Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

geb.uni.giessen.de

Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

7.5 Bewertung der inhaltlichen Vergleichbarkeit randomisierter, kontrollierter

Studien und verblindeter, randomisierter, kontrollierter Studien

Nach Bewertung der Qualität des Studienaufbaus wurden die randomisierten,

kontrollierten Studien sowie die verblindeten, randomisierten, kontrollierten Studien

auf deren inhaltliche Vergleichbarkeit hin geprüft. Nur Studien, die einen

vergleichbaren Therapieansatz untersuchen, können nach Einschätzung der Validität

ihrer Evidenz und der klinischen Relevanz systematisch zusammengefasst werden.

In den entsprechenden Studien zum Thema Therapie der Ovarialzysten des Rindes

wurde festgestellt, dass die therapeutische Intervention der Therapie- und der

Kontrollgruppe bei allen Veröffentlichungen beschrieben wurde. Häufig wurde jedoch

nur der Wirkstoff, beispielsweise GnRH oder PGF2α als Therapeutikum genannt,

nicht jedoch der Handelsname des Produktes (Bierschwal et al., 1975; Cantley et al.,

1975; Garverick et al., 1976; Etherington et al., 1985; Chavatte et al., 1993; Hatler et

al., 2006; Kim et al., 2007). Hieran scheiterte bereits eine übergreifende Auswertung

dieser Studien. Alanko et al. (1980) verglichen zwei Gruppen, die unterschiedliche

Dosierungen von HCG erhielten. Darüber hinaus wurde der Kontrollgruppe Nymfon

appliziert. Die Applikation von unterschiedlichen HCG-Dosierungen erschwert die

Bewertung der Wirkung von Nymfon allein. Weiterhin werden verschiedene

Synchronisationsprogramme im weitesten Sinne mit unterschiedlichen Intervallen

und Dosierungen getestet. Diese unterscheiden sich jedoch in mehreren Punkten

und sind daher nicht übergreifend statistisch auswertbar (Schweizer, 1975; Dinsmore

et al., 1990; Chavatte et al., 1993; Bartolome et al., 2000; Lopez-Gatius et al., 2001,

2002; Bartolome et al., 2005; Crane et al., 2006 I; Kim et al., 2007; De Rensis et al.,

2008). Homöopatische und konventionelle therapeutische Interventionen wurden von

Schmidt (1992) verglichen. Eine statistische Auswertung war jedoch aufgrund der

geringen Patientenzahl nicht möglich. Das manuelle Sprengen der Zysten wurde in

relativ alten Studien untersucht (Bentele et al., 1979; Humke et al., 1979). Die

Zystensprengung wurde hierbei jedoch gleichzeitig mit unterschiedlichen GnRH-

Gaben vorgenommen, was eine Aussage über deren therapeutische Wirkung

erschwert.

Verblindete Studien untersuchten die therapeutische Wirkung verschiedener GnRH-

Analoga miteinander, verschiedene Dosierungen von Kombinationen aus GnRH-

und PGF2α–Analoga sowie bei Luteinzysten mit Progesteron oder mit PGF2α. Jou et

100

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine