Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

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Untersuchungen zur evidenzbasierten Auswertung therapeutischer ...

(DCAB) des Futters einen auslösenden Faktor für die hypocalcämische Gebärparese

(Block, 1984; Oetzel et al., 1988 I; Romo et al., 1991; Takagi und Block, 1991). Eine

kationenreiche, also kalium- und natriumreiche Fütterung soll eine krankheits-

fördernde Stoffwechselbelastung darstellen (Oetzel, 1991; Goff und Horst, 1997).

Des Weiteren werden vermehrt Fälle von hypocalcämischer Gebärparese

diagnostiziert, wenn die Tiere vor dem Partus stark verfettet sind. Ursache hierfür

sind nach Higgins und Anderson (1983) eine geringe Futteraufnahme post partum

sowie die daraus resultierende geringe intestinale Caliumabsorption. Abschließend

sind auch sämtliche Umstände als prädisponierende Faktoren für eine Erkrankung zu

nennen, die das Allgemeinbefinden der Tiere und somit auch den Appetit stören.

3.3 Nachgeburtsverhaltung des Rindes

3.3.1 Die bovine Placenta

Nach Grosser (1927) und Enders (1965) bildet das Rind eine Placenta

epitheliochorialis aus. Die Plazentaschranke besteht hierbei aus vier Gewebs-

schichten. Das maternale Blutgefäßendothel, Uterusepithel, Chorionepithel sowie

fetales Blutgefäßendothel einschließlich der Basalmembranen bleiben erhalten

(Placenta synepitheliochorialis) (Wooding, 1992; Senger, 2003).

Aus dem fetalen Chorion bilden sich so genannte Kotyledonen, die sich mit den

Uteruskarunkeln zu Plazentomen vereinigen. Kotyledonen enthalten die terminalen

Blutgefäße des Allantoiskreislaufes und weisen Mikrovilli auf (Schnorr, 1996; Senger,

2003). Das einschichtige Epithel enthält einkernige Trophoblasten und mehrkernige

Diplokaryozyten (Gross und Williams, 1988 I; Hoffman und Wooding, 1993). Die

maternalen Karunkeln bestehen aus einem Karunkelstiel mit jeweils zu- und

abführenden Gefäßen und aus einem Karunkelkopf, der durch Krypten

gekennzeichnet ist und pilzförmig erscheint.

Von Eiler (1997) werden zwei Mechanismen beschrieben, die den Zusammenhalt der

Plazentome bewirken. Die sogenannte primäre Verbindung entsteht durch das

Umschließen der Karunkel durch die Kotyledonen. Als zweites dringen die Mikrovilli

der Kotyledonen wurzelartig in die Krypten der Karunkel ein. Gemeinsam mit einer

proteinhaltigen Flüssigkeit im Epithelzwischenraum werden hierdurch

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