Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

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Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

Gelbkörpers. Pieterse (1989) fordert anders als die Autoren zuvor einen

Hohlraumdurchmesser von mehr als 2,5 cm.

Da die Begriffe Luteinzyste und Gelbkörperzyste lange Zeit von vielen Autoren

synonym verwendet wurden, sind Studien, die sich mit dieser Zystenform befassen,

nur eingeschränkt aussagekräftig (McEntee und Jubb, 1957; Roberts, 1986).

Zur Häufigkeit von Follikel-Lutein-Zysten gibt es in der Literatur unterschiedliche

Angaben. So schwanken die Anteile der Luteinzysten am Gesamtanteil der

Ovarialzysten zwischen 6,8 % (Leidl et al., 1983) und 30 % (Zemjanis, 1970). Grunert

(1999) gibt an, dass die Erwähnung von Follikel-Lutein-Zysten in der Literatur sich

zumeist auf Vorkommen, Morphologie und Diagnose beschränkt, weil eine

Hormonbestimmung, Zyklusbeobachtung oder Ermittlung von Trächtigkeitsraten

nach erfolgter Therapie aufgrund von diagnostischen Schwierigkeiten kaum möglich

sei. Eine Differenzierung der beiden Zystenformen sei mittels rektaler Untersuchung

nicht möglich, weil Form, Fluktuation und Wanddicke der beiden Zystentypen sich

häufig gleichen. Lediglich eine endoskopische Untersuchung oder die Anwendung

des Milchprogesterontests könnten zur Diagnosesicherung verwendet werden

(Grunert, 1999).

Unterschiedliche Angaben machen die Autoren hinsichtlich der Auslösung einer

Zyklusblockade durch diesen Zystentyp. Weil sich das Luteingewebe zyklusgerecht

zurückbildet, sehen Grunert (1980 I), Peukert-Adam et al. (1987), Gasse et al. (1984)

und Grunert und Zerbe (1997) in Luteinzysten keinen Sterilitätsfaktor. Andere

Autoren sind wiederum der Ansicht, dass Kühe mit Lutein-Zysten in der Anöstrie

verharren können (Schaetz, 1983; Roberts, 1986).

Follikel-Lutein-Zysten entstehen laut Grunert (1999) aufgrund eines partiellen LH-

Mangels im Blut zum Zeitpunkt der Brunst. Eine Umwandlung der Granulosa- und

Theka-Zellen in Granulosalutein- und Thekaluteinzellen ist zwar gewährleistet, die

LH-Konzentration reicht jedoch nicht aus, um eine Ovulation auszulösen. Exogen

zugeführtes Gonadotropinreleasing-Hormon oder humanes Choriogonadotropin

können darüber hinaus ebenfalls die Bildung von Luteinzysten aus Follikel-

Thekazysten provozieren.

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