Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

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Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

Naloxon stellt in der Arbeit von Sciorsci et al. (2001) einen Bestandteil des

Therapeutikums dar. Der Heileffekt von Naloxongaben erwies sich jedoch als nicht

signifikant höher als bei alleinigen Calciumgaben. In einer zweiten Studie wurde die

zusätzliche Substitution mit Naloxon getestet. Die Ergebnisse zeigen einen

signifikant höheren Anteil an geheilten Tieren und Wiederholungsbehandlungen

waren signifikant reduziert. Daher wird von einer Interaktion der endogenen opioiden

Peptide mit der intrazellulären Aufnahme von Calcium ausgegangen und eine

niedrige Gabe von Naloxon als Therapie gegen Gebärparese vorgeschlagen.

Naloxon ist jedoch in Deutschland nach der Verordnung des Rates 2377/90/EWG

(„Rückstandshöchstmengenverordnung“) nicht für lebensmittelliefernde Tiere

zugelassen (Verordnung EWG 2377/90, 1990).

Rogers (1985) empfiehlt zusätzlich zur Calcium- und Magnesiumsubstitution die

Anwendung von Akupunkturtechniken. Die als Expertenmeinung / Editorials /

Consensus Reports eingestufte Veröffentlichung weist keinen kontrollierten

Studienaufbau auf, so kann der therapeutische Erfolg der Akupunktur nicht bewertet

werden. Auch Zepperitz et al. (1989) applizieren Calciumgluconatlösung subkutan in

Reflexzonen. Eine Senkung der Rezidivrate war jedoch auch in diesem

randomisierten, kontrollierten Versuch nicht nachweisbar.

Die als Downer Cow Syndrom bezeichnete Komplikation des Milchfiebers geht mit

einem Festliegen der Tiere für mehr als 24 Stunden einher. Waage et al. (1993)

halten die Zeitspanne von Eintritt der Erkrankung bis zum Therapiebeginn

entscheidend für den Therapieerfolg der Erkrankung. Neben dem Ausgleich der

Elektrolythomöostasestörung sind pflegerische Maßnahmen bei festliegenden

Patienten von großer Bedeutung. Kumar et al. (1992) beschreiben in ihrer als

Einzelfallbeschreibung eingeteilten Arbeit den Krankheitsverlauf eines am Downer

Cow Syndrom erkrankten Rindes. Als Therapeutikum wurden erfolgreich

Medikamente wie Neurobion verabreicht, die in der Humanmedizin bei paretischen

oder paralytischen Patienten genutzt werden. Eine individuelle Tränkung und

Fütterung sowie das Einsetzen eines Vergrittungsgeschirrs zur Verhinderung des

Vergrätschens der Hintergliedmaße bei Aufstehversuchen können in schweren

Fällen notwendig sein. Ischämische Nekrosen und Druckschäden sollten durch

täglich mehrfaches Wenden und Aufstehhilfen vermieden werden. Cox (1982) sowie

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