Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

geb.uni.giessen.de

Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein gefundener Unterschied zwischen den

Ergebnissen einer Studie zufällig ist, ist demnach kleiner als 5 % (Lühman und

Raspe, 2002).

Die genannten Methoden dienen der Beurteilung von Methodik, klinischer Relevanz

und der Präzision einer Studie. Darüber hinaus muss anschließend entschieden

werden, ob eine Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den individuellen Patienten

möglich ist. Generell sollten die Interpretation und die Anpassung von Ergebnissen

klinischer Studien an die eigene Entscheidungssituation möglichst systematisch und

objektiv erfolgen.

2.7 Metaanalyse

In der Humanmedizin stellen Metaanalysen die Grundlage der evidenzbasierten

Medizin dar. Mit Hilfe internationaler Netzwerke von anerkannten Wissenschaftlern

werden Übersichtsarbeiten randomisierter, kontrollierter Studien erstellt, welche so

einen Überblick über die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse einer Vielzahl

von Fragestellungen liefern.

Die Begriffe „systematische Übersichtsarbeit“ und „Metaanalyse“ werden im

englischen Sprachgebrauch oft synonym gebraucht (Bucher, 2002). Eine

systematische Übersichtsarbeit identifiziert mit Hilfe einer spezifischen,

systematischen Durchsuchung von Datenbanken Einzelstudien und fasst diese unter

Angaben von bestimmten Ein- und Ausschlusskriterien zusammen.

Eine Metaanalyse geht hingegen noch einen Schritt weiter. Sie quantifiziert mittels

statistischer Verfahren die Einzelergebnisse von Studien in einer gepoolten Analyse.

Metaanalysen werden bevorzugt angefertigt, wenn die Ergebnisse mehrerer Studien

mit niedrigen Probandenzahlen keine zuverlässigen Schlüsse zulassen, weil zum

Beispiel einzelne Studien widersprüchlich sind oder statistisch nicht signifikante

Ergebnisse liefern.

Metaanalysen können allerdings falsche Aussagen liefern, wenn Studien

unterschiedlicher Qualität und nicht identischem Studiendesign in Beziehung

zueinander gesetzt werden (Brosteanu und Löffler, 1998). Sharpe (1997) beschreibt

in seiner Veröffentlichung drei so genannte „Validitäts-Bedrohungen“ der

Metaanalyse. Die erste Schwachstelle wird unter dem Schlagwort „Äpfel und

28

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine