Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

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Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

getestet. Eine andere Applikationsform innerhalb der Gestagentherapie stellen

sogenannte PRID (Progesteron-Releasing-Intravaginal-Device)-Spiralen oder CIDRs

(Controlled Internal Drug Release Device) dar. Sie werden intravaginal eingesetzt

und verbleiben dort einige Tage. Viele Autoren untersuchten die Wirkung der

Spiralen allein oder gleichzeitig in Kombination mit anderen Therapeutika (Berchthold

et al., 1983; Ruesch et al., 1983; Arbeiter und Pohl, 1986; Nanda et al., 1988, 1989,

1991; McLeod et al., 1991; Cech et al., 1995; Jeffcoate et al., 1995; McDowell et al.,

1998; Calder et al., 1999; Douthwaite und Dobson, 2000; Lopez-Gatius et al., 2001;

Todoroki et al., 2001; Zulu et al., 2003; Diavakar et al., 2004; Cruz et al., 2004; Kim

et al., 2004, 2006; Crane et al., 2006 I; De Vries et al., 2006; Kim et al., 2007).

Auch synthetische Gestagene, wie Chlormadinonacetat (Gestafortin®, Anifertil ®,

Progestin®) werden in verschiedenen Applikationsformen zur Therapie der

Ovarialzysten eingesetzt (Beck und Ellis, 1960; Clemente, 1965; Grunert et al., 1968;

Gruss, 1975; Schweizer, 1975). Beck und Ellis (1960) setzten eine einmalige

Progestin®-Injektion ein und erzielten so eine Trächtigkeitsrate von 67 %. Die

Veröffentlichung wurde ebenso wie die Veröffentlichung von Grunert et al. (1968) als

Fallserie eingestuft und entspricht somit ebenfalls nicht dem Goldstandard des

Studientyps für therapeutische Studien. Auch die Publikation von Clemente (1965)

weist als Expertenmeinung eine geringe Evidenzstufe auf, während die Studien von

Gruss (1975) und Schweizer (1975) durch ihren kontrollierten Studienaufbau eine

höhere Validität versprechen. Weitere Hormonanaloga, die in der Therapie der

Ovarialzysten des Rindes eingesetzt werden, sind Methylacetoxyprogesteron,

Äthinyl-Nortestosteronönanthat, sowie Norethisteronönanthat (Merkt, 1965;

Schjerven, 1973; Arbeiter et al., 1975; Bostedt und Lamprecht, 1977). Als „andere

kontrollierte Studien“ vergleichen die Publikationen von Bostedt und Lamprecht

(1977) und Schjerven (1973) die therapeutischen Interventionen mit einer Art

Kontrollgruppe. Trotz der beschriebenen Mängel dieser Studientypen können ihre

Ergebnisse wichtige Informationsquellen zur aktuellen Fragestellung liefern. Bostedt

und Lamprecht (1977) wiesen nach, dass eine zusätzliche Behandlung zur

intravenösen Therapie mit HCG und Progesteron mit der Gabe eines 19-

Nortestosteron-Derivates keinen verbesserten Therapieeffekt bewirkt. Die

Gesamtträchtigkeitsrate lag lediglich bei 64 %. Schjerven (1973) weist die

Überlegenheit der Kombination von hormoneller Therapie (HCG- und

Methylacetoxyprogesterongaben) mit manuelle Ruptur gegenüber der alleinigen

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