Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

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Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

Bostedt (1993) empfehlen darüber hinaus die Schaffung einer möglichst weichen

Boxenunterlage, wie zum Beispiel eine Tiefstreubox.

Da die untersuchten Veröffentlichungen zum Thema der Therapie der Hypocalcämie

post partum des Rindes sehr unterschiedliche Therapieformen untersuchen und eine

übergreifende statistische Gesamtauswertung nicht möglich ist, kann die

bestmögliche therapeutische Intervention nicht ohne weiteres benannt werden.

Insgesamt kann den zahlreichen Publikationen entnommen werden, dass eine

Therapie stets frühzeitig eingeleitet werden sollte, um durch Festliegen

hervorgerufene Komplikationen zu vermeiden. Zur Anhebung des vasalen

Calciumspiegels scheint eine parenterale Applikation von Calciumlösungen als

therapeutische Sofortmaßnahme am geeignetsten. Bezüglich der notwendigen

Dosierung der Elektrolytlösung orientieren sich die meisten Publikationen an dem

von Goff et al. (1999) angegebenen Richtwert von 2 g Ca/100 kg KG. Zur

Vermeidung unerwünschter Nebenwirkungen sollte zusätzlich stets die Klinik des

Patienten beachtet werden. Je nach Art und Ausprägung der vorliegenden

Elektrolytstörungen werden darüber hinaus Phosphor- und Magnesiumgaben

eingesetzt.

7.8.3 Therapie der Nachgeburtsverhaltung beim Rind

Primär haben Therapieversuche zur Nachgeburtsverhaltung beim Rind das Ziel, den

Ausstoß der retinierten Eihäute und des sonstigen Gebärmutterinhalts zu bewirken

und so die mit der Erkrankung assoziierten Komplikationen, wie beispielsweise

Endometritiden, Fertilitätsprobleme sowie verminderte Leistungsfähigkeit der Tiere zu

minimieren (Bostedt und Sobiraj, 1985). Für die genannten Komplikationen können

pathogene Erreger verantwortlich gemacht werden, die sich beim Verbleiben der

Nachgeburt im Uterus stark vermehren und entweder lokale Entzündungen oder aber

auch generalisiert eine puerperale Intoxikation bedingen können (Paisley et al., 1986;

Grunert und Grunert, 1990; Laven, 1995; Ahlers et al., 2000 I, 2000 II). Eine

erfolgreiche Therapie muss daher vorrangig pathogene Mikroorganismen eliminieren.

So ist es nicht verwunderlich, dass die manuelle Entfernung der Secundinae sowie

der Einsatz von Antibiotika die am häufigsten eingesetzten Therapieformen

darstellen (Laven, 1995; Laven und Peters, 1996; Ahlers et al., 2000 I, 2000 II).

Kudlac (1991) bezeichnet neben dem manuellen Lösungsversuch und einer lokalen

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