Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

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Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

(therapeutischen) Studien, als auch die Verbesserung der Publikationstexte selbst

beinhalten. So könnte stets ein gleichbleibend hoher Standard erfüllt werden.

Entsprechende Lösungsansätze bietet die evidenzbasierte Veterinärmedizin und

stellt dabei ein Bündel an Methoden vor, welche die Studien durchführenden

Tierärzte hierbei unterstützen soll (Sackett et al., 2002). Auch die Leitlinien der VICH

(2000), CVMP (2001) oder ICH (1998) gewährleisten eine solche Qualitätssicherung.

Um evidenzbasierte Tiermedizin zu fördern, ist es notwendig, dass sowohl Praktiker

als auch in der Forschung tätige Veterinärmediziner sich mit der Ideologie und den

Methoden der evidenzbasierten Medizin vertraut machen und diese umsetzen. Wie

Holmes und Cockcroft (2004) betonen, ist diese Entwicklung nötig und durch heutige

Informationstechnologien auch möglich. Sie wird die praktische Veterinärmedizin und

die klinische Wissenschaft in ihrer Effektivität steigern und kontinuierlich verbessern

(Arlt und Heuwieser, 2005). Idealerweise sollten bereits während des Studiums die

Inhalte der evidenzbasierten Veterinärmedizin vermittelt werden, weil eine

selbständige Erarbeitung im späteren Berufsleben zwar durch verschiedene Kurse

zur Erlernung des Praktizierens der evidenzbasierten Medizin möglich aber

wesentlich aufwendiger ist.

Die Forderung nach Expertenkommissionen (Arlt und Heuwieser, 2005), die

innerhalb des Fachgebietes hochwertige wissenschaftliche Studien systematisch

aufarbeiten und systematische Reviews beziehungsweise Metaanalysen erarbeiten,

könnten die Flut an veterinärmedizinischen Veröffentlichungen bewerten und es dem

Praktiker erleichtern, eine effektive und qualitätsvolle Fortbildung zu betreiben und

die in der Literatur angebotenen Informationen als zuverlässige Entscheidungshilfe

zu nutzen. Die Einführung strenger Reviewprozesse zur Veröffentlichung von Studien

in Fachzeitschriften, wie von Arlt (2002) gefordert, würde sicherstellen, dass dem

veterinärmedizinischen Leser evidenzstarke Informationen geboten würden.

Darüber hinaus könnten auf diesem Weg Informationslücken zur Beantwortung

klinischer Fragestellungen aufgedeckt werden, und die Forschung könnte in ihrer

zukünftigen Wahl der Forschungsprojekte Unterstützung erhalten. Auch der Praktiker

kann nach Holmes und Cockcroft (2004) diese Informationen bieten, indem er

während der Anwendung der evidenzbasierten Veterinärmedizin im Praxisalltag

ebenfalls vorhandene Wissenslücken in der klinischen Forschung aufdeckt.

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