich,

diese Beschaffung zu

tätigen – so Zipf. Somit stellte er

im Namen der Vorstandschaft

den Antrag auf Vollmacht

für die Vorstandschaft, bis zu

einem Betrag von 70.000 Euro

aktiv werden zu können. Die

Mitglieder stimmten alle dafür.

Beendet wurde die Veranstaltung

mit einer Multimedia-

Show von Stefan Wolf (Groß-

Heubach), welche in Wort und

Bild detailliert an die umfassenden

Aktivitäten des THW

Miltenberg erinnerte.

Bohlender W.

THW-JOURNAL BY 1/2013 75


THW-Jugend in Sachen Umweltschutz aktiv

Leinritt und Umgebung des alten

Bahnhofs vom Müll befreit

Einen Beitrag zum Umweltschutz

leistete die Jugendgruppe

des THW Miltenberg,

mit ihrer Teilnahme an der vom

Landkreis initiierten Flursäuberungsaktion.

Nach dem Motto »Wir räumen

unseren Landkreis auf« trafen

sich auch in diesem Jahr 25 Kinder

und Jugendliche, die von

12 Helferinnen und Helfern des

Technischen Zuges sowie der

Fachgruppe Wassergefahren

des Ortsverbandes Miltenberg

unterstützt wurden. Fast zweieinhalb

Tonnen Müll haben sie

eingesammelt.

Nach Absprache mit dem Landratsamt

Miltenberg wurden der

Leinritt, entlang des Mainlaufs

Miltenberg Richtung Großheu-

Aus dem Regierungsbezirk Unterfranken

bach, und die Umgebung des

alten Bahnhofs, sowie die Mündung

der Mud in den Main von

herumliegenden Müll und Hinterlassenschaften

gesäubert.

Von morgens bis in die späten

Nachmittagsstunden waren die

Kinder und Jugendlichen sowie

die Helferinnen und Helfer in

Sachen „Müllbeseitigung“ unterwegs,

um aus teilweise sehr

unzugänglichem Gelände weggeworfene

Gegenstände einzusammeln.

Die Aktion wurde von

Jugendbetreuer Stefan Wolf in

Zusammenarbeit mit Gruppenführer

Michael Wolf geleitet.

Es war kaum zu glauben, was da

alles gefunden wurde. Der Abfall

wurde zur Entsorgung in die

Müllumladestation Erlenbach

gebracht.

THW-JOURNAL BY 1/2013 77


Begonnen hatte der Brand an

einem Sonntagnachmittag, ein

Sonntag vor Ostern, entlang

der Bundesstraße 47 zwischen

den Gemeinden Amorbach

und Boxbrunn Das Feuer breitete

sich auf einer Fläche von 24

Hektar aus.

Ewa 350 Feuerwehrleute und

Einsatzkräfte anderer Hilfsorganisationen,

wie dem THW

oder der Bundeswehr waren im

Einsatz – die B47 war komplett

gesperrt.

Die Rauchsäulen waren weithin

sichtbar. Den Feuerwehrleuten

gelang es, zwei der Brände auf

zusammen etwa 10.000 qm

unter Kontrolle zu bringen. An

einer weiteren Stelle griffen

die Flammen auf eine Fichtenschonung

über. Der Brand breitete

sich, trotz aller Löschmaßnahmen,

weiter aus.

Bei den Löscharbeiten waren

insgesamt 30 Wehren aus

den Landkreisen Miltenberg

und Aschaffenburg, sowie aus

Hessen im Einsatz. Vom Technischen

Hilfswerk waren die

Ortsverbände Miltenberg und

Obernburg eingebunden.

Die Einsatzleitung hatte Kreisbrandrat

Meinrad Lebold. Auf-

78 THW-JOURNAL BY 1/2013

Aus dem Regierungsbezirk Unterfranken

350 Einsatzkräfte bekämpften Flammen im Wald bei Amorbach auf 24 Hektar

Riesiger Waldbrand im Kreis Miltenberg hat mehrere Tage lang 350 Einsatzkräfte aus der Region in Atem gehalten

grund des Ausmaßes und der

Überbeanspruchung der Einsatzkräfte

löste Landrat Roland

Schwing Katastrophenfall aus

und verschaffte so den Einsatzkräften

Verstärkung. 130

Soldaten des Logistikbataillons

der Bundeswehr aus Walldürn

kamen zur Unterstützung.

Die Erschöpfung war den Einsatzkräften

anzusehen nach

einem mehrere Tage andauernden

Einsatz.

Zahlreiche Landwirte unterstützten

mit Löschwasser, das

sie in Güllefässern herantransportierten.

Nach mehr als sechs Tagen war

der Brand komplett gelöscht. Es

gab keine Verletzten.

Wolfgang Bohlender -reda


Dispogruppe »Bandskimmer« kam zum Einsatz

Gemeinsam übten die Einsatzkräfte

aus dem THW

Miltenberg und Obernburg

den Einsatz der Dispogruppe

»Bandskimmer«.

Durch die neue integrierte Leitstelle

(ILS) wurden mehrere Dispogruppen

gebildet, die im Einsatzfall

durch die ILS alarmiert

werden können. Bei der Dispogruppe

»Bandskimmer« werden

beide Ortsverbände alarmiert,

wobei die Obernburger Gruppe

mit ihrer Fachgruppe Ölschaden

den Bandskimmer betreibt und

am Standort hat, die Miltenberger

Gruppe den Bandskimmer

mit ihren Arbeitsbooten zieht.

Was ist ein Bandskimmer?

Ein Bandskimmer ist eine Art

Wasserfahrzeug, mit dem

Fremdstoffe von der Oberfläche

des Gewässers entfernt werden

können. Dabei wird durch ein

rotierendes „Förderband“ das

Öl von der Gewässeroberfläche

„abtransportiert“ und in einem

Behälter gesammelt.

Um die Einsatzfähigkeit zu prüfen

und für den Ernstfall vorbereitet

zu sein, fand hierzu

eine gemeinsame Übung im

Main abschnitt bei Elsenfeld/

Obernburg statt.

Nach einer kurzen Einführung

in die Gerätschaften der

Fachgruppe Öl und den damit

verbundenen Bandskimmer

wurden die Boote in Position

gebracht und der Bandskimmer

an den jeweiligen Schleppvorrichtungen

befestigt. Mit dem

Aus dem Regierungsbezirk Unterfranken

Kommando vom Bandskimmerführer

setzte sich diese Formation,

die von oben betrachtet wie

ein „V“ ausgebildet ist, in Bewegung.

Hierbei wurden verschiedene

Fahrmanöver, wie wenden,

anlegen sowie aufstoppen

geübt.

THW-JOURNAL BY 1/2013 79


Aus dem Regierungsbezirk Unterfranken

Schüler der Grundschule Karlburg-Wiesenfeld zu Gast im THW Auslandscamp

Die Grundschule Karlburg-Wiesenfeld

veranstaltet dreimal im

Jahr Interessenstage für ihre

Schüler.

Experten aus unterschiedlichen

Bereichen erarbeiten mit den

Schülern in Projektgruppen,

während zwei Schulstunden, ihr

Spezialgebiet. Der THW Ortsverband

Lohr a. Main nutzte diese

Möglichkeit um das Technische

Hilfswerk vorzustellen und die

Schüler auf ehrenamtliches

Engagement aufmerksam zu

machen.

Thomas Wiedemann, Helfer und

Katrin Brendolise, Beauftragte

für Öffentlichkeitsarbeit im OV

Lohr, besuchten mit dem Zugtrupp-MTW

(kleineres Einsatzfahrzeug)

die Schule. Eine kurze

Vorstellung und ein kleiner Film

dienten als Einstieg in das Projekt.

