Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

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Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

sehr unterschiedlich wahrgenommen werden kann und durch subjektive

Erwartungshaltungen beeinflußbar ist (Lühman und Raspe, 2002).

Die Vergleichbarkeit der Gruppen ist besonders bei Studien mit geringer

Teilnehmerzahl zu kontrollieren. Trotz adäquat durchgeführter Randomisierung kann

es sein, dass sich bestimmte prognostische Faktoren in einer Studiengruppe häufen.

Sind dadurch klinisch relevante Ergebnisverzerrungen zu erwarten, sollten

statistische Techniken zur Ausgleichung dieser Unterschiede eingesetzt werden.

Weiter muss sichergestellt sein, dass die Patienten einer Studie gleich behandelt

werden und der Therapieerfolg nur auf die zu beurteilende Behandlung

zurückzuführen ist.

Um die klinische Relevanz der Studienergebnisse zu beurteilen, müssen Parameter

wie die relative (RRR) und die absolute Risikoreduktion (ARR) und die Anzahl der zu

behandelnden Patienten zur Erzielung eines Therapieerfolges bei einem Patienten

(NNT) zu Rate gezogen werden (Lühmann und Raspe, 2002). Im Ergebnisteil der

Studie sollten dazu die Anzahl der Studienteilnehmer pro Behandlungsgruppe und

die Anzahl der Ereignisse pro Behandlungsgruppe angegeben werden.

Die relative Risikoreduktion beschreibt die erreichte Reduktion des Risikos in der

Therapiegruppe, in Relation zum Risiko in der Kontrollgruppe. Diese ergibt sich wie

folgt:

RRR = (K-T) / K

RRR = relative Risikoreduktion

K = Ereignisse in Kontrollgruppe in Prozent

T = Ereignisse in Therapiegruppe in Prozent

Durch die alleinige Angabe der relativen Risikoreduktion bleibt die klinische Relevanz

der Therapie jedoch schlecht einschätzbar. Hilfreicher ist hierbei die zu Hilfenahme

der absoluten Risikoreduktion, welche die absolute Reduktion des Risikos durch die

therapeutische Intervention angibt. Die absolute Risikoreduktion ergibt sich wie folgt:

ARR = K – T

ARR = absolute Risikoreduktion

K = Ereingisse in Kontrollgruppe in Prozent

T = Ereignisse in Therapiegruppe in Prozent

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