sanft mobil unterwegs

doku.cac.at

sanft mobil unterwegs

Foto: Ulrike Eidenberger Verlagspostamt 1150 WIEN – P.B.B. – GZ02Z031986M

02/2013

ZEITSCHRIFT VON KLIMABÜNDNIS ÖSTERREICH

sanft mobil unterwegs



In Bewegung

Klimabündnis-Konferenz in Hartberg ... S. 3

Klimabündnis-Erfolg am Rio Negro ... S. 4

In Bewegung bleiben

Die KilometerRADLn-Gemeinde ... S. 7

Glück auf zwei Rädern ... S. 11

Tempo 100 statt Essen im Tank ... S. 13

Attraktive Regionalbahnen ... S. 14


2 klimaintro

Foto: Elisabeth Mondl

DIE PERFEKTE VERBINDUNG

RAD – BAHN – E-MOBILITÄT

Soeben ist die Klimastaffel 2013 zu Ende gegangen. Zum 13. Mal waren wir

klimafreundlich von Klimabündnis-Gemeinde zu Klimabündnis-Gemeinde

unterwegs. Dieses Jahr von Mäder in Vorarlberg

bis Langenzersdorf in Niederösterreich. Und wieder

konnten wir zeigen, wie sanfte Mobilität aussieht.Die

Kombination aus Rad, Bahn und E-Mobilität macht

es möglich. Besonders freut es mich, dass unser Konzept

auch über die Grenzen hinaus Anklang findet. In

Tschechien wurde die Klimastaffel genauso geplant

und umgesetzt wie bei uns.

Einen Blick in die mögliche Zukunft konnte ich bei der internationalen Jahreskonferenz

des Klimabündnis in Den Haag werfen. Da steht uns noch ein ordentlicher

Evolutionsschritt bevor. In der 500.000 EinwohnerInnen-Stadt, die

gleichzeitig Hollands Regierungssitz ist, werden 50% des Personennahverkehrs

mit dem Rad zurückgelegt. Die Bahnhöfe haben weit über 1.000 Radabstellplätze,

Radhighways führen direkt unter dem Bahnhof durch. Dass nicht

alles Gold ist, was glänzt, wird aber im Bereich der erneuerbaren Energien

klar. Holland kann mit einem Anteil von nur 4% (!) erneuerbarer Energien am

gesamten Stromverbrauch Österreich mit einem Anteil von etwas über 60%

nicht das Wasser reichen.

Die Energiewende ist in Österreich schon eingeleitet. Für die Mobilitätswende

müssen wir noch mehr Aufmerksamkeit und Bewusstsein schaffen.

Dafür wird das Klimabündnis auch heuer wieder mit der Europäischen Mobilitätswoche

und dem Autofreien Tag sorgen. Von 16. bis 22. September ist

sanfte Mobilität wieder in aller Munde. Im letzten Jahr haben 552 Gemeinden

mitgemacht – so viele wie noch nie. Die Mobilitätswoche startet am 16. September

mit dem österreichweiten Regionalbahntag und der Regionalbahntagung

in Perg, Oberösterreich.

Diese Ausgabe der Klimabündnis-Zeitschrift steht daher ganz im Zeichen der

sanften Mobilität. Mit Porträts über Gemeinden, Betriebe und Bildungseinrichtungen,

die die Mobilitätswende schon eingeleitet haben.

PETER MOLNAR

Geschäftsführer Klimabündnis Österreich

Medieninhaber, Herausgeber, Verleger: Klimabündnis Österreich, Hütteldorfer Straße 63-65/Top 9-10,

A-1150 Wien, T: 015815881, E: office@klimabuendnis.at • Redaktion: Emil Benesch, Brigitte Drabeck,

Friedrich Hofer, Hannes Höller, Johann Kandler, Christian Salmhofer, Anna Schwerzler, Robert Stögner,

Andreas Strasser, Sonja Wöhrenschimmel-Wahl • Autorinnen: Peter Czermak, Maria Hawle, Katharina

Munk, Martina Nagl • Graphik & Layout: Andreas Strasser • Anzeigen: Anita Zrounek • Druck: Druckhaus

Schiner, mit Druckfarben auf Basis nachwachsender Rohstoffe • Papier: Desistar, aus 100% Altstoffen •

Erscheinungsweise: viermal jährlich • Offenlegung laut §25 Mediengesetz: Die Zeitschrift klimabündnis

dient der Information aller PartnerInnen, MitarbeiterInnen der beigetretenen Gebietskörperschaften,

der tragenden Organisationen, der miteingebundenen Initiativen und Gruppen sowie allgemein an den

Themen Klimaschutz, Umwelt- und Entwicklungspolitik Interessierter.

© Wien 2013 für alle Beiträge bei Klimabündnis Österreich.

gedruckt nach der Richtlinie des Österreichischen Umweltzeichens „schadstoffarme Druckerzeugnisse“

Druckhaus Schiner Krems UW 714

Ihr

Neu im Klimabündnis:

Eva Zuser, ausgebildete Sozialpädagogin und Volkswirtin,

arbeitet seit Juni bei Klimabündnis Niederösterreich

bei „KilometerRADLn“ und dem Klimawandel-Anpassungsprojekt

„Mostviertel. Fit in die Klimazukunft“ mit.

Magdalena Perschl, gelernte Umweltsystemwissenschafterin

mit Schwerpunkt Nachhaltigkeitsmanagement,

ist nach einem Klimabündnis-Praktikum 2012 seit

März Projektmitarbeiterin bei Klimabündnis Salzburg.

Willkommen im Klimabündnis!

Gemeinden:

• Oberösterreich: Pfaffing. • Tirol: Silz.

Bildungseinrichtungen:

• Niederösterreich: Kindergärten: Anemonensee/Wr. Neustadt,

Großweikersdorf, Payerbach, Wieselburg I. Schulen:

VS Bgm. Hans Barwitzius/Wr. Neustadt, VS I Guntramsdorf-Hauptstraße,

VS Russbach, HS Zöbern.

• Oberösterreich: Kindergärten: Arbing, Gallneukirchen,

Gaspoltshofen. Schulen: VS Feldkirchen a.d. Donau, HS

Schärding, NMS Gallneukirchen 1+2. Horte: Hort II der

NMS Attnang-Puchheim.

• Salzburg: Waldspielgruppe Bachhäusl (Niedernsill).

• Steiermark: Kindergärten: Seckau, Schirmitz (Kapfenberg).

Tirol: Kindergarten neggurb (Landeck).


Neues

Vorstandsmitglied

bei Klima-Bündnis

Europa:

Rainer Handlfinger, seit 2010

Bürgermeister in der niederösterreichischenKlimabündnis-Gemeinde

Ober-Grafendorf (NÖ), ist seit Mai des

Jahres Vorstandsmitglied im Klima-Bündnis Europa. Der

gelernte Telekommunikations- und Medienfachmann

ist seit 2011 auch im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft

Erneuerbare Energie (AEE) Niederösterreich.

Betriebe:

• Oberösterreich: Aigner GmbH, S&S Steinhuber GmbH,

(beide Gunskirchen), Pfarre Neuhofen im Innkreis, HTR

Rosenblattl GmbH (Thalheim), Bauhof und Freibad der

Gemeinde Schärding, Volkshilfe Arbeitswelt GmbH

(Glimpfingerstraße, Wienerstraße, Hessenplatz und Avenariusweg

in Linz).

• Niederösterreich: SOLAR4YOU Consulting Ges.m.b.H.

(Mödling), raymann kraft der sonne – photovoltaikanlagen

gmbh (Deutsch Wagram).

• Steiermark: Compuritas – Ökologisch und sozial nachhaltige

IT (Graz).

In Österreich haben sich alle Bundesländer, über

940 Städte und Gemeinden, über 780 Betriebe

und rund 370 Schulen und Bildungseinrichtungen

dem Klimabündnis angeschlossen.

Europaweit sind es 1.660 Gemeinden.

Unser Titelfoto stammt von Frau Ulrike

Eidenberger. Es wurde beim Fotowettbewerb

SPASS AM RAD von der Initiative FahrRad OÖ

und Tipps aus über 400 Einsendungen zum

Siegerfoto gekürt. Gratulation!

http://ooe.radlobby.at

Fotos: Werner Jaeger, privat, Thomas Zeller


Klimaforscher Mojib Latif sprach bei seinem Vortrag von einem Experiment

mit ungewissem Ausgang, das wir gerade mit unserer Erde durchführen.

Jahreskonferenz 2013

Fachvorträge, Vernetzung und Erfahrungsaustausch standen

im Mittelpunkt des 22. Treffens der Klimabündnis-Familie.

Fotos: Klimabündnis Österreich, Nicole Romijn

VertreterInnen von Klimabündnis-

Gemeinden, -Betrieben und -Schulen

aus ganz Österreich trafen sich Ende

Mai im Schloss Hartberg zur Klimabündnis-Jahreskonferenz

2013. Nach einem

Vernetzungstreffen der AbsolventInnen

der Klimabündnis-Lehrgänge ließen die

beiden Klimaforscher Gottfried Kirchengast

und Mojib Latif in ihren Vorträgen

keine Zweifel an der Dringlichkeit von

Klimaschutzmaßnahmen aufkommen.

Videobotschaften und Ehrung

Ein Höhepunkt der Konferenz waren die

beiden aufrüttelnden Videobotschaften

aus dem Amazonas-Regenwald von

FOIRN-Präsidentin Almerinda Ramos

und Bischof Erwin Kräutler, die beide die

Wichtigkeit der Klimabündnis-Partnerschaft

zum Schutz der Regenwälder hervorhoben.

Die Auszeichnung steirischer

Klimabündnis-Jubiläumsgemeinden

durch LTAbg. Wolfgang Böhmer, Günter

Klimabündnis-Lehrgänge

Wo fängt man beim Klimaschutz an? Welche

Maßnahmen setzt man auf kommunaler

Ebene? Was machen andere und wie kann

man seine Gemeinde auf zukünftige Herausforderungen

vorbereiten? Immer mehr

GemeindevertreterInnen nutzen die Klimabündnis-Lehrgänge,

um Antworten auf diese

und ähnliche Fragen zu bekommen.

19 Kommunale Bodenschutzbeauftragte

wurden in Bad Eisenkappel (Kärnten) ausgezeichnet,

20 Kommunale Mobilitätsbe-

Liebel vom Lebensministerium und Klimabündnis-Geschäftsführer

Peter Molnar bildete

den Abschluss des 1. Konferenztages.

Erfolgreiche Projekte

Motivierende Berichte über bereits erfolgreich

umgesetzte Projekte lieferten

die Bürgermeister Rainer Handlfinger

aus Ober-Grafendorf und Dietmar Ruggenthaler

aus Virgen zu Beginn von Tag

2. Eine Podiumsdiskussion zum Klimaschutzgesetz,

Workshops zu aktuellen

Klimaschutzthemen und eine Exkursion

zum Ökopark Hartberg rundeten

die Klimabündnis-Jahreskonferenz 2013

ab, die durch die tolle Organisation der

Stadtgemeinde Hartberg und die vielen

musikalischen Einlagen von Kindern und

Jugendlichen aus Hartberg in positiver

Erinnerung bleibt. FRIEDRICH HOFER

infos | fotos | vorträge!

www.klimabuendnis.at/jahreskonferenz

auftragte in Linz. Erstmals angeboten wurde

zudem der von Klimabündnis und BEAM

21 organisierte Lehrgang „Urbaner Klimaschutz“.

Auch hier war die Nachfrage groß:

21 AbsolventInnen schlossen als Urbane

Klimaschutzbeauftragte ab. Österreichweit

hat das Klimabündnis mittlerweile über

300 Personen in insgesamt vier Lehrgängen

ausgebildet. HANNES HÖLLER

www.klimabuendnis.at/lehrgaenge

klimabündnis 3

2012 sammelten die Kinder der VS Eggendorf

1.663 Klimameilen – Bürgermeister Thomas

Pollak (Mitte, hinten) gratulierte.

Klimameilen-Kampagne

Handeln statt verhandeln“ lautet das Motto

der Klimameilen-Kampagne 2013. Kinder

und Jugendliche sammeln für jeden Weg, der

klimaschonend zu Fuß, mit Roller, Rad, Bus oder

Bahn zurückgelegt wird, eine Klimameile. In Österreich

unterstützt das Lebensministerium die

Kampagne des Klimabündnis. Die Klimameilen

werden auch heuer wieder bei der UN-Klimakonferenz

im November in Warschau präsentiert

und übergeben. 200 Bildungseinrichtungen mit

20.000 Kindern und Jugendlichen machen in Österreich

heuer bereits mit. So auch die Volksschule

Eggendorf in Niederösterreich. Die Kinder bastelten

Füße, befestigten sie auf Holzstäben und

stellten sie entlang des Schulweges auf. Die Kampagne

wurde im Beisein des Bürgermeisters eröffnet.

Mit Straßenkreiden durften die Kinder jeden

Tag am Schulweg Füße aufmalen und so auf sich

aufmerksam machen. Auch die Eltern verzichteten

vermehrt auf das Auto. So konnten die Kinder

1.663 plus 50 zusätzliche Klimameilen sammeln.

Zum Nachmachen empfohlen! MARIA HAWLE

info! www.klimameilen. at

Anita Magnes (Grazer Energieagentur) absolvierte

den 1. Urbanen Klimaschutzlehrgang.


4

20 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit im

Bündnis - mit Zuversicht in die Zukunft.

Klimabündnis-Erfolg:

8.000 km 2 Regenwald geschützt

Am Tag der Indigenen (19. April) hat die brasilianische

Regierung drei indigene Schutzgebiete

anerkannt. Das größte, Cué-Cué-Maribatanas,

mit 8.000 km2 liegt in der Klimabündnis-Partnerregion

am Oberen Rio Negro.

Insgesamt erlangten die Indigenen mit österreichischer

Unterstützung Landrechte für

122.000 km2. Das ist eine Fläche, die eineinhalb

Mal so groß wie Österreich ist. Durch die Partnerschaft

werden auch der Ausbau des indigenen

Schulwesens, die Stärkung der Kultur und die

traditionelle nachhaltige Bewirtschaftung des

Regenwaldes gefördert. „Die einheimische Bevölkerung

zu stärken ist die beste Form, den Regenwald

langfristig zu schützen“, ist Johann Kandler,

Amazonasexperte im Klimabündnis, überzeugt.

Das bestätigt auch eine aktuelle Studie im Fachmagazin

„Proceedings of the National Academy

of Sciences“. Am besten wird der Regenwald dort

geschützt, wo die Landrechte indigenen Völkern

übertragen wurden. BRIGITTE DRABECK

■ 1998 erhält die FOIRN – Dachverband der indigenen Völker am Rio

Negro – Landrechte für den Oberen Rio Negro.

Über die Jahre folgen weitere Gebiete. Gesamtfläche: 114.000 km2 .

■ Am 19. April 2013 erhält die FOIRN Landrechte für weitere 8.000 km2 .

Mit insgesamt 122.000 km2 ■

ist damit Lebensraum für Indigene und

Regenwald von der eineinhalbfachen Größe Österreichs geschützt.

In regionalen Treffen werden Lösungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Wirtschaft,

Ernährungs- und Energiesouveränität gesucht, um der Abwanderung vorzubeugen.

Das Klimabündnis bewegt

Ein Besuch am Rio Negro anlässlich 20 Jahre Partnerschaft

zeigt Ergebnisse und neue Herausforderungen.

Aus der Maloca, dem traditionellen

Versammlungshaus der Völker

am Rio Negro dringen Walzerklänge.

MitarbeiterInnen der FOIRN legen lachend

den Donauwalzer auf. Die Maloca

tanzt. Zu Walzer und Baniwa Musik.

Wie kam es dazu?

Seit 20 Jahren sind Gemeinden und Länder

in Österreich mit den Völkern am Rio

Negro in einer Partnerschaft – dem Klimabündnis

– verbunden. Im März trafen

sich VertreterInnen der beteiligten Organisationen

Klimabündnis und Horizont

3000 sowie FOIRN und ISA erstmals am

Rio Negro, um sich gemeinsam ein Bild zu

machen. Welche Bedeutung das Klimabündnis

für die Völker am Rio Negro hat,

sahen wir vom ersten Tag an.

Zum ersten Mal besucht

ein Geschäftsführer des

Klimabündnis unsere

PartnerInnen am Rio Negro

und erhält von den Kindern

einen Federschmuck.

Beim Empfang zu Ehren der Delegation

aus Österreich waren neben dem gesamten

aktuellen FOIRN-Direktorium auch

die höchsten RepräsentantInnen der indigenen

Bewegung der letzten 20 Jahre

anwesend. Pedro Garcia, Maximiliano

Menezes, André Baniwa, Domingos Barreto,

Orlando Baré, Abrahão, Cecilia und

Irineu. Viele sind noch von Delegationsreisen

durch Österreich bekannt.

Der Tenor der Wortmeldungen: „Was uns

bei Schwierigkeiten den Rücken gestärkt

hat, war die österreichische Partnerschaft“,

wie es Max formulierte. „Wo wären wir

heute, wenn es sie nicht gäbe“, gab Abrahão

zu bedenken. Mit den Worten „ich hoffe,

dass sie nie zu Ende geht,“ betonte André

Baniwa den Wert der Zusammenarbeit.

Dank der Mitglieder

Der Dank gilt den Klimabündnis-

Gemeinden, den Ländern und der österreichischenEntwicklungszusammenarbeit.

Sie haben die indigene

Bewegung vor Ort entscheidend gestärkt

und wunderbare gemeinsame

Erfolge ermöglicht.

Beim Besuch des Stützpunkts der

FOIRN in São Gabriel da Cachoeira

konnten wir uns davon überzeugen.

Hier wird in eigenen Referaten für die

Anliegen indigener Frauen und Jugendlicher

sowie für indigene Bildung

gearbeitet.

Hier entstehen in der Kommunikationsabteilung

Beiträge für Radiosendungen,

für den Internetauftritt der

FOIRN und elektronische Newsletter.

Grafik: Andreas Strasser • Fotos: Brigitte Drabeck, Johann Kandler, Laise Diniz (ISA)


Fotos: Camila Barra (ISA),, Johann Kandler, Brigitte Drabeck

Zwei Welten prallen am Amazonas aufeinander: Während am Rio Negro

die indigenen Völker den Regenwald – ihren Lebensraum – erhalten …

Mehrere Stunden täglich hält Ana

Paula Menezes Kontakt mit rund 70

Dörfern der Region. Da Telefon und Internet

über Satelliten laufen und daher

teuer sind, kommen für die Kommunikation

in der Region nach wie vor Funkgeräte

zum Einsatz. Der Aufbau des

Netzes von Funkstationen ist im Rahmen

der Klimabündnis-Partnerschaft

begonnen worden. Es leistet bis heute

wertvolle Dienste.

Neue Projekte, Chili der Baniwa

Wo wir hinkamen, wurde scharf gegessen.

Männer wie Frauen greifen gerne

zu Chili, um sich die Fischsuppe oder

den Eintopf aus Wild zu würzen.

Ein scharfer Genuss, in den mittlerweile

auch die Gäste im Restaurant des

Ausnahmekochs Alex Atala am anderen

Ende Brasiliens, in São Paulo, kommen.

Diese ungewöhnliche Kooperation ist

ein Ergebnis des Projektes Pimenta

Baniwa. Frauen bringen die auf ihren

Feldern im Regenwald geernteten Chilischoten

in die Casa de Pimenta. Dort

werden sie getrocknet, gerieben, abgemischt

und das Chili-Pulver in kleine

Gläser gefüllt. Das in der Region entwickelte

Projekt schafft Einkommensmöglichkeiten

in den Dörfern und

trägt die Botschaft indigener Kultur in

die Welt.

