Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

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Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

Vorstellbar sind hierbei Defekte oder Fehlfunktionen an allen Stellen der

Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse und/oder im Bereich der Nebenniere.

Störungen der GnRH-Freisetzung aus dem Hypothalamus werden beispielsweise

von Hafez (1993) oder Woolums und Peter (1994) beschrieben. Pathologische

Veränderungen der Hypophyse hingegen beschreiben unter anderem Garm (1949),

Braun et al. (1988), Günzler (1962) oder Brown et al. (1986). Intraovarielle Faktoren

für die Zystenbildung wurden von Leidl et al. (1983) untersucht. Dobson und Smith

(2000) hingegen schlossen aus der Induzierbarkeit von Ovarialzysten mit Hilfe des

Adrenocorticotropen Hormones (ACTH), dass Stress und somit auch die Nebenniere

ein bedeutender Faktor in der Genese der Ovarialzysten darstellt.

Die Symptome bei Erkrankung einer Kuh an Follikel-Theka-Zysten variieren stark.

Nymphomanie und Virilismus treten heute nur noch selten auf. Häufig werden eine

Ödematisierung der Vulva und der Vagina sowie eine Vergrößerung der Klitoris

gefunden. Es kommt zum Einfallen der breiten Beckenbänder und Bildung eines

Senkrückens (Grunert, 1999). Während der ersten 6 Wochen post partum oder nach

einem Abfall der Milchleistung ist häufig eine spontane Rückbildung der Zysten zu

beobachten. Nach Behebung von exogenen Faktoren wie Fehlern in der Fütterung

kann es nach 2 bis 3 Monaten zur Spontanheilung kommen. Generell ist die

Prognose bezüglich des Therapieerfolges von Tieren mit Follikel-Theka-Zysten

jedoch als ungünstig zu bewerten, wenn die Tiere Dauerbrunst, unregelmäßige

Zyklen, Unruhe oder eine hohe Milchleistung aufweisen. Auftreten mehrerer

beidseitiger Zysten mit dicken Wänden sowie eingefallene Beckenbänder und

Hohlschwanzbildung sind ebenfalls als kritisch einzustufen (Grunert, 1999).

Im Gegensatz zu Follikel-Theka-Zysten lassen Follikel-Lutein-Zysten bereits

makroskopisch eine deutliche Luteinisierung erkennen und verfügen über eine

verdickte Wand (Leidl et al., 1979). Auch Hundschell (1978), Peukert-Adam (1981)

und Nakhla (1984) beschreiben als besonderes Merkmal der Luteinzysten

bindegewebig verdickte und luteinisierte Wände. Ein Größendurchmesser von über

2 cm und eine luteinisierende Wand von 3 mm Dicke sowie eine dunkelgelbe

Zystenflüssigkeit mit hoher intrazystöser und peripherer Progesteronkonzentration

wird von Grunert und Zerbe (1997) beschrieben. Die Progesteronkonzentration bleibt

nach Elmore et al. (1992) jedoch unter der Konzentration eines regulären

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