Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

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Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

Die 1993 gegründete Cochrane Collaboration, die ein internationales Netzwerk von

Wissenschaftlern darstellt, welche die „Kluft zwischen dem hohen methodischen

Anspruch und dem Informationsbedürfnis im Gesundheitssystem“ reduzieren möchte

(Antes,1998) und das National Health Service Center for Reviews and Dissemination

widmen sich ebenfalls dieser Aufgabe und erstellen systematische

Übersichtsarbeiten über die Wirksamkeit von Maßnahmen der medizinischen

Versorgung, welche im Internet einsehbar sind. Sie schaffen somit die bestmögliche

externe wissenschaftliche Evidenz, die die evidenzbasierte Medizin fordert.

Mittlerweile gibt es darüber hinaus zahlreiche Workshops zur Praxis und Lehre der

evidenzbasierten Medizin. In England bildeten sich in zahlreichen Fachbereichen

Zentren für evidenzbasierte medizinische Praxis (Sackett et al., 2002).

Auch in Deutschland hat die evidenzbasierte Medizin Einzug gehalten. Es wird

erwartet, dass sie in der humanmedizinischen Praxis zunehmend an Bedeutung

gewinnen wird (Linde und Melchart, 1996).

2.3 Evidenzbasierte Medizin im Veterinärbereich

Die der evidenzbasierten Medizin entsprechende Entwicklung in der

Veterinärmedizin wird mittlerweile bewusster wahrgenommen und findet immer

häufiger Anwendung im alltäglichen Praxisgeschehen. Dennoch muss festgehalten

werden, dass das Praktizieren der evidenzbasierten Veterinärmedizin durch einige

Besonderheiten in diesem Fachgebiet erschwert wird. Die Unterschiede zwischen

Veterinärmedizin und Humanmedizin liegen nach Holmes und Cockcroft (2004)

sowohl in der verfügbaren wissenschaftlichen Evidenz, als auch in den vorhandenen

Quellen und Hilfsmitteln. So ist die Zahl der gut geführten und publizierten klinischen

Studien, der systematischen Reviews und der Metaanalysen in der Veterinärmedizin

deutlich geringer als in der Humanmedizin. Besonders im Bereich der

Kleintiermedizin verhindern kleine Populationsgrößen häufig eine repräsentative

Stichprobennahme. Darüber hinaus erschweren hohe Kosten generell die

Durchführung klinischer Studien.

Der „Comparative Clinical Science Panel” des Medical Research Councils hat diese

Problematik erkannt und es sich zum Ziel gemacht, tiermedizinische Forschung, vor

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