Auf der Reise sahen wir, dass auch Energie

ein Thema ist.

In manchen Dörfern wird abends für

zwei Stunden ein mit Benzin betriebener

Generator angeworfen, um

Strom zu erzeugen. Benzin ist teuer,

wie es ersetzt werden könnte, beschäftigt

die Menschen auch am Rio Negro.

Bildung begeistert

Von großem Engagement können wir

auf dem Gebiet der Bildung berichten.

In der Schule Pamaali, 50 km von der

Grenze zu Venezuela entfernt, erlebten

wir, was indigene Bildung bedeutet.

Um in ihren Genuss zu kommen, nehmen

SchülerInnen eine bis zu sechstägige Anreise

per Boot auf sich. In der Schule im

Regenwald lernen sie den Bau von Booten

aus Baumstämmen oder von Fallen zur

Jagd von Vögeln sowie die eigenen indigenen

Mythologien und Sprachen und

die sorgsame Verwendung hunderter

Pflanzen und Tiere des Regenwaldes.

Sie ernten, fangen Fisch, jagen und kochen

täglich für die ganze Schule. Und sie

lernen Portugiesisch, Mathematik sowie

den Umgang mit Computern und Blogs.

Ziel indigener Bildung ist es, auf das Leben

in zwei unterschiedlichen Welten vorzubereiten.

Wir sind von diesem Bildungsansatz

beeindruckt und zugleich besorgt,

als wir erfahren, dass die finanzielle Unterstützung

seitens anderer Geldgeber

für die Schule in Pamaali auslaufen wird.

Beim Abschiedsfest mit Walzerklängen

fürs Klimabündnis gab es Gelegenheit

zum Gespräch mit einem Arzt, der aus

seinem Alltag erzählte. Er ist der einzige

zivile Arzt für eine Region, die eineinhalb

Mal so groß wie Österreich ist. Ein Beispiel,

das ahnen lässt, wie sehr sich die

Menschen am Rio Negro jegliche Fortschritte

auch im Brasilien von heute mit

langem Atem erkämpfen müssen. Die

Klimabündnis-Partnerschaft stärkt da

den Rücken, sie bewegt und hat Zukunft.

Die Klimabündnis-Mitglieder haben guten

Grund, stolz zu sein. E M I L B E N E S C H

info! www.vamos-actnow.eu/de

www.klimabuendnis.at

... wird er am Rio Xingu durch den Bau des

weltweit drittgrößten Staudamms zerstört.

Stimmen aus dem Regenwald

„Klimabündnis wirkt, weiter so!“

So der Tenor der Videobotschaften

von FOIRN-Präsidentin Alme-rinda

und Bischof Erwin Kräutler zur

Klimabündnis-Jahreskonferenz in

Hartberg. Die Sorge um den Regenwald

und das Überleben der

Indigenen sieht man Kräutler bei

seinem Bericht über den Bau des weltweit drittgrößten

Wasserkraftwerks Belo Monte in seiner Diözese

am Xingu an. Mit der Aussage „Regenwaldzerstörung

beeinträchtigt das Klima und das betrifft

uns alle“ erinnert er an eines der Kernanliegen bei

der Klimabündnisgründung. Sein Rat: erneuerbare

Energie, verantwortungsvoller Konsum und Einbeziehung

der Jugend, denn sie repräsentiert die

Zukunft, die schon begonnen hat. Am Amazonas

fordert er einen Rodungsstopp und die Anerkennung

der Schutzgebiete für indigene Völker, die

den Regenwald nachweislich am besten erhalten.

Damit bestätigt der Bischof die Bedeutung der

20-jährigen Klimabündnis-Partnerschaft mit den

indigenen Völkern am Rio Negro.

Authentisch, kurz und bündig

die Botschaft von Almerinda,

Präsidentin der FOIRN: Ohne die

verlässliche Unterstützung aus

Österreich zur institutionellen

Stärkung und Umsetzung verschiedenster

Projekte gäbe es viele Fortschritte

in den Bereichen Kultur, Bildung, Kommunikation

und wirtschaftliche Alternativen nicht.

Die FOIRN erkämpfte sich Respekt. Was vor 20

Jahren noch undenkbar war, ist heute Realität,

u.a. die Anerkennung von über 122.000 km 2

als indigenes Land – eines der größten zusammenhängenden

Regenwaldschutzgebiete des

Amazonas! Ihr Dank ergeht an alle, die dazu

beigetragen haben. JOHANN KANDLER

Die Videobotschaften sind abrufbar unter

www.youtube.com/watch?v=RZLd5CFXdW8

Foto: iArchiv Klimabündnis Österreich, Brigitte Drabeck, Johann Kandler


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Wichtig sind im Chocó vor allem Projekte

für Jugendliche und Frauen.

Autonomieprojekt

Chocó

Seit 1993 besteht die Partnerschaft

der Vorarlberger

Klimabündnis-Gemeinden

mit der Region Chocó in Kolumbien. Die trotz

des andauernden Bürgerkrieges erzielten

Erfolge zeigen Möglichkeiten der Unterstützung

für einen Prozess der

Selbstbestimmung auf.

Die Erforschung und Bewusstmachung

des traditionellen

Wissens, aber

auch die Ausbildung in

neuen Methoden und

Handlungsformen sichern

das Überleben im angestammten

Lebensraum im

Regenwald.

Erfolge der Kooperation: Kleinbauern werden unterstützt, ihre Coca-Pfl anzungen

zu roden und auf biologischen Anbau von Kakao und Zucker umzusteigen.

Bericht aus dem Chocó

Trotz andauernden Bürgerkriegs gibt es Erfolge für das

Partnerschaftsprojekt von Klimabündnis Vorarlberg.

Im Chocó konzentrieren sich alle Probleme

Lateinamerikas auf eine Region:

Landraub, Vertreibung von KleinbäuerInnen,

Drogenhandel, Entwurzelung

indianischer Kulturen, Raubbau an Bodenschätzen

und an der Natur, bewaffnete

Konflikte ...

Der Druck von allen Seiten und die ständig

präsente Gewalt erklären eine Reihe

von Problemen wie Hunger durch Nahrungsmangel

in einer der reichsten Naturlandschaften

der Erde, Heimatlosigkeit,

Krankheiten usw. Gleichzeitig war

auch immer wieder eine Zähigkeit und

Vitalität zu erleben, die erstaunlich ist.

Mit der indigenen Gemeinde Bellavista

(15 Familien) wurde an der Verbesserung

ihrer Lebensbedingungen gearbeitet.

Ein Musik-Tanzprojekt der Jugend von

San José startete erfolgreich. Mit Krediten

werden BauerInnen dabei unterstützt,

ihre Coca-Pflanzungen zu roden und auf

Alternativprodukte umzusteigen. Für Jugendliche,

die eine landwirtschaftliche

Ausbildung absolvieren, wird eine neue

Unterkunftsmöglichkeit geschaffen, um

ihnen Perspektiven zu bieten und sie

vor Drogengeschäften, Zwangsrekrutierungen

usw. zu schützen.

120 BäuerInnen werden beim biologischen

Anbau von Kakao und Zucker unterstützt.

Die Bildungsinitiative des Ordens „Misio-

neras de la Madre Laura“, die Führungskräfte

für die Gemeinden ausbildet, wird

gefördert. Die Schule für ökologischen

Landbau ist sehr erfolgreich. Der Aufbau

von Biolandbau in den indigenen Gemeinden

zur Ernährungssicherung gestaltet

sich durch den andauernden Bürgerkrieg

jedoch sehr schwierig.

Die Situation in Lateinamerika hat auch

mit uns zu tun. Unser Schwerpunkt liegt

zunächst auf Veränderungen hier in Europa.

Das Engagement in Kolumbien

und am Amazonas hilft, globale Zusammenhänge

zu verdeutlichen. Dadurch

entsteht auch eine Solidarität mit den

indigenen Völkern, die mitten in ihrem

angestammten Lebensraum von Vertreibung

und Ausrottung bedroht sind.

Unsere südamerikanischen Partner leisten

gute Arbeit unter äußerst schwierigen

Bedingungen. Strukturelle Reformen

rücken in dieser Konfliktsituation

oft in den Hintergrund und die Linderung

aktueller Not steht im Zentrum

unserer Arbeit. STEFAN ALTON *)

info!

www.klimabuendnis.at/vorarlberg

*) Ende des Jahres 2012 übernahm Stefan Alton die

Funktion des Koordinators der Projekte im Chocó in

Kolumbien für Klimabündnis Vorarlberg. Seine erste

Reise ins Projektgebiet fand im Februar statt um Gespräche

mit den Beteiligten zu führen und die Einzelprojekte

kennen zu lernen.

Fotos: Stefan Alton • Grafik: Andreas Strasser


Fotos: Gemeinde Muckendorf-Wipfing • Hackl.

Die KilometerRADLn-Gemeinde

Halbzeit beim RADLand-Wettbewerb des Klimabündnis

Niederösterreich – wieder vorne dabei: Muckendorf-Wipfi ng.

Mit dem Bus in 10 Minuten nach

Tulln. Mit der Franz-Josefs-Bahn

in 22 Minuten nach Klosterneuburg

und in 36 Minuten nach Wien. Auf den

Punkt gebracht: Muckendorf-Wipfing

ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

sehr gut an die nächsten Ballungsräume

angebunden. Das Auto kann da

kaum mithalten. Aber es gibt ja auch

noch das Fahrrad.

Zur Gemeinde

Name: Muckendorf-Wipfi ng

Bundesland: Niederösterreich

Bezirk: Tulln

Lage: Muckendorf-Wipfi ng liegt im

östlichen Tullnerfeld am Südufer der

Donau. Die Fläche der Gemeinde umfasst

6,27 km 2 .

EinwohnerInnen: 1.329

Klimabündnis-Gemeinde: seit 2009

Bürgermeister: Hermann Grüssinger

Martin Hackl zeigt, wie das in der Praxis

funktioniert. Der Techniker nutzt sein

zweirädriges Fitnesscenter für die tägliche

Fahrt zur Arbeit von Muckendorf-

Wipfing nach Wien.

„Je nachdem, wo ich fahre, brauche ich

unterschiedlich lang. Auf der Bundesstraße

bin ich meist sogar schneller als mit

dem Auto. Gemütlicher ist es am Donau-

Radweg. Dieser hat auch den Vorteil, dass

man problemlos auf die Bahn umsteigen

kann“, beschreibt Hackl seine Fahrtstrecken.

Hackl kommt so auf viele – sehr

viele – Radkilometer. Darüber freut sich

die ganze Gemeinde. Denn Muckendorf-Wipfing

macht beim RADLand-

Wettbewerb des Klimabündnis Niederösterreich

mit. Und mischt auch heuer

wieder vorne mit.

KilometerRADLn

KilometerRADLn läuft von Anfang April

bis Ende August. Mitmachen können

alle NiederösterreicherInnen.

„Ziel ist es, dass mehr Alltagswege mit

dem Fahrrad zurückgelegt werden. Immerhin

ein Drittel der NiederösterreicherInnen

ist bereits täglich oder mehrmals

wöchentlich mit dem Rad unterwegs.

Mit dem Wettbewerb wollen wir diesen

Trend verstärken. Wir bieten drei Wertungsklassen:

Einzelpersonen, Gemein-

Fortsetzung Seite 8

klimakommunal

So kennt man Martin Hackl

in Muckendorf-Wipfi ng: in der

Radlerdress gemeinsam mit seinen

Söhnen Martin jun. (l.) und Benedikt.

7

Hermann Grüssinger

Bürgermeister

der Gemeinde

Muckendorf-Wipfing

Ihre Gemeinde ist öffentlich sehr gut

angebunden an Tulln und Wien. Da werden

Baugründe begehrt sein?

Stimmt. Wir sind die am viertstärksten gewachsene

Gemeinde im vergangenen Jahrzehnt

in ganz Niederösterreich. Vor 15 Jahren

hatten wir noch 860 EinwohnerInnen, mittlerweile

stehen wir bei fast 1.400.

Neue Baugründe bedeuten meist auch

Zersiedelung. Auch bei Ihnen?

Nein. Dafür sorgt einerseits die Lage. Wir sind

begrenzt durch die Donau und die Bahnlinie.

Andererseits setzen wir bei der Raumplanung

auch ganz gezielte Maßnahmen. Wir

haben bei einem Wohngebiet geschlossene

Bauweise vorgeschrieben und eine Ost-

West-Ausrichtung eingeführt. Das und der

Solarkataster, den wir erstellt haben, sollen

dazu beitragen, dass weniger Energieeinsatz

notwendig ist. Man muss aber ehrlich dazu

sagen, dass wir viele BauwerberInnen noch

überzeugen müssen.

Was sind die nächsten Projekte?

Wir bauen gerade sowohl das Feuerwehrhaus

als auch das Gemeindeamt (Foto links) neu. Bei

beiden Projekten haben wir uns die Energiekennzahl

12 als Ziel gesetzt. Das schaffen auch

nicht viele Gemeinden in Niederösterreich.


8

Pilotgemeinde-Vöcklabruck: „Test-Gehen“

auch mit Augenmerk auf Barrierefreiheit.

klimatelegramm: News aus Ländern und Gemeinden

Einfach Sicher Gehen • Dass zu Fuß gehen

gesünder ist als Auto fahren, weiß man. Wer

geht, hat mehr Zeit für Begegnungen, orientiert

sich mehr an seiner Gemeinde und deren

BewohnerInnen. Impulse in diese Richtung

setzt Klimabündnis OÖ im Auftrag des Landes

mit dem Projekt Einfach Sicher Gehen um. In

den fünf den Pilotgemeinden Gaspolts-hofen,

Perg, Traun, Vöcklabruck und Weibern werden

Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt, die

Lust aufs Gehen machen. S.W.-W.

www.klimabuendnis.at/oberoesterreich

Bodenschutz-Lehrgang 2013 • Die letzte

Station des Boden-Lehrgangs erreichten einige

LehrgangsteilnehmerInnen mit E-Rädern.

Zum Berghof Brunner in Bad Eisenkappel galt

es 170 Höhenmeter zu überwinden. 21 ReferentInnen

und 19 AbsolventInnen präsentierten

an 4 Tagen Maßnahmen für einen verantwortungsvolleren

Umgang mit unseren Böden.

Der nächste Lehrgang findet 2014 statt. M.N.

www.klimabuendnis.at

Mit dabei die Bürgermeister Franz J. Smrtnik

(Bad Eisenkappel) und Fritz Loidl (Kaindorf)

sowie LehrgangsleiterIn Martina Nagl.

Lisa Bacher + Katharina Wöbe Wöberund

Wöber und ihr Blog

http://allefahrenauf30ab.over-blog.com

SchülerInnen für Tempo 30 • Kathi Wöber

und Lisa Bacher sind zwei Schülerinnen

an der Schumpeter-BHAKHAS Wien 13, die

sich im Rahmen einer Matura-Projektarbeit

des Themas „Tempo 30 in Wohngebieten“

angenommen haben. In einem Blog

http://allefahrenauf30ab.over-blog.com/

berichten sie über ihre Arbeit und die Vorbereitungen

zu einem Promotion-Video für

die Europäische Bürgerinitiative „30 kmh –

macht die Straßen lebenswert!“ P.CZ .

➜ Hier unterzeichnen www.30kmh.eu

Fahrradkurse • „Unabhängig und klimafreundlich mobil“ ist das

Motto der Fahrradkurse für SeniorInnen und MigrantInnen in Tirol

und Südtirol. Ziel ist es, Unsicherheiten und Ängste von Menschen,

die noch nie oder lange nicht mehr mit dem Rad gefahren sind, abzubauen.

Mit einfachen Übungen werden unter Aufsicht ausgebildeter

TrainerInnen Radfahr-Techniken geübt, kleine Reparaturen durchgeführt,

Kenntnisse über das richtige Verkehrsverhalten vermittelt, E-

Bikes getestet u.v.m. Die Kurse werden im Rahmen des Projekts „Mobilität

ohne Barrieren“ von Klimabündnis Tirol und dem Ökoinstitut

Südtirol/Alto Adige angeboten. K.M.

www.klimabuendnis.tirol • www.mobilitaetohnebarrieren.at

3. Radvernetzungstreffen • Im April luden

Land OÖ und Klimabündnis OÖ zum Radvernetzungstreffen

im Rahmen der oö. FahrRad-

Beratung nach Puchenau. Thema: Kosten und

Finanzierung von Radverkehrsmaßnahmen.

Welch positive Auswirkungen auf die Radinfrastruktur

schon 50.000 Euro haben können,

verdeutlichte Günther Illek von der Grazer

Forschungsgesellschaft für Mobilität.

In diesem Rahmen überreichten die Landesräte

Hiesl, Entholzer und Anschober Gemeinden,

die 2012 an der FahrRad-Beratung teilgenommen

hatten, das BYPAD-Zertifikat.

Robert Stögner vom Klimabündnis, der über

Radverkehrsförderung auf Landes-, Bundes-

und EU-Ebene informierte: „Die jährlichen

Radvernetzungstreffen finden großen Anklang,

weil sie Gemeinden die Gelegenheit

bieten, sich auszutauschen und bewährte Radverkehrsmaßnahmen

von anderen zu übernehmen.

Damit muss das Rad nicht immer

wieder neu erfunden werden“. S .W. - W.

www.klimabuendnis/oberoesterreich.at

Fotos: Grüne, Lisa Bacher und Katharina Wöber, Klimabündnis Tirol, Klimabündnis Österreich

Beim Bahnhof wurde wegen hoher Nachfrage

ein zweiter Radständer installiert.

Fortsetzung von Seite 7

den und BürgermeisterInnen. Einsteigen

ist jederzeit möglich und zu gewinnen

gibt es auch etwas. Wir verlosen unter

allen TeilnehmerInnen praktische und

öffifreundliche Falträder der Kultmarke

Brompton“, umreißt Nina Oezelt vom

Klimabündnis NÖ das einfache Prinzip

des vom Land Niederösterreich unterstützten

Wettbewerbs.

Muckendorf-Wipfing rührt dafür in der

eigenen Bevölkerung kräftig die Werbetrommel.

Verantwortlich dafür ist

Gemeindemitarbeiterin Irmgard Ranharter:

„Wir haben über die Gemeindezeitung

und -Homepage sowie Facebook

zum Mitmachen aufgerufen. Gleichzeitig

haben wir zu einer gemeinsamen Donaurunde

eingeladen. So kam alles ins

Rollen. Seither berichten wir in jeder Ausgabe

übers KilometerRADLn. Und mittlerweile

sind wir eine richtig große Gruppe,

die weiterhin wächst. Viele sind durch

den Wettbewerb auf den Geschmack

gekommen und nutzen jetzt das Rad im

Alltag. Dass wir in der Gemeindewertung

so weit vorne sind, liegt aber natürlich an

den Arbeitsradlern – bei uns radeln viele

längere Strecken zur Arbeit. So wie eben

unser Führender, Martin Hackl.“

Der kann das nur unterstreichen und ergänzen:

„Am KilometerRADLn gefällt mir

KilometerRADLer 2011 Johann Spieß (r.)

mit Bürgermeister Hermann Grüssinger.

Fotos: Gemeinde Muckendorf-Wipfi ng


Das KilometerRADL-Team aus Muckendorf-Wipfing: auch heuer wieder

im Spitzenfeld beim niederösterreichweiten Wettbewerb.

