Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

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Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

kann (Hapke, 1974). Nach Hapke (1974) gelten 40 mg/dl Serumcalcium als toxischer

Grenzwert. In einem tierärztlichen Gutachten von Ahlers et al. (1987) wird ebenfalls

auf die Erkenntnisse von Hapke (1974) verwiesen. Sollte eine wiederholte

Behandlung indiziert sein, so empfiehlt Daerr et al. (1971) entsprechend das

Einhalten eines 6-stündigen Abstandes zur Erstinfusion. Bei mehrfacher

Calciumapplikation und Therapieresistenz sollte eine Infusion mit Glukose und

Leberschutzpräparaten eingeleitet werden (Grötzner, 1975). Eine gestörte

Leberfunktion reduziert die Toleranz gegenüber Calciuminfusionen und führt häufig

zu Komplikationen mit letalem Ausgang (Stöber und Dirksen, 1982). Vor allem ältere

Tiere, die durch eine Vorbelastung mit einer gestationsbedingten, larvierten

Hepatose und Nephrose geschwächt sind, können am so genannten hepato-renalen-

muskulären Syndrom erkranken (Bostedt, 1993), wobei sich Elektrolyt-

homöosatasestörungen sowie muskuläre, renale und hepatogene Funktions-

störungen gegenseitig negativ verstärken können (Bostedt und Bless, 1993).

Der therapeutische Einsatz von Phosphorzusätzen wird unter anderem von Bostedt

(1973), Bostedt et al. (1979) und Saalfeld (1974) empfohlen. Eine 2 %ige

Calciumhypophosphitlösung konnte in Untersuchungen von Bostedt (1973) und

Bostedt et al. (1979) bei Nachbehandlungen einen Therapieerfolg erzielen, der aber

nicht statistisch belegt werden konnte. Auch die therapeutische Wirkung von

Calcium-Magnesium-Lösungen wurde von Bostedt et al. (1979) geprüft. Meschke

(1997) wiederum untersuchte in einer Feldstudie die Wirkung unterschiedlich

dosierter Calciumlösungen und Kombinationspräparaten mit Magnesium- und

Phosphorzusätzen, zeigte jedoch nur einen nicht signifikant unterschiedlichen

Behandlungserfolg auf. Als Dissertation wurde diese Veröffentlichung nicht in die

Datenanalyse einbezogen. Sachs und Hurwitz (1974) untersuchten in einer

randomisierten, kontrollierten Studie die Wirkung von 9,6 g Calcium als

Calciumborogluconat und Calciumglycerophposphat (6,5 g – 10,9 g Calcium plus

3,6 g – 5,4 g Phosphat). In einer ersten Untersuchung wurde an gesunden Tieren der

Anstieg der Plasmaphosphatspiegel überprüft, während in einer zweiten

Untersuchung an Gebärparese erkrankte Tiere eingesetzt wurden, um den

therapeutischen Effekt der Lösungen zu demonstrieren. Beide Medikamente

vermochten sowohl bei gesunden als auch kranken Tieren den Plasma-

calciumspiegel zu heben. Eine Applikation von Calciumglycerophosphat ließ den

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