Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

geb.uni.giessen.de

Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

Plasmaphosphatspiegel der Versuchstiere ebenfalls steigen. Insgesamt werden

beide Lösungen als therapeutisch nutzbar eingestuft.

Neben Elektrolytgaben können zur Therapie der Hypocalcämie post partum auch

Vitamin D3-Metabolite verabreicht werden (Barlet und Davicco, 1992). Die

therapeutische Applikation von Vitamin D3-Metaboliten bewirkt eine Steigerung der

enteralen Absorption von Calcium und Phosphat. In der Publikation von Barlet und

Davicco (1992) konnte gezeigt werden, dass eine Zweitbehandlung mit intra-

muskulärer und intravenöser Applikation von 700 µg 1 α-Hydroxycholecalciferol

einen signifikanten und stabilen Anstieg der intravasalen 1,25 (OH)2D3-Konzentration

und der Phosphorkonzentration bewirkte. Eine zweite Calciuminfusion hatte keine

entsprechend erfolgreiche therapeutische Wirkung. Zepperitz (1993) zeigte, dass

eine Kombination aus intravenöser Calciuminfusion und intramuskulärer Injektion von

1α-Hydroxycholecalciferol keinen besseren Therapieerfolg bewirkte als eine alleinige

Calciuminfusion. Die Inzidenz von Rezidiven konnte nicht verringert werden. Die

genannten Studien wurden als randomisierte, kontrollierte Studien eingestuft.

Dementsprechend hoch kann ihre Evidenz angenommen werden.

Olson et al. (1973) prüften die Wirkung unterschiedlicher 25-Hydroxycholecalciferol-

Dosierungen (0,5 - 2,0 mg 25-OHD3). 6 von 11 Versuchstieren wurden innerhalb

13 Stunden geheilt. Sowohl 1 mg als auch 2 mg 25-Hydroxycholecalciferol werden

als effektive Dosis zur Therapie der Paresis puerperalis angesehen. Bei der

Untersuchung handelt es sich um eine Fallserie mit geringer Probandenzahl.

Entsprechend vorsichtig sind die Ergebnisse zu bewerten. Eine nachfolgende

Feldstudie zu Prävention eines Rezidivs zeigte, dass eine intravenöse Applikation

von 1,0 mg 25-Hydroxycholecalciferol vor Calciumsubstitution nicht sinnvoll ist.

Ursache hierfür wird in der fehlenden Umwandlung von 25-Hydroxycholecalciferol in

1,25-Dihydroxycholecalciferol bei hohen Serumcalciumspiegeln gesehen.

Gelfert et al. (2004) setzen in ihrer Studie Dexamethason in Kombination mit

Calciumborogluconat therapeutisch ein. Die Wirkung des Cortisons wird jedoch mit

Calciumborogluconatgaben gegen zusätzliche orale Calcium und Phosphorgaben

geprüft. Somit ist der alleinige therapeutische Einfluß von Dexamethason nicht

bestimmbar.

119

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine