Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

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Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

hohe Validität, da es sich um randomisierte, kontrollierte Studien mit detaillierter

Beschreibung des Versuchsaufbaus handelt.

Der therapeutische Gebrauch von Glukocortikosteroiden umfasst den Einsatz von

Betamethason- oder Dexamethason-Präparaten (Kleine Kreutzmann, 1969; Nakao

1977 III; Nakao und Ono, 1977 II; Kudlac et al., 1984 I; Calva et al., 1994). Nakao

(1977 III) untersuchte in einer „anderen kontrollierten Studie“ den therapeutischen

Erfolg von Bethamethason beziehungsweise Dexamethason im Vergleich zu der

Applikation von HCG und Progesteron. Die HCG-P-Gruppe zeigte signifikant mehr

luteinisierte Zysten 10 Tage nach der Behandlung.

Östradiolcypionat wurde im Rahmen eines Synchronisationsprogrammes von

Bartolome et al. (2005) bei Kühen im Diöstrus eingesetzt. Darüber hinaus nutzten

andere Autoren Östradiolbenzoat als Additiv in PRID-Spiralen therapeutisch zur

Behandlung von Zysten (Ruesch et al., 1983; Arbeiter und Pohl 1986; Nanda et al.,

1991; Cech et al., 1995). Die Wirkung des Östradiolbenzoat wurde in diesen Fällen

nicht als alleiniges Therapeutikum oder gegen eine PRID-Spirale ohne

Östradiolbenzoatadditiv getestet. Somit ist es nicht möglich, eine Aussage über

dessen therapeutischen Effekt zu treffen. Nanda et al. (1991) testeten die Wirkung

von intramuskulären Östradiolbenzoatgaben allein. 47 % der Kühe mit Luteinzysten

und 48 % Kühe mit Follikelzysten zeigten nach Therapie mit Östradiolbenzoat eine

LH-Ausschüttung. Im Gegensatz dazu zeigten alle Tiere nach Progesteronzufuhr

eine LH-Freisetzung unter Östradioleinfluß. Eine manuelle Ruptur der Zysten

verbesserte nicht die LH-Ausschüttung nach Östradiolapplikation, so dass die

Ursache der fehlerhaften LH-Ausschüttung nicht in der Zystenart gesehen wird. Die

Autoren sind der Ansicht, dass der Defekt in der Hypothalamus-Hypophysenachse

nicht durch kurzzeitige (unter 7 Tage) Progesterongabe oder Ruptur der Zysten

behoben werden kann, weil auch 53 % der Luteinzysten nicht zu einer LH-

Ausschüttung kamen.

Der Einsatz antiöstrogen wirkender Substanzen wie Chlomiphen (Thakur et al., 1983)

oder Morphium (Mintschev, 1966) wird selten beschrieben. Es handelt sich bei

diesen Publikationen um eine Fallserie beziehungsweise eine Expertenmeinung. Ihre

Aussagekraft über den therapeutischen Effekt der eingesetzten Substanzen ist als

gering einzustufen. Thakur et al. (1983) konnten eine Trächtigkeit bei 57,13 % der

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