Als Aufhänger wählten die

Im Vorschuljahr steht in vielen

Kindergärten die Information

der Kinder über die Arbeit der

Hilfsorganisationen und Behörden

auf dem Programm. Die

Kinder interessieren sich sehr

für die Autos, die Aufgaben und

die Ausstattung der Organisa-

THW´ler einen Auslandseinsatz

im Erdbebengebiet. Mit dabei

hatten Sie: einen für den Einsatz

gepackten Rucksack mit Pass,

Impfpass, Mückenschutz, Handtücher,

Kleidern usw., sowie

Feldbetten, einen Schlafsack

und eine sogenannte Zargesbox

(Aluminium-Kiste mit dicht

schließendem Deckel). Die Kinder

inspizierten den Rucksack,

bauten die Feldbetten auf, richteten

ein kleines „Camp“ ein

und überlegten, welche Dinge

in der Aluminiumbox „verlastet“

werden können. Die THW Helfer

erläuterten an diesem Beispiel

die Arbeitsweise des THW und

dass es bei einem Einsatz autark

agieren und sich versorgen

kann. Schleifkorb, Trage und

Verbandsmaterial hatten die

THW´ler ebenfalls mitgebracht.

So retteten die Kinder einen

„Verletzten“ aus „Trümmern“,

versorgten ihn, legten ihn in

den Schleifkorb und drehten

eine Runde mit Hindernislauf

im Schulhaus. Nach der Besichtigung

des Zugtrupp-MTW bildete

eine Gesprächsrunde das

Spiel, Spaß, Spannung für Vorschulkinder im THW OV Lohr a. Main

Alle in einem Boot - Die Vorschulkinder des Wiesenfelder Kindernestes bei der Trockenübung

tionen. Dazu gehört auch das

Technische Hilfswerk. Um den

Vorschulkindern einen Eindruck

über das THW zu vermitteln, sie

für ehrenamtliche Arbeit zu

sensibilisieren und ihnen die

Technik zu zeigen, bietet der

THW Ortsverband Lohr a. Main

jährlich einen Infotag für die

Kindergärten an.

In diesem Jahr besuchten 60

Vorschüler der Lohrer Kindergärten

Seeweg, St. Pius Lindigsiedlung

und des Wiesenfelder

Kindernestes gemeinsam mit

Ende des Projektes. Die Schüler

der ersten bis vierten Klasse

zeigten sich sehr interessiert

und stellten den THW-Helfern

viele Fragen.

Katrin Brendolise

ihren Erzieherinnen den Ortsverband.

Für die Kinder standen viele

spannende Stationen auf dem

Programm. Sie erkundeten die

THW Unterkunft mit Funkzentrale,

Werkstatt, Küche und

Schulungsraum. Die THW´ler

können alle ihre Sachen wie

Zelte, Betten, Essen, Werkzeug

und sogar die Toiletten in Kisten

verpacken. Diese kommen dann

in ein Flugzeug und fliegen gemeinsam

mit den Helfern in

Länder, die die Hilfe des THW

nach einer Katastrophe benötigen.

Den Kindern erläuterten

die THW´ler dies, anhand eines

Feldbettes, einer Alukiste und

einem für den Auslandseinsatz

gepackten Rucksack.

Im Hof der Unterkunft ging es

an die Praxis. Teamarbeit stand

auf dem Programm. Mit einer

Trage gemeinsam einen Hin-

THW-JOURNAL BY 1/2013 81


Sichtlich Spaß hatten Helfer, Erzieherinnen und Kinder beim

Hochziehen und Abseilen (Kinder der Kita St. Pius Lindig Siedlung)

Fotos_ Reiner Stein

Überschwemmungen in Würzburg

Wegen der prognostizierten

Hochwasserlage in Würzburg

wurden Veranstaltungsflächen

am Main geräumt. Das THW

Würzburg war an drei Einsatzstellen

mit 20 Helfern beteiligt.

Ab 15.30 Uhr waren Radlader

und Kipper der Fachgruppe

Räumen zur Unterstützung bei

Räumungs- und Sicherungsmaßnahmen

am Stadtstrand

im Einsatz. Zusätzlich war der

Lichtmastanhänger zur Stromversorgung

der mobilen Sandsackfüllanlage

vor Ort, die von

82 THW-JOURNAL BY 1/2013

Aus dem Regierungsbezirk Unterfranken

der Feuerwehr betrieben wurde.

Später stellte dieser auch die

großflächige Ausleuchtung des

Stadtstrandes sicher. Dieser Einsatz

endete gegen 5.30 Uhr.

Um 16.15 Uhr wurde für weitere

Aufgaben Vollalarm für das THW

Würzburg ausgelöst.

An der Löwenbrücke war eine

Schiffsanlegestelle aufgrund

des hohen Wasserstandes unpassierbar.

Um den Passagieren

das Verlassen des Schiffes

zu ermöglichen, wurde mit

dernissparcours überwinden.

Die Erzieherin und sich selbst in

der Rettungswinde hochziehen

und abseilen. Die Besichtigung

der Fahrzeuge, Boote und das

Ausprobieren der Hebekissen

die ein ganzes Auto hochheben

können machte Kindern,

Erzieherinnen und THW Helfern

viel Spaß. Trockenübungen

auf dem Boot mit Anlegen der

Schwimmweste und das Beant-

dem Einsatzgerüstsystem ein

Behelfssteg gebaut.

Für die Rückbauarbeiten des Africa

Festivals auf den Mainwiesen

wurden Transportmöglichkeiten

zur Verfügung gestellt.

Um den Abbau auch bei Dunkelheit

zu ermöglichen, wurde

von der Fachgruppe Beleuchtung

das Gelände ausgeleuchtet.

Mehrere tragbare Stromerzeuger

und Scheinwerfer

an den einzelnen Großzelten

kamen zum Einsatz, der am frü-

worten unzähliger Fragen der

Kinder zum Thema THW rundeten

das Programm ab.

Mit vielen neuen Eindrücken

im Gepäck und Gesprächsstoff

für zu Hause und im Kindergarten

verabschiedeten sich THW

Helfer, Vorschüler und Erzieherinnen

nach einem ereignisreichen

Tag.

Katrin Brendolise

hen Morgen mit Einsetzen der

Dämmerung endete.

Maik Richter

Das Wasser hat das Schiff emporgehoben

- Aussteigen kompliziert. (l)

Der Stadtstrand war in dieser Zeit

zum Feiern ungeeignet. (r)


Thomas Siegmund bekam Ehrenamtspreis in Bronze

Thomas Sigmund von der THW-Jugend

Günzburg ist einer der Preisträger für den

vom Kreisjugendring ausgelobten Ehrenamtspreis

2013 für mindestens zehnjährige

herausragende ehrenamtliche Tätigkeit

in der Jugendarbeit.

„Die Jugend ist die Zukunft“, heißt es. Dieser

Weg in die Zukunft bedarf der Begleitung.

Kinder und Jugendlichen brauchen,

zusätzlich zum Elternhaus auch in Vereinen,

Verbänden und Organisationen die

richtigen Partner, bei denen die Freude

nach Erfolgen, das Ausweinen und Trösten

nach Niederlagenoder die r Eröffnung von

Chancen mäglich sind.

Mit dem Ehrenamtspreis des Kreisjugendringes

Günzburg (KJR) und des Landkreises

Günzburg wird jenen gedankt, die sich der

Jugend widmen - kostenlos, dabei sogar

oft noch selber Geld investieren. Aber sie

sind alle der Meinung, dass diese Investitionen

an Zeit und Geld gut angelegt sind.

KJR-Vorsitzender Andre Heichel würdigte

nach dem musikalischen Auftakt den Einsatz

und das Engagement der Preisträger.

„Eine lebendige Gesellschaft braucht aktive

Bürger“. Mit ihrem Engagement und

ihrer Kompetenz seien die Ehrenamtlichen

nicht nur die Aktivposten ihrer Vereine

und Organisationen, sondern auch Vorbild

für die Jugend. „denn der Landkreis,

die Gemeinden und der Kreisjugendring

brauchen solche Menschen, die sich in

den Dienst der Jugend stellen“.

Landrat Hubert Hafner dankte allen Geehrten

für ihren jahrelangen Einsatz für die

Allgemeinheit. Der Einsatz der Geehrten

„stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt“,

so Landrat Hafner, ohne das vielfältige

Ehrenamt sei „ein funktionierendes

Gemeinwesen“ nicht denkbar.

Thomas Sigmund, der mittlerweile seit elf

Jahren als Jugendleiter in der THW-Jugend

aktiv ist und in der Zwischenzeit eine Vielzahl

von Junghelfern das Wissen und die

Fähigkeiten für die Arbeit im Technischen

Hilfswerk vermittelt hat, engagiert sich

nicht nur im eigenen Ortsverband, sondern

auch auf Bezirksebene und darüber

hinaus. Er wurde im Mai zum Landesjugendleiter

der THW-Jugend Bayern e.V. gewählt.

Neben der Jugendarbeit, war er als

Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und

als Ausbilder im THW-Günzburg aktiv und

Aus dem Regierungsbezirk Schwaben

gehört als Vorstandsmitglied

dem Förderverein

Katastrophenschutz an.

Thomas Brenner - reda

Ortsjugendleiter

Thomas Sigmund wurde von

Landrat Hubert Hafner und

KJR-Vorsitzendem André

Heichel geehrt

Strom für Lebensmittelkette sichergestellt

Eine „scharfe Übung“ bedeutet, dass die

Beteiligten keinerlei Informationen vorher

haben und per Funkmelder von der

integrierten Leitstelle Allgäu alarmiert

werden. So geschehen in Sonthofen im

zweiten Quartal.

Der Einsatzauftrag lautete, dass das THW

die Notstromeinspeisung für eine Großküche

in Sonthofen gewährleisten soll. Es

handelte sich um einen Industrie–Kochbetrieb,

welcher alle Kliniken des Landkreises

Oberallgäu und öffentliche Einrichtungen

wie Kindergärten und Schulen mit Speisen

beliefert. Im Übungsscenario wurde davon

ausgegangen, dass auf Grund eines

Stromausfalles die gesamte Kühlkette

für Nahrungsmittel sowie die eigentliche

Produktion ausgefallen ist. Dies hätte

im Realfall zufolge, dass alle Kliniken im

Oberallgäu nicht mehr mit Nahrungsmitteln

beliefert werden könnten.

Zuerst wurde der räumlich zuständige

THW-Ortsverband (OV) Sonthofen alarmiert,

welcher zur Unterstützung das

THW-Lindenberg anforderte. Es wurde sofort

hinzugezogen, weil es über die Fachgruppe

Elektroversorgung verfügt.

Der Zugführer des THW-Sonthofen, Alexander

Gringel, stellte bei der Erkundung

der Schadensstelle fest, dass durch den

Stromausfall ein Trafohäuschen der AKW

keinen Strom mehr hatte, aber über dieses

eingespeist werden kann, weil von dort

die Stromzufuhr für den betroffenen Industriebetrieb

normalerweise kommt.

Es galt nun schnell zu handeln, da der Industriebetrieb

400 – 600 KV Strom benötigt,

um produzieren zu können. Der Verbrauch

entspricht ca. 400 Haushalten.

Die Kühlkette wurde nicht unterbrochen

Das THW Sonthofen setzte Netzersatzgerät,

im Volksmund Notstromaggregat, ein,

um die Kühlkette der Lebensmittel sicherzustellen.

Bereits 45 Min nach Alarmierung

rückten auch die THW Kräfte aus Lindenberg

an. (Ehrenamtliche Einsatzkräfte

brauchen Zeit, um zusammenzukommen

und zum Einsatz zu fahren – je nach Uhrzeit,

kommen sie direkt aus dem Beruf, aus

der Freizeit, der Familie.)

THW-Zugführer aus Lindenberg Rico

Hensel integrierte sich mit seiner Mannschaft

in den Einsatz, den das THW-Sonthofen

leitete. Der Aufbau der 250 KVA

Netzersatzanlage und der Leitungsbau

wurden sofort begonnen. Vor der Einspeisung

mussten diverse Messungen der

THW-Fachkräfte aus Lindenberg vorgenommen

werden, um dann mit der Einspeisung

in das öffentliche Stromnetz star-

THW-JOURNAL BY 1/2013 83


ten zu können. Parallel zu diesen

Messungen legten Helfer aus

Sonthofen und Lindenberg gemeinsam

weitere Starkstromkabel.

Das THW Sonthofen sorgte

für die optimale Ausleuchtung

der Einsatzstelle.

In kürzester Zeit war die Notstromversorgung

gewährleistet

und die Produktion hätte in

einem Ernstfall reibungslos weiterlaufen

können. Die insgesamt

25 Einsatzkräfte hatten hervorragende

Arbeit geleistet.

Sebastian Habersetzer

Die Einsatzmannschaft aus Lindenberg

und Sonthofen.

Foto:Sebastian Habersetzer

Katastrophenalarm in Augsburg

brachte elf THW-Ortsverbände,

aus Augsburg, Dachau,

Freising, Friedberg, Fürstenfeldbruck,

Markt Schwaben, München-Land,

München-Mitte,

München-Ost, München-West

und Schwabmünchen – alle aus

dem Geschäftsführerbereich

München - ins Rollen.

Mit über 60 Fahrzeugen, Spezialausstattung

und rund 400

Helferinnen und Helfern machten

sie sich auf den Weg nach

Augsburg. Der Alarm galt einer

großen Übung, zu der wenig

später die ersten Einheiten

im Bereitstellungsraum in der

84 THW-JOURNAL BY 1/2013

Aus dem Regierungsbezirk Schwaben

Üben macht den Meister – das gilt auch für das richtige Helfen

Messe Augsburg eintrafen. Unterstützt

wurden die THW-Einheiten

auch von etwa 100 Einsatzkräften

von Feuerwehr und

Rettungsdiensten mit rund 30

Fahrzeugen.

Das angenommene Szenario

beinhaltet eine große Bandbreite

von Einsatzanforderungen:

Ein Erdbeben war Auslöser

vieler weiterer Katastrophen.

Zerstörte Häuser, Überschwemmungen,

Ölunfälle, Explosionen,

Stromausfälle, Brände,

Verkehrsunfälle, verletzte und

verschüttete Personen - auf die

Einsatzkräfte warteten zahl-

reiche fordernde Aufgaben, die

es an mehreren Einsatzorten im

Raum Augsburg zu bewältigen

galt.

Alle beteiligten

Ortsverbände

mit ihren Fachgruppen

waren

gefordert, ebenso

die beteiligten

Feuerwehren und

Hilfsorganisationen.

Das hauptsächliche

Ziel dieser

24-Stunden-

Übung war es, die

überörtliche Zusammenarbeit

zwischen den Ortsverbänden zu

intensivieren und die Einsatzfä-

Die gute Verpflegung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen gut funktionierenden Bereitstellungsraum - neben der notwendigen Infrastruktur.


higkeit für Großschadenslagen

sicherzustellen. Dafür wurde

auf dem Messegelände in Augsburg

ein Bereitstellungsraum für

mehrere hundert Einsatzkräfte

eingerichtet, in dem auch die

Einsatzleitung untergebracht

war und der den Einsatzkräften

als zentraler Anlaufpunkt für

Unterkunft und Verpflegung

diente.

Es war ebenfalls eine gute

Übungserfahrung, den Bereitstellungsraum

über 24 Stunden

zu betreiben, die Verpflegung

sicherzustellen, Schlafplätze zu

errichten, Duschen aufzubauen

- eben die gesamte Infrastruktur

zu schaffen und zu unterhalten.