Foto: Gemeinde Muckendorf-Wipfi ng

Fotos: Klimabündnis Tirol

am meisten, dass die Leute übers Radfahren

reden. Man wird darauf angesprochen

und plötzlich merkt man: Es radeln

doch viel mehr Leute als gedacht.“

Im letzten Jahr belegte Muckendorf-

Wipfing Rang drei in der Gemeindewertung.

Genau 17.869 km erradelte das

Team und musste sich lediglich Röhrenbach

(19.800 km) und Brunn an der Wild

(19.601 km) geschlagen geben. Aber nicht

nur die ArbeitspendlerInnen sorgen laufend

für neue Einträge, auch die PensionstInnen

tragen kräftig zum Gesamtergebnis

bei. Johann Spieß siegte bei der

ersten Auflage des Rad-Wettbewerbs im

Jahr 2011 in der Einzelwertung. Er wurde

vom Klimabündnis als „RADLaktivster

Niederösterreicher“ ausgezeichnet.

Klima-Porträt

Arbeits- & Alltagswege

Hackl ist das beste Beispiel, wie man Arbeits-

und Alltagswege kombiniert:

„ Ich habe meine Packtaschen und einen

Rucksack dabei. Da passt sehr viel rein

– auch größere Sachen. Ich hätte mir

vorher selbst nicht gedacht, wieviel

man auf diese Weise mühelos transportieren

kann.“

Der dreifache Vater ist auch das beste

Beispiel, wie man die Lust aufs Radfahren

übertragen kann. „Meine Kinder

radeln zur Musikschule genauso wie zur

Feuerwehr. Den Jüngsten begleite ich

noch, der Älteste fährt alleine mit dem

Rad zum Segelklub. Man muss einfach

nur Vorbild sein, dann klappt das schon.“

Katharina Munk, Klimabündnis Tirol

Die geborene Innsbruckerin studierte Ökologie an

der Universität Innsbruck. Dort war sie auch direkt

nach dem Studium als Projektassistentin und Lehrbeauftragte

tätig. Seit 2008 ist sie bei Klimabündnis Tirol für die

Gemeinde- und Schulbetreuung zuständig und als Projektkoordinatorin

in Fragen der Mobilität aktiv.

Wie bist du zum Klimabündnis gekommen?

Meine Arbeit auf der Universität war von wissenschaftlicher Tätigkeit

geprägt. Ich habe diese Jahre sehr genossen und sie haben

mir einen Einblick in wissenschaftliches Arbeiten sowie viel Hintergrundwissen

über Klimawandel und ökologische Zusammenhänge

gegeben. Ich wollte aber auch etwas machen, das mehr praktischen

Bezug hat. Zudem arbeite ich sehr gerne in direktem Kontakt mit

Menschen, auch wenn das manchmal nicht einfach ist.

Gibt es Erfolge bei deiner Arbeit? Was gefällt dir am besten?

Ich bin sehr viel in Gemeinden und Schulen unterwegs und berate

dort die PolitikerInnen, MitarbeiterInnen und LehrerInnen, wie sie in

Sachen umweltfreundlicher Mobilität in ihrer Institution aktiv werden

können. Wenn ich nach einem Gespräch merke, dass ich diejenige

Person erreicht habe und sie für das Thema motivieren und

begeistern konnte, bringt mir das sehr viel Freude. Schlussendlich ist

jeder auch noch so kleine Beitrag der Gemeinden wichtig, jede noch

so kleine Aktion trägt etwas zum Großen bei.

klimakommunal

Muckendorf-Wipfing ist aber nicht nur

sehr gut an Wien und Tulln angebunden,

sondern auch kompakt. „Wir haben in

unserem Ort einen Nahversorger, der von

allen Katastralgemeinden mit dem Rad

schnell erreichbar ist“, ergänzt Ranharter.

Die Schattenseite

Bei so vielen Radlkilometern kann aber

auch was auf der Strecke bleiben. Bei

Hackl sind es gleich zwei Dinge. Zum

einen sein Gewicht: Seit er kräftig in die

Pedale tritt hat er 40 kg abgenommen.

„ Es muss ja nicht gleich so viel sein. Aber

mit ein bisschen Radfahren kann jeder

mühelos ein paar Kilo verlieren. Die

Bequemlichkeit hindert leider viele daran“,

so Hackl.

Und der zweite Verlierer ist sein eigenes

Auto: Im vergangenen Monat ist er kein

einziges Mal damit gefahren.

HANNES HÖLLER

Info! www.muckendorf-wipfing.at

9

Katharina Munk bei der Crazy-bike-Prämierung in St. Jakob in Osttirol.

Wie hältst du es selbst mit der Mobilität?

Ich besitze kein eigenes Auto. In der Stadt bewege ich mich nur zu Fuß,

mit dem Fahrrad oder den Öffi s fort. Bei weiteren Reisen bevorzuge ich

die Bahn. Als „Reisemuffel“ fl iege ich auch sehr selten. Man kommt sehr

gut mit den Öffi s überall hin in Tirol – auch in Kombination mit Fahrrad.

Was wünschst du dir für deine Arbeit? Wie soll es weitergehen?

Auch wenn der Blick auf die klimapolitische Wirklichkeit wenig Anlass zu

Optimismus gibt, sollte man zuversichtlich bleiben. Ich denke, jede/r Einzelne

kann und soll sich bemühen, einen Beitrag zu leisten. Neben positiven

Auswirkungen auf den Klimaschutz kann jede/r z.B. durch die Umstellung

des eigenen Mobilitätsverhaltens profi tieren. So fördert etwa

der Umstieg auf das Fahrrad die Gesundheit, man ist schneller unterwegs

in der Stadt und tut der Geldbörse etwas Gutes. A.S.

kontakt! katharina.munk@klimabuendnis.at


10 klimabündnis

Das Mobi-Team der HS Lembach. Gemeinsam analysieren SchülerInnen, LehrerInnen,

Eltern und Mobilitätsberater die IST-Situation und planen entsprechende Maßnahmen.

Selbstständig mobil sein

klima:aktiv mobil-Projekte

in Oberösterreich

Ein sicherer Schulweg ist eines der

wichtigsten Anliegen von Eltern.

Aus diesem Grund bringen viele ihre

Kinder mit dem PKW bis vor die Schule,

was zu einer Gefährdung aller Kinder

führt. Viele Kinder würden gerne mit

dem Rad in die Schule fahren. Aus diesem

Grund stellt die HS Lembach im

Rahmen des klima:aktiv mobil-Projekts

das Fahrrad ins Zentrum.

Die Schule will darauf aufmerksam

machen, dass vermeintlich unveränderbare

Systeme wie das Thema Schulweg

mit produktiven Herangehensweisen

aufgebrochen werden können

– etwa mit Kreativität und Bewegung.

Die Ergebnisse sind beeindruckend:

Nicht nur, dass die SchülerInnen Rad-

Fahrgemeinschaften gegründet haben,

sie wollen auch Österreichs erste E-Bike-Klassen

werden.

Das Thema Verkehrssicherheit im

Schulumfeld ist auf Betreiben der

Schule zum gemeindeübergreifenden

Projekt geworden. Ein Fahrradkunstwerk,

welches am Fahrradaktionstag

am 27. Juni feierlich enthüllt und weithin

sichtbar auf der neu gestalteten

Fahrradbox aufgestellt wird, soll die

gesamten Aktivitäten verdeutlichten.

„MUFI und die Drachenritter“ ...

... machen in der VS Munderfing bewusst,

welche umweltfreundlichen

Alternativen es zum „Elterntaxi“ gibt.

Seit Juni 2012 arbeiten die Bildungseinrichtungen

in Großweikersdorf am Klimathema

Mobilität und Verkehr. Die

klima:aktiv mobil Bildungseinrichtungen

analysierten den Modal Split am Schul-

bzw. Kindergartenweg, beteiligten sich

an der Klimameilen-Kampagne, richteten

eine Elternhaltestelle ein und markierten

den Weg von dort bis zur Schule mit Fußstapfen.

Die Kindergartenleitung bietet einen Pedibus

an: Auf dessen Weg in den Kindergarten

können die Kinder mitgehen und

mit ihm die Bundesstraße beaufsichtigt

queren. Im Frühjahr fand ein bewegter

Elternabend statt. Alle Eltern aus Kin-

Dieses Projekt unterstützt Kinder beim

selbstständigen Bewältigen ihres Schulwegs.

Stellvertretend für alle weiteren

klima:aktiv mobil-Schulen sind hier die

VS Kronstorf zu nennen, die den Bus

stärker in ihren Schulweg einbaut, sowie

die VS Schwertberg, die mit dem Pedibus

eifrig Klimameilen sammelt.

„Selbständig mobil sein, das ist der

Wunsch vieler Kinder“, so Mobilitätsberaterin

Kathrin Mitterhofer vom Klimabündnis

OÖ. Es sieht gut aus, dass sich

dieser Wunsch erfüllt.

Das Klimabündnis bietet seit 2005 im

Auftrag des Lebensministeriums und mit

Unterstützung des Landes Oberösterreich

mit dem klima:aktiv mobil-Projekt

„Mobilitätsmanagement für Kinder, Eltern

und Schulen“ Beratung zu klimafreundlicher

und gesunder Mobilität.

SONJA WÖHRENSCHIMMEL-WAHL

Info! www.klimabuendnis.at/schulen

schulen.eduhi.at/hs-lembach

Hauptschule Lembach

Schulstraße 1, 4132 Lembach im Mühlkreis

Mitglied seit: 2012

Ansprechperson: Josef Habringer

hs.lembach@eduhi.at

klima:aktiv in Großweikersdorf

In der niederösterreichischen Gemeinde sind Kindergarten,

Volksschule und Hauptschule gemeinsam klima:aktiv mobil

dergarten, Volksschule und Hauptschule

waren eingeladen. Mit dabei waren die

Mobilitätsberaterin Ingrid Leidenfrost

und Herr Matzka als Gemeindevertreter.

PädagogInnen der Volksschule und die Elternvertretung

brachten die Aktivitäten

ein. Die Eltern durften beim Elternabend

angeleitet von den KindergartenpädagogInnen

gleich selbst ausprobieren, wie

viel Spaß klimafreundliche Bewegung

machen kann. Zu Musik gab es verschiedenste

Bewegungsübungen im Turnsaal.

klima:aktiv mobil ist ein Projekt des Lebensministeriums.

MARIA HAWLE

Info! www.schule.klimaaktiv.at

Foto: HS Lembach

Foto: Schulstandort Großweikersdorf


Foto: Haberkorn Ulmer GmbH

Fotos: Happy Bike, Buchner G.m.b.H.

Die Fahrräder müssen nicht in die Werkstatt – die kommt nämlich selbst vorbei.

Happy Bike-Chef Buchner (rechts) vor einem der Service-Busse.

Das Glück auf zwei Rädern

... oder wie mit gut durchdachten Konzepten und

überzeugendem Service sanfte Mobilität gefördert wird.

Seit fast 30 Jahren gehören Fahrräder

für Wolfgang Buchner zum Alltag.

Die Firma Happy Bike startete als klassisches

Fahrradgeschäft. Der Betrieb

führt österreichweit die Garantieabwicklung

bei Fahrrädern und E-Bikes der

Supermärkte und Baumärkte durch. Seit

1999 liegt der Schwerpunkt im Fahrradverleih

mit speziellen Angeboten für

Tourismusbetriebe und Gemeinden.

Sorgenfrei im Radverleih

Happy Bike ist bereits ein Begriff in der

Tourismusbranche. Das Radverleihkonzept

punktet mit einer breiten Palette

von Modellen aus hochwertigen Mar-

„Heute für morgen handeln“

Bekannt ist das Unternehmen Haberkorn

in erster Linie als größter technischer

Händler Österreichs. Die Firma

erwirtschaftet mit 1.100 MitarbeiterInnen

einen Umsatz von 274 Millionen

Euro. Der Standort Leonding betreut

die Märkte OÖ und Salzburg.

Klimafreundliche Maßnahmen • Auszeichnungen

wie der oö. Landesumwelt-Preis

2012 belegen, dass es dem

Klimabündnis-Betrieb nicht nur um Verkaufszahlen,

sondern auch um die Verkleinerung

des betrieblichen CO2-Ausstoßes

geht, etwa bei den drei größten

„CO2-Säulen“ – Heizung, Fuhrpark und

MitarbeiterInnen. Eine Luft-Wärmepumpe

sorgt für angenehme Temperaturen,

man kauft Sprit sparende Autos, bietet

kenbauteilen, Zubehör und Werbemitteln,

die zu sanfter Mobilität einladen, v.a.

aber mit der Übernahme der Service- und

Reperaturarbeiten. Das spart Zeit, Kosten

und garantiert Sicherheit. Die ist Herrn

Buchner nicht nur für RadlerInnen, sondern

auch für die MitarbeiterInnen, die

mit den mobilen Werkstätten unterwegs

sind, wichtig: „Umsichtiges und Sprit sparendes

Fahren wird mit Prämien belohnt.“

Gemeinde-Service

Das kontinuierlich wachsende Angebot,

ist zunehmend auch für Gemeinden und

andere Zielgruppen interessant. Happy

Bike bietet alles für die sanfte Mobilität

Fahrtrainings und fördert Öffi-Tickets.

Mit Erfolg. Seit Beginn des Klimaschutzprojektes

2008 ist der CO2-Ausstoß um

28% gesunken (minus 650 Tonnen CO2).

Nächste Ziele • „Wir planen die Errichtung

von Photovoltaik-Anlagen. Damit

wollen wir mittelfristig 50% des Stromverbrauchs

selbst abdecken“, erklärt

Sieglinde Hehenberger, die Umweltbeauftragte

am Standort Leonding.

„Die Schwerpunkte Arbeit schaffen, Armut

bekämpfen, regional wirken sind

uns ebenfalls wichtig. Unsere Verantwortung

der Gesellschaft gegenüber

hört außerhalb der Firma nicht auf.“

SONJA WÖHRENSCHIMMEL-WAHL

INFO! www.haberkorn.com

Zum Betrieb

klimabetriebe

Name: HAPPY BIKE, Buchner G.m.b.H

Inhaber: Familie Buchner

Bundesland: Salzburg

Standorte: Oberösterreich, Bregenzer Wald

Gründung: 1985

Klimabündnis-Betrieb: seit 2003.

auf zwei Rädern: von der Beratung in Fragen

der Finanzierung, Förderung und Versicherung,

über die Planung von Standorten

bis zur Errichtung von Verleihstellen

inklusive Ladeständer für E-Bikes.

Das große Netz von Partnern und die

Weiterentwicklung der Konzepte erlaubt

es NutzerInnen, die Räder auch an anderen

Standorten zurückzulassen. Für die

Benutzung der E-Bikes ist eine einmalige

Registrierung erforderlich, die via Hotline

oder Internet erfolgt. Ausleihen und Bezahlen

ist auch einfach übers Mobiltelefon

möglich. ANDREAS STRASSER

info! www.happy-bike.at

Firmenstandort in Leonding

Name: Haberkorn Ulmer GmbH

Bundesland: Oberösterreich

Standort: Leonding

Gründung: 1932 in Bregenz

Klimabündnis-Betrieb: seit 2011

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klima & wetter • News aus den Archiven

klima & wetter • News aus den Archiven

Abb.:http://earthobservatory.nasa.gov/IOTD/view.php?id=81431

klimanews

Temperaturanstieg

vorhergesehen ...

Neue Satellitendaten der NASA

bestätigen die vor mehr als

hundert Jahren aufgestellte

Hypothese zur Erderwärmung.

Vor über hundert Jahren, 1896, stellte

der schwedische Wissenschaftler

Svante Arrhenius die Hypothese auf, dass

ein CO2-Anstieg die Oberflächentemperaturen

der Erde verändern würde.

Seiner Meinung nach würde der Temperaturanstieg

in hohen Breiten besonders

groß sein.

Über hundert Jahre später bestätigt sich

seine Argumentation. Seit der Mitte des

20. Jahrhunderts hat sich die globale

Durchschnittstemperatur der Erde um

etwa 0,6 ° Celsius erwärmt, aber die Erwärmung

tritt nicht überall gleich auf.

In rot: hunderte von Brandherden in Indonesien.

CO2-Emissionen durch Brandrodung

Indonesien wurde u.a. wegen Regenwaldzerstörung

und Brandrodung global zum drittgrößten

Treibhausgas-Emittenten. Obwohl

man Rodungskonzessionen stoppte, brennen

die Wälder. Der Großteil wird für Papier und

Palmöl geopfert. Beim Pflanzenöl ist man

weltweit führend. Es findet sich in Lebensmitteln,

Reinigungsprodukten, Kosmetika

und Agrotreibstoffen. In Singapur misst man

Rekordwerte bei Luftschadstoffen. Die Rodung

von Torfmoorgebieten ist ein großes

Problem: Es brennt unter der Erdoberfläche

und es wird besonders viel CO2 frei gesetzt.

earthobservatory.nasa.gov/IOTD

Temperatur-Abweichungen b h für f den d Zeitraum m von 2000 bis b 2009 im Vergleich l h

zur Klimaperiode 1951 bis 1980: In der Arktis wurde es sogar um 2°C wärmer.

Die Karte zeigt die globalen Temperatur-Anomalien

zwischen 2000-2009.

Sie zeigt, in welchen Regionen es im Vergleich

zum Mittelwert der Jahre 1951 bis

1980 wärmer oder kälter geworden ist.

Deutlich erkennt man in der Arktis eine

Erwärmung von etwa 2 °C.

Die Wissenschaft nennt dies die „arktische

Verstärkung“.

Im Juni 2013 wurde in Alaska mit 36 ° C

ein Allzeithoch bei den Temperaturen

gemessen. Ein Grund dafür ist das Zu-

Rekord-CO2-Ausstoß • Die kritische

Grenze von 400 ppm CO2 (das bedeutet:

400 Teile CO2 pro Million Teile Luft) ist überschritten.

Anfang Mai wurde dieser Wert

auf Mauna Loa (Hawaii) erstmals während

eines ganzen Tages festgestellt. Diese Messstation

gilt als globaler Maßstab, weil die

CO2-Konzentration hier schon seit 1958 kontinuierlich

ermittelt wird. Für Klimaforscher

ist das ein ernstes Alarmsignal.

www.esrl.noaa.gov/gmd/ccgg/trends/#mlo

Die 2.000-Watt-Gesellschaft • 1998

wurde an der ETH Zürich ein energiepolitisches

Modell entwickelt, das bei maximaler

Umweltschonung genügend Energie für

die wachsende Erdbevölkerung bereitstellen

kann. Der Verbrauch der Industrieländer soll

dabei durch effiziente Technologien und Prozesse

auf 2.000 Watt pro EinwohnerIn – den

globalen Mittelwert – reduziert werden. Nun

wurde der Energiekonsum von 3369 Schweizer

Haushalten in den Bereichen Wohnen,

Mobilität, Ernährung und Konsumgüter analysiert.

Das ernüchternde Ergebnis: Nur 64

Haushalte schafften das Limit.

www.empa.ch • www.ethz.ch

rückweichen des Meereises und die damit

geringere Rückstrahlvermögen der

Oberflächen der Arktis. Aber auch der

steigende Wärmezustrom – ausgehend

von den tropischen Gewitterzellen –

trägt zu Erhöhung der Temperatur bei.

Gewitterstürme transportieren Wärme

von der Oberfläche in die höheren

Schichten der Atmosphäre. Dort fegen

dann globale Windmuster die Wärme in

die höheren Breiten. CHRISTIAN SALMHOFER

info!

http://earthobservatory.nasa.gov/IOTD

Frühjahrs-Bilanz 2013

• national: Es war der kühlste Frühling seit

dem Jahr 2006. Die Temperatur lag nur um

0,4 °C unter dem vieljährigen Mittel. Sehr

ungewöhnlich waren die Regen- und Schneemengen.

Sie brachten den Frühling unter die

sieben niederschlagsreichsten seit dem Jahr

1858. Zudem war es österreichweit gesehen

der trübste Frühling seit dem Jahr 1991.

www.zamg.ac.at

• global: Mitteleuropa wurde von der zweiten

„Jahrhundertflut“ seit Beginn des 21.

Jahrhunderts getroffen. Im Norden Europas

stöhnte man dagegen über eine Hitzwelle.

Der Inariseein Finnland, der sechstgrößte

Binnensee Europas, liegt nördlich des Polarkreises

und ist in manchen Jahren bis in

den Juni hinein zugefroren. Heuer wurde

schon Ende Mai gebadet.

Die Satelliten, die „Fiebermesser“ im All, haben

über den gesamten Globus gemittelt

zwischen Jänner und Mai eine Durchschnittstemperatur

von 13,1 °C gemessen. Das war

um 0,97 °C wärmer als der Mittelwert des

20. Jahrhunderts. Der Mai war damit der

drittwärmste seit es Messungen gibt.

www.ncdc.noaa.gov/sotc/global/2013

CHRISTIAN SALMHOFER | ANDREAS STRASSER

Abb.: http://earthobservatory.nasa.gov/IOTD


Foto: Privat

Tempo 100 statt Essen im Tank

Markus Meister im klündni -Gespräch über Folgen der Mobilitätspolitik

klimabündnis

Kann sich Österreich mit

Agrotreibstoffen selbstversorgen?

Österreich hängt bei den Agrotreibstoffen

genauso vom globalen Markt ab

wie bei Erdöl. Besonders drastisch zeigt

sich das bei Agrodiesel. Aus den 75.000

Tonnen Raps, die wir in Österreich anbauen,

können nur rund 32.000 Tonnen

Agrodiesel hergestellt werden. Das sind

lediglich 6,4 % des gesamten Agrodieselbedarfs.

Unter Berücksichtigung der

Verwendung von Altspeiseölen und

Tierfetten und der etwas besseren Versorgungslage

bei Ethanol liegen aber

dennoch etwa zwei Drittel der benötigten

Flächen für den derzeitigen Agrotreibstoffbedarf

außerhalb Österreichs.

Was passiert, wenn die Anbaufl ächen

nicht ausreichen?

Davon merken wir bei uns nicht viel. Wir

kaufen im globalen Supermarkt ein. Doch

in zahlreichen Entwicklungs- und Schwellenländern

verstärkt sich der Druck auf

Land. Anstatt Nahrungsmittel für sich

selbst zu produzieren zu können, werden

viele Menschen Opfer von Vertreibungen.

International verwendet man dafür den

Begriff Land Grabbing.

Zur Person

Markus Meister absolvierte

die Landwirtschaftsschule

Grottenhof-Hardt und studierte

Volkswirtschaft in

Graz. Seit 2010 ist er beim

Welthaus Graz Experte für das Thema Agrotreibstoffe.

Weiters ist er im Gemeinderat von

St. Margarethen a.d. Raab und leitet den Prüfungsausschuss.

Kontakt! markus.meister@welthaus.at

Wenn wir unseren eigenen Raps zu „Bio-

Diesel“ verspriten, fehlen uns die pflanzlichen

Fette für unsere Lebensmittel.

Palmöl aus Plantagen ehemaliger Regenwaldgebiete

Indonesiens oder Malaysias

finden wir inzwischen fast überall. Das

nennt man „indirekte Landnutzungsänderungen“.

Diese Effekte werden aber

gegenwärtig in den Klimabilanzen nicht

erfasst. Das heißt, zahlreiche Agrotreibstoffe

bringen, wenn alle relevanten Faktoren

berücksichtigt werden, auch keinen

Klimanutzen.

Gibt es Ansätze, dieses Problem zu lösen?

Die EU-Kommission hat einen Gesetzesvorschlag

zur Vermeidung sogenannter

„indirekter Landnutzungsänderungen“

vorgelegt. Aufgrund des Widerstands der

Agrolobby ist aber eine Berücksichtigung

äußerst unwahrscheinlich. Zudem gilt,

dass wir schon aufgrund des zu hohen

Fleischkonsums einen enormen Flächenbedarf

außerhalb der EU haben. Deshalb

sollte es auch „weniger Fleisch und weniger

im Tank“ und nicht „Essen oder Tank“

heißen.

Was wäre anstatt Agrosprit eine Lösung?

Eine echte Alternative ist, den Energieverbrauch

– vor allem im Verkehr

– deutlich zu reduzieren. Agrotreibstoffe

„erlauben“ es uns also weiterhin,

auf Autobahnen mit gewohnten 130

zu fahren. Wir können weiterhin mit

unseren beliebten SUVs von unserem

Haus im Grünen zur Arbeit, zu den Einkaufszentren

am Stadtrand und zum

Fitnessstudio fahren und müssen uns

nicht in kleine 3-Liter-Autos setzen,

weil die Agrotreibstoffe für die Flotten-

klimapolitik

Godfrey Massay

und Catherine Mulaga

aus Tansania berichten,

dass allein durch ein

Jatropha-Projekt des

britischen Konzerns

Sun Biofuel 10.000

Menschen ihr Land verloren.

Die beiden sind Partner

von Welthaus Graz.

verbrauchsziele angerechnet werden

können. Tempo 100 auf Autobahnen

würde ohne Menschrechtsverletzung

und Regenwaldzerstörung tatsächlich

CO2 einsparen!

Mit Tempo 100 wohin?

Die unreflektierte Forcierung von Agrotreibstoffen

untergräbt die Entwicklung

tatsächlich zukunftsweisender Technologien.

Die Nutzung von Benzin und Diesel

wird um Jahrzehnte verlängert. Nicht

umsonst haben Ölkonzerne wie Shell

und BP groß in Agrotreibstoffe investiert.

Letztlich müssen wir ohnehin vom motorisierten

Individualverkehr wegkommen.

Anstatt in die Steuerbefreiung und Subventionierung

der Agrotreibstoffe, sollte

unser Geld umgehend in den Ausbau

eines flächendeckenden öffentlichen

Verkehrs und Radinfrastruktur gesteckt

werden.

BRIGITTE DRABECK | CHRISTIAN SALMHOFER

Info! www.graz.welthaus.at

welthaus.at

Was Agrosprit

bedeutet

13

Fotos: Composer-fotolia.com • Welthaus Graz

● Eine Tankfüllung Agrotreibstoff entspricht

dem Jahresbedarf an Brot für einen Menschen

● Derzeit enthält jeder Liter Benzin

zumindest 4,6 % Ethanol und jeder Liter

Diesel zumindest 6,7 % Agrodiesel

● Der Flächenbedarf für die derzeitige Verwendung

von Agrotreibstoffen liegt bei 285.000

Hektar. Nur 85.000 Hektar davon liegen in

Österreich – mehr als zwei Drittel außerhalb.


14 klimapolitik

Schulzentrum-Perg: Optimale Verknüpfung zwischen Bahn und Bus.

Attraktive Regionalbahnen

Foto: OÖVV

2. Österreichischer Regionalbahntag 16.9.2013

und Regionalbahn-Tagung in Perg (Oberösterreich).

Der erste Österreichische Regionalbahntag

am 16.9.2012 im Rahmen

der Europäischen Mobilitätswoche war

ein großer Erfolg.

Literaturfahrten, Bahnhofsfeste, Fahrgast-Dankesaktionen,

ermäßigte Bahntickets

– in ganz Österreich gab es Aktionen

und Events, um die Leistungen der

Regionalbahnen für die Regionen zu präsentieren.

Klimapolitik-Splitter:

Gipfel-Übung • Zur Vorbereitung des Klimagipfels

in Warschau im November fanden in

Bonn Anfang Juni UN-Klimaverhandlungen

statt. Als erfreulich bezeichnen BeobachterInnen

die Einigung darüber, dass das Thema Landwirtschaft

in Entwicklungsländern angegangen

wird, ohne mit dem Recht auf Nahrung in

Konflikt zu kommen. Ebenso das Einlenken der

USA in Fragen globaler Anrechnungsregeln: Eine

Tonne CO2 in den USA soll auch einer Tonne CO2

irgendwo anders auf der Welt entsprechen.

Neu in der Debatte ist der Begriff „Gerechtigkeit“.

Auf dieser Basis sollen Ansprüche und

Pflichten zwischen Staaten geregelt werden,

die sich aus dem Klimawandel ergeben. Das

Climate Action Network (CAN) fordert hier eine

unabhängige ExpertInnenkommission und insbesondere

einen stärkeren Dialog mit NGOs.

Dass die Ansätze in Warschau verfolgt werden

und 2015 in Paris in ein neues internationales

Klimaabkommen münden, ist zu hoffen. Die ablehnende

Haltung Russlands und seiner Nachbarländer

sowie die üblicherweise eher vaguen

Zusagen anderer Staaten lassen aber wieder

Zweifel daran aufkommen. ANDREAS STRASSER

germanwatch.org/de/6953

climatenetwork.org/event/bonn

In Gmunden wurde am Regionalbahntag

über die Verlängerung der Gmundener

Straßenbahn als Regionalbahn

diskutiert, und ein halbes Jahr später

wurde der endgültige Beschluss über

die Realisierung dieses Projekts mit der

Durchbindung bis nach Vorchdorf gefasst.

Auch in Ernstbrunn (NÖ) gab es

eine Mobilitätstagung und ein großes

Bahnhofsfest mit Bahnpräsentationen

Eine lebenswerte Stadt ensteht nicht

von selbst – sie bedarf umsichtiger

Planung. In der Praxis erfolgt diese eher

eindimensional: Man konzentriert sich

entweder auf Energieeffizienz, ganz

auf Flächenmanagement, auf soziale

Aspekte oder anderes.

Eine ganzheitliche, nachhaltige Stadtplanung

müsse die verschiedenen Bereiche

miteinander in Beziehung setzen,

so Forscher der FH Johanneum in Graz.