An den Unglücksstellen bot sich

den Rettern ein schauriges Bild

und es gab jede Menge zu tun:

Führungsstellen wurden vor

Ort eingerichtet, Verschüttete

Menschen in Trümmern geortet

und aus Höhen und Tiefen

gerettet, einsturzgefährdete

Gebäude abgestützt, ein Hochwasserschutzschlauch

mit Berge-Räum-Geräten

ausgelegt,

Personen aus eingeklemmten

Fahrzeugen befreit und versorgt,

Hochleistungspumpen

mit einer Gesamtleistung von

rund 50000 Litern pro Minute -

und es wäre noch mehr möglich

gewesen - in Betrieb genommen,

nachts ein Hubschrauberlandeplatz

eingerichtet und

ausgeleuchtet, auf dem dann

auch ein Hubschrauber der

Bundespolizei landete, verletz-

Fotografen der Übung:

Sabrina Hammel,

Felix Steinberger,

Tim Siegel,

Dieter Seebach

te Menschen aus einer tief unter

der Erde liegenden Stollenanlage

aus dem 2. Weltkrieg unter

schwerem Atemschutz befreit,

ein Hochwasserschutzwall der

Berufsfeuerwehr Augsburg

aufgebaut, wobei die Einzelteile

über den Wasserweg mit

Booten zum 500 m entfernten

Ziel gefahren werden mussten,

da der Landweg versperrt war,

ein Tonnensteg gebaut, Verla-

Aus dem Regierungsbezirk Schwaben

Konzentration ist eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz

Umweltbeschädigungen verhindern gehört zur Aufgabe der Ölwehr. Dafür stehen ihr verschiedene Systeme zur Verfügung.

THW-JOURNAL BY 1/2013 85


destege mit dem EGS errichtet

und vieles mehr.

Für die Arbeiten kamen auch

schwere Geräte zum Einsatz,

wie zum Beispiel Netzersatzanlagen,

Großpumpen, mehrere

Radlader, Arbeitsboote, Beleuchtungsmasten,

ein Autokran

und weiteres technisches

Gerät und Ausstattung wie Notstromaggregate,

hydraulische

Werkzeuge, Ölsperren, Einsatz-

Gerüst-Systeme, Betonkettensägen

und vieles mehr.

Nach 24 Stunden im Schichtbetrieb

war es dann geschafft. Am

Samstag gegen 17 Uhr kehrten

alle Helferinnen und Helfer in

den Bereitstellungsraum in der

Messe Augsburg zurück. Dut-

86 THW-JOURNAL BY 1/2013

zende von Aufgaben waren von

den ausschließlich ehrenamtlichen

Einsatzkräften bewältigt

worden. Am Ende konnte nicht

nur die überörtliche Zusammenarbeit

der THW-Ortsverbände

untereinander intensiviert, sondern

auch die Zusammenarbeit

mit den anderen Hilfsorganisationen

ergänzt und weiter ausgebaut

werden.

Natürlich konnte auch die Erkenntnis

gewonnen werden,

dass man einige Arbeitsschritte

noch verbessern kann – dazu

sind Übungen da. Besonders

positiv war es, dass die Übung

unfallfrei verlief.

Nach dem Abendessen - vom

phantastischen Küchenteam!

Aus dem Regierungsbezirk Schwaben

– verabschiedete THW-Geschäftsführer

Walter Huber die

Einheiten. Der Kameradinnen

und Kameraden der Freiwilligen

Feuerwehren Augsburg,

dem Bayerischen Roten Kreuz

mit Rettungshundestaffel, Motorradstreife

und Notfalldarstel-

lern, der Johanniter Unfallhilfe,

dem Malteser Hilfsdienst und

den beteiligten Ortsverbänden

für die Unterstützung und die

hervorragende Zusammenarbeit

galt der Dank des Tages.

Dieter Seebach

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