Sie unterzogen sieben unterschiedliche

Grazer Stadtteile einer Analyse.

Dabei zeigte sich, dass die BewohnerInnen

einer der grünsten und teuersten

Regionen, dem Ruckerlberg, ihre Autos

am seltensten stehen lassen. 75 % erledigen

ihre Alltagsgeschäfte mit dem eigenen

Pkw. Zu Fuß gehen knapp 7 % , mit

dem Rad fahren 11 % . In diesem Fall sei

das Problem nicht mangelndes Bewusstsein,

sondern schlechte Versorgung mit

Infrastruktur.

und die Regiobahn Leiser Berge ist

mittlerweile in ein konkretes Projektstadium

getreten.

Auch am 16.9.2013 werden Gemeinden,

Regionen und Bahnbetreiber wieder zu

Aktivitäten zum Regionalbahntag im

Rahmen der Mobilitätswoche eingeladen.

Die Regionalbahntag-Initiative wird

dabei vom Lebensministerium, den ÖBB

und der AK-OÖ unterstützt.

Ebenfalls am 16.9. veranstaltet das

Klimabündnis in Perg, OÖ eine Regionalbahntagung

zum Thema „Zugkunft

Regionalbahn – nachhaltiger

Mobilitätsmix in der Region.“ Neben

Good-Practice-Beispielen der Regionalbahn-Attraktivierung

in Österreich

werden auch die Themen „Bahn und

Bus – Kooperation statt Konkurrenz“

mit Beispielen aus Vorarlberg und „Die

Regionalbahn als Angebotsfaktor im

nachhaltigen Tourismus“ behandelt.

PETER CZERMAK

Info • Tagungs-Anmeldung

Aktionsvorschläge und Materialien:

www.regionalbahntag.at

Wege zu einer lebenswerten Stadt

Eine Studie zum Verkehrsverhalten in Graz zeigt, dass

Umweltbewusstsein auch mit dem Einkommen zu tun hat.

Ganz anders die Situation in Gries, einem

Bezirk mit hohem MigrantInnenanteil

und eher gering qualifizierten EinwohnerInnen.

Hier erledigen 78 % die täglichen

Wege zu Fuß, nur 14 % mit dem Pkw.

Ursache: bessere Versorgungslage, aber

auch fehlende Mittel fürs eigene Auto.

In Geidorf, einem Bezirk mit ähnlicher

baulicher Struktur und Versorgungslage,

erledigen nur 54 % tägliche Wege zu Fuß

und 25 % benützen das Auto.

Beim Vergleich der Bezirke fiel auf, dass

der private Pkw-Einsatz bei hohem Einkommen

steigt – und zwar unabhängig

vom Bildungsniveau, der Infrastruktur

oder dem jeweiligen Grünflächenanteil.

Für die klimafreundliche Gestaltung unserer

Städte müssen die PlanerInnen solche

Zusammenhänge kennen. Vor allem

im Bereich der Bewusstseinsbildung ist

noch viel zu tun. CHRISTIAN SALMHOFER

Info! www.fh-joanneum.at


Mobil sein heißt heute und auch in Zukunft,

die täglichen Wege zur Arbeit,

zum Einkauf oder in der Freizeit mit

möglichst geringem Aufwand an Zeit,

Geld und Ressourcen zurückzulegen.

Die Motorisierung hat uns nicht mobiler

gemacht. Wir legen nicht mehr, sondern

nur längere Wege zurück. Der Preis, den

wir dafür zahlen, ist hoch: Staus, Gesundheitsschäden,

Verschwendung unwiederbringlicher

Ressourcen und eine

Abhängigkeit vom Auto, die uns immer

mehr kostet.

Mobilität und Transport 2025+

Schriftenreihe „Mobilität mit Zukunft“ 2/2013

VCÖ Verlag, Wien 2013

50 Seiten • € 25,- • ISBN 3-901204-77-6

Die WearFair & mehr geht in die sechste

Runde und einen großen Schritt weiter.

Ein Wochenende lang wird sie wieder zu

Österreichs bedeutendster Plattform für

nachhaltigen Lebensstil.

Neben heimischen Firmen werden von 27.

bis 29.9. Unternehmen und Marken aus

ganz Europa präsentiert, die nachweislich

ökologische und soziale Kriterien erfüllen.

Die Erweiterung der Produktbereiche liegt

auf der Hand, denn „wer sich gerne ökofair

kleidet, ernährt sich bewusst biologisch

und fährt gerne mit dem Rad“.

Themen:

● Mode ● Mobilität

● Ernährung ● Reisen

● Energie ● ethische Geldanlange

„Wir wollen mit der WearFair & mehr bewusst

machen, wie viel Freude und Lebensqualität

in nachhaltigem Lebensstil und

bewusstem Konsum stecken“, lädt Mitorganisatorin

Ulrike Singer vom Klimabündnis

OÖ alle ein, zu kommen und Teil dieser Plattform

zu werden. Das Rahmenprogramm

mit namhaften Persönlichkeiten, Diskussionen,

Workshops, Modenschauen, Showkochen

und mehr rundet die Messe ab.

info! www.wearfair.at

Mobilität

2025 +

NINA OBERBUCHER | CHRISTIAN SALMHOFER | ANDREAS STRASSER

Bonusheft mit Vorteilen

für RadlerInnen

Gemeinden, die an der Europäischen Mobilitätswoche

vom 16. bis 22.9. teilnehmen,

erhalten mit Gratismaterialien auch das

Mobilitätswochen-Bonusheft. Darin gibt

es ein Jahr Gratisversicherung für RadlerInnen

(Unfall, Haftpflicht und Rechtschutz),

10 % Rabatt beim Kauf von Fahrrädern,

Radanhängern oder Pedelecs bei

ausgewählten RadhändlerInnen, Gratis-

Radverleih, Gratis-Kurzabo für das Radmagazin

und 10 % Ermäßigung auf autofreie

Urlaubsangebote.

klimatipps 15

Mobilitätswochen-Aktionen 2013

klimathek

Umdenken zu einer neuen Mobilität

Autos haben nach wie vor Vorfahrt. Immer noch wird

der Ausbau des Straßennetzes mit mehr Mobilität

assoziiert. Tatsächlich nimmt nur die Länge zurückgelegter

Wege zu und die Lebensqualität sinkt. Verkehrsexperte

Knoflacher ruft zum Rückzug der Autos

aus unseren Lebensräumen auf, zu einem Umdenken,

von dem auch Arbeits- und Sozialwelt profitieren.

Hermann Knoflacher

Zurück zur Mobilität!

Anstöße zum Umdenken

Ueberreuter Verlag, Wien 2013

111 Seiten • € 9,70 • ISBN 978-3800075577

Selbst der Motor sein

Wien ist nicht unbedingt als Radfahrmetropole

bekannt. Dennoch gehören die Zweiräder und ihre

NutzerInnen in vielfältiger Weise zum Stadtbild. Das

Buch versteht sich als Geschichte des Radfahrens

(nicht nur in Wien) und widmet sich Veränderungen

der Mobilität und des (Mobilitäts-)Verhaltens der

verschiedenen VerkehrsteilnehmerInnen.

Hachleitner/Marschik/Müllner/Zappe (Hrsg.)

Motor bin ich selbst

Ungefähr 200 Jahre Radfahren in Wien

Metro-Verlag Wien, Wien 2013

160 Seiten, Paperback • € 25,- • ISBN 978-3993001407

Fahrradaktion -10 %!

Im Zusammenhang mit der Europäischen

Mobilitätswoche 2013 wird es in Kooperation

mit der Wirtschaftskammer Österreich

von 16.-30.9.2013 wieder bei ausgewählten

RadhändlerInnen eine 10 % Rabattaktion

auf Fahrräder, Kinderräder, Radanhänger

und Pedelecs geben. RadhändlerInnen

können sich noch zu dieser Aktion anmelden.

Die beteiligten RadhändlerInnen werden

auf www.mobilitaetswoche.at/radaktion

gelistet. PETER CZERMAK

INFO! www.mobilitaetswoche.at

Schlaues Konzept: Die Wende im Doppelpack

Ohne Verkehrswende keine Energiewende, sagen die Autoren

– zwei Sozialwissenschaftler, die ausgehend vom neuesten

Stand der Technik Lösungen aufzeigen. Eine durchdachte

Verknüpfung innovativer Mobilitäts- und Energieversorgungskonzepte

soll zukunftsträchtige Synergieeffekte ergeben.

Das postfossil angetriebene Auto ist dann nur noch

Teil eines modernen öffentlichen Verkehrssystems.

Weert Canzler und Andreas Knie

Schlaue Netze

Wie die Energie- und Verkehrswende gelingt

Oekom Verlag, München 2013

144 Seiten • € 9,95 • ISBN 978-3-86581-440-1

Erinnerungen an die Zukunft

Unser Planet hat sich verändert: Fossile Energieträger sind

auf dem Rückzug. Lebensmittel werden wieder selbst produziert.

Öffis, RadfahrerInnen und FußgängerInnen dominieren

das Stadtbild – damit es nicht bei Visionen bleibt,

zeigt dieses Buch, wie sich Änderungen fortsetzen lassen.

Dazu gibt es Best-Practice-Beispiele aus allen Lebensbereichen:

Wohnen, Arbeiten, Ernährung und Mobilität.

Marcus Franken/Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.)

Bericht aus der Zukunft

Wie der grüne Wandel funktioniert

Oekom Verlag, München 2013

288 Seiten • € 24,95 • ISBN 978-3-86581-416-6


sanft mobil unterwegs

RETOUREN AN POSTFACH 555, 1080 WIEN

Fotos: Klimabündnis Klimabündnis Steiermark, Steiermark, Klimabündnis Klimabündnis Tirol, Tirol, Klimabündnis NÖ, Provaznik, Archiv KliKli- mabündnis Österreich.

Österreich